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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Dienstag, 20. April 1926

Nummer 91. Amtsblatt der Stadt Kaffel

Amtsblatt der Stadt Kaffel 16. Jahrgang

Loolidge gegen öenAbrüstungSschwinöel.

Dcittschland soll seine S

TichangtsoNn gegenMoskau

Karnchan soll aus Peking verschwinden.

(Eigener Drahtbericht.)

Paris, 19. April.

Nach einer Meldung aus Peking fordern Tfchangtsolin und seine Generäle dir sofortige Abberufung des Sowsetbotschasters Karachan. Andernfalls drohten sie, ihn wegen seiner Um­triebe zu Gunsten des Kommunismus zu ver­haften. Der Eisenbahnverkehr Zwischen Tientsin und Peking wurde wieder ausgenommen. Die Stadt Tinsn wurde «abständig geplündert.

zahlen, und Deutschland wird das auch tun. Nach der Sitzung erklärte Gainer, die von ihm erwähnte Gesellschaft, in der Mills Aktionär und Vorsitzender ist, sei die M e r g e n t h a l e r Lino­type Company. Als Ergebnis der bisherigen Entwicklung in der Frage der Mills Bill wird gemeldet, daß der Gesettentwurs keine Aus­sicht hat, vom Rcpräsentantenhause ange­nommen zu werden. Eine Reche von Abge­ordneten ist nicht damit einverstanden, daß die Begleichung der von den Amerikanern gegen Deutschland geltend gemachten Ansprüche den amerikanischen Steuerzahlern aus­gebürdet werden soll. Sie sind auch nicht da­mit einverstanden, daß Obligationen ausgegeben werden, durch die für die Zahlung dieser Be­träge Vorsorge getroffen Wird.

Fliegende Friedensboten.

Nach dem ersten Stelldichein im Rif.

(Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 19. April.

Wie Havas aus Udschda berichtet, sind die französischen und spanischen Delegierten aus dem FeldlagerB e r t e a u x, wo gestern die er­sten Besprechungen mit den Risdelegierten statt- gesunden haben, nach Udschda zurückgekehrt. Die Risdelegierten hätten sich im Flugzeug ins Ri begeben und würden alsbald zurückerwartet.

Sin großmütiger JSrfifiöenL

Paris. 19. April. lEigener Drahtbericht.) Wie aus Athen gemeldet wird, Hal General Pan galos anläßlich der Uebernahme der Präsident­schaft den verbannten Ministern die Rückkehr nach Athen gestattet. Außerdem sollen sämt­liche Aufrührer amnestiert und eine große Anzahl anderer Verurteilter begnadigt werden.

wäre, die preußische Regierung in eine Regie­rung der großen Koalition umzubilden. So läßt denn alles den Schluß zu, daß in Preußen die Dinge unverändert bleiben und daß der Landtag gegenüber Problemen, die vom Reichs­tag zu lösen sind, wiedex in den Hintergrund tritt.

Angora auf Kriegsfuß.

Was führen Italien-Griechenland im Schild?

(Durch Funkspruchs

London, 19. April.

Nach einer Meldung aus Konstantinopel sind alle Referveklaffen von 1920 bis 1925 und alle Klaffen von 1926 einberufen worden. In po­litischen Kreisen herrsche Besorgnis über den neuen Patt zwischen Italien und Griechenland, der vom italienischen Botschafter dementiert wurde. Tie türkischen Blätter erklärten, Angora werde die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen ergreifen, so, wie es die Lage erfordere.

Chinesen schießen auf Xforiugiefen.

Paris, 19. April. (Privattelegramm.) Ha­vas meldet aus Maeao: An der Grenze zwischen Maeao und Kanton verwundeten Streikende mehrere portugiesische Soldaten. Ms die Por­tugiesen das Feuer erwiderten, zogen sich die Stteikenden zuruck. Die Regierung von Macao hat in Kanton Protest erhoben.

nasausschuffes, erklärte

-chulden selbst be

Die SolbmiMarde verloren?

Schlechtere Aussichten für das Freigabcgcsrtz.

(Durch Fuin'spruch)

Rewyork, 19. April.

Abg. Garner (Dem.) erklärte im Reprä- senlantenhause bezüglich des Freigabegesetzes. Mellon sei nicht nur Attionär von fünf ver­schiedenen Firmen, die von der gemischten Kom­mission Beträge zu fordern haben, sondern zu­gleich der Ausarbeiter dieses Gesetzentwurfs. Ter republikanische Abg. Ai a d d e n, der Vor-

lienische Kriegsschiffe sind vor Mogadischu ein- getroffen und haben Truppen ausgeschifft. Im Kricgshafen von Brindisi herrscht fie­berhafte Tätigkeit. Pariser Blätter schreiben, Abessinien werde zwischen Italien und England wirtschaftlich aufgeteilt und der militärischen Kommission würden die Jngenienrkaommissio- nen folgen. Frankreich könne nicht schweigen.

(Sooliöge läßt nicht locker.

Ein neues Komplott gegen die Abrüstung.

(Eigener Drahtberichl.)

London, 19. April.

Ein diplomatischer Korrespondent schreibt: Einige Regierungen, die wegen der Absage Ruß­lands für Aufschub der AbrüftungS- innfercns sind, hatte einen Ausweg erdacht, wonach die Kommission am 18. M a i zusammen­treten, aber nach einem Meinungsaustausch be­schließen sollte, die Ausarbeitung eines detail­lierten Programms an einen beratenden

Schlupfwinkel für Schnopsschmuggler.

London, 19. April. (Eigener Drahtbericht.) England erklärt sich damit einverstanden, daß amerikanische Zollkutter von Florida die am nächsten liegenden Bahama-Inseln nach Alko­holschmugglern durchsuchen. Sie dürfen aber in kiesen Gewässern kein britisches Schiss mit Beschlag belegen. Durch die Regierung der Bahama-Inseln wird eine schärfere Kontrolle über die auslaufenden Schisse ausgeübt werden

Locarno und... Moskau.

Stresemann kennzeichnet den kommenden Vertrag Stuttgart, 19. April.

dürsnis habe, bayerischen Künstlern und Gelehr­ten einmal die Hand zu schütteln.

Wenn der Kanzler von dieser Reise nach Berlin zurückkehrt, so wird für seine Regierung zunächst die Frage der Fürstenabfindung in den Vordergrund treten. Das jüngst verein­barte Kompromiß wird ja keinesfalls das letzte Wort in dieser Angelegenheit darstellen. Die Regierungsparteien sind vielmehr genöttgt, sich Unterstützung zu sichern und diese Unter­stützung ist umso erforderlicher, als das Abfin­dungsgesetz als verfassungsändernd be­zeichnet werden dürste, sodaß zu einer Verab­schiedung eine Zweidrittelmehrheit im Reichstag erforderlich ist. Nun verfügen aber die Regierungsparteien auch mit der Unterstüt­zung der Sozialdemokraten nicht über die erfor- derliche Zweidrittelmehrheit, wenigstens nicht bei vollbesetztem Hause, da sie nur auf 323 Stimmen kommen, während die Zweidrittel­mehrheit 329 beträgt. Also selbst im Falle der Zustimmung der Sozialdemokraten zu dem Kompromiß wäre man immer noch auf eine mindestens wohlwollende Haltung der Deutschnationalen angewiesen, die in er­forderlicher Zahl der Abstimmung fernbleiben müßten. Dabei erscheint im Augenblick noch nicht einmal die Unterstützung der Sozialdemo­kraten gesichert. Der Vorwärts vertritt bereits die Ansicht, daß das jetzt vorliegende Kompro­miß nicht dem beim Volksbegehren zutage ge­tretenen Volkswillen entspreche. Man wird daher mit sozialdemokratischen Abänderungsan- trägen zu rechnen haben und es bleibt zunächst die Frage offen, inwieweit durch solche Anträge der jetzige Entwurf umgestaltet wird. Die Ent­scheidung hierüber soll bekanntlich biS zu dem Zusammentreten des Reichstages, d. h. bis zum 27. dS. Mts. erfolgen, sodaß im Laufe dieser Woche bereits Klarheit darüber geschossen wer­den dürfte, ob man eine Formulierung findet, die eine Verabschiedung des Gesetzes mit der er­forderlichen Mehrheit ermöglicht.

In Preußen hat bekanntlich die Regie­rung Braun unmittelbar vor den Osterferien insosern einen Unfall erlitten, als sie bei der Abstimmung über die HauszinSsteuer in der , Minderheit blieb. Es ist damals bereits erklärt worden, daß die Regierung Braun sich nicht ver- 1 anlaßt fühlt, aus dem Abstimmungsergebnis i irgend welche Konsequenzen zu ziehen und es, ist auch mit Sicherheit damit zu rechnen, daß wenigstens in der nächsten Zeit in Preußen alles beim alten bleibt. In Regierungs-

Rüstungsausschuß zu verweisen, zu dem anteri kanische und deutsche Vertreter eingeladen wer­den sollten. Das Weiße Haus sieht aber darin einen neuen Versuch, die Stellung Amerikas zum Völkerbund zugefährden durch Hineinziehen amerikanischer Vertreter in ständige Organe des Bundes. Coolidge unp Kellogg erblickten hierin einen neuen Plan zur Umgehung des Abrüstungsproblems. Infolgedessen wurden die Regierungen, vermutlich auch Genf, davon ver­ständigt, daß diese Anregung Ueberraschnng und Mißvergnügen in Washington erregte.

kreisen verweist man daraus, daß die Regierung im Landtag über eine, wenn auch nicht sehr große Mehrheit verfüge, sodaß ein Anlaß, sich nach einer Erweiterung der Regierungsgrund­lage umzusehen, nicht gegeben fei. Zudem dürft ten im preußischen Landtag in der nächsten Zeit auch Fragen, die zu ernsten Konflikten führen könnten, kaum behandelt werden. Andererseits

läßt die Haltung der V o l k s p a r t e t auch nicht gerade daraus schließen, daß diese Partei geneigt

Los von Berlin.

München, 19. April. (Privattelegramm.) Wie die Blätter anläßlich des Kanzlerbesuches beto­nen, hält Bayern an seinen alten hfltorischen Sonderrechten gegenüber den vom Reiche seit 1919 mit allen Mitteln fest. Es sind, wie ein Blatt schreibt, ganz besondere Forderungen, die Bayern hinsichtlich der endlichen Anpassung der Reichsversaffung an den Vertrag von 1870 stellt und Bayern hat bereits vor Jahresfrist beding­te wohlwollende Zusicherungen des Kanzlers er­halten. Es wünscht jetzt die endliche Inangriff­nahme der Erfüllung seiner Forderungen. Ti außerordentliche Bedeutung des Münchener Be­suchs der Reichsminister wird dadurch dokumen­tiert, daß der Parteivorstand der bayrischen Bolkspartei in München versammelt ist.

Auf dem Deutschen Volksparteitag sprach Außenminister Dr. Stresemann im Anschluß an das Referat des Abg. Freiherrn von Rhein« baben u. a. auch über die deutsch-russischen Verbandlungen wie folgt:

Wir hielten es für richtig, diejenigen, mit denen wir über alle außenpolitischen Grundfra­gen uns geeinigt hatten, auch über diese noch schwebenden Verhandlungen aus dem Laufen­den zu halten, ein System, dessen Gegenseitigkeit sich durckwus empfehlen würde. Wer die Ber- tragsverhandlungen mit Rußland als eine A b - kehr von der Locarnopolitik ansieht, verkennt den Grundgedanken dieser Politik. Wenn die russische Psychologie darauf eingestellt war, in den Verträgen von Locarno einen Kreuzzug gegen Rußland zu sehen, so ist wese Auffassung bei den Aussprachen in Locarno von allen Beteiligten zurückoewiesen worden. Wenn Deutschland mit Rußland Handelsver­tragsverhandlungen führt, die für beide Mächte darauf hinausgehen, sich einer aggressiven Handlung gegen eine der beiden Staaten nicht anzuschließen und im übrigen in beiderseits vorteilhaften Verhältnissen zu bleiben, so ist das ein Grundgedanke, den auch andere Staaten ihrem Verhältnis zu Rußland zu Grunde ge- iegt haben. Unsere ganze Politik muß darauf eingestellt fein, unter Anerkennung deutscher

Gleichberechtigung eine wirkliche Befriedung Europas herbeizuführen und auf der Grundlage des Friedens Deutschlands Fortentwicklung zu

Kopf und Herz.

Keine Trennung zwischen Nord und Süd. Der Kanzler knüpft in München die Fäden fester. Mehr Kultnr im Süden, der schärfere Wille nnd Verstand im Norden. Alles für sie Zukunft.

München, 19. April.

Nach der Besichtigung des Deutschen Mu­seums und einer Aussprache mit den Ministern sand anläßlich des Kanzlerbesuches Sonnabend abend großer Empfang beim Ministerpräsident ten Held statt bei dem dieser u. a. betonte: Wir legen das größte Gewicht darauf, so sehr wir als Deutsche fühlen und im Deutschen Reiche gemeinsam zusammenarbciten wollen, doch als Bayern im Deutschen Reiche auch anerkannt zu werden und uns auf einer Reihe von Gebie­ten des Staatskebens insbesondere aber des Kulturlebens unsere Eigenart auch im großen deutschen Vaterlande zu wahren.

Reichskanzler Dr. Luther dankte darauf für die freundliche Begrüßung und führte dann u. a. ans: Ich möchte mit einem Worte beginnen aus einer politischen Ur« künde, deren Urheberin die bayerische Regie­rung ist, daß nämlich das Herz Deutschlands im Süden und der K o p f Deutschlands im Ror- den sei. Ich glaube, daß in der Bemerkung etwas Wahres enthalten ist. So sehr aus un­serem Gedankenschatz, ja aas unserem Sprach­schatz das WottM a i n l i n i e" v e r s ch w i n- den mutz, so wenig können wir und wollen wir an der Tatsache vorübergehen, datz sich ganz bestimmte Eigentümlichkeiten des Volkslebens im Süden und int Norden entwickelt haben. Es ist sicher, datz, wenn man im Norden im Rhyth­mus des Lebens vielleicht das Wirricya,tttu,e, das Organisatorische stärker fühlt als im Süden, ohne daß es etwa im Süden am Wirtschaftlichen oder Organisatorischen fehlt, hier doch all tn® ftärter empfunden wird, was als Kulturstrom dem Menschen entgegentritt. Der Reichskansfler würdigte die Kuttur Süddeutschlands und warnte davor, sich allzusehr im kulturellen Le­ben zu versenken. Das Wollen und Handeln müsse zielsicher darüber stehen. Nur die

vollste Ausnutzung der inneren Kräfte kann uns wieder ,zue außenpolitischen Geltung verhelfen. Mr wissen, daß insbesondere das Land Bayern einen sehr großen Teil mit bei­trägt zur Entfaltung der deutschen Gefamt- kultur. Wir wissen, daß wir auf diefer Bahn weiterschretten müssen. Ich stehe nicht an, als deutscher Reichskanzler auszusprechen» datz das Schwergewicht der kulturellen Entwicklung da, wo es bisher war, bleiben mutz und bleiben soll, bei den Ländern, datz aber alles kulturelle Streben dem einen Ziel dienstbar gemacht wer­den mnß, datz wir alle Kräfte zufammenfassen» um ein

starkes, in sich geschlossenes deutsches Volk und demsches Reich darzustellen, das sich behaup­ten kann in der Welt und das die Bahn findet, um aus dem jetzigen Zustande wieder empor­zuwachsen zu jener Freiheit und Macht auf die wir ein natürliches Anrecht haben.

Die Ausführungen des Reichskanzlers ernte­ten andauernden lebhaften Beifall.

Italien packt zu.

Friedliche" Ansdehnung in Abessinien.

(Eigener Drahtberichl.)

Berlin, 19. April.

Die Blatter melden aus Rom: Unmittelbar nach Mussolinis Ankunft in Rom weilte der rauzö fische Botschafter bei Mussolini, Inzwischen nehmen aber die italienischen Trnv- pensendungen nach Mogadischu (Abessinien) immer größeren Umfang an. Weitere fünf ita-

Zunge Saat.

Zwischen Berlin und München. Fürstenrätsel.

Wohl kaum je Ist die Reise Irgend eines Staatsmannes so mit geheimnisvollem Dunkel umgeben worden, wie der jetzt ersolgte Besuch des Reichskanzlers in her bayerischen Haupt­stadt. Die zuständigen Stellen des Reiches hiel- ten bis zuletzt an der Lesart fest, daß der Be­such des Kanzlers einen kulturellen Anlaß habe. Ein Blatt will dagegen wissen, daß den Münchner Besprechungen eine neue bayerische Verfassungs- denkschrift zu Grunde liegen soll, die allerdings keine wesentlich neuen Gesichtspunkte gegenüber der bekannten bayerischen Denkschrift enthalte, sondern mehr eine Art neuzeitlichen Kommen­tars darstelle. Sicher ist, daß bei dem Münche­ner Besuch politische Fragen von weittragender Bedeutung erörtert werden, worauf ja schon die Teilnahme des Innen- und Finanzministers hindeuten. Vor allem ist es die Reform des Finanzausgleiches, die Verteilung der Reichskredite und nicht zuletzt auch der Antrag Bayerns auf Schaffung eines Präsidi­ums des Reichsrates, die zur Erörterung stehen. Ein Münchener Blatt betont, daß es darum gehe, daß das Reich die Länder nicht zu Reichsprovinzen macht. Schon aus die­sen Kommentaren der bayerischen Presse ersteht man, daß von bayerischer Seite außerordentlich wichtige Themen angeschnitten werden, wobei abzuwarten bleibt, inwieweit eine Klärung der Lage durch die Besprechungen herbeigeführt werden kann. Dabei ist nicht anzunehmen, daß die Oeffentllchkeit eingehend unterrichtet werden wird, nachdem man sich so lange bemüht hat, - den Eindruck zu erwecken, als ob polittsche Fra­gen in München überhaupt nicht erörtert wür­den und als ob der Reichskanzler nur das Be-

sitze: ,e IMS PcwiLigm

Ein Fragebogen für Berlin.

Mißtrauen gegen den deutsch-russischen Vertrag.

(Eigener Drahtbericht.)

London, 19. April.

Laut Pressenotiz hat Chamberlain in Berlin wissen lassen, daß die Ansicht des Foreign Office über den geplanten deutfch-rusfifchen Vertrag nicht ungünstig sei. Den anderen Locarnomäch­ten fei mitgeteilt worden, daß der Vertrag sich dem in Locarno gefchaftenen Rahmen ein = füge und Deutschlands Eintritt in den Völkerbund nicht verhindern werde. Dr. B e n e s ch und Polen haben eine Erörterung der Wirkung des neuen Vertrags auf die Frage des Eintritts DeutfchlandS in den Völkerbund als notwendig bezeichnet. Er habe eine Liste von Fragen aufgestellt, die von der deutfchen Re­gierung befriedigend beantwortet werden könne, bevor der Eintritt in den Völkerbund möglich werde. B r i a n d wolle den vollen Wortlaut des neuen Vertrags abwarten, bevor er sich bindet.