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Freitag, 28. Mai 1926

Nummer 122. Amtliches Organ der Stadt Kaffel

Amtliches Organ der Stadt Kaffel 16. Jahrgang

Moskaus Barrikaden gegen den Völkerbund.

irieges trat ein

-Hollwegs Nach-

der

Llnd der Rhein?

Briand eine

zur

München, 27. Mai.

Die Frage der Schuld an dem Eisenbahnun­glück im Ostbahnhof konnte noch immer nicht ge­klärt werden. Der Führer des Zuges 814, der auf den haltenden Zug auffuhr, wurde gestern abend vorläufig festgenommen. Er gab an, das Vorsignal München-Ost habe auf Halt gestanden. Er habe die Bremsen des Zuges, der mit etwa fünfzig Kilometer Geschwindigkeit fuhr, unge­zogen. Plötzlich sei das Vorsignal aufFreie Fahrt" übergcgangen. Er sah, als er weiter fuhr, plötzlich in etwa vierzig Meter die oberen Lichter des ZugeS 820, zog die Notleine und wollte rückwärts fahren. Doch es war bereits zu spät. Der Heizer des Zuges 814 bestätigte diese Angaben in vollem Umfange. Der Beamte der Blockstation Berg am Laim hat nach seiner von Zeugen bestätigten Aussage Warnungszei­chen mit Laternen und Signalhorn gegeben.

Sprach« gebracht, insbesondere auch die, die Lage des besetzten Gebietes betreffen. Auch die glückliche Ankunft des ersten deutschen Flugzeu­ges in Paris wurde hierbei erwähnt.

$u«here AvsHteo von Berlin

Berlin, 27. Mai. (Privattelegramm.) Reichs­kanzler a. D. Dr. Luther wird sich heute in Berlin offiziell verabschieden. Am Freitag ver­anstaltet der Reichspräsident zu Ehren Dr Luthers ein Essen, an toeldjem die Reichs­minister teilnehmen werden.

Eine sanfte Ermahnung an Briand.

(Eigener Drahtbericht.)

Paris, 27. Mai.

Der deutsche Botschafter von Hoesch hat gestern abend (wie wir bereits ankündigten. D. Red. i bei dem französischen Ministerpräsidenten

Guerillakrieg im Riff?

Schwankende Haltung der Häuptlinge?

(Eigener Drahtbericht.)

Rabat, 27. Mai.

Wie konnte das geschehen?

Der Lokomotivführer in München bestreitet.

(Privat-Telegramm.)

Ein Locarno im Osten.

Unter den Fittichen Moskaus.

(Eigene Drahtmeldung.)

Moskau, 27. Mai.

Ein finnisches Memorandum zu den Ver­handlungen der Sowjetregierung mit den balti­schen Ländern wegen eines Sicherheitspaktes chlägt vor, den Begriff des Ueberfalles bald zu fassen. Die aus der Zugehörigkeit zum Völkerbund hervorgehenden Verpslichtungen olle» unberührt bleiben. Empfohlen wird ein Vergleichs- und Schiedsverfah­ren und die beiderseitige Verpflichtung, keine remde staatsfeindliche Propaganda auf dem eigenen Staatsgebiet zu dulden. Gleiche Me­moranden sind von der estnischen und der letti­schen Regierung eingegangen. Diese« Regierun­gen ist der Entwurf der Sowjetregierung zu einem Sicherheitspakt bereits übermittelt.

Geschrei um Lloyd George.

London 27. Mai. (Eigener Drcchtbericht.) Die Londoner Freunde Lloyd Georges erklären,

Wenn es noch lange dauert.

Verschärft« Sreiklage in England.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 27. Mai.

Wie verlautet, sind feit vier Tagen keine neuen Schritte zur Beilegung der Krise in der Kohlenindustrie erfolgt, wenn auch vermutet wird, daß unformelle Bemühungen im Gange find, dir Parteien zusammcnzubrin- gen. In politischen Kreisen wird die Lage als ernst angesehen. Voraussichtlich wird, wenn der Streik im Kohlenbergbau noch einige Zeit fortbauern sollte, eine Verschärfung der Rationierung der Kohle für industrielle Zwecke und für Hausbrand eintreten.

brachen im Amte. Mit Branns zusammen bil­det er den ruhenden Pol in der Erscheinungen Flucht. Das Gegenspiel hält Geßler der Reichs- ' ir a. $>. Dr. Müller-Bonn.

es sei keine Rede davon, daß er den Vorsitz der liberalen Partei niederlegen werde. Einige Blätter kritisieren das Vorgehen Llord Or- ord's in abfälligem Sinne und bezeichnen die von ihm veranlaßte Veröffentlichung der Kor­respondenz zwischen ihm und Lloyd George als unbesonnen.

acht Jahre. Erst während des Krie> chnellerer Wechsel ein: Bethmann-Ho folger, Michaelis, war nur vier Moi'-ate im Amt. dessen Nachfolger, Graf Hertling elf Monate,

Besser als garnichis.

Aber Lord Cecil ist mit Genf zufrieden.

(Eigene Drahtmeldung.)

Genf, 27. Mal.

Bei einem Presfeempfang erklärte Lord Ro­bert Cecil, der gestern abend nach London zurückkehrte, daß die Lösung der Abrüstungs­probleme, die freilich noch geraume Zeit in An­spruch nehmen werde, endgültig auf ein prakti­sches Gleis gebracht worden sei. Besonders wichtig sei, daß die Friedensstärke zum Gegenstand der Abrüstung gemacht werden solle, und daß ferner jedes Land der künftigen Ab­rüstungskonferenz genaue und begründete Vor­schläge über die eigene Abrüstung unter­breiten soll. Bon Bedeutung seien auch die Untersuchungen zur Verhinderung des chemischen Krieges und der Sanktionsmaßnahmen, die den chemischen Krieg verhindern sollen. Der Abschluß von regionalen AbrüstungSabkommen «schont Cecil durchaus empfehlenswert, weil dadurch Die spätere allgemeine Abrüstung erleichtert wer­de. Es könne nicht damit gerechnet werden, daß die zweite Tagung des Abrüstungsausschus­ses vor September 1926 und die Abrüstungs­konferenz vor Ende 1927 zusammentreten werde.

und endlich Prinz Max von Baden nur einen Monat. Das Auswärtige Amt hat bereits elf Minister gesehen.

Am längsten ist Stresemann Außenminister gewesen, nämlich bisher dreiund­dreißig Monate, die kürzeste Zeit Dr. Köster (zwei Monate). Das Innenministe­rium hat zehn verschiedene Männer in seinen Räumen gesehen. Die Amtsdauer schwankt hier zwischen neunzehn Monaten (Koch) und drei Monaten (Sollmann.) Auch im Reichs- fi nan zm i n ist er i um hat es einen häufigen Wechsel gegeben (zehn Minister.) Im Reichs- arbeitsministerium ist man zäher ge­wesen; es weist nur die Namen Bauer (Soz.) und Brauns (Ztr.) auf. Dem letzteren wurde daher auch der Titel .Heinrich der Wertbestän­dige" verliehen. Das R e i ch s j u st i z m i n i st e - rium zeigt dagegen wieder die Rekordzifser von elf Ministern. Auch das Reichs Wirt­schaftsministerium hat nicht weniger als zehn Minister a. D. geschaffen. Den Rekord nach der gute Seite hin hält das Reichs­wehrministerium. Wir haben bisher nur zwei Reichswehrminister gehabt: Gustav Roste (Soz.) und Dr. Geßler (Dem.) Dr. Geßler ist der dienstälteste Reichs. Minister; er ist seit dem 24. 3. 1920 ununter-

General San Juro, den Marquis Titel und den Generalen Jordano und Saro den Grafentitel verliehen.

Hundert Regierungsmitglieder seit 1919, auch ein Jubiläum, das aber mehr Anlaß zu Sorge gibt als zum Feiern. An dieser Zahl sind bie Sozialdemokraten am stärksten, nämlich mit sechsundzwanzig Ministern, beteiligt. Dicht­auf folgen Zentrum und Demokraten mit drei- undzwanzig bezw. zwanzig Regierungsmitglie- bern. Die Deutsche Volkspartei stellte elf und Deutschnationale und Bayrische Volkspartei je vier Minister. Parteilos waren zwölf Regic- rungsmitglieder. Das Zentrum hat mit 315 Monaten Regierungszeit seiner Mitglieber in der Regierung den stärksten Anteil an der Re­gierung in der seit 1919 verflossenen Zeit ge­habt. Die Sozialdemokraten werden in dieser Äezihung auch noch von den Demokraten über­troffen. Die sechsundzwanzig sozialdemokrati­schen Minister haben eine Gesamtamtszeit von 188 Monaten gehabt, während bie zwanzig be« mokratischen Minister zusammen 220 Monate in der Regierung waren. Hieraus ergibt sich end­lich, daß die Zentrumsminister durchschnittlich vierzehn Monate im Amte waren, die demokrati- schen elf Monate und die sozialdemokratischen nur sieben Monate. Man möchte wünschen, daß wir allmählich wieder zu einem Zustand der Stetigkeit gelangen. Die Notzeit verlangt, daß Arbeit geleistet wird, und dazu ist es nötig, daß bi? Regierung aus festem Boden stehl.

* * *

Können w e uns das feisten?

Die Minister-Pensionen sind zum Teil ganz außerordentlich hoch, und das kommt daher, weil den meisten der Herren, die Minister wer­den, ohne vorher im Staatsdienst gewesen zu sein, frühere Jahre angerechnet werden, in denen sie irgend einem anderen Berus nachgegangen

Berlin, 27. Mai. Laut Pressenotiz ist Abd el Krims persönlicher Ueberyabe eine Re­volte im Lager der Riskabylen vorausgegan­gen, durch die Abd el Krim und seine Familie mit dem Tode bedroht wurden. Abd el Krim hatte seit Zonen seine Familie, insgesamt zweiunddreißig Personen, um sich versammelt und konnte im lebten Augenblick aus dem Lager Riskabylen zu den Franzosen entfliehen.

Kaum gegrüßt...

Zehn Kanzler, hundert Minister in 7 Jahren. Wir b-be» übt mit der Ernenn»»!, von Marr de« rcbutcn LanUer seit 1919. Die bisberiaGl neun Kanzler standen zwölf Kabinetten vor. Also »wölk Regiernnaen in geben Iadren! Durchschnittlich ist mitbin die i-desmaligc Re- aierung nut ein halbes Iabr am Ruder gewesen. An der folgenden, »ach amtliche« Quelle« ausgestellten Rechnung sollte« sich vor alle« die Srisenmacher ei« Beispiel nebmcu.

Das Kanzleramt hat, wie gesagt, seit der Revolution bereits neun Trager gehabt: Scheibemann (Soz.), Bauer (Soz.), Mül­ler-Franken (Soz.), Fehrenbach (Ztr.), Wirth (Ztr.), Cuno (parteilos), Stresemann (D. Vp.), Marx (Ztr.) und Luther (Parteilos). Am läng­ten wurde es von Wirth verwaltet (achtzehn Monate), die kürzeste Kanzlerzeit hatten Mül­ler-Franken und Stresemann (je drei Monate). Wenn wir Vergleiche ziehen zu der früheren Zeit, so ist der Unterschied allerdings frappant: Bismarck war zwanzig Jahre Reichskanzler, Caprivi vier Jahre, Fürst Hohenlohe sechs Jahre, Bülow neun Jahre, Bethmann-Hollweg

Das amtliche Kommunwe stellt fest, daß die Unterwerfungen zunehmen. Zwei Haupt- sowie mehrere kleinere Stämme, bie bis jetzt niemals unterwarf« ngewesen seien, hätten sich unterwor­fen. Rach einer Havasmelbung aus Fez scheint cS, baß bie verschiedenen Slammessührer durch den Verzicht Abd el Krims, weiter zu kämpfen, ihre Unabhängigkeit gegenüber den eigentlichen Rifleuten wieder gewonnen hätten und es sei wahrscheinlich, daß gewisse von ihnen versuchen würden, ihrerseits einen Wider­stand zu organisieren, {* vor allem bie brei nicht unterworfenen Stämme bet Behi Uriaghel, sowie einige Stämme ber Mestara im Norden von Weffan.

Er schlug sich wie ein Held.

So soll er auch empfangen werben.

(Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 27. Mai.

Der Oberbefehlshaber in Marokko hat nach einer Meldung aus Fez Weisung erteilt, Abd el Stirn, wenn er sich in den französischen Linien einstellt, so zu empfangen, wie man einen besiegten Feind empfängt, der Beweise von militätischen Fähigkeiten gegeben hat.

*

Die Wadireform ms Gkytcksa -frage

Paris, 27. Mai. (Eigener Drahtbericht.) Ha- vas berichtet: Innenminister Durand beabsich­tigt, in ber Kammer am kommenden Dienstag die Diskussion über die Wahlreform auf­zurollen. Die Regierung scheint geneigt zu sein, bei der Frage ber Wahlreform die Ver­trauensfrage zu stellen.

«eine Linksregierung in Frankreich

Paris, 27. Mai. (Eigener Drahtbericht.) Auf bem sozialistischen Parteitag würbe gestern abenb die Tageshorbnung Blum, die sich ge­gen bie Beteiligung an berRegie- r u n g er. spricht, mit 2249 Stimmen angenom­men. Aus die Tagesordnung ber extremen Rich­tung entfielen 166 Stimmen. Die Minderheits- gtuppe Renandel enthielt sich ber Stirne.

Es ist vorbei.

Abd el Krim unter bem Franzosenjoch.

Obwohl feit Tagen von uns vorausgeahnt, hat die Tragödie im Rif mit ber völligen Unter­werfung Abd el Krims doch einen jäheren Ab­schluß gesunden, als man befürchten mußte. Roch an dem Sage, als seine Hauptstadt und Hauptquartier Targuist fiel, hatte er schrift­lich unter gewissen Bedingungen in Genta einen neuen Waffenstillstand angeboten, der jedoch von Paris zum zweiten Male als undiskutabel abge- lebnt wurde. Es war zu spät. Anscheinend haben dem vergötterten Riffürsten nach vier­jährigem verzweifelten Heldenkampf doch die Hauptstämme die Gefolgschaft versagt. Unter dem Eisenhagel europäischer Kriegsmaschinen sind auch bie Nerven dieser kampflustigen Na­turvölker zusammengebrochen.

Man sieht jetzt, daß Abd el Krim bei allen Aufständen selbst die treibende Kraft gewesen ist, daß er es war, ber seine Stammesgenossen zum Widerstanb aufgereizt hat und ihnen immer wie­der als Siegespreis die völlige Unabhän- g i n g k e i t des Rifs hinstellte. Aber es ist auch eine Eigentümlichkeit arabischer Völkerschaften, daß sie nur bem Helben folgen, bem ber Erfolg treu bleibt und von dem sie nebenher etwas zu erhoffen haben. Für die Verbündeten sind mit dem Ausscheiden Abd el Krims die Aussichten bedeutend besser geworden. Vor allem wird der Feldzug nicht mehr allzulange dauern und auch nicht mehr die ungeheuren Summen verschlin­gen, wie bisher. Für die Verbündeten wird es darauf ankommen, Abd el Krim da iuernb unschädlich zu machen. Das Rif wftd durch den konzentrischen Vormarsch von Norden und Süden, sowie von Osten und Westen, schnell überrannt werden, wenn auch einzelne verwe­gene Scheichs versuchen werden, auf eigene Faust noch hn blutigen Kleinkrieg dem französisch­spanischen Ansturm Trotz zu bieten.

Die Lage des Kabinetts Briand war in der letzten Zeit recht kritisch geworden. Wenn es sich vor dem schier unabwendbar gewordenen Rücktritt retten wollte, mußte ein Ereignis kommen, das eine innere Weisheit und Klug­heit des Kabinetts Briand enthüllen konnte. Wb el Krim kam dem französischen Minister­präsidenten sehr gelegen. Die Nachricht von dem Zusammenbruch seiner Machtstellung und des Abfalles der Stämme, die ihm bisher bie $r-y.e gehalten hatten, mußte zwangsläufig hn fran­zösischen Volke die Diegesstimmnng und die Begeisterung auslösen, die alles vergessen macht, was an Unannehmlichkeiten und Krisen sich ge- sährdend für den Bestand der jetzigen Regie­rung entgegenstemmte. Hierzu kam, daß der Bank von Frankreich gelang, durch Inter­vention den in der letzten Zeit katastrophal gewordenen Franken stürz nicht nur zu hemmen, sondern ihn auch in fein Gegenteil zu verbessern. So kam es, daß Herr Briand sich als gerettet fühlen konnte und aus dieser lieber« zeugung auch die Erklärung abzugeben ver­mochte, daß er garnicht daran denke, zurückzu- treten.

Gespannt darf man sein, ob nun die Ge­waltigen in Paris und Marokko die Versailler Methoden auch für das Rif anwenden und so ein zweites Erempel derHumanität* hn zwan­zigsten Jahrhundert statuieren werden. Oder wird sich diesmal das Gewissen der Welt regen, wenn die Begriffe von Selbstbestimmungsrecht ber Völker, von Freiheit unb Menschenwürde bei einem farbigen Heldenvolke ins Gegenteil verkehrt werden, eine Schmach, die die zivili­sierte Welt an der weißen Rasse vor sieben Jahren gleichgültig geschehen ließ. -r-

* * * Als die Treue brach. Abd el Krim floh vor den eigenen Truppen. (Eigene Drahtmeldung.)

Flucht. Das (Segel crnährungsministei Müller war nur einen einzigen Tag im Amte, weil er mit der Separatistenbewegung im Zu­sammenhang stand. Macht man zusammenfrs- send eine Gesamtrechnung auf, so kommt mau auf die Zahl von neun Reichskanzlern und ein­undneunzig Reichsministern, zusammen hun­dert Regierungsmitglieder.

Seine schwerste Stunde.

Abd el Krim in französischen Händen.

(Eigener Drahtbericht.)

Paris, 27. Mai.

Rach einem Telegramm aus Fez wird bestä­tigt, daß Abd el Krim bie französischen Linien überschritten und sich mit seiner Familie un = er de« Schutz Frankreichs gestellt hat Er wird nach T a z q gebracht. Vorher hatte er alle Gefangenen frei gelaufen. Die französischen Gefangenen, inSaesarrt vierzig Europäer, find bereits in Tarjuist eingetrosfen.

¥

Lorbeeren für die Marotrosleger.

Madrid, 27. Mai. (Eigener Drahtbericht.) Der König hat dem Oberkommissar in Marokko