Kasseler Neueste Nachrichten
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Kasseler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
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Nummer 57. Einzelnummer 10 Pf„ Sonntags 15 Pf.
Dienstag, 9. Marz 1926
Einzelnummer 10 Pf„ Sonntags 15 Ps. 16. ZahrgaUg
Rechts oder links in Frankreich?
Aller Augen warten
Deutschlands Führerroile in Gens.
Von Professor Dr. Walter Schücking-Berlin.
Deutschlands Ausgabe im Völkerbunde ist eine doppelte. Einmal müssen wir die wichtigsten Interessen Deutschlands zur Geltung bringen. Aber nichts'könnte verhängnisvoller sein, als wenn in der Welt der Glaub« entstünde, daß es unS ausschließlich darum zu tun wäre, rm Rahmen des Völlerbundes spezifisch deutsche Interessen zu fördern. Hinter dem Völkerbund steht der große Gedanke der menschlichen Solidarität, der m dem neuen Zeitalter vorbildlich werden soll, und deshalb müssne wir von Anfang an bereit sein, im Völkerbunde mitzuarbeiten tm Sinne eines großen Menschheitswerkes, da- der gesamte» Staatenwelt zu dienen berufen ist.
Sicher ist der Völkerbund heute noch ein zartes Pflänzchen und wird praktisch mehr dirigiert von den Lenkern der großen Staaten, als daß schon ein klarer Völkerbundwille unabhängig von dem Willen der führenden Staaten hervor- träte. Aber wir müssen mithelfen, eine Einrichtung zu schaffen, die den Völkerbund aus einem bloßen Clearinghouse der führenden Staaten für eine Verständigung über ihre Politik zu einem Organ macht, das von den momentanen Stimmungen der einzelnen Staaten nicht abhängig ist. Dazu wird es manchen Wandels in den verfassungsmäßigen Institutionen des Völkerbundes bedürfen. Deutschland mutz zu diesem Zweck in seiner Führerrolle mit den mittleren und kleineren Staaten einen politischen Block für die Politik des Rechtes und des Fortschritts bilden. Der Völkerbund wird niemals vorwärts- kommen, wenn seine beratenden und beschließenden Organe wie heute lediglich aus Staatenvertretern zusammengesetzt sind. Man kann ihm dann mit einiger Sicherheit ein ähnliches Ende prophezeien, wie es seinerzeit im engeren Rahmen Deutschlands der Deutsche Bund gefunden hat, der auch bis zum Tage seines Unterganges eine bloße Konferenz von Staatenpertretern darstellte. Der VöUerbund braucht alfo ein Weltparlament für das in der heutigen i n t e r p a r -> lamentarischen Union schon die besten Ansätze vorhanden sind. Diese umfaßt viertausend Parlamentarier aus 35 verschiedenen Staaten, und wer ihre Verhandlungen kennt, weiß, daß hier ein viel fortschrittlicherer Standpunkt eingenommen wird, als im heutigen Völkerbund. Selbstverständlich können wir nicht unmittelbar nach unserem Eintritt im Völkerbund mit radilaken Plänen zu Verfassungsänderungen hervortr«1en. sondern es kann nur schrittweise in diesem Sinne gearbeitet werden. Ueberhaupt sind diejenigen Deutschen, die uns im Völkerbünde zu vertreten haben, in einer schwierigen Position. Nutzen sie alle formalen Möglichkeiten aus, um mit Energie Deutschlands Interessen zu vertreten, so werden sie naturgemäß manchem anderen ausdie Nerven fallen, die ihre Interessen dadurch geschädigt fühlen. Sind Deutschlands Vertreter aber zunächst sehr vorsichtig und zurückhaltend, so wird die öffentliche Meinung Deutschlands ungeduldig werden und die deutschen Vertreter im Völkerbund dafür verantwortlich machen, daß wenig erreicht wird.
* * *
Ohne oder mit Briand?
Briands Sturz kommt überraschend insofern, als er unmittelbar vor der Genfer VölkerbundS- taguna erfolgte, er kommt nicht überraschend insofern, als Finanzsragen die Veranlassung bildeten. Damit ist dem Kabinett Briand das gleiche Schicksal beschieden. das vier seiner Vorgänger erlebt haben, die ebenfalls an den Finanzfragen scheiterten. Richt der Außenminister Briand ist gestürzt worden, sondern der K a b i n e t 1 s ch e f Briand, der für die Taten und Pläne seines Finanzministers Doumer mit verantwortlich gemacht wird. Sowohl Kammer wie Senat haben erst unlängst mit sehr starker Mehrheit die Locarno-Verträge gebilliat und sich damit hinter die Politik Briands gestellt. Man hat nach den damaligen für Briand sehr günstigen Abstimmungen sogar darauf verwiesen, daß die Stellung Briands wieder gefestigt worden sei. Aber es handelt sich auch hier eben nur um die Stellung des Außenministers Briand, nicht aber um etwa die Stellung des Kabinetts Briand.
Der Kampf um die Finanzsanierung tobt m Frankreich seit langem. Hatte die Kammer an den Doumerschen Plänen außerordentlich große Aenderungen vorgenommen, so war es der Regierung gelungen, im Senat ein günstigeres Ergebnis zu erzielen. Die Kammer bewilligte lediglich 1,6 Milliarden an Steuern, sodaß 2,4 Milliarden ungedeckt geblieben wären, während der Senat zu den von der Kammer bewilligten 1.6 Milliarden weitere 3,985 Milliarden neue Einkünste zugestand. Die Bemühungen um ein Kompromiß sind daran gescheitert, daß sich über die Frage der außerordent
lich umstrittenen Umsatzsteuer eine Einigung nicht erzielen ließ. Die Kammer, die diese Steuer mit großer Mehrheit abgelehnt hatte, war nicht gewillt, die Senatsbeschlüsse in dieser Frage zu decken. Die Kammer selbst nahm auch auf die außenpolitische Situation keine Rücksicht, die Hoffnung Briands, daß die Sozialisten sich wenigstens der Stimme enthalten würden, erwies sich als trügerisch, bei der Vertrauensfrage blieb das Kabinett mit 53 Stimmen in der Minderheit. Die Parteien haben nicht den Mut zur Unpopularität aufbringen können, den die Bewilligung so umfangreicher Steuern voraussetzt, wie sie nun einmal zur Sanierung der französi- schen Finanzen erforderlich sind. Man wollte nach dem schönen Rezept verfahren, den Pelz zu waschen, ohne ihn naß zu machen, aber dies Kunststück mißlang. Der Erfolg ist einmal die Regierungskrise und er ist zum andern ein neues A b gl e i t e n des französischen Franken. Wie sich die Dinge in Frankreich nun weiter entwickeln werden, ist sehr schwer vorher zu sagen. Der Verbrauch im Finanzministerium wird noch recht groß sein, ehe daS Sanierungs- Werk zur Durchführung gelangt. Ob unter solchen Umständen der neue Ministerpräsident wiederum Briand heißen wird, ist zweifelhaft, wahrscheinlich ist aber, daß Briand als Außenminister wtederkehren wird.
de Monzie oder EaMaux?
Auch Herriot-Poincars als Bewerber. Briand amtsmüde.
(Eigene Dradtmeldung.)
Paris, 8. März.
Der Präsident der Republik wird heute die Besprechungen über die Regierungsbildung beginnen. Breisach wird Minister de Monzie als die Persönlichkeit bezeichnet, die eine nach links gerichtete Kombination zustande bringen könnte, während der „Jntranstgeant" Caillaux als Kandidaten bezeichnet. In beiden Fällen, ob nun de Monzie oder Caillaux den Auftrag erhält, glaubt man, daß Briand Außenminister bleiben wird. Ein Blatt hält es für wenig wahrscheinlich, daß ein
Kabinett Herriot oder Poinrars, von dem man gestern in den Wandelgängen der Kammer sprach, ernstlich in Erwägung gezogen wird. Diese Kombination sei nur von Finanzleuten vorgrschkagen worden. Außerdem nehme man an, daß Herriot nickt beabsichtigt, das Kammerpräsidiüm aufzugeben. — Briand, der gestern aus Genf wieder nach Paris zurück- kehtte, wird am Dienstag wieder in Genf sein. Er erklärte sich in Genf nicht für berechtigt, die zukünftige Regierung, die vielleicht andere außenpolitische Ziele verfolge, in Genf festzu- legen. Er werde also weder den Sitzungen de§ Rates, Noch denen der Vollversammlung beiwohnen, dagegen an den privaten Besprechungen. Bon einer Uebernahme der Regierung durch ihn könne nicht die Rede sein, denn er glaube für sich das Recht auf ein« wohlverdiente Ausspannung beanspruchen zu können.
Kommt ein rinttkabinett?
Paris, 8. März. (Privattelegramm.) Ein Blatt ist der Ansicht, daß man zu einer Mnister- kombination „Iin(8 mit Unterstützung der linken Mittelparteien" gelangen werde. In diesem Falle werde entweder de Monzie oder Caillaux »der Steeg mit der Kabinettsbildung betraut.
Wolken am Horizont.
Kommt es in Gens zum Zusammenstoß? (Eigene Drahimeldva.)
London. 8. März.
Ein Genfer Sonderkorrespondent meldet, er glaube, trotz aller Alarmnachrichten, daß Deutschland, wie vorgesehen, einen ständigen Sitz im Rat erhalten werde und daß die Erörte- rungen aller anderen Ansprüche bis September aufgeschoben werden würden. Weder Spanien noch Brasilien könnten aus geschloffen« Unterstützung seitens der südamerika- niscken Staaten rechnen, aber es seien sehr unerfreuliche Gerüchte über Drohungen im Umlauf, die verschiedene Staaten zur Bekräftigung ihrer Ansprüche auf Sitze im Rat äußern.
Noch nicht über den Berg. Selbst Deutschlands Eintritt noch umstritten.
sEigener Drahtbericht.)
London, 8. März.
Reuter meldet aus Genf: Chamberlain er- ttätte gestern Abend: Es kei n o ch k e i n e Lösung
für alle Schwierigkeiten gefurwen. Einige Mißverständnisse und ein gewisses Mißtrauen sei aufgeklärt und beseitigt worden. Gegenwärtig bemühe man sich, den Eintritt Deutschlands zu ermöglichen, ohne daß ein Streit damit verbunden werde. Wenn dies durch einen kleinen Aufschub erreicht werden könnte, so sei es gleichgültig, ober der Eintritt am Dienstag, Donnerstag oder Mittwoch erfolge. Er vertraue darauf, daß es sich um eine zu bedeutsame Sache handete, als daß sie im letzten Augenblick zu nickst« gemacht werden könne. Di« Frage der Zusammensetzung des Rates sei seit langem besprochen aus ver- fchiedenen Gründen aber immer wieder ausge- schpbcn worden. Chamberlain sagte schließlich noch, der Zweck seiner letzten Rede sei gewesen, zu zeigen, daß es sich bei dieser Frage nicht lediglich um eine antideutsche Bewegung i gehandelt habe, in diesem Falle würde die Frage sofort ausgeschieden worden sein.
Die geköpfte Vuppe.
Fürstenkrawalle in BrrSlau.
(Prtvat-Telegramm.)
Breslau, 8..März.
Gelegentlich einer Massenkundgebung gegen die Fürtzenabsindug auf dem Neumarkt kam es zu heftigen Zusammenstößen zwischen Kommunisten und Schupo. Die Ursache bot ein Wagen, auf dem sich ein F a 11 b e i 1 mit einer Puppe befand, das von Zeit zu Zeit auf den Kops dieser Puppe niedersauste. Die Polizei beschlagnahmte den Wagen. Als die Kommunisten sich wieder in den Besitz d«S Wagens setzen wollten, suchte dies die Polizei zu verhindern, wobei sie mit Gummiknüppeln in die Menge einhieb und zwei Männer verletzte. Bon den Beamten erlitt ein Mann leichtere Verletzungen. Die Polizei stellte alsdann binnen kurzer Zeit die Ruhe wieder her.
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«ein Kompromiß für Die ®eu ^nationales
Berlin, 8. März. (Privattelegramm.s Wie die Blätter miteilen, sind di« Kompromisvor- schläge der Regierungsparteien für die Auseinandersetzung über das fürstliche Eigentum für die Deutfchnationalen unannehmbar.
Schorfe Luft in Budopest.
Polizei und Militär halten Wacht.
(Eigene Drahtmeldung.j
Budapest, 8. März.
In einer Bekanntmachung wird vor Zusam- menrottungen gewarnt, da von der Polizei mit den schärfsten Machtmitteln vorgegangen werden würde. Das gesamte Polizeiaufgebot wurde durch Militäraufgebot verstärkt. Am Sonnabend wurden 65 Verhaftungen getätigt.
-Zwei Wochen Konferenz?
Heute nur Formalitäten. (Eigener Sonderbericht.)
Genf, 8. März.
Die Geheime Ratssitzung hat heute vormittag gegen 11 Uhr begonnen und dürfte lediglich der Feststellung der Tagesordnung dienen. Auch die erste Sitzung der Völkrrbundsversamm- lung, die um 3 Uhr nachmittags eröffnet werden wird, hat lediglich formalen Charakter. Der Präsident des Rates, Jshii, wird sie mit einer kurzen Ansprache eröffnen und danach wird die Versammlung ihren Präsidenten wählen und die Kommission der Prüfung der Vollmachten bestellen. Ratspräfident Jshii soll auch zugleich BersammlungSpräfi- dent werden. ES ist unwahrscheinlich, daß heute auch nur die beiden großen Kommissionen bereits gewählt werden. Der allgemeine Eindruck ist der, daß von einer Beendigung der Genfer Verhandlungen noch im Laufe dieser Woche gar keine Rede sein kann. Man rechnet mit einer Dauer von VA bis 2 Wochen.
Kronprinz gegen Vreste.
Eine geschlichtete Beleidigung.
(Eigene Drahttnelöung.)
Berlin, 8. März.
Ein Berliner Blatt hat seine Beleidigungsklage gegen den ehemaligen Kronprinzen zurückgezogen. ES handelt sich um die Angelegenheit des Lokomotivführers R a p p i ch und seiner Tochter. Der vormalige Kronprinz hatte in der Presse erklärt, daß über die Angelegenheit verleumderische Nachrichten verbreitet worden seien. Auf eine Beleidigungsklage hin hatte der ehemalige Kronprinz erklären lassen, daß der Ausdruck „verleumderisch" sick nicht auf die Veröffentlichungen des Montagmorgen bezöge, worauf dir Klageannahme zurückgezogen wurde.
Europa in (Senf.
Das Spiel hat begonnen.
(Von unserem Sonderberichterstatter.) vutder-Streieman« auf der Morgeavromenad«. Die Deutschen tm Mittelpunkt. — Der viclum- schrieev« UngaEraf. —& Heute Nachmittag tm
Gens, 7. März.
Das Hotel „Metropole", in dem seit gestern abend die deutsche Delegation wohnt, ist seit den zeitigen Morgenstunden von Neugierigen belagert. Ms Reichskanzler Dr. L u t h e r in aller Herrgottsfrühe seinen üblichen Morgensvazrer- gang unternahm, wurde er lebhaft begrüßt. Auch Außenminister Dr. Stresemann der sich lächelnden Gesichtes am Fenster des SpeisesaoleS zeigte, war Gegenstand freundlicher Kundgebungen. Es wird offensichtlich, daß den deutschen Delegierten das weitaus größte Interesse entgegengebracht wird. Recht populär hat sich auch Herr Briand, der heute früh hier eintraf, durch seine Demission gemacht. Der japanische Hauptdelegierte, Graf Jshir, hat den deutschen Delegierten heute vormittag bereits seinen Antrittsbesuch gemacht. Ueberhaupt wimmelt es in der Vorball« Pes Hotels von Diplomaten aus aller Herren Lander. Heute hat es den Anschein, als wickelte der Hauptbetrieb der Gettser Zusammenkünfte in dem Hause ab, in dem die deutsche Vertretung abgestiegen ist. Voraussichtlich werden
Dr. Luther, Dr. Stresemann, Chamberlain u. Briand heute gemeinsam das Mittagessen einnchmen. Bei dieser Gelegenheit wird dann auch die erste Aussprache über die Verteilung der Plätze im Völkerbundsrat stattfinden. Der Aufenthalt des ungarischen Ministerpräsidenten Graf B e t h 1 e n in Gens wird lebhaft erörtert. Die Genfer Sozialdemokraten beschlossen, Demonstrationen und Protestversammlungen zu veranstalten, sowie in Plakaten gegen die Anwesenheit des ungarischen Ministerpräsidenten zu protestieren. Der schweizerische Bundesrat hat energische Gegenmaßnahmen angesagt. Wie wir znverlässtg erfahren, ist der s ch w e i z e r i s ch e n Delegation nahegeleat worden, sick; in der Frage der Erweiterung de« Ratssitze für den Antrag Schwedens, also für einen deutschen Ratssitz, einzusetzen, aber ihr Votum! gegen jede weitere Vermehrung der Sitze einzulegen. Da für die Ratserweiterung einstimmiger Beschluß des Rates nötig ist, wird diese durch die Haltung Schwedens nicht zustande kommen. Im Resormationssaal.der heute nachmittag 3 Uhr die Eröffnung der Völkerbundsversammlung sehen wird, sind die Vorbereitungen zur Herrichtung von Plätzen für die Delegierten, die Presse nnd das Publikum noch in vollem Gange Die Wände des hohen lichten Saales sind schmucklos. Laut hallen die Hammerschläge der Arbeiter, die hier und da immer noch neue Banke ausstellen, in dem weiten Raume wieder. Jeder Staat hat eine besondere Bank. Die Anordnung der Plätze regelt sich nach dem französischen Alphabet. Es ist interessant, zu wissen, daß Deutschland feinen Platz hinter Albanien angewiefen bekommt. Um die an und für sich nicht besonders günstige Akustik des Raumes zu verbessern, bat man große Lautsprecher eingebaut. Alle Hotels, in denen Völkerbundsdelegierte absteigen, zeigen die Schweizer Fahne. Die Räume der einzelnen Delegierten werden von außen dadurch gekennzeichnet, daß an den Fenstern die Fahnen ihrerLänder angebracht werden. So grüßen heute bereits von einem Eckfenster des Hotels „Metropole" zum ersten Male die schwarz-rot-goldenen Farben.
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Das erste Wi derfeden in Locarno.
Genf, 8. März. Ueber die gestrige erste Be- spreehung zwischen den deutschen und Eniente- abgeordneten wurde folgendes Kommunique tmögegeben: „Die Vertreter der Staaten für den Locarnopakt haben sich in einer Unterredung zusammen gefunden, in deren Verlauf sie müheloS di« gegenseitige Situation auftlänen. Auf diesen ernen Gedankenaustausch soll in einer weiteren Sitzung eine zweite Unterhaltung folgen. Di« Bespreimingen dauerten annähernd vier Stunden. Es nahmen hieran Dr. Luther, Dr. Stresemann, Chamberlain, Briand, Scialoja und Bandervelde teil. Das Hotel Beau Rivage war während der Dauer der Konferenz von einer großen Anzahl Journa. listen, Photographen und Neugierigen belagert, die die Delegierten beim Begaffen des Hotels mit erregten Fragen bestürmten.
Wie wird der ürstenbefltz verteilt.
Einigkeit bis zu den Demokraten.
Berlin, 8. März.
Zur Auseinandersetzung auf Grund des am Freitag abgeschlossenen Fürstenkompromisses soll eine Dreiteilung der vorhandenen Vermö-