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Kasseler Neueste Nachrichten

kaus am Aleianderplatz hungerte bereits seit Vogt, die beschuldigt ist, ihren Vater erschosten 47 Lagen Ventmo, der aber keinen starken Zu- z» haben, wegen fahrlässiger Tötung zu zWe, ftrum hnn Gästen auszuweisen hatte, da das Jahren Gefängnis. .

Publikum bereits genügend über das »Hun- * Vom Blitz erschlagen. ®er Arbeiter a«>rn" dwser Leute^ aufgeklärt worden ist. Da des Gutes Eichgrund bet Naugard tn Pom- gein d,e,er ««« »,,k he>nt Kelde vom Gewitter über-

Hölle thronen soll.

e an- sich vor dem strahlenden Glanz der anderen in ___ ' _ . _ -___ CYYL1«twX «1A Hz»-,

und sie wollte es.

ihr trübes Sinnen

iFoilfeyung folgt.)

ging.

lichkeiten ans. wie stalien könnte. Es verstorp zur Ruhe

dern an sie heran:

.Baronin, Sie sind eine, gottbegnadete Kunsch lerin," sagte er und sah mit leuchtenden Blicken in ihre Äugen. Eine feine Röte stteg tn ihre

ich zusammenzog wie eine Mimose, und sie be- arifs es. daß sie ihm dadurch ferner und ferner rückte, der voll überschaumender Lebenskraft war, bcgeistcrungssähig, genußfreudig, sämf- ensfroh. Warum hatte er sie gewählt- Ge-

mern wurde auf dem Felde vom Gewitter über­rascht und vom Blitz erschlagen.

* Die Tragödie eines Irren. In Miernns- ken bei Goldap in Ostpreußen erschoß der Mau­rer Losberg in einem Anfall von Geistesgestört­heit seine beiden Kinder im Alter von fünf und sechs Jahren und verübte dann Selbstmord.

* Zur Nachahmung empfohlen. Die Freie Fleischer Innung in Dortmund konnte das Ju­biläum ihrer Mjährigen Gründung feiern. Von

rade sie?

Der Gesang war verklungen, die beiden am Klavier sprachen über Kunst, die Frau am Fen­ster träumte weiter. Abendliche Dämmerung 'eukte sich über die Welt, füllte die Ecken des hellen, farbenfreudigen Zimmers. Niemand schien es zu bemerken. Leise ösnete sich die Tur, Fredrichs stand auf der Schwelle.

.Darf ich einschalten, Frau Barontn?

Eugcnie sah wie erstaunt in den dämmeri­gen Raum. , .

.Ja, natürlich, Fredrichs.-

Da flammten die Blüten am Kronleuchter aus, blau, rosig, lila, eine wundersame, mär­chenhafte Beleuchtung. Der stumme Zauber war

Nr. 97.

Sechzehnter Jahrgang.

1. Beilage.

Dienstag, 27. April iS?«.

Aus aller Well

aroei Beniner Smngerfünftier verhaftet

Das Todesstoß

Wie man in China die Ehebrecher bestraft. DaS Gebeimais des Bambasilobes. / Frau aad Liebhaber ausaeietzi. i Boa eisern Wasserfall in die liefe gerissen. I Tiger and Krokodil, i ßten= ceska von Rimini in China. I Schlechter Dank dem Retter.

Tode des liebsten Mannes, hatten auch die an­deren -zwei so etwas erlitten, was die Welt ihnen öde erscheinen ließ, ob sie gleich gemelti- am ihre Straße ziehen konnten.

Eugenie blätterte in den Noten, da trat R--

gebrochen.---

Das Rollen des abfahrenden Wagens ver­klang. Eugenie stand allein in dem Hellen Gar­tenzimmer Die Einsamkeit legte sich lastend auf ihre Brust. Einsam! Seit mehr denn einem Jahre war sie's, mehr denn ein Jahr war ver­flossen, seit er von ihr gegangen, der ihres Le­bens Inhalt, ihres Herzens Freude gewesen. Seit einem Jahre Witwe nach einer zehn,ah- rigen, glücklichen Ehe. Der starre, stumpfe, bit­tere Schmer, war wohl einer stillen, wehmüti­gen Sehnsucht gewichen, aber das leise Weh war geblieben, würde wohl immer bleiben. Sie war keine Natur, die krankhaft ihrem schmerze nachgehangen, sie hatte Ausgaben: die Kinder zu erziehen, das reiche Erbe seines Knaben zu verwalten und zu vermehren. Tatkräftig hatte sie die Arbeit angepackt, mit klarem Pfsichtbe- wutztsein ging sie den Weg. der cor jbr lag Aber sie war noch sung. und es kamen stunden wo dieser einsame Wea durch ein einsames Le­ben sie erschreckte, wo sie sich vor diesem Lebm fürchtete, wo sie gern geflohen wäre vor diesem Leben wo das Banaen nach dem Heimaegange- nen übermächtig stark an ihrem Herzen rüttelte, wo der Schmerz an ihrer Seele zehrte, wo ite

Daß der Mann musikalisch, war ihr eine be­sondere Freude. Sie liebte die Musik, sie hatte mit ihrem Verstorbenen diese Kunst in ihrem Hause gepflegt, hatte seit einem halben Jahr wieder damit angefangen. Nun traf es sich gut, daß sie auch von anderer Seite her Anregung find n würde. Nnd Kinder waren im Haus wie aut für Rudi und Else! Unmerklich scho­ben sich all diese Erwägungen und Gedanken in ihr trübes Sinnen hinein, drängten es in den Hintergrund lösten allmählich Pläne und Mog- " sich das täglich? Leben ge- war spät, als Eugenie Sie»

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meinte, sie könne es doch nicht mehr tragen, sie müsse unterliegen. Sie unterlag nicht, und die Stunden gingen vorüber, und sie zeigte den Menschen wieder das schöne, klare Antlitz mit dem offenen Blick der leuchtenden Braunaugen, nahm mit doppelter Zärtlichkeit ihre Kinder in die Arme, nahm mit erneut gutem und festem Willen die schweren Pflichten aus sich, die die Bewirtschaftung des großen Gutes ihr brachten.

Nachbarlicher Verkehr war nach und nach auch wieder rege geworden, aber es waren keine Elemente darunter, die recht zu ihr gepatzt hätten. Aeltere Ehepaare, deren Interessen den erwachsenen Söhnen, den verheirateten Töchtern gehörten u. in die stolz-freudigen Gefühle von Großeltern wußte sie sich vollends nicht hinein, zuversehen. Sie hatte daher gesucht, bei der Wahl eines neuen Pächters von Posedorf ,e- mand dahin zu bekommen, der in jüngeren Jahren möglichst aus ihren Kreisen und ver­heiratet sei Posedors lag nicht weit von Ro­senhagen, man könnte sich auch mal zu yufj be­suchen, wenn man sonst miteinander harmo- , nierte. Sie hatte sich, ehe sie Redem den Zu­schlag gab, nach ihm und feiner Frau ertunbigt;

, was sie erfahren, schien ihren Wünfcheu ent- - sprechend und der heutige Besuch, das Bekannt- , werden mit der jungen Frau hatte sie befrie­digt. Jedenfalls stand das Ehepaar gesellschaft- - lich und auch sonst in jeder Beziehung mit ihr - auf einer Stufe, und ein nachbarlicher Verkehr , würde sich Wenn sie wollte, leicht anbahnen

* Der Sturm auf die Spielhöllen.

Fürstentum Monaco ist eine starke Bewegung gegen das Glücksspiel im Kasino von Monte Carlo im Gange. Die Anhänger der Bewegung vettreten den Standpunkt, daß die griechischen und Pariser Bankiers, die die Mehrheit der Aktien des Kasinos besitzen, im Grunde di- wahren Herren des Landes seien. Von oen Anhängern der Bewegung wird eine Wochen­schrift herausgegeben, die Material über Skan- dalaffären aus dem Kasino veröffentlicht.

* Sie erschoß ihren Vater. Das Schwurge­richt Altonä verurteilte die Angeklagte Käthe Vogt, die beschuldigt ist, ihren Vater erschossen

Ventego hier in Berlin nicht mchr den ge­wünschten Erfolg auszuwelsen hatte, beschloß sein Manager, bei Nacht mit feinem Hunger­künstler nach Werder überzusiedeln. Man ver­sprach sich dort zur Zeit der Baumblüte bessere Einnahnien. Alle Vorkehrungen zu dem Trans­port waren getroffen worden, und um Mitter­nacht wurde Ventego in Gegenwart zahlreicher Freunde und Zuschauer aus dem Glaskasten ge­nommen. Dabei siel das ganz besondere Jnte-

Ein überraschend schnelles Ende fund der Hungerwettstrett des Schauspielers Ventego im Berliner Lchrervereinshaus, der von der Kri­minalpolizei in seinem Glaskasten verhaftet wurde. Zur selben Zeit wurde auch der tziinger- künstler Kurt Wahlmann, der kürzlich, wie be­richtet, infolge eines Tobsuchtsanfalls lerne Hungerkur plötzlich abbrach, wegen Bedrohung iu Schutzhast genommen. Lm Lehrerverelns-

resse von zwei Gästen aus, die sich mit Gewalt an Ventego herandränaten und eme ziemlich lange Unterredung mit dem Hungarkunsiler hatten. Aus dem Gespräch hörte man deutlich heraus, daß es sich um zwei Kriminalbeamte handelte, die schließlich Ventego für verhaftet erklärten. Die Beamten legten^ntego einen Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Hannover vor und stellten den Hungerkünstler als den 3< Jahre alten aus Hamburg gebürtigen Hand­lungsgehilfen Adolf Glücksmann fest, der we­gen Betruges, Hochstapeleien und Helrats­chwindels von den Behörden gesucht wurde.

Der reichste Iflann von Mlldchouien

Zu der Millionenerbschast des Mechanikers Guthaus aus Mühlhausen in ^«ringen hegen interessante Einzelheiten vor: Der Erblasser ist ein Großonkel von Frau Guthaus, er ist bereits vor dem Kriege verstorben und hat em Vermö­gen von über siebzig Millionen Mark hmlerlas- sen, von Innen die Hälfte an lernen Abopttv- ohn fiel, während von der anderen Hälfte «rau Guthaus, ihre drei Geschwister und ihr Vater ic sieben Millionen Mark erhalten sollten, ^zn- olge des Krieges verzögerte sich die Regelung der Erbschaftsangelegenheit. Nunmehr sind die Formalitäten soweit fortgefchritten, daß die Auszahlung des Geldes, das bei einer Erfurter Bank deponiert ist, in drei Wochen erfolgen wird. Wie wir weiter erfahren, War ber Erb­lasser aus Sömmerda gebürtig uns ist vor vie­len Jahren als Schlosser nach Amerika ausge- wandcrt, wo er es iu märchenhaftem Reichtum brachte. Zahlreiche Warenhäuser gehörten zu seinem Eigentum, das nunmehr von seinem Adoptivsohn verwaltet wird, der jedoch nach der Bestimmung des Testaments nicht heiraten dar und dessen Erbschaftsanteil in Hohe von 35 Millionen Mark nach seinem Tode auch noch den Geschwistern Guthans in Deutschland zu­fallen soll! Ein Zeichen der Zeit ist es wohl, daß bei dem Mechaniker Guthans bereits heute eine Unzahl von Darlehnsgesuchen vorliegen. Ter bisher arbeitslose Mechaniker ist nunmehr der reichste Mann Mühlhausens geworden.

Freude über das unerhoffte Glück kaum zu fas­sen. Durch Fragen erfuhr er die Geschichte der i beiden jungen Leute. Sie hatten sich fett 1 langem geliebt: eines Tages aber war der fite» beslraurn zu Ende, und das Mädchen wurde von d-n Eltern gezwungen, gegen seinen Wil­len den Häuptling des Stammes zu heiraten. Aber die alte Liebe war bei beiden zu mäch­tig, und so wiederholte sich in diesem weltver­lorenen Winkel Chinas die Tragödie der Fran­cesca da Rimini. Die Liebenden sahen ich häu­fig und liebten sich insgeheim. Eines Tage- überraschte sie der chineinche Gianciotto Mala- lefta bei einem Schäferstündchen, und auf Be­schluß des ganzen Dorfes wurde das Urteil, wie es die Sitte vorfchreibt, an den Ehebrechern vollstreckt. Kurzerhand wurde das Paar dem Fluß übergeben. Drei Tage lang waren ne so, von Hunger und Durst gegäutt, umhergettie- ben, ohne daß sich einer der Leute am Ufer, wo sie vorbeikamen, ihrer Not erbarmt hatte, und sie wären elend umgekommen, wenn nicht eine glückliche Fügung das Boot des Franzosen ihnen zugeführt hätte.

Der Konsulatsbeamte wollte die beiden Ge­retteten mit sich nehmen. Aber zu seinem Glück riet man ihm von diesem gewagten Unterneh­men ab, das ihm die Rache der Bergbewohner eingetragen hätte. Er begnügte sich deshalb damit, die beiden mit Kleidern, Speise und einem Säbel zu ihrer Verteidigung zu ver­sehen, und wollte wieder in seiy Boot steigen. Da ereignete sich etwas, was kein Mensch er­wartet hätte. Der gerettete junge Mensch er- : griff plötzlich einen schweren Siem und schleu­derte ihn mit aller Wucht gegen feinen jHettcr , mit den Worten: .Das ist für Dick. Du ver- sluchter Weißer, der es Wagt, sich »egen die i Gesetze meines Landes zu erheben. Gluck- ! licherwcise verfehlte der Stein fern Ziel. Aber i der französische Beamte War sich, «ar darüber geworden, daß gegen diese fanatische Anhang- lichkeit an die Tradition nicht anzukampjen ist. Er verzichtete deshalb daraus, den Undankba­ren zur Rechenschaft zu ziehen und überließ die Beiden ihrem Schicksal, dem sie nicht ein­mal entrinnen wollten....

scheinen.

Helene von Redern setzte sich in eine der tie­fen Fensternischen, ihr Gatte Wählte einen Platz, von dem aus er unauffällig die Sängerin und ihr Minenspiel beobachten konnte.

Eugenie hatte einen Weichen, vollen Sopran und einen Vortrag, in dem gute Schule und tie­fes Empfinden sich die Wage hielten. Sie lang .Des Mädchens Klage-, fang es mit der ganzen tiefen Sehnsucht jugendlichen Gefühls, dnrch- zittert von dem tiefen Schmerz des Frauenher- zcns das fein Teuerstes dahingegeben, das in louchzender Liebe gejubelt und in jammervol­lem Leid geschluchzt und gebebt hatte.

Rebern liebte Musik, er konnte sich an einer schönen Stimme berauschen, sich durch einen künstlerische,, Vortrag begeistern lassen. - Der Abendsonnenschein fiel durch das Fenster und legte einen goldigen Schimmer auf das blonde Haupt der Fran in Trauer, deren Augen über bie Noten hinweg Ins Weite schweiften In su­chender, trauernder Sehnsucht ein Warme« Mitleid quoll in seinem Herzen auf.

Als sie geendet, war es still in dem großen, b«Den Zimmer jeder der Anwesenden War seelisch mit slck selbst beschäftigt. War s nur bie Sängerin, der die Welt leer geworden nach dem

Bel den Bergstämmen, in den Grenzgebie­ten zwischen Tonklng und den chinesischen Südprvvinzen haben sich bis aus den heutigen Tag Sitten und Gebräuche erhalten, die voll­ständig jenen gleichen, wie sie das Zeitalter der ; Barbarei kennzeichnen, die die fortschreitende s Zivilisation allmählich hat verschwinden las- ! len. Wenn man längs der Flüsse in Aünnan, | der südwestlichsten Provinz des Reiches der ' Mitte reift, ist es beispielsweise nicht fetten, - daß man in der Strömung einen Gegenstand treiben sieht, den man von fern für ein Stück Holz halten könnte. Kommt man aber näher Ober nimmt man zur Beobachtung das Fern­glas zu Hilfe, so sieht man, daß es sich um ein aus Bambus gefertigtes Floß handelt, auf dem ein Mann und eine Frau mit Händen und Füßen festgebunden sind. Wenn die Ruder­boote, die den Fluß befahren unterwegs eines dieser geheimnisvollen Fahrzeuge ansichtig werden, so entfernen sie sich schleunigst, um dem Floß den Weg freizugeben. .

Der Europäer, den der Zufall dorhtin fuhrt, kann begreiflicherweise der Neugierde nicht wi­derstehen und möchte sich über das Schicksal des seltsamen Paares, das da auf dem gebrech­lichen Fahrzeug in der Strömung treibt, Ge­wißheit verschaffen. Aber alle Bemühungen sind vergeblich. Er erhält aus seine Fragen keine Antwott; die Eingeborenen begnügen sich, vielseitig zu lächeln und die Achseln zu zucken. Das Bambusfloß ist in der ganzen Gegend als das .Floß der Liebesleute- bekannt. Die Berg­völker in diesem Teil Chinas kennen keine an­deren Gesetze als die aus uralter Zelt stam­mende Ueberlieferung. Eines dieser unge­schriebenen Gesetze ermächtigt den Ehemann, den die Frau betrogen hat, diese mit ihrem Liebhaber zusammen mit festen Stricken auf ein Floß zu binden und sie der Strömung des Flusses preiszugeben. Nicht ein Bissen Brot, nicht eine Waffe wird den Opfern mit auf die fürchterliche Reise gegeben. Man kann sich den Schrecken einer solchen unmenschlichen Strafe leicht ausmalen. Hunger und Durst mit ihren furchtbaren Qualen erwarten die Ehebrecher. Am Tage röstet die sengende Sonne das nackte 1 Fleisch der Opfer, und in der Nacht Werben sie i von Myriaden von Wassermücken gequält und gepeinigt. Das Floß gleitet, von der Strömung fertgeriffen, unaufhaltsam dahin, bis es schließlich von einem Wasserfall In die «ahnende Tiefe gerissen Wird, wo Boot und Menschen auf den spitzen Felsen zerschmettert Werden. Entrinnen die Opfer diesem Schicksal und ge- lagen bis zur Mündung des Flusses, so erwar­tet sie dort der grausige Tod, wo im Schift die Tiger und im Schlamm die Krokodile gierig am Beute lauern. Wehe dem, der es unterneh­men wollte, die Unglücklichen zu retten! Er würde Gefahr laufen, den Haß aller Stamme auf sich zu ziehen, und er Wäre dem sicheren Tod verfallen. , ...

Daß die Eingeborenen in diesen Dingen nicht mit sich spaßen lassen, hat ein Beamter des französischen Konsulats in Yunnanfn, der Hauptstadt der Provinz Bünnan, am eigenen Leibe erfahren müssen. Der bet allen Elngebc^ renen überaus beliebte Beamte fuhr einmal im Boot, das von Chinesen gesteuert wurde, flußabwärts, als er bei einer Biegung einem dieser Todesflöße begegnete. Er sah die bei­den festgebundenen Menschen, einen schönen, kräftigen Bergbewohner und eine junge Frau. Da er diesen grausamen Brauch noch nicht kannte, befahl er den Ruderern, an das Floß heranzusteuern. Diese Weigerten sich zunach entschieden, diesem Befehl nachzukommen, und er mußte sie durch Drohung zum Gehorsam zwingen. Er befreite das 'Paar von feinen Fesseln, die beiden Geretteten wußten sich vor

Sie MA« W WeWW.

2) Roma« vo« B. v. d. Lanke«.

.Begleiten Sie sich immer selbst^ Baronin?* fragte er. als Eugenie vor dem ylugel Platz nahm, und ihre weißen schlanken Finger prälu­dierend über die Tasten gleiten ließ.

Ein Schatten von Trauer ging über ihre Züge

.So lange ich verheiratet war, tat es meist mein Mann, seit ich jetzt wieder angefangen ha­be, zu musizieren, tue ich es allein, Wie in mei­ner Mädchenzeit. -

Er hätte ihr gern angeboten, die Begleitung su übernehmen, aber er fürchtete, es mochte nach so kurzer Bekanntschaft und nach dem. Was sie eben gesagt, unzart und aufdringlich er»

Wangen. .

.Sie urteilen allzu gütig, Herr von Redern.

O nein, ick kann nicht schmeicheln, aber ^yr Gesang bestätigt mir nur, Was ich vermutet, als ick mit Jkmen gesprochen, Sie geboren zu den wenigen Menschen, deren Sprache auch schon mie Musik klingt.- Und bann fragte er, pb er b^Gern," entgegnete sie einfach und räumte ihm den Platz am Flügel ein.

»Sind Sie denn gar nicht musikalisch, liebe Frau von Redern?- .

Musikalisch, das heißt ausübend, nein, das habe^ich längst auf gegeben. M ^eiMngen haben mich auch nie befriedigt, aber ich liebe Musik und traue mir auch toobl etWag Urteil iu * lautete die Antwort, .und alles, Was mein Manu Ihnen eben gesagt, Fran Baronin, un­terschreibe ich. Wort für Wort.'

Wenn ich öfter vor so nachsichtigen Zuhö­rern singe. Werbe ich verwöhnt werden,- sagte Eugenie heiler- .Nun, was haben Sw da? fragte sie Redern über die Schulter auf die Noten blickend. .O, Tom, der Reimer, met» ^ieblingslied.' und sie fang es und legte all den Zauber hinein, der von diesem wundersußen sang unzertrennlich ist.

Am Fenster saß reglos Helene und sah aus rnsten Augen in den dämmernden Garten, blickte aus den lebenskräftigen, begeisterten Mann am Klavier, auf die schöne schlan'e Frau im rei­chen Trauerkleid. Sie betounberte bie yrau,. fte bewunderte - aber sie empfand ihre eigene stei­fe zaghafte Schüchternheit umw tiefer, je wen - m r sie die Fähiakeit hatt-, sie ab zu schütteln sie :u überwinden Sie würde auch immer hier Wie überall die »Ille Schattenpflanze fein, die

einem Festessen wurde Abstand genommen und beschlossen, dem Dortmunder.Blindenverein der in den" letzten Tagen sein Wmef Stiftung^ fest feierte, einen Ochsen nn Gewicht von buu Pfund zu stiftet,- damit em gemeinsames Essen der Blinden stattfinden könne. .

* Der Freiherr von Lüssow wieder in Moa nn «?arh ven durch die Erkrankung des Ange­klagten von Lützow bedingten Zwischeuver- handlunaen am Krankenbett in Berlin-Nikolas- fee wurden die Verhandlungen letzt wieder tut GerAssaal in Berlin-Moabit aufgenommen

wohl es seinerzeit die Haftentlassung von der Bedingung abhängig gemacht hatte daß ich dcr Ana-klaate von der Statte seiner zotriamteu L der dadurch gegebenen Möglichkeit einer Beeinflussung von Zeugen seruhaite.

Zn der Hölle von Hawai.

1 Feuerspeiende Vulkane der Südsee.

HaWai s berühmter Vulkan Mauna Loa ist wieder einmal in Tätigkeit und bat ßro$ . Schaden eingerichtet. Dieser schneebedeckte, stets . von Wolken umhüllte Riesengipsel nt das erfti, ; was der Reisende von HaWar erblickt. Ter ! Hauptkrater Mokuaweoweo schleudert letzt : glühende Lavamassen zum HlMmelunduber- - flutet bie Abhänge des Berges mit Sttomen lüifiaen Feuers, die durch bte Walder und ^pr- er des Kau-Gebietes ihren Weg nach der Küste neben. Der Mauna Loa ist von einer ganze.! Anzahl anderer sehr hoher Vulkane umgebem und der eindruckvollste aller dieser Krater ist der das Kilauca, der stets in heftiger Tätigkeit ist nnb einen grandios-grausigen -oltd tn Die .Hölle Hawai s" eröffnet.

Rund um diese Glutberge breitet sich die liebliche Insel Hawai, bte einst aus den Wel­len des blauen Ozeans durch die Buckangewa.. len des Meeresgrundes emporitteg. Mit ihren schneebedeckten Riesenbergen, den mächtigen Wasserfällen, deren feiner weißer Staub wie Brautschleier dahinweht, mit ihren gehermnis- vollen Scen und ihren merkwürdigen geformten Höhlen mit ihren mächtigen Waldern, dunklen Schluchten und verlassenen alten Tempeln ist bie Insel ein Märchenland, das mit farbiger Pracht und Heiterkeit die darunter brodelnde

Mit dorn Geruch des Schwefels in der Nase und dem Brausen des entweichenden Dampfes im Ohr, die noch heiße und eben erst gefefttgte Lava unter den Füßen, so büch man funfhun- bett Fuß tief in das Her, des Kilauea-Kraters, in das Halemaumau, .das Haus des ewigen Feuers-, wie die Eingeborenen sagen. Zwischen den senkrechten schwarzen Manern, die der neue Ausbruch mit kochenden Massen und glühenden Fenerwirbeln überdeckt, brodelt ein nie beruhig­ter See von glühendem Feuer. Gase ftetgen auf nnd zerbersten in einzelnen Puffern und Kas­kaden Darüber liegt eine ewige Säule von Dampf und Rauch. Es ist, wie Wenn man m einen ungeheuren Hochofen schaute. In den Zeiten des Ausbruchs ergießen sich Strome feu- rtacr Lava über die Hügel und durch bte ~aler, bie von früheren Feuerströmen gebahnt wur­den, erhärten sich und pressen Hügel von Erzett platt. Wie eine Woge am Strand einen Sand- bügel glättet. Baummassen und Farnkräuter zeigen auflodernd den Weg, und der ®troot schiebt sich auch unterirdisch weiter und höhlt mächtige Tunnel aus, durch die man Wandern Sann, wenn sich der Boden abgekühlt hat. Dann Werden rasch hölzerne Brücken über die ausge- rlffenen Spalten geschlagen, und kühne Besucher nähern sich dem Krater. Sie finden hier m den Spalten der Felsen Lavasträhne Wie schwarzes gesponnenes Glas. Diese vulkanischen Spinn­weben nennen bte Bewohner «Peles Haar nach der Göttin der Vulkane, bie In den Tiefen dieser