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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

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Nummer 23. Einzelnummer 10 Pf, Sonntags 15 Pf.

Donnerstag, 28. Januar 1926

Einzelnummer 10 Pf, Sonntags 15 Pf.

16. Jahrgang

Mißtrauen oder Billigung für Luther?

et-

Der Würgengel in Südtirol.

Ein deutsches Blatt als Faschistenopfer.

Wien, 27. Januar.

Wie aus Innsbruck berichtet wird, stellt die Meraner Zeitung" am 15. Februar nach acht- undfünfzigsShrigem Bestehen ihr Erscheinen ein. An ihre Stelle tritt baS in Rutscher Sprache ge­druckte faszistische BlattAlpcnzeitimg". Der Verleger wurde zur Ueberlassung seines

Berlin, 27. Januar.

Bei der Aussprache über die Regierungserklä­rung werden die Regierungsparteien durch Feh- renbach (Zentr.) eine gemeinsame Erklärung abgeben. In der ersten Rednerreihe sprechen: Hermann Müller (Soz), Graf Westarp (Dntl.), Hicker (Komm.), Trebitz (W. 23g.), v. Gräfe (Völk.). In der zweiten Redner reihe find vorgesehen: von Lindeiner (Dntl. Heust (Dem.) Köhnen (Komm.). Im Laufe de Aussprache wird ReichSautzenminister Dr. S t r e» semann das Wort ergreifen, um eine längere Erklärung über seine Lorarnopolitik abzugeben.

Si!e mit Welle

London, 27. Januar. (Eigene Drahtmel­dung.) Die britische Flagge wird in Köln am kommenden Sonnabend niedergeholt werden. Damit wird die Besetzung durch die Engländer offiziell aufhören. Das gilt jedoch nicht für die Belgier und Franzosen, die bisher noch nicht geräumt haben. Man rechne jedoch damit, daß etwa um den 15. Februar herum die Bot- chafterkonferenz die Kölner Zone als nicht mehr besetztes Gebiet erklären werde.

Paris, 27. Januar.

In der englischen Spionageangelegenheit wur­den Briefe beschlagnahmt, die an die noch ver­hafteten drei Engländer unter der Deckadresse ei- «aer ausländischen Bank in Paris gerichtet wa­ren. Aus den Briefen ging hervor, dast an die Tänzerin LefLbre in Toulon anS Brest Geldsendungen gelangt find. Die Tänzerin wur­de gestern verhafte». Sie sagte auS, dast sich ihr "er verhaftete Leather unter einem falschen Namen genähert habe, auch Philipps kenne sie.

Auf schwaGen Füßen.

Die Regierung ein Spielball der Parteien.

LPrivat-Telegramm.)

Berlin, 27. Januar.

Ein Blatt schreibt, dast man bei der Abstim­mung über die Noten zumindest mit einer Stimmenthaltung der Sozialdemokraten rechnen könne. Auch ein anderes demokratisches Blatt erfährt, daß die Sozialdemokraten zurzeit an einem Sturz der Regierung kein Jntereffe haben. Wenn alle MitztrauenSanträge die Unterstützung der Stimmen aller Opposi­tionsparteien mit Ausnahme der Sozialdemokra­tenfinden würden, so könne die RegicrungSkoa- lition mit Hilfe der Wirtschaftspariei noch im­mer eine geringe Mehrheit erzielen. Zu erwähnen ist noch eine Notiz, wonach in der Aussprache deS Reichstages auch der Reichs- außen Minister das Wort ergreifen werde, und zwar nicht vor Freitag dieser Woche.

*

Mißtrauen von rechts. / Billigung von links.

Berlin, 27. Januar. (Privattelegramm.) 8m heutigen Vormittag Haien im Reichstag keine FraktionSsitzungen ftattgefunden. DaS Mist-

Worte der Danziger zu gebrauchen, .wo sie so verlaust sein könnten, wie sie möchten".

Verwundert hörte ich MacDonnel, den früheren Kommiflar des Völkerbundes in Dan­zig. sprechen. Er steht da als Apostel der Brüder­lichkeit in einer Wildnis des Haffes. Wenn man Mac Donnels Namen Danziger Einwohnern ge­genüber erwähnt, die unparteiisch sind, so sind sie der Bewunderung voll. Ich möchte anneh­men, daß MacDonnel um seiner Selbst willen am Ende- der Woche an die Ostseeküste geht und seinem Herzen durch einige Flüche Lust macht, die, wie es mir scheint, jeder vernüstige Engel entschuldigen würde.---

Deutschland hat jetzt eine Ursache, wie es sie bei dem Erwachen nach den napoleonischen Sie­gen hatte nämlich das Gefühl eines erlittenen nationalen Unrechts als eines Ansporns zur Bereitschaft. Was Elsaß - Lothrin­gen vierzig Jahre hindurch für Frankreich war. ind der Korridor und Schlesien für «lle Deutschen. Im Jahre 1914 sah Deutschland gen Westen, heute sicht es gen Osten. Deutsche Augen werden di- deutsche Flagge, wenn sie erst wieder vom Danziger Senatsgebäude weht, mit dersel­ben Begeisterung grüßen, mit der französische Augen die franz. Flagge grüßten, als sie vom Turme des Straßburger Münsters im Jahre 1918 wehte. Das wird Eintreten, wenn nicht die Leute vom Schlage Mac Donnels sich sehr schnell vervielfachen und ihr Geist nicht in den europäischen Siaatsverfammlungcn Vorherr- chend Wirb."

Der Vrinz auf der Folter.

Paris auf der Suche nach Helfershelfern.

(Eigene Drahtmeldung.)

Budapest, 27. Januar.

Laut Pressenotiz soll gemäß dem franzöfischen Fragebogen Prinz Windischgrätz auch auSfagen. waS er von den sonstigen Fälschungen französischer Banknoten weist, namentlich von den

Die Tänzerin als Spionin

Miat den Engländern im Bunde.

(Eigener Drahtbericht.)

Der Reichstag hatte wieder einmal seinen großen Tag. In der Wandelhalle des Wallot­baues drängten sich Abgeordnete, Journalisten, Regierungsvertreter und alle die, Sie bei großen politischen Ereignissen im Reichstag i'amer da­bei sein muffen. Trotz der gespannten Atmo­sphäre, die auch heute wieder das zwar nicht seltene, aber immerhin doch wichtige Ereignis einer Regierungserklärung ankündigre, standen doch die Erschienenen unter dem Eindruck, daß man nichts zu hören bekommen werde, was zu irgend einer Ueberraschung Anlaß geben könnte. Schon die Zusammenstellung der neuen Regierung selbst mit den in ihr vereinigten auseinanderstrebenden politischen Tendenzea machten es zur Gewißheit, daß dre offizielle Programmverkündung des Kabinetts ein K r m- promiß barfteöen müsse, das allen Wünschen möglichst gerecht wird, andererseits aber auch bei den der Regierungskoalition benachbarten Parteien keine allzu große Mtßsttm- mung hervorruft. Schon allein aus diesen Er- Wägungen war man sich bewußt, daß Dr. Luther bei der Formulierung seiner Regierungserklä­rung äußerst vorsichtig zu Werke gehen mußte, d. h. daß er Einzelheiten der kommende» Kabinettsarbeit nur leise streifen und aur einen recht weitbegrenzten Umriß des Programms überhaupt geben würde. Noch nie trug die- ser feierliche Akt ein fo alltägliches Ge- präge wie heute. Alltäglich wie immer die Störungsversuche der kommunistifchen Radau- macher, alltäglich die Ordnungsrufe des Präsi­denten. Auch die Art und Weife, mit der der Reichskanzler fein Programm bekannt gab, deu­tete in Nichts aus das Außergewöhnliche der Stunde hin. Ohne jede sichtliche Erregung, ohne innere Teilnahme zu den Dingen, die er vortrug, mit ruhiger, sachlicher Stimme, die sich niemals hob und senkte, tropfte die Kanz­lerrede in den Saal. Durch keinen Zwischenruf, durch kein Gelächter der Komr.u:: ließ sich

Dr. Luther aus der Ruhe bringen. Nahezu ge­schäftsmäßig wickelte er seine Rede ab und ver­ließ dann die Rednertribüne, sicherlich ohne Wis­sen, ob seine Worte da unten bei den Abgeord­nete Beifall oder Mißstimmung hervorgerufen hatten.

Heimliches Geflüster.

Briand Chamberlain im Berfaillcr Fahrwasser. (Eigene Drahtmeldung.)

London, 27. Januar.

Zu der bevorstehenden Zusammenkunst zwi­schen Chamberlain und Briand bemerkt ein diplomatischer Berichterstatter: In der Frage der Stärke der Besatzungstruppen entspreche dir britische Auffassung weder der sranzöstschen, noch der deutschen, sondern sie gehe dahin, daß die Stärke der BesatzungStruppen in der 2. und 3. Zone dieselbe bleiben solle, wie vor der Räumung Kölns. Bei der Zusam­menkunst in Paris sollen solgende Punkte be­raten werden: L Ob Deutschland seine A b - rüstungSpflichten erfüllte, 2. ob die Abrüstungskonferenz am 15. Februar zusammen komme oder ob ihr Zusammentritt verscho­ben werden solle, 3. ob Deutschland zum Völ­kerbund zugelassen werden solle, bevor die Militärkontrolle ihre Arbeit beendet hat.

Der nächste Krieg.

Gedanken eines Amerikaners über Mitteleuropa. In einet stoben Remnotker Zeitschrift erschien kürzlich ein Artikel mit der etwas vhantafti- schen Ueberschrift:Von wo der nächste Krieg ansgeben wirb*. Wenn wir auch die Hostnnng noch nicht anigegeben haben, ans friedlichem Wege eine Revision unserer zerstückelten Ost­grenzen und der Danziger Frage dnrchznseben, so ist der folg. Herzensergntz doch bezeichnend für das Urteil eines rechtlich denkenden 8an- kees übet die unhaltbaren Zustände im Korridor

Palmer läßt einen alten Freund erzählen, einen Mann, von dem er sagt, daß er in hervor­ragender Stellung stehe und Europa kenne, »wie ein Kongreßmitglied die kleinen Interessen sei­nes Bezirks kennt; er kennt und haßt den Krieg; er ist ein alter Forscher über die menschlichen Ursprünge des Kriegest

.Es ist, so erzählt dieser alte Kenner Euro­pas, schlimmer als ich fürchtete. Nun haben ste den polnischen Korridor geschaffen. Das ist dasselbe, wie wenn ein fiebernder Patient mit Schweinebraten und Plumpudding gefüttert würde, wie wenn man dem Tiger das Men- schenfressen durch eine Impfung mit Menschen­blut abgewöhnen wollte. Von Marienburg nach Danzig zu kommen dauert ungefähr mit dem .schnellsten" Zuge dieselbe Zeit, wie von Wor­cester nach Boston. Wir waren zwei oder drei Meilen gefahren, als alle Passagiere wegen der Paß- oder Zollkontrolle aussteigen mußten.

.Wir sind jetzt wieder im Korridor," wurde mir erzählt. Wieder zwei ober drei Meilen Fahrt und wieder mußten wir aussteigen. ^Jetzt sind wir wieder in Ostpreußen," sagte man mir. Es waren sechs Kontrollen von Marienburg bis Danzig. Die Ethnologie hat die Grenze ohne Rücksicht auf die bestehen­den Eisenbahnlinien gezogen. Auf jeder Station drehte eine Anzahl Regierungsbeamter zwischen den Kontrollen die Daumen. Danzig liegt we­der in Ostpreußen noch im Korridor. Es ist eine Tasche in einer Tasche, die in einer anderen Ta­sche steckt. Als man Polen wieder erweckte, zeichneten die Blaustifte von Versailles zwei Li­nien von Nordpolen nach Danzig durch deutsches Gebiet. Die Polen hatten jedoch das Gefühl eines jeden Volkes, das bei der Pariser Frie­denskonferenz vertreten war: daß sie keine Aner­kennung erhalten hatten, die ihren Kriegsopfern entsprach. Sie dachten nicht daran, was die Kartenzeichner ihnen gegeben, sondern nur dar­an, was sie ihnen verweigert hatten. Nachdem sie einmal ihren Staat gesichert sahen, fanden sie, daß mit den .rohen" Danzigern kein Aus­kommen fei. Der polnische Unternehmungsgeist bielt Schritt mit polnischer Einbildung. Die Po­len bestimmten, daß sie einen Hafen haben müßten, wo kein roher Deutscher die Luft durch seine Gegenwart verpesten würde oder, um die

Volk und Kanzler.

Luther? Debüt: Eine kleine Enttäuschung.

Und die Regierungserklärung sekbst? Auch bei dem genauesten, sorgfältigen Durchlesen des Wortlauts der Kanzlererklärung wird es schwer fallen, einige Momente herauszugreifen, um gegen ste oder für ste Stellung zu nehmen. DaS Programm ist so gefaßt, daß es bei links oder bei rechts möglichst wenig Anstoß erregen kann. Wir wissen nicht, ob wir die Ge­schicklichkeit des Kanzlers loben sollen, die es verstand, die so gefährliche Klippe der Regie­rungserklärung kunstvoll zu umsegeln. Oder ob wir uns doch darüber wundern sollen, daß der Kanzler nicht zu einigen Punkten, die eine k l a- re Stellungnahme unbedingt erforderten, nicht mehr sprach, als es vielleicht wünschens­wert gewesen wäre. So wäre es intereffant ge­wesen, vor allem w 'eres darüber zu er­fahren, wie fich die Reichsregierung die durch den Kanzler angekündigte Reform der Ein­kommensteuergesetzgebung denkt. Wir haben lediglich mit kurzen Sorten erfahren, daß bom 1. April 1927 ab die Ueberweisungen an die Länder durch Zuschläge abgelöst werden sol­len. Wir halten eine solche Reform für außer­ordentlich tief einschneidend. Auch im dem Teil seiner Rede, die sich mit der Be- satzungsstärke im Rheinland beschäftigte, blieb vieles ungesprochen, was unseres Erach­tens unbedingt klar und deutlich Ausdruck hätte finden müssen. Ueberhaupt, alle die wichtigen Fragen außenpolitischer Art die im Augenblick so brennend sind, fanden in der Regierungser­klärung eine mehr als flüchtige Er­wähnung. Durch den deutschnationalen An­trag, ber nach Ende bet Regierungserklärung dem Reichstagspräsidenten überreicht wurde, wird wenigstens in der Aussprache das Pro- blem des Völkerbundeintritts mit ber i Aussprache über die Regierungserklärung ver- bunben. Das gibt uns bie Gewähr, baß vor 1 der endgültigen Stellungnahme des Reichstags­plenums zur neuen Regierung alle diese außen­politischen Fragen doch eine gewisse Klärung er­fahren. Ob es freilich von den R-aier aspar- teten klug und richtig war. sich bei der Abstim­mung über die doch eigentlich selbstver­ständliche Frage die erfte Schlappe 'zu holen ... werden sie am besten selbst beurteilen können.

In der Innenpolitik mußte sich der vorsichtige Kanzler nun völlig auf das Glatt­eis begeben, da er von fast allen Seiten Wider­stände zu erwarten hatte. Das Reichsschulge­

setz, Elternrecht und Gewissenfreiheit werden kurz gestreift, im Fürstenabfindungsstreit ein Reichsgesetz angekündigt. Durch das Wirtschaftsprogramm (Steuer- und Preisab­bau usw.) blicken die Gesichter der neuen Mi­nister: Reinhold und Curtius: Erwerbslose, Landwirtschaft und Industrie, niemand soll von dem eifrigen Herbergsvater vergessen wer­den. Auch den Arbeitern wird mancherlei verheißen: Arbeiterschutzgesetz und Acht­stundentag, sobald die Anderen zugleich ra­tifizieren wollen, Schonung ber darbenden Kurzarbeiter: Für jeden ein Sträußchen, ein Lächeln, einen süßen Trost. Werden die Taten bett Versprechungen folgen?

Aber man kann wenigstens aus ber Rede des Reichskanzlers die Gewißheit mitnehmen, baß alle bie positiven Punkte beS Rezierungs- programms die bis jetzt noch nicht einmal wähnt sind, in ber großen Aussprache, bie

Fälschungen, in die er zusammen mit Schulze und MeSzaroS verwickelt war. Der Prinz soll ferner angeben, waS er von den Versuchen französischer Notenfälschungen, zurückgehenb bis 1923/24 weiß; ferner von den Modalitäten ber Fälschungen und von dem Ort, wo die lithogra­phischen Platten aufbewahrt waren, waS er von dem Ursprung der PaPiererzeugungSmaschine weiß, wann und von welcher Firma diese Ma­schine beschafft wurde. Er soll ferner den Ur­sprung der Noten-Preffe sowie der Bedarfsarti­kel, Farbstoffe und Materialien angeben und ob nicht etwa bie eine oder die andere Maschine noch irgendwo versteckt ist. ES fei überhaupt nicht festgestellt, wo die noch fehlenden ClicheeS und Maschinenteile fich jetzt befänden.

Heute treten auf...

Die erste u zweite Rednergarnitur im Reichstag. (Eigener Drahibericht.)

Ein zweiter Locarnopakt.

Jugoslavien als Bahnbrecher am Balkan.

(Eigene Drahtmeldung.)

Athen, 27. Januar.

Nach einer Blättermeldung soll die jngosla- oische Regierung auf Anraten befreundeter Mächte beschlossen haben, den dafür interessier­ten Mächten Verhandlungen über einen Bal- kangaranticpakt vorznschtagen. Der jogoslavischc Gesandte in Berlin, der alS Autorität in allen Balkanfragen gelten, solle mit den wichtigen Vorbereitungen vertrant werden.

Das schlaue Bäuerlein.

Amerikas Bankiers und Frankreichs Schulden.

(Eigener Drahtbericht.)

London, 27. Januar.

Ein diplomatischer Berichterstatter schreibt, die französische Regierung sondiere in amerika­nischen Bankkreisen über folg. Fundierung der ranzösischen Schulden. Sie würde den ameri- anischen Bankiers einen Teil auS den beut- chen Reparationen sowie einige der eventuellen Zahlungen, bie von ben Alliierten zu erwarten feien, zuweisen und würbe garan­tieren, irgcnbwelcheS etwaige Defizit zn decken. Die amerikanischen Bankiers würden bann die von Frankreich geschuldeten Annuitäten immer direkt an bie amerikanische Regierung bezahlen.

trauenSnotum der Deutschnationalen. baS lediglich die übliche unmotivierte Fassung haben wird, wird im Laufe deS Tags dem Reichstag zngehen. Die Sozialdemokraten treten heute nach dem Plenum zu ihrer FraktionSfitzung zu ammen, um ihre Stellungnahme zu der zu er­

wartenden Billigungsformel feftzulegen.

wähnt sind, in der großen Aussprache, die in den nächsten Tagen folgt, vom Kanzler selbst oder seinem verantwortlichen Minister doch noch festgelegt werden. Wir erkennen die Schwierig­keiten an, denen ein Kabinett mit einer so ver­hältnismäßig kleinen parlamentarischen Grund­lage ausgesetzt ist. Diese Schwierigkeiten geben uns die Erklärung, warum die ganze Regie­rungserklärung nur so andeutungsweise auf den Grund der Wichtigsten Fragen eingeht. Es ist uns zwar hierdurch die Möglichkeit genom­men, jetzt fchon eingehend über die Zukunfts- aussichten des Kabinetts zu sprechen. Aber die Persönlichkeit Dr. Luthers ist uns nicht unbe­kannt. Wir schätzen in ihr feine Kraft, feine Energie, fein diplomatisches Geschick und sein o sympathisches, stark betontes Nationalbewußt- ein. Das alles darf uns mit der Hoffnung er- üllen, daß eS dem Reichskanzler gelingen wird, all die Widerftände in- und außerhalb seines Kabinetts zu beseitigen, oder zum mindesten wesentlich zu mildern.