Meier Neueste Nachrichten
Hessische Abendzeitung
Kasseler Abendzeitung
Amtliches Organ der Stadt Kaffel
Freitag, 23. April 1926
Nummer 94. Amtliches Organ der Stadt Kaffel
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Ein verhängnisvoller Fürstenzwiespalt.
Glückwünsche des Vaterlandes für den Vater der Reichswehr.
er
heutigen Tage besonderes Bedürfnis. Möge es Ihnen beschieden sein, unsere junge Wehrmacht weiter auszubauen und zu stärken.
*
Der IreiÄsramier als (Srotu ant.
Berlin, SS. Avril. (Funkdienst.) Im Glück wunich des Reichskanzlers an Generaloberst v Seeckt heißt es: .Ihre Verdienste um du deutsche Wehrmacht und damit um die innere Festigung unseres Staalcs sind im deutschen Volke bereits zur geschichtlichen Tatsache ge- worden. Ick gebe der aufrichtigen Hoffnung Ausdruck, daß unfef Vaterland aus Ihrem Wirken noch weiteren großen Nutzen erfährl/
ist. Ein demokratisches Blatt nennt Seeckt eine der stärksten und interessantesten Persönlichkeiten unter denjenigen, die den Mut und die Entschlossenheit hatten, Deutschland aus dem Chaos zu neuer Ordnung hknstber zu retten. Ein anderes Blatt schließt: Alle seine militärischen Leistungen werden gekrönt von der Arbeit, die - im Frieden für den Wiederaufbau leistete.
Tausend Jahre zurück.
Amerikas Jugendsünden.
tDtN uns-rem amerikanischen No -tspendenten . Gebilkiswchcn einer neue» Snkwr. — ZU Millionen Gesetze. — SÄnaosoerbst und Gottes-
leusuer. — Vor schweren Kulturkämpfen.
Ncwyork, im April.
Seit etwa hundertfiinszig Jahren haben die Vereinigten Staaten eine Entwicklung durchge« macht, zu der andere Völker Jahrhunderte, manche nahezu ein Jahrtausend gebraucht haben. Seit dem Ausbau eines nationalen Staats- gcsügcs nach dem Weltkrieg geht nun die amerikanische Nation daran, eine eigene typrsch amerikanische Kultur heranzubilden. Augen- blicklich befindet sich die amerikanische Kultur- qestallung noch im Stadium des Suchens und Tastens. Infolge seiner praktischen Veranlagung will der Amerikaner aber immer schnell ein Ergebnis sehen und so Wetteifern bte Vertreter von Weltverbesserungsideen Mlletnander, ihre besonderen Anschauungen mögltchst bald gesetzlich .verankert" zu sehen. Sollte das nun schon srüher einmal geschehen fern, so beeilt man sich, durch Dchassung eines Präzedenzfalles dieses Gesetz wieder zu neuem Leben zu erwecken. Es ist nämlich eine Eigentümlichkeit in Amerika, daß hierzulande ein einmal ge- schasfenes Gesetz nie mehr aufgehoben wird. Da aber dau-rnd neue Gesetze geschaffen werden, io gibt es in den Vereinigten Staaten heute vielleicht über
fünf Millionen verschiedene Gesetz«
die im Lause der Jahrzehnte erlassen worden sindt Der Amerikaner glaubt selbst nicht so recht an die Allheilkraft seiner Anschauung und wtll sie deshalb möglichst schnell gesetzlich patentiert haben, sodaß dann vorläufig nicht mehr daran gerüttelt werden kann. Das führt natürlich schließlich zur Intoleranz in Reinkultur. Das Alkoholverbot ist ein Musterbeispiel dieses intoleranten Fanatismus. Es wurde dem amerikanischen Volk unter dem Einfluß der Krregs- psyichose einfach a u f g e z w u n g e n. statt, wie in andern kriegführenden Ländern, dte Alkoholsrage nur für die Zeit der Kriegsdauer besonders aesetzlich zu regeln, wurde in Amerika ein Zwangsgesetz auch sür die spateren Friedensjahre geschaffen und dem Lande fomtt ein Joch ouferleat, dessen -die Mehrheit längst überdrüssig ist. Der im vergangenen Jahre in Dayton durchgesührte „Affenprozeß und der Prozeß wegen .Gottesverleugnung" in Boston beleuchteten schlaglichtartig die Geburtswehen der amerikanischen Kulturbestrebungen. Sie zeigen deutlich, wohin Intoleranz schließlich führen muß, nämlich in eine Geistesepoche, dte Euro Pu im Mittelalter durchgemacht, hat. Druck erzeugt stets Gegendruck. So überrascht es nicht, daß sich unter dem Eindruck der beiden oben genannten Prozesse jetzt eine Liga zur Verbreitung des Atheismus im Osten der Union gebildet bat, die ihr Aufgabengebiet darin , sieht, den Gedanken der Gottesleugnung besonders in den intellektuellen Kreisen des Landes propagandistisch zu verbreiten. Man sieht, die Parteien marschieren schon auf zum größten Kulturkampf, der in gar nicht lan« fier Zeit die Vereinigten Staaten wie ein hitziges Fieber schütteln und zu einer Art
ReligionSkrieg treiben
wird, von dem man allerdings noch nicht sagen kann, ob er nur mit geistigen Waffen gesührt werden wird. Der Geist der Intoleranz erhellt kraß auS einer neuen Gesetzesvorlage: Jeder Einwanderer mutz fünf Jahre lang jede Veränderung in seinem Aeußeren bis zur nächsten Registrierung — sie muß in jedem Jahre wiederholt werden — sofort der Bundes- Registrierungs - Behörde anmelden, so z. B. wenn er sich den Schnurrbart abnehmen oder 1 einen wachsen läßt, wenn er irgend eine Narbe im Gesicht, die sein Aussehen verändert, erhält, wenn er sich eine andere Haarsrisur zulegl usw. Für die kleinsten Uebertretungen sind Freiheitsstrafen bis zu fü'f Jahren vorgesehen Gegen diese Bill hat sich jetzt eine Organisation zum Schutze der Fremdgebo- : reuen gebildet, die drohende Worte nach : Washington gerichtet bat. Die organisierte
Krbetterfdrfi Amerikas sieht nämlich in der „Aswell-Bill" einen Versuch, die Arbeiter- ‘ Organisationen dadurch zu sprengen, 1 daß auf Grund der Registrierung dann aus die ! einaewanderten Arbeiter ein Druck auSgeübt i werden kann, in Fällen des Streiks
Treilbcecher - Arbeiten zu verrichte»
KMz huldigt der Wehrmacht
Berlin, 22. April. (Privat - Telegramm.) Innenminister Dr. Külz hat an den Generalobersten von Seeckt in dankbarer Würdigung der hohen Verdienste im Weltkriege und geschichtlichen Tat der Wiederaufrichtung und Festigung der jungen deutschen Wehrmacht aufrichtige Glückwünsche gesandt, die schließen: „Mögen Ihre wertvollen Dienste dem Reich und der Reichswehr noch lange erhalten bleiben.
Ein moderner VdarijSrr.
Auch Chamberlain klammert sich an den Rhein. (Eigener Drahtbericht.)
London, 22. April.
Auf eine Anfrage im Unterhaus, ob die Regierung nach der Erklärung der Botschaste r k on f e r e n z, daß Deutschland seine Ent- waffnungsverpflichtungen erfüllt Hai, bereit fei, nunmehr eine Abkürzung der Be- setzunqsfristen vorzufchlagen, erwiderte Chamberlain: Die Bokschasterkonserenz hat nicht erklärt, daß Deutschland seine Berpflichtungen hinsichtlich der Ent- wassnung erfüllt hat. Ihre Feststellung üe. deutete etwas Anderes. Um irgendwelche Ein- wände gegen die Ausnahme Deutschlands in den Völkerbund zu verhindern, hat die Bot- schasterkonferenz erklärt, daß Deutschland effektive Garantien für seine Absicht zur Er- füllung feiner vertraglichen Verpflichtungen bietet. Es besteht ein beträchtlicher Unterschied zwischen dieser Feststellung und den befriedigenden Garantien für die Erfüllung der deutschen Verpflichtungen gemäß der Erklärung vom 16. Juni 1919. Außerdem kann ich mir keinen ungünstigeren Augenblick für eine so weitreichende Diskussion denken.
AwikKenOst undWeft
Freiheit am Rhein. — Freunde in Moskau. Von Staatssekretär z. D. Frh. v. Rheinbaben.
Wir müssen uns bei all dem aufgeregten außenpolitischen Geschehen um uns herum immer tote bet darüber klar werden, daß es für uns in erster Linie nun darauf ankommt, auf der von uns seit 1923 beschrittenen außenpolitischen Linie weiter vorwärts zu gehen und die durch diese Politik ausgestellten Ziele unbeirrt durch alle Quertreibereien weiter zu verfolgen. „Locarno* bedeutet als oberstes deutsches Ziel die Souveränität über deutsches Land zurück zu erhalten, d. h. den zwischen Deutschland und Frankreich geführten Machtkampf um den Rhein in feiner ersten prinzipiellen und völkerrechtlich gültigen Phase zu Deutschlands Gunsten zu entscheiden und int Verfolg dieser ersten Phase praktisch so schnell wie möglich die Befreiung des gesamten besetzten Gebietes tut Westen zu erreichen. Sollen wer jetzt etwa auf diesem Wege umkehren? Sollen wir irgend einen polittschen Streit unternehmen, der alle gebrachten Opfer, darunter nicht zuletzt die Verarmung des größten Teiles unseres Volkes, leichtfertig dähingibt, ohne einen »besseren Einfall" zu haben oder einen anderen Weg weisen zu können. Phantastisch und nicht ernst zu nehmen sind Ratschläge gewisser Wgeordneter vom »rechten Flügel", die aufgrund-sonderbarer Beurteilung der außenpolitischen Lage heute ausrufen: »Hin zum Osten, weg vom Westen;" Das bedeutet doch in Wahrheit nichts als agitatorische Mätzchen! Ihnen gegenüber und denen, dte sich etwa durch sie beeinflussen lassen, hat jede deutsche Regierung im höchsten Staatsinteresse die Verpflichtung, eine Mehrheit im Reichstage zu nehmen, wo und wie sie sie nur erhalten kann, um sich gegen einen solchen unklaren und bei der Struktur des heutigen Rußland geradezu verhängnisvollen Zickzack- knrs mit aller Kraft zu wehren.
Gewisse Tagesschwierigkeiten dürfen gleichfalls nicht zur Abkehr von der eingeschlagenen Linie, sondern erst recht zu einer Unterstützung der aus ihr betriebenen Politik führen. Denn im P r i n z i p haben wir mit dieser Politik den Kampf um den Rhein gewon- neu. In der Praxis, d. h. in dem Verlassen des deutschen Bodens durch di« 82000 Mann Franzosen,- Engländer und Belgier ist noch u n- endlich viel zu tun. Aber das was hier zu geschehen hat, kann einzig und allein nur dann zum Erfolge führen, wenn die völkerrechtlich zur Geltung zu bringenden Locarnover- träge nicht nur nicht eingehalten, sondern geradezu dazu ausgenutzt werden, um auch gestützt auf den Artikel 431 des Versailler Vertrages die Ueberflüsstgkeit und Lächerlichkeit weiterer militärischer Besetzung deutschen Bodens bei völlig entwaffnetem Deutschland und nach Erhalt weitreichender politischer Garantien für Frankreich nachzuweisen. Wir rufen nach Frankreich hinüber: Die Locarnoverttäge sind ganz sichtlich nicht zuletzt zum ungeheuren Vorteil für Frankreich; wenn dieser Vorteil sich aber auswirken soll, d. h. wenn die Verträge auch völkerrechtlich in Kraft treten sollen, bann ist es endlich mehr als an der Zeit, daß dem jetzigen Zustand eine erhebliche Reduzierung der Besatzungszahlen als Vorläufer völliger Befreiung im Westen
folgt!
Run zu „Moskau. Der schon seit über einem Jahr zwischen uns und Rußland verhan- bdte Vertrag hat das Ziel, die Richt betet- ligung Deutschlands beziehungsweise Rußlands an der agressiven Haltung dritter Mächte gegen einen der beiden Bertragskontra- henten sicherzustellen. Er ist also durchaus im gewissen und mittelbaren Sinne ein „Neutralität sv er trag" und nichts anderes als die klare Abgrenzung des Locarnopakt niederge- Xegten Durchmarschartikels. Es werden sich also die aufgeregten Gänse auf dem europäischen Kapitol sehr bald beruhigen können: Weder der Geist noch der Buchstabe des hehren Völkerbunves (in dem Deutschland doch übrigens erst »moralisch" ausgenommen worden ist) werden verletzt werden! Mögen beute die tnnern Zustände in Rußland wieder einer scharfen Krisis entgegengehev mag daS bolsch-wistische System sich wie Feuer und Wasser von dem unfrigen unterscheiden — alles das tonn die eine große realpolitifche Tatsache nicht verdunkeln, daß zwischen Deutschland und Rußland nicht nur im historischen Sinne eine Schick,alSgemeinschaft entstand, sondern daß auch eine starke höchst aktuelle poli-
Ehrentag 6er Reichswehr
Hindenburgs Glückwunsch für Geeckt.
(Privat-Telegrarmn.)
Berlin, 22. April.
Reichspräsident von Hindenburg hat an den Generalobersten von Seeckt folgenden Glückwunsch gerichtet: „In hoher Anerkennung und Dankbarkeit gedenke ich an diesem Tage der großen Dienste, die Sie in Krieg und Frieden dem Vaterlande geleistet haben. Mit zahlreichen Ruhmestaten unseres Heeres im Weltkriege ist Ihr Name unvergänglich verbunden; aber ebenso hoch wie diese, stehen die Verdienste, die Sie sich in der Nach- t r i e g S z e i t in entsagungsvoller, aber nie verzagender Arbeit durch den Wiederaufbau und die Heranbildung der neuen Reichswehr erworben haben. Hierfür Ihnen namens des Reiches von Herzen zu danken, ist mir am
Noch drei Gewissensfragen.
Hindenburg, MoAau und Abessinien.
(Eigene Drahtmeldung.)
London, 22. Avril.
Auf eine Anfrage, ob Chamberlain bekannt fei, daß anläßlich des Reichspräsidentenbesuche? in Köln brittschen Pressevertretern die übliche» Erleichterungen für ihre Arbeiten vorenthatten wurden, antwortete Chamberlain, er beabfichtrge nicht, irgendeine Aktion zu unternehmen. Auf eine Anfrage, ob Chamberlain Vorstellungen über antibritifche Propaganda von Sowjet agenten in auswärtigen Ländern erhalten habe erwiderte Chamberlain, er habe mehr als einmal dem früheren Sowjetvertreter in England darüber Vorhaltungen gemacht. Auf eine Abesi sinien-Anfrage erwiderte er, die britische und die italienische Regierung hätten bezüglich ihrer Interessen in Abessinien auf Grund des Drei- länderabkommens von 1906 Roten ausgetauscht
Sie wollen ihn nicht haben.
Polens Linke gegen Skrztznskis Wiederkehr.
(Eigener Drahtbericht.)
Warschau, 22. April.
Der Beschluß deS Präsidenten der Republik, daß die Rumpsregierung Skrzynskl sich bemühen soll, die zusammengeschmolzene Koalition zu erweitern, hat die Linke stark erregt. Bombski (radikal) hat an die anderen Parteien die Aufforderung gerichtet, daß die gesamte polnische Linke beim Staatspräsidenten intervenieren soll. Vizemar- schall des Landtages Daczynski (Soz.) wiederum erklärte, daß jeder zivilisierte Stnatöch f nach dem Bruch der Koalition die Demission der Regierung angenommen hätte. Von einem Neueintritt der Sozialdemokraten in die Negierung könne keine Rede fein. Auch Sejmvizemarschall Ponjatowski (radikal) meinte, daß i ein Eintritt in irgend eine Koalition ein Ting Brr Unmöglichkeit sei. (S. a. Depeschen 2. 2 )
tische und wirtschaftliche Gemeinsamkeit der Interessen vorhanden ist.
Zur tlaren außenpolitischen Linie gehört auch jener »deutsch-polnische Ausgleich", von dem ich wiederholt an dieser Stelle sprach. Die jetzige Lage zwischen Deutschland und Polen ist eine aus die Dauer unerträgliche. Was an und mit den Grenzen, mit dem Deutschtum, an Beugung des Rechtes hier geschah, ist ein Pfahl im deutschen Zetsche, eine offene Wunde am Körper Europas. Nicht nur im deutschen Interesse, sondern auch cm richtig verstandenen polnischen Interesse muß und wird eine Revision des jetzigen Zustandes eintreten! D,e Außenpolitik ist Im Gru.lde so klar in ihren Zielen, daß schon viel böser Wille und viel Unkenntnis oder Lorheit dazu gehört, um sie mißziwerstehen. Was an ' ach kicher Kritik übrig bleibt, ist letzten Endes eigentlich nur die Kritik am Tempo und an der Taktik. Hierüber aber mußte es bei allen vaterländisch Empfindenden eigentlich eine Verständigung zu erzielen sein geben!
Sn der Sackgasse.
Wie wird Luther die Fürstenkrisc lösen? (Privat-Telegramm.)
Berlin, 22. April.
Durch Obstruktion der Sozialdemokraten sind die Verhandlungen im Rechtsausschutz über daS Kompromiß betreffend Fürstenabfindung zunächst gescheitert. Damit ist für die Reichsregierung selbst eine kritische Situation geschaffen, und der Kanzler wird die ganze Kunst seiner Diplomatie aufbieten müssen, um diese Par- teikrise nicht zu einer verhängnisvollen Regierungskrise auswachscn zu lassen.
Slresemann in Düsseldorf.
Düsseldorf, 22. April. (Privattelegramm.) Außenminister Dr. Stresemann ist heute stüh in Düsseldorf kurz nach 8 Uhr eingetroffen.
ttnvkrgängücher Lorbeer.
Seeckt als Schöpfer der neuen Reichswehr. (Privat-Telegramm.)
Berlin, 22. April.
Anläßlich des heutigen sechziWen Geburtstages des Generaloberst von Seeckt schreibt ein Rechtsblatt, der Jubilar kann auf das überparteiliche Machtmittel blicken, das er der Staatsgewalt im Reichsheer zur Verfügung gestellt hat. Ein zweftes hebt seine strenge Ruhe u,ld Zurückhaltung gegenüber umstürzlerischen Bestrebungen hervor. Was von Seeckt tn den verflossenen sechs Jahren für den Ausbau, Aufbau und die moralische Kräftigung unseres kleinen Heeres geleistet Hai, wird tnnner unvergessen bleiben. Ein anderes Blatt sagt, die Entente suchte beharrlich, Seeckt zu.beseitigen, die Kommunisten und die Parteien der Linken wollten ihn stürzen und auf der Rechten war man auch nicht mit ihm zufrieden. Tas alles zusammen läßt den Schluß zu, daß er der rechte Mann auf seinem Posten