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16. Jahrgang. Str. 16.

DienStag, 30. MLrz 1926.

Raffelet Neveste Nachrichten

moüifle FrüS- Lie Stadtballe

einen Erfolg zeitigen.

Die besten Turner sind: 1. Hans Lodwig-Bochum . Punkte, 2. Julius Endretz-Mannheim 147 Punkte.

reicht.

W. E.

151 Punkte, 2. Julius Endretz-Mannhe.m 147 Punkte. 3. Theodor König-Mannheim 142 Punkte, 4. Alfred Kargol-Bochum 141 Punkte, 5. Max Nill-Mannbeim 139 Punkte. 6. Kurt Wedekind-Kassel 138 Punkte, 7. Walter Kehrer-Kassel 135 Punkte. Götz Reul.

Fußball.

Knrbeffrn Kaffel verliert unverdient 4:3 segen B. f. L. Osnabrück. 2 ElfmeterbLlle gegen Snr- bessen bringen die Entscheidung.

Ja, mit des Geschickes Mächten ist kein ewiger Bund zu flechten. Ein Schiedsrichter namens Schön aus Dortmund gab sich die redlichste Mühe, auch ein­mal etwas zu gelten. Lediglich seine kleinlichen Ent­scheidungen gaben diesmal der technisch schlechteren Mannschaft den Sieg. Kurhefien war im Feld dem Gegner vollkommen überlegen. Namentlich die lrnke Stürmerseite Weber-Kretz zeigte ein Sviel, das her­vorragend war. Das erste Tor erzielte Weber, der Ausgleich folgte in Gestalt eines Elfmeters, da Schlemm im Strafraum an die Hand geschossen wur­de. Hier konnten die hessischen Schiedsrichter ler­nen, wie ElfmeterbLlle fabriziert werden. Weber kann dann seinem Verein durch Nachleben die Führung geben, aber der Schiedsrichter verlängert die offizielle Zeit um zwei Minuten und ein Strafstotz bringt Os­nabrück den Ausgleich Obgleich nach der Pause Kurhesien die besiere Elf war, kann Osnabrück durch einen weiteren Elimeterbull in Führung gehen, Kretz kommt dann durch eine brillante Emzelleiftung zum Ausgleich, aber einen Ball des bekannten Seeger-Os­nabrück muh Gabel noch zur Mitte geben, da er das Tor verlasien und der das Tor deckende Wuth durch Pech den Erfolg nicht verhindern konnte. Bei Kur- besien war Weber und Kretz tadellos. In der Läufer­reihe war Wurb weitaus der beste Mann der Deckung, fein persönliches Pech beim vierten Tor war durch das holvrige Gelände entschuldbar. Die Verteidiger waren im Stellungsiviel nicht überragend. Gabel war gut. bis auf den Schnitzer, der seinem Verein den Sieg kostete. W. E.

die kühnsten Erwartungen wurde« Lbertrosfen.

Ganz selbstverständlich waren nicht alle Turner aller­erste Klaffe: aber Kargo!, Lodwig. Endretz und Nill 1 waren Turner, die mit das Beste sind, was die Deut- iche Turnerschast Herausstellen kann. Datz wir unter den Turnern der Aelteren Kaffeler Turngemeinde Turner haben, die den Besten der D. T. nicht viel uachsteben. die beute noch vom Wettkampffieber befal­len waren: aber zeigten, datz sie das beste Zeug in sich haben, um in Kürze in die erste Garnitur eingereiht zu werden, das erfüllt uns mit befonderer Freude. Hier sind Kurt Wedekind und Walter Kehrer zu nen­nen, beide erft achtzehnsährig. Bewiesen gestern, datz sie gewillt sind, auf turnerischem Gebiete ihre Vater­stadt auss Beste zu vertreten. Hatten unsere Kaffeler Turner noch nicht öle für solche grotzen Kämpfe nö­tige Routine, waren sie noch zu ost ängstlich und fürchteten, es könnt«schief" gehen, so mutz man sa­gen, datz von den fremden Turnern einige arg vom Pech versolgt wurden. Besonders auffallend war. datz die meisten Wettkämpfer gerade dem schönsten aller Geräte, dem Reck, so wenig Liebe abgewinnen konnten. Lag es am Gerät, das vielleicht zu stark federte? Aber es wurden doch an diesem Gerät von Lodwig 40 und von Wedekind 38 Punkte erzielt. Nach­dem die Turner eivmarfchiert sind, werden sie Kreis- oberturnwart Schnädter-Fulda voraestellt. Alles durch- wer schöne Gestalten, deren Körperbau Zeugnis ablegt von ber Arbeit, die man an feinem Körper geleistet: DaS was wir laben, war

Kraft und Schönheit.

Datz Liefe Schönheit, Lieser Körver von künftlerifch hohem Wert, beute noch dem Auge Ler Zuschauer, dem Auge Ler Jugend, die LenAlten" in Liefer Tat an körperlicher und damit auch an sittlicher Kran nach­eifern will, entzogen wird, ist nur zu bedauern. Hof­fen wir, datz es bald anders wird. Mit

Uebnngeu em Pferd

wird begonnen. @in*8 der fchwierigsten Geräte, vor allem dann, wenn c8 «t.nfremdes" Pferd ist. Unfer Kaffeler Turner Kehrer kanntesein" Pferd, er er­zielte an diesem Gerät die höchste Punktzahl, nämlich 38 Punkte. Langanbaltender Beifall, Ler trotz des Verbotes erschallt, hier war es gesunder und berechtia- ter Lokalvatriviismus, Ler zum Ausdruck gebracht wurde. Weit hinter sich lieh er feine anderen Kaffeler Kameraden, König-Mannbeim mielte 37, Lodwg- Borbum forote Stix und Endretz 85 Punkte. Noch Mannschaftswertung erhielten Mannheim 229, Bo­chum 220 und Kassel 209 Punkte.

Geradezu fabelhafte Leistnnge«

zeittgte baS nächsteGerät", die Freiübung. Hier blieb Kargol-Bochum mit 89 Punkten der Beste: aber das mutz gesagt werden, an Schwierigkeit und Ausfiihrung gemeffen konnte keiner der übrigen Turner au» nur annähernd Liefern wackeren Westfale gleichkommen. Höchstens, datz man Lodwig noch in diese Klaffe mit einzeichnen könnte. Zwilchen dielen und den übrigen war ein großer Unterschied, auch wenn die Zam der erreichten Punkte fast ebenso hoch war. Das soll kei­neswegs «ine Zurücksetzung unseres besten derSie­ben", Kurt Wedekind, sein, 6er ebenfalls wie Endretz 38 Punkte erhielt: aber Liese Schwierigkeiten in vollendet schöner AuSfübrung, wie sie uns Kargol zeigte. Las sahen wir nur von diesem.

Bei der Mannschastswertnna ift setzt das Ergeb­nis: Mannheim 440, Bochum 458 und Kassel

445 Punkte.

Ein kostspieliges Unternehmen, bas am gestrigen Sonntag die Aeltere Kaffeler TumgemeinLe (1848) mit Lern Drei-Städie-Wettkompf Mannhetm Bo­chum Kassel sich leistete. Ein Tag der Konsirma- Honen, dazu Heller Sonnenschein und mollige Frub- lingswärme, die eher ins Freie als in die Stadtballe lockt«, in der der Wettkampf ausgetragen wurde, wa­ren BegleitumstänLe, die sicher Len Verantwortlichen qewiffe Sorgen bereiteten. Hinzu kam noch, Lab in der letzten Zeit auf turnerischem und Göttlichen Ge­biet in Kassel sehr viel geboten wurde und alle diese Veranstaltungen eines allzu guten Besuches sich ge­rade nicht erfreuen durften. Wenn dennoch einige taufend Zuschauer dem Wettkampf beiwohnten, so darf man sagen, datz Namen rote Mannheimer Turnverein 1846 und Bochumer Turngemeinde 1884 ihren Em- flutz hieraus geltend machten. Man Lars auch sagen, datz die Mitglieder der Kaffeler Turnvereine es für ihre Ehrenpflicht hielten, den veranstaltenden Verein durch ihren Besuch ,v unterstützen. Wir verbinden deshalb mit dem Dank für die glänzende Veranstal­tung Len Wunsch, Latz Ler Verein nutzer dem ideellen auch einen materiellen Ersolg buchen konnte. Die gezeigten Leistungen blieben keineswegs hinter den Erwartungen zurück, im Gegenteil,

Handballsport.

Um Li« roestdentsche Meisterschaft.

Münster 1908 besiegt 1. F. C. Wetzlar 5:3 (Halb,. 3:1)

Spielverbot im Stadtbezirk Staffel! Man wollte erreichen, datz Me vom Westdeutschen L-vielverbend veranstalteten MeisterschastSkämpfe auch in geldlicher Hinsicht einen Erfolg bringen sollten. Aber trotz Svielverbois waren höchstens 300 Zuschauer nach dem Sportplatz an Ler Frankfurterstrahe gekommen, die in sportlicher Hinsicht einen lebhaften Kampf erleben mrften. Münster brachte eine körperlich gleichmäßig« und gut durchgebildete Mannschaft heraus, die im Zusammenspiel und Fangtechnik ihrem Gegner über­legen war. Auch in Schnelligkeit waren die Mün­steraner Len Hessen überlegen und haben dadurch den 5:3 Sieg verdient. Aber Wetzlar brachte eine eifrige Mannschaft mit, die wohl in technischer Hinsicht dem Gegner nicht gleich kam, aber was KampffreuLigkeit anbelangt, eine kleine Ueberlegenheit zu verzeich­nen batte. Es wäre auch den Gästen aus Westfalen nicht so leicht gefallen zu siegen, aber der Wetzlarer Äorwart zeigte sich in der ersten Svielbälfte von einer Hilflosigkeit, die nicht übertroffen werden konnte. Bedenkt man weiter, Latz gerade der Torwart der Gäste in überragender Weife fein Tor bewacht«, ist in diesen beiden Spielern Sieg und Niederlage für beide Mannschaften zu suchen. Der Kampf wurde von dem Schiedsrichter Böthmann aus Barmen in glänzender Weise geleitet, wenn auch seine Entscheidungen manchmal recht kleinlich waren, er hatte aber gerade dadurch das Spiel jederzeit in der Hand. Störend für Zuschauer und Spieler war die wenig unterschied­liche Kleidung. Schwarz war ber Grundton, rote Strümpfe und weiße Hose erbrachten Len Unterschied. Bei Wetzlar fiel der riesige Paulus auf, der innerhalb seiner Els Ler beste Spieler war, er erzielte die Lret Tore für Wetzlar, alle übrigen Spieler im Sturm batten keinen plazierten Torschuß. Bei Münster war die Deckung der beste Mannschaftsteil, durch genaues Zuspiel zum Sturm wurde im Feld schon eine Ueber- legenheit berausgespielt. In Ler Stürmerreihe gefiel am besten der rechte Außenstürmer und Biittelstürmer. Schon 4 Minuten nach Beginn erzielte Münster das erste Tor, ber Wetzlarer Torhüter sah tatenlos zu. In der 5. Minute fällt schon das 2. Tor für fcit Westfalen, eine feine Leistung des Münster Mittelstürmers. Ein Straswurf für Münster ergibt Len 3. Treffer. Einige Angriffe der Wetzlarer kommen wohl in be­drohliche Nähe des Westfalentores, aber in letzter Minute erweist sich Ler Torhüter als Retter in höchster Not, er Sielt z. B. einige Bomben von Paulus in seiner Manier. In der 28. Minute kommt Wetzlar durch Strafwurs zum ersten Tor. Nach Ler Pause bat Wetzlar mehr vom Sviel. Aber bereits die erste Mi­nute bringt für Münster bas 4. Tor. Paulus stellt das Ergebnis auf 4:2. aber Münster läßt nicht locker, erzielt einen 5. Treffer, während Wetzlar noch einmal erfolgreich ist. Mit 5:3 bleibt Wetzlar besiegt und hat in allen Meisterschaftsspielen nur einen Punkt er-

Der Runöfun?.

Täglich außer Sonntags wird geboten:

12: Zeitangabe. Nachrichtendienst und Wirtschaft». melLungen. <$> 12,551: Nauener Zeitzeichen. 4- 8: Wirtschastsmeldungen. 4> 4: Wetterbericht der Gieße- ner Wetterdienststelle: Wirtschaftsmeldungen (schlacht- viehknrse nur Montag u. Donnerstag) Mannheimer Produktenbörse (nur Donnerstag). 4- 4,15: Nachrich­tendienst der Jnd.- u. Handelst. Franks^ a. M.» Hanau (Dienstag und Freitag). H 4,25: Wirtschafts- Meldungen. 4> 6' WirtfchaftsmelLungen (vaute und Felle täglich, soweit Auktionen stattgesunLen). ® 7: Wirtschastsmeldungen iaußer Samstagi. K 9,80: Nach­richtendienst. Wettermeldung. <K 9,85: Vergünsttgitnys- anzeiger und SvätankÜndigung H 9,45: vackevetts Svorttunkdienst <®> 9.55: Zeitvorber. H 10: Zeitangabe.

Was uns der Dienstag bringt.

3,104: Die Stunde ber Jugend:Bom Leben und Weben in der Natur", vorgetragen von Lehrer K. Stricker.Die Tage der tausend Wunder", Zur Osterzeit (Löns). Anschließend: Rättelroettb-werb mir Büchervrei'en. (Für Kinder vom 12. Jahre ab.) $ 4,205,45: Konzert des Hansorchesters: Vom Leut- schen Volkslied. 1. Fest-Ouvertüre (über bas thur. BolksliebAch, wie ift'S möglich dann"). Lassen: 2. Eichevblätter", Volkslieder-Potpourri, Moreno: 3. Zwei Volkslieder: a) Die Linde im Tal (ES steht ein Lind in jenem Tal), b) Im Wald bei der Amsel (Ge­stern abend in der stillen Ruh): 4. Schwäbische Land­ler, Lindemann: 5.Auf der Wanderschaft . Pot­pourri, Manfred: 6. Schwälmer Tänze, Lewalter: 7. Zwei Volkslieder: -) Svinnerliedchen (Spinne, meine liebe Tochter), b) Schwäbisches Volkslied (Guten Morgen, liebes Diesel): 8. Schwäbischer Liedermarsch, Lindemann. Mitwirkung: Kurt Richter-Gießen (Ge­sang). <s> 5,456.10: Die LesestunLe: Ans dem Ro­manPitt und Fox" von Friedrich Huch. Sprecher: O. W. Stubrnann. <K> 6.156.45:Die Aufwertung der Svargnthaben", Vortrag von Dr. Schoor von der Naffanischen Sparkasse.. H 6,457:lieber Rugbo". (Zum Besuch der englischen Rugbvmann- schäften in Frankfurt), Vortrag von Dr. Paul Laven. <$> 7: Uebertragung aus bem Frankfurter Opernhaus: Die lustigen Weiber von Windsor", Komifch-vban» tastische Over in drei Akten nach Shakespeare, Musik von Otto Nicolai. Personen: Sir John Falstaff: Flittb, Reich' Bürger: Fenton: Junker Spärlich' Dr. Casus: Frau Flitth: Frau Reich: Jungfer Anna Reich. Ort: Windsor. Seit: 17. Jahrhundert.

Die größten Sonnenflecken seit 50 Jahren

Aus der Sonne sind in letzter Zeit wieder dunkle Flecke in großer Zahl und beträchtlicher Ausdehnung erschienen. Die Fleckenbildung ist bekanntlich nicht fortgesetzt gleichmäßig, viel- mehr zeitweise recht schwach und zu anderen Zeiten ganz erheblich Die Maxima (und dre Minima) folgen sich in Abständen von etwa elf Jahren. Das letzte Maximum fiel in das Jahr 1917. das letzte Minimum 19'24, sodaß wir erst 1928 wieder eine aufs höchste gesteigerte Fleckrn- bildung zu erwarten hätten. Tatsächlich smd aber jetzt schon Fleckengrvppen von allergröß­tem Ausmaße erschienen. Eine von diesen, die jetzt auf der yördlichen Sonnenhalste in 20 Grad Breite sichtbar ist und am 25. Dezenter 1925 und wieder am 22. Januar 1926 die Mitte der Sonnenscheibe passierte, gehört zu den drei größten, die in den letzten fünfzig Jahren ge­sehen worden sind. Man konnte sie, wenn man die Sonne durch ein geschwärztes Glas hindurch betrachtete, leicht mit bloßem Auge wahrneh­men. Die Gesamtlänge dieser Fleckcngruppe betrug nach Angaben von Prof. Hole (Chicagos nicht weniger als 200000 Km. Der Hauptfleck halte einen Durchmesser von 56000 Km.

Gffe Flecke sind in Wirklichkeit nicht schwarz, sondern sogar sehr hell. Ä0 Mal so hell wie das Licht des Vollmondes. Sie erscheinen nur deshalb so dunkel, weil man bei ihrer Betrach- tung das Sonnenlicht stark abblenden muß, um eine Gefährdung der Augen zu vermeiden. Wahrscheinlich bandelt es sich nicht um eine Art von Schlackenbildung infolge lokaler Abküh­lung, wie man früher glaubte, sondern nn Ge­genteil um eine Eruption von Magen glühen­der Gase und Dämpfe aus dem heißen Innern

der Sonne heraus, also um vulkanische Aus­brüche allergrößten Maßstabes, die mit elektri- chen u. magnciisch.Erscheinungen pararell gehen

In zweifellosem Zusammenhang mit diesem großen Sonnensleck stehen die magnetischen Störungen, die am 26. Januar d. I. eine Art von magnetischem Sturm gaben; in den letzten 'fünf Jahren halten wir keine derartige Erschet- nung von größerer Stärke. Zu gleicher Htzit hauen Nordamerika und Norwegen ausfallende Nordlichter, die gleichfalls mit dem Sonncnflcck einwandfrei ursächlich zusammenhängen. Auch die Störungen unserer Lufthülle stehen damit in Verbindung. Da durch das Auftreten dieser großen Sonnenfleckengruppe die Wahrschein­lichkeit vorliegt, daß auch bet uns Nordlichter häufiger austreten, so achte man m der Abend- dännnerung auf den Horizont im Norden und Nordosten. H. Götte, Kassel.

Waldlauf im Westdeutschen Spielverband.

Der «estrige Sonntag war vom WeftLeutfchen SvielverLanL znm Austrag Ler WaldlaufmeiiterfcLaf- ten angesetzi roorien. Man kann wotzl sagen, öa6 dieser Termin so unglücklich wie möglich gewählt wurde. Auch in Len Reihen, der Führer muß man sich sagen, Latz ein hoher kirchlicher, Feiertag, als wel- (6er der Palmarumsonntag nun einmal anzufprechen ist. sich nicht zu einer derartigen Veranstaltung eignet. Nicht nur Ler einiedenLe Regen war schuld daran, datz sich nur einige hundert Zuschauer emgesunden batten, vielmehr ist auch der sehr schlecht aewahlie Zeitpunkt daran schuld, daß sich die Veranstaltung nicht von der Zugkraft erwies, wie in den Boriahren. Man mußte feine Freude daran haben, Latz sich dennoch viele jugendfrische Leute eingewnden haitettt die der wirklich guten Idee eines Waldlaufes huldigen wollen. Zu bedauern ist lediglich der Umstand, Laß man Len Kampf um die Plätze noch nicht ausgeschaltet hat. Namentlich am Ziel konnte man Läufer sehen, Die ihre Kräfte weit Überschätzt batten und so mögen die'Zuschauer, welche geradeSt- in schlechter körper­licher Berfaffung einkommenden Leute iahen, sich kein richtiges Bild Lavon gemacht haben, waS man «igent- lich mit dem Waldlauf bezwecken will. Hoisentlich ringen sich die Führer der Bewegung zu, der Stuftet« funs durch, daß ein Waldlauf Waldlauf bleibt und keine Rennveranstaltung werden soll, dann Erden nicht nur die Teilnehmer, sondern auch die Zuschauer ihre belle Freude daran haben. Es war immerhin ein erhebendes Bild, als 6ie otelen Lauser sich am Start einfanden und als die Erstlinge auf die Reife geschickt wurden, sah man eine schar forscher Sunjen, die sich nicht vor einer körperlichen Anstrengung furch­ten. Der Boden war durch den Regen glatt gewor­den und die schönen weißen Jersevs verloren bald das schmucke Aussehen. Gerade Bet den Erstlingen und Anfängern mutz man mit besonderer .Genug­tuung feststellen, datz die großen Vereine nicht die Preisträger waren, soivdern kleinere Vereine, ine aber ihr« Arbeit an Ler Jugend genau so ernst nehmen, waren hier die erfolgreichen. Allgemein war man auf den Ausgang des Nennens der Senioren «efvannt. Im Vorjahr war die Vorherrschaft Les V. f. L. Hef- fen-Preutzen so groß, daß ein Sieg außer Frage stand. In öiefem Jahr ging Sportverein Kuraeffen mit gu­ten Aussichten in Len Kamps, zumal der Langstreckler Walpert von Seffen-Preutzen infolge anderweitiger Verpflichtung nicht mit laufen konnten. In diesem Rennen blieb Kurheffen-Poli.zei erster Sieger tn ber Einzelkoukurrenz unb auch in der Mannichafiswer- tung. Wir lassen nachstehend dte Ergebniffe Wen. Erstling«' 1 Bar Koch La 16 Punkte. 2. Sport­verein Hessen 1909 21 Punkte. 3. Ballsvielklub Svort Kassel. 4. Sportverein Niederzwehren. Anfänger: 1. Staffelet Sportklub 1903 13 Punkte. ,2. B. f. L. Hessen-Preußen 15 Punkte, 3. Sportverein Hermama 31 Punkte, 4. Sportverein WilSelmshöbe 51 Punkte, 5. Sportverein Hessen 1909 56 Punkte. I an toten: 1. Heffen-Preutzen. Senioren: 1. Sportverein Kutheffen 1893. w- E.

hat, gilt sein dreifachesGut Heil" den 21 Turnern, die heute ihre Kräfte gemessen und so zur Verbreitung des Tutngedankens Beigetragen haben.

Die Kaffeler Turner

hielten sich gegenüber der starken Konkurrenz seht gut. Was noch feilt, ist zunächst Wettkampsersahrung, dann aber auch Anregung ,u neuen Hebungen von außen ter. Was uns die 48et zeigten, war die gute alte Schule, ohne aber den neuzeitlichen Uebunaen gerecht zu werden. Weitaus die besten Turner waren Wede- kind 138 Punkt« und Kehret 135. Punkts Heinrich schneidet folgt mit 124, Börner mit 123, Dietrich nut 119. Paul Schmidt mit 118 und Kurt S-egk mit 113 Punkten. , , ,

Wie gefast, es fehlt noch an manchem: aber auch oftmals spielte das Pech eine große Rolle. Trotzdem unserer Kasseler Mannschaft für das . wacker« Staud- Balten unteren Glückwunsch. Noch eine Frage: Wie wäre «s mit einem Kunstlutnwettkamvf unter den Kaffeler Vereinen? Et würde feine Zugkraft nicht verfehlen und ebenfalls aus turnerischem Gebiet

Die Süddeutschen haben also ihren Vorsprung etwas vergrößern können. Das dritte Gerät, der Barren, sieht die Kaffeler amStert". Ein vielversprechender Anfang ist «s, den Schneider macht, denn mit 83 Punkten wird feine Hebung bewertet. . Nur geringe llnterfchiede in der Punktanzahl sind bei den Kaffela- nern zu verzeichnen: aber die Gegner brillieren, sie fahren mit schwerstem Geschütz auf: Nill-Mannbeim und Lodwig-Bochum erreichen die volle Punktzahl 40! Stir-Mannheim bringt es auf 89 und Kargol-Bochum sowie Endreß-Mannheim erzielen 38 Punkte. Das MannfSaftseraebniS zeigt jetzt einen weiteren Vor­sprung der Mannheimer an; sie erzielten zusammen 728, Bochum 689 und Kaffel 664 Punkte. Als letztes Gerät kommt _ .

das Neck

an Me Reihe. Der Vorsprung Ler Mannheim«: ist so groß,, datz man es für unmöglich halt, datz die Süddeutschen von den Westfalen noch überholt roer- den könnten. Und beinahe wäre es doch noch möglich geworden ... nur mit einem Punkt Unterschied fuhrt Mannheim mit 910 vor Bochum nut 909 Punkten. Kassel erzielte 870 Puntte.. Ttt Höchstpunktzahl an diesem Gerät erzielt Lodwig-Bochum mit 40 Punk­ten, ihm folgt der Kaffeler Wedekind mit 38 Punkten.

Das Endergebnis lautet:

Mannheim 813, Bochum 800, Kaffel 757 Punkte.

Hierbei ist ,u berücksichtigen, daß Bf Feststellung des Endergebnisses nur die Wertung der sechs Betten Turner zur Berechnung herangezogen wurde. Bei der Preisverteilnng Bringt Kreisverireter Engelhardt zum Ausdruck, datz die Wettnmer den Beweis abge­legt hätten, datz Kraft, Wille und Energie ,u grotzen Zielen und Taten Befähigten. Dieken Turnerkamof könne man mit einem Bölkerkampf bezeichnen, Tur­ner vom Neckar und aus Westfalen hätten 6ter um die Palme des Sieges gerungen. An Stelle des Partei- zwistes müßie in Deutschland der friedliche Wettkampf treten, das Einigende müsse allem voran gestellt wer­den. Deuttchland fei gefallen, fo tuBrie der Redner aus, und sagt, auf die Turner zagend, ober feine Eichen stehen noch. Die Tentfche Tumerfchaft wolle die Eichen wachsen

lasten und sie Betreuen zum Wohle des deutschen Va­terlandes. Nachdem et den Siegern aus Mannheim den Eichenkranz mit den goldenen und den Bochumemi den Eichenkran, mit den silbernen Eicheln überreicht

KaNI-Bochum-Mannheim.

Der gestern in Kassel abaehaltene Städtekampf im Kunstturnen Mannheim, Bochum, Kassel wurde von Mannheim mit 813 Punkten gegen Bochum mit 800 und Kassel 757 Punkten gewonnen. Der beste Einzelturner war Lodwig-Bochum.

Karfreitag und Sport.

Ein« KnndseBnng des Sirchenkreisvorftandes.

Die Bemühungen der evangelischen Gemeinden ha­ben zum Ziel, den Karfreitag in seiner herben Größe unb gewiffenweckenden Kraft zum Heil des wirtschaft­lichen und gesellschaftlichen Lebens unteres Volkes sicher zu stellen. Darum haben auch die evangelischen Gemeinden um Schließung des Staatstheaters gebe­ten. darum müssen wir aber auch, wiewob! wir Sport und Sviel für die Gesundung unseres Volkes hoch- schatzen, sehr beklagen, datz selbst der Karfreitag von einem großen Svortwettkampf nicht sreigehalien wird. Wir werden in unserem Kampf für den Karfreitag nicht nachlaffen und hoffen auf den Sieg her besseren Einsicht. Bachmann. Kreispsarrer.

KaffklerGammiungen

Johannes Mollenhauers Musikinstrumente.

Unter den privaten Musikinstrumentensamm- luugen (soweit sie cs sich zur Aufgabe setzen, innerhalb einer Jnstrumentengruppe die Ent­wicklung jedes ihrer Glieder bis in früheste Zei­ten zurückzuverfolgen und mit Beispielen zu be­legen) steht die Holzblasinstrumeniensammlung der Fivma G. Mollenhauer und Dohne, Kassel, an führender Stelle. Die prächtige Sammlung war bisher nur einem verhältnismäßig kleinen Kreise bekannt. Aus diesem Grunde ist es dop- < pelt zu begrüßen, daß sie durch eine Ausstellung ' im Kunsthause Messing der Oefsentlichkett zu- t gänzlich gemacht wurde. Mit Freuden kam ich ] dem vom Kasseler Rundfunksender an mich ge­richteten Wunsche nach, die Ausstellung cinzu- , richten, im Sender über die Entwicklung der i Holzblasinstrumente zu sprechen und die Rund- funlhürer mit erläuterndem Vortrag durch die : Ausstellung zu führen. Ms ich den Entwick- lungsgang innerhalb der einzelnen Jnstrumen- lenthpen durch Aublasen der Instrumente auch in klangliche Erscheinung treten ließ, konnte, niemand ein Staunen über die Klangwand­lung innerhalb der Jahrhunderte unterdrücken. Besonders lehrreich war es, als Herr Kammer- rnusiker Lohmann vom Staatstheater erst auf dem ältesten konzertfähigen Klarinettenmodell, der Denner-Klarinette, und dann auf der mo­dernsten Mollenhauer-Klarinette mit gewohnter Meisterschaft blies. Gerade dem klugen Zusam­menarbeiten der Firma Mollenheuer mit den ersten Bläsern besonders des Kasseler Staats­theaters ist ein großer Teil des Fortschrittes zu­zuschreiben. Der Schöpfergeist, Johannes Mollenhaucrs, der Führer des Hauses, ist uner­müdlich tätig, die Vervollkommnung der Instru­mente, sofern sie übcrhanrpt noch denkbar ist, zu fördern. Gerade hierfür lieferte eine ebenfalls ausgestellte Klarinette den Beweis, welche für einen Musiker erbaut wurde, dein zwei Zeige­fingerglieder der linken Hand fehlen. Aber in­nerhalb der Klarinettengruppe war es mit dem Belegen der Entwicklung von Denner bis zur Moderne nicht getan, auch Bassetthorner, Lie­besklarinette, Baßklarinette und der indische Tiktiri, die Kürbisklari nette, belebten den Gesamteindruck dieser Gruppe. Dementsprechend zeigte die Entwick­lungsreihe der Doppelrohrblattinstrnmente eu­ropäische, indische und afrikanische Schalmeien. Oboen ältester Art, nach und nach verbesserte Typen bis zur modernen Mollenhauer-Oboe deutscher und französischer Bauart, dazu Oboe Lamour, Englisch Hörner und die klangprach» tiqe Baritonoboe. Pommer und Baßanello be­gännen die Entwicklungsreihe der Gattung, de­ren Glieder man, seitdem man das Jnstrumen- tenrohr, der Handlichkeit halber, zu einem .Bündel' (fagotto) geknickt hatte, den Namen Fagotto führen ließ. Vom heute nicht mehr ver­wandten Diskant- u. Quartfagott bis z. Kontra­fagott mit einem Umfang bis zum Sub-Conra-A wären auch hier die einzelnen Entwicklungs­und Vervollkommnungsstufen belegt. Ten prin­zipiell ältesten Flötentypus zeigte eine japanische Längsflöte. Block- oder Schnabelsloten bilde­ten die Brücke zur Querflöte, deren Entwick­lung über den sriderizeanischen Typus und die alte Meyerflöte vis zur nen;e!tli.chen Böhm- flöte aus Holz oder Silber mit sehr zahlrei­chen Beispielen belegt wurde.

Besondere Bewunderung erregte die Wärme und Tonfülle einer Altflötc, wie sie u. a. auch in Pfitzners .Palestrina' wieder Ver­wendung findet. Auch für Freunde der Jazz- Mustt gab es etwas zu lernen: Die gestaltltche und klangliche Verwandschaft des Saxophons mit dem alten Pußter-TLrogatö wurde an aus- gezeichneten Beispielen verdeutlicht. Ein Kon­zert auf historischen Instrumenten soll demnächst der Ausstellung folgen. Dr-FriedrichSt-.chtenoth.

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