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Kasseler Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

eothnnnea».

Sonata-, 28. März 1926

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Einzelnummer 10 Pf Sonntags 18 Pf. 16. Jahrgang

Nummer 74. Einzelnummer IsiPf, Sonntags 15 Pf.

Dir ttaNele, «tneften «acknckie» etWtneit moetntH» De, AbonoemenlSoreiS betragt tüt den Monat L. * tn« Vans, tn der «etoäftefteUe abathot ILO /. ®u«6 bte .... anslcklietzlick Zutteünnasgebübr. Verlas und Redaktion ««lachidolftrabe SE Serniorecker 651 und 952. ftür nnverlang, einßklandie Beuräge kann die Re. daklion «ine Beraniwonun, oder Gewähr tn keine« Kalle übernehmen. .RUS- Zahlung des Be-ugSgeldes oder Anlorüibe wesen etwaiger nick« ordnungsmahigee «itieruua auegelLllllle». Poltlcheckkouro Btantfun an Main Nummer 6380.

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Ramek bringt uns Brubergrühe

Preußens Regierungssront wankt.

(Brief aus Wiesbaden.)

entrumsmit-

rn, eben sowenig aschasten im Jn- VoKsgebilde sich

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in Reinkultur. Wir nicht los. Aber erst

Sind und erfrort

Der Geilt von werden die Bro: England! - ! bleibt den Bürg

___________- Die Er- nu kommt btt Tag der

Berlin, 27. März.

Die Sitzung des htierfrattioneOcn Land- rags-Auöschusscs, an der die Mitglieder des Kabinetts teUwchmca, war 6,20 Uhr zu Enbe. Eine LanDtagSauflüfung kommt nicht In Frage. Di« letzte Entscheidung lieg, natürlich beim Sa. binett ES wurde daraus verwiesen, daß in die unbesriftete Zwischenlösung für die HauszinS- fteucr vorlicgt und daß dne eventuelle Verlän­gerung bei in dieser festgelegten Bestimmungen über den t Juli hinaus möglich ist. Auch an oen Betroffenen DilppfUtonen ändert sich nichts.

»raun erholt sich vom Schreck.

Berlin» 27. März. (Privat Telegramm.) Der preußische Minifterpräfldent Braun ver­läßt heute mit Urlaub Berlin und begibt sich nach der Schweiz. Er kehrt erst am 16. A P r i l wieder nach Berlin zurück.

Aber vorläufig keine LandlagsauflSsnng.

«ein Grund zur Auslösung. - DaS ulte Gesetz läuft weiter. - TO« 198 gegen 192 Stimmen. Das Zentrum als Sündenbock. Braun füh« sich nicht bedroht.

London. 27. März.

Wenn Chamberlain in Soeurno dir polnisch kranzöflschen Abmachungen kannte, und wenn er

Wenn fleh die Seelen finden

Oesterreichs Bundeskanzler in Berlin empfangen.

(Durch Fuuksvrnch.t

Berlin, 27. März.

Bundeskanzler Dr. Ramel isi heute vormit­tag 9 Uhr auf dem Slnbaltct Bahnhof einge- rrosfen. Zu seinem Empfang waren erschienen Außenminister Dr. Stresemann In Bertretuns ,eS Reichskanzlers, Staatssekretär Kempner. ferner der österreichische Gesandte Dr. Frank und der tschechische Gesandte Dr. Krefta. Rae: kurzen BegrützungSworten begab sich Dr. Rame- auch der österreichischen Gesandtschaft.

sung deS Landtags; die Kommunisten schlossen sich ihr an. Die Demokraten gaben un­verhohlen ihrem Erstaunen darüber Ausdruck, daß während der Abstimmung fünf Sozial­demokraten und sechs Z

Das Nächste zuerst.

Wohin treiben wir?

Gottlob, der große Steuertours ist gelungen und der Reichstag wird alsbald die befruch­tende Saal dem brachen, ausgedörrten Wirt- schaftsacker anvertrauen. Die streitbaren Par- teimaiavore und der Millionenjongleur R ei n« hold selbst, sie haben alle ein Loch zurüüstecken muffen vor den dumpf und schrill in den Stra­ßen heranrollenden Arbeitslosenwogen und der noch immer hoffnungslos starrenden Jn.ruistrle- Verödung. So schmieden denn in der heißen

glieder abgereist waren; nur dadurch war die Ablehnung möglich. Die Kommunisten beantragten als ersten Puntt für heute die Auflösung des Landtags und die Vornahme von Neuwahlen am 8. Mai 1926. Ihr Wunsch scheiterte am Widerspruch der ^Regierungsparteien. In allgemeinem Aufruhr sprach Präsident Bartels die Vertagung der Sitzung auf den heutigen Sonnabend aus.

Deutschland davon nichts mitgrteiU hat. bann kann er nicht von der Beraniworilich- keit für den Zusammenbruch freige­sprochen werden. Ferner hat Chamberlain es auch unterlassen, Auskunft darüber zu geben, warum er Spanien erst im letzten Au­genblick mitteilte, daß die spanische Forde­rung von Großbritannien nicht unterstützt wer­den könn, falls eS die Zulassung Deutschlands in den VölkerbundSrai behindern werde.

3t eCer mit öen Schranken.

Der österreichische Bundeskanzler Ramek er klärte in einer Unterebung mit einem Londoner Berichterstatter, fein Besuch in Berlin, der eine formelle Erwiderung der Besuche des ehemali­gen Reichskanzlers Dr. Mar, und Stresemonns in Wien sei, bezwecke, die engen und herzlicher Beziehungen zwischen den beiden deutscher Staaten in Zentraleuropa zu betonen. Er habe in Kens sepgestellt, wie freundschaftlich die nach­barlichen Beziehungen feien, und seine Serif aer Reise werde diese Freu-dschast nur nod nachdrücklicher besegeln Natürlich werde raar auch die notwendige Entwicklung der deutsch österreichischen Handelsbeziehungen erörtern.

Shamberlaln ist mitfdtalöig

Unverzeihliche Mißgrifte in Gens.

(Eigener Drodtdericht)

Freiheit?

Wiesbaden, 20. März.

Ich habe bis jetzt vom Spiritismus nichts gehalten, seit gestern bin ich bekehrt, da ist der materialisierteGeist von Locarno" hier an meinem Fenster vorbeigekommen, tadellos Sefleibet in braun Khaki und auf einem kolosss- m englischen Tank einberratternd. Düstere Ge­danken quälten mich dabei, dieenglische Krankheit", an der wir leiden, meldete sich in ganzer schrecklicher Größe... Tatsache: Am zwei« ten Februar sollten die Franzosen uns verlassen haben, im unbesetzten Gebiet nimmt da- ja wohl jeder an, aber heute noch beherbergt Wiesbaden hundert französische Fa- Milieu neben fünfhundert englischen, auch diverse französische BureauS sind noch vorhan« den. Immer noch begegnen einem, die ganze Breite deS Trottoirs einnehmend, französi­sche Offiziere, mir kommt- vor jetzt mit so ganz besonders frechem und herausfor­derndem Benehmen, immer noch geht der ge­schniegelte Poilu neben seiner geschminkten Ma­dame her mit der Markttasche am Arm zum Einkäufen, und rast das Frachlauw mit der anheimelnden Inschrift:Republique Francai- fe* in unvorschristsmäßig schnellem Tempo um die Ecken. Unsere neuen englischen Herren sind sich ja zwar spinnefeind mit der Gesell­schaft, aber hier sortzubekommen scheinen sie sie doch auch nicht, und das will was heißen, denn sonst regiert England hier wirklich mit Vorbild- licher Routine. Das, waS sich zuerst so sanft, so kleckerweise anließ, hat sich zu einer ungeheu­ren Invasion ausgewachsen. Wie eine Sturm­flut ist Britannien über uns gekommen, alles überschwemmend, alles mit sich fortreißend.

Gelbbrauner Khaki, tarierte Hochlandsbuxen, wenn nicht gar die kurzen schottischen Röckchen und nackten Knie, füllen die Straßen. In Mas­sen blüht daneben daS englische Familienleben. Wie die Orgelpfeifen marschiert heranwachsen- de Jugend neben militärischen Eltern, son­derbare Kinderwagen fahren unbeanstandet von der Polizei in den geheiligten Prom-nadenwe- gen und lassen weitblickende Hoffnungen auf weiteren englischen Nachwuchs offen. Gott weiß, wie die Sturmflut noch anwachsen tarnt, wie der ungeheure junge Kuckuck die rechtmäßi­gen Eigentümer des deutschen Nestes noch mehr bedrängen wird. Beschlagnahmt: Wir ken­nen es ja von den Franzosen, daß man unter freundlicher Besatzung nirgends seine« SebenS sicher ist, aber fetzt spielt sich die Sache groß­zügig ab. Zuerst ging« los mit der Hin­denburg-Brücke bei Rüdesheim, die täg­lich zwei Stunden gesperrt wird, nur damit derD-Zug Wiesbaden-Calais* (wer lacht da?) sie ungehindert passieren kann, bann kamen Kirchen, Schulen, Krankenhäuser, ja sogar daS größte Kino an die Reihe, von Klei­nigkeiten, wie ganze möblierte Villen, gar nicht zu reden. Und alles mit so biederer ehrlicher Selbstgefälligkeit, mit dem Brustton der lieber« zeugung, so einfach ans dem Handgelenk heraus. Ha, was muß solch elender deutscher Woh- nungSinhaber aber auch glücklich sein wenn er einem Sohn deS stolzen Albion all das überlas-' fen darf, waS ihm bisher als bescheidene Hei­mat anS Herz gewachsen war. Wie muß sein Her; in Dank jubilieren, wenn dieserPositi­onswechsel" ohne Borkämpfe undFoot Mat­ches' ablief! Gern, gern wird er dabei die Ko­sten deS Unternehmens tragen, wird alle Aende« rungen, alle Neuanschaffungen, wie verlangt, aus eigene Rechnung übernehmen und eine Ehre darin setzen, seiner Einquartierung auch noch zur nötigen Reinlichkeit zu verhelfen, indem er all die verlangten Bäder (tn einer Etage sinds toöck-ntlich deren Hundert) gratis liefert. Denn Geld bezahlen? Aee, das tut der Engländer nickt gern, Deutschland soll ja kein bi^ssneß* macken mit der Besatzung. Wer mit britannischen Einnahmequellen gerechnet hat, der ist schon von vorne rein der Betrogene, vorne weg die Kaufleute, denn alles, was irgend angängig, kommt mit eben demD-Zug Calais- Wiesbaden" aus England, sogar die Lebensmit­tel Wit lernen Völkeitvpen kennen. Erst die Franzosen! Oelig höflich, arrogant, mißtrauisch, ängstlich, überall umherspionierend, kleinlich gemein und chikanierend, und nun die Englän­der. Wenn mans nicht wüßte, daß sie daS auserwählte Volk Gottes" sind, jetzt würde eS

uns das nebelhafte Phantom eine« Vanruropa vom Jahre 2000, wenn man uns nicht einmal einen der vierzehn Wilsonpunkte, das Selbst, bestimmungsrecht. zum Ausbau von Groß­deutschland, zur Befreiung der Saar. Ober- scklesienS, Danzigs und der geknebelten Min­derheiten zubilligt! Die Gefahr für at^-r.sche Schöngeister, sich an fernste Dinge zu neueren, statt aus eignem Oedland zu roden, zu bauen, einzureißen, ist heute stärker als je. weil man nach dem Vorbild des Weimarer Olympiers vor der Misere des Tages sich nur zu gern auf weichen west östlichen Diwans in holdere Traumwelten einspinnt. Aber abgesehen da­von. baß dieser teilnahmlose Zug jenem die jun­gen Verehrer damals und heute entfremdete, die das Manko dieser großen Menschenseele schmerzlich empsanden, ziemt solche Weltslucht immer nur dem Jupiter und nicht... dem Rind.

Este wir nicht den Weg ait8 Arbeftsloien- und Wohnunqselend, a"S Tenerun-gs« und Wirtschaftskrise, aus Fürsten, und Flaggenstreit, au- Dawes« und Steuero* gefunden haben, sollten wir uns mit den Vereinigten Staaten von Europa nicht allzusehr die Köpfe ver­drehen. Erst über die Brücken Grobdeutsch­lands. durch die Kanäle europäischer Zoll­unionen und Wirtscka'tSvertri^e, werden sich im reißenden Strom aemeittfamer Daseinsnöte die Herzen, die Hönde der verzweifelten Schwimmer entgegen strecken. Heute ist es Oesterreichs Bundeskanzler Dr Ramek. des­sen Name als Liebling der Entente bisher kei­nen allzuguten Mang in den fchwarz-weißen Grenze fahlen hatte, auf den sich nicht nur un fere Augen erwartunasvoll richten. E- kommt als Wegbereiter und Vorläufer eines große, r e n und freieren Deutschlands und bringt nnS ein Stück der österreichischen Herzen mit der Sehnsucht, einzugeben in die große Hei­mat der Nation, mit.

Freilick wird Politik nicht mit dem Herzen gemacht nnb wir dürfen uns nicht verhehlen, daß sich riesenhafte Hindernisse dem heißum- rnnaenen Ziel entaeaenflemmen Zwar wird der Strom des Wirtsckast?a"Sta'ifcks bald stär­ker und zwangloser iwischen Berkin und Wien fluten und der geistige Zusammenschluß wird

Sine schwere Schlappe.

DaS HanSzinSstenergesetz abgelehnt. sPrivai-Telegramm.)

Berlin, 27. März.

Im Landtag setzt« sich gestern Ftnanzminister Dr. HS p k e r-A s ch o f s nochmals für das Haus- zinssteuergesetz ein. Er verwies auf bi« soziale Gestaltung her Vorlage und darauf, daß ein Kredit von 200 Millionen Mark für die Länder zur Linderung der Wohnungsnot zngefagt wor­den sei. Wie peinlich genau «6 auf jede ein­zelne Stimme ankam, wurde bei der Ent­scheidung über einen Antrag (Vpl.) klar, der die steuerpflichtigen Wohnräume hauSzinS- steuerfrei lassen wollte, deren Bewohner ein Jahreseinkommen von nicht mehr als 1500 Ml. haben. Dieser Antrag fiel mit 198 gegen 192 Stimmen. Bald darauf kam eS zur Schluß- abstimmung über die ganz« Vorlage. Die Spannung wat im ganzen Hanfe groß. ES bil­deten sich Gruppen erregt diskutierender Paria, mentarier. DaS Ergebnis der namentlichen Schlußabstimmung bracht« mit 198 gegen 195 Stimmen di«

Ablehnung der Borlag« und wurde im ganzen Hanf« mit großem Tumult ausgenommen.

Bi« Rechte verlangte stürmisch nach Anslö-

sich unlösbar verketten. Aber der Wiener Send­bote wird den gleichen Besuch auch in Prag, ab- itatten und auch hort die Wirtschaftssäden enger knüpfen. Wie der argwöhnische Musso­lini dies« FreundschaftSbezeugunge- " men wird bleibt abzuwarten. Jedenfalls den sie seine EinkreisungSpläne sehr rasch rei­fen lassen, wenn eS zur Zeit auch den Anschein bat, alS wäre auch der große Kriegshetzer Deutschland gegenüber in letzter Zeit persön­licheren SinnS geworden. F. R.

Esse der Rot bte sonst reichlich geschwätzigen und parteiblinden Wichtelmännchen den Staats- haushalt zusammen, der zum ersten Mal seit den Umsturztagen schon lum 1. April eine klare Bilanz ziehen, mit dem Zaubertrank geschenkter Millionen den halb verwesten Wirtschastsleich- nam wieder auftumpen und... das Wunder des Preisabbaus vollbringen soll, das unS, wie lange noch? alS Fata morgana von den amt­lichen Wetterpropheten vorgegaukelt wird. Man lasse nun die junge keimkraftige Saat im Mor­gentau der Geneiung inS Kraut schießen.,lasse Minister und Kanzler in der PrariS ihre Fähig- kett erwiesen und halt« nur di« Räder der müh­sam vorwärts keuchenden Dampstvalz« tn ©djtoung. Jede offene nnb heimliche Krisen- macherei ist zur Zeit nicht weniger eine Tod- sünde wider den heiligen LebenSprozeß der Ration wie die idiotischen Umtriebe wahnw.tzi- St Desperados, die nicht nur mit dem Leben

ter Schlachtopser, sondern mit dem Schicksal Von Millionen ein verbrecherisches Spiel treiben.

Ebensowenig tote wir uns den Zugang zum großen Weltraum erzwingen können ohne an den Säulen des Herkules, Locarno und Lol- lerbund, vorbei ausS hohe Meer nationaler Geisteshaltung hinauS zu steuern, ebensowenig werden je die chaotischen Leidenschaften im Iw nern zu einem sonnenhaften VoFsgebilde sich zusammenballen, wenn nicht der Geist der Ver- föhnuu«, der Gerechti«!eit, geläuterter Tole­ranz dienender Gemeinschaft sich auf uns wie eine Erleuchtung niederläßt. WaS tut b?r Staat, um hier Seelsorge zu üben, wenn Kirche und Schule die räudigen Schäfletn nicht mehr betreuen? Oder will man diese Kulturmissio- aen allein der Presse, der Bühne, dem Rund­funk und... dem Zufall übertönen, die in lan­gen, langen Pausen durch Staatsmänner, and Ministerreben, durch Dtchtermanifefie, durch fromme Gebete di« reine Glut sittlicher Ver­antwortung, brüderlicher Verbundenheit in bet zerklüfteten Volksseele aufschüren? Was nützt «nS ein Sitz im Bölkerbunpsrat, <venn h'tner 8m nicht die geschlossene Faust e.nes echzigmillionenvolkes sich reckt? Was .rommt

Au früh abgereift.

Sie ließen b»8 Zentrum in der Patsche. (Pttvat-Telearomm»

Berlin, 27. März.

AnS Zentrumskreisen wird mitgeteilt: Der Fall des Hauszinssteuergesetzes kann für Preu­ßen unabsehbare Folgen haben. Soviel steht jetzt bereits fest, baß eS ZentrnmSabgeorb» nete finb, durch die diese Situation zum min­desten hätte verhindert werden können. EL mutz leider festgestell» werden, daß wenigstens sieben Mitglieder des Zentrums sich vor- zeitig entfernt haben, trotzdem st« sich klar dar­über waren, baß eS bei bet Schlußabstimmung auf jede einzelne Stimme ankam. Wenn vier von biefen sieben Abgeordneten da waren, war die Annahme des Gesetzes gesichert. Man hält biefeS Verhalten für umso unent­schuldbarer, alS durch sie die Verantwortung für die Vorkommnisse auf dem Zentrum liegt

Llnd tote tolrb es tm Herbst?

London, 27. März. (Eigener Drahtbericht.) Lord Grey bezeichnete gestern in einer Red ­in Birmingham die Genfer Vorgänge alS schwere Erschütterung. DI« dunkele Seite b'r Genfer Serotunn war bi« Neigung zum Tausch­handel, der steht aber eine größere Hingabe an den Völkerbund gegenüber. Grey glaubt, daß beim Wiederzukammenkommen der Nationen in lecks Monaten bte höheren unb ebleren Gefühle die Ob"rhand behalten toerb-n.(?) Der Bericht der Studienkommiflion mfiffe ir­gendwelche etwa früher einer bestimmten Nation gegebenen Versprechungen wegen Ausnahme in den Bölkerbundsrat auf heben.

Laoe der Trauer.

Luther oder Geßler an Fehrenbachs Grab.

(Eigene Drahtmelbnng.)

Berlin. 27. März.

Zu der Beifetzung deS verstorbenen Reichs- kanzlerS a. D. Fehrenbach am Montag werden sich Mitglieder der ReichSregierung. des Reichs­tags. die Zentrumsfrattion und führende Per­sönlichkeiten anderer Parteien mit einem Son - Verzug nach Freiburg begeben. Falls der Reichskanzler durch den Besuch deS öfter- reichischen Bundeskanzlers Dr. Ramek in Ber­lin an bet Teilnahme verhindert sein sollte, wird er von ReichStvehrminister Dr. Gestler vertre­ten fein. Heute früh zelebrierte in der Fnva- lideiihauS-Kapelle ReichsarbeitStninister Dr B r a u n s die Messe. Di« große ReichstagStrauer feier, bei der Fustizminister Dr Marz die Ge denkrebe halten, wirb, wirb am 2 Mai abgehalten werden. (Siehe auch 2. S. unb Innenseite.)