Kasseler Neueste Nachrichten
Hessische Abendzeitung
Kaffeler Abendzeitung
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16. Jahrgang
Einzelnummer 10 Pf„ TonniagS 15 Pf.
Dienstag, 2. März 1926
Deutsche als Opfer brutaler Gewalt
Der Dvrkervuno ein Sntrlaenneft
rage
Verbund
scheu nischen
Liebe und Leben.
Unter den verschleierten Drusenfrauen.
überwunden werden muß, ehe der von Briand proklamierte Frieden als wirkliche Tatsache an- gesehen werden kann.
Sin gehetztes Wild.
Chamberlain soll bekennen. BSlkerbunddebatte?
Nummer 51. Einzelnummer 10 Pf, Sonntags 15 Pf.
(Eigener Drahrbericht.)
London, 1. März.
Sin Blatt berichtet, daß Chamberlain heute im Unterhaus auf eine Anzahl von Fragen bezüglich der BSlkerbundsttze antworten und um 4 Uhr eine Ansprache an den Parlamentsausschuß halten wird Am Mittwoch wird die Frage wiederum vom Kabinett drrürtert werde« und es wird erwartet, daß am Nachmittag Baldwin eine Erklärung abgeben wird- BuS der Art dieser Antwort wird sich wahrscheinlich ergeben, ob am Donnerstag im Unter Haus eine Debatte stattfinden wird.
btnbe Sonne mit ihren letzten strahlen das wundervoll fremdartige B-.ld. Durch die klare Lust ertönt die Stimme des Muezzin, die Gläubigen zum Gebet zu rufen. Diesem Gesang folgt Todesstille. Jede Arbeit ruht, jede Bewegung hält ein, und wo immer der Muselmann sich be- findet, verläßt er das Tagwerk, um seme Gedanken im Gebet zu sammeln. Doch nach wenigen Minuten hat das Bild sich wieder geändert. Ueberall pulsiert reges Leben und wir verlaßen in Eile das Schiff. In diesem Land gibt es keine Dämmerung, dem Tag fotzt Nacht. Aber was für eine Nacht!! Beim Schern der fun- lelnden Sterne könnte man lesen. Die lauen Lüste erzittern von dem berauschenden
Aufgabe die Herbeiführung einer HandelSver- tragspolitik von Land zu Land auf der Grundlage der Meistbegünstigung, der Zollsenkung und des Verzichts aus alle Maßnahmen, für unterschiedliche Preisbildung im Jnlande und im Auslande für diejenigen Produkte dir zur Zeit den Gegenstand ctneS internationalen Vertragsentwurfs im Völkerbund »bschließun« langfristiger des BisurnzwangeS, sowie sprungsbezeiwnungen sowie Vereinbarungen. Weiter wird die Ratifikation d-S Washingtoner Achtstunden - Abkommens und andere arbeitsrechtliche Schutzvorschriften gefordert. Bei den Handelsverträgen sollen Vertreter der Arbeiter- schast Mitwirken. Internationale Kartelle und Konsortien sollen beaufsichtigt werden.
teil, die Ausführu"^" ^inbS haben das deutsche Mißtrauen erheblich verschärft, da der französische Ministerpräsident mit keinem Wort davon gesprochen hat, daß die polnischen Ansprüche gegenwärtig nicht diskutiert werden könnten. Während Briand sich über diese Frage auSgeschwiegen hat, äußert sich sein englischer Kollege Chamberlain etwas unvorsichtiger und hat der deutschen Regierung zu verstehen gegeben, daß daS englische Kabinett gegen den Willen der gesamten e'ngli- Oeffentlichkeit die französisch-pol- Wünsche indirekt unterstützt. Die Frte- denSrede BriandS entspricht im allgemeinen der Linie, auf der der derzeitige französische Minr- sterprästdent vor, während und nach der Konfe- renz von Locarno mit Chamberlain zusammen- gearbeitet hat. Für Deutschland haben die schönen Versicherungen des französischen Staatsmannes vorläufig nur einen sehr geringen Wert, denn die Erörterungen der polnischen Ansvrüche ohne Hinzuziehung der deutschen Regierung war von vornherein ein Zeichen schlechten Willens als auch des Mißtrauens, das erst
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Deutschland geheimer Ruf _
Sogar die Nachtflüge der deutschen Lust- esellschasten beunruhigen den italienischen Diktator, dem es vor allem darauf ankommt. Deutschlands Stellung in den Pariser Luftfahrt Verhandlungen zu erschweren. Beachtenswert ist aber au diesem Ausfall gegen Deutscb- land, daß der Duce hier ganz offen das Deutsch tunt Süotirols zugibt. wenn er davon berichtet, daß er auf feiner Fahrt durch Südtirol habc feststellen muffen, daß dort alles deutsch sei Der italienische Diktator fügt freilich sofort hinzu« DaS Land muß italienisch toerben* und er läßt'keinen Zweifel daran, daß er dies Ziel zu erreichen gedenkt. ES hat wenig Zweck, mit Mussolini über diese Fragen zu debattieren «Hb man kann sich nur immer wieder an die Tatsache halten, daß Mussolini nicht das lta> lienische Volk ist. mit dem Deutschland in Friede und Freundschaft leben konnte, sondern
Nur laufend Worte.
Wenn man den Dingen auf den Grund geht.
Der französische Ministerpräsident Briand hat kürzlich bei der Locarnodebatte in einer rednerisch mustergültigen Ansprache dem Geist von Locarno seine Anerkennung und Hochachtung erwiesen. Briand hat dabei davon gesprochen, daß in Locarno eine neue „europäische* Sprache gebraucht worden sei, an die sich die Menschheit gewöhnen müsse. Es will uns scheinen, als ob man sich in Paris und in anderen Hauptstädten Europas, vor allem in Rom und in Warschau an diese neue Sprache noch nicht recht gewöhnt hat, und als ob auch die Staatsmänner recht gut einen Unterricht in dem Gebrauch dieser neuen Sprache erhalten könnten, denn die „tausend Worte europäisch* sind offenbar noch nicht All- gemeingut der Staatsmänner geworden und selbst von denen, bie an bei Aussprache in Locarno leilgenommen haben, sehr schnell wieder vergessen worden. Die noch immer nicht ab- reißende Debatte über die Verteilung der Döl- kerbundsratssttze, der Versuch, das wichtigste Instrument des Völkerbundes, den Dölker- bundsrat, völlig umzugestalten, in dem Augenblick, in dem Deutschland in diesen Rat ausgenommen werden soll, diese Absichten, die von einer kaum noch zu übertreffenden I l l o v - alität gegen Deutschland geleitet sind, lasten wirklich nicht- vom Locarnogeist spüren und lassen nicht erkennen, daß auch nur je der Versuch gemacht worden wäre, „europäisch* zu sprechen.. Die deutschen Hoffnungen aus ein sran-östsches Entgegenkommen in der Luftfahrtfrage und in der Frage der Beseitigung deS Milttär- kontrvllsystemS haben sich bisher noch nicht er- fant, und eS gibt daher so gut wie gar keine Anhaltspunkte, die deutsch-französischen Beziehungen schon jetzt entspannen zu können.
Die von Briand beabsichtigte Beruhigung der össentltchen Meinung in England und Deutschland hinsichtlich der französischen Völkerbundsmachenschaften ist nicht eingetreten. Im Gegen-
Dust der Orangen- und Zitroncnhaine, her blühenden Dattelpalmen und Granatapfel.
Das leise Gezwitscher der Vögel wiegt sich wie süßes Träumen in beit buntlen Schatten bet Bäume, bis auch dieses allmählich verstummt unb bie Nacht in tiefstes Schweigen versinkt. Dte Einwohner von Beirut sind Mohammedaner, Marontten unb Drusen, wovon wir ben letzteren, her heutigen Kämpfe wegen, bas größte Jntereste entgegenbringen. Ein naives Volk, voll Aberglauben, bock fleißig, rein, artig unb von beispielloser Gastfreundschaft. Seine Frauen sind hübsch unb zierlich. Wenn hier alle Nationen sich auch ziemlich gleich kleiben, sinb bi» verschiedenen Volksstämme durch Merk- male von einander zu unterscheiden. Me Frauen tragen Pumphosen unb kurze, lose Jäckchen bis zur Taille; je nach der Stellung ihrer Männer aus Seide oder Baumwolle. Dte Mohammedanerin jedoch ist auf der Straße dicht verschleiert und überdies von einem Ueberwurf vollständig bedeckt. Ebenso die Frau des Drusen, doch blickt das halbe Gesicht aus der Verschleierung hervor. Da macht es einen sonderbaren Eindruck, wenn sie bei der Begegnung mit einem Manne ihren Ueberwurf rasch über das Gesicht zieht, um sich vor seinen Blicken zu verstecken und dabei nicht selten die Knie entblößt. Eine Frau erklärte mir, der Körper sei bei allen Frauen gleich, doch könnte ein anderer Mann sie an ihrem Gesicht auf der Straße erkennen und der eigene Mann würde sie dann nicht mehr behalten. Die Frauen wähnen sich fortwährend von guten und bösen Geistern um- geben und richten ibr ganzes Verhalten danach ein. Ein seltenes Fest für Fremde bot die Hochzeit in einer vornehmen Drusenfamilie, der ich, b<mt der Gastfreundschaft der Eingeborenen, beiwohnen durfte. Als erstes fand eine große Prozession durch die Straßen statt, wobei jeder junge Mann etwas tragen mußte. Einen Tisch, einen Stuhl, einen Spiegel, zu zweien ein Bett, zu vieren ein Sopba usw., wobei eine betäubende Musikkapelle den Umzug begleitete. So wurde die ganz« Ausstattung des Paares in den Straßen gezeigt War es Prahlerei mit seinem Reichtums Am Hochzeitstag selbst ist es der Braut streng verboten, auszugehen. Sie bleibt mit den Frauen in ihren Zimmern, wobei man di« Freunbinnen den ganzen Tag singen und sickeln hört. ES ist ihre Art, Glück- und Segenswünsche darzubringen. Der Bräutigam »erbringt den Tag im Garten und darf
feine Staut erst abends sehen.
Es soll angeblich das erste Mal fein, daß er die für ihn bestimmte Frau erblickt. Große, schöne Matten werden in dem Garten aufgelegt und es beginnt der Umzug der iungen Männer mit ben Hochzeitsgeschenken. Diesem folgen originelle, anmutige Tänze. AbenbS finbet bie festliche Mahlzeit statt, wobei Weine und alkoholische Getränke verboten sind. Eine Unmenge von Kuchen und Backwerk, Fischen, Wilderet, eingemachten Früchten, frischen Orangen, Granatäpfeln. Mandeln, Trauben und Wassermelonen wird aufgetragen; als Getränk Wasser und Syrup. Männer und Frauen essen in
Minister, bleibt fest!
Ei« zweites Locarno am 8. März in Genf.
(Eigene Drahtmeldung.)
London. 1. März.
Ein diplomatischer Berichterstatter schreibt: Der Premierminister empfange täglich Abordnungen und zahlreiche Briefe aus allen Kreisen der Oefsentlichkeit, die gegen eine sofortige Vermehrung der ständigen RatSsttze Einspntch erheben. Seine heutige Erklärung im Unter- Haus werde viele Mißverständnisse aufklären. Ein Genfer Brrichterstatter erklärt, in Genf werde ein zw-iteS Locarno abgehalten werde« müssen, damit vor der Sondertagung eine Vereinbarung erzielt werden könne, bevor Deutsch- la,ü»s Antrag formell vorgelrgt wird. ES fei die Ansicht der VöUerbundskreise, daß der Vorschlag, Spanien, Brasilien und Polen jetzt Ditze zu gewähren, augenblicklich
ganz von Stresemann und Luther abhänge.
Es verlaute jedoch, daß Briand auf seinen Forderungen nach einem Sitz für Polen und Spanien nicht bei st ehe» werd«, wenn Strese- inann sestbliehe. Einem anderen Berichterstatter zufolge ist die große Mehrheit der britischen Mt- nister der Ansicht, daß die Erwägung der An- spräche anderer Länder biS zur Septtmberver- farnmluttfl verschoben werde« müßte. Pole« hab« keine Aussicht im März in den Rat einzutreten. Ein Blatt schreibt: Polen werde fast sicher mit der herzliche« Zustinnnung der Engländer einen nichtstäudiqen Sitz erhalten. Der Anspruch Spaniens könne nickt ernstlich erörtert werden, eS fei jrt>och kaum »u befürchten, daß Spanien gegen Deutschland stimme, da es immer versprochen habe, seine Stimme für Deutschland abzugeben.
An einem herrlichen FrühlingSabend fahren wir in den Hafen von Beirut ern. Eine wohltuende Brise umwehrt uns und kühlt die Hitze deS sinkenden Tages. Die kleine Stadt vor uns ist nicht schwer zu überblicken. Sie breitet sich, die grünen Hügel erkletternd, vor unseren entzückten Blicken aus. Wie eine weiße Treppe steigen die ziemlich gleichmäßig gebauten Häuser zur Höhe empor und leuchten aus dem dunklen Laub der blühenden, duftenden Gärten hervor. Hie und da weisen die ferne« Spitzen der Minarets über die Häuser weg, zum Himmel hinaus. Und weit ' entfeint, gegen Osten zu, erheben sich majestätisch und stolz die Berge des Libanon, dessen Spitzen, von ewigem Schnee bedeckt, «inen gewaltigen Kontrast gegen die dunklen, mit Zedern bewachse- nett Abhänge bilden. Jetzt vergoldet dte sckei- dend« Sonn« mit ihren letzten atraljlen baä m,indervoll fremdartiae Bild. Durch die klare
Auch Mussolini macht keinen Hehl daraus, daß er den Wunsch Polens unterstützt, zugleich aber läßt ihn offenbar der Ruhm des Sonntagsredners Poincart nicht schlafen und er versucht nun, die Trompetentöne dieses französi- fchen Staatsmanns noch zu Übertönen. Nach dem alten und beliebten Muster aller Deutfch- landShetzer hat er kürzlich einem Pressevertre- ter gegenüber wieder die ungeheuerlichsten Behauptungen ausgestellt, Da muß die Hambur- ger Feier des Reichsbanners, der Bahnschutz nnd ebenso der Ausbau des deutschen Luftnetzes, tote manche andere Dinge dazu herhalten, um - ■ ------- dächti-
Shlna WM nicht stören
Verlangt aber Sitz und Stimme in Gens.
(Eigene Drahtrneidung.)
London, L März.
Der neue chinesische Gesandte für Rom führte in einer hiesige« Adfch.evsrede aus: China ist zu einem ständigen Sitz im BölkerhundSiat wegen der großen Zahl seiner Bevölkerung und seiner fünfwusendjahrigen Kultur berechtigt. Der Gesandte schloß: Ich bi« angewiesen war- den, i« Genf den Antrag auf einen ständigen Sitz vorzubringen China wünscht jedoch nicht, die Einheitlichkeit der Sitzung zu störe« und ist bereit, seinen Anspruch zurück,»ziehe«, vorausgesetzt allerdings, daß «8 bei der nächsten Wahl der nichtständige« Mitglieder bedacht wirt».
K Rechnungsbeträge füll, Innerhalb 5 Tagen «u be*-blen, feMw leit oller durch Fernimecker «ntsgegebene« gnaeigen, forote für »nfrra6n«*aten und Plätze kann nickt e-arontiert »erben. Für Anzeigen mit b«onü°rrschlvie. rigem Satz 100 Prozent Aufschlag. Druckerei: Scklacht^fitratze AM. Geschäfts, stelle: Kölnische Straße 5. aegenüBer der Svohrstratze. Fernsprecher 951 und 952.
Wlrn al« Satfe träger für Südtirol
Wie«, 1. März. Im Rathaus sowie auf »em RathanSvlatz sand gestern eine groß« Proteß- oersamrnlung gegen die .Unterdrückung der Deutschtums in Südtirol fiatt. In einer Ent- schließung wird erklärt, die Südtiroler Frage sei eine Frage der ganzen zivilisierten Welt und gehöre vor den Völkerbund. Mit dem Ab- singen deS Andreas Hofer-Liede- und des Teutschlandsliedes fchloß die Feier. In Sinz sand eine ähnliche Versammlung statt.
Datonette gegen Deutsche.
Zersprengte Versammlungen in her Tschechet.
(Eigene Drahtmeldung.)
Prag. 1. März.
In achtundsechzig deutschen Städte« der Tschechoslawakei fanden am Sonntag Protestkundgebungen gegen die Sprachenmaß' nahmen statt. Die Bersarnrniungen verliefen zum Teil sehr stürmisch. In De Plitz ging die Gendarmerie mit gefälltem Bajonett gegen die Versammelten vor und räumte den Marktplatz. In Außig wurde trotz Verbot« von den deutschen politischen Parteien eine vertrauliche Versammlung in der Turnhalle abgehalten. Di« Versammlung wurde aufgelöst und die Teilnehmer, welche sich i« kleinen Gruppen auf dem Marktplätze zusammenfanden, wurde« von der Wache gerfprengt, wobei eS zu fünf Verhaftungen kam. Die Protest- versammlungen in der deutschen Stadt Trau- tenau wurden ebenfalls aufgelöst.
Allein auf weiter Flur.
Auch die Schweiz und Dänemark gegen Polen Berlin, 1. März.
Die schweizerische« »ötterbuntzdele- flierttn werde« i« Ge « f unter allen Umstände« eine über den deutfchen RatSfitz himwsgehende Vermehrung de« Völkerbund-ratr« ablehnen und solchen Anträgen nicht die Stimme geben Aus Kopenhagen erfahren di« Blätter w«Uer. daß fick auch Dänemark dem Standpuntt Schwedens anfckließen wirp, daß keine Er- Weiterung der ständigen RatSsttze über Deutschland hinaus in Genf erfolgen soll.
Spanien droht mit 6rm Au «tritt.
Madrid, 1. Mär,. Bei einer Völkerbund- kundgehung betonte Graf Komanones, daß der Wunsch Spaniens nach einem VölkerbundSrats- sitz so groß sei, daß man sich fragen müsse,, ob es mit dir nationalen Ehre vereinbar wär«, weiterhin Mitzssied d«S Völkerbundes zu bleiben, wenn Spanien keine» permanenten Sitz brfomme. Prof. Gascon wi»S daraus hin, daß Spanien fchon seil sechs Jabren im Rai ütze und deshalb ein Recht auf einen Sitz habe
Brücken von Do» zu Dolk.
Das Wirtschaftspri'grlnnm der Sozialisten.
(Eigene D-ahtmelvung.)
»rüffel, 1, März.
Die hier tagende Konferenz französischer und selgischer Sozialisten bezeichnet« alS wichtigste
London, 1. Mär». (Eigener Drahtbericht.) Einer Meldung auS Johannesburg zufolge, schreibt ein Blatt: Venn der Völkerbund ein Jnttigenmittelpunkt werden soll, so wird cS sofort für Südafrika und die anderen Dominions notwendig werden, ernstlich di» gesamte F ihrer Mitgliedschaft im Völle neu zu erwägen unb zu entscheiden.
der Mann, dem sein« Allgewalt zu sehr in den Kops gestiegen ist.
Gebt uns die Sprache wieder
Ei« Vorstoß der Sudeteudeutschen.
(Eigene Lrahtmeidvna.»
Teplitz, 1. März.
In einer Protestversammlung gegen Die tschechische Sprachenverordnuna wurde folgende Kundgebung beschlossen: „Es könne nicht eher Frieden im Lande herrschen, bi« baS Recht der deMschen Sprache anerkannt und dem deutschen Volkstum die volle Gleichberechtigung zuerkannt sei. Rach Schluß der Versammlung zogen die Teilnehmer unter Absingen deutscher Lieder auf den Marktplatz, wo Abgeordne. ter K a l l i n a eine Rede hielt. Er wurde jedoch von einem RegierttNgsvertrrter atr Sprechen gehindert. Gendarmerie zerstreute die Menge.
Seidstvilfe und...die Wacht am Rhein.
Karlsbad, 1. März. In einer deutschen Pro- »esiversammlung gegen die Sprachenverordnung wurde eine Resolution angenommen, die eine Deputation der politischen Bezirksverwaltung vorlegte. Nach Schluß bet ruhig verlaufenen Versammlung sangen junge Leute daS Deutschlandlieb unb die Wacht am Rhein. Die Polizei verhaftete darauf fünf Personen.