Meler Neueste Nachrichten
Hessische Abendzeitung
Kasseler Abendzeitung
Mittwoch, 13. Januar 1926
10. Einzelnummer 10 Pf, SonntagS 15 Pf.
Einzelnummer 10 Pf„ SonntagS IS Pf. 16. Jahrgang
HÖSS
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Dm tianeier Renetten Rachrichieo erttde men wüchenlUch sechsmal nachmiiias». Der «bonnemenisvreis beträoi für den Monai 2.— Mk. bei kreier dufteUunc MS SauS. tn der (»efibäfteiteOe ebgebolt LHOIWf. Durch die Poft monatlld) 2.iN>iJif nnslchlleftllch SufteUungBoebähr. «erlan und Redaktion Schlachibokftrafte 28/80. treenfpredjer »61 und 962. ftflt uuverlansi etngefanbte Beiträge kann die Redaktion eine BeraniworMna oder Gewähr in feinem ÄaUe übernehmen. Rück- mbluno des BezugSgelbe« ober «niprüibe wegen etwaiger nicht orbnungsrnäfttger vteiet«na I# anSnetchlvkten. Poftlckeckkonio ftranfhtrt a. Main Nummer 6$ifi
Brauns Parole: Große Koalition.
fammenarbeiten» dürfe ihn jedoch nicht monopo- 'isieren. Der Straßenbau fei vor schwerwie-
nzen
für teure« t»et 6e-
znziehen, um gegen Deutschland zu intrigieren.
Die
Reichrschulgesetz, dessen Ent- im Reichsministertum des Innern
ist das neue Wurf bereits
zu ii mer
Soldaten müssen sein
Wieviel Reichswehr und Marine losten.
Der 28. Februar.
Bollstrauer um die Gefallenen.
(Privat-Tekegramm.)
Berlin, 12. Januar.
Veranstaltungen am diesjährigen Volks-
München -Budapest - pari«
ES wird immer romantischer.
(Eigene Drahtmetdung.)
Budapest, 12. Januar.
trauertag, den 28. Februar, liegen laut Pressenotiz wie im Vorjahr in der Hand des Volksbundes „Kriegergräberfürsoige". Der Vormit- tagSgottcsdicnft wird im Zeichen der Trauer um die Gefallenen abgehalten und von 1—1,15 Uhr erfolgt ein gleichzeitiges Läuten der Glocken aller Kirchen. Für den Nachmittag und den Abend find kurze Gedenkfeiern geplant.
In dem Mehrheitsbeschluß des Sozialistenkongresses heißt es: Die sozialistische Partei ist bereit, die eBrantwortung an einer Regierung ■ ' dergestalt, daß sie im-
_______________ daß bei der Tätigkeit der Regierung entschlossene Maßnahmen den Borraua haben, welche die Zukunft des Landes icherstellen und die bedrohte Demokratie retten. Die Resolution der Minderheit besagt: Die
S .— .Zeugen, beinahe ein
:tb erreicht ist, der ihre VerweudungS • eit ausschließt. Der Ersatz von Linien- n kommt auS finanziellen Gründen zunächst nicht in Frage. Nur kleine Kreuzer und Torpedoboote sind angefordert. Diese sind in ihrem jetzigen Zustand militärisch wertlos, verursachen sehr hohe Reparaturkosten und ihre Jnssandhaltung ist sehr teuer. Auch machen die Unterbringungsverbällnlsse für die Besatzung ihre Erneuerung besonders dringend. Nur dies, zur Zeit absolut notwendige Erneuerung der völlig veralteten Schiffe gibt den SBerften in Stiel und Wilhelmshasen Beschäftigung. Ihr Fortfall würde die durch den KriegsauSarng schon schwer betroffenen Kützerchätzts -xhebltch
tausend ausgebildete frauzSstsche Piloten gegen- über. Es sei unbillig von willkürlicher Bedrohung seitens Deutschlands zu reden. Reichsseitig werde man vorwiegend die großen Trans- kontinentlinien fördern, daneben auch die tech- Nische Entwicklung. Dazu müßten aufgezwun-
Deutfchiond al« Cünhenbofl.
London, 12. Januar. (Eigener Drahtbericht.) In einem Artike' heißt es, ein Pariser Blatt mache den Versuch, ohne irgendwelche Beweise die frauzSstsche Oeffentlichkeit davon zu über- zeugen, daß die ungarischen Komplotte in Deutschland geschmiedet worden find.
Mutige Sühne.
Strafgericht a« den Mexikobanditeu.
(Durch Fmrtspruch )
Mexiko, 12. Januar.
Gestern gelang eS Soldaten der Bundesarmee die Banditen, die den gestern gemeldeten Ueberfall auf einen Eisenbahnzug verübten und metzelt hatten, einzukreisen. Eine Anzahl von Banditen wurde getötet, andere gefangen genommen. 8 Gefangene wurden hingerichtet.
*
Sin scheußliche« Verbrechen.
Mexiko, 12. Januar. (Funkdienst.). Die Zahl der bei dem Augunfall hinaeschlachteten metikanischen Passagiere beträgt fünfzig. Der Boden der Eisenbahnwagen war von Blut überschwemmt. Viele Leute wurden ohne Widerstand ermordet. Schließlich fuhren die Räuber mit der Lokomotive nach der Station Tureeuaro, plünderten die Stadt aus und flüchteten mit ihrer Beute in die Berge.
An Moskau verliebt.
Auch Englands Arbeiter in der Front?
(Eigener Drahtbericht )
London, 12. Januar.
Ein Arbeiterkorrespondent meldet, der Nationalrat der Arbeiterpartei habe beschlossen, die Frage einer gemeinsamen politischen Front mit den russischen Kommunisten im Bollzngsaussch» aufznwerfen. Der Korrespondent fügt hinzu man dürfe sicher sein, daß dieser Vorschlag der im überraschenden Gegensatz zu den letzten Kon- ferenzbeschlüffen stehe verworfen wird.
Bei der M a r i n e ist der Einsatz von Mitteln für Schiffsersatzbauten beanstandet. Der Reichstag hat sich mit dem planmäßigen allmäh- ligen Ersatz unserer Kriegsfahrzeuge einverstanden erklärt. Die an sich schon hohen Altersgrenzen des Versailler Vertrages sind längst überschritten. Alle Setten, die im vorigen Jahr« den Schiffen einen Besuch abgestattet haben, haben sich davon überzeugt, daß heute, besonders auf den kleineren Ri Zustar' iähiaki schiffe!
Den Blättern zufolge soll der verhaftete Frankensälscher Gerö angegeben haben, vor mehreren Monaten habe tin Deutscher namens Schulze dem Polizeih,^ Radofsy mitge. teilt, daß in einer bayerischen Stadt eine vollständige Werkstatt für die Herstellung von 500-Frankenscheinen eingerichtet fei. Ta aber die deutsche Polizei Kenntnis erhielt, habe man kaum Zeit gehabt, die Werkstatt in die Lust zu ipreugen. Gerö habe weiter ausgesagt, er habe Schulze öfter in Gesellschaft des 7-*-; — Windischgrätz gesehen. Später sei er ver- schwanden. Tie Budapester Polizei ermittelte nun den Blättern zufolge, daß Schulze den Plan der Frankenfälschungen in Budapest für teure« Geld an die französische Polizei be» . c n n t g e g t b r n htt*e. Die Personalbekchrei- bung Schulze mit der deS Erzbergermörders Förster -Schulze übereinstimmen.
ausgearbeitet wurde. Die Regierung wird höchstwahrscheinlich den bisherigen Entwurf zurück- riehen müssen, da die meisten Parteien sich mit aller Entschiedenheit dagegen wehren, die konfessionellen Schulen mit all ihren rückständigen Prinzipien wieder einzuführen, anstatt einen Ausgleich zwischen den konfessionellen Schulinteressen von dem allgemeinen schulpolitischen Gesichtspunkte aus zu schaffen. Wahr- scheinlich wird der Entwurf eine erhebliche Veränderung erfahren, ehe er dem Reichstag vorgelegt werden wird.
Im Hinblick auf di« schwierige Wirtschaftslage gewinnen auch jetzt noch die wirtschastspo- litlschen Abmachungen mit dem Auslande ein überragendes Interesse, ohne daß dabei die wesentlichen Grundsätze einer den Roiwendiakeiten der Parteien angepaßten Zollpolitik außrracht gelassen werden können. Inwieweit hier neue Forderungen auf Zollschutz erhoben werden, muß man allerdings noch abwarten. DaS Problem der Arbeitslosigkeit ist noch nicht in dem Sinne gelöst, daß man etwa von einem festumrissene Projett der Reichsregierung sprechen kann. Rach der zuletzt getroffenen Rege- luna im ReichsarbeitSmintsterium wird zwar das Reich den Ländern und Gemienden größere Kredite für die produStive Erwerbsloienfür- sorge zur Verfügung stellen, aber eS ist nicht anzunehmeu, daß damit die ganze Angelegen- beit etwa als erledigt gelten kann. Von verschiedenen Seiten wird daher die Forderung ausgesprochen, daß die Reichsregierung für den die Arbeitslosenfürforge zur Verfügung gestellten Betrag um einen wesentlichen Teil erhobt, zumal die hundert Millionen, die im Etat für die Arbeitslosen eingesetzt wurden, schon in gan, kurzer Zeit aufgebraucht fein werden, Der Reichstag wird daher fehr bald ein großzügigeres Programm verlangen, das den bringenden Anforderungen der Stunde gerecht wird. Der Auswärtige Ausschuß des Reichstags, der gleich- falls morgen vormittag zusammentritt, wird die
Mark 1925 gleich 26,50 Mark. ch
Die Preissteigerung gegen di« Zeit vor dem Kriege ist für die sächlichen Ausgaben nicht einmal das wesentlichste. Di« «roßten Kosten entstehen dem Reiche durch di« Wtrt- chastSmechoden, zu denen wir durch di« interalliierte Militärkontrollkommisstsn inbezua »tW Fabrikumssiellung, Materialz»cstörm»,t ufto. gezwungen sind. Die deutsche Presse yui damals allgemein mit vollem Recht« daraus Hingewi«- en, daß mit Fortnahme aller SBirtit-aftarefer» >en und dem Zwange, in jedem Zweige der Heeresverwaltung von der Hand in den Mund zu leben, hohe und gänzlich unnütze Kosten verursacht wurden. Das muß sich natürlich im HereShaushalt auswirken. Von entscheidender Bedeutung ist, daß erst in diesem Jahre bi« Neuanfertigung von Waffen und Munition von der interalliierten MilitärkontroMommissivn zugelassen worden ist. Dadurch ist der Rest unserer Bestände in einem Zustand, der ernste Gefahren in sich schließt. Ich erinnere an den tragischen Unfall auf dem Schießplatz Äüterbog. Nur für das Notwendigste konnten Mittel in bwt Haushaltsvorschlag eingesetzt werden. DaS notwendige Auffrischungsprogramm hat auch in diesem Jahre mcht eingehalten werden können. DaS ist gewiß bedauerlich, läßt sich aber nicht ändern. Die meisten Ausgaben deS Haushaltes stehen ein für allemal fest: Besoldung, Bekleidung, Verpflegung, Unterkunst. Daran läßt sich nicht« wesentliches einsparen; im Gegenteil, der Zustand unserer K a f e rn e n und die notwendig« Verbesserung der Unterkunst ist ein Gegenstand ernster Sorge der Militärverwaltung. Gespart kann nur werden am Material. DaS ist geschehen, soweit eS irgend möglich war, trotz der an sich gewiß berechtigten Bedenken, die mir ent« gegengshalten werden.
Daß daS Heer seinen PserdebGand einmal ergänzen muß, dürste jedem klar fein. Di« Pferde sind leider sehr überaltert und ihre Ergänzung kann nur nach und nach erfolgen. Der Heeresetat ist mit einer solchen Sparsamkeit ausgestellt, daß die Heeresverwaltung den HauS- haltsberatungen mit Zuversicht entgegensetzen kann. Da sich die Gestehungskosten zwischen den Stichtagen für beide im Vergleich stehende Haushalte (1. Juli 1924 und 1. Juli 1925) um zwanzig Prozent vermehrt haben, sind also die .einmaligen Ausgaben für daS Reichsheer um ein Fünftel niedriger, alS sie für 1925 angesetzt waren. f
Partei könne nur dann mitregieren, wenn sie ihrer wirklichen politischen Stärke und der Macht der organisierten Arbeiterschaft entsprechend vertreten fei. Dringlich seien die Annahme der Sozialversicherung und der kurzfristigen Dienstpflicht. Außerdem müßte in kürzester Zett in Marokko und Syrien Frieden herrschen.
Drückende Fesseln.
Minister Kröhne alS Berkehrspionier.
(Eigener Drahtbericht.)
Essen, 12. Januar.
ReichSverkehrSminister Dr. Kröhne erkannte in einem Vortrag an, daß die Wirtschaft billigerer Tarife bedürfe. Eine allgemeine Tarif- senkmig würde aber zu Ausfällen führen, da eine BerkehrSvermehrung nicht möglich fei. Bei der Gestaltung einzelner Tarife jedoch würden die Reparationsgläubiger einsehen müssen, daß di« Reichsbahn »ur aus einer lebendigen Volks- wittfchaft Einnahmen ziehen könne. Die Reichsbahn habe die eingehende Nachprüfung deS gesamten Normaltattses eingeleitet. Auch für die Binnenschiffahrt mußte der Minister starke Wirkungen des Versailler Bettrage« betonen, vor allem durch die aufgezwungene Ablieferung von Sckftffsraum. RegierungShilfe kann kaum entbehrt werden. Die Bedenken der Industrie gegen zu stark Inanspruchnahme deS Wtttkapitalmwrktes für Sanalbauten seien berechtigt, aber ohne Zuversicht könne Wirtschaftspolitik überhaupt nicht betrieben werden. Auch der Verkehrsapparat namentlich in den Lüften, müsse weiter aus die Höhe gebracht werden 317 jungen deutschen Flugschülern stünden zehn-
Der Haushalt für das Heer erfordert 416 Millionen, für die Marine 155 Millionen. Ich will zum Vergleich eine Zahl nennen, die doch recht interessante Rückschlüsse auf den Umsang unseres HeeresetatS zulabt. Der HeereShanshalt des englischen Luftministeriums beträgt für das Jahr 1925-26 430 Millionen Mark. England gibt also allein für die Luftmacht mehr aus, alS i Deutschland für fein Heer. Dann wird der HeereShanshalt 1914,wo wir ein Heer von über iebenhunderttausend Mann hatten, dem jetzigen jeereshaushalt, ans dem nur hunderttausend Mann unterhalten werden, gegenüberstellt. 1913 erhielt aber der Soldat 6 Mark monatlich, setzt etwa rund fünfzig Matt bar. Auch einige andere Zahlen sind für diesen Vergleich lehrreich. 1914 bezahlte der Staat für ein Gewehr 65 Matt, 1925 gleich 150 Matt; 1914 für ein Maschinen- gewehr 1200 (Matt, 1925 gleich 3600 Mark, 1914 für ein Geschütz 12500 Matt, 1925 gleich 60 000 Matt. Ein Unisormrock kostete 1914 gleich 13
Am Bem der Arbeit.
Der Reichstag hat wieder da» Wort.
(Von unserem Berliner Vertreter.) Berlin, 12. Jauar.
Der Reichstag tritt am heutigen Dienstag wieder zusammen. Während auf der Tagesordnung nur kleinere unwichtige Vorlagen stehen, werden sich fast sämtliche Frattionen versam- mein, um zu der Regierungsbildung Stellung zu nehmen, die durch die Verhandlungen des Reichspräsidenten mit den Führern der Demokraten und de» Zenttum» nunmehr eine neutz Wendung genommen hat. Vor dem Zustandekommen eine» neuen Kabinett» werden die parlamentarischen Arbeiten kaum erhebliche Fottschritte erzielen können, zumal die großen politischen Ausgaben nicht ohne Vorhandensein einer aktionSfähiaen Regierung ge» löst werden können. Im Mittelputt aller Er- Brterungen steht daher da» neue Regierungsprogramm, von dem man hosst, daß es in spätesten» zehn Tagen im Reichstag durch de» neuen Reichskanzler vorgetragen werden wird. In der großen politischen Aussprache dürste« die grundlegenden Richtlinien der seit dem Zustandekommen deS LocarnovettrageS festgelegten Außenpolitik der Regierung insbesondere der bevorstehende Einttttt in den V ö l - kerdund im Vordergrund stehen. So viel steht fest, daß die deutschnattonal« volkSpattei vorläufig wieder die Rolle der sachlichen Opposition zu übernehmen hat, und daß sie bei den außenpolitischen Entscheidungen keinen innigeren Anteil nehmen kann. Die Locar- «o-M ehr heil, die von der Deutschen Volks- Partei dis zur Sozialdemokratie reicht, wird zweifellos für die nächsten Monate die auhenpo- mischen Richtlinien zu bestimmen haben, ganz gleich, welche Regierung am Ruder sein wird.
In den innerpolittschen Fragen gibt el dagegen schärfere Abgrenzungen der Pattei- einstellung, sodaß die nächsten Wochen stark Im Zeichen der politischen Streitsragen stehen werden. Schon jetzt nehmen die Erörterungen über die Frage der Fürstenabfindungen einen ziemlich breiten Raum ein. Wem Anschein nach werden Zentrum, Demokraten und Sozialdemokraten in dieser politischen Frage gemeinsam vorgehen und versuchen, eine Mehrheit für den demokratischen Antrag auf reichsgesetzliche Regelung zu erzielen. Die Deutsche VolkSpattei dagegen ist vorläufig nicht gewillt, in der Frage der Fürstenabfindung eine Politik zu unter* Sn, die ihrer Meinung darauf ausgeht, den ttionSbedörfniflen einzelner Patteien nach- zukommen. Eine weitere innerpolitifche Frage
Auswirkungen der Locarnoverträge und den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund behandeln, sodaß überall Hochbetrieb herrscht.
Wenn die Pflicht ruft
Braun als Fürsprecher der großen Koalition. (Privat-Telegramm.)
Berlin, 12. Januar.
Der preußische Ministerpräsident Braun tritt in einem Presseinterview entschieden für die Regierungsmitarbeit der Sozialdemokratie ein, di« daS heißettämpste parlamentarifche System jetzt nicht verneinen dürfe, indem sie ihre positive Mitarbeit versage. Unter Berufung auf feine fast siebenjährige Erfahrung als Minister erklärte er, die Sozialdemokratische Partei werde vieles tun können, um die furchtbare Wirtschaftskrise erheblich zu mildern. Bon „Bedingungen" und „Programmen" halte ich nach meiner Erfahrng nichts. Es kommt jetzt alles darauf an, daß die vier Parteien, die die große Koalition hüben müssen, von dem ernsten Willen beseelt sind, unter zeitweiser Zu- rückstellung eigener Forderungen das zu tun, was die ernste Lage unseres Volles heischt. An der großen Koalition würden auch alle Verleumdungen von rechts und von links wirkungs- lo» zerschellen. Deshalb muß die fozialdemo- krattsche Partei die Verantwortung mit übernehmen. (Siehe auch zweite Seite.)
Sozialisten als Minister.
Ein Fingerzeig für die deutsche Dchwesterpartei. (@tgene t Drahtbericht.)
Paris, 12. Januar.
Der sozialistische Kongreß hat sich mit 1766 gegen 1331 Stimmen bei sechzehn Stimmenthal, tungen für die Teilnahme an der Regierung ausgesprochen, unter der Bedingung, daß die Sozialisten die Mehrheit der Ministerportefeuilles erhalten und diese auswählen können.
*
Doumer In eigener Sache.
PattS, 12. Januar. (Eigene Drahtmeldung.) , Der Finanzausschuß der Kammer hat gestern , den vom Fmanzminister Doumer eingebrachten , Gesetzentwurf beraten. Ter Vorsitzende Abg. Lamoureux entwickelte die leitenden Gedanken. ' Es sand noch keine Diskussion statt, da Doumer . selbst einen Gesetzentwurf vetteidigen werde.
Steuer nach llnks.
' Wenn Frankreich» Sozialisten regieren.
, (Eigener Drahtbericht.)
; Paris, 12. Januar.