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Kasseler Abendzeitung

Dienstag, 27. April 1926

Sin Fehdehandschuh von rechts

Nummer 97. Amtliches Organ der Stadt Kaffel

Amtliche- Organ der Stadt Kaffel 16. Jahrgang

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HWk Nmste Nachlichtm

Hessische Abendzeitung _____

und Scheidemann lei die Forderung

po'M und

land von heute nicht das Rußland der Zukunft fein wird. Im Innern sei eine gesunde Kapi­talbildung notwendig. Eine Steuerpolitik, die die Substan-' angreife, sei ein Verhängnis für das ganze Vaterland. Betreffs der Fürstenab­findung müsse die Grenze zwischen dem, was Privateigentum und öffentlich-rechtliches Eigen­tum ist, klar gezogen werden. Die Ein­heit des Reiches wollen wir unter allen Um­ständen, aber dazu braucht man kein Einhcits- reich, das alle Staaten verschlingt, und in dem nur ein entscheidender Wille für alle Fragen maßgebend und entscheidend sein soll.

Alle Schuld rächt sich...

Englands Stimme zum Rußlandvertrag.

(Eigener Drahtbericht.)

London, 26. April.

Ueber den deutsch-russischen Vertrag schreibt der frühere Unterstaatsselrctär P o n s o n b h, daß dieser Vertrag dem Genfer Fiasko zu dan­ken sei. Der Vertrag fei nur zu begrüßen, denn dadurch würde der Plan der Bildung eines europäischen sohjetfcindlichen Blocks durchbro­chen. Es sei nur zu bedauern, daß England sich nicht zu einer ebenso seowjctfreundlichen Poli­tik wie Deutschland entschließen könne, die doch die beste Gewähr für den Weltfrieden bedeute.

Das Spiel mit dem Feuer.

Berlin. 26. April. (Eigener Jnsonnations-

Negieren bringt Gorgen.

Kein Eintritt der Deutschnationalen. (Privat-Telegramm.)

Berlin, 26. April.

Auf dem Parteitag führte der Parteivor­sitzende Graf Westarp (Dtl.) u a. auS: Wir wollen den uns zufiehcnden Anteil an den Regierungsgeschäften erringen Unser Ziel kann jedoch nicht durch den Eintritt in die jetzige Regierung erreicht werden. Auch eine Unterstützung der jetzigen Regierung führt nicht zum Ziel. In der Außenpolitik halten wir an der Opposition fest. Die Gründe, aus de­nen wir den Eintritt Deutschlands in den Völ­kerbund ablchnen, sind inzwischen nicht besei­tigt, sondern verschärft worden. Der deutsch­russische Neutralitätsvcrtrag ändert an unserer Locarnopolitik nichts. Betreffs deS Kompro- miffes über die Fürstenabfindung werden wir uns nicht durch die Peitsche des Volksbegeh­rens von unseren Grundsätzen abbringcn lassen.

warte wurde beschädigt. In Neapel sank ein Frachtschiff. In Genua wurde der Ozean­dampferJulius Cäsar", als er von vier Schleppern in den Hafen gebracht wurde, vom Sturm erfaßt und auf Grund getrieben «nd wurde erst gestern früh wieder flott, Der Verkehr im englischen Kanal war gestern durch einen furchtbaren Sturm enstlich gestört Die Passagierdampfer konnten nicht abfahren. Der Dienst von Ostende nach Dover fiel aus.

Amerikas Missionare verlassen Japan.

(Eigener Drahtbericht.)

London, 26. April.

Ein Ncwhorker Blatt berichtet aus Tokio, daß alle amerikanischen Missionare nach Ab­lauf ihrer Amtszeit aus Japan zurückgezogen würden, u zwar infolge einer Reihe öffent­licher Angriffe aus die Missionare, deren Anwesenheit in Japan alsbeleidigend" be­zeichnet worden fei. Die Direktion der Aus­ländsdeutschen führt die Zurückziehung jedoch

Gin Hort des Friedens

Zwischen Moskau-Berlin verankert.

auf Geldmangel zurück (!) und ist der lieber, zengung, daß die eingeborenen japanischen Christen das Misstonswerk auch ohne amerika­nische Missionare sortführen werden.

Wie China verblutet.

Erbitterte Bruderkämpfe. Das Hungergespenst.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 26. April.

Einem Pekinger Berichterstatter zufolge fin­den bei Hankau täglich Kämpfe statt. Sow,et- botschafter Karachan soll seine Abreise aus Peking vorbereiten. Bei heftigen Kämpfen brachten die Nationaltruppen den allner. ten Streitkräften schwere Verluste bei. Die alll- irten Befehlshaber treffen die strengsten Maß­nahmen, um Plünderungen in Peking zu verhindern. Zur Warnung wurden am Sonn­abend einige hundert Personen öffent­lich hin gerichtet. In Peking macht sich wegen ber 280 000 Flüchtlinge bereits eine Knappheit an Lebensrnitteln bemerkbar.

könnte. , , , . m

In Deutschland hat man sehr oft der Be­fürchtung Ausdruck gegeben, daß der Locarno­pakt im Grund genommen einen ausgesprochen aggressiven Charakter trägt. Und zwar eine Drohung gegen Rußland. Man kann vielleicht sagen, eine Drohung des englischen Imperiums gegen den langsam sich wieder aus­bauenden Wirtschastskörper der Sowjetunion. Daß in Rußland diese Bedenken geteilt wurden, das zeigt die Energie und die Bereitwilligkeit der Sowjetvertreter, das gute Einverständnis mit Deutschland zu bekräftigen und alle Mo­mente zu beseittgen, die einen dieser beiden Staaten in einen Weltkonflikt hineintreiben könnte. Wer die Locarnofreudigkeit unseres Reichsaußenministers kennt, der hat auch die Gewißheit, daß er sich niemals zu einer Aktion und zu einer Politik verstehen wird, die feinen Glauben ad absurdum führen wird. Der Ver­trag mit Rußland zeigt jedenfalls, daß wir uns nicht ganz aus Gnade und Ungnade dieser nur mit Worten ge-eiglenVersöhnungsbereitschaft ausliefern wollen.

* * *

Durch Bayerns Brille.

Locarno. Rußland, Fürsten und Reich.

Regensburg, 26. April.

einem politischen Vortag ließ Minister­präsident Held durchblicken, daß die deutsche Außenpolitik keine besonders glückliche Hand gehabt habe. Ter Sicherheitspakt ist «n letz­ten Grunde nichts anderes als rme Siche­rung der englischen Politik. Was wir bisher von Locarno erlebt haben, ist nur eine Kette von Enttäuschungen. Das gilt beson­ders für unsere Pfalz. Ter Völkerbund ist nichts anderes als ein Instrument der Sieger­staaten, um uns an die Wand zu drucken Deutschland kann sich außerhalb des Völkerbun­des viel stärker geltend machen, als es im Völ­kerbund möglich ist Ick würde es für einen Fehler halten, wenn Deutschland nur Wcstvoli- tik treiben wollte. Ich glaube, daß das Ruß-

Ein feuriger Gruß.

Englands Küste unter Feuer.

Ein Auftakt zur Skagerrakseier.

Von Vizeadmiral a. D. Boedicker-Kassel.

Am gestrigen ?5. Avril waren »ebn Sabre oer- lloffen. seitdem deuifche Schis,Sgrana en auf eng­lischem »oben einschlnaen. Englische Schists- granaten haben dies bekanntlich ans dentsche« Boden nie getan. Und bas kam so:

Nachdem Admiral Scheer das Kommando über die deutsche Flotte Anfang 1916 übernom- men hatte, war es sein Bestreben, stzstematisch durch immer weiter getragene Vorstöße gegen England die englische Flotte zu reizen, daß sie sich zur Schlacht stelle. Em letztes Mittel hierfür sollte die Beschießung englischer befestigter Küsten Plätze selbst sein. Zur Ausführung wurden fünf Panzerkreuzer be­stimmt, deren Führung mir übertragen wurde. Beigegeben zur Sicherung waren vier neue kleine Kreuzer, und zwei schnelle Torperoboots- slottillen. Das Gros: Die Limenschifssgeschwa- der mit den übrigen kleinen Kreuzern und Tor­pedobootsflottillen sollten den Panzerkreuzern bis in die Hoofden folgen und sie beim Auftreten stärkerer feindlicher Streitkräfte auf­nehmen. Am 24. April, mittags, begann der Ausmarsch aller Streitkräfte, bei Norderney vorbei aus unseren Mnensperren heraus. Die Fahrstraße war am Tage vorher von einer Sperrbreckergruppe abgefahren worden, und diese waren aus keine Minen gestoßen. Trotzdem lies das

Flaggschiff Seydlitz um 4 Uhr auf eine Mine, die beim vorderen Unterwassertorpedoraum ex­plodierte. Das Schiff erhielt an der Steuerbord- (rechte) Seite ein rund 90 Qua­dratmeter großes Loch, durch das etwa 1400 Tonnen Wasser in das Schiff drang und elf Mann ihr Leben einbüßten. Das Schiff fiel für die weitere Unternehmung aus. Es wurde durch zwei Torpedoboote und ein Luftschiff ge­sichert, zurückgeschickt und erreichte glücklich den Hafen. Der Führer mußte mit seinem ganzen Stabe aus einen anderen Panzerkreuzer um- steigen, denn die Flottenleitung hatte erfreuli­cherweise die Fortsetzung des Unterneh­mens beschlossen. Zur Unterstützung hatte das Marinekorps in Flandern an wichtigen Punkten U-Boote ausgelegt. Sie wurden richtig angetroffen und gegen fünf Uhr morgens am 25. April 1916 näherten sich die Panzerkreuzer der englischen Küste bei Lovestoft. Da meldete Rostock, die links die Seitendeckung hatte,

®runter und drüber in Stabt und Land

Paris, 26. April. (Eigener Drahtbericht.) Laut Bericht aus Tokio vertritt die japanische Regierung mit den anderen Mächten den Standpunkt, daß die Zollkonseren» m Peking unterbrochen werden müsse. Die Truppen der Mukden-Armee haben Regierungs- äniter besetzt, sie wollen jedoch Wupeifu die Rgierungsbildung überlassen. Wupeifu kann nicht n«ch Peking kommen wegen der ern­sten Unruhen, die in der- Provinz Honan aus- gebrochcn sind, und wegen der Intrigen, die in Hankau gegen ihn geschmiedet werden.

Totenglocken im Nif.

Abd ei Krim mutz die Waffen strecken.

(Eigene Drahtmeldung.)

Pari«, 26. April.

Laut Telegramm aus Udfchda ist die fran­zösische Delegation ermächtigt worden, heute in Udschda mit den Rifdelegierten die offiziel­len Friedensverhandlungen zu er­öffnen. Die militärischen Bedingungen lauten: 1. Austausch der Gefangenen mit so­fortiger Entsendung einer Roten Kreuz-Mission ins Rifgebiet; 2. endgültige Besetzung strategi­scher Punkte;

3. Entwaffnung der Stämme;

4. Bildung von gemischten Polizeikräften. Daran werde sich die Debatte über die Aner­kennung der Souveränität des Sul- tans, Entfernung Abd el Krims und Berwaltiingsorganisation be8 Rifgebietes schlie­ßen. Man hoffe, in einer Woche zu einer Ver­ständigung in den Verhandlungen zu kommen.

Frieden... oder Hungersnot.

London, 26. April. (Eigener Drahtbericht.) Ein Blatt berichtet aus Tanger, Abd el Krim und die Rifstämme wünschten Frieden, ohne den dem Rifgebiet Hungersnot drohe. Sie wünschten jedoch den Krieg mit den Spa­niern fortzusetzen. Die Lage in Udschda ist zweifellos heikel. Abd el Krim wünsche aufrichtig, zum Frieden^ zu kommen.

Sweiba gefallen!

Endlich reiner Tisch.

Frankreichs brüchige Finanzen.

(Eigener Drahtbericht.)

Paris, 26. April.

Die Kammer hat gestern das Budget für 1926 in seiner Gesamtheit mit 427 gegen 153 Stimmen angenommen. Die nächste Sitzung wird Dienstag stattfinden, da man hofft, daß der Senat bis dahin sich über die von der Kammer an feinem Bndgettext vorgenommenen Acnderungen ausgesprochen haben wird. Für die deutschen Sachlieferungen ist für 1926 ein Höchstbetraa von 49600 000 Goldmark eingesetzt worden. Ein Regierungsvertreter gab bekannt, daß für die Elfaß-Lothringer vierhun­dert Millionen Sachlieferungen und eine Mil­liarde Vorbehalten werden.

Berge kreisten und es wurde ein Mäuslein geboren. Die Ententetrommler einer ganzen Weltrasselten zur Bataille und als sich der Pul- ' verdampf verzog, da war wchts, gegen das man anstürmen konnte. Der Himmel überzog sich mit dräuenden Wolken und als Donner und Blitz sich entluden, ging ein sanfter Frühlings­regen nieder. Die Entente hat sich zwecklos auf­geregt. Das, was gestern in Berlin von Dr. Stresemann und von dem Vertreter der Sow­jetunion unterschrieben wurde, wird bte Weit nicht aus den Angeln heben. Der genaue In­halt des mit soviel Geschrei umtobten Russen- vertrags ist nicht bekannt. Soviel hat man je­doch erfahren, daß er lediglich eine gegenseitige Versicherung der Freundschaft darstellt, alles Dinge, die schon in Rapallo einer Welt unter­breitet wurden. Dazu kommt die Neutralitäts- klauscl. Auch die Formulierung dieses Para­graphen dürfte das sorgfältige Bestreben der Reichsregierung dokumentteren, Nickis zu tun, nichts zu unterschreiben, zu versprechen oder zu gestatten, was einem Locarnopakt zuwiderlaufen könnte. Deutschland und Rußland verpflichten sich, gegenseitig strengster Neutralität bei jedem Angriff, der nicht von einer der beiden Parteien provoziert wird. Deutschland versichert, daß es sich nicht an wirt- sch-.ftl',ben Zwangsmaßnahmen gegen Rußland beteiligen wird, wenn es in den Vorverhand­lungen für eine eventuelle Aktion des Völker­bundes zu dem Ergebnis kommt, daß kein Grund zur Teilnahme Deutschlands an etnet solchen Aktion vorliegt.

Man kann noch so kritisch die Abmachungen betrachten, die jetzt durch Unterschrift besiegelt wurden. In keinem Punkte widersprechen sie dem Geist der Versöhnung, dem Geist der Völ­kerverständigung, also dem Geist, der in Lo­carno von den ehemals so unversöhnlichen Geg­nern Deutschlands auf den Schild gehoben wur­de. Wenn also diese Entente wirklich gesinnt ist, in diesem Geist Wellpolitik zu treiben, so darf und kann sie nichts Gefahrdrohendes für ihre Politik in diesem neuen deutsch-russischen Ver­trag finden. Die nächsten Tage werden zeigen, welche Wirkungen der Berliner Abschluß in London und Paris, in Prag, Rom und War­schau zeitigen wird. Sie werden auch deutlicher als manches vorher erkennen lassen, ob dieser Locarnopakt in Wirklichkeit nur der Befriedung der Welt dienen sollte, oder ob unsere Gegner ihn sich als eine Garantieversicherung gedacht haben, die ihnen eine Politik brutalster Will­kür und weiterer Machtdiktatur erleichtern

dienst.) Innerhalb der demokratischen Frattion macht sich eine lebhafte Agitation für eine Reichstagsau flösunß bemerkbar, toerui das Fürstenkompromiß scheitern sollte. Auch die Sozialdemokraten Wels und Scheidemann erhoben innerhalb ihrer Partei die Forderung nach Reichstagsauflöfung. Die Sprache im heu­tigenVorwärts" weist noch auf kein Einlen­ken der Sozialdemokraten hin.

'Ytolfmnn I Witter folgten. Viele Ufer wurden abge-

ricuuivin. beat Die Kuppel der vatikanischen Stern

Beirut, 26. April. (Eigener Drccktbericht.) Die französischen Truppen haben gestern die Hauptstadt des Dschebel Drus Sweida nach sechsstündigem Kampfe genommen. Sechstau­send Drusen leisteten verzweifelten Widerstand. Sie hatten schwere Verluste und muhten zwei Geschütze im Stich lassen.

Wenn der Südwind bläst.

Abgedeckte Häuser. Gefährdete Schiffe. (Privat-Telegramm.)

Rom, 26. April.

Auch gestern dauerte das Sturmwetter an ber Westküste Italiens fort, dem abends heftige Gc

seitlich voraus feindliche Schiffe und Torpedoboote. Die englische Admiralität hatte nämlich im Laufe der Nacht aus der Be­obachtung des deutfchen Funkverkehrs von dem Anmarsch der deutschen Schiffe Kenntnis er­halten. Stärkere englische Streitkräfte waren, wie hinterher bekannt wurde, nicht mehr recht­zeitig zur Stelle zu schaffen. Der Befehlshaber der in der Nähe befindlichen drei Schiffe: Drei kleine Kreuzer und eine größere Anzahl Zer­störer. Man hatte beschlossen, von der Küste abzuziehen und so deren Beschießung abzu­schwächen oder ganz zu verhindern. In dieser Hoffnung sollte er allerdings gänzlich betrogen werden. Es war ein spannender Moment, als der Navigationsoffizier dem Führer kurze Zeit nachdem die feindlichen Schiffe in Sicht gekom­men waren, meldet, wegen Fahrwaflerverhält» nisse in den Sünden vor der Küste seien bei der hohen Fahrt der Schiffe (über zwanzig Seemei- len) noch 37 Sekunden Zett, für den Entschluß, Kurs aus die feindlichen Schiffe oder nach Lo« vestost zu nehmen. Aber der klare Befehl der sonst weit vom Schstß sitzenden Bevölkerung, die Schrecken des Krieges durch Beschießung der Küste unmittelbar vor Augen zu führen, ins­besondere aber auch einen starken Druck auf die englische Flotte auszuüben, daß sie sich zur Schlacht stelle, gab den Ausschlag. Also, was nachher kommt, wird sich finden, zu­erst ran an die englische Küste. Vorbei an einer Anzahl roter Tonnen, die offenbar einen mi­nenfreien Weg bezeichneten. Wie angenehm für uns! Bald nach 5 Uhr wird das Feuer gegen die in Lovestoft angegebenen militärischen Ziele eröffnet. Nur einige größere Gebäude heben sich im Nebel und Schiffsqualm deutlicher ab. Mit ihrer Hilfe können aber die tatsächlich zu be­schießenden Ziele, die Hafenanlagen, die Schiffe im Hafen, die Gasanstalt und der Bahnhof unter Feuer genommen werden Aber die ersten Salb-n fielen vor der Küste ins Wasser und erst als mit dreizehn Kilometer Entfernung Luftlinie (Kasfel-GUntershausen) ge- choflen wird, werden Treffer erzielt und bald zeigen auflodernde

Brände und starke Detonationen dies sichtbar an. Nach englischer Angabe sind