Kasseler Neueste Nachrichten
Hessische Abendzeitung
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Itter 69 (?tni!e1ntnnmer 10 9?f., Sonntags151?f.
Dienstage 23 Marz 1926
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16. Iabraang
Ein zweites Treugelöbniö am Rhein.
Ein Schritt weiter.
Was kommr nach Genf?
Von Staatssekretär z. D. Frh. v. Nheinbaben.
Unser Mitarbeüer, der an. einem ParaLel- kongreß der Völkerbundsligen in Gens teilgenommen hatte, schreibt uns: Ich bin grunvsätz- lich stets für Zustimmung zur Lovarncpolitik ein, getreten, da der Machtkampf zwischen dem in Waffen starenden Frankreick und dem abgerüsteten ausgepreßten Deutschland unter Zu- ziehnna zum mindesten der englischen Politik eine solche vertragliche Beendigung finden muffe, die Deutschland die Sicherheit und Souveränität im Westen d. h. am Rhein wieder- gibt. Die jetzt aus dem Gefühl der Enttäuschung über das Genfer Resultat stellenweise erhobene Forderung nach der »Ausgabe der Locarnopolitik" ist also geradezu unsinnig udn geht von einer völlig falschen Beurteilung der Möglichkeiten und Ziele deutscher Außenpolitik aus. Es ist voll zu billigen, daß nach Scheitern des deutschen Eintritts in den Völkerbund die an den Locarnoverträgen beteiligten Mächte sich sofort ausdrücklich zur Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung der Lovarno- politik verpflichtet haben. Ich bin aber zunächst für meine Person der Ansicht, daß in der Auswertung der Genfer Ereignisse auf diesem für die deutsche Bolitik schlechthin wichtigsten Ge- beit ein w e i te re r Sch r itt getan werden muß: Deutschland sollte ungesäumt unter Hin- weis auf das völlige Versagen des Völker- bundsapfarateS die Forderung erheben, daß die Locarnoverrräge von der Bindung an den Völkerbund befreit und alsbald völkerrechtlich in Kraft gesetzt werden! Wir müssen in dieser unruhigen garenden Zeit dasjenige fest- halten, was wir durch Opfer, Not und Elend mühsam erwarben. Wir muffen darüber hinaus den Recktstitel und den Kern des europäischen Friedens dazu benutzen, um baldige völlige Befreiung der besetzten Restgebiete und des Saargebietes sondern zu können!
Es ist ganz gewiß nicht Deutschlands Schuld, wenn die alte Bündnis- und Gruppen- politik in Europa jetzt wieder so sichtbaren Ausdruck fand und wenn zwischen den hohen Worten und Phrasen der Völkerbundsmächle und ihre wirklichen Politik ein großer Zwie- spalt sich so sichtbar aufgetan hat. Ich mööhtc hier nur auf einen Punkt besonders Hinweisen. Der Verlauf der Genfer Beratungen hat ge. zeigt, daß die außerordentliche Völkerbundsver- sammlung, die den Eintritt Deutschlands einschließlich der zugehörigen Ratsentschlüffe vollziehen sollte, durchaus mangelhaft voroereitel war. Es wäre zweifellos richtig gewesen, nach dem öffentlichen Bekanntwreden weiterer Kandidaturen für ständige und nichtständige Sitze im Völkerbundsrat sich a"ch deutscherseits über die derzeitige d. h. endgültige Einstellung sämtlicher Ratsmächte erneute und bindende Garantien zu verschaffen, ehe die Reise nach Genf an» getreten wurde. Gerade auch im Hinblick aus die fortzusetzeirde diplomatische Annäherungs- arbei* zwischen Deutschland einerseits. Frankreich und England andererseits, wird völlige Klarstellung auch im Reichstage und der deutschen Oeffentlichkeit nicht nur notwendig, sondern auch nützlich fein.
Insbesondere ist die Feststellung für Deutschland demütigend, daß die Voraussetzung für die Realisierung der hinter seinem Rücken getroffenen Zusagen an Polen und Spanien ein Aufgeben feierlich und öffentlich ausgestellter deutscher Forderungen bedeuten mußte. Kein Wunder, daß Brasilien eine derartig» günstige Gelegenheit brnutzt?, um nun auch seinerseits langgehegten Ehrgeiz zu befriedigen und seine Kandidatur zum ständigen Ratssitz kräftig in den Vordergrund schob Kein Zweifel andererseits. daß ohne W Illovalität der Herren Briand und Chamberlain gegenüber Deutschland auch die brasilianischen Wünsche von vornherein niemals eine entscheidende Bedeutung hätten erlangen können. Man bat öffentlich den „Lo- carnogeist" im Munde geführt und Ibn heimlich auf das Gröblichste verletzt. Man hat so Deutschland eine Behandlung anpedeihen lasten, die un? unsere ganze augenblickliche volitische Ohnmacht bis auf das Letzte fühlen läßt!
Bei solcher tatsächlichen politischen Lag: muß man rückblickend zu dem Sckluste kommen, daß das Spiel für Teutfckland schon verloren war, als die deutsche Delegation i n Genf eintraf Hinter sein m Rücken und ohne irgendwie erkennbare deutsche Gegenwirkung hatte sich ein macktpolitischer Aufmarsch der anderen vollzogen, der schließlich die deutsche Verhandlungstektik über den Hausen werfen mußte. In wieweit die deutsche Delegation in Genf selbst durch andere Taktik z. B. durch anfänglich- aridere Zurückhaltung, Abrei- scabsicklen des Kan-lers bezw. der gesamten Delegation oder erst späteres Herausbringen des
Sonn huldigt demReichspröfidenten
Hindenburg als Ehrendoktor in der Aniverfitatsaula.
Bonn 22. März. (Privattelegramm.) Derl Reichspräsident und die ihn begleitenden Reichsund Staatsminister trafen heute vonnittag in Bonn ein. Auf dem Bahnhof, wo eine Abordnung der inhaftiert gewesenen Eisenbahner sowie Schuljugend Spalier bildete, wurden von Oberbürgermeister Dr. Falk begrüßt. Daraus überreichte ihm der jüngste Sohn des Oberbürgermeisters einen Blumen st rauß und sprach ein Gedicht. Der Reichspräsident fuhr dann mit feinem Gefolge unter dem Jubel *er Menge durch die festlich geschmückten Straßen der Stadt. Ans dem Marktplatz standen die uralten Schützengilden. Im Rathaus wurde der Reichspräsident durch den Oberbürgermeister Dr. Falt begrüß' und erwiderte auf dessen Ansprache, (f. w-iter unten.) Beim Verlassen wurde von einem Mas- senchor von zweitausend Sängern „Der Rhein" von Bruch gesungen. Nach dessen Beendigung brachte der Oberbürgermeister ein H o ch auf den Reichspräsidenten v. Hindenburg aus.
Befreier und Schirmherr.
Der Reichspräsident als Gast der Professoren. (Eigene D^ahtmeirnng.)
Bonn, 22. März.
Auf dem Wege zur U n i v e r s it ä t bildeten Studenten Spalier.. Im Arkadenhof weilte der Reichspräsident kurze Zeit vor dem Gefallenen- Denkmal der Studenten. Bei b-m Einzug in die Aul» erklang ein Marsch. Dem ReiLsprSsiden- tcn wurde der Dr. der Staatswissenschaften ehrenhalber verli hen. Der Rektor der Universität, Pros. Dr. D Y r o s s, begrüßte den Gast mit einer Rede, in der es heißt: 2öie Sie, Herr Reichspräsident, vordem als Schützer unserer he-i mischen Fluren zugl.ich die deutsche Wiffenschast und Lehre schirmten, so haben Sie, indem Sie sich beharrlich für das Werk der Befreiung des Rheinlandes einsetz.'en. dem Verkehr zwifchen
glückliche Zukunft beschieden sein; möge sie im Schutze eines wieder erstarkenden Reiches eine neue Entwicklung beginnen. So lassen Sie uns unsere Wünsche für diese Stadt vereinigen mit dem Gelöbnis der Treue für unser großes Vaterland, indem wir rufen: Hoch lebe Deutschlandl Hurra! Hurra! Hurra!
ÄM Morgenrot der Freiheit.
Hindenburg grüßt die deutsche Jugend.
Bei seiner Ansprache in der Aula der Universität danitc der Reichspräsident für den ihm zuerkannten Ehrentitel und führte weiter aus: Ich bin durch Alter und Amt berufen, mit den Alten zu leben und zu wirken, aber hoffen und glauben will ich mit Euch, deutsche Jugend, die Ihr Zukunft und Kraft der Nation seid! Hell leuchtet über dieser txlma mater der Name Arndts, dieses großen Erziehers der Deutschen zum nationalen Bewußtsein. Und in der Geschichte dieser hohen Schule sind viele Namen eingetragen, die noch heute in ganz Dewtschlmid Widerhall finden und den Ruhm dieser Pflegestätte deutsche: Wissenschaft tunten, die in mehr als hundertjährigem Bestehen Deutschland und der Welt vieles gegeben hat. In vorbildlicher Haltung haben aber Professoren, Beamte und Studenten die Jahre der Fremdherrschaft durchoehalten und der Geschichte der Bonner Universität wie der der Lautdwirtscha-ftlichen Hochschule neue Ruhmesblätter hinzugefügt. Möge sich nun unsere Jma mntnS der wievererlangten Freiheit in neuer tatkräftiger Arbeit mit neuen Erfolgen erfreuen, und mögen sie für Deutschland Männer erziehen, die im Geist der Vaterlandsliebe und der Einigkeit dem deutschen Volke in seiner so Gott will besseren Zukunft Diene- und Führer snei werden. Unser gel ebtes Bararlanb. dem all unsere Kraft gehört, «s lebe: Hurra, Hurra, Hurra! (Es folgt das Deutschlandlied.)
den Universitäten dcs unbesetzten Deutschlands und unserer Universität eine neue Brücke gebaut. Nun huldigen wir Ihnen in Freiheit als dcm, der das Morgenrot herausgeführt hat und es auch Wohl unseren Brüdern bringen will, die noch schmachtend unter dem Joche fremder, unwürdiger Aufsicht gehen. Und so rufe ich aus dcm Herzen aller meiner Kollegen: Heil unserem allverehrten Herrn Reichspräsidenten, Heil unserem einzigen Hindenburg!
Der Prorktor der Landw.-Hochschule schloß seine Rede mit den Worten: Schwer liegt die Zukunft vor uns. Daß nur ganze Männer sie bestehen können, dessen sind sich Lehrer wie Schüler bewußt Mögen Sie, hocktverehner Herr Reichspräsident, ans diesem Bekenntnis neue Kraft, neuen Mut für Ihr schweres verantwor-
Der Aste und d e Lungen.
Ein Vertreter der Studentenschast huldigte dem Reick rprästdenten mit folgenden Worten:Wir wären nicht erwartungsfrohe rheinische Jugend, we m wir nicht an die große Zukunft und an die Kulturmission unseres Volkes glaubten. Eine Bitte darf ich noch für die Bonner Studentenschaft aussprechen: Machen Si?, hochzuverebrrnder Herr Reichspräsident, uns die große Freude, unser Ehrenmitglied zu fein, damit dadurch die Verbindung zwischen Ihnen, Herr Reichspräsident, und der Sie hochverehren- ten Bonner Studentenschaft unlösbar, echt und tief werde.
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ANstkn unter den Lanveskfnvern.
tungsvolleS Amt mitnehmen zum Wohl und Segen unseres geliebten deutschen Vaterlandes.
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(Sin Hott am Rhein.
Eine neue Blütezeit soll für Bonn beginnen.
Der Reichspräsident dankte dem Oberbürgermeister und der Bevölkerung für die freundlichen Willkommensgrütze und fuhr fort: Bonn ist ein besonderer Edelstein im reichen Kranze der rheinischen Städte: Geschichte und Gegenwart, Natur und Kunst, Wissenschaft und alte Kultur sind hier in seltener Fülle vereint, und die Namen vieler großer Männer deutscher Vergangenheit sind mit dieser Stadt eng verbunden. So Hai Bonn von jeher aus ave Deutschen einen besonderen Zauber auögeübt und viele in seinen Bann gezogen. Das Unglück unseres Landes hat
buntie Wolken über den sonnigen, fröhlichen Rhein
und diese heitere Musenstadt gebreitet: bis in die letzte Zeit hinein hat Bonn, haben die Stätten der Wissenschaft und das einstige blühende Leben hi-r schw er gelitten Aber hell leuchtet aus diesen trüben Jahren die e ch tc und große Vaterlandsliebe, die hier immer einen besonderen Hort hatte und die auch in dieser Not sich so trefflich bewährt hat. Möge nun, nachdem die Fremdherrschaft vorbei ist und die Schranken die unS trennten, gefallen sind, auck dieser Stadt wieder Aufstieg und
Der Reichspräsident fuhr darauf zum Hotel „Königshos", wo von der Stadt Bonn ein Frühstück gegeben wurde, an dem die Vertreter der Behörden und der einzelnen Bevölkerungsgruppen teilnahmen. Beim Festessen brachte der Oberbürgermeister einen kurzen Trinkspruch auf die in Bonn anwesenden Gäste aus.
Sn tiefster Seele treu.
Das Gelöbnis der Domstadt vor Hindenburg. (Eigener Drahtbertcdt.)
Köln, 22. März.
Nach dem Essen im Gürzenich nahm der Reichspräsident auf dem Ballon des Rathauses einen Fackelzug ab. Hierbei brachte Turnwart Maehler dem Reichspräsidenten eine Huldigung dar im fttamen der Männer und Jünglinge aus der Dornstadt, die das Oberhaupt des Reiches in einer Zeit grüßten, wo die Freude, wieder frei und mit dem angestammten Vater- land oerbunden zu fein, helle Begeisterung wach rufe. Sie, Herr^Rrichspräfident, so sagte oer Sprecher, stnb uns das Symbol eines wahrhaft deutschen Mannes, des getreuen Elke- Hardt, zu dem wir alle in tiefer Verehrung aufschauen. Im Schatten des Domes, des Wahrzeichens deutscher Einheit und Freiheit, schwören wir erneut unverbrüchliche Treue zum Vaterland und versprechen, dem Mahnruf des Reichspräsidenten zu folgen, immerdar treu und einig und stark und hart zu werden. kSiehe auch Artikel 4. Spalte und 2. Seite.}
ffge.ren Vorschlages der aemeinfnmen Stubien- komwission zur Ahänderuna der Völkerbundstatuten etwa hätte die Sage günstiger beeinflusse können, ist nach meiner Beurteilung eine völlige Nebensache und für den Gefamtverlauf der Dinge nickt entscheidend. Ich selbst bin der Auf faffung, daß, nachdem nunmehr durch die Hal
tung Brasiliens und feiner Hinterleuie der Eintritt Deutfcklands ohne jedes Verschulden seinerseits nicht ersolat ist. ein Urteil gerechtfertigt erfcheint. welches die jetzige Lage der des wenig erfrenlick n und eigentlich alle Well nicht befriedigenden Austausch-Kompromisses vorzieht!
Am öeilig?n Strom.
Hindenburg grüßt das befreite Köln.
Bel der Jubelfeier im befreiten Köln faßte am gestrigen Sonntag inmitten hoch- gefiimmter Versammlung nach Den begeiferten Worten des Oberbürgermeisters Adenauer und Innenministers Severing (f. Kasten 2. S.) der Reichspräsident den Geist der Stunde in folgende packende Worte:
Köln, 22. März.
Ter Reichspräsident dankte zunächst der Bevölkerung von Herzen für die warme Begrüßung, in der er das jubelnde und laute Bekennt- nis zum Reich und die Aeußerung der Genugtuung darüber, daß die Rückkehr in die Freiheit begangen werde, erblicken wollte und fuhr dann fort: So grüße ich denn in dankender Erwiderung für dieses Willkommen das Rheinland und besonders das „große heilige Köln", die aßt ehrwürdige und machtvolle Stadt, die so viel geschichtliche Erinnerung, so viel Kunst und so viel tatiräfttgen Bürgersinn in sich vereint, mit dem Wunsche um eine ihrer Vergangenheit ebenbürtig ehrwü'digen Zukunft. Für ledes Deutschen Herz war es ein bitteres Gefühl, das urdeutsche Land am Rhein diese Wiege deutscher Geschichte und deutschen Volkstums, durch künstliche Schranken körperlich und geistig von uns getrennt in Händen fremder Besatzung zu wissen. Uns allen ist der Rhein ein Sinnbild großer deutscher Vergangenheit, ereignisreicher deutscher Geschichte. In dem Land- das er durchfließt, sehen wir in Erinnerungen aller Art das Spiegelbild des Werdeganges unseres Volkes: Hier wurden die deutschen Könige und Kaiser gekrönt; hier lebten und wirkten die ersten großen 'deutschen Mei st er der Dichtung, der Malerei und der Baukunst; hier zuerst entfaltete sich freier Bürgersinn zur Selbstverwaltung und Selbstbehauptung im Wirrwarr der Zeit. Dieser naturbe- günstigte und kulturgesättigte Boden hat auch der Kämpfe gar viele gesehen; kein Stromgebiet ist mehr umstritten worden als das des Rheins, und mehr als einmal hat dieser Kampf um den Rhein den Werdegang unserer Nation beeinflußt. Im Rahmen der Geschichte erscheint bet Rhein
uns als unser Schicksalsstrom: oft Ist er ein Sinnbild deutscher Kraft und Größe, oft aber
auch ein dunkles Bild deutschen Leibs, bann nämlick, wenn unser alter Erbfehler die Uneinigkeit, bie beutsche Stärke lähmte. So fühlt sich feber Deutsche, welchen Stanbes er auch sein mag, in Herz unb Gemüt mit bem Rhein eng verbunden, unb was Ihnen in den letzten Jahren hier geschah, haben wir alle als nationales Unglück mit Ihnen getragen unb In tiefster Seele mit Ihnen empfunden. Schmerzlich beweat gedenken wir heute auch unserer Brüder im übrigen Teile dieses sonst eine stolze Einheit bildenden Landes, bie noch weiterhin bie Last frember Besatzung kragen müssen; wir grüßen sie treuen unb bankbaren Herzens in bet Hoffnung, auch mit ihnen balb in Freiheit wie- ber vereint zu sein. Warmen Herzens unb in unauslöschlicher Dankbarkeit gedenken wir in dieser Stunde aller, die in ber schweren Not ber vergangenen Jahre Leben, Freiheit unb Heimat Hingaben ober auss Spiel setzten, um nicht bem Vaterlanb unb seiner Ehre untreu zu werben.
Auch bas soll unvergessen bleiben, daß bas Rhe'nlanb in Stunben eigener bitterster Not bie Reichsregiernng immer wieder gebeten hat, bie politischen Enlscheibungen ohne Rücksicht aus bas besetzte Gebiet nur nach Maßgabe ber Gefamtiulereffen bes Reiches unb im Hinblick auf DeutschlanbS Zukunft zu treffen. Alle diese Opfer finb nicht vergeblich gebracht worden; si- habet* der Welt gezeigt, faß bas Volk am Rhein fest unb unbeugsam seine Volksgemeinschaft behauptet: sie haben bie Vaterlanbs- Hebe bes ganzen RbeinlandeS im Feuer ber Not gestählt unb gehärtet, unb sie haben an* ihre vorbildliche Geschlossenheit in Kamps >mb Gefahr, bie Einiakeit. die unS allen fo not tut. geförbert unb gestärkt. In bem totoeren Er- leben brr letzten Jahre hat uns ber waffenlose stampf, ber. beutfche Männer unb Tratten an ber Ruhr tote am Rhein um ihr Deutschtum, um ihr Neckt unb ihre Fre'b-it kämpften bie tiefe lieber» teitattna gegeben baß
Deutschlands Senbttng nach nicht erfüllt ist unb fein Weg nickt im Niedergang endet. 21‘if sie, bie diesen Kamps fo tapfer bestanden, wollen wir uns alle zu diesem Glauben an deutsche Zukunft bekennen, die das Laub am Rhein wieber in Freiheit unb Dem übrigen Deukfchfanb kraftvoll vereint Und weiter lassen Sie uns hoffen, baß das deutsche Volk auch über den inneren Zwist unb bie Fehve des Taae« hinweg burch einen Geist brüberlichen Ver-