Mer Neurße Nachrichtm
Hessische Abendzeitung
Kasseler Abendzeitnng
T
16. Jahrgang
Sonnabend, 30. Januar 1926
Einzelnummer 10 Pf„ Tonntags 15 Pf.
Chamberlains Vernunft siegt in Varis
ist eine Regierung der H eigenen Volke!" B
enkersknechte am
Bei den letzten Worten
sprang Reichskanzler
ES
entmutigenlassen, wenn die Neigung, Anstoß zu erregen oder zu nehmen, nicht von heute oder auf morgen von der Bildfläche verschwindet.
Raus!" Mit Mühe konnte Vizepräsident Bell Ruhe schaffen. Er erklärte, daß er gezwungen sehe, den Abg. Henning von Sitzung auszuschließen, worauf dieser ter höhnischen Zurufen von links langsam Saal verließ.
Ehamberlam als Sekundant.
Gegen Frankreichs Uebergrisfe an dem Nachbarn (eigener Drabtbericht.l
Paris, 29. Januar.
doch den Erfolg der poliitschen Führerpersön- iichkeit Luthers. Im Organ der Volkspartei heißt es: Ein harter Kampf, ein knapper Sieg, aber die Bahn frei für sachliche Arbeit. In den Kämpfen um den E t a t wird sich zeigen, ob die Regierung auf der Basis des gestrigen Vertrauensvotums weiteren Boden gewinnen kann. Die demokratischen Blätter bringen zum Ausdruck daß das Kabinett Luther gestern in der Au ßenpolitik einen großen Sieg errungen hat. Ein Blatt sagt zu der Verweisung des deutschnationalen Völkerbund-Antrages an den Auswärtigen Airsschuß: Zum ersten Male hat sich die große Koalition bei einer auß:n- politifchen Entscheidung zusammengefunden. Der Vorwärts betont, »m der Außenpolitik willen haben wir dem zweiten Kabinette Luther das Leben gelassen, da wir den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund nicht gefährden wollen.
n u n g gerufen. Die Sozialdemokraten seien für den Fortbestand des Lutherschen Bürgerblocks verantwortlich, wenn sie sich der Stimme enthielten, statt mit nein zu stimmen. Abg. Drewitz (Wirtsch. Vg.): In der Hoffnung, daß die neuen Minister dem Mittelstand mehr entgegenkommen werden, als die des ersten Kabi- netts, wird die W l r 1 s ch a s t l. Vereinig.
nicht für ein Mißtrauensvotum stimmen.
Sie will die Taten der Regierung abwarten und sich einstweilen neutral verhalten. Abg. Feder (Völk.) bezeichnet die Regierungserklärung als ein Bekenntnis der Unfähigkeit, der furchtbaren wirtschaftlichen Notlage Herr zu werden. Ehe die Erfüllungspolitik nicht aufgegeben werde, sei an eine Besserung nicht zu denken.
Wenns vom Dome läutet.
Kölns Freiheitsfest zur Mitternacht.
(Privat-Telegramm.)
Köln, 29. Januar.
Die Nachricht, daß die Kölner Zone am 31. Januar 12 Uhr nachts frei wird, hat hier allenthalben freudige Ueberraschung und Begeisterung hervorgerufen. Oberbürgermeister Dr. Adenau e r hat sofort beim Kultusminister den Antrag gestellt, am L Februar den Schulunterricht ausfallen zu lassen. In der Nacht vom 31. Januar zum 1 Februar findet eine große öffentliche Befreiungsfeier auf dem Domplatz statt. Wenn die Mitternachtsstunde schlägt, beginnt die deutsche Glocke am Rhein, die Petrusglocke des Doms, zu läuten, und sämtliche Kirchenglocken folgen. Vor dem Dom hält Oberbürgermeister Dr. Adenauer eine kurze Ansprache an die Bevölkerung. Die Feier wird durch den Rundfunksender in Königswusterhaufen ausgenommen und an alle deutschen Empfänger weitergeleitet.
Abg. v. L i n d e i n e r-Wildau (Din.) sprach sein tiefes und schmerzliches Bedauern darüber aus, daß gegen den Reichskanzler Worte ge- braucht worden sind, die das Maß des Zulässi. gen weit überschreiten. Die Erklärung wurde von der Mehrheit des Hauses mit Beifall und von den Völkischen mit tadelnden Zwischenrufen ausgenommen. Die gegenwärtige Krise sei eine Krise des parlamentarischen Regie» rungssystems überhaupt. Der Außenpolitik könne seine Partei nicht das erforderliche Vertrauen entgegenbringen, um sich auf Stimmenthaltung zu beschränken. Deutschland müsse vor dem Eintritt in den Völkerbund die R ü ck-
Rnmm er 25. Einzelnummer 10 Pf, Sonntags 15 Pf.
Dr. Luther erregt von seinem Platz auf, trat auf den Abg. Henning zu und ries: „Ich verbitte mir derartige Bemerkungen ganz energisch." Abg. Henning wurde von den Abgeordneten in höchster Erregung umringt. Minutenlang wurde gerufen: „Raus!
Japan aw Friedenshüter.
England stärkt ihm den Rücken.
(Eigene Drahtmrldvng.)
London, 29. Januar.
Bei dem zu Ehren des Prinzen Tschitfchibu gegebenen Festeren gedachte Lord Salisbury des verstorbenen japanischen Premierministers Kato und führte aus: Für die Bereinigung der Mächte bilden Locarno und der Bölkerbunr Beispiele. Im Fernen Osten gibt es Elemente der Unordnung, die in hohem Maße Besorgnis erregen. Es ist von vitaler Bedeutung, daß die Mächte, die auf Grund ihrer Tradition und ihrer Gewohnheiten besonders national diszipliniert find, sodaß sie der Unordnung Ein hack, gebieten, so eng miteinander verbündet sind, ähc es nur möglich ist. Japan ist eine von diesen Mächten. Der japanische Botschafter Matsut feierte die Beziehungen gegenseitigen Vertrauens und wahrer Freundschaft.
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Sin treuer Gvtzn des Rheins
Marx wird fälschlich beschuldigt.
(Eigener Drahtbericht.)
Berlin, 29. Januar.
Gegenüber den Behauptungen eines Rechtsblattes wird mitgeteilt, daß Reichsminister Marx im Dezember 1918 den Losreißungs-Bestrebun- gen in der R h e i n p r o v i n z nicht eine passive Haltung an den Tag gelegt hat. Es ist weiter nicht richtig, daß Marx 1923 im Reichstag die Aeußerung getan hat, „Preußen sei lange Si auf dem Rheinland herum getrampelt", ijui vielmehr im Reichstag darauf hingr- wiesen, daß die unfreundliche Stimmung rheinischer Kreise gegen Preußen darauf zurückzuführen fei, daß die Rheinprovinz früher in Preußen vielfach ungerecht behandelt worden sei. In Düsseldorf hat sich Marx darüber beklagt, daß gewisse Kreise kein ausreichendes Verständnis für die schweren Leiden und Nöte des besetzten Gebiets zeigten. Weiter wird festgestellt, daß mehrere Mitglieder der Rheinlandkommission dem damaligen Reichspräsidentschaftskandidaten Reichskanzler a. D. Marx in Koblenz einen Besuch abgestattet hatten, woraufhin Minister Marx bei der Rheinlandkommission seine Karte abgeben ließ.
Bei einem Ehrenfrühstück für Staatssekretär Chamberlain, an dem außer B r i a n d und säst sämtliche Katzinettsmitglieder, Kammerpräsident Herriot sowie Akademie- und Parlamentsmitglieder teilnahmen, ergriff Chamberlain nach einer Begrüßungsansprache des Finanzministers Donmer das Wort. Er sagte u. «.: Nach so vielen Prüfungen ist es uns gelungen, die europäische Familie wieder zu schaffen. Tas ist kein Werk auf lange Sicht. Aber, so betonte Eham- berlain mit besonderem Nachdruck, «h möchte heute zum Ausdruck bringen, daß wir bei den Vertretern Deutschlands in Locarno die Ueberzcugung gefunden haben, daß die französisch-britische Freundschaft nichtgegenihr Land gerichtet ist, und auf diese Weise wurde die Wiederaufbaupolitik mit Unterstützung des Feindes von gestern möglich.
Der Glaube macht selig.
Chamberlain als Abrüstungsfreund.
(Eigener Drabtbericht.l
Paris, 29. Januar.
Staatssekretär Chamberlain unterstrich bei einem Pressecmpfang besonders, daß angesichts des Geistes von Locarno die noch vorhandenen Schwierigkeiten, sich beseitigen ließen. Wenn ein Vertrauensvorschlag für die Abrüstungskonferenz von einer Seite gemacht werden sollte, werde England prüfen, ob durch eine Hinauszögerung das Ziel, das man erreichen wolle, gefördert werde. In diesem Falle werde England keine Einwendungen erheben. — Heute 10 Uhr tritt Chamberlain die Reise nach London an.
Dke Bahn ist frei.
Wird die Regierung sich durchsetzen?
(Privai-Telegramm.)
Berlin, 29. Januar.
3t cht Freund, nicht Feknd.
Warum die Sozialdemokraten nicht stimmen.
Abg. Dr. Breitscheid (Soz.) verliest als- dann am Schluß seiner Ausführungen folgende Erklärung der sozialdemokratischen Fraktion: Tie Fraktion begrüßt es, daß die Reichsregie, rung in Fortsetzung der Politik von Locarno den alsbaldigen Eintritt Deutschlands in den Völkerbund in sichere Aussicht gestellt hat. Sie erwartet, daß die Reichsregierung innerhalb des Völkerbundes alles tun wird, um einen raschen Abbau der fremden Besatzung hertze^u.
Höchste Spannung.
Das letzte Geplänkel vor der Abstimmung.
Berlin, 29. Januar.
Die gestrige Reichstagssitzung war reich an stürmischen Zwischenfällen. Vor Eintritt in die Tagesordnung wandte sich von G u e r a r d (Ztr.) in einer persönlichen Erklärung gegen den Grasen Westarp (Dtl.). Abg. Mayer-Franken (Komm.) verlangte die sofortige Beratung eines kommunistischen Antrages, der sich gegen die Praxis der Bayerischen Volkspartei bei der Verfolgung der Linksparteien wende. Nach kurzen Ausführungen der Abg. Dr. Frick (Soz.) und Leicht (Bayr. V.) wandte sich das Haus der Aussprache über die Regierungserklärung zu.
Abg. Henning (Völk.) bezeichnete die Regierungserklärung als vollkommen inhaltlos. Wenn der Kanzler gesagt habe, er müsse das Vertrauensvotum einer Reichstagsmehrheit verlangen, dann müsse er folgerichtig auch demissionieren, wenn das Vertrauensvotum nur infolge der Stimmenthaltung der Sozialdemokraten angenommen werden sollte. Nach längeren Ausführungen über die Haltung der Reichsregierung zum Eintritt in den Völkerbund, die Fürstenabfindung, die Wirtschaftspolitik versteigt sich der Redner zu der Aeußerung: „Diese Regierung der Erfüllungspolitik muß gestürzt werden. Sie
gäbe seiner Kolonien verlangen.
müsse sein Selbstbestimmungsrecht haben, nicht nur hinsichtlich der Vereinigung mit den deutschen Volksgenossen in Oesterreich, sondern auch mit den vielen anderen Ländern zugesprochenen Deutschen. Abg. K o e n e n (Rom.) protestierte gegen den Ausschluß Hennings. Mindestens zur Abstimmung müsse dieser wieder zugelassen werden. Vizepräsident Dr. Bell widerspricht. Abg. Koenen kritisiert dann die Wirtschaftspolitik des ersten Kabinetts Luther. Als er den Abg. Behrens (Dtl.) mit den Fememördern identifiziert, wird er zur Ord«
Kanzler werde hart!
Als der Sturm beschworen war...
Die nervöse Spannung im Reichstag stieg gestern im Verlauf der Reichstagsdebatte auf den Siedepunkt. Unser Mitarbeiter schreibt: Die gestrige Teilnahmslosigkeit in den Räumen des Reichstages ist heute in einer erhöhten Spannung gewichen. Mit großem Interesse nahm man die Kunde aus, daß sich sowohl d.e Sozialdemokraten als auch die Wirt- schaftspartei für Stimmenthaltung endgültig entschieden hätten. Das besagte, daß das Schicksal der Regierung nur von einer verschwindend kleinen Zahl von vielleicht Zufallstimmen aibhängt. Die Spannung >m Hause wird durch die lange Folge der Anträge, bte die Völkischen und Kommunisten abgeben, und die nur geneigt sind, die Entscheidung zu verzögern, zur Nervosität gesteigert. Die Anträge werden alle abgelehnt. Es kommt dann zu dem scharfen Zusammenstoß des Reichskanzlers mit dem Abg. Henning (Völk.), der zum Ausschluß des Letzteren führt. Die Mehrzahl der Abgeordneten, auch die Deutfch- nattonalen billigen durchaus das Vorgehen des Präsidenten. Die Erregung, die der Vorfall auslöste, ist aber umso stärker als die Opposition feststellen mußte, daß durch den Ausschluß des Mbg Henning eine Stimme bei der kommenden Abstimmung für sie verloren geht. Auch während der Reden, die inhaltlich nichts neues bieten, bleibt der Sitzungsraum ständig gefüllt. In Erwartung der bevorstehenden Abstimmung wachen die einzelnen Fraktionen sehr sorgsam darauf, daß alle Mitglieder beisammen sind. Denn man weiß; eine Stimme kann über Sein oder Nichtsein der Regierung den Machtfpruch fällen.
Fast steht eS so aus, als ob ©trefemann dann den letzten Ausschlag für die Abstim- mungswage gab, als er die Nachricht der Besatzungsmächte wiedergab, die Besatzung auf das denkbar geringste Maß zurückzuführen dergestalt, daß die Ankündigungen vom 14. November verwirklicht fein werden, sobald die Verträge von Locarno unterzeichnet sind. Stresemanns Erklärung fand im ganzen Hause lebhafte Aufmerksamkeit und vereinzelten Widerspruch. Jedenfalls dürfte damit einer der schwersten Steine für die Außenpolik aus dem Wege geräumt fein, sodaß nun auch für die großen Reformen und Aufgaben der Innenpolitik mehr Luft und Spielraum bleibt.
Gegenüber der Schlaffheit der Führung politischer Geschäfte durch die Frakttonen, so läßt sich heute eine Pressestimme vernehmen, ist das energische und eindeutige Auftreten des Kanzlers besonders erfreulich. Er hat in einer zweiten Rede gar keinen Zweifel daran gelassen, wie ernst für ihn die Sache sei, und er hat mit dieser nachdrücklichen Bekundung seines Willens einzelne Fraktionen und Abgeordnete doch so in seinen Bann gezogen, daß man den Mut zur offenen Opposition nicht aufbrachte. Hierin liegt ein Gewinn, der sich hoffentlich in der Regierungstätigkeit des zweiten Kabinetts Luther zugunsten erhöhter Geltung der Persönlichkeit noch erweitern wird. Deutschland hat nach zwei- oder, wenn man so will, über dreimonatigem Interregnum wieder eine ordnungsgemäße Regierung. Allerdings eine, die das Vertrauen des Reichstages durch eine Zufallsmehrheit errungen hat, und die infolgedessen bei der gemeinsamen Arbeit mit dem Parlament stets auf der Suche nach dec gerade notwendigen Mehrheit sein wird. Da es aber genau so gut möglich ist, daß mit der Ablehnung einer Regierungsvorlage das Kabinett schon in Kürze eine empfindliche Niederlage erleidet, oder daß bei der schmalen Basis der Regierungskoalition auch ein Mißtrauensvotum schließlich einmal durchgehen könnte, so ist mit der heute nun erfolgenden Uebernahme der Regierungsgeschäste durch das Kabinett Luther auf weitere Sicht nicht viel erreicht.
Jedenfalls kann nun aber das Kabinett an die Arbeit gehen. Ein gewaltiger Berg von Arbeit häuft sich vor dem Kabinett auf, und die Regierung wird, tm Verein mit der Anschauung und dem Gefühl des Volkes, darüber zu wachen haben, daß der Reichstag allein dem Ganzen dient.
Das Geheimnis von Vans.
Es wird nichts so heiß gegessen.
(Eigener Drahtbericht.)
Paris, 29. Januar.
Havas teilt übre die gestrige Unterredung zwischen Briand und Chamberlain mit, daß die Entwaffnung Deutschlands einer der Gegenstände der Erörterung gewesen ist. Der gute Wille Deutschlands wird von den Aüiierlen anerkannt. Was die Herabsetzung der Besatzungskräfte in den Rheinlanden mbelangt, zu der die Alliierten gerne schreiten wollten, io kann der Effektivbestand von 75 000 Nimm auf sechzig- tausend Mann herabgesetzt werden. Irgend- rvelche Einwendungen gegen die Zulassung Deutschlands zmn Völkerbund werd: man nicht machen. Dagegen scheint es univahrscheinlich zu sein, daß die Abrüstungskonferenz schon am 15. Februar zusammentreten könne. Die Forderung Polens nach einem ständige i Titz im Böl- lerbundsrat wird von Frankreich unterstützt und von England anscheinend nicht abg'lehnt. In der Frankfälscherasfäre müsse man dem Völkerbund Vorschlägen internationale Abmachungen zu treffen, durch die die Ausgabe falschen Geldes vereitelt werden könnte. Bezüglich des Saar- kornrniflars würden Frankreich und England einen gemeinsamen Kandidaten englischer Nationalität Vorschlägen.
Ehamverlain glaubt an Locarno.
London, 29. Januar. (Eigener Drahtbericht.) Nach Blättermeldungen aus Paris sagte Chamberlain in einem Interview: Der Locarnogeist ließ die Mitwirkung von deutscher, wie von der alliierten Seite ein. Ich glaube, daß auf beiden Seiten noch viel Geduld nötig sein wird. Aber ich bin auch ganz sicher, daß der Geist von Locarno sortdauern wird. Man darf sich nicht
Ein Rechtsblatt sieht in der Annahme des Vertrauensantrages für die Reichsregierung, die durch eine Minderheit gegen eine Minderheit bei Selbstausschaltung beinahe eines Drittels deS Reichstages zustandegekommen sei, eine tatsächliche Niederlage der Regierung und wiederholt ihre Parole, Opposition mit allen Mitteln und in jeder Form. Ein anderes Blatt erNärt zwar, daß die Reichsregierung nach den Zahlen der gestrigen Abstimmung daS Vertrauet des Reichstages in höchst unzulänglichem Maße besitze, betont aber, daß sich bisher keine der ausschlaggebenden Oppositionsparteien zur grundsätzlichen Opposition bekannt habe. Die Regierung habe also die Möglichkeit, zu beweisen, daß sie etwas kann. Die Börsenzeitung schreib», obwohl wir mit der Locarnopolitik nicht einverstanden find und den starken Kompromißcharakter deS Programms bedauern, begrüßen wir
Dr. sich der un* den