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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

hessische Abendzeitung

Nummer 8

Sonntag, 10. Januar 1926

Einzelnummer 10 Pf. Sonntags 15 Ps.

16. Jahrgang

Einzelnummer 10 Pf. Sonmagö 15 Pf.

Wie polen das Deutschtum entwurzelt

endung vorschwebte:

ein

nicht durch blinde «bstreichmrg

gestürmten Faust die schaffende Hingabe an das Volksglück als höchste Stufe menschlicher Voll-

2luch voHan') in Senf toerfret?n

Haag, 9. Januar. (Funkielegramm.) In Beantwortung einer Anfrage bezüglich der Ein­ladung zur Entwaffnungsvorkonferenz ließ Mi- nisterpräfident P o l y n nach Genf mitteilen, daß die holländische Regierung demnächst die Namei der holländischen Vertreter mitteilen werde.

sen die täglichen Chikanen, mit denen man un­sere Tiroler Brüder unter das Faschistenjoch zu beugen sucht und bezeugen aufs neue die Zwangsenteignungen, mit denen man das Deutschtum in Polen mit Stumpf und Stiel ausrotten will. Denn sie richten sich, wie die Listen nachweisen, hauptsächlich gegen den deutschen Bauern, der dem Großpolcn in den früheren deutschen Gebieten ein Dorn im

nen auch langfristige Kredite unter an­nehmbaren Zinsfüßen abgeschlossen werden. Auch die Banken müßten sich an dieser Bewegung beteiligen. Man darf f-doch nicht verhehlen, Dafi noch nicht einmal ein Anfang gemacht ist und noch Monate vergehen werden, ehe der Zusammenschluß der großen deutschen In­dustrien in der Praxis zustande kommen wird.

An der SytrMenWhle.

Wie fie die Opfer ausplünderten.

(Prtvat-Telearamm.)

BreSlau, 9. Januar.

Die Breslauer Kriminalpolizei hat einen Spiritistenklub aufgehoben, der unter dem Na­menKlub des Kommenden" in der Wohnung einer Majorswitwe tagte. Die spiritistischen Trancen sind zu Betrügereien größe­ren Stiles mißbraucht worden. Aus Än­nchen derGeister", die durch den Mund eines

den aus dem Boden der Volksseele die Saat einer Menschenkultur, wo nicht eine kluge und starke Staatskunst gedüngt, gepflügt, gesät und gehütet hätte.

Noch immer fehlt dem Volke der Dichter und Denker, den unpolitischen Deutschen der leben­dige Kontakt mit dem donnernden Gang der Zeit- und Weltgeschichte. Noch immer verschlie­ßen sich die machthungrigen Parteien dem har­ten Gebot der Staatsnotwendigkeiten, die Völ­ker den ehernen Gesetzen der Wirtschafts- und Rassensolidarität, und die Einzelnen den herben Lehren der Gegenwartsnöte. Wie konnte es sonst geschehen, daß der totsieche deutsche Volks- koloß ziel- und führerlos durch die lichtlosen Wintermonde taumelt, daß Millionen und Aber- Millionen Hände, Hirne und ... Mägen fasten muffen, wo die Erde Arbeit und Brot für je­den hat, daß der in Gold und Ueberfluß er­stickende Aankee und all die herzlosen Dawes­vögte an diesem Massenelend achselzuckend vor­übergehn?

Selbst die Ueberraschungen am Balkan: Mi­litärdiktatur in Athen und das Fälscherdrama in Budapest: Was sind sie anders als die Fie­berschauer gepeinigter Völker: Pangalos sucht sich gegen Türken und Russen nach außen und gegen Kommunistenwirren nach innen zu behaupten. Und der abenteuernde Prinz? Nun, wenn tatsächlich die kompromittierten Falschmünzer nichts anderes anstrebten, als den weiteren Absturz des Frank, dann wäre es zwar immer noch die Tat politischer Despera­dos, die sich nur in der Wahl ihrer Mittel bet» griffen hatten. Aber man könnte es verstehen, wenn sie sich damit verteidigten, daß einem Lande wie Frankreich gegenüber, das nur den; Krieg mit anderen Mitteln fortsetze, ein patrio­tischer Ungar das Recht habe, zu handeln: La

Gin Aufschrei im Elsaß.

Die Abgeordneten fordern von Briand Gehör.

(Eigene Drahtme-dung.)

Paris, 9. Januar.

Wie aus Straßburg gemeldet wird, haben die clsäffischen Demokraten an den Ministerpräsi­denten Briand ein Schreiben gerichtet, worin sie dringend um eine gemeinsame Audienz nachsuchcn. Sie fordern kategorisch die Beseiti­gung der wachsenden Schwierigkeiten, über die die elsässische Bevölkerung erregt sei. Tn die Entscheidungen deS Ministerrates durch die Ber- waltungsbehörden sobotiert würden, müßte ein neues Staatsfekretariat oder et­was ähnliches gefordert werden.

möcht' ich seh'n; auf freiem Grund mit freiem Volke steh'n ...") Aber was dem Höhenflug der Aufklärung, dem mächtigen Geistesschwung der Olympier und der verzückten Phantasie der Romantiker als Preis eines heroischen Bil­dungsstrebens zufiel: Die Errichtung einer überstaatlichen und zeitlosen Welt von gültigen Ewigkeitswerten, das wurde den schwächlicheren Epigonen und Schöngeistern bis in unsere Tage hinein ein Freibrief für kosmopolitisches Schwärmertum, für das Einspinnen in das holde Spiel des schönen Scheins oder ... die Flucht in frivole Genußsucht Diese durchgei­stigten Seraphime und kunstliebenden Kloster­brüder vergessen nur me-st, daß noch jeder große Künstler an den bunten Spielen dieser Welt leidenschaftlich Anteil nahm, ihnen Tribut zollte, an ihnen wuchs oder ... zu Grunde ging (Kleist). Niemals aber sproß seit Jahrtausen-

Das Buch des Lebens.

Im Spiegel der großen Weltbühne.

Die Politik ist nicht erst seit Goethe als gar­stig Lied verschrien. (Obwohl der größte deut­sche Dichiergenius zugleich als erster Staats­mann seine besten Kräfte im Dienst seines Her­zogs an die Wohlfahrt des Landes wandle und obwohl selbst dem durch alle Himmel und Höllen

von Etatsposten, nicht von fiskalischen GesichtS- punkten aus gespart werden, sondern man muß auch beim Sparen von Volkswirtschaft- ,chen Erwägungen ausgehen. Dr. Raab - Ä üun " a- vor, daß in alle Verfassungen etne Bestimmung ausgenommen werden soll, wo­nach Beschlüsse des Parlaments, welche die Ausgaben erböhen, erst Gültigkeit erlangen, wenn weitere Beschlüsse über die Aufbringung ^urD.-ung dieser Ausgaben er- forderlichen Einnahmen gefaßt worden sind. Eine solche Bestimmung für Reichstag. Land- tage und Gemeindevertretungen wäre aller-

'-n geeignet, das Verantwor-

i bei der Bewilligung von Ausgaben zu ftärlen und das Bewußtsein

Mediums sprachen, opferten die Mitglieder er­hebliche Geldbeträge. Ein Kaufmann, der be­reits sechshundert Mark geopf batte, erstattete Anzeige. Der Führer, Student, ist in vollem Matze geständig.

Als tofr noch Brüder waren.

Baldwin über die Grundlagen der Zivilisation.

(Eigener Drabtbericht.)

London, 9 Januar.

In einer Rede sagte Premierminister Bald­win n. a.: Wir sollten uns erinnern, datz wir Westeuropäer in geschichtlichen Zeiten ge­meinsame Mitglieder eines großen Reiches waren und daß wir, wenn auch in ver­schiedenem Grade, Spräche, G-esev und Tradition gemeinsam haben. Krieg zwischen den Nationen, die ihre ersten Lehren im Bürgerrecht von einer gemeinsamen Mutter erhielten, erscheint mir als brudermörderitcher Wahnsinn. Wir sollten uns vielmehr bestreben, uns selbst und nnS gegenseitig zu helfen und diejenigen Eigen­schaften de? Charakters wieder zu erlangen, die bezeichnend für die Römer waren: Frömmigkeit, Ernst und Wahrheitsliebe. Auf solchen Grund­lagen allein kann die Zivilisation anfgebaut

Wo kann man sparen.

Wege zum Wiederaufbau.

We Träger der Wirtschaft und weiteste Kreise der Steuerzahler sind davon überzeugt, daß die Steuerschraube heute der Wirtschaft und Lebenskraft der Nationen den letzten Bluts­tropfen auspreßt und zum Ruin führen muß, wenn keine Linderung oder sogar noch eine stär­kere Belastung eintreten sollte. Einer unserer Mitarbeiter äußerl sich dazu wie folgt: Die Ueberbesteuerung läßt sich nur beseitigen, wenn

jo. tlel 3ieuef,eu Siad)tu6ien eridieinen wöchenilich lechsmat nodjmiitea» deträ«! für »en Monai 2. Mk. b tiefer ."ufteUunn iZL6e>r ^eschatisitelle abgeholt I^N Mk. Durch Sie Poft monatlich imiillf Ser^D»»#? nlloaeb»flr^erla? 1,1,0 Redaktion Echlachwofflrake m 'afHnn ^S ^6* und AiL ftflt unnerlflrtflt einaefandfe «etrräne kann die sie- ahiroJ '.und ober (»eibäbr in feinem Kalle übernehmen. Rück- 'eternm S.Vaf6?rFuwrttche weaen etwataer nicht -rSnunaSmäbiver . te er»no fff onSaefchloNen. t'offtoecffontn Sranffur* a. Main Nummer fiSRfi

es gelingt, die staatlichen und kommunalen Ausgaben zu vermindern, denn diese Ausgaben ' werden heute durch die Einnahmen im allgemei­nen im günstigsten Falle gedeckt, ohne daß er­hebliche Ueberschüffe verbleiben. Da wir in den nächsten Jahren auf Grund des Dawes-Planes bedeutend größere Reparationszahlungen als bisher zu leisten haben werden, so ergibt sich auch hieraus die Notwendigkeit einer Aus­gab e n v er m i n d e r u ng int öffentli­chen Haushalt, da ja andernfalls die Steuerlasten zur Ausbringung der vermehrten Reparationszahlungen noch erhöht werden müßten. Dabei muß sich die Verminderung der Ausgaben auf alle öffentlichen Körperschaften gleichmäßig erstrecken. Ohne Unterschied der po­litischen Parteien herrscht überall die Ueberzeu- gung, daß im Reich wie in den Ländern und Gemeinden nach Kräften gespart werden muß. Schon der erste Sparkommissar hat 1920 in einer Denkschrift die Auflösung von fünf Reichsministerien vorgeschlagen Aber der Vor­schlag wurde abgelehnt, dafür aber eine Kom­mission zur Vereinfachung und Vereinheit­lichung der Reichsverwaltung ins Leben geru­fen, die alle Möglichkeiten zur Erzielung von Ersparnissen in der öffentlichen Verwaltung prüfen und Sparvorschläge machen sollte. Aber auch diese Vorschläge sanden keine praktische Verwendung. Im Jahre 1922 wurde dann der Präsident des Rechnungshofes Sa e m i s ch zum Reichssparkommissar mit besonderen Vollmach­ten eingesetzt. Unter seiner Mitwirkung wurden daS Reichsschatzministerium und das Reichsmi­nisterium für Wiederaufbau aufgelöst sowie eine Reihe sonstiger Vereinfachungsmaßnahmen durchgesetzt. Der gleichzeitig eingeleitete Per­sonalabbau brachte eine Verminderung des Gesamtpersonals der Reichsverwaltung um rund 116000 Personen, darunter um ünfzigtausend Beamte. DaS gesamte Reichs- personal ist dadurch

nm ein Fünftel verringert

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Geht es aufwärts?

Die Börse als Barometer. Der Dollarpnmp.

(Eigener Informationsdienst.)

Berlin, 9. Januar,

In den Kreisen der deutschen Wirtschaft chcint sich allmählich eine Wendung zum Besse­ren vorzubereiten. Bor einigen Tagen wurde die Bildung eines deutsch-amerikani- chen Stahktrustcs ernsthaft in Erwägum, gezogen. Auf diese Meldungen hat die Berliner Börse rin Ha ns se in Momanwertcn erlebt, wie sie seit einem Jahre nicht mehr verzeichnet wer­den konnte. DaS Vertrauen der Börseukreike beginnt sich überhaupt seft dem günstigen Ab-

Das Ergebnis der gestrigen Unterreduna deS Reichspräsidenten mit dem Geschäftskanzler ist die Verschiebung der Regierungsverhandlun­gen bis nach den ersten Frattioussitzungen in der nächsten Woche. Das Zentrum tritt be­reits am Sonntag zusammen. Doch auch Deut- che Volkspartci, Demokraten und Sozialdemo­kraten werden am Dienstag zur Frage der Re­gierungsbildung Stellung nehmen. Ausschlag- gebend für die Vertagung waren die Bedenken, öa6 durch frühzeitige Benennung ei­ner Persönlichkeit die Fraktionsbeschlüfse er­schwert werden könnten. Die für morgen vormittag vorgesehene erneute Besprechung des Präsidenten mit dem Kanzler wird an dieser --achlage kaum etwa« ändern. Präsident und Kanzler werden sich nur darüber verständigen.

"out t,n besonderer Empfang der Partei- rage uns t t/ r ^urch den Reichspräsidenten erforder- dings sehr geeignet, SkJoL Äet^r Betrauung vord Mitte der tungSbewußt sein nächste» Woche ist nicht zu rechne«. t* ---- ' ----

schlntz des Weihuachts- und Jnventnigrschäftcs merklich zu festigen. Sei, der Rückkehr oes Reichsvankpräsidentcn Dr. Schacht ans Ame­rika wird mit Hochdruck daran gearbeitet, eine Verbesserung der deutschen Kreditmöglichkeiten in Amerika zu schaffen, indem man in geschloffe­nen $ r u ft 8 als Geldsucher auftritt Amerikas Bankwelt würde cs mit ganz großen Unterneh­mungen zu tun haben, sodaß sie entsprechende Garantien für die Sicherheit deS Lcihkapi- tals gegeben sieht. Unter solchen Umständen kön-

So rührt sich im Rif.

Bombengewitter über der Front von Fez.

«Sigene Drahtmrldung.j

Paris, 9. Januar.

Havas meldet aus Rabat: Im Frontabschnitt von Fez haben die Dissidenten besonders in der Gegend von Tafrant ihre Tätigkeit wieder aufgenommen. Französische Artillerie und Flug­zeuge, die fünf Tonnen Bomben Über die noch nicht unterworfenen Mtiuastämme abgeworfcn haben, gehen gegen die Dissidenten vor.

worden. Es zeigte sich aber bald, daß auf dem Wege des Personalabbaus wesentliche Erspar­nisse, durch die ein Abbau der Steuern ermög­licht werden könnte, nicht zu erzielen war. Außerdem ist ein Abbau der Beamten ohne einen Abbau der Aufgaben der öffentlichen Verwaltungen vollkommen zwecklos. Inzwischen ist die Steuerlast immer unerträglicher gewor­den und so ist denn kürzlich einKurato­rium für Spar- und Vereinfachungsmaßnah­men' gebildet worden, daS mit einer großen Werbeveranstaltung an die Oefsenllichkeil getre­ten ist. Das Kuratorium hat ferner' ein $1 eA?,a u 8 f cb r e i b e n zur Gewinnung von Vorschlägen zur wirtschasttichen Gestaltung der öffentlichen Verwaltung in Deutschland erlassen, aus dessen Ergebnissen es brauchbare Ersparnis­vorschläge zu erhalten hofft. Wichtig ist nun vor allem die Beantwortung der Frage, wie und wo gespart werden soll. Hierüber gehen nämlich die Meinungen noch sehr weit ausein- ander. TM Mitglied des Kuratoriums Dr. Friedrich Raab hat in einer SchriftWege ?ur Steuerermäßigung' hervorgehoben, daß es aus die Dauer nicht wirksam wäre, wenn man « ?;,tn mechanischer Weise versuchen wollte, die Gehälter der Beamten zu kürzen, ihre Zahl zu n,acf? demselben System auch die sachlichen Verwaltungsausgaben um einen be- stimmten Prozentsatz herabzusetzen. Es darf also

(Sin botz ins Herz.

Polen enteignet die deutschen Bauern.

(Durch Fnni'fpruch)

Warschau, 9. Januar.

Der polnische Ministerrat veröffcntticht eine 126 Namen umfassende Liste von Grundstücken in der Gesamtausdehnung von fünfzig Hektar, die 1926 der Zwangsparzellierung un­terliegen. Die grötzten Gebiete muß das Land­amt Grau de nz mit 5300 Hektar und Kra­kau mit 5000 Hektar stellen. Auf Posen ent­fallen 4450 Hektar. Unter den Besitzern der Grundstücke in Graudenz und Posen, die ein Areal von je fünfzig bis tausend Hektar umfas­sen, liest man größtenteils deutsche Namen.

*

Der Demschenvafftr ag GrceriUfradschef?

Warschau, 9. Januar. (Durch Funkspruch.) Es bestätigt sich, daß der sozialdemokratische Mi­nister Moraszewski im Ministerrat den Antrag einbrachte, Marschall Pilsudski wieder einzuberufen und ihm die gegenwärtig freie Stelle des Chefs des polnischen General­stabes zu übertragen. Nach bewegter Debatte faßte der Ministerrat den Kompromißbeschluß, den Antrag am heutigen Sontag im Komitee des Ministerraies weiter zu beraten.

guerre comme ä la guerre. Denn tatsächlich bat man Ungarn im Frieden von Trianon noch schändlicher zerstückelt und zerfleischt als Deutsch­land In Versailles. Gerade unser Beispiel hätte die stürmischen Patrioten jedoch andere Mittel und Wege des Wiederaufstiegs lehren müssen als die deS Verbrechens. Und die deutschen Links- blätter haben wohl nicht ganz unrecht, wenn sie hinter der gigantischen Fälscheroffensive den Zweck vermuten, die Putschkassen zu fül­len, um eines Tage» die Königsdiktatur unter Erzherzog Albrecht, dem Gegenkandida­ten für den unmündigen Sohn Karls, Otto, aufzurichten. Diese dunklen Machenschaften wird zweifellos die vom Reichsverweser Hör- t h y angesagte rücksichtslose Untersuchung auf« Hellen, den im übrigen die deutsche Presse un­geschoren lassen sollte. Wie es überhaupt höchst unkorrekt ist, sich bei dieser Gelegenheit in die Staat «form eine« fremden Landes einzu- mischen; gegen solche unverschämten Anmaßun­gen haben wir unS selbst lange genug aufs äußerste wehren muffen Unsere Freunde in der Welt sind dünn gesät. Wir sollten durch solche tölpelhaften Manöver die nach Oesterreich-Un­garn hinzielenden Fäden nicht verwirren.

Wie weit wir im übrigen noch von den seli­gen Inseln des Loearnovettrags entfernt find, beweist das unverantwortlich langsame Tempo, in dem die Engländer von Köln und Wiesbaden übersiedeln, wo sie doch seinerzeit nichst schnell genug nach Köln hereinkommen konnten; bettet*

Heute so, morgen so.

Regierungswirrtvarr im Reich der Mitte.

(Durcki Funkspruch./

London, 9. Januar.

Rach Berichten aus Peking marschiert Gene­ral L i - S ch u n g - L i n, der von dem zurückge- tretenen General Feng geschlagen worden war, wieder auf diese Stadt zu. Der Präsident der chinesischen Republik hat sein Rücktrittserlaß im letzten Augenblick zurückgezogen. Im Interesse der Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung will er vorläufig von dieser Absicht des Rücktrittes Abstand nehmen.

Erst nächste Woche Kabinett.

Die Parteien find sich noch nicht schlüssig.

(Eigener Drahtbericht)

Berlin, 9. Januar.

Auge ist.Küsse auf den Lippen, Schwerter im Busen', dieses Schillerwort drängt sich uns -Ill.c meniuiuuier «uu« 5.uf' das doch so ganz anders lautet, als der Solch ein^ @etotmmel na<$ etner europäischen Geistesgemein- ' - ... will und den auch Baldwin mit beredtem

Munde predigt. . F. R.