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2. Beilage

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Sonnabend, 17. April 1926.

Nr. 89.

Sechzehnter Jahrgang.

Mbschird non der hrimst: Dgg MaUustschlffMarge" aerlstzl Msla

körperlichen und auch seelischen Leistungen, denen der Wille nicht nur wirkungslos, son

i, bei

sondern

lens entzogen worden. Unser Unbewußtes regelt

Mancher von den Lesern hat vielleicht sol-

neuen Nordpolerpedition Linie geographische sein.

Nicht minder dringend als die Sicherung der Verkehrswege ist auch die Frage ihrer Be- ickaffenbeit. Vor allem stnd die alten, mit Waster gebundenen Chaussierungen gefährdet, und dem ständig steigenden Verkehr nicht mehr gewachsen. Da tauckt nun von selbst die Frage au?, ob man angesichts des immer mthr zu« nehmenden Kraftwagenverkehrs bei dieser alten, kostspieligen Bauart der Landstraßen bleiben oder neue Wege einschlagen soll. Der Freistem Sachsen hat z. B. für das Rechnungsjahr 1925 rund 16 Millionen Mark ausgeworfen für die Unterhaltung des Staatsstraßennetzes oonSfiOOkm Länge. Jeder Ki'ometer der sächsischen Land­straßen erfordert also iährlich rund 4500 Mk. ein Quadratmeter Straße somit fast IMk Unterhaltungskosten. Diese Kosten dürften sich vermutlich verringern und die Beschaffenheit der Landstraße bedeutend verbessern lasten, wenn man auch bei uns zu den in Amerika üblichen Walzasvhaltstraßen übergehen würde. Eine deutsche Studienkommission, die drüben diese Frage eingehend prüfte, ist jedenfalls der Meinung, daß man int Walzafvhalt eine Chaus­sierung , gesunden hat, die sich wenig abnutit, leicht rein'gen läßt und staubfrei ist. Die Walz- asvbaltdecke wird in zwei Lagen, einer unteren Bindelage von 6 cm und einer Decklage von 4 cm Stärke aufgelegt. Inzwischen sind auch bei uns Berfuchemil dieser Chaussierung gemacht worden. Broei Straßenzüge am Flughafen auf dem Tempelhofer Felde erhielten eine Decke aus Walzasphalt, die sich bisher sehr gut bewährt hat. Zum Herstellen des Walzasvhalts bedient man sich einer aus England bezogenen Ma- ichine, in der Sand. Steine und Bitumen ge­mischt und erhitzt werden. Das auf tue Straße ausgetragene Material wird alsdann durch die übliche Chauffeewalze festgewalzt und geglä ttei

für mich, als Erster von Spitzbergen nach Alaska zu fliegen. Sport sagen da einige und rümp­fen die Nase! Wir muffen den Kampf aufneh­men, um eine neue und kräftige Raffe zustande zu bringen und just in dieser Beziehung hat die Erpedition die allergrößte Bedeutung. Wenn wir nun einen neuen Vorstoß machen, will ich mit tiefer Dankbarkeit an Ellsworth und die anderen erinnern, die uns im Frühjahr hal­fen und die auch in diefem Jahre mit sein werden. Mein eigenes Land hat mir auch Im­mer treu beigestanden/

Ohnmacht des Willens.

Richt immer ist das Wollen nützlich.

Viele Leser werden den Kopf schütteln, wenn sie die Ueberschrift lesen. Sie werden erstaunt sein, wenn man von der Ohnmacht des Willens spricht. Man hört doch immer nur von der All­gewalt des Willens: nur diejenigen Menschen bringen es im Leben zu etwas, bei denen der Wille stark entwickelt ist. Nur diese Willensmen- schrn, diese Genies der Tat, vermögen das Rad der Geschichte um ein deutlich erkennbares Stück weiter zu drehen. Auch im Einzelleben erkennen wir, daß wir eine Arbeit, die wir uns vorge- nommeu haben, nur dann durchführen, wenn unsere Willenskraft genügend entwickelt ist. Ich bestreite keineswegs die starke Macht des Wil­lens. Aber warum soll man nicht einmal die Kehrseite beleuchten?

Sicherlich, der Wille ist allmählich, er vermag viel zu leisten, und doch gibt es eine Reihe von

bei Fahrten auf falschem Gleis daSldiese Aufgabe zu lösen. Der Chemiker Vrofestor Signal sicher arbeitet. Charles Henry versuchte es mit Wechselstrom

werden in erster Die Hauptsache ist

Trotzdem im deutschen Verkehrswesen de Kraftwagen noch längst nicht die umfaffend Verwendung gesunden bat wie in änderet Landern, befinbet sich die Kurve der täglichei Otrabenttnsalle tu stetiger Steigung. Hat bod Berlin sckon fetzt rm Durchschnitt täglich zehi «traßenunsalle zu verzeichnen, bereit Uriach öueinem beträchtlichen Test auf Kraftwagei zuruckzufuhren ist, womit freilich nicht gesag Inn 'oll, daß bett Kraftwagenführer imme ote Scknld trifft. Kann man bod) leiber jebet Tag beobachten, baß sich noch immer viel Fußgänger mit einer Sorglosigkeit auf ben Fabrbamm bewegen, als ob sie bttbeint ii ihren vier Pfählen wären. Mit ber Zunahm des Verkehrs wirb natürlich bie Gefahr de Straße immer größer, unb bie VerkehrSver waltungen ber Großstädte stehen deshalb vo der schwierigen Aufgabe, für die Brennpunkti des Verkehrs die geeignetste Regelung ausfindii zu machen.

Da die Weine mit ^nehmendem Alter immer besser werden, so läßt man sie in den Kellern der Weinkeltereien bis zum Verkauf lagern. 9hm sind dazu freilich ausgedehnte Keller und zahlreiche Gesäße erforderlich, die ein großes Anlagekapital bedingen, das verzinst sein will. Vor allem aber stellt der lagernde Wein selbst ein bedeutendes totes Kapital dar. Da alte Weine wegen "ihres befferen Wohlgeichmacks zu einem höheren Preis verkauft werden können, so mag der Zinsverlust für die Zeit des Lagerns wohl ausgeglichen werden, doch erschien

Technische Steilheiten

* ÄSSTÄ des Wernes.

Von Ernst Trebesius.

sogar störend ist. Im Folgenden will ich eine Reihe von Beispielen aufzählen, die uns die Ohnmacht des Willens erkennen lassen. Man steige eine Treppe hinunter. Bkan versuche ein­mal, jeden Schritt bewußt zu tun, mit dem festen Willen, vielleicht besonders korrekt zu gehen, man wird sicherlich stolpern: Der Wille hat nur störend, nur hemmend gewirkt. Nebenbei be­merkt, liegt das daran, daß das Treppensteigen im Lause der Jahre infolge der Gewöhnung eine automatische Handlung geworden ist. Ein Kind, das vielleicht zum ersten Male eine Treppe hinab steigt, ist sich jeden Schrittes bewußt, für dieses Kind ist das Treppensteigen eine Willenshand­luna. Infolge der Gewöhnung ist aber das Treppensteigen dem Einflüsse des bemühten Wil-

von etwa 100000 Volt Spannung, den er auf den im Faß eingeschlossenen Wein einwirken ließ. Die Elektroden werden in zwei Zapfhähnen befestigt, die in die beiden Böden des Faßes ein geschlagen werden. Durch den Strom werden die in dem Wein schwebenden mikroskovisch kleinen Teilchen abgeschieden und den Elektroden zugeführt. Gleichzeitig geben die chemischen Umwandlungen des Weines vor sich, die den Geruch und Geschmack herbeiführen. Während die natürliche Alterung oft erst nach Jahren die von Kennern geschätzte .Blume" und das .Bouquet" herbeisührt, vollzieht sich dieser Vor­gang der künstlichen Alterung des Wembs in wenigen Stunden. Ob der so gewonnene .alte" Wein auch billiger in den Handel kommen wird?

Buntes Allerlei.

Die veittgen Haie Oer Güdsee.

Die Haifische genießen unter den Eingebore« en von Neuguinea eine ungewöhnliche Vereh- rng. Jede Gruppe der Eingeborenen hat ihren genen Haifisch, der eine Art Sckutzpatroa der -ruppe ist. Dieser Hai lebt in der Nähe des wrsufers und wirdGuter Geist" genannt, 'ach der Auffassung der Eingeborenen begräbt ieser heilige Hai, wenn der Leichnam eines ingeborenen ins Meer geworfen wird, sofort uen Körper; er gestattet zwar den Menschen nicht, dabei zuzusehen, aber er bettet ihn unter einen Haufen von Sand, den er mit seinem mächtigen Schwanz aufwnhlt. Die Mitglieder der Gruppe werden von ihrem eigenen Hai-Hei­ligen nicht angegriffen; wenn sie ihm zu nahe kommen und er sie frißt, so tut er das höchstens zum Spaß". Der Schutzpatron bat ein beson­deres Stück Land am Ufer für sich reserviert, das kein anderer ohne Todesgefahr betreten darf außer den Angehörigen der Gruppe. Die­serSchutzengel" bringt die Seelen der gestorbe­nen Mitglieder seiner Gruppe zu einer Höhle,die zwischen den Korallenfelsen verborgen ist. Be­tritt irgend ein nicht zu der Gruppe gehörender Eingeborener dieseSeelenhöhle", dann wird er lang lang" oder verrückt; er kann aber geheilt werden, wenn ein Schutzbefohlener des betref­fenden Hais ihm einige Zauberblätter auslegt und den Geist des Hais bittet, den Fluch von dem Erkrankten zu nehmen. Die Haisisclte sind untereinander eifersüchtig auf ihre Schützlinge und greifen die Pflegebefohlenen anderer Haie mit Vorliebe an; sie kennen nach dem Glauben der Wilden die Kanns, die nicht ihren Vereh­rern gehören, und verfolgen sie.

Die Legende vom Blitzzug.

Eine sonderbare Meldung kommt aus Ame­rika, dort soll eine neu konstruierte Oel-elcktrisch betriebeneBlitzmaschine" die Strecke Montreal Vancouver in 67 Stunden ohne Aufenthalt zu­rückgelegt und dabei 38 Stunden weniger ge­braucht haben als der gewöhnliche Expreßzug mit Aufenthalten. Ich kann darin nichts Beson­deres erblicken. Rechnen wir nach; Die Strecke MontrealVancouver ist die bekannte kanadi­sche Linie und hat eine Länge von 4699 Kilo­metern. Der Erpreßzug, der fünfmal (in Hüll), Port Artur, Winnipeg, Calgary und Lytton) halten muß, benötigt dafür etwas mehr als vier volle Tage, genau 105 Stunden, hat also eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 45 Kilometern. Was nicht eben großartig ist. selbst wenn man die Riesenstrecke in Betracht zieht. In Tcutsch- lano kann man von Königsberg nach Saarbrük- ken (1347 Kilometer in 25 Stunden fahren, be­wältigt also mit sehr viel mehr Aufenthalten pro Stunde 54 Kilometer. Die kanadische Oel- clektrifche Maschine gebraucht nun 67 Stunden für 4699 Kildmeter, hält aber nicht einmal unter­wegs! Und kommt aus 70 Kilometer in der Stunde. Ter v-Zug BerlinHamburg, der keinmal hält, schasst spielend 110 Kilometer. Er­staunlich ist die Leistung der fanabifdjen Maschi­ne. daß sie 67 Stunden pausenlos fahren kann, ihr aber deshalb die BezeichnungBlitzzug" zu geben, dazu liegt wohl kein Anlaß. vor.

*

»er verpönte Hanvkutz.

In der vornehmen amerikanischen Gesellschaft ist der Handkuß nichts weniger als beliebt. Kommt es vor, haß ur Europäer, ctugcladen in eine vornehme Gesellschaft, die Sitten des Landes nicht kennend, der Dame des Hauses die Hand küßt, so ist diese gewöhnlich entsetzt. In den vornehmen amerikanischen Kreisen hält-man vielfach den Handkuß für unauständig. Im üb­rigen findet der Handkuß auch in Europa immer mehr Ablehnung In Deutschland ist er nur noch in den ersten Kreisen üblich, hier aber zumeist nicht mehr so geübt wie es früher der Fall war. Heute wird auch in den vornehmsten Kreisen Deutschlands der Händedruck einem Handkuß vorgezogen. In England und Frankreich kann man die gleiche Beobachtung machen, daß der Handkuß,, wie er früher auch allgemein war, heu­te nicht mehr zur gesellschaftlichen Sitte gehört und die Erzichung nicht mehr großen Wert auf den Handkuß legt.

Lys dr Malti in Mmrrika.

Während wir hier Lha de Putti in ihrem letzten deutschen FilmJunges Blut" sehen, in dem an ihrer Leichtfertigkeit ein Jünglingsherz saft zugrunde geht, hat sie schon Amerikas Boden betreten, und man sendet uns von dort eine Reihe Bilder von ihr. Unsere Abbildung zeigt sie in einem geschmackvollen Kleide. Sie besitzt den sicheren, kapriziösen Geschmack der mon­dänen Frau, mit dem sie, gleichzeitig mit ihrem pikanten und graziösen soviel, immer einen Kreis von Bewunderern um sich scharen wird

minder groß als die Gefahr bei Großstabtstraße ist auch bie bet Eisenbahnüber gange, wie. bie Unfallstatistik bet letzten Jabt mtt etschteckenbet Deutlichkeit lehrt. Auch hier ge« nügen bie bisher gebräuchlichen Schrankenla- lernen bet Nacht nicht mehr, ba sie vielfach mtt gewöhnlichen Straßenlaternen verwechsel werben. Inzwischen hat bie einschlägige Industrie neue Signallalernm hergestellt, deren scharf ab» gerissenes und grelles Blinklicht mit andern Lichtern nickt mehr verwechselt werden kann. r?ur unbewachte Eisenbahnübergänge wurde em selbsttätiges Licktstgnal erfunden, das vom herannahenden Zug selbst ausgelöst wird und ohne Bedienung sich monatelang selbst über« lassen werden kann. Die Signallaterne leuchtet nach ^beiden Seiten mit Scheinwerferlinsen.

Schienenkontakte betätigen die Laterne in der Werse, daß der Zug 5oo bis tausend Meter vor dem Uebergang die Laterne einschaltet, sie berm.Uebergang selbsttätig wieder anssckaltet, und m gleicher Entfernung hinter dem Ueber» gang den ursprünglichen Zustand wieder her« stellt. Wo es angebracht erscheint, kann das Signal auch mit einem elektrischen Läutewerk verbunden werden. Die Akkumulatorenbatterie für die Schienenkontakte sowie das dazugehörige elektromagnetische Schallventil sind in einem Signalfchrank untergebracht. Bei zweigleisigen Strecken müssen,zwei Schaltavparate eingebaut und sechs Gleiskontakte vorgesehen werden.

es schon immer als ein lohnendes Ziel, das Altern des Weines durch irgend ein Mittel zu beschleunigen, um auf diese Weise höhere Preise ohne, die sonst üblichen Zinsverluste erzielen;,Mtl zu können. Ihrer ganzen 9iatur nach war dies diese automatische Tätigkeit nne Aufgabe für _ bie Nahrungsmittelchemie. ..... .... ....

Emem Cbennker M cs denn auck gelungen,'gende Erfahrung gemacht: Er gebt über die

traße. Er fühlt sich beobachtet. Das vcran- ßt ihn, einmal besonders elegant zu gehen, r möchte einenguten Eindruck machen". In mselbcn Maße, in dem die Willensenergie zn- :mmt, wird, nebenbei gesagt, sein Gehen un- herer. Diese eben angebeutete Erscheinung nnte man früher auf jedem Exerzierplatz be­lachten. Der Rekrut, welcher zum Militär kam, irte einen sicheren Schritt. Jetzt aber sollte sein ehen bewußt, unter Anspannung des Willens folgen. Der Unteroffizier stand vor ihm, kon- ollierte und korrigierte das Marschieren. Merk- ürdig war es immer zu beobachten, wie der ekrnt unsicher auf den Beinen war, wenn er ; besonders gut machen wollte. Jeder Klavier- sieler wird beobachten, daß er, wenn er vor- ielt, schlechter spielt, wenn er besonders Gutes isten will. Dr. Rose.

Roald Amundsen, der mit feinem Pol-Luft- schiffNorge" am Donnerstag Oslo verlassen hat, um sich nach Spitzbergen, dem Startplatz für den Polflug zu begdeu, verabschiedete sich von Norwegen durch einen Rundfunk-Vorft.rg. Amundsen richtete einen Gruß an den genia­len Forscher Frithjof Nansen, der von 35 bis 40 Jahren die Polarforschung in neue Bah­nen gelenkt häbe. Weiter führte er aus: Wenn ich die 23 Jahre zurückdenke, während deren ich mit Polarforschung/ien mich beschäftige, so gehen meine Gedanken immer und immer wie­der zu Nausen zurück, dem ich meinen tiefge­fühltesten Dan! sende. Die Ergebnisse meiner