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Kasseler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
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£V?tt1tt1ttCT 20. ginielnummer 10 Pf., Sonntags 15 Pf.
Sonntaa, 24. Januar 1926
Einzelnummer 10 Ps^ Sonntags IS Pf. 16. ZahrAaNg
Der Funke im Kieler Pulverfaß.
Freiheit und Brot.
i Präludien zum großen Rcichstagskonzcrr
Hinter verschlossenen Türen brauen die Dioskuren um Luther jetzt das Tränklein neuer Tai- und Lebenskraft, das ihren eigenen Parteigängern im Reichsparlament am nächsten DienStag gar lieblich eingehen, in den Schmollwinkeln rechts und links aber grimmiges Unbehagen und grollende Redegewitter auslösen dürste. Fast acht Tage zimmert man an dem neuen Staatsgerüst, wo Millionen draußen hungernd und frierend aus Einlaß warten und in den Rheinlandgärien vor den Toren sich die fremde Brut mit Kind und Kegeln in ungezählten Scharen neu einzunisten beginnt Fünftmd siebzigtausend Mann Kriegsvolk massieren sich in der verkleinerten Rheinlandelappe, ohne den Troß von Großmüttern, Tanten, .Kusinen" und dem ganzen Marketenderschwarm den Poilu zur .Familie" üu rechnen beliebt. In einem kleinen Nheinnest halten sich zwar .nut" achtzig glorreich- Tankritler .eingemteiet", zu denen sich aber bald an Hunde« welsche Hyänen gesellten, sodaß die Bevölkerung selbst in . . . Kellern und Mansarden unterschlüpfen mutzte. Die frommen Locarnopatres Luther-Stresemann werden den bunten Landsknechtshorden am dumpf klagenden Rhein wobl noch ernstere Kapuziner- Predigten hallen müssen, als weiland Schillers Wallensteiner, und der Büßer Stresemann wird noch manchen Canossagang gen Westen (Gens oder Paris) antrelen, bis er dem weniger verschlossenen wie von FochS Dämon beherrschten Sinn BriandS (oder seines Nachfolgers) die Locarnoversprechen (Friedensstärke am Rhein, frühere Gesamträumung — nicht erst nach dreißig Jahren — usw.) abgerungen hat.
Einstweilen haben die Siegerkabinette den deutschen Bolschasterprotest alS moralische Ohrfeige achselzuckend eingesteckt und . . . tüfteln an verlegenen Ausreden. D-n seit Wochen führerlos im Dunkeln rappenden Staatsbürgern aber sind die Prominenten der Wilhelmstraße nunmehr einen klaren Fingerzeig schuldig, wie sie an diesen Locarnoklippen vorbei den Kurs aus Genf steuern wollen und ob die Herren der Welt uns die volle Hoheit und freie Verfügung über unsere fruchtbarsten Lebensgüter unwiderruflich zu- sichern. Jedenfalls wird man sich rühren müssen im Auswärtigen Amt, w.nn man die feit vierundvierzig Tagen mit dem übrigen Europa und in allen fünf Erdteilen abgerissenen Fäden Wieder einfädeln und die deutschen Blößen alsbald decken will. Denn Tschitscherins Un- lerbändler schachern schon wieder an der Seine, wo sich die deutsche Handels- und Luftfahrtkonferenz saft lotgelaufen hat. Chamberlain hat mit Briand und ...Mussolini die Rollen und .. . Aktion im nahen und fernen Orient und mit Japan im Fernen Osten ve«eilt. Und auch Rußland scheint nicht gewillt, seinen Bost schewistenschützlinq Feng gegenüber der sich erhebenden Generalsliga im Stich zu lassen.
Mit den smart-n Bankers aber hat der geschäftige Dawesageni Gilbert Parker in- zwischen neue Trtbutpläne (ob auch Ketten?) geschmiedet. die sich der neue vielfach enthusiastisch begrüßte Finanzstmson Reinhold doch nicht ung prüft und wehrlos wird um die Gelenke schlingen lassen? Hat doch kürzlich ein Rcwyor- ker Bankkavitän in SBertretung Gilbert« in schamloser 9! tet erfaßt gegen do? deutsche So- zial-Programm gewettert, gegen die deutschen Kriegs- und Rentnerpensionen verdammt, die Spott- und Badeplätze, Parks usw. als Extravaganzen und LuruS gebrandmarkt, den ein verschuldete- Volk sich nicht leisten dürfe. O, der Mich'! hat noch viele edle Gönner, die ihm das Salz auf dem Brot neiden, denen das TaweSblut zu langsam Meßt, dir dem unter Zentnerlasten hinkenchenden Zyklopen gern noch ihr- eigenen aufpackten Den aber schreckt di? Peitsche nicht mehr Er hat Schlimmeres erduldet und hat letzt Wächter, die ihn schützen. Niemals haben iedenfalls ^’nanv und WirtschaftS- führer ernstere Beantwortung getragen als beute, niemals haben sie aber auch völliger versagt als beute. Der so oft anaekündigte Steuer- und Preisabbau, die großen Organi- sationSvläne zur Bschöftlmma der Arbeitslosen den Ausbau des Wohnung«- und Sieb* lunoswesens' Wird Reinhold die verfallenen Wechsel jemals einlösen? Wird er die Industrie wieder konkurrenz-. die 8andwi«schaft wieder ledeuSfäd'a ma*en ? S^ll nun die Rei - «ioungSkr'fe ein Ende beben sollen Räder intb htrren Hammer und Amb-« dröhnen und die Arb-twr wieder verdienen statt zu betteln? Warden die neuen Wirtschaftler über
den Staketenzann der Pa«ei hinweg den Blick bis in die kalten, armseligen Vorstadtviertel richten, der darbenden Bürgerfamilien nicht vergessen und doch zugleich den toten Rhythmus der Industrie anseuern und ihr den Vormarsch in den Weltraum erschließen? Oder sollen wir warten, btS auch dieses .Uebergangskabinett" im Parlamentsduntz erstickt und von einem anderen halben Diktaturrrgiment abgelöst ist? F.R.
Geständnis eines Mattofen.
Phantastische Geschichten über die Meuterei.
(Prtvat-Telegramm.)
Berlin, 23. Januar
Im Reichstagsausschuß setzte heute Abg. Ditt- mann (Soz.) fein Referat über die Unruhen in der Marine fort 1917 sollten die Matrosenun- nihen zu einer Waffe gegen die Linkssozialisten gemacht werden. Diese Tendenz beherrschte die ganzen kriegsgerichtlichen Berfah- ren. Es sollie BnNagcmaterial gegen die U. S. P.. insbesondere die Abg. Dittman«, Haase und B o g t h e r r, Frau Zieh und andere gewonnen werden, mit denen die Matrosen gesprochen hatten. Vizeadmiral R e b b i n g - hau teilte dem Admiral von Trotha aber mit, daß sie auf Grund des vorliegenden Materials ihre Zustimmung zur Verfolgung Dittmanns nsw. nicht geben würden. Das sogenannte G e- ständniS des Matrosen Calmus liest sich wir ein Kinoroman.
Er behauptete, auf einem Berliner Urlaub von Dittman« und Ledeüour in eine sehr nobel eingerichtete Wohnung gebracht worden zu sein, wo sie von drei Offizieren, zwei Fedlwebeln »sw. erwartet wurden. Alan hab? gegessen und getrunken und dann habe Ledebour den Plan der Marinemeuterei auSeinander- gesetzt. Dittman» habe ihm fünftausend Mark für die Organisation an Bord versprochen. Außerdem sollte bei der nädiften Anwesenheit des Kaisers in Wilhelmshaven ein Attentat mit einer Höllenmaschine verübt werden Calmus würde zehntausend Mark Handgeld bekommen. Für seine Flucht sei alles vorbereitet. Nach dem Gelaygen des Attentats sollte er noch das Zehnfass«? erhalten. Die Sache kei dem Calmus unheimlich geworden. Er habe mit gezogenem Revolver die Anwesenden aufgefordert, den Attentatsplan zu zerreißen. Das habe man auch getan. Es stellte sich jedoch heraus, daß ich am 2. August, wo sich die Geschichte mit Calmus ereignet haben sollte ebenso wie Lede- bonr in Schweden geweilt habe. Calmus hat mir nun im letzten Sommer in Essen erklärt, Kriegsgerichtsrat Dr. Lösch habe ihm immerfort mit Erfchietzrn gedroht und belastende Aussagen gen die Abgeordneten her- anspreffen wollen. Nm sich vor dem Tode zu retten, habe er die ganze Geschichte frei erfunden
Dittmann als Oticbter.
Der Zusammenbruch: Schuld der Admiräle? (Eigene Drahtmeldung.)
Berlin, 23. Januar.
Abg. Dittmann (Soz.) fuhr in seinem Unterfuchungsbericht fort: Als auf Drängen Hindenburgs und Ludendorffs daS deutsche Waffenstillstandsangebot herauskam, planten die Admiräle auf eigene Faust einen Flotten- vorstoßgegen England Das war Rebel- lion, offene Meuterei, war Hochverrat gegen die verfafliingsmätzige ReichSregierung und gleichzeitig Landesverrat. Nunmehr rebell.erten ) i c H e i z e r und Matrosen gegen die Rebellion der Admiräle. Die Rebellion wurde zur Revolution. Tie war der Funke, der im ganzen Reich und in der Annee die gleiche Explosion hervorrief. Auch R o S ke ist in Siel von dem Admirälen belogen worden. Wäre die Rebellion auf den Schiffen von der U. S. P. -gemacht« worden, so hätten die Matrosen in Kiel gewiß nicht Roske mi ihrem Führer gewählt. Der Flottenvorstoß hätte bei bet Entente al» heimtückische Treulosigkeit der ReichSregierung gegolten und die Parole der völligen Riederwer- fting und Vernichtung Deutschlands hervorgern- fen. Bor diesem Schicksal Land und Volk gr- rettet zu haben, ist daS geschichtliche Verdien« der Heizer und Matrosen, die den wahnfinnigen Plan der Admiräle vereitelt haben.
Dem Abg. Dittmann sollte durch den Bericht Gelegenheit gegeben werden tu dem gegen ihn und andere Abgeordnete der U. ®. P. D. erhobenen Votwitts der Mitschuld an der Marinemeuterei Stellung zu nehmen. Dittmann bat zu diesem Zrr»ck fünsundzwanriatausend ^ftenseiten durchgearbeitet. Hat die 11. S. P D. damals wie es bebauet et Nord. Organisationen in der Morttte aescheff-n. mit dem Ziel, die Marine lakmrzusegen und so zum Frieden zu kommen, oder erklären sich die damaligen
Meutereien lediglich aus der schlechten Berpfle« Igung der Mannschaften, aus Unzufriedenheit mit dem Dienstbetrieb, das ist die große Frage. Von vornherein muß man deswegen in Betracht ziehen, daß Ditmann in diesem Fall nicht etwa als Richter gelten kann, sondern daß es sich um eine Verteidigung seiner Person und der U. S. P. D. gegen die außerordentlich schweren Vorwürfe handelt. Da man natürlich auch die Gegenseite stören muß, wird man mit einem endgültigen Urteil über die ganze Frage zurückstalten müssen, bis diese Beratungen 3um Abschluß gebracht worden find.
Zieht Moskau das Schwert?
Die Mandschurei als Kriegsschauplatz.
-Eigener Drahtbericht.)
Paris, 23. Januar.
Nach einer Meldung aus Peking wird die Spannung zwischen Sowjetmtzland und Tschang tsolin immer stärker. Die Möglichkeit eines militärischen Eingreifens Sowjetrußlands in der Mandschurei sei nicht ausgeschlossen. Drei Tatsachen feien bezeichnend: 1. General Fengyhu- siang, der Führer der nationalen Armee habe seine Meise nach Moskau verschoben, 2. Die nationale Annee bereite eine neue Offensive gegen Tschangtsolin. der südwärts vorgegangen fei, vor, 3 Würden chinesische Truppen infolge der jüngsten Verhaftttng des Direfftors der osichinestschen Eisenbahn durch Tschangtsolin zusammen gezo- gcn. (Siehe mich Depeschen 2. Seite.)
Brei geu- n einen
Peking, 23. Jamrar. (Funkdienst.) Zwischen den Generalen Tschangtsolin, Wupeifu und Lischrng Lin ist ein Bündnis gegen General Feng abgeschlossen worden. General Tschang- rsolin wird von Norden her auf Tiensin marschieren, während Wupeisu und Li sching Lin von Süden her gegen die Stadt vorstoßen.
Gin herzliches Lebewohl.
Die letzten Belgier am linken Rheinufer.
(P-ivat-Telegramm.)
Homberg, 23. Januar.
Heber die bevorstehende Räumung des linksrheinischen Niederrheins find jetzt folgende Termine bekannt geworden: Die Räumung Homberg s soll am 28. Januar beginnen. ES wird damit gerechnet, daß Homberg Mitte Februar vollständig geräumt sein wird. DaS Rheinhausener Truppenlager in Hochemme- rich soll am 26. Januar geräumt werden. Mit der Uebergabe der Quartiere ist bereits begonnen worden. DaS Trupvenlager in Baerl wird am 27. Februar geräumt. Gestern wurde die ganze Rheinbrücke bei Ruhrort-Homberg von den Belgiern an die deutsche Bermaltung zurückgegeben, ebenso auch der Brückenkopf Ruhrortder Hornberger Rheinbrücke.
Wenn die Schrantt fSilt.
Erst Besatzungsfried«, dann Böfferbund. (Eigene Drahtmrlduna.t
London, 23. Januar.
Ein Wochenblatt führt auS: Die Auffassung der Botschafterkonfereuz. daß die Zahl der Truppen in der zweiten und dritten Zone von fünf rmdsünfzigtausend aus fünfundfiebzig- tausend Mann erhöht werden solle, erscheine auf jeden Fall befremdend und geradezu unsinnig, ja sogar gefährlich nach den auf der Loearnokonserenz gemachten Zusagen. Selbst in den deutschen Völkerbundkreisen frage man sich jetzt, ob eS der Mühe wett sei Delegier- ten nach Genf zu senden, solange die versöhnliche Bolittk durch die Haltung der franzöfischen und britischen vertrtter In der Boffchasterffonserenz wirkungslos gemacht werden könne (®. a. 2. S.)
Weil die Russen sich sträuben.
Gegen Verschiebung der «brüstungRonferenz.
(Eigener Drahtbettcht.)
London, 23. Januar.
Ein Blatt erffätt, eine Berschiebung der vorbereitenden Abrüstungskonferenz schiene möglich infolge der Widerstände aus MoSkau. Die Nachbarstaaten Rußlands feien der Ansicht, das bre eigene Stooininq nicht nützlich sein konrn wenn die Sowjttvettreter an dieser Konferen- nicht teilnäknneu. Diese Haltung habe eine ge» ■oifTt Unterstützung in Frankreich gefunden aber
bta dahin, daß durch ehre verbiebuna der Konferenz keinem nützlichen Zweck gedient werde.
Schwarze Gespenster.
Wird die weiße Rasse erdrückt?
(fiae Zeitschrift fordert einen ..weiften Völker» bnnb* Retten die farbige Geiahr und sieht die Ueberflxtnne der weiften durch die schwarz«, neide und branne Raffe namentlich auf der weltlichen Halbkugel in bedenkliche Räh« gerückt, indem sie unter and. folgendes schreibt:
Wie die braune imb gelbe Rasse, bereitet sich auch die schwarze vor, die Herrschaft abzuschütteln. Ihren Kern bilden die hundertzwanzig Millionen südlich der Sahara; die drei Millionen im australischen Archipel, Reste einer schwarzen Bevölkerung, die einmal alle Küstenländer Südasiens bewohnte, haben wegen ihres Ties- standes keine Bedeutung; dagegen liegt bei den mehr ober weniger re-.nblütigen fünfundzwanzig Millionen der neuen Welt, deren Vorfahren als Sklaven hierher gebracht wurden, die geistige Vorbereitung des ganzen R a s s e a u s st a u d e s. Das weitzc Element In Südafrika scheint rettungslos der schwarzen Flut verfallen; man hat berechnet, daß bei dem starken Geburtenüberschuß der Neger die Union
in fünfzig Jahren schwarzes Land sein wird. Ueberall dringt hier der Neger in die Arbeitsgebiete der Weißen ein, nicht nur in Bergbau und Gewerbe, sondern, was der süd- asriianifche Bauer mit Uederraschung und Schrecken wahrgenommen hat, auch in die Land- wirtschaft, zu der mehrere landwirtschaftliche Schulen für Eingeborene den Kaffer heranbil- den. Ter Islam, den die nordasrikanischen Orden durch ihre Missionare vom Sudan auS zur herrschenden Religion in ZentralafrUa gemacht haben und der dem animalischen und kriegerischen Sinn des Negers so sehr entgegen- kommt, hat nicht wenig zur Erweckung des schwarzen Rasseubewiitzrseins und des Hasses gegen die Weiße» beigetragen. Die Gefahr, daß er einmal die panafrikanische Religion wird, ist nicht gering, jedenfalls ist die V.reei- nigung der Schwarzen mit den Braunen zum Rasseukarnpf gegen die Weißen ein Ziel der pa- mslamischen Politik. Am deutlichste» aber wird die Gefahr der panasrikanischen Bestrebungen durch die Negerkongresse bezeugt. In N e w y o r k hielten sünfztgtausend Reger einen Umzug, dem das schwarz-rot-grune Banner der »Vereinigte» Staate» von Afrika" vorangetra- gcn wurde. Ein »Oberster Rat der Neger" wurde gegründet und die erste Konferenz der Negervölker der Welt mit dem Gebet um die Befreiung Afrikas, die Errichtung des äthiopischen Reiches, die Einberufung eines schwarzen Parlamentes, die Schaffung einer schwarzen Armee, den Bau einer schwarzen Handelsund Kriegsflotte und die Errichtung eines
Tempels der schwarzen Religion beschlossen. Das find einstweilen Tollheiten, aber auch Symptome. Anders steht es mit den Brannen und Gelben. Sie besitzen Erinnerungen an eine große Vergangenheit, in der fie Träger hoher Kultur und Schöpser von Weltteichen gewesen find. Mit dem Verlust der braunen Völker Asiens, dem derjenige der braunen Staaten Afrikas wahrscheinlich folgen wird, muß sich die weihe Rasse in naher Zukunft abfinden, wie sie bereits auf daS gelbe Ostast en verzichtet hat. Und zwar nicht nur mit dem politischen, auch mit dem merkantilen. Denn die asiatischen Märkre werden mit der Zeit immer ausschließlicher von der Produktion asiatischer Industrie versorgt werde», die eines Tages vielleicht sogar ruf die europSischen Übergreiit. Herrschaft der Industrie aber bedeutet bekanntlich Zunahme der Bevölkerung. Nun leidet heute schon daS gelbe Asien an Uebervölkerung; seine Menschenzahl kann sich, sobald Ehaina Industriestaat ist, rasch verdoppeln. Tann wird die gelbe Auswanderung, die heute bereits die weißen Länder des stillen Ozeans bedroht, zur Neberschwemmung werden. Auch in den Vereinigten Staaten von Ame- rika sind die Weißen von der schwarzen und gel- ben Rasse, zumal bei deren raschem Anwachsen ernstlich bedroht: 1900 standen in der ganzen Union des Festlandes 51,2 Millionen Weißer über zehn Jahren 6,4 Millionen Schwarzer mit der gleichen unteren Altersgrenze, in den Südstaaten aber zwölf Millionen Weitzer 5,6 Millionen Reger gegenüber. Aendern sich die Ver- bältnisif a'cht, so können cbe ba» Zwanzigste Jahrhundert zu Ende gebt,
sechzig bis achtzig Millionen Schwarze in der Union leben Bei diesem Anwachsen der schwarzen Bevölkeruna ist zu befürchten, daß die Regierung der Südftaaten verfasiunesgemäß ■inmal dauernd in die Hand der Neger geraten kann, was vorüb-raeb nd durch die ffand'löse Unterstützuna de- Nordens noch dem Sezesswns- frieg Bereit» ht Souffanta, Misst ippi und Süd- 'orolina ,trm moralischen und stnanziellen Der-