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Kassckr Neueste Nchrchtm

Kasseler Abendzeitung .affe* Hessische Abendzeitung

Die ÄaHelCT Neuesten NaSriLten erscheinen wSchenilich sechsmal aachmtnas». Der AbonnementSsrriS btträgt für den Monat 2. Jt bei freier Zustellung tns HauS. in der D-schälrs stelle -bäebolt 1.80 Jt. Durch die «oft monatlich 2. Jt ouSfchltestlich SustellungsgebüÄ. Verlag und Redaktion Schlachtboiktvabe 9»30. Sernlvrecher 851 und 953. 8ür unverlangt rinaelandie Beiträge kann die Re­daktion «ine Verantwortung oder Gewähr in keinem Halle übernehmen. Rück» -adlung de» Be,ug»a«lde» oder Ansvrüch« wegen etwaiger nicht ordnunaimähis-» Lieferung «ft ausgeschlossen. voftlcheckkoato Srankinrt am Main Nummer 6380.

Nummer 76. Einzelnummer 10 Pf. Sonntags 15 Pf. Mittwoch, 31. März 1926 Einzelnummer 10 Pf, Sonntag» 15 Ps. 16. Jahrgang

rlmeigenoreis«: «ubeturische GeschästSangeigeu Heile SO 4, ««»wärkige Geschäft». anaeigen Heil« 20 4, Sawiltenan»eiaen Zeil« 20 4. Klein« Anzeigen da» Wort 4 4. Reklamen die Sette 75 4. viftrtgeoübr SO 4 (Bei Zusendung der Offerten 80 4h Rechnungsbeträge sind innerhalb 5 Tagen zu bezahlen. Für die Richtig, keit aller durch serntorecher anfgegevene» Anzeigen, sowie für Aufnahwedaten und «läbe kann nicht garantiert werden, frür Anzeigen mit besonder» tonne« rieem Sab 100 Prozent Luttolag. Druckerei: «chlachtyoistrabe 2*30. Geschäft», stelle: Kölnische Straß« 5, gegenüber der Soobrltraße. Fernsprecher »51 und 952.

Amerika gibt den Kriegsraub heraus.

Zerbrecht die Ketten!

Deutschlaud als Führer der Unterdrückten.

(Von Sven Hedin.)

Vom imperialistischen Gesichtspunkt betrach­tet, hatte sich daS Weltbild nach dem Ausgang des Weltkriegs in folgender Weise verändert: Vor dem Kriege breiteten sich die imperialisti­schen Mächte vom Atlantischen bis zum Stillen Ozean auS und waren auf dem ganzen Wege von Tanger bis Mulden die Nachbarn der un- . -terdrückten Völker. Jetzt dagegen läuft di« öst- liche Grenze der imperialistischen Länder längs des Rheins und des Adriati- s ch e n M e e r e s. Die Türkei, Persien, Afgha­nistan und China sind von dem unleidlichen und drohenden imperialistischen Druck, den sie vorher an ihren nördlichen Grenzen auszuhalten hat­ten, befreit worden. Vom asiatischen Horizont gesehen, ist von dem ganzen erstickenden Druck heute nur noch ein kleines, in der Ferne gelege­ne» Gebiet übrig geblieben, von dem noch im­perialistische Tendenzen ausgehen. Und ebenso groß istdieVerschiebunginderBevöl- lerungSzahl beider Gruppen gewe­sen. Wenn vor dem Kriege vierhundert Millio. nen Träger der imperialistischen Ideen waren, so ist ihre Zahl jetzt auf 120 M i l l r o n e n g e- funken. Und wenn vorher achthundert Mil­lionen im gegnerischen unterdrückten Lager stan- den, so ist deren Zahl jetzt wenn man die Russen mttrechnet auf wenigstens neun­hundert M illionen gewa chsen.

Solche durchgreifenden Veränderungen muß- ten auch politisch eine große Rolle spielen. Und tatsächlich haben wir uns allmählich an die Nachrichten gewöhnt, die seit Ende des Krieges «in Zeichen für die gärende Unruhe sind, die wie ein Fieber durch die unterdrückten Völker geht. Afghanistan wagte dem siegreichen England die Zähne zu zeigen und erzwang sich die Auf- Hebung gewisser Beschränkungen seiner Souve­ränität. In Indien verriet die Freiheits­bewegung, daß in seinen 320 Millionen Seelen gewaltige nach Freiheit und Unabhängigkeit strebend« Kräfte erwacht waren. Ob es ihnen möglich sein wird, sich zu befreien und ob eine Siche Befreiung zum Glück des indischen olkeS beitragen wurde, ist eine Frage, di« nicht zum vorliegenden Problem gehört. Persien hat sich von der ehemaligen Aufteilung in frem­den Interessensphären srrigemacht. Die Tür. k«i hat sich nicht unter den Friedensvertrag von Sevre» gebeugt und huldigt jetzt einem starken Rationalismus. In Syrien stehen die Dru­sen in verzweifeltem Kampf und in Aegyp­ten siedet bie Forderung nach Freiheit und ver­rät ihre Gegenwart durch legale und illegale Handlungen. In Arabien hat der stolze Jbu Saoud seine starke Hand erhoben und vor seiner Macht ist di« englische Schöpfung, das Königreich HedschaS, wie ein Kartenhaus zu- fammengefallen. Bei den Säulen des Herkules im fernen Westen hat Abd el Krim feine Scharen zum Kampf für Freiheit und Unab­hängigkeit gesammelt. Und im äußersten Osten, im Reich der Mitte, herrscht eine Gärung, die ihren Ausdruck in Streiks. Boykotts und offe­nem Streit findet und Ereignisse von unabseh- barer Bedeutung zeugt.

Da all diese Bewegungen und Ausbrüche gleichzeitig einaetreten sind und parallel laufen, hat man in der Welt Anlaß zu der An­nahme, daß die unterdrückten Völker ganz auto- «atisch die Verringerung des Drucks der impe­rialistischen Großmächte fühlen und ihre Aus­sichten für eine Befreiung vom Joch der Fremd­linge für größer als zuvor halten. Eines Ta- geS wird der Zeitpunkt der Abrechnung für da» Abendland gekommen sein, das um der eigenen Macht willen die Völker der Crtenö unterdrückte. Und dann wird auch die deut­sche Großmacht im Herzen Europa», die von den gleichen Kulturträgern unterdrückt und bi» auf8 Letzte auSgesogen wird, und die in den Tagen ihrer Macht in weit ge­ringerem Grade imperialistisch war alS die an­deren, indem sie niemals mohammedanisches Gebiet, nicht einmal Marokko besetzt«, sondern sich mit Kiautschou begnügte, eine neue Zeit herankommen sehen und einen Hauch der gött­lichen Gerechtigkeit verspüren.

Sich einen anderen Gang der Entwicklung zu denken derart vielleicht, daß die Weltmächte durch eine ähnliche Handlung wie die Aleran- der II. bei der Aufhebung der Leibeigenschaft, ohne Streit den unterdrückten Ländern ihre Freiheit wiedergeben sollten wäre ungere mt. DeSbalb werden diese Völker ihre Emanzipation selbst in die Hand nehmen mit der gleichen Na­turnotwendigkeit wie wir sie beim FreibeitS- kriege bet Vereinigten Staaten und beim Abfall der spanischen Kolonien erlebten. Der Impe­

rialismus alS weltpolitische EntwicklungSform oder als Idee ist abgeschliffen und verbraucht. Er liegt in den letzten Zügen.

Gin AN der Gerechtigkeit.

Endlich will man unser Eigentum zurückgeben.

(Durch Funkspruch.j

Washington, 30. März.

Im Repräsentantenhaus ist gestern die Vor­tage über die Rückgabe des deutschen Eigen­tums eingebracht worden. ES wtry vorgefchla- gen, ein Schiedsgericht zu ernennen, das die Entschädigung für die deutschen Reedereien usw. festsetzen soll. Di« wesentlichste Neuerung setzt an die Stelle der geplanten Ausgabe fünfprozentt- ger Schuldverschreibungen die Barzahlung. Tie Beträge sollen, soweit sie amerikanische» Staatsangehörigen zukommen, in bar vom Schatzamt ansgezahlt werden und zwar mit Zin- sen bis zum Tage der Zahlung. Der Treu­händer soll das beschlagnahmte deutsche Pri» vateigentum in dem Zustande herausgeben, wir es sich im Laufe der Fahre verändert hat. An­tragsberechtigt ist grundsätzlich nur der ehemalige Eigentümer. Der Rechtsweg vor dem Bundes- geeicht ist zulässig. Bon der Rückgabe bleibt das Eigentum deS Deutschen Reiches ausgeschlossen. Bezüglich der Zins enf rage für die vom Schatzamt veranlaßte Anlegung beschlagnahmter Gelder bis zum 14. März 1923 bleibt den ame­rikanischen Borkriegsgläubigern derjenigen beut* Staatsangehörigen, bie Vermögen beim Treuhänder liegen haben, da» Recht gewahrt, Befriedigung aus diesem Vermögen zu fudjen, wenn sie nicht schon vor der gemisch­te« Kommission auf dieses Recht verzichtet ha­ben, um sich dadurch ein Schadenersatzurteil ge­gen da« deutsche Reich zu sichern. Die Vorlage sieht eine angemefsene Geldentschä­digung für die Fortnahme von Schiffen vor. Ein Ersatz für die Benutzung von Funksta­tionen und Schiffen ist nicht vorgesehen. Eine Entschädigung soll für deutsche Patente gewährt werden, die vom Treuhänder an die Bereinigten Staaten in irgend einer Form übertragen find. Falls die Entschädigungs-Belastung hundert Mil­lionen Dollar übersteigt, tritt eine prozentuale Herabsetzung der EntschädigunoSsummen ein.

Folgst du nicht WMtg... Amerikas Daumenschrauben für Mussolini.

(Eigener Drahtbericht.)

London, 30. März.

In Washington brachte Senator Reeds im Senat eine Entschließung für eine neue Unter­suchung der Regelung aller auswärtigen Schul­den ein. Senator ReedS erklärte, der Frieden Europas fei bedroht durch Mussolini. Einer Rentermeldung zufolge traten die Senatoren ReedS und Robinson für eine Vertagung die­ser Frage bis nach der geplanten AbrüstungS- konferenz ein, nm Italiens Haltung festzustellen.

-Zittere Europa!

Mussolini schwelgt in ESsarenträumen.

(Eigener Drahtbericht.)

Berlin, 30. März.

Ein Blatt meldet auS Mailand: Mussolinis gestrige Rede war die Fortsetzung feiner Kriegs­androhungen. Mussolini sagte u. a.: Italien soll da» England de» Kontinent» werden und die Borherrschast Italien» in Mitteleuropa soll wiederkehren, wie fie vor Jahrhunderten bestanden hat. Generaldevomo war ex­tra au» Tnpolitanien herübergeeilt und betonte, daß Italien ans dem Wege zum Kaiser- r e i ch sei und durch die Schärfe de» Schwerte» seine Weltherrschaft verankern könne.

Stille Ostern.

Auch d«r Preisabbau bi» Mai vertagt. (Prtvat-Telegramm.)

Berlin, 30. März.

Laut Pressenotiz weilt die Mehrheit der Reichsminister an den Cftcrtagen nicht in Ber­lin. Infolgedessen ist mit entscheidenden Be­schlüssen über neue Gesetzesvorlagen nicht zu rechnen. Buch die Vorlage zur Aenderung de» Wahlgesetzes wird erst nach den Operta­gen zur Bearbeitung kotckinen. Der Reichskanz­ler wird erst am 25. April die Parlamentarier wieder bei sich feiten. Damit ist auch der Gesetz­entwurf zur Förderung des Preisabbaus auf den Monat Mai vertagt worden. Der Ent­wurf ist anscheinend vor den Stuermildenings Maßnahmen zurückgestellt worden. Finanzmini­ster Reinhold äußerte fich kürzlich dahin, daß die

Steuermilderungen endlich den Preisabbau bringen beziehungsweise wenigstens einleiten würden, auf den man seit Jahren wartete. (?)

Wer soll das (eure Schulgeld bezahlens

Berlin, 30. März. Die Arbeitsgemeinschaft der Elternbeiräte bezeichnete gestern in einer Protestkundgebung gegen die geplante Steige­rung des Schulgeldes für die höheren Schulen in einer Entschließung die Erhöhung auf zwei­hundert Mark als unerträglich. Eine Kom- mission soll bei dem Minister vorstellig werden. Zum Zweitenmal überstimm

PainlevLS Kriegskredite nicht bewilligt.

(Eigener Drahtbericht.)

Paris, 30. Mär,.

Beim Budgetzwölftel für April beantragte Baron (Soz.) eine Herabsetzung der für Syrien und Marokko bestimmten Kredite um zehn Millionen als Protest gegen diese Feld­züge. Trotz des Eingreifens Painlevts und B r i a n d s wurde dieser Antrag mit 268 gegen 265 Stimmen von der Kammer angenommen. Damit ist da» Kabinett Briand abermals über- stimmt. Pmnlevt erklärte, daß die Kredite in den letzten Monaten betragen hätten 287 Mil­lionen für Marokko und 237 Millionen für Syrien. Der sozialistische Redner sorderte die sosoatiae Räumung Syriens. Briand vertei­digte die Syrienpolitik damit, daß da» Mandat vom Böllerbund gebilligt sei.

* * *

Veimkehr der Sieger nach Damaskus.

Pari«, 30. Mär». (Eigener Drahtbericht.) Die Eisenbahnstrecke noch Damaskus ist wie­derhergestellt worden. Die stanzöflsche Abtei­lung ist nach Vertreibung der Aufständischen ohne Seelüfte znrückgekehrt. Berittene Gendar- men haben kleine Drufenabteilungen zerstört.

Ehe es zu spät ist.

Wnanzminister Peret droht mit Rücktritt.

(Eigener Drahtbericht.)

Paris, 30. Mär,.

Im Finanzausschuß der Kammer erflürte heute Finanzminister Seiet nach zwei ober drei Tagen werde ein neuer FrankenstMz eintreten, und daß er nicht auf dem Posten bleiben könne, »enn bte Beratung der Finanzgesetze nicht mor- Bin der Kammer beginnen würde. Der ammentritt der Generalräte wurde auf den i vertagt, um e» dem Parlament zu er- möglichen, vorher das Budget zu verabschieden.

Teuerungskrawalle in der Lichiftabt.

Berlin, 30. März. (Eigener Drahtbericht) Laut Preffenotiz haben sich die Teuerungsun­ruhen in Pari» gestern fortgesetzt. Riesige De- monstration»züge wurden auf den großen Boule­vards durch tausende von Spaziergängern noch vermehrt. Eine Gruppe von etwa zweitausend ungen Leuten, meist Schüler und Stuben, en wurde von der Polini angegriffen. Ein Student wurde von einem Polizisten erschlagen. 36 Verletzungen und 50 Verhaftungen erfolgt.

Wenn es im Saal knallt.

Wüste Tumulffzenen in Leipzig.

(Privai-Telegramm.)

Leipzig, 80. März.

Das Polizeipräsidium teilt mit: In einer Berfammlung der Nationalsozialisten wollte der rusfifche Professor Dr. Gregor über da» ThemaDer Bkutrausch de» Bolschewismus" prechen. Bereits zu Beginn feiner Ausführun­gen stieß der Referent auf starken Widerspruch, anscheinend von Kommunisten. Plötzlich ex­plodierte in der Mitte de» Saale» anschei­nend ein FeuerwerkSkörper unter lau­tem Knall. Der Zuhörer bemächtigte sich eine ungeheure Erregung und alle» drängte den Ausgängen zu. Außerdem entwickelte sich eine ernsthafte Schlägerei. Bor dem Ver­sammlungslokal kam es ebenfalls zu Schläge­reien. Polizeiverstärkungen griffen ein. Bei zwei der festgenommenen Nationalsozialisten wurden eine Pistole und zwei Totschläger be­schlagnahmt. Drei Polizeibeamte und mehrere Versammlungsteilnehmer wurden verletzt.

Berliner Sürflenentetoner.

Berlin, 30. März. (Privattelegramm.) Ge­stern abend fanden sechs große Kundgebungen für die entschädigungSlose Enteignung der Fürsten statt. UeberaH wurde die sofortige Zuleitung de» Gesetzentwürfe» für entschäbi- gungrlos« Enteignung der Fürsten gefordert.

Aufwertung.

Die Auswirkung auf die Stabt Kassel. 1 AuS der gestrigen Etatberatungsrede von Bürgermeister Brunner.

Die preußischen Ausführungsbestim­mungen zum Anleihe-Ablösung», gesetz stehen noch aus. Bestimmt ist bereit» durch das Anleihe-AblösungSgesetz, daß bie Ge­meindeanleihen, soweit eS sich um Altbesttz han­delt, mit 12,5 Prozent auszuwerten sind lieber die Behandlung deS Neubesitzes Stichtag 1. Juli 1920 Werden erst die noch ausstehenden AusführungSbestimmungen Anordnung treffen. Tie au» der Aufwertung mit 12,5 Prozent ent« stehende Einlösungsschuld ist in 30 gleichen Jahresraten zu tilgen und vom 1. Januar 1926 ab mit 5 Prozent zu verzinsen. Entsprechend den gesetzlichen Anordnungen für das Reich, die voraussichtlich auch für die Gemeinden gleiche Anwendung zu finden haben, werden auch die Gemeinden mit der Bildung eine» Tilgnngs- st o ck s rechnen müssen. Die bestehende

Anleihefchuld der Stadt Kassel

beläuft sich, ohne Berücksichtigung der in letzter Zeit zurückgekauften Vorkriegsanleihestücke im Nominalbeträge von 3 700 000 Mark, nach Um­stellung auf rund 58 100 000 Reichsmark. Die hieraus zu bildende Ablösungsschuld mit 2,5 Prozent = 1452500 Reichsmark ist mit dem Fünffachen innerhalb 30 Jahren emzulösen. Die städtischen Schuldverschreibungen, die hiernach auszugeben sind, werben also ausgestellt in einer Gesamtablösungsschuld von 1452500 Reichsmark. Die Einlösung erfordert innerhalb dieser Zeit somit einen Abtrag von rund 7262 000 Reichsmark und einen Zinsenbetrag von 5 628000 Reichsmark, zusammen also 12890 000 Reichsmark, sodaß für bie 30 T il- gungSjahre eine gleich hoch bleibend« Jahresleistung von 430 000 Reich», mark aufzubringen fein würde. Von diesem Betrag find, vorbehaltlich endgültiger Regelung nach Eingang der Ausführungsbestimmungen, zunächst 250 000 Reichsmark in den Voranschlag der Vermögen»- und Schuldenverwaltung für 1926 eingestellt. Den Verwaltungen, die Anleihe- gelber erhalten haben, ist die Restschuld entspre- chend aufgewertet und Der gleich hohe Zinsen, dienst (5 Prozent) sowie ein Abtrag von 1/ Prozent, der die Schuld innerhalb 30 Jahren ebenfalls tilgt, berechnet. Abgewartei muß fer. ner noch werden, ob gegen die Entscheidung de» Regierungspräsidenten der Treuhänder Be« schwerde erheben wird. Der RegierungSpräfi. deut hat inzwischen de nAntrag deS Treuhän­ders auf Abkürzung der Tilgungsfrist und auf zehnfache Erhöhung de» EinlösungSbetrage» der Markanleihen alten Besitzes abgelehnt. Es ist Beschwerde beim Provinzialrat zulässig. Jnwie- weit die Stadt weiter in Anspruch genommen werden wird als Garantieverband ihrer Sparkasse kann heute noch nicht beurteilt werden. Die

Aufwertung der Sparkaffenguthaben

erfolgt gesetzlich ohne Bestellung eine» Treu- händers mit 12/ Prozent. Erfahren die An- leihen der Stadt eine höhere Aufwertung, so wird dieser höhere Aufwertungssatz auch für die städtifche Sparkasse maßgebend fein. Mit der Ausführung de» Verfahrens für die Ab. lösung der Jnhaberschuldverschreibungen aller Gemeinden und Sparkassenverbände war in Aussicht genommen, von Amswegen den Deutschen Sparkassen- und Giro- verband zu beauftragen. ZeitungSmeldungen zufolge scheinen Schwierigkeiten in diesen Ver. Handlungen eingetreten zu sein. Ob und In. wieweit die Auswertung eine Verminde­rung der Aufwendungen für die

Fürsorge für die Kleinrentner

bringen wird, steht noch nicht fest und wird, so. weit bie» bereit» jetzt möglich ist, zur Zeit tm Wohlfahrtsamt geprüft. Eine größere Zahl >er Kleinrentner wird jedenfalls in dem Um» ange, baß für sie die Bezüge auf der Stadtkafle in Wegfall kommen ober eine erhebliche Herab» etzung erfahren, nicht betroffen. Dabei ist in Rücksicht zu ziehen, daß gemäß dem Anleihe-Ab» lösungSgesetze Vorzugsrenten bi» zum Betrag« von 270 Mark jährlich bet der Gewährung von öffentlichen Unterstützungen anrechnungsfrei bleiben, und nur wenige der Unterstützungs­empfänger diesen Betrag erreichen werden.

Noch immer hoffnungslos.

Keine Stellen für junge Kaufleute.

Laut Mitteilung des Gewerkschaftsbunde» der Angestellten hat sich die ArbeitSlage im