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Meter Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

Donnerstag, 22. April 1926

Frankreich von unseren Waren überflutet

diglich eine Frage des gleich- aller Beoölkr

Ke ne Mehrhei! für das Kompromiß?

Berlin, 21. April. (Privattelegramm.) Von der ablehnenden Haltung der Sozialdemokraten qegennLber dem Fürstenkomprvmitz hat Welk heute früh bereits den Demokraten Mitteileunp gemacht. Die diesbezügliche Erklärung wird erst tm Plenum des Reichstages erfolgen.

Stresemann, wäre heute unter deutschnationaler Beteiligung unmöglich. Der wichtigste Faktor in oer gegenwärtigen Koalition, daS Zentrum, hätte zu solchen Kombinationen auch kaum sein Einverstänonis gegeben. Neuwahlen aber, die infolge der energischen Opposition der Linksparteien unbedingt erforderlich würden, find heute keiner Partei, nicht einmal den

Prag, 21. April.

«uS dem Gesetzentwurf über Errichtung und Erhaltung von Rationalschulen und über den Schulbesuch ist zu erwähnen: Handelt eS sich um

Ein diplomatischer Korrespondent meldet, dec Fragebogen des tschechischen Autzenmini- sterS Dr B e n e s ch über den deutsch-russischen Vertrag befindet sich jetzt in den Händen Chamberlains. Der Fragebogen zielt darauf ab, durch die vorherige Regelung aller etwa zweifelhaften Punkte zwischen den Lorar- nomächten alle Schwierigkeiten, die während der Septembertagung deS Völkerbundes auf« tauchen könnten, unmöglich zu mache«.

Gin Korb für Moskau.

Die Bergarbeiter lehnen jede Hilfe ab. ($ur<6 FuikipruSU

Brianbs Abkühlung für Dolen.

Paris, 21. April. (Privattelegramm.) Mi­nisterpräsident Briand hat dem polnischen Bot- sckafter im Anschluß an die Stellungnahme der öffentlichen Meinung Polens zu den deutsch- russischen Vertrag-Verhandlungen erklärt, dir französische Regierung beabsichtige die Fortführung der Politik von Locarno.

Nur kein deutsch.

Wie die Tschechen deutsche Schulen befehden.

Drahtmeldung)

Amtliches Organ der Stadt Kassel 16. Jahrgang

Nummer 93. Amtliches Organ der Stadt Kassel

Hans Dampf in Oer Volitik

Benesch als Völkerbundreisender.

(Eigener Drahtbericht.)

London, 21. April.

Amsterdam, 21. April.

Auf den Vorschlag der Moskauer roten GewerkschaftS Internationale, für eine gemeinsame Aktion zum Schutze der Rechte und Interessen der e n g l i s ch e n B e r g- arbeiter, hat der Internationale Grwrrk- chaftsbund geantwortet, et arbeite bereits mit dem englischen Gewerkschaftsbund zusammen, welch letzterer eine der ihm angeschloflenen zen­trale« Organisationen darstrllt. Generalsekrrtür B r o w «-England ist vom Internationalen Ge- werkschaftsbund, der für die weitestmögliche U n- terstützung der englischen Bergarbeiter ist, mit der Vertretung bei der englischen Berg­arbeiterkrise betraut worden.

Sie erMcken in Separationen

Drei Milliarden allein an Frankreich.

(Eigener Dratztbertckn.»

Paris, 21. April.

Senator Philip untersuchte tm Senat beim Einnahmebudget die Frage, ob Deutschland eine TaweS-Berpslichtungen erfüllt habe. Er teilte fest, daß Deutschland dadurch, daß es Frankreich im Laufe des Jahres 192425 den Gegenwert von drei Milliarden Francs S51 Millionen Goldmark) gezahlt habe, seinen erpflichtnngen nachgekommen sei. doch seien einige Industriellen besorgt wegen der Konkurrenz, durch die deutsche« Sachliefe­rungen. Diese müsse man kaufmännisch und technisch organisieren, ohne daß das Wiederauf- qebiet und die französische Industrie ernstlichen Schaden erlitte. Deutschland könne künstlichen Dünger liefern. Auch könnten Arbeit»« in de« französischen Häfen und in den großen Wasser- werken vorgenommen werden. Schließlich kön­nen auch Telephonleitungen verbessert, und auch in den französischen Kolonien könnten Arbeiten miSgcsührt werden. UnlerstaatssekrttLr Falliere - erklärte sodann: Die Snchliefe- rungen sollten zunächst die Besatz nngs- koft en decken und erst nachher zur Abtragung der Schulden bei den Alliierten dienen. Ge- neral Hirschauer erklärte auf Anfrage, der Effektivbestand des Heeres belaufe sich auf sechshundertfünftausend Mann.

zu Fall.

Man mag zu der Frage der Fürstenabfindung oder der Fürstenenteignung stehen, wie man wolle, eines ist flat, daß diese Angelegenheit sich auf den Boden der Tatsache stellen und nicht zu eir»r persönlichen oder parteipolitischen Aus­einandersetzung werden muß. Fast hatte eS den Anschein, als wollten gewisse Kreise in der deut­schen Politik auS diesen Dingen, die das deut­sche Volk lange genug in Aufregung gehalten haben, Kapital schlagen. Ebensowenig wie eine völlige Enteignung dem gesunden Rechtsempfin­den breiter VolkSkreise entspricht, wäre eS mit dem Rechtsgedanken vereinbar, wenn die Für- sten aus der allgemeinen Notlage des Vaterlan­des günstiger herauSgekommen wären, als alle anderen Volksschichten. Man sollte doch end­lich damit aushören, die Frage des Fürstenkom­promisses zu einer Frage nationaler oder mo­narchistischer Gesinnung zu machen. Sie ist le­diglich eine Frage des gerechten Aus­gleich- aller Beoölkerungsteile in Deutsch­land, zu denen aubch die Fürsten gehören. Von einsichtiger deutschnationaler Seite ist be­stimmt ntdrt daran gedacht worden, die Frage der Fürstenabfindung zu einer Kardinalsrage zu machen. Die Haltung der Deutschen VolkS- partei ist durch ihre Außenpolitik festgelegt. Ein Kabinett Luther, mit dem Außenminister

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Zwischen den Klippen

Das Fürstenkomprvmitz als Regierungskrise?

Die Reichsregierung hat nun endgültig ihren Standpunkt dahin festgelegt, daß für das Kom­promiß eine qualifizierte R e i ch S t a g S m e h r- heit erforderlich ist. Mit dieser Erklärung 'st den verschirdenartigsten Gerüchten, die von einer Regierungskrise wissen wollten, ein Damm ge­setzt worden. Man muß sich allerdings darüber klar sein, daß diese Erklärung deS Kabinetts nicht auf den einmütigen Beschluß aller Mini­ster zurückzuführen ift Innenminister Dr. Külz har noch während der letzten Tage auS seiner Ansicht keinen Hehl gemacht, daß er daS Absindungskompromiß nicht für verfassungs­ändernd halte. Jbm entgegen stand die Auftas- tun« deS Reichsjustizministers und dessen Bera­ters, des Staatssekretärs Joel, denen sich schließlich die Mehrbeit der Kabinettsmitglieder anschloß. Der am 27. April wieder zusammen- tretende Reichstag wird sich freilich seinerseits erst mit der Angelegenheit beschäftigen und die Vorlage der Reichsregierung annehmen oder ablehnen müssen. Eine Mehrheit deS Reichstage- für den verfassungsändern- den Charakter deS FürstenabfindungSkomPro- misseS bringt Volksbegehren und Volksentscheid

4 s,^Reklamen die Zeile 75 4. Clfertgebübr 20 J ibei 3 ufenöu ntfber $5ff«rten 80 jl. Rechnungsbetrag« finit innerhalb 5 lagen «u beja&Ien.

kett aller durch Serttf»re<6er ausgegebenen Zungen, iowte für Äusrmbnredaten und Plätze kann nicht garantiert roerben* eigen mit befonderf (®wte.

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eine private Konzesstonsschule, dann darf der Gauschulrat die Vertagung der Errichtung einer öffentlichen Schule nicht bewilligen, sobald die Eltern von mindestens dreißig schul- pflichtigen Kindern deS Schulbezirks, der der neuen Schule zugeteilt werden soll, den Be- such der K o n z e s s l o n s s ch «l e n l ch t w ü n- schen. Der Unterrichtsminister kann dort eine öffentliche Volksschule errichten, wo er es geboten findet, selbst wenn die Zahl von vierzig Kindern nicht gegeben ist. Außer der tschechoslowakischen wird al6 Unterrichtssprache auch die deutsche Sprache zugelassen.

Die Lett ift reif.

Amerika als Abrüstung-Pionier.

(Durch Fum'sptuch.)

Rewyork, 21. April.

Sttmtssekretär Kellogg gab bei einem Bankett daS Versprechen, daß die Delegierten der S3eteinigten «Staate« auf der Abrüstungs­vorkonferenz 1« Gens ihren Einfluß zu Gunsten von Plänen auSüben würde«, die greifbare Gestalt gewinne« und verwirklicht werden könnte«. Sie würden mit äußerster Geschicklich­keit den Weg für Vereinbarungen zu einer bal­digen weheren Beschränkung der Rüstungen zur See vorbereiten. Amerika habe schon von sich auS auf ein Mindestmaß abgerüstet. Kellogg fügte hinzu: Wir haben allen Grund, uns zu reuen, dnß unsere Lage die- gestattet hat. aber wir haben nicht baS Recht, die verschiedenen Probleme in anderen Staaten zu übersehen.

volksparteiler, Zentrumslcute und Demokraten im wesentlichen einig geworden. Sollte nicht diese- Einverständnis der bürgerlichen Parteien ein guter Anstatt zu nutzbringinder Arbeit in der Zukunst sein? Es gibt heute wirklich keine Partei, die mit einer Regierungskrise etwas an­zusangen wüßte, wohl aber wartet das ganze Volk darauf, daß die posttivr Arbeit nicht unter- brochen, sonder« fttgeleistti wird.

Aber in der Folgezeit wurde er nicht der Führer für China, der er hätte sein können. Denn unbeschadet seiner oft radikalen Ideen hält er mit merkwürdiger Zähigkeit an dem Ge­danken fest, daß China einen Kaiser be­halten müsse. Seine monarckibische Einstel­lung erfuhr ich selbst sehr stark. Denn «he ich all das Vorbringen konnte, was ich mir selbst von ihm gern wollte erzählen lassen, äberschüt- tete er mich mit Fragen über die politischen Verhältnisse in Deutschland. Wie dort vaS Zah- ienverhältnis zwischen Monarchisten, Repnbli- anent und Kommunisten sei? wie in Preußen, wie in Bayern, wie in Sachsen? ob Hinden­burg im Herzen Monarchist oder Republika­ner sei usw. Eine sehr aufrechte Gesinnung hat K'ang Yu-we bewiesen, als China von den Alliierten gedrängt wurde, den Krieg gegen Deutschland zu erklären.Dreißigtausend Dol­lar hat man mir ins Haus geschickt, daß ich den Mund halten solle. Aber ich will doch nicht Geld, ich will das Vaterland." Und so hat er den Mund kräftig aufgetan, bezw. sei­nen bewunderten Pinsel in Bewegung gesetzt um gegen die geplante Unvernunft zu protestie­ren. Man nennt den Alten, der in seinem weiß-werdenden Haar, vereint- mit dem leb­haften Auge und der Frische des ganzen We­sens eine selten schöne ManneSerscheinung ist, wohl denneuen Heiligen" d. h. neuen Kon­fuzius und er steht damit über den Parteien.

Am andern Morgen saß ich Hu Shib ge­genüber. Sein Name ist am stärksten rknüpst mit der sogenannten .Lfterarikchen Revolution" d. h. der nicht nur für die Geistesgeschichte Chinas bedeutsamen Bewegung, durch Weiche die Umgangssprache zur Literatursprache erho­ben worden ist. Es war eine kühne Tat und ein gewaltiger Fortschritt, als vor wenigen Fahre« einige Männer der Pekinger Universi­tät in der Umgangssprache zu schreiben began­nen. DieReue Jugend" hieß bezeichnender Weise die erste Zeitschrift, die in dieser Sprache erschien, die in der Anpassung an westliche Ideen im Politischen und im Kulturellen China vorwärts zu stihren suicht. Hu Shih steht heute in der vordersten Reihe der Förderer dieser Be­wegung. Seine Arbeit und warmeS Interesse ist den Problemen einer nicht mehr 'xklusiven chinesischen Wissenschaft und der neuen Kultur zugewendet, die für China kommen muß. nach­dem die alten Formen sich als zu starre Ge­säße, den PulSschlag beS neuen gebens hin­dernde Bindungen erwiesen haben.

Hu Shih sprach davon, wie stark doch bet Riß sei, der zwischen der üblichen idealisierten Darstellung jenes patriarchalischen Fami­lienlebens und der Wirklichkeit klaffe. .Ich stamme aus einem ländlichen Distrikt und ich wüßte aus meiner Heimat auch nicht eine Familie zu nennen, in bet vor allem das Ber- Verhältnis zwischen Mutter und Scbwie- gertochter ein gutes gewesen wäre. Zwi­schen Gltent und Imbern immer biefelbe Ge­schichte! Entweber bie Kinder haben eine ge­fügige Natur, dann müssen sie sich oft eine

Stark im Geist.

Neues Leben auf Chinas Ruinen.

Von

Professor Wilh. Schüler.

«In Meister der Weisheit. Ei« ««verbellet- licher K-iserschwärmer. Ei« glühender D-iill I-de«bekea«er. Chinas neuer Heiliger. - Nom ei« Geiftessürft und Reformator. Ei» Anwalt der Jugend. Europa im Vormarsch.

Peking, im März.

Zwei der Hauptvertreter der geistigen Be­wegung, die heute in China so stark neben aller Unruhe soldatischer Unternehmungen euiher- geht, lernte ich in den zwei berühmten Re,sr- mein kennen, K'ang Pu-wc und Hu Sh ihr der eine schon im 70. Lebensjahre stehend, der andere um die Hälfte jünger. K'ang Hu-we war eS, der von Schmerz über den Niedergang Chinas erfüllt, mit der feurigen Leidenschaft des Kantonesen, schon vor dreißig Jahren Re- ormen forderte und der den jungen Kaiser Kuanghsü so mit sich riß, daß dieser lene erste Refornrperiode elnleitete, die bereits nach hun­dert Tagen von der Kaiserinwitwe im Bunde mit Manschükai niedergeschlagen wurde. Mit knapper Not entging er damals der Rache, die verschiedene seiner Freunde und Schuler traf. Sein Name wurde aus den Steintaseln im KonfuziuStempel ausgemeißelt, auf denen der Ruhm derer verewigt ist, welche die leweilig Besten unter den Wenigen waren, welche die höchste literarische Prüfung, baS Palastexamen, bestanden hatten. Er war bereits mit junge« Jahren ein Meister chinesischer Weisheit. Aber au®, da war er ein kühner Neuerer, indem er mit dem Werkzeug der Wijftnichast Fenster anjii» und frische Luft in die stickigsten Raume kon­fuzianischer Dogmatik einströmen ließ. So lange die Mandschudynastie bestand mußte K'ang Fu-we feinem Heimaiboden selbstver­ständlich fernblerben.

Ro« "n we«er Weg.

Der preußische Landtag wird biS zum 30. April nach Erledigung des WohssahrtShaushaltS u. a. den Landwirtschaftshaushalt, ferner "en HauShaft des Landtags, des GtaatSratS und der Staatsbank zur weiteren Beratung stellen. Bvm 1. bis 5. Mai soll eine Pause eintreten. Wei­tere Pausen sind vorgesehen vom 21. biS 31. Mai, ferner vom 13. bis 21. Juni. Im Mai wird zunächst der KultuShaushalt er- ledigt werden. Am Schluß stehl der Finanz- etat Am 1L Juli will daS Hau« bis zum 13. September in dte Sommerferien gehen.

Wirb 2lbd el Krim verjagt

DaS Rif gegen einen ehrlosen Frieden.

(Eigener Drahtbericht.»

Paris, 21. April.

Laut HavaS wollen die Rifdelegierten in Udfchda in voller Oeffentlichkeit verhandeln. 'Tie Rifdelegation legt Wert darauf, die Ab­änderungen zu präzisieren, bie man an ben Grundbedingungen vornehmen müßte, wenn die anderen Regierungen über einen Frieden ver­handeln wollen, der mit der Wahrung der In­teressen der Rifstamme, mit ihrer Ehre und mit der Ehre des Emirs vereinbar ist. Die Regie­rungen müßten sich die Frage vorlegen, ob eine sofortige Entfernung Abdel KrimS aus dem Rifgebiet wünschenswert oder möglich wäre. Bon einer Entfernung außerhalb des mohamedanischen Gebiets könne keine Rede sein.

Linksparteien, erwünscht.

So darf man all« diese Gerüchte und Er­wägungen auf die Erregung zurückführen, die der Wiederbeginn parlamentarischer Arbeit noch stets mit sich gebracht hat. Wahrscheinlich trägt auch die sogenannte »saure Gurkenzeit" ihr Teil Schuld daran, daß Alarmgerüchte in die Welt gesetzt wurden Darin hat ReichSinnenminister Dr Külz unbedingt recht gehabt, wenn er gestern in Zittau erklärte, er fühle sich nicht als Minister einer schwachen, sondern einer starken Regierung. Es gibt politische Situationen, die selbst ein Kabinett, hinter dem eine parlamen­tarische Minderheit steht, lebensfähig gestalten Das Kabinett Luther scheint In eine solche Situation hereingeralen zu sein. Die Außen. Politik fordert gebieterisch zunächst noch ein ? festhalten am alten Kur-. Und da st® chließlich bie innenpolitische Entwicklung nur in der Außenpolitik spiegeln kann, ist auch die Frage der Fürstenabfindung und deS Fürsten- komvromisses von untergeordneterer Bedeutung als eS die Propagandabeiden vovn ganz Links unv von Recküs wahrhaben wollen.

Eine Sache, ganz gleichtzütttg, welche Be- deutung man ihr betmißt, dient man am besten indem man sich gemeinsam über sie verstän­digt. Beurteilungen von parteipolitischen Ge sichtspunkten auS haben den wenigsten Wert Die Enteignung von Privateigentum dars nicht dir Grundlage allaemetnen deutschen Unrechts und das Signal für weitere Enteignungsforde- rungen und RechtSbrüche werden Man denke in diesem Zusammenhang nur an bi* Aufwer- lunaSfrage Hier übertriebene Hoffnungen wecken, hieße über bie Lage her deutschen Wirt­schaft leichtsinnig hinwegtäuschen Und so ist das Fürstenkomvromiß vielleicht doch eine Grundlage zn we'terer Verständigung und weiterer Arbeit. Sind sich doch hier nach langer Arbeit Deutsch-

Richter gegen Richter.

Die Republik alS Zankapfel.

' (Prival-Telegramm.)

Berlin, 21. April.

Der Preußische Richterverein hat an feint Mitglieder, bie gleichzeitig Mitglieder deS Re- vublikanischen Richterbundes sind, die Anfrage gerichtet, ob sie zur Aufrechttrhaltung ihrer Mitgliedschaft im Preußischen Richtcrve: ein aus dem Republikanischen Rich terbundeauSscheiden wollen. Dr. Groß­mann hat darauf u. a. öffentlich erwidert: Ihre Aufforderung bedeutet ben Sieg jener Richtung Im Richterverein, die jede Betätigung republi- lanischer Gesinnung verwirft und aerjolqt Der Anfforbentng, meine Mitgliedschaft im Preußi sche« Richterverein niederznlegen, werbe ich nicht Folge leisten und warte ab ob Sie den Mut aufbringen, ein langjähriges Mitglied Ihres Vereins wegen feiner Betätigung im Sinne der Weimarer Verfassung anSzuschlietzen.