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Kasseler Neueste Nachrichten

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 59. Einzelnummer 10 Ps Sonntags 15 Ps.

Donnerstag, 11. MLrz 1926

Einzelnummer 10 Ps., Sonntags 15 Ps.

16. ZahrgatßK

Noch keinen Schritt vorwärts in Sens.

Das alte Kabinett Briand kehrt mit vier neuen Ministern wieder.

der man die weitere Behandlung der

=££« ihiemUfernemSrni

t Vcrhandlunasarundlaae ae- 3m Friedenstempel des Völkerbundes.

a n d s eine feste Verhandlungsgrundlage ge-

entrum

Ratssragen man wenigstens

Was sagt ver Völkerbund zu Marienbasr

Prag, 10. März. (Eigener Drahtbericht.s Laut Pressenotiz wird in Genf voraussichtlich auch dir Enteignung MarienbttdS zur Verhand- lima kommen. Eine deutsche Eingabe ist vom Völkerbundssekretariat laut Pressenotiz als be­sonders dringlich erklärt worden.

Briand« Vollmachten für Sens gültig.

Paris, 10. März. (Eigene Drahtmeldung.) Briand wird noch heute nach Genf abreisen. Er bestand noch gestern abend darauf, unverzüglich den Auswärtigen Ausschuß einzuberufen, bevor er nach Genf fahre. Der Vorsitzende hielt aber eine neue Diskussion für unnötig, da Briand ja bezüglich der Abmachungen von Locarno in der vorigen Woche eine nahezu einstimmige Billigung gefunden habe.

schaffen zu haben. Der Hoffnung des spani­schen A u ß e n m i ni st e r s, daß doch eine glückliche Lösung gefunden werden könne, schließt man sich hier weniger an, da Spanien seine Ansprüche auf einen Sitz noch keineswegs z u r ü ck g e s ch r a u b t hat und die deutsche Delegation nach wie vor daran festhält, während der diesmaligen Tagung allein und sofort ei­nen Sitz im Rate zu erhalten. Man fürchtet «uch, daß sich die Stellung Deutschlands durch die BeteiligungderTürkeiim Völkerbunde noch mehr festigt. Die energische Haltung der herben deutschen Minister fällt weit über ben Kreis der Freunde Deutschlands hinaus auf.

Was dem einen recht ist...

Paris, 10. März. (Eigener Drahtbericht.) Ein amerikanischer Korrespondent in Genf be­hauptet, Belgien habe gestern seine Kandida­tur für einen ständigen Sitz im Völkerbunds­rat ausgestellt. Der belgische Delegierte Rol- l i n habe bemerkt, die Brüsseler Regierung wür­de auf ihrem Anspruch aus einen Ratssitz beste­hen, wenn außer Denschland irgend­einem anderen Lande ein Sitz eingeräumt wird.

3n der VE Chamberlains

Was hat er mit Luther besprochen? (Eigener Drahiberichi.)

Gens, 10. März.

Sie haben ihn wieder.

Bier neue Minister im Briand-Kabinett.

(Eigener Drahtbertcht.)

Paris, 10. März.

Nachdem gestern Kammerpräsident Herriot die Neubildung des Kabinetts abgelehnt und Briand als die einzige maßgebende Persön­lichkeit bezeichnet hatte, wurde Briand zu Dou- mergue berufen. Beim Verlassen des Elhsees erklärte Briand der Presse, daß er den Auftrag zur Neubildung des Kabinetts a n ge n o m m e n habe. Das achteKabinett Briand ist dar­auf in der vergangenen Nacht um 1 Uhr 45 wie folgt gebildet worden: Ministerpräsident und Außenminister: Aristide Briand, Justizminister: La volle, Kriegs- minister: Painlevk, Marine: George Leigues, Innenminister: Malvy, Finanzen: Raoul P e r e t, Kolonien: Per­riel, Unterricht: Lamoureux, Oeffentliche Arbeiten: de Monzie, Handel: Daniel Bin- eent, Arbeitsminifier: Durafenr, Landwirtschaft: Jean Durand, Pensionen: Jourdain. Ünterstaatssekretäre für AeußereS: D a n i e l o u, für Finanzen: FalliereS.

Wi- sich Der Dütterbunv aufbläht

Gens, 10. März. (Eigener Drahiberichi.) Tas gestern im Budgetausfchutz des Bölkerbun- des erönerte Zusatzbndge« erfordert insgesamt 1126 430 Goldfranken für Mehrausgaben. Es sieht die Schaffung von zwanzig grüße, ren Posten und eines neuen Untergene- ralsekretärs vor. In dem Bericht wird je«

Rücken steif!

Kann sich die Regierung aus das Volk berufen? Von Dr. Paul Rohrbach.

Man Höri oft im Gespräch mit Amerikanern, daß von dieser Seite gesagt wird: Ihr habt zwar keine Monarchen mehr, aber ihr seid doch Untertanen geblieben, d. h. ihr laßt euch eure Politik von eurer Regierung machen, statt die Regierung zu beauftragen, daß sie eure Politik macht!Eure Politik" ist in diesem Falle erstens auswärtige und zweitens natio- 1 nale Politik. Man kann sie machen, wenn der nationale Wille nach der erforderlichen Richtung hin so geschloffen ist, daß die Regierung gar nicht erst versucht wird, eine andere Politik zu betreiben, als die der nationalen öffentlichen Meinung. Daraus folgt, daß in einer Frage tote jetzt, wo es sich um die Durchsetzung des deutschen Standpunktes bezüglich der Ratssitze in Genf handelt, die deutsche Regierung nach außen umso stärker ist, je gebundener sie nach innen an die deutsche öffentliche Mei­nung erscheint In dem Maße, wie die Geg­ner sich etwa sagen können:Die deutschen Mi­nister können schließlich ihrer össentlichen Mei­nung auch zumuten, sie mit einem halben Erfolg oder einem Mißerfolg nach Hause kommen zu sehen, eS wird Opposition geben, aber keinen Regierungssturz' wird drüben die Neigung wachsen, uns entsprechend zu behandeln. Man darf sich nie einbilden, daß den Gegnern etwas daran läge, Deutschland vor Unannehmlichkei­ten zu bewahren. Die einzigen, die sie davor bewahren wollen, sind sie selb st und ihre Länder. Es würde aber sicher große Unan­nehmlichkeiten für die englische, einigermaßen auch für die französische Regierung geben, wenn das heutige deutsche Kabinett durch eine natio­nal geschlossene Welle von Unzufriedenheit mit seiner auswärtigen Politik vom Platze gefegt werden würde. Je gebundener also der Kanz­ler und der Reichsaußenminister für die nächsten Tage in Genf sich fühlen, desto weniger wird ihnen Nachgiebigkeit eine Versuchung fein.

Jede deutsche Stimme, die Aengstlichkeit, Völ­kerbundssehnsucht um jeden Preis, Bereitwillig­keit zum Handelnlaflen verrät, ist ein Verrat an der vaterländischen Sache. Für England z. 1 B. stehen die Dinge ungefähr so, daß man sich den polnischen Ratssitz, wenn auch ohne Begei­sterung, gefallen lassen kann, wenn es sicher ist, daß Deutschland ihn sich gefallen läßt. Als in j Versailles die Bedingungen aufgestellt waren, ; die Deutschland zum Hinabwürgen eingegeben j werden sollten, da tat Lloyd George die bedenk- 1 liche Frage:Soll man nicht für den Fall, daß die Deutschen am Ende doch nicht unterzeichnen, , einen zweiten, etwas milderen Entwurf im ] Vorrat halten?' Siegessicher und souverän j fuhr ihm Clemenceau mit den Worten über \

Mussolini als sefpensterfeher.

Rom, 10. März. (Privattelegramm.) Zum Schluß der Senats-Debatte über das neue Mi- litärgesetz führte Mussolini aus: Die Zeiten sind unsicher. Man mutz gewappnet sein. Ich bitte Sie darum, für diese Vorlage zu stimmen. Die Geheimabstimmung wird heute erfolgen.

Zwei tote Tage in Genf.

Die Großen unter sich. Berlin dringt durch? (Eigene Drahtmeldung.)

Genf, 10. März.

wo diesmal die Sitzung des VölkerbundratS tattfindet, die aber sonst meist unbenutzt in den das Gebäude umgebenden, schönen Garten führt. Hier bietet sich den Journalisten während der warmen Jahreszeit herrliche Gelegenheit zur Erholung unter den mächtigen, dichtbelaub­ten Bäumen des Parks, und von bequemen Gartenbänken aus können sie die wundervolle Aussicht aus die blauen Fluten des Sees und die dahinter sich austürmenden Alpenriesen ge­nießen, wenn sie einmal, was nur allzu selten vorkommt, zu so beschaulicher Muße Zeit fin- den. Am Eingang zur Glasveranda aber sonnt nch. ein mächtiger Bernhardiner mit witzigem Spitznamen: die deutschen Journalisten in Genf nennen ihn den Völkerhund ...

Man rechnet damit, daß das Deutsche Reich bezüglich des Völkerbundbeitrags mit Frankreich und Italien auf eine Stufe gestellt und etwa fünfundfiebzigtausend Pfund jährlich zum Gesamlbudget beisteu­ern wird. England zahlt gegenwärtig hundert­tausend Pfund. Der jährliche Beitrag Eng­lands für den Völkerbund entspricht feinen jähr­lichen Zahlungen für Schreibpapier der königlichen Flotte. Diese Ausgabe entspricht wieder ungefähr einem Vierzigstel Penny pro Kopf der Bevölkerung. Das ganze Völkerbund- budget beträgt ungefähr zweiundzwanzig Millionen Schweizer Franken im Jahr, genau so viel kostet der Bau eines Un­terseebootes. Die Summen, die von allen dem Völkerbund angehörenden Staaten jähr­lich für ihre Rüstungen ausgegeben wer­den, werden schließlich genügen, um dos derzei­tige Jahresbudget auf ungefähr fünf« zehnhundert Jahre sicherzustellen.

lichtest so wenig den Völkerbund wie der histo­rische Reformationssaal auf der Südseite deS Genfer Sees. Der eigentliche Sitz der Gesell­schaft der Nationen ist das pompöse Hotel National am nördlichen Seeufer, das fast eine halbe Stunde von dem Sitzungssaal der Vollversammlung entfernt ist. Hier, am Wilson- Quai, ist des Völkerbundes wirkliches Heim, hier arbeitet jahraus, jahrein derApparat', der den Umfang eines ganz großen Minister!- ums hat, wo man trotz der französischen Um­gangssprache

alle Idiome der Welt

Der Besuch Chamberlains bei Dr. Luther dauerte bis 7 Uhr abends. Ueber den Inhalt der anderthalbstündigen Besprechung verlautet einstweilen nur, daß fie sich um die R a t ß f r a- 8 e drehte. Dagegen wird offiziell in Abrede ge­stellt, daß der englische Außenminister irgend einen neuen Vorschlag zu den Verhandlungen eingebracht hat. ES verlautet jedoch von dem Vorschlag Chamberlains, die weiteren Verhand­lungen über die Frage der RatSsitze nicht wie bisher mit Den Lorarnomächten, sondern mit der Gesamtheit der im BölkerbundSrat ver­tretenen Staaten sortzuführen. Deutschland will sich jedoch dem Streit um die RatSsitze gänzlich fernhalten und nur das eigene Recht vertreten.

hört, besonders in den Zeiten, in denen die Vollversammlung oder der Völkerbundrat tagt. Wo früher in sechs Stockwerken und endlosen Zimmerfluchten die Fremden aus aller Herren Ländern flüchtige Einkehr hielten, arbeiten heute die Beamten des Generalsekretariats, mehr als vierhundert Herren und Da­men der verschiedensten Nationalitäten unter ihrem obersten Chef, dem Generalsekretär Sir Eric Drummond, der seinen Amtssitz im ersten Stock hat. Im Erdgeschoß aber, in einem schönen geräumigen Gartensaal, arbeiten die Journalisten, denen ihre schwere Aufgabe durch eine Reihe praktischer Einrichtungen nach Möglichkeit erleichtert wird. Jeder der zahl­reichen, ständigen Korrespondenten hat sein ver­schließbares Fach, in das alle Akten, Protokolle, Berichte und sonstige Schriftstücke sofort nach Fertigstellung in französischer und englischer spräche hineingesteckt werden, wo er seine Rei­seschreibmaschine verwahrt, die seit lan­gem die unzertrennliche Begleiterin besonders der englischen und amerikanischen Zeitungs­männer ist. In nächster Nähe befinden sich auch die sehr bequemen Kernsprecheinrichtungen, und dank der ständigen Zusammenarbeit herrscht zwischen den Korrespondenten und denFräu­lein vom Amt' erfreuliche Eintracht. Vor dem

Pressesaal dehnt sich eine weiträumige, breite Glasveranda,

Die schöne und lebenslustige Stadt an der Südspitze des Genfer Sees ist wieder einmal der Mittelpunkt des Weltgetriebes, soweit es durch die hohe Politik repräsentiert wird. Und Deutschland ist dort sozusagen diesmal die Hauptperson in einer schweizer Stadt, die aber in Sprache, Kultur und Lebensgewohn- heilen trotz ihrem äußerlich international an» mutenden Charakter aber durchaus sranzöstsch, nächst Paris das bedeutendste Z französischer Geistesbildu

Deutschland Me Hanvtverson. Das Bölkerbnnd- Mim am See Im Arbeitssaal der Presse. Wo Mr bob« Rat tagt. Ei« Blick ins Alpe«, varadies.

Genf, 9. März.

wollen, ihr angekündigtes Vorhaben zu erfül­len. Zu einem guten Teil handelt es sich bei den Völkern außerhalb Deutschlands, namentlich den entfernteren, wenn denen die Minderheiten­frage gleichgültig ist, nicht einmal um Böswil­ligkeit, sondern um Unwissenheit. Auf dem Neu­jahrsempfang beim Reichspräsidenten wunderte sich ein Gesandter aus Südamerika darüber, daß d-'r österreichische Gesandte vom Reichsober- k utpt deutsch begrüßt wurde und ebenso erwiderte. Dem guten Mann wir nicht klar gewesen, daß man in Oesterreich deutsch spricht. Südamerika ist ja etwas weit, aber auch ein Mann wie Lloyd George konnte Schlesien und Silicien nicht auseinander halten, weil im Eng­lischen beides ähnlich ausgesprochen wird und ihm zunächst eines so fremd war wie das an­dere. Daher ist es notwendig, für die Minder­heiten aufklärende Arbeit zu leisten.

den Mund:Sie werden unterzeichnen!' Die­selbe Frage ist eS, um die eS sich jetzt zwischen Chamberlain und Briand handelt. Vergleicht man die Tage von heute mit denen vor sechs oder sieben Jahren, so ist zwar noch kein Grund da, in Befriedigung auszubrechen, aber ein Stück Erzie hungsarbeit haben unsere Gegner schon an uns fertig gebracht. ES wäre gut, wenn wir selber diese Arbeit fortsetzten, so­bald wir unseren Sitz im Völkerbunde einge­nommen haben. Der Reichskanzler und noch mehr der Reichsaußenminister haben vom Be­ginn der Attion an, die uns folgerichtig in den Völkerbund führen mußte, ihre Absicht betont, für die deutschen Minderheiten ftn AuS- lande einzutreten. Das ist sehr gut. Der Er­folg aber, den sie zukünftig in dieser Richtung in Genf haben werden, wird proportional dem Druck sein, den auSzuüben sie imstande sein werden. Zum bloßen Gefallen wird ihnen sicher niemand etwas tun. weder Polen noch Tschecho- floivaken, weder Rumänen noch Serben, weder Italiener noch Litauer. Die leidenden deutschen Minderbeiten sind auch den anderen Großmäch­ten an sich so gleichgültig wie der Mond; erst wenn sich Verlegenheitsgefühle und Unbequem­lichkeiten von dieser Seite her einstellen, werden sie geneigt sein, etwas zu tun, um sich davon zu befreien.

Der entscheidende Faktor für sie wird immer fein, für to i e stark und wie einmütig sie die Stimmung in Deutschland in der Minder­heitenfrage halten. Wenn sich das deutsche Volk als Ganzes durch die Bedrückung seiner Min­derheiten im AuSlande so heftig beschwert fühlt, daß eS keine Ruhe gibt, daß seine Empörung sickstbar zunimmt, so wird das ein Anstoß für für die anderen sein, sich ihrer Pflicht zu erin­nern. Mr haben es daher felbst In der Hand, wie stark wir unsere Regierung machen

französischer Geistesbildung ist. Man irrt sich auch sehr, wenn man etwa glaubt, daß die Stadt während der Völkerbundtagun­gen ihre ureigene Physiognomie wesentlich ver­ändere. Dafür hat Genf als weltbekannter Kurort und als Handelsstadt mit reichlich 140 000 Einwohnern sein viel zu stark ausge­prägtes Eigenleben. Man ist den Besuch distin- guierter Fremder hier gewöhnt; ein Teil der Einheimischen lebt von ihnen, und wenn er sich von ihnen imponieren läßt, muß es schon der Träger eines ganz weltberühmten RamenS sein. Aber diesegroßen Kanonen' bilden in Wirk-

Aus Vorschlag Chamberlains beschloß das Büro der Völkerbundversammlung, für die nächsten zwei bis drei Tage keine Plenar- siüungen anzuberaumen. Gestern sanden zwischen den Delegationsführern der Haupt­mächte wiederum Besprechungen statt. Außer- dem fand eine Unterredung zwischen Strese- mann, Loucheur und Paul Boncour statt. Einer Reutermeldung zufolge hat gestern vormittag dort infolge der kategorischen Anweisungen des schwedischen Autzenministers Unden sich jeder Vergrößerung deS Völker- bundsrateS, abgesehen von der Aufnahme Deutschlands, zu widersetzen, eine viel ruhi­gere Stimmung geherrscht. ES wird als icher angesehen, daß Deutschland bei der jetzigen Gelegenheit allein ausgenommen wird.

¥

Wieviel kostet uns der Völkerbund?

¥ Wenn alles gut geht...

P"riS, 10. März. (Eigener Drahtbericht.) Nach dem Verlassen des Elysöes erklärte Briand um 2 Uhr 15 Minuten: Ich habe mit dem Präsidenten Doumergue alle Völkerbund­erörtert, sodaß kein SRint ft errat vor meiner Abreise nach Genf nötig fein wird. Ich hoffe, heute Abend Paris verlassen zu können oder spätestens Donnerstag früh Wenn in Genf alleS gut gebt, werde im Sonn- t o g ober Montag wieder in Paris fein und mich am Dienstag der Kammer vorstellen.

Ein verzweifeltes Ringen.

Keiner will in Genf nachgeben.

(Eigener Sonderbericht.)

Genf, 10. März.

Kurz vor 11 Uhr trafen sich heute Dr. Lu­ther, Dr. Stresemaun, Chamber­lain, Bandervelde, Paul Bouncourt und Lou- chenr. Besonders lebhaft wurden Gerüchte über bestimmte Vorschläge Chamberlains (aut, die dieser der deutschen Delegation zu machen gewillt fei. DoS Wahrscheinlichste ist, daß eine neue Unterkommission gebildet wird,