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Meier Neueste Nachrichten

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sänben. Die Devise )a t

tum, Stellung und

Schönheit. Aber

leit, ist heutzutage un- ilnmut sind heute sehr

4. Beilage.

Sonntag, 23. Mai 19^6

hätzlichen und dem armen Mädchen diesergro­ße Augenblick' ebensogut bcschieden ist wie der Schönheit und der reichen Erbin.Die Klage, daß andere Mädchen alle Vorteile besäßen,Reich-

Nr. 119.

Sechzehnter Jahrgang.

herechtigt Klugheit und viel wichtiger als Reichtum und wie kommt man zu diesemgroßen Augenblick'? Das ist eine Frage, die durch Millionen Mäd­chenköpfe geht. Die Eltern können einen passen­den jungen Mann einlrden. aber eS ist fraglich,

Allein auf jener Bodenfläche, die die noch unausgeroiteten Urwald-

decken, könnte man rund so viel Millionen Men­schen unterbringcn, die heute tue ganze cro« kugel bevölkern . . .

Nur sachte! Man braucht gar nicht den Ozcan zu überqueren und in den Urwäldern der Neuen Welt Platz für die Menschheit zu suchen. So unvorstellbar, phantastisch groß eine Menschenmasse von 1700 Millionen Köpfen im ersten Augenblick erscheinen mag, so rasch schrumpft sie, durch die Brille des Philosophen und Mathematikers gesehen, zu einer nichtigen Bagatelle zusammen. Man braucht nicht jen­seits des Ozeans nach exotisch-» Ländern suchen: die gesamte Menschheit. di» Kowsial- masse von über anderthalb Milliarden Zwei- fützieril ließe sich bequem, es klingr paradox, in einer Stifte unterbringen. Wo nimmt man eine solche Kiste her? Sie müßte doch unge­heuer groß sein? Der deutsche Mathematiker A. Bernstein belehrt uns, daß die 1700 Millio­nen Menschen der Erde einen Würfel, dessen Kante nur einen einzigen Kilometer mißt, schlecht und recht noch gerade füllen würden! Man bekommt Respekt vor diesem einzigen Ku­bikkilometer, der die gesamte Menschheit mit Haut und Haar zu verschlucken mag. Man be­denke nur: eine simple Stifte, deren Höhe etwa dem dreimal übereinandergestellten Eisft'turm gleichkäme, von ähnlicher Breite und Länge, könnte alles, was an Exemplaren der Schöpsunaskrone auf diesen Planeten herum­läuft, zwischen ihren vier Holzwänden fassen.

Du schüttelst ungläubig den Kopf? Ein ein­faches Rechenexempe belehrt dich über die Grundlosigkeit deine Zweifels. In inem Kubikkilometer gibt es eine Milliarde Kubik­meter. In dem Raum von zwei übereinander gestellten Kubikmetern haben vier stehende Menschen Platz genug, selbst wenn sie etwas beleibt sind und jeder eine zwei Meter hohe Statur zur Schau trägt. Solche Zweikubik- meter enthält jedoch funshundertmillionenmal unsere Stifte, die demnach rund zwei Milliarden Personen gewachsen wäre.

Wa^ der $rmi reckt ist...

. . . sollte auch dem Manne billig sei«.

Wenn ein Mädchen einem jungen Manne einen Korb gibt, so mag das für ihn eine be­dauerliche Angelegenheit sein, ober die Allge­meinheit findet nicht viel Schlimmes dabei. Läßt dagegen ein Mann seine Braut sitzen, so wird ihm dies als schweres Verbrechen ange- rechnet, und die Verwandtschaft der jungen Dame sicht darin einen Vertrauens- und Treu­bruch. Gegen diese verschiedenartige Bewertung zweier gleicher Handlungen wendet sich ein modernes Mädchen in einet Zuschrift.

Trotz alles GeredeS über die Gleichheit der Geschlechter und die Emanzipation der Frauen', schreibt sie,wird der Mann, der ein Mädchen sitzen läßt, noch immer von der allgemeinen Meinung verurteilt. Das erscheint mir unfair. Man behauptet, daß kein Mann einem Mäd­chen einen Antrag machen dürste, wenn er nicht seiner Gefühle ganz sicher ist und daß dieser Entschluß zur Heirat unumstößlich sein soll. Aber mit dieser Forderung, die unlogisch ist, bestraft man gerade den aufrichtigen Liebhaber am meisten. Ich erinnere mich an einen Fall, tvo ein sehr ernsthafter junger Mann sechs Wochen vor der Hochzeit entdeckte, daß er seine Brent nicht länger lieben könne, daß er mit ihr nicht glücklich werden und sie nicht glücklich machen werde. Da er keinen anderen Ausweg wußte, ließ er sie sitzen und bereitete damit her Braut nicht nur Kummer, sondern erregte auch die allgemeine Entrüstung der kleinen Stadt, in der er und das Mädchen lebten. Er mußte den Ort verlassen und blieb jahrelang unterdem Unrecht", das man ihm allgemein verhielt. Suber es gibt ein Männerrecht aufs Sitzenlassen, das die Allgemeinheit anerkennen müßte. Wenn ein. Mann findet, daß er sich in feiner Wahl ge­irrt hat, dann ist es nur anständig und richtig gehandelt, wenn er die Verlobung auflöst, be­vor cs zu spät ist.

Eine Verlobung ist doch nichts anderes als eine Versuchszeit für beide Beteiligten, sich un­terdessen näher kennen zu lernen und zu er­gründen, ob sie zueinander passerc. Bei einem Versuch muß man das Recht haben die «ehre daraus zu ziehen. Anträge werden meistens in Augenblicken der Erregung rind unter romanti­schen Umständen gemacht. Wenn der Bräutigam später findet, daß das Mädchen seinem Ideal nicht entspricht, so ist es viel besser, wenn er sich die Freiheit und ihr die Möglichkeit v-rschrrft, einen anderen Mann zu finden, zu dem sie bes­ser paßt. Es ist mindestens ebenso tragisch für ein Mädchen, von einem Manne gezwungener­maßen geheiratet zu werden, als für einen Mann sich zur Ehe zu zwingen. In bei­den Fällen wird die Ehe unglücklich werden.'

Mann anzicht. Reiche MWrchcn sind heutzutage sehr selten, und auch die Anziehungskraft einer ausfallenden Schönheit trifft man bei der allge- meinen Uniformierung nicht eben häufig an. Die meisten Mädchen muffen durch andere Reize wirken, und es kommt alles daraus an, die cige* T,en Vorzüge ins rechte Licht zu setzen. Ern Mädckcn, das nicht hübsch ist, ober flut geht und eine elegante Haltung besitzt, fällt schon vor ihren Schwestern auf, die vielleicht äußerlich viel reiz­voller sind. Das bloß hübsche Mädchen siebt gewöhnlich aus: die Fran mit dem guten Auf­treten hat etwas Besonderes. Wer cs versteht, sich gut zu kleiden, sich vorteilhaft zu frisieren, fein Acutzcres zu Pflegen, der kann auf Schön­heit verzichten. DieAufmachung' spielt heute eine viel größere Rolle als früher. Die ,unoe Tarne, die eine besondere Note in ihrer Erseh nung herausbringt, wird schon dadurch anfsc len, und grabe in diesemkleinen Unterschied besteht U?r geheimer Reiz.'

Nnlrre Illustrationen.

Zu den nebenstehenden Bildern.

Mitte: Staffellauf Po tSd a m - B e rl i n. Kürzlich fand der neunzehnte Staffellauf Pots­dam-Berlin unter großer Beteiligung statt. Der Sportklub Eharlottenburg siegte mit 150^Me­ter Vorsprung. Die Läufer kurz nach dcrn Start in der Neuen Königstraße in Potsdam. Große Brandkatastrophe in Mecklenburg. Das Dorf Lutheran, unweit Parchim, fiel einem Riesen- feuer zum Opfer. Dreiunddreißig Gebäude wurde» eingeäschert, wodurch annähernd hun­dert Personen obdachlos wurden. Ein Feuer­wehrmann wurde b:i den Arbeiten getötet und mehrere schwer verlitzt. Das Dorf bietet den Anblick eines Kriegsschauplatzes. Links: Die Hauptstraße des Dorfes mit den vollständig eingeäschcrten Häusern. Nur die gänzlich aus Stein erbaute Kirche blieb unversehrt. Re ch t s: Dorsb wohner vor ihren brennenden Häusern.

Auf dem snschausgeschlafenen Pflaster hal­len die ersten Schritte. Fern, irgendwoher Hingt Vogelgesang.... klingt und lockt und scheucht uns auf, unsere Schritte jenen frühen gleich übers Pflaster hallen zu lassen... Weit spannt sich tiefblauer Frühlingshimmel über Häuser und Straßen. Er schwillt und streckt sich, je weiter die Schritte zum Tor hinaus das Freie gewinnen.

Hier schmettern nah... überall... die gefie­derten Sänger, hier ist pfingstliche Feststeude, die an Halm und Strauch ihren duftenden An- fang nimmt und beim weitoffencn Dom des Himmels ihr Ende erreicht...

Wir denken nicht an Anfang oder Ende! Tausend fröhliche Frühlingslieder summen, dem Vogelgesaiig nachcifernd. Das schönste ist Mörickes:

Der Sonnenblume gleich steht mein Gernüte offen,

Sehnend, sich dehnend, in Lieben und Hoffen Frühling, was bist du gewillt. Wann werd' ich gestillt!

Pfingstmorge» ...! Allein auf stillen Wegen durch Wald, über Wiesendust, inmitten der Ju-

Der große Augenblick.

Können Mädchen auf Schönheit verzichten?

Fast jedes Mädchen hat in feinem Leben einmal einengroßen Augenblick", in dem sie ihr Schicksal tn Gestalt eines Mannes und zwar des richtigen Mannes ergreifen kann.' Diese Behauptung stellt eine englische Aristokratin Lady Ford aus, und sie ist der Ansicht, daß den

beilaute lebensfroher Lenznatur. Da wird für köstliche Ewigkeiten?s Sehnen gestillt. W c ist Unrast, wo ist Lärm, Getriebe, Kulturbe­dürfnis? Fern, schlafend in hohen Steinriesen, zurückgedämmt, bis die begierig, bereitstehenden auchenden Züge kommen und überall hintra- gen, was man floh am frühesten an Pfingsten.

Unser graues Lebenskleid liegt hinter den Toren. Wir sindu einer himmlischen Herr­lichkeit eingegangen am Psiugstmorgen, wenn wir so wandeln. . zu zweien... allein, wie cs uns von bannen drängte, der steigenden, leuch­tenden, hohen Sonne entgegen.

Fern ist die 'Welt!

Pfingsten! Wandeln im Licht und in Vcr- klärtheit für köstliche Zeit...

Mit unendlicher Lebenswonne erfüllt bin« len wir nach dem Gang am Pfingsimorgen, wenn er bann wieder eingemündet ist in den grauen, in der pfingstmorgenblichen Auf­erstehungsfreude verschönten Sttttag hinter Mauern... Und er erweckt bleibendes heiliges Sehnen nach neuen Pfingstmorgen und ab« streifen des grauen Lebenskleides früh am Morgen und nach den Strahlen des Aller­höchsten ... Karolus.

ob ein Mädchen noch tn unfern Tagen sich den Zuküfügen sovorsctzen' läßt. Tie Möglichkei­ten, mit Herren zusammen zu kommen, sind ja jetzt unbegrenzt, und die weibliche Jugend hat einen feinen Anstinkt dafür, daß es besser und würdiger ist,nicht auf denMännerfang" auszu­gehen, sondern das Zusammcntrefsen dem glück­lichen Zufall zu überlassen Sind fo die Gelegen­heiten des . Sichkcnnenlernens außerordentlich erleichtert, so bleibt noch die große Frage, wo­rin der Zauber besteht, durch den die Frau den

Wird dieErdezu klein?

Die ganze Menschheit in einer Kiste.

Von

Dr. Desiderius Papp- Wien.

Wird der einzelne Mensch von Angstträumen gepeinigt, die ihm mit dem Trugbild drohender Gefahren schrecken, so suchen Gespenster nahen­der Katastrophen oft die gesamte Menschheit heim. Eine derartige Angstpsychose, die viele Jahrhunderte gegeistert hat, war die Furcht, unser Erdplanet könnte in seirzen schwindeln­den Laufe durch den Raum mit einem naaabu» dierenden Kometen Zusammenstößen und diese schöne, feste, wohlgerundete Kugel unter' unseren Füßen jämmerlich in Brüche gehen. Als dann die Erde kurz vor dem Auftakt des Wclckrieges tatsächlich burti den paar hundert Millionen Kilometer langen Schweif des Hallevschen Jrrsternes gewandert war, ohne dan a"6er den Astronomen iraend ein anderer Sterblicher von diesem kosmischen Abenteuer auch das Geringste bewahrt härte, wich ein Alpdruck vom beklommenen Herzen und eine uralte Legende war für im:ner zu Ende!

So ein Märchen, aus der Vermählung von Angstgefühl und Unwissen geboren, wurde die­ser Tage in der Berliner Akademie der Wis­senschaften von dem scharfsmnigen Geographen Albrecht Pcuck zerstört. Er nahm jenen Furcht­bazillus unter die Lupe, der den Menschen seit unzähligen Generationen die Angst eingegeben Hatte,' es seien zu viele Zweifüßler auf dieser Erde und der Tag rücke immer näher, an dem die überfüllten Kontinente die Bevölkerungs- maffen nicht mehr würden ernähren können. Es gehörte nur ein Fünkchen Phantasie dazu, das grausige Bild des UnteroangeS auszuma­len und sich jenen verzweifelten, blutigen Kampf zu vergegenwärtigen, den verwilderte Menschenborden um ein Tleckchen Boden un<«r« einander aus fechten w->rdcn.

Nur keine Angst, meine Damen und Her­ren. der Geograph nimmt den Rccheustift uni beweist schwarz auf weiß, daß auf den Festlän­dern dieser dickleibigen Kugel, die derzeit mit 1700 Millionen Menschen a**f *>em Rücken p' in her Unendlichkeit dahinwälzt, rund acht Milliarden solcher Zweifüßler Raum genug

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