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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hesstsche Abendzeitung

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Donnerstag, 21. Januar 1926

Nummer 17. Einzelnummer 10 Pf, Sonntags 15 Pf.

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Luther als Kanzler derKleinen IW*.

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ihrem Vertrauen sehr vorsichtig umzugehen.

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Berkin, 20. Januar.

Berlin, 20. Januar.

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Berlin, 20. Januar. Nachdem im Laufe des gestrigen Abends die Fraktionen des Zentrums, der Volkspartei, der Demokraten und der Baye­rischen Volkspartei ihr« Zustimmung zu der vom Reichskanzler Dr. Luther vorgeschlagenen Besetzung der Reichsministerien Mitgeteilt ha­ben, hat der Reichskanzler den Reichspräsiden­ten mitgetielt, daß das Kabinett der Mitte nun­mehr gebildet ist. Der Reichspräsident stimmte zu.

Auf der Schaukel.

Das neue Lutherkabinett am Ruder.

Hindenburgs dringender Appell hat die chine­sische Mauer zwischen den Parteien nun endlich, nachdem noch gestern mittag die Verhandlungen beinahe gescheitert waren, niedergerisicn, sodaß

Sin Verleger als Finonzminister.

Dr. Reinhold, der neue Finanzminister, ist im April 1920 sächsischer Finanzmi­nister gewesen. Er steht heute im Alter von achtunddrerßig Jahren. Er war früher Ver­leger des Leipziger Tageblattes. Er gilt als einer der besten Finanzmänner int Deutschen Reich. Schon vor einem Jahre hatte ibn Dr. Luther als Reichssinanzminister in Aussicht genommen. Dr Reinhold gehört dem sächsischen Landtage als Abgeordneter an.

eutzeres: Dr. Stresemann, ülz (Dem.), Finanzen: Dr.

-ün-r.-setzt ES versieht eS weiter, daß

Das neue Drelgestirn.

Oberbürgermeister Külz als Innenminister.

Der neue Innenminister Dr. Wilhelm K ü l

Sie werden es schaffen.

Was die Parteien vom Kabinett erwarten. (Privat-Telegraumi.)

Grenze der ErdbevSlkerung

auf rund acht Milliarden zu schützen ist. Dieser rechnerisch möglichen Bevölkerung der Erde steht die tasächlich von rund 1,8 Milliarden gegen­über. Dadurch ergibt sich, da-ß die Erde nur etwa zu einem Fünftel erfüllt ist. Sind also einzelne Kulturländer bereits jetzt über­völkert, eine absolute Uebervölkerung der Erde würde erst dann eintreten, wenn statt zwölf im Durchschnitt fünfzig bis sechzig Menschen pro Quadratkilometer wohnen würden. Die Erfül­lung der Erde bedeutet eine Verschiebung der Hauptwohnstätten der Menschheit von den gemäßigten Zonen auf di« Tropen. Die Tropen sind das Gebiet der zu­künftigen Menschenanhäufungen, sie werden voraussichtlich zwei Drittel der ganzen Mensch­heit aufnehmen. Damit erhebt sich die gewichtige Stege: welchen Ländern gehört die Zukunft? Brasilien ist das Land, welches ou größte rechnerisch mögliche Bevölkerung aufweist. Da können nahezu zwölfhundert Millio­nen Menschen Lebensmittel finden. Dop- Pelt so viel, wie das britische Weltreich, die Ver-

Nach der Ansprache des Reichspräsidenten legte Reichskanzler Dr. Luther den Parteiführern olgende Ministerliste vor, die ohne Dis- kusiion angenommen wurde: Reichskanzler: Dr. Luther ~ -------- ~ '

Demottatenblatt wird dem Parteiführer Kock dafür höchste Anerkennung gezollt, daß er sich mit seinem ganzen Einfluß ""

Endlich ein Kabinett!

Die Ministerliste von den Parteien genehmigt. (Eigener Drahtbericht.)

WirddkeGrdezukleln?

In 300 Jahren Afrika: daS ZukunftSland.

NM »ar die moberae« Forscher, foeber« an« Politiker, Wirtschaftler nnb schließlich wir alle fiud an dem Problem derErsitllana der (SrDe mit Menschen" anss stärkste interesstert. da gch hier Perspektiven von überraschender Weite and Bedentnna eröffnen, di« auch di« grob« Welt- Politik eines Tages, wie «an schon jetzt ftbet« »engt ist, auf nachhaltigste beeinflussen werden.

Die Produktionskraft der einzelnen Böden an den nötigen Nahrungsmittelelementen läßt sich crrechnen, so schreibt ein Berlins Blatt, Und es ist naheliegend, daß, sobald auf der Erde eine Höchstkultur des Bodens erreicht ist, die Zahl der Menschen nicht mehr zunehmen kann. Vorerst dachte man nach Malthus eine einfache mathe­matische Proportion zwischen Nahrungsmittel- Produktion und Bevölkerungszunahme finden zu können. Doch gibt es eine solche nicht, und schon Firck versuchte nach den einzelnen Zo­nen der Erdes fruchtbare Gebiete, Steppen und Wüsten) ihre Nahrungsmittelsähigkeit zu bestim­men. Die eingehende Betrachtung der elf ver­schiedenen Klimaten, von dem feuchtwarmen Urwaldklima, wie es etwa auf der Insel Java, mit einer Volksdichte biS dreihundertfünfzig Einwohnern auf einen Quadratkilometer, herrscht, bis zum Klima deS ewigen Frostes, die sich mit dem Bereiche der Jnlandeismaffen deS natürlich menschenfreien hohen Nordens und Südens ergibt, daß wenn auch die höchst denk­bare Einwohnerzahl der Erde mit 15,9 Milliar­den zu beziffern ist, die wahrscheinlich erreichbare

schärfste Opposition". Ein anderes Rechtsblatt kritisiert, daß die Landwirtschaft in dem neuen Kabinett durch keinen Verttauensmann an einem irgendwie aussichtsreichen Platz vertreten sei. Der Lokalanzeiger erklärt, daß die Rechte erst die Taten der neuen Regierung abwarten wolle und ihre Haltung lediglich von der Politik Dr. Luthers und seiner Mitarbeiter abhängig mache. Das Volksparteiblatt schreibt, daß das Kabinett von Bestand sein kann, wenn die Koalitonspar- teien geschlossen zusammenhalten. Das Ver­trauensvotum für die Regierung werde wohl nur die Zustimmung der Koalitionsparteien fin­den. DaS Zentrumsorgan schreibt: Vertrauens­würdig sei die Tatsache, daß im Lutherkabinett ihre bewährten Vertrauensmänner sitzen. Im

«ülz für Koch.

Berlin, 20. Januar. (Piivattelsgramm.) In einer demokratischen Entschließung heißt es: Nachdem Minister a. D. Koch erklätt hat, dem neuen Kabinett nicht angchören zu wol­len, und seinerseits den Einttitt in die Koali­tion empfohlen hat, und nachdem durch die Be­rufung des Herrn Dr. Külz an seiner Stelle die Teilnahme eines Frakttonsmitgliedes ae- ichert ist, das den praktischen Standpunkt des Frattionsvorsitzenden in vollem Umfange teilt, stimmt die Fraktion der Bildung des vorgesehe­nen Kabinetts zu, damit im Interesse des Staates ein parlamentarisches Kabinen sofort zustande kommen kann. Die Abstimmung ergab zehn Stimmen für und zehn Stimmen gegen die zustimmende Entschließung. Erst die Stimme Kochs gab den Ausschlag.

Inneres: Dr. Ä ü i« (Dr>».), tyi

Reinhold (Dem.), Wirtschaft: Dr. Cur- tiuS (D. Bpt.), Arbeit: Dr. Brauns (Ztr.), Justiz: Dr. Marx (Ztr.), Reichswehr: Dr. Geßler, Pott: St in gl (B. Bp.), Verkehr: K r o hn e (D. Vpt.). Das Eruährungsministe- rium wird wahrscheinlich ein Minister erhal­ten, der dem Zentrum nahesteht. Andernfalls würde der Reichskanzler selbst das Mi­nisterium zunächst verwalten- Das Ministerium für die besetzten Gebiete wird Provisorisch von Dr. Marx verwaltet werden.

Dos Volk als Richter.

Kommunisten u. Sozialisten in der Fürstenfront. (Privat-Telegramm.)

Berlin, 20. Januar.

Zu dem gestrigen sozialdemokratischen Be­schluß über die Einleitung eines Volksentscheids teilt der Vorwärts noch mit, daß der Gewerk­schaftsbund ersucht werden soll, zu erstreben, daß von Sozialdemokraten und Kommunisten nur ein Gesetrentwur f eingebracht wird. Auch dieRote Fahne" bezeichnet es als Pflicht deS A. G. D. B., daß er sich für die Herstellung einer gemeinsamen Front in der Frage des Volksentscheids einsetze. Der Afabund hat sich für den Fall eines Volksentscheides zur Ver­fügung gestellt. (Siehe auch zweite Seite.)

einigten Staaten, China ober Rußland ihren Einwohnern bieten können. Der Geograph Penck steht gewaltige Zukunftsmöglichkeiten für die portugiesisch und spanisch sprechenden , Völker, bieten doch die beiden großen anglo-ame-

rikanischen Mächte zusammengenommen nur ebensoviel Raum für Weiße Bevölkerung Wie die Vereinigten Staaten von Drasfli-::: und wie die hispano-amerikanischen Staaten zusammenge­nommen (je zwölfhundert Millionen). Niehl minder interessant ist es, daß Gur oft en (E u- ropa und Asien),der uralte Hauptherd der Menschheit, seine

führende Rolle an Afrika

abgcben wird. Heute beherbergt es *»>er Fünftel der Menschheit, letzten Endes wird es aber nur etwa ein Viertel der Menschen Lebensunterhalt bieten. Nun erhebt sich die wichtigste aller Fra- gen. Wann wird die Uebervölkerung der Erde eintreten? Geht es mit der Bevölkerungszu- nahme in dem Tempo weiter, wie in den letzten fünfzig Jahren, so zweifelt Penck nicht daran, daß der Lebensraum der Menschen in weniger als dreihundert Jahren erfüllt sein wird.

In den gemäßigten Zonen wird dies

bereits in hunderkfünszig Jahren

der Fall sein. Ob dies ein unabwendbares Schicksal sei, ist eine müßige Frage. Eine Selbst­beschränkung in der Vermehrung der Mensch­heit lehnt Professor Penck als unzeitgemäß ab. Zweifellos würden die Mühen der Fruchtbar­machung, die Rodung tropischer Urwäldgebiete große Opfer erheischen und dadurch eine spon­tane Verlangsamung der Bevülkerunasutaahme verursachen. Eins steht jedenfalls fest, der Ge- danke des Friedrich List, wonach die Tropen nicht Sitz der Menschheit, sondern ur die Korn- kämmet» der gemäßigten Breiten sein werden, bedeutet keine Lösung, Sie letzt den weltumspan- »enden Verkehr, eine großartige Technik voraus. Diese ist aber nur durch gesteigerte Ausbeute der Eisen und fossilen Brennstoffe (Kohle und Oel) voraus, die Lagerstätten dieser Stoffe sind

OtectMantoait fturtiutf als Wirtschastominister

Abgeordneter Dr. C u r t i u S, dem das Reichswirtschaftsministerium übertragen werden soll, ist Berliner Rechtsanwalt. Er ist am 7. Februar 1877 in Duisburg geboren, stu­dierte die Rechte, hielt sich während seiner Re­ferendarzeit neun Monate zum Zwecke wirt­schaftlicher Studien in Paris auf, war dann Rechtsanwalt in DuiSburg und betrieb staats- wiffenschaftliche Arbeiten in Heidelberg. Im Feld war er Hauptmann und Batterieführer. Er ist seit 1920 Mitglied deS Reichstages.

Vor allem die Blätter der Regierungskoali- tion zollen dem Reichspräsidenten Dank dafür, daß er durch seinen a» die Parteien gerichteten Appell die Regierungsbildung ertoirft habe._____

ein Rechtsblatt gibt die Parole aus:Aller.

wurde am 18. Februar 1875 in Dorat t. Sa. geboren, studierte die Rechte und war von 1904 biS 1912 Oberbürgermeister in Bücke­burg. Von 1907 bis 1908 war er noch für das Reichskolonialamt in Deutsch-Südwest­afrika tätig. Von 1912 ab bekleidete er den Posten des Oberbürgermeisters von Zittau und wurde 1923 Bürgermeister in Dres­den. Am Welüriege nahm er als Major der Reserve teil. In Bückeburg war er Abge­ordneter des Landtags und Landesprästdent.

Dle Sache Witts.

Hindenburg bringt daS Kabinett zustande.

(Eigener Drahtbericht.)

Berlin, 20. Januar.

Im Einzelnen hoben sich die Dinge gestern abend wie folgt entwickelt: Der Reichspräsident von Hindenburg hiett gestern abend vor den be­kannten Parteiführern eine Ansprache: Sollte auch der letzte Versuch scheitern- so wäre damit das deutsche Vaterland vor eine Sage von größ­tem Ernst gestellt, da jedem Gedanken einer ande­ren Regierungsbildung schwerste Beden- ken gegenüberständen. Die Parteiführer sollen jetzt ihre restlichen Bedenken hinter die großen vaterländischen Gestchtspuntte zurückstellen und jedes Opfer bringen, damit endlich das be­trübende Schauspiel der unauSi^setzten Regierungskrise beseitigt und die Möglichkeit fruchtbarer Arbeit, die jetzt mehr denn je erfor­derlich ist, unverzüglich geschaffen wird.

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es weiter, daß der Demokrat Kuel, in bet Frage der Reichseinheit und der republikani­schen Staatsverfassung nicht anders den», als der Demokrat Koch. Die Sozialdemokraten, die Koch schon als Reichslnnenminister begrüßten, würden durch sein Verschwinden gemahnt, mit

Gin Morgenrot nach langer Nacht.

Die Minister mittag- vom Reichspräsidenten ernannt.

Der Reichspräsident als Mahner. Drei neue Minister. Koch als Vorbild und Fürsprecher. An ihren Früchten...

Berlin, 20. Januar. Amtlich wird gemeldet« Der Herr Reichs- Präsident hat den Reichskanzler Dr. Luther in seinem Amte neu bestätigt und auf seinen Vorschlag die weiter unten veröffentlichte Reichs­ministerliste genehmigt. Das ReichSmlnisterium für Ernährung und Landwirtschaft verwaltet vorläufig Dr. Luther.

Gin heißer Boden.

Frankreichs Hauptseind: Mohammed Ismail.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 20. Januar.

Ein Blatt berichtet aus Haifa: Wie tief die nationalistische Bewegung eingewurzelt ist, zei­gen die französischen Mißerfolge, die Drusen von den Mohammedanern und die Aufständischen von ihren Führern zu trennen, sowie Aleppo ge­gen Damaskus aufzuwiegeln. Der Haupifüh- rer sei Mohammed Ismail, der in Deutschland auf der Kriegsschule und türkischer Verbindungsoffizier mit den deutschen Heeres- teilen gewesen sei. Später sei er bei Enver Pascha und schließlich Staatschef Ali Riza Paschas gewesen, der während des Krieges den Libanon besetzte. (S. a. 2. S.)

denn Luther daS sogenannte Kabinett der Kleinen Koalition aus der Taufe heben konnte. Der von den Bayern beanstandete In­nenminister Koch hat in vorbildlicher Weise selbst den Stein deS Anstoßes aus dem Wege geräumt und in der entscheidenden Abstimmung der noch immer unentschlossenen Demokraten mit seinem Votum den Aus schlag zum Beitritt in die neue Regierungskoalition gegeben, freilich nicht ohne die ^Übertragung des wichtigen Jn- nenreffortS an einen treuen Republikaner und Parteifreund. Bei allen Besprechungen hat Reichskanzler Dr. Luther diesmal in sehr entschiedener Weise daran festgehalten, daß das neue Kabinett eine neutrale Regierung der Mitte sein würde, dessen neutraler Charak­ter nicht durch besondere politische Tendenzen nach rechts ober nach links verändert werden dürfte. Ebensowenig wie man nun die Taten der in der großen Reichspolitik noch nicht bewährten neuen Mitarbeiter im voraus beurteilen kann, lassen sich schon jetzt die MehrheitSver- HSltnisse im Reichstag übersetzen, da von rechts wie von links siarke Widerstände zu er­warten sind.

Inzwischen ist man in Regierungskreisen be­müht, eine gute Spitzmarke für die neue Packung der alten, gehabten, aber nicht wieder bestellten Ware zu finden. .Kabinett der Köpfe? klingt nett, so schreibt ein Wiener Blatt, war aber schon einmal und ist ohne merkliche lieber- Produktion an Gedanken borübergegangen. Man ist versucht, zuzurufen: Wie wäre es mtt einer .Regierung der kleinsten Reibungsfläche" ober »Kabinett des geringsten Widerstandes?"' Lu­thers Kanzlertage werden erst bann gezählt sein, wenn die Sozialdemokratie wieder Neigung verspürt, selbst Hand an das Staatsruder zu le­gen. Vorläufig hat Luther eine, wen» auch nicht wohlwollende, doch lässige Duldung von links zu erwarten. Einzige Bedingung: Man reize nicht den Leu. Nicht anders steht es rechts aus, wo die Deutschnationalen die Re­gierung von Fall zu Fall unterstützen wol- len. Wir haben also eine Regierung die ohne absolute und ohne relative Majorität, nur gestützt von einer mäßigen Gruppe massierter Minderheiten zu einer schwindelnden Schau­kelpolitik zwischen links und rechts verurteilt ist und täglich den Weg des geringsten Widerstan­der zu erforschen hat. Wir haben eine Regie- rung, die nicht zu wissen hat, was sie will, son­dern zu vermeiden, was ihre Gegner wirklich nicht wollen. Wir haben eine Regierung, die den Druck ihrer politischen Macht nicht erproben darf, sondern stets die Lage der kleinsten Reibungsfläche zu suchen hat. Gewiß eine interessante, Physikalische, doch beileibe keine erhebende politische Aufgabe.

Man rechnet in den Kreisen der Mittelpar­teien damit, daß sich die Sozialdemokraten und di« meiste» Deutschnationalen bei dem kommen­den Vertrauensvotum ber Stimmen enthalten werden, sodaß sich wenigstens eine Mehrheit von 170 Stimmen gegen etwa 60 Stimmen der Völkischen und Kommunisten und möglicherweise einem Teile der Deutschnationa- - »en ergeben würde. Jedenfalls wäre nichts wün­schenswerter, als daß bei den großen inner« und - außenpolitischen Aufgaben der nächsten Zeit die ' Parteien ihre Sonderwünsche hinter das Wobl deS Staatsganzen int Sinne Hindenburgs zmückfiellen, damit nicht neue Risse und Erschüt­terungen die mühsam in Gang gebrachte Staats­messton wieder auseinderreißen. -r.