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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

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Nummer 78. Amtsblatt der Stadt Kastel

Freitag, 2. April 1926

Amtsblatt der Stadt Kastel 16. Jahrgang

Monds Kabinett gerettet

Die deutsche Industrie bezahlt den letzten Pfennig für Reparationen.

BetrübtbisindenXod

Unser Weg von Gethsemane nach Golgatha.

Von Arthur Brausewetter.

Gethsemane ist der Vorhos, Golgatha das Al- lerhelligste. In Gethsemane verlassen die Men­schen Jesum, in Golgatha verläßt ihn Gott. Und alles, was geschieht, sei es in Gethsemane oder in Golgatha, ist ewig, geschieht heute noch so.

Wir wandeln im Schlafe der Welt. Wir ver. trauen, wir lieben und glauben. Mil einem Male werden wir geweckt. Es gibt kein größeres Weh als verlassen und verraten zu wer­den von dem, den man liebt, dem man vertraut. Der Hirt ist geschlagen, die Herde zerstreut sich. So war es, so wird es bleiben. Wer hätte nie einen Freund, einen Mitarbeiter gehabt, der dann sein erbitterster Feind wurde?

Gethsemane ist das Symbol der großen Verlassenheit. Genau wie damals wird Christus heute noch verlassen und verleugnet, wenn seine Lehre wider die polittschen und praktischen Wün­sche verstößt. Man predigt und man kreuzigt ihn in einem. ,Da verließen ihn alle Jünger und flohen." Wunderbar, daß, die die Nächsten sein sollten, immer die Ersten sind, die davon laufen. Und nun ist Jesus allein im Garten Gethsemane und ringt mit seinem Vater int Himmel. Sein Leiden steigt aus den Höhepunkt. Alle Evange­lien suchen nach Ausdrücken, es zu zeichnen. »Jetzt ist meine Seele betrübt bis in den Tod."

Was machte die Größe dieses Leids?

Daß es nicht sein eigenes, sondern das Leid der ganzen Welt, der Menschheit Leid war. In dieser Nacht in Gethsemane gelangt Christus, wie jede große Persönlichkeit, zur vollen Durch­dringung des allgemein menschlichen Loses. Er durchdrang es aber nicht nur, er nahm es auf sich. Alles Leid und alle Schuld, das irrende, suchende Menschen je durchdrungen und durchlit- ten haben, vereinigen sich in seiner Persönlich­keit in ihrer zersetzenden und zugleich neu auf­bauenden Kraft. »Der Herr warf unser aller Sünde auf ihn" Vielleicht macht nichts anderes die Größe einer Persönlichkeit aus, als daß dies Wort an ihr zur Erfüllung kommt, sedenfalls ist es noch nie an einer Persönlichkeit, die auf Größe Anspruch erhebt, unbewahrheitet geblie­ben. Jesus starb, um einer armen irrenden Menschheit Frieden und Erlösung zu bringen. Die Liebe war's, und sie allein, die ihn in den Tod ttieb.

Und doch, obwohl sie alle ihn verlaffen und verraten, ist Jesus in Gethsemane nicht allein. Unb doch bin ich nicht allein. Denn der Vater ist bei mir." Das ist der Trost und die Kraft Jesu in der bitteren Gethsemanestunde. Das Bewußtsein eines unter dem Gesichtspunkte des Ewigen stehenden, nach göttlichen Motiven und Zielen gerichteten Wirkens hebt ihn über allen Menschenabfall und Verrat hinweg.

Erst wer unter dem Gesichtspunkt der Ewig­keit wirken und unter ihm leiden kann, kommt zu dem inneren Gleichmut der Seele, der auch den schwersten Stunden Stand hält. Erst jenes stillstarke Geborgensein in dem göttlichen Willen, das freiwillig freudige Aufgehen in der Sache, der zu btenen und für die zu leiden man berufen ist, gibt die für dies Leben unumgäng­lich notwendige Ausrüstung: die Widerstands­fähigkeit gegen Enttäuschung und Angriff, die Kraft unb Zuversicht tm Leiden, macht zugleich bas Christentum zur tiefften der Religionen, in­sofern es aus dem Leide die Erlösungsbebürs- tiflfeit bes Menschen herleitet.

»Alle Bücher, bie ich se gelesen," hat ein ganz Großer tm Reiche des Geistes, hat Kant gesagt, .haben mir nicht den Trost geben können, den mir bas eine Wort ber Bibel gab: Unb ob ich schon wanderte int finsteren Tal fürchte ich kein Unglück, denn Du bist bei mir. Dein Stecken und Stab ttösten mich,"

Das war die Kraft, bie JesnS in Gethsemane hielt unb stützte: Die Menschen verließen ihn. Auch bie, auf bie er sicher gebaut. Unb dennoch war er nicht allein. Denn Gott war bei ihm.

Unb in Golgatha? Da verläßt ihn auch Gott. Das war bas Furchtbare, bas schwer Ueberwinbliche. Unter allen Kreuzesworten keins so bis in bas Innerste erfcbütternb wie dieser Aufschrei des Geguälten' .Mein Gott, mein Gott, warum host Du mich verlaffen?" Hier liegt bas letzte Geheimnis unb Dunkel menschli­chen Leibens beschloffen. baß ber ftetbenbe Er­löser burch dies Wort in höchstem Sinne ber Repräsentant ber leibenbenMensch- beit wirb.

Nur bann wirb aerobe hier wiederum seneS anbere auf feiner höchsten Höhe erscheinen: baS Bewußtsein eines bis zum Tode unb zur Gott- Verlassenheit getreuen Wirkens unb Leibens,

göttlichen Motiven unb göttlichen Zielen entge­gen, wirb aus ben dunklen Fluten der letzten und schwersten Berlaffenheit die starke Gnaden­hand sich sttecken. Und ber Scheidende wirb sie, gerettet aus ber vermeintlichen Gottverlassenheit unb ber göttlichen Nähe gewiß, mit der Glan- benshand ergreifen und ben nach dem Willen des Vaters lebenden unb schwinbeuben Geist zu unvergänglichem Sein unb Wirken in bes Va­ters Hände befehlen.

Das ist das Evangelium von der großen Ver- laflenheit mit feinem Leib unb seinem Trost. Unb wir alle haben eS durchgemacht und durch- gelitten, ein seder in seiner Art und Stille. Das war in den Stunden, wo wir Gottes Wege nicht mehr zu verstehen vermochten, wo die Waffer ber Trübsaal uns bis an ben Hals stiegen unb wir irre würben an unserem Glauben unb Hoffen. Auch unser Volk hat es burchgemacht unb durch- gelitten Bon den Menschen verlaffen. bas war das demütigende unb enttäuschenbe Empfin­den damals, als ber Krieg begann unb einer nach bem andern von uns abfiel, aus ben wir sicher gebaut.

Dan n aber kam das viel Schwerere: Die heute noch nicht überwundenen, ja, inmitten ber har­ten nationalen unb wirtschaftlichen Not immer neu austanchenben, neu quälenben Stunden, wo uns zu Mut ist, als habe auch Gott sein Antlitz vor uns verborgen, als wollte bie Finsternis nicht von uns weichen.

Da will uns Karfreitag wieder den Mut zum Aufblick geben, ohne ben wir nicht leben unb unsere Sendung erfüllen können, will uns zei­gen, daß Gott seine Hand nicht von dem zieht, der ihm verttant der unter göttlichem Gesichts­punkt wirkt und leidet

Zu solcher Verinnerlichung unb Neugeburt möchte der ernste Karfreitag uns führen!

Als ver Morgen tagte.

Perets Steuerfieg nach schwerem Kamps. (Eigene Drahttnttdv««.)

Paris, 1. April.

Die Kammer nahm nach Mitternacht mit 293 gegen 265 Stimmen das Monopol auf bie Pe­troleumeinfuhr an und lehnte mit 269 gegen 259 Stimmen die Ausscheidung des Ar- tikels über das Monopol auf die Zuckerein, fuhr aus dem Budget ob, mit ber sich bie Re­gierung einverstanden erklärt hatte. Die Regie­rung hatte nicht bie BertraueuSsrage qestE. Bei der Umsatzsteuer erklärte der Berichterstatter, daß bie verlangte Erhöhung nur für das Budget 1926 gelten solle. Aus dem wei­teren Verlauf der Aussprache ist zu erwähnen, daß ber kommunistische Antrag auf Zurück­stellung des Umsatzstenerartikels, nachdem Fi- nanzminister Pere t dagegen gesprochen und die Vertrauensfrage gestellt hatte, mit 227 gegen 103 Stimmen abgelehnt wurde. Das Ergeb- nis ber Ges anttabstimmung steht noch aus. Um 7.20 Uhr morgens wurde die Erhöhung ber Umsatzsteuer mit 207 gegen 166 Stimmen von bet erschöpften Kammer angenommen.

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Briands Sie verschiff schwimmt.

Paris, 1. April. (Privattelegramm.) Die Kammer hat mit 236 Stimmen gegen 159 Stim­men ben Steuergesetzentwurf Perets in seine» Gesamtheit angenommen. Um 10% Uhr war bie Nachlsttzung beendet.

Sum zwettenMal verkauft.

Wie Frankreich ben Locarnopakt beurteilt.

«Eigene Drahtmeldnng.)

Paris, 1. April.

Im Senatsausschutz betonte bei Berichter­statter über bie Locarnoverträge, daß durch Lo­carno Deutschland den Berfailler Ver­trag und besonders die entmilitaristerte Zone unb ben territorialen Status am Rhein aner­kannt habe Die Unterschrift E n g l a n b S bebente für Frankreich einen Borteil. Sei im Cflen auch keine Garantie für bie Weichsel ge­troffen, so seien die Allianzen Frankreichs mit Polen und ber Tschechoslowakei doch verstärkt worden. Der Votteil Locar­nos für Frankreich fei nicht nur ein morali­scher, sondern der Abschluß des Vertrags bedeute einen Schritt auf bem Wege zum Frieben.

Fort mit Lhamberlaln!

Rach bemwiderlichen Schauspiel« in Gens.

(Eigener Draht bericht.)

London, 1. April.

Das Arbeitermüglied des Parlaments Oberst Wedgwood erklärte in ehret Rebe im

Rat zur Verhütung von Kriegen: Chamberlain erkenne nicht, daß feine Aktion in Paris die öffentliche Meinung in bet ganzen Welt erregt habe, und daß infolgedessen jemand anders bester geeignet wäre als er, bet hochbebeutenden Zusammenkunft in Genf beizuwohnen, die den Völkerbund zum ersten Male auf eine feste Grundlage stellen solle. Die letzte Genfer Kon­ferenz fei ein widerlicheS Schaufpiel nationaler Eifersüchteleien gewesen. In einet Entschließung wurde die Empörung über den Lindruck ber Genfer Konferenz ausgedrückt und die von Chamberlain gespielte Rolle bedauert.

Eine Ga?ve auf Erwerbslose.

Blutige Szenen vor dem Stadthaus.

(Durch Fnnkfpmch.1

Warschau, 1. April.

In der Stadt @ t r i f in Ostgalizien drangen gestern ungefähr tausend Erwerbslose als eine geforderte Osterzulage abgrlehnt worbe« war, in bie Starostei mißhandelten den Stell- verteter beS Starosten schwer unb zertrümmer­ten bann bie Büro-Einrichtungen. Die Polizei gab als ihr tätlicher Widerstand geleistet wurde, Feuer. Sieb en Personen wurden getötet unb neun schwer verletzt. Herbei- geeiltes Militär stellte bie Ordnung wieder her

Wir darben unb... erfüllen.

Wieder 62*4 Millionen auf Rcparationskonto.

(Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 1. April.

Die Bank für deutsche Jndustrieobligationen hat heute 62% Millionen Goldmark gemäß den Bestimmungen auf das Reparatiouskonto des Reparatiousagenten für RechnungbeS Treuhän­ders für deutsche Jndustrieobligationen überwie­sen. Der Betrag stellt die erste Hälfte der für das zweite Reparationsjahr vorgefehenen Jah­reszinsleistung von zweieinhalb Prozent auf die fünf Milliarden Belastung der deutschen Jndu- ftrie dar, die dem Treuhänder in Form von Ju- dusttie-BonS unb veräußerlichen Obligationen übergeben worden ist. MU dieser Zahlung find trotz ber schweren Wirtschaftslage die zum 1. April 1926 aus bet Jnbusttiebelastung sich erge­benden Verpflichtungen frist- und ordnungSge- benben Verpflichtungen fristgemäß erfüllt.

Wir gehen nach Genf.

Halten aber auch die Rückzugslinie offen.

(Eigener Drahtbencht)

Berlin, 1. April.

Zu der gestrigen halbamttichen Mitteilung über die Stellungnahme des Reichskabinetts zu der an Deutschland ergangenen Einladung, an den Beratungen bet Kommission für die Völker- bunbreform teilzunehmen, schreibt bas Bolks- parteiblatt: Dieser Beschluß liegt durchaus im Sinne ber deutschen Außenpolitik. Wer als «er- tretet in die Stud>enkommisfion von deutscher Seite entsandt wird, und in welcher Form Deutschland teilnimmt, ist noch nicht be­tt m m t worden. Die Entschließungsfreiheit Deutschland durch die Teilnahme an den Ar­beiten der Kommisfion wird in keiner Weise be­einträchtigt, und Deutschland behält nach wie vor freie Hand, fein Einttittsgesuch an ben Völkerbund znrückzuziehen, wenn d,e Verhandlungen sich in einer Richtung ent- wickeln, in ber Deutschland nicht folgen kann.

Gs strömt das Blut...

Entscheidungsschlacht vor den Toren Pekings.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 1. April.

Ein Blatt berichtet aus Peking, sechzehn Mei­len von Peking finden schwere Kämpfe der ver­bündeten Streitkräfte Tschangttolins, Wuwei- fus imd Litschinglins mit Fengyustang statt D«e Stabt ist noch immer von Truppenabtei­lungen FengvustangS besetzt. Die britische Ge fanbtfdiäft ergreift bei stärksten Maßnahmen für ben Schutz ber Verwaltung ber Salzeintünste Die Chinesen versuchen, die Wahl ihres Kandi baten alS Leitet des Salzdirektoriums dnrchzu setzen. Die britischen Behörden kündigen an. daß eine berartiae Aktion den Abbruch der freundschaftlichen Beziehungen gut Folge habe.

Unter dem Kreuz.

Karfreitagsgedanken eines Bolksfreundes.

Wollte Gott, der Gesetzgeber auf Sinai, reden, so wüßte er schwere Anklagen gegen die moderne Menschheit vorzubringen. Gott hatte am ersten Karfreitag durch das qualvolle Leiden und Ster­ben des MeffiaS der Menschheit mit blutigen Dchristzeichen für alle Zeiten die ungeheure Wucht und Schwer« der Sünde einschärfen wol­len. SKber gar viele haben im Laufe der Zeiten diese Bußpredigt vergeffen oder nicht zu Herzen genommen. Viele, ja sehr viele in unserer Zeit bab«n sich eine sträftich leichtsinnige Avsfaffung von der Sünde angeeignet und diese anderen in Wort und Schrift gepredigt. Der Sünden und Verirrungen wegen sind ie Völker nun schwer gestraft, gleichsam ans Kreuz geschlagen worden, nun haben sie selbst als Folge ihrer Sünden unb Verirrungen einen langen, langen Karfreitag, damit sie die ganze Wucht und Schwere der Sünde erkennen und davor erschaudern sollen.

Gott hat beim unbeschreiblichen Leiden des Meffias nicht eingegriffen. Er hat ihn am Kreu­ze ben bittersten Kelch der Leiden bis auf bie Hefe austrinken lassen. Wie kann und mag man nun verlangen, Gott solle bei großen Leiden unb Nöten der Menschen wunderbar eingreifen oder uns Sündern durch ein Wunder helfen! Die Schmerzen und Leiden haben in der sittlichen Führung der Menschen eine überaus wichtige und notwendige Erzieherrolle. Die Mensch­heit soll durch die Leiden der Zeit einsehen ler­nen, wohin fortgeschrittenste Verweltlichung, wohin Ueberkultur und kraffer Egoismus und Materialismus, wohin bloß rein wirtschaftliche unb technische Gesichtspunkte führen. Die mo­derne Menschheit muß durch Bitternifle und trübe Erfahrungen dazu gebracht werden, in vie­lem umzulcrnen. O ja, sie hat vieles umzuler­nen in Schule, Familie, in Presse, in Literatur, Kunst und Theater. Weltverirrungen führen mit der Zeit zu Weltkatastrophen und wehe der Menschheit, wenn sie durch Welttatastro­phen nichts lernt! Darum wollen wir mutig und stark nach dem erhabenen Vorbilde des Ge­kreuzigten unser Leid tragen. Das Leid soll un$ läutern wie Gold tm Feuerofen. Wir müssen den Grundsätzen der Menschlichkeit, der christli­chen Nächstenliebe und der Gerechtigkeit wieder Geltung verschaffen, dann wird auch auf den gramumwobenen Karfreitag der Erniedrigung der frohe Ostertag der Wiedergeburt unseres Volkes kommen.

Unser Volk ist krank, sehr krank, da bleiben Krisen körperlicher unb geistiger Natur nicht aus, ba überfällt uns Müdigkeit und Gleichgül­tigkeit, unb was bas Schlimmste ist, oftmals bumpfe Verzweiflung. Doch der innere Kem un­seres Volkes ist gesund, das Unglück hat freund­liche Liebeswerke, heroische Entschlüfle unb herr­liche Opfertaten ans Licht gebracht. Es wird dxn Karfreitag überwinden, es wird sich wieder er­holen und frisch und gesund als vollwertiges Glied in der Reibe ber Völker bastehen und seine Aufgabe noch beffer und gewissenhafter erfüllen als vorher, weil das Volk, durch Kreuz und Leid geläutert, den Karfreitagsweg gegangen ist. ek.

Immer noch fein LichMrahl.

Rur schwache Befferung am Arbeitsmarkt.

In der Landwirtschaft hat eine regere Nach­rage eine gewisse Entlastung gebracht. Auch beim Bau steigt d-e Nachfrage nur langsam Die Befferung wird fast völlig durch die schlechte La­ge im Steinkohlenbergbau unb ben un­günstigen Stand bei ben Maschinen, ben Web- unb Leberstoffen sowie dem Papier aufgehoben. Nur bei den Maschinen rechnet man mit einem ginnenden Bedarf. Sonst ist die Lage ungleich.

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Berlin besteuert den Wein.

Berlin. 1 April. Ter Berliner Magistrat hat fich außerstande gesehen, dem Wunsche nach Aufhebung der städtischen Weinsteuer zu ent» prechen. Die Weinsteuer bleibt mit fünf Pro- «nt unb bie Schaumweinsteuer mit fünfzehn

Prozent auch weiterhin bestehen.

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Wie wist der Staat ea verantworten?

Eine Zentrumsanfrage im Lanbtag betont, daß die Schulgel de rhöhung zahlreichen wertvollen Begabungen den Zugang zur höhe­ren Bildung verschließ--« wird Diese bebauet- 'iche Auswirkuna würde noch erheblich ver­schärft werden, wenn, wie vielfach befürchtet wird, die auf staatliche Zuschüsse angewiesenen fornmunni-n und privat,-« höheren Lehranstalten gezwungen würden, einnochhöhereS Schul­geld zu erheben. Tas Staatsministerium wird