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Dienstag, 13. April 1926

Nummer 85. Amtsblatt der Stadt Kaffe!

Amtsblatt der Stadt Kaffe! 16. Jahrgang

Mussolinis Kaiserträume reifen...

Schafft uns Luft!

Ohne Kolonien kein Tatoesplan.

Von

Staatsbankpräsident Dr. Schockst.

Vom Ausland ist längst die erfolg­reiche deutsche Kolonialpolitik anerkannt wor­den. In zwanzig- bis sünsundzwanzigjähriger Kolonialtätigkcit vor dem Kriege hat Deutsch­land fast das Gleiche und vielleicht an einzelnen Stellen noch mehr g e l e i st c t als die großen Mächte England und Frankreich in jahrhunder­telanger Arbeit. Bei Betrachtung des kolonia­len Problems muß besonders darauf geachtet werden, daß die Kolonialwirtsckast notwendig ist, einmal, um den Bev ölkerun gsübc r- schuß der europäischen Länder in Länder mit neuen Entwicklungsmöglichkeiten abzulenken, dann aber auch, um dadurch die Nahrungs­mittel- und Rohstoffbasis der einzel­nen europäischen Großmächte zu verbreitern. Das europäische Bevölkerungsproblem, ein Hauptgrund für den Ausbruch des Weltkrieges, ist durch das Versailler Diktat in keiner Weise gelöst worden. Im Gegenteil, die natio­nalistischen Leidenschaften der kleinen Völker sind aufgepeitscht worden. Die Jndustrie- olisierung der neuen kleinen Staaten führt zu Hochschutzzöllen und allen damit verbundenen Hemmungen der Weltwirtschaft. Schon ist der Gedanke einer Rationierung der Roh­stoffe in der Welt in Aussicht genommen. Die großen Weltreiche, vor ollem die Vereinigten Staaten und England, streiten um Petroleum und Robgummi: England und Rußland erstre­ben Unabhängigkeit von Amerika in der Frage der Baumwollgewinnung. Alle diese Kämpfe wirken sich auch politisch aus. Nun ist es zwar möglich, die Produktions- und Wohlstands- steigerung durch Verbesserung technischer Me­thoden und.wissenschaftliche Tätigkeit zu erzie­len. Aber die Produkttonsbasis und die Absatz­möglichkeiten muffen durch koloniale Betätigung erweitert werden. Das mit dem Dawesplan notwendig gewordene Transferproblem weist ebenfalls auf die Notwendigkeit kolo­nialer Tätigkeit hin. Denn die von Deutschland als Reparationen verlangten Sach­lieferungen können von den empfangsberechtig­ten Staaten gar nicht voll aufgenommen wer­den. In vielen Fällen macht man den Versuch, die Transferierung durch Weiterlieferung der deutschen Waren an Dritte zu erleichtern. Aber auch dies ist nur in gewissen Fällen ein Aus­weg; denn in allen anderen Ländern ist Deutsch­land auch ihr starker direkter Konkurrent.

Um die anerkannt vortrefflichen deutfchen Leistungen besser ausnutzen zu können, muß es möglich fein, die Arbeitskräfte auf die Gewin­nung von Nahrungsmitteln und Rohstoffen hinzulenken. Dazu ist aber eine Kolonialtätig, feit notwendig. Es wird nun von Zweiflern vielfach die Frage aufgeworfen, ob es hierzu unbedingt notwendig fei, daß Deutschland einen Kolonialbesitz haben müsse. Diese Frage ist vor allem aus währungspolitischen Gründen zu bejahen. Das Versailler Diktat hat das deutsche Wirtschafts- und Währungsgebiet sehr eingeengt, so daß es notwendig wurde, selbst aus den ehemals deutschen Kolonien Wa­ren mit sremoen Geldmitteln »einzuführen. Wenn ber deutsche Fabrikant aber, ohne fremde Valutaanschaffungen machen zu müssen, seine Fabrikate in eigene Kolonien schicken kann, um sich mit dort gewonnenen Produkten bezahlen zu lassen, so liegen hier unermeßliche Produk- tionsmSglichkeiten, die im weiteren auch eine Erleichterung in den uns auferlegten Zah­lungsverpflichtungen gegenüber den Repara- tionsmächlen ermöglicht. Ein weiterer Puickt, ist die Uebervölkerung Europas. Ist es nicht ein bedauerliches Zeichen, daß z. B. Oester­reich allen denjenigen, die in die Fremde gehen wollen, finanzielle Unterstützung gewäh­ren muß? Besonders betrübend ist es, daß auch die größte Zahl der deutschen Nach­kriegsauswanderer aus reiner Not bandeln und so erklärt es sich, daß das schlimmste Jnflationsjahr 1923 auch das Jahr der stärksten Auswanderung geworden ist. Diese Auswanderer sind gottseidank meist die wirtschaftlich und körperlich weniger starken Elemente, die sich heute in der Heimat nicht mehr halten können und darum in der Fremde ihr Heil versuchen.

Zu all' diesen Schwierigkeiten ist in der Nachkriegszeit noch etwas besonders Wichtiges hinzugekommen. Der gesteigerte N a t i o n a. l i s ni u s bereitet den deutschen Auswanderern große Schwierigkeiten. Je nach Lage der Ver- hältnisse halten es die einzelnen Länder für richtig, die deutschen Einwanderer entweder nberbaupt zurückzuweisen oder ihnen die größ­ten Schwierigkeiten zu machen. Das imperia­listische Vorgehen der europäischen Westmächte

einerseits und das bolschewistische Rußland an» dcrerseits haben die politischen Schwierigkeiten nicht aus der Welt geschasst. Will Deutschland sich wieder auf kolonialem Boden betätigen, so kann dies nur geschehen, wenn es sich hierbei von jeder imperialistischen Tendenz freimacht. Der Grundstein aller neuen kolonialen Betäti­gung wird am ehesten durch priviligierte, prt- bäte, koloniale- Unternehmergesellschaften, die sogenannte Chariered Companies gelegt. Wird auf diese Weise den Unternehmern ein nutz­bringender Gewinn gesichert, so finden sie sich zur Investierung von Kapital bereit, jamit würde auch die Lage Deutschlands auf dem in» ternationalen Geld- und Kapitalmarkt gebessert werden. Den in den neuen Kolonien anzusie­delnden Deutschen müßte wirtschaftliche Selbst­ständigkeit und weitgehende Unabhängigkeit von Regierungsmaßnahmen gegeben werden. Politische Momente dürften nicht hinderlich fein. Vor allem dürfen aber die Kolonien keine Militärkolonien werden, wie es die englischen und französischen geworden sind. Daß dies von Deutschland auch tn früheren Zeiten nie beabsichtigt war, zeigt schon der zu Anfang des Weltkrieges von Deutschland gemachte Vor­schlag, die Kolonien von den kriegoerischen Er­eignissen völlig freizuhalten.

Das Schicksal rollt.

Mussolinis Cäsarcngrutz an Tripolis.

(eigene Drahtmeldung.)

Tripolis, 12. April.

Rach^ der Truppenschau hielt Mussolini zu Pferde ckn die arabische Bevölkerung eine Rede, die njtt der Menge mit Hochrufen aufden König und Mussolini beantwortet wurde. Es heißt darin u. a.: Die Regierung wünscht, daß dieses Land, in dem die unsterblichen Spu­ren Roms so zahlreich sind, in Zukunft reich, blühend und glücklich sei. Rach einem großen Empfang der Landesbehörden hielt Mus­solini vom Balkon des Regierungsgebäudes ei­ne Rede an die Faschisten von Tripolis; er sagte u. a.: Ich fasse meine Reise als eine Bestäti­gung der Kraft des italienischen Volkes auf, eine Bekundung der Macht des Vol­kes, das seine Herkunft von Rom ableitet. Es ist das Schicksal, das uns in diese Lande treibt. Niemand kann das Schicksal aufhalten, und besonders kann niemand unseren unerschüt­terlichen Willen brechen. (S. a. Tep. 2. Seite.)

*

Tlllk Läfars Spuren.

Berlin, 12. April. (Eigener Drahtbericht.) Die Blätter melden aus Tripolis: Mussolini tagte auf feinem Bankett im engeren Kreise: Julius Cäsar brachte das Kaiserreich, als er aus Afrika nach Rom zurückkehrte. Die Weltgeschichte wiederholt sich. Auch da­mals war das Mittelmeer ein römisches Meer. Ich bin nach Tripolilanien gekommen, um un« ere unverjährbaren Ansprüche auf Nord- Afrika und das italienische Mittelmeer im Namen des Königs zu bekunden. Unser Schick- al liegt, wie es ewig auf der Welt war, auf ber Schärfe des Schwertes.

*

Frankreich zuckt zusammen.

Genf, 12. April. Ein Blatt schreibt zur Tri- polisrede: Frankreich sieht zu seinem Schrecken, daß sich in Südeuropa der Militarismus öttsetzt, den man durch die Beseitigung Deutschlands für erledigt gehalten habe. Die Rede Mussolinis bedeute darum für Frank­reich sicherlich eine große Enttäufchung. Ein anderes Blatt schreibt: Spanien, Italien und Griechenland versehen Europa in Unruhe u. nun bringt Italien diese Unruhe nach Afrika.

Gin verjagter Präsident.

Staatsstreich und Kriegsrecht in Peking.

(Eigener Drahtbericht.)

Peking, 12. Wril.

Die Führer der Rationalregierung hohen Wupeifu aufgefordert, die politische Lage in Peking wiederherzustellen. Sie haben den ehe- maligen Präsidenten Tsao-Kun freigelaffen. Präsident Tuan Chi-gni ist zurückgetreten. Erst kurz vor dem Staatsstreich und vor der Umzin­gelung seines Hauptgnartiers durch die Kuo Min-schun, ist er in die französische Gesandtsckmft geflüchtet. Der Staatsstreich wurde unter größ­ter Heimlichkeit durchgeführt. Die Stadttore wurden in der Nacht beseht und die Telephon­verbindungen mehrere Stunden unterbrochen.

*

Europa wirb ausgesucht.

Paris, 12. April. (Eigener Brahtbericki., Nach einer Meldung aus Peking hat das diplo­

matische Korps gegen lba§ Fliegerbombarde- ment der Stadt Peking und gegen die Unter­brechung des Verkehrs Einspruch erhoben. Die Note der ausländischen Mächte wurde jedoch von der chinesischen öffentlichen Meinung iro­nisch ausgenommen. Bei dem gestrigen Bombardement wurde ein buddhistischer Tem­pel zerstört und ein Priester getötet. Wupeifu wird in Peking in einigen Tagen erwartet.

Bfeile gegen Moskau.

Tschangtsolinkomplott. Der verfemte Botschafter. (Eigene Drahtmeldung.)

London, 12. April.

Ein Blatt berichtet aus Tokio, daß alle Ber binbungen mit Peking abgeschnitten sind und daß das Kriegsrecht in Peking ver­hängt worden ist. Tschangtsolins Heer nähere sich Peking. In der Mandschurei ist ein Kom­plott zur Ermordung Tschangtsolins aufgedeckt worden, in das die Sowjetregie- rung verwickelt sei. Tie Verschwörer hätten in Uhren versteckte Bomben aus Wla­diwostok nach Mulden eingeführt. Tschangtso- lin habe die A n s w e i s u n g des russischen Vizekonsuls in Mulden sowie verschiedener Sowjetagenten befohlen. Er habe auch dem russischen Botschafter in Peking K a r a ch a n telegraphisch angeraten, die Hauptstadt zu verlassen, da nach Pekings Einnahme seine sofortige Verhaftung erfolgen würde. Die chine­sisch-russischen Reibungen sollen znnehmen.

Unfer Watz öer Sonne.

Ein Zeuge für unser Recht auf Kolonien.

(Eigene: Dratz.vc-lcht.)

Amsterdam, 12. April.

In einem Aufsatz schreibt der frühere engli­sche Marinenmnister Fisher: Die siebzig Millionen des arbeitsamen deutschen Volkes hät­ten noch Anspruch auf einen Platz an"ber Son­ne. Die Lösung des Kolonialproblems dürfe nicht mit Gewalt, fondern auf der Grundlage internationaler Moral und Gerechtig­keit erfolgen. Deutschland habe ein Recht, ko­loniale Rohstoffe für seine Industrie und feinen Zugang zu den überseeischen Vorräten zu for­dern. Die übrigen Kolonialmächte müßten Deutschland daher wirtschaftliche Konzes- fionen machen, die Deutschland einen ange­messenen Anteil an der Ausnutzung kolo­nialer Rohstoffe gewährten, ohne ihm dirett Souveränitätsrechte in bestimmten Kolo­nialgebieten zu verfchaffen.

S)ie erste Etappe zum Vor.

Rach der Siegesfahrt Rom-London.

(Eigener Drahtberickn.I

London, 12. April.

Blättern zufolge erklärte Major S e o t t, der die Fahrt von Rom nach London auf dem LuftschiffSorge" als Navigationsberater mit­machte, u. a.: Etwa 1400 Meilen wurden in dreißig Stunden zurückgelegt. Die Durch- chnittshöhe betrug ungefähr tausend Fuß. Die Bedingungen find glänzend gewesen, und es haben sich keinerlei Schwierigkeiten ergeben. Das Schiff navigierte fast den ganzen Weg nach den Wetteranzeigen aus London. Leutnant Riser Larsen erklärte, das Luftschiff habe die opitmistischsten Erwartungen übertraf­en. Es sei sicher, daß es gelingen werde, den Pol mit diesem Schiffe zu erreichen.

Irrfahrten Ober vrm Landungsplatz.

London, 12. April. (Eigener Drahtbericht.) Die Landung des LuftschiffesSorge" war sehr schwierig. Immer wieder flog das Luftschiff auf den durch weiße Zeichen kenntlich gemachten Landungsplatz zu und wendete immer wieder in weiten Streifen, ohne mit seinen Landungs­tauen den Boden berühren zu können. Rach zweistündigen Bemühungen endlich gelang es, zwei Ankertaue derSorge" von un­ten zu fassen, worauf cs in die Halle kam.

Die Sintflut in der Wüste.

Bagdad vom Tigris umklammert.

(Etgener Drahtbericht.)

Bagdad, 12. April.

Die Sage in Bagdad ist schlimmer denn je. Tas Wasser des Tigris bricht jetzt in riesigem Umfange durch. Das Ueberschwemmungsgebiet der Wüste dehnt sich rasch aus, und der Wasser- tand der Fluten ist jetzt fünfzehn Fuß höher als viele Teile von Bagdad. Wenn das Wasser in die Stadt gelangen sollte, würde sich der jetzige Millionen-Schaden riefig vermehren und schwere Menschenverluste wären dann zu befürchten.

Die große Ebbe.

Frankfurts Frühjahrsmesse als Barometer. Die Zeiten fmb schlecht. Leere Messehäuser. Moderner Grotzftadiverkebr. Keine deutschen Autos. Tertillabrikanteu als Pesflmisten. Gute Schube werden billiger? Hossuuugen für das Kunstgewerbe. Billige Rügen. Schleppende Geschäfte und trübe Mefleanssschteu.

Frankfurt» 11. April.

Das deutsche Volk seufzt seit Monaten un« ter dem Drucke schwerster wirtschaftlicher De­pression unid der Silbcrstreifem den viele um wirtschaftlichen Horizonte zu erkennen glaubten, hat einer Letargie Platz gemacht, die in man­chen Industrien und Wirtschaftsgruppen bei­nahe an Verzweiflung grenzt. Diese Dinge verschweigen, oder beschönigen zu wollen, wäre ebenso zweck- wie sinnlos. Die deutschen Groß- messen, von jeher außerordentlich seine und genau registrierende Wirtschaftsbaro- m et c r, sind natürlich von dieser wirtschaftlichen Stagnation in erster Linie in Mitleidenschaft gezogen. Das bewies der sehr stille Verlauf der Leipziger Frühjahrsmesse, das zeigte Breslau mit seinen geringen Umi- sätzen, neben Köln und Königsberg, wo dir Frühjahrsmessen überhaupt nicht abgehalten wurden. Als letzte deutsche Frühjahrsmesse wurde nun am heutigen Sonntag die 14. Frank­furter internationale Messe eröffnet. Wer das frühere ausgedehnte Frankfurter Meßgelände tn Erinnerung hat, sieht sich bei der diesjähri­gen Frühjahrsmesse allerdings etwas ent­täuscht. Die Ausstellerzahlen sind stark zurückgegangen, sodaß

viele Metzhäuser Überhaupt geschloffen werden -mißten, während andere nur feilweisr belegt sind. Geschlossen i.|t u. a. das schöne Haus der Technik, die alte Tabakhalle und die hauswirtschaftlichen Hallen. An Stelle oer Textilmesse ist in die Festhalle die große Ber- kehrsausstellung eingezogen, die den Großstädter mit einer modernen Verkehrsrege­lung vertraut machen soll. Es sind Sttatzen- züge markiert, Blinkfeuer leuchten auf, Sig­nalhörner ettönen, überhaupt wird mit allen Mitteln der modernen Technik gezeigt, wie man sich auf der Straße benehmen soll und wie nicht. Rings um das Verkehrstheater hat

die Autorneffe ihre VerkaufSstünde aufgebaut, allerdings unter Ausschaltung der deutschen Auto-Jndnsttie, die an ihrem Be­schluß nur ihre eigene Ausstellung in Berlin zu beschicken, sesihiett. Von den ausländischen Fabrikaten fehlt dagegen kaum eine führende Firma, neben Ford, Fordson, Hudson, liest man Namen tote Fiat, Bugatti, Steyr, Cy- troyen, Alfa Romeo, Auströdaimler u. a. m. Auch Motorräder ausländischer Herkunft und vor allem Autozubehör und Auwbedarf werden in der verschiedensten Form angeboten, wobei nur zu bedauern ist, daß man das deutsche Fabrikat nicht gleichzeitig beurteilen kann. Am stärksten mitgenommen von allen Frankfutter Mess Zweigen ist ohne Zweifel die Textil- mefie. Sie beschränkt sich heute auf -inen ylußel des Hauses der Moden und vereint hier Stückwaren und Konfektion. Bei letzterer sieht man auffallend wenig bessere Qualitäten uib auch in Stoffen wird meist mittlere Ware angeboten, die im Preise nach unten ten­diert. Die Stimmung bei allen Texttlausstel- lern ist ausgesprochen pessimistisch. Im­mer wieder hört man Klagen über die vielen Zusammen brüche in der Branche, die nachgerade in höchstem Maße beunruhigend wirken müssen. Dazu kommt die Geldknappheit und die geringe Aussicht auf baldige Besserung. Die Firmen, die noch zur Frankfurter Messe gekommen und, erwarten nichts. Man rechnet nur da und dort mit einer kleinen Be­lebung des Geschäftes, da nachgewiesenermißen der Detailverkauf vor Ostern in Süd» und Südwestdeutschland annehmbar gewes-n fft. Auch die

Schuh- und Ledermeffe zeigt große Lücken. Äuffallendertoeise haben sich hier die Fabriken starker zurückgehalten, wie man geglaubt hatte, Dagegen sind Großisten auf der Messe noch in großer Zahl vertreten, ausreichend sortiert mit Ware, die in mittlerer und geringerer Quali­tät außerordentlich feste Preise notiert, wäh­rend bessere Schuhwarcn zu reduzierten Preisen angeboten werden. Das gefürch- tete Vierwochenziel, das bei früheren Messen manches Geschäft zunichte machte, hat im all­gemeinen in der Schuhmesse dem Dechzig-Tagc- Ziel Platz gemacht. Ueberhaupt sind die Per- kaufet vielfach kulanter geworden. Bijou- teilen und Offenbacher Lederwaren früher Hauptzweige der Frankfurter Messe, sind rark zurückgegangen. Wer weiß, daß in Offen­bach Hunderte Klein-Potteseuille-Fabriken feiern müssen, den nimmt das nicht Wunder. Wun- derschön ,st dagegen wieder die Ausstellung der Hanauer (sbelmetol Iberarbeit er,