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Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

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Dienstag, 11. Mai 1926

Nummer 109. Amtliches Organ der Stadt Kaffel

Amtliches Organ der Stadt Kaffel 16. Jahrgang

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kett aller durch Fernsprecher ansgegebenen Anreizen. sonne für Ausnahmedaten und Plätze kann nicht prangert werden. Für Anzetgen mit be °nöer» schwte. rigem Satz 100 Prozent Aufschlag. Druckerei: SchlachthofftraheWlSO. Geschäfts, stelle: «ülnische Straße & gegen üb« d« Svodrftratze. Fernsprech« 951 und 952.

Nur e i n Symbol für alle Deutschen.

lich zu machen/ Damil gestand er, in d teidigung gedrängt zu sein. Ramsay M nald gab von vornherein zu, nicht fa(

Bis auf s Meffer.

Die große Machtprobe in England.

Von Dr. Paul Rohrbach.

Baldwins Schlußwort im Unterhaus, der Bürgerkrieg in England sei näher geruckt als seit Jahrhunderten, war ein Stuck Psycho­logie, und kein schlechtes. Beide Teile in Eng­land, die Regierung und die Gewerkschaften, sind sich darüber klar, daß Gewinn wie Verlust des Kampfes davon abhängen, wohin in der ersten Woche die öffentliche Meinung des Lan­des neigt. Der Krieg hat kaum begonnen, und die Arbeiter haben schon eine psychologische Schlacht verloren, indem sie die Presse» freiheit unterbanden, die nicht nur in die geschriebene, sondern auch in die noch viel wich­tigere ungeschriebene Verfassung Englands ge­hört. Die zweite Position eroberte sich die Re­gierung von vornherein durch das Schlagwort vom Bürgerkrieg Die dritte gewann sie durch die Ausschaltung der Arbeitgeber. Hätte sie es zugelassen, daß alle die kämpfenden Parteien hier die Arbeiter dort die Arbeitgeber erscheinen, so wäre dte Gefahr einer Spaltung der öffentlichen Meinung weit stärker gewesen, als wenn die Regierung selbst mit Energie als die Hüterin der öffentlichen Ordnung auf den Plan trat und die Arbeitgeber bei Seite schob. Daraufhin konnte gewagt werden, sofort den Ausnahmezustand zu verkünden und ein gewgl- tiges Aufgebot von Truppen auf die Beme zu bringen, zum Schutze der öffentlichen Ordnung, aber auch der Arbeitswilligen.

Von den englischen Gewerkschaften war es ein grober Fehler, daß sie die Arbeits­losen, als diese ihre Beittäge nicht mehr be­zahlen konnten, rücksichtslos ausschlossen. Die Zahl der Arbeitslosen betrug beim Aus­bruch des Generalstreiks etwa 1,3 Millionen. Unter dieser großen Menge herrscht Mißstim­mung gegen die Gewerkschaften wegen der Aus­schließung, und von hier wird es leicht werden eine gewisse N o t h t l f e gegenüber dem Stteik zu organisieren. Die Regierung wird sich auch nicht scheuen, die Nothilfe durch die Trupben zu decken, und gegen diese anzugehen, wird den Streikenden jetzt moralisch noch schwerer fallen als Physisch in der Hauptsache, weil die Re­gierung das Terrain für den Kampf so gut vor- bereitet und die drei genannten psychologischen Siege schon in dem Moment gewonnen hatte, wo s« den Kampf aufnahm. Auch der englische Arbeiter ist viel zu sehr Engländer, mn es nicht im Gefühl zu haben, daß gegen die öffentliche Meinung kein Sieg möglich ist, mindestens kein entscheidender.

Alle Redewendungen Baldwins verfolgten nach der englischen Methode den Zweck, der Gegen- paitei mit einer geschickten und einprägsamen Wendung zuvorzukomimen. -Zwei starrsinnige Massen" Despotismus einer kleinen Gruppe" .Bürgerkrieg" das war eine gute Psycho­logische. Anariffskanonade des Premierministers. Churchill sekundierte mit dem Satz, .es sei un­möglich, die Unterwerfung deS Parlaments un­ter' Forderungen zu rechtfertigen, die aus eine Wahl hinausliefen zwischen dem Ruin des San- des und Zugeständnissen unter Zwang"! Man steht, wie alles auf die englische Pfncholoqie eingestellt ist. Der Arbeiterführer ThomaS versuchte in feiner Antwort zunächst den Vor­wurf des Bürgerkrieges als den gefährlichsten beiseite zu schieben und versprach, .die Folgen der KrisiS, sollte es zum Stteik kommen, erttäg-

bruch des ungeheueren Konflikts geben. In der Tat. das ist der entscheidende Punkt. 58 ist nickt durchaus gesagt oatz die englische Re­gierung die bedeutenden Vorteile, die sie sich für? erste durch ihre geschickte psychologische Tak­tik gesickert hat. aus jeden Fall behalten wird Einstweilen aber bat sie den Feldzug mft einer ziemlichen Aussicht aus den Sieg eröffnet.

iacdo-

.... . g«n zu können, ob der Kampf lang oder kurz, erfolg- reich oder erfolglos sein werde. Man müsse sein Bestes für den Erfolg tun seien Men­schen nicht dazu zu bringen, daß sie auch ohne Rücksicht auf den gegenwärttgen Erfolg für ein Recht kämpften, dann könne man sie überhaupt nicht zum Kampfe bringen. In den nächsten Tagen würden vielleicht eine große Zahl Men­schen im ehrlichen Mauben. die Verfassung deS Landes sei bedroht, zur Regierung stehen!

Wenn diesen zurückhaltenden und auf einen möglichen Mißerfolg km voraus hindeutenden Sätzen die Prophezeihuna hinzugefügt wurde, sobald der Friede wiederhergestellt sei, würden sich bestimmt Tausende gegen die Regierung wenden und verlangen, daß sie geh", so verstehen sich solche Ermutigungen Von selbst Ihr Sinn ist: Die öffenttiche Meinung mag jetzt bei der Regierung sein späterhin wird sie der Regierung die Schuld an dem AuS-

Der Nordpol schon bezwungen.

Amirndsen von dem Amerikaner Byrd durch eine» Handstreich geschlagen.

NewYork, 10. Mat. (Durch Funkspruch.) Ein amerikanischer Korre- spondenk in Spitzbergen berichtet, das der amerikanische Fliegerleutnant Byrd den Nordpol erreicht und überflogen habe und hente Wohl» behalten nach einem IS" - stündigen Flug nach seiner Dafis, dem Start­platz in Spitzbergen, zurückgekehrt sei.

Washingwn, 10. Mai.

Staatssekretär Wilbur äußerte über den gelungenen Nordpolflug Byrds: Wir dürfen Byrd, seine Begleiter «nd unser Land zu dieser Leistung beglückwünschen. Wir empfinden größ­te Freude über das Gelingen des Unternehmens und über die sichere Rückkehr. Staatssekretär für den Krieg, Davis, erklärte, wie alle Ameri­kaner sei er über diesen neuen Triumph der ame­rikanischen Flugkunst hoch erfreut. Der Flug sei nicht nur epochemachend vom technischen Stand­punkt, sondern auch eine Leistung bewunderns­werten Mutes. Ein Land, dem solche Männer dienen werde auch in der Stunde der Not nach allen Richtungen hin seine Pflicht tun.

*

Amundfen... gratuliert.

Newyork, 10 Mai. (Durch Funkspruch.) Auch ein zweites Blatt berichtet, daß Komman­deur Byrd den Nordpol erreicht hat. Bei fei»

Sieg" würde in diesem Falle bedeuten, daß die Arbeiter den Generalstreik widerrufen und daß ihre Vertreter sich erneut zu Verhand­lungen etnsinden.

Kein Zwist um die Flagge!

Der Reichspräsident zeigt den Friedensweg.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 10. Mai.

Der Reichspräsident hat gestern abend an den Reichskanzler bezüglich des Flwggenerlasses nachstehendes Schreiben gerichttt. Unsere Welt­geltung und Eingliederung in die Weltwirt­schaft erfordern freudiges Bekennen aller Aus­ländsdeutschen zum Deutschtum bei öffentlichen Kundgebungen. Dem stand im Auslande unter besonders schweren Beglettumständen der un­selige Flaggenzwist hindernd im Wege. Diesem Uebelstande soll durch die Verordnung vom 5. Mai des Jahres abgeholftn werden und ich bin überzeugt, daß dieser Zweck mit der Verordnung auch erreicht wird. Ich bin nach wie vor fest entschlossen, die Flaggenfrage nur auf der Grundlage der Verfassung zu behandeln. In dem verhängnisvollen Flaggenstreft in abseh­barer Zeft aus versrffungsmätzigem Wege einen versöhnenden Ausgleich zu schaffen, der dem gegenwärttgen Deutschland und seinen Zielen entspricht und zugleich dem Werdegang und der Geschichte des Reiches gerecht wird, ist mein in- nigster Wunsch. Ich bllte deshalb, Herr Reichs­kanzler, sowohl mit den gesetzgebenden Fakwren als auch mft den betreffenden Bereinigungen in Verbindung zu treten, um diesem Ziele nach­drücklichst Mzustreben. Möge der Zeitpunkt nicht fern fein, wo sich das deutsche Volk wieder friedlich um ein und dasselbe Symbol schart.

ner Ankunft in Kingsbay wurde er von der ge­samten Bevölkerung, sowie von A m u n d s e n und der Besatzung der Norge begrüßt.

Kein Land am Nordpol.

Was bleibt noch für Amundsen übrig?

lDurch Funkfpruch.)

Kopenhagen, 10. Mai.

Aus Oslo wird gemeldet, daß die Nach­richt vom Polarflug Byrds dort gerade­zu als eine Niederlage Amundsens »nd des norwegischen Volkes aufge- fatzt wird. Byrd und sein Pilot hatten nur für zwei Tage Proviant mitgenommen. Wenn ihnen ein Unfall zugestotzen wäre, hätten sie auf dem Eise umkommen müssen. In Oslo bezweifelt man noch, daß Byrd tatsächlich den Pol erreicht hat, gibt aber zu, daß sein Flug eine Sportleistung ersten Ranges darstellt. Er hat iinit keinem Flugzeug den Pol umkreist und' ist dann sofort wieder nach Spitzbergen zu­rückgekehrt. Er erklärte noch, daß er während seines Fluges kein festes Land entdeckte.

rung der Vorräte habe nachgelassen und werde wirksamer überwunden. In Hüll seien wieder Ausschreitungen vorgekommen und ein heftiger Zusammenstoß habe gestern abend in Mittlesborough stattgefunden. Aber die Unruhen feien unterdrückt und Verhaftun­gen vorgenommen worden. In den Londoner Docks werde die Ordnung vollkommen aufrecht erhalten. Im allgemeinen sei die Lage in allen Häfen sowie in Schottland gebessert. So­wohl in Glasgow alS in Edinburgh und klei­neren Plätzen hätten Ausschreitungen stattge- funden. Die neu aufgestellte Hilfspolizei trägt keine Uniform, sondern Armbinden, Stahlhelm und Knüppel. Nur ehemalige Soldaten werden in die Polizei eingestellt.

Recht gegen Recht.

Auch die Arbeiterftont unerschüttert.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 10. Mai.

Arbeitersekretär Cook erklärte in einer Rede: Friede sei möglich. Die Arbeiter be­kämpften nicht die Verfassung. Die sei ein Kampf um Brot, um einen auskömmlichen Lohn. Er trat für die Schließung der Ausschänke ein und sagtt, die Arbeiter brauchten klare Köpfe bei diesem Riesenkampft.

London, 10. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) Der Präsident des Bergarbeiterverbandes for­derte in einer Rede die Arb»"«r auf, passiv und stark zu blecken. Brutalität sei nicht am Platz.

London, 10. Mai. (Eigener Drabtbericht.) Der Gewerkschaftskongreß hat zahlreiche Ange­bote finanzieller Unterstützung von auswärttgen Ländern ebenso nbflclelmt, wie das russische.

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Führer" mit dem bellte« Programm

Frauen an die Front!

Als Führerin in Staat und Familie.

Rundfrage über die Bedeutung der ..Fra« als " hiermit mr Drskuisron ge- der links orientierte« Par­teien. nachdem sich vor. einiger Zeit VoNsver- treterinne« der bürgerliche« Mitte «nd Rechts- varteie« « diesem Tbema gea«bert batte«.

Der den Frauen durch ihre geistig-seelische und ihre physische Veranlagung zugewiesene be- 'ondere Aufgabenkreis wird immer die größte Mehrzahl der Frauen ausschließlich oder vor­nehmlich in dem natürlichen Betätigungskreis zur Erfüllung dieser Aufgaben in der Fami- lie halten. Eine der bedeutendsten Aufgaben führende Frauen wird es aber fein, diese Mil­lionen Frauen in bewußte, lebendige, gewollte und stetige Beziehung zu ihrer Nation, zu dem Volke und zu dem Staate, mit und in dem sie leben, zu der Wirtschaft, durch die und für die sie arbeiten, zu bringen. Als der alte Staat in der höchsten Not, im Kriege und beim Zusammen­bruch, wie kranke Männer nach den Frauen rief, so war cs zu spät, um das Alte zu retten, aber nicht zu spät ist es, um das Neue zu stützen, und das Kommando zu formen. Hierzu sind die Frauen berufen, als die Erzieherinnen der Km- ver, als die Verwalterinnen des Hauses mit seinen unermeßlichen Werten, die jahraus, jahr­ein durch ihre Hände gehen. Es gibt kein Ge­bot der Kultur, der Wirtschaft oder der Polittk, das nicht im näheren oder ferneren Zusammen- hange mit der besonder» Lebensaufgabe der Frauen stände, aus das sie nicht aus ihrem nächsten Kreise hinaus und mit ihm in die Fer­ne wirkend Einfluß nehmen könnten. In die Hände der Frauen ist es gelegt, schon in den Kindern den Geist des Verständnisses und der Verständigung, des guten Willens gegenseitiger Duldung und Hilfe zu pflegen, der die späteren Staatsbürger im Leben mit ihren eigenen Volksgenossen beherrschen und in seinem Ver­hältnis zu den anderen Nationen leiten soll, jene menschliche und politische Gesinnung, unter der die geistige Kulturgemeinschaft aller Deut­schen ebenso unverlierbar, wie die Wiedergewin­nung nationaler Größe sicher ist. Unermeßlich in ihrer Wirkung ist die Aufgabe und Arbeit der Frauen, als der

Vermittlerinnen geistiger Güter, seelischer Kräfte und brüderlicher Gefühle in den Köpfen und Herzen der Jugend. Nicht ge­ringer sind ihre Pflichten, nicht weniger schwer­wiegend der Einfluß, den sie durch die Ver­waltung und Verwendung fast des gesamten Einkommens der Ration im Bereiche der Fa­milie auf den Ablauf der Volkswirtschaft aus­üben. Es ist ein nur zu wahres Sprichwort: Der Mann kann nicht so viel in Scheffeln ins Haus tragen, wie die Frau in der Schürze wie­der hinausträgt." Ded Erkenntnis dieser Wahr­heit in ihrer ausschlaggebenden Bedeutung für die Volks- und Staatswirtschaft bei den Frauen und im Bewußtsein der ganzen Nation den Weg zu ebnen, ist Aufgabe der führenden Frauen, da­mit die Hauswirtschaft zum Helfer der schwer ringenden Volkswirtschaft werde. Familie und Staat, Haus und Volk sind eins, die Wurzeln ihrer Kraft sind in die Hände der Frauen gege­ben; wer Volk und Staat über seinem Hause und seiner Familie vergißt, ist eine schlechte Hausfrau.

Dr. Marie Elisabeth Enders, M. d. R. (Dem.) * * *

Ferne Ziele.

Seite an Seite mit den Männern.

Damaskus brennt!

Wieder ein Stadtteil zufammengeschossen.

(Eigener Drahtbericht.)

Paris, 10. Mai.

Eine Meldung besagt, die Franzosen hätten nach fünftehnstündigem Bombardement und ^libmmgriffe das Stadtviertel Midan von Da- maskusi wo sich die Drusen verschanzt hätten, vollständig zerstört. Dieses Bombardement hätte an fiicftinfeit und Dauer das vorjährige über- troflten. Eingeborene erklärten, daß während des Angriffes dreihundert ihrer Landsleute ge­tötet worden seien. TaS Stadtviertel stehe noch in Flammen und eS sei kein Wasser «tm Löschen vorhanden, weil die Zufuhr abgeschnitten sei.

Wie siebt es drüben aus?

Alle Unruhen unterdrückt.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 10. Mai.

DaS Regierungsblatt gibt bekannt: Die Ob- siruktton von Streikposten gegen die Beförde-

Die Regierung greift schon zu

London, 10. Mai. (Pritvattelegramm.) Ge­stern wurden zwei bekannte Arbeitersührer, Lawther und Harry Bolton, verhaftet.

Drohende Worte.,

Verhaftung der Streikführer? Mehr Züge.

(Eigener Drahtbericht.)

London, 10. Mai.

Der König hielt am Sonntag abend einen Kronrat ab, an dem Balfour, der Atlorneygene- ral und der Innenminister teilnahmen. Das Regierungsblatt bcmenticit die Gerüchte über geheime Zusammenkünfte zwischen Mitgliedern der Regierung und Arbeiterführern. Die Regie­rung erwähnte eine Attion bezüglich der Frage der Ungesetzlichkeit des Generalstreiks und der Haftbarkeit seiner Beranftaller, aus die Sir John Simon berefts im Unterhaus hinwieS.

*

London, 10. Mai. (Eigener Drahtberrcht.) Die Eisenbahngesellschasten teilen eine weitere B«-«ehrung des Dienstes von heute ab mit.

Sind denn an die Frau als Führerin andere Anforderungen zu stellen als an jede führend wirkende männliche Persönlichkeits. Nach mei­ner Erfahrung verneine ich dies. Für die im öffentlichen Leben stehende Frau gilt es einfach, zu erkennen, auf welchen besonderen Gefilden ihre stärkste Befähigung liegt, um sich auf diesen umfassende Kenntnisse, Weitblick und flares Ur­teil anzueignen. Es ist keineswegs vorauszu­fetzen, daß diese Gebiete ganz oder hauptsächlich das Lebensgebiet des weiblichen Menschen er­fassen. Trennung der Arbeitsgebiete nach den Geschlechtern halte ich für völlig abwegig, ja für einen Atavismus aus der Zeit der Rechtslosig- keit der Frau. Damit rede ich keineswegs einer Vermännlichung der Frau das Wort. Sach­liche Einstellung und vernunftgemäße Entscheidungen aber können auch von einer Frau erwartet werden, die nicht an Weiblichkeit eingebüßt hat. So wird denn auch bei der Frau als Führerin ein großes Teil ihrer Wirkung von der Einsetzung der ganzen Eigenart ihrer Persönlichkeit abhängen. Auch dies Los teilt sie mit dem Manne, da ja jedes Individuum eine einmalige Komposition der Natur darstellt. Dom