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Kasseler Neueste Nachrichten

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Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

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Nummer 7. Einzelnummer 10 Pf, Sonntags 15 Pf.

Sonnabend, 9 Januar 1926

Einzelnummer löPt Sonntags 13 Pf 16 3<l dlstaUA

Ungarn im Strubel -es Zölscherflnn-nls.

Zwischen zwei Feuern.

Die Last der Berantwortung.

Berti«, 8. Januar.

Allgemein wird das Wiedereintrefsen -es Kanzlers in Berlin als das Signal zur Fort­führung der bisherigen unverbindlichen Aus» sprachen angesehen. Es ist kein Geheimnis, - das Zentrum in den letzten Tagen dauernd mit der Sozialdemolratie und den Demokraten un­terhandelt. um die Basis für neue Berhandlun- gen auf der Grundlage der G rotz en Koali­tion herzujsiellen. Aus der anderen Seite ar­beiten sämtliche rechtsbürgerlichen Parteien unter Ausschluß der Deutschnationalen zielbe- wußt darauf hin, daß der Auftrag zur Regie­rungsbildung sofort an Dr. Luther erteilt wer­den soll. Rach seinem Wiedereintrefsen in Ber­lin hat sich Dr. Luther mit dem Reichspräsiden­ten persönlich in Verbindung gesetzt, was von den volksparteilichen Kreisen als ein Beweis dafür angesehen wird, daß seine Betreuung nur noch eine Frage von vierund zwanzig bis acht- unddierzio Stunden sein kann. Mit welcher Bestimmtheit die Deutsche VoMpartei jeden neuen Versuch zur Bildung einer Regierung der Großen Koalition ajbgelehnt. geht aus der Tat­sache hervor, daß die führende vollSparteilichc Presse die Parole ausgwt, nunmehr ohne jeden Zeitverlust den Auftrag zur Regierungsbil­dung an Dr. Luther zu erteilen. Es wäre nicht damit zu rechnen, daß vor Dr. Sucher eine an­dere politische Persönlichkeit dazu ausersehen werde, die Verhandlungen mit der Sozialdemo­kratie noch einmal zu erneuern. Wenn daS Zentrum daran festhalten sollte, die Große Koa- litimt wieder aufrollen zu wollen, so werde es mit diesem nutzlosen Versuch lediglich eine Ver­zögerung der Betrauung Dr. Luthers, nicht aber eine anderweitige Beauftragung herbeiflihren.

Das Zentrum hatte inzwischen entscheidende Schritte zur Vermittlung und zum Ausgleich zwischen den beteiligten Parteien unternommen. Was die Sozialdemokratie betrifft, so haben sich Hermann Müller und WelS unbe­dingt bereit erklärt, neue Verhandlungen auf der Grundlage der Großen Koalition zu führen, indem sie allerdings unter Hinweis auf die Op­position in der Partei noch keine Garantie für die engültige Entscheidung übernehmen könnten. Die Demokraten haben sich einmütig der Auffaffung des Zentrums angeschloffen. Kühler ist die Haltung der Bayerischen VolkS- partei, die zwar nicht endgültig abgelehnt hat. die aber durch ihre Führer eindeutig erken­nen ließ, daß man keinerlei Hoffnungen in einen neuerlichen Versuch mit der Großen Koalition setzen dürfe. Die gleiche Haltung nahm die Wirtschaftspartei ein, die sogar hinzu- fügte, sie wünsche keinen weiteren Zeiwerlust durch nutzlose Versuche mit der Großen Koali­tion eintreten zu lassen. Die geplante Unter­redung mit dem volksparteilichen Reichstagsab­geordneten Dr. Scholz ist nicht zustande ge­kommen, während auf der anderen Seite einige auf dem linken Flügel stehende volksparteiliche Slbgeordnete, die das Zentrum zu Besprechun­gen eingeladen hatte, nicht in der Lage waren, sich oder die Partei nach irgend einer Richtung hin festzulegen. Dies ist ein ungefähr richtiges und klares Bild der augenblicklichen Situation! Der Reichspräsident läßt bereits seit einigen Tagen durch die ihm nahestehenden Persönlichkeiten den erforderlichen Kontakt mit den Parteien herstellen, sodaß seine persönliche Entscheidung sicherlich nicht ohne entsprechende Verständigung der in Betracht kommenden Parteien zustande kommen wird. Bis zum gegenwärtigen Augenblick kann weder di« «in« noch die andere Seite zuverlässig vor- aussagen wollen, ob das Reichsoberhaupt diesen oder jenen Politiker mit der Regierungsbildung betrauen wird, denn solange die Fühlungna^ me mit den politischen Kreisen noch nicht zum Abschluß gelangt ist, ist mit einer Entscheidung Hindenburgs aus keinen Fall zu rechnen.

Auch in Frankreich steht im Augenblick das gleiche Problem im Vordergrund des Interes­ses, nämlich die Frage der B e t e i l i g u n g der Sozialdemokraten an der Regierung. Sind es in Deutschland die Wirtschafts- nöte, die sich in einer über die erste Million hinausgehenden Zahl von Arbeitslosen, in der Stillegung und Einschränkung von Betrieben, in der unaeheuerlichen Zahl der Konkurse cha- rakterisieren, so ist es in Frankreich die schwe­re Finanznot des Landes, die umsaflende und durchgreifend« Maßnahmen erforderlich macht. Dort, wie bei uns sind die parlamenta­rischen Voraussetzungen für eine Beteiligung der Sozialisten an der Regierung gegeben, aber dort, wie bei uns zeigen die sozialistischen Kreis« keinerlei Neigung, die begueme Position eines untätigen Zuschauer- aufzugeben und In den Schützengraben der Verantwortung «u

ziehen, wenn auch dort wie hier ver«inzelt wohl sozialistische Stimme» für eine Teilnahme au der Regierung laut werden. Wenn nicht alles täuscht, so wird der zum 10. Januar einberu­fene Sozialistenkongreß zu einem ab­lehnenden Beschluß kommen. Ein Blatt hat die Lage, für den Fall, daß die Sozialisten die Be­teiligung an der Regierung ablehnen sollten, in den düstersten Farben geschildert. ES hat dar­auf verwiesen, daß eine neue Weigerung der Sozialisten, die Berantwortung mit zu überneh­men, unweigerlich die Bildung einer Rechts­ministeriums zur Folge haben muffe, was innen- und außenpolitisch verhängnisvoll sein würde, ja, wie bei uns, ist auch in diesem Zu­sammenhang in Frankreich dar Wort von der kommenden Diktatur gefallen.

Die Scheu vor der Verantwortung ist dort wie hier zu groß, als daß sie überwunden wer­den könnte, die Furcht, hier und da einige An- »er zu verlieren, beherrscht die führenden riorganisationen völlig. Gewiß hat es auch im sozialdemokratischen Laaer nicht an Stimmen gefehlt, die für die Große Koalition eingetreten sind erinnert sei nur an die Aeußernngen Roskes. den Artikel Scheidemanns und David-, aber diese Stimmen geben nicht der Ansicht Ausdruck, die die Mehrheit der Fraktion und der Parteileitung hat. Di« Aussichten für eine Beteiligung der Sozialdemrkraten an der Regierung sind daher für Frankreich wie für Deutschland gleich gering. Aber die Regiernnqs- bildung drängt mm wirklich, es gibt genug innen- imb außenpolitische Probleme, die der Lösung durch aktionsfähige Männer harren.

Vom Ocm&aJ zur Krtte.

Gras Bethlen, Erzherzog Albrecht und Fälscher. lEigene FraStmefcunn.i

Budapest, 8. Januar.

Halbamtlich wird mitgeteilt: MinisterprSsi-

graphischen Institut hergestellt wnrde.f Die Angestellten sind geständig. Gers sagte fer­ner aus, daß fünfundzwanzigtausend Stück Tausendfrank - Roten hergestellt worden find. Die fertigen Banknote» seien von Windischgrätz aus dem Kellerraum ge­tragen worden. Die Polizei nahm die Kompli­zen Gerös in Gewahrfam. Auch der Direk­tor der WindischgrSbfchen Weinverwertungs­gesellschaft Hakasz wurde verhaftet.

Sine verwaist? Republik.

Rücktritt des Präsidenten am 15- Januar (Durch gnutfvrnchsi

Peking, 8. Januar.

Der Präsident von China, T« a «tfchig «t, richtete gestern «acht ein Ruudielegramm an die Provinzen, in welchem er seine Absicht knndgibt am 15. Januar vom Amt zurückzutreten.

Das olt? Lied.

Politische Schlägereien in der Reichshaupift>wt.

(Eigener Draht der tcht.»

Berlin, 8. Januar.

Rach einer national sozialistischen Berfamm lnng marschierte ein DemonstrationSzuq von etwa viertausend Personen durch die Chauffeestratze und die Jnvalidenstrnße, auf 6cm Bürgersteig durch Kommunisten und ReichShannerkeute begleitet. Bald ent­wickelte sich eine Schlägerei. Die Schutzpoti Sei stellte ds,' Ri he wieder her, wobei sie von den GumÄtiknüppeln Eeüranch machte. Sie nahm den Kämpsenden Eichenstöcke, Gummi­knüppel, Tefching und Schlagring ab und ver­haftete zwei Teilnehmer an der Schlägerei.

deut Graf Bethlen hat gestern seine Erttä- rung öffentlich wiederholt, daß er die Franken- fälschung als eine Strafsache betrachtet und seinerseits deren Aufdeckung mit unerbittlicher Strenge betreiben wird. Entweder gelinge eS ihm, die Sache aufzuklären, oder er werde seinen Posten verlassen. Der Erzherzog Albrecht läßt erklären, daß er mit dem Prinzen Windischgrätz seit mehreren Jahre« keine Berührung in legtitfcr Art hatte.

Varis Hai olles gewußt.

Man liest Prinz Windischgrätz gewähren.

(Eigene Drahtmelbnng.)

Paris, 8. Januar.

Ein Blatt berichtet, Briand habe gestern mit dem französischen Gesandten in Budapest, Clinchant. über die Banknotenangelegenhci, gesprochen. Seit 1924, bemerkt das Blatt, wisse man in Paris, d«h Prinz Ludwig Windisch­grätz falsches Geld herstelle und daß er im Jah­re 1925 nach feinem Schlosse russische Ar­beiter der Petersburger Münze habxz kom­men lassen. Man habe aber in Frankreich die An­gelegenheit nicht sehr tragisch genommen, da man gewußt habe, datz die Fälschungen schlecht seien »nd daher nur schwer abzusetzen waren. Falsches GelUn der Voittik.

Die Tschechen auf den Spuren der Ungarn.

(Eigener Draht bericht)

Prag, 8. Januar.

Halbamtlich wird gemeldet: Im Zusammen- frntg mit der ungarischen Falschmünzerangele­genheit hat die hiesige Polizeidirektton Haus­suchungen bei den Führern der ungarische« po° litischen Parteien und in ben Redaktionen der ungarischen Blätter durchgeführt. In Ungarn wurde ferner gegen den ungarischen Parteifüh­rer «rki Akose ei« Haftbefehl erlassen. Die Polizei hot festgestellt, daß allein för Partei­sekretäre und Redakteure von vier Blättern fttnf- undfünfzigtausend Kronen monatlich notwendig waren, wobei fast keine Einnahmen vorhanden waren. Diese Ausgaben wnrden »an Senator Erg« und dem Abg. Sandor Korlat) bestritte«, die beide in Ungarn weilen.

Falschmünzer im Keller.

I« den Räurneu des StaatLinstUntS.

(Durch FunMnach)

Budapest, 8. Januar.

Der Beamte G e r S gab im Verhör über die FiUschungSaffäre an, daß daS benutzt« Roten- Papier durch fünf Angestellte beim kartho«

Sine Hochburg der VoMkk.

Millionen für Italiens Wissenschaft.

(Eigene Drahtmeldung.)

Rom, 9. Januar.

Ei« Blatt führt aus, die neugegründete iwlie- nische Akademie müsse ein nationaler Pro­pagandaherd werden. Sie werde eine Reihe von Vollmachten in sich vereinen, die heute unter verschiedenen Ministerien, Kommissionen und Büros »erteilt seien. Bom Kultusminifte- rium werde der Fonds für wissensckmsüiche Un< torsuchiingen zurückgemiesen werden. Auch die Angelegenheiten des Urheberrecht« würden der Akademie zufallen. Der neue StaatSzufitzutz werd« mindestens fünf Milli»»«« Lire betrage«. Ferner werde die Akademie eine Steuer auf Literatur und Theaterwerke ohne Urheberrechte erheben können, wodurch weitere fünf Millionen Lire gesichert schienen.

Wenn einer fehlt...

Drohende Kabinettskrise i« Belgien.

(Eigener Drahtbericht,)

London, 8. Januar.

Ern Blatt berichtet auS Brüssel: In gut un­terrichteten Kreisen wird mit der Möglichkeit des Rücktritts des Verteidigungsministers, Gene- raliSestens, und mit einer aus diesem Rück­tritt sich ergebenden teilweise« Ministerkrise ge­rechnet. Kesten« beabsichtigt, an feinen Vorschlä­gen hinsichtlich der Dauer der Militär, dienstzeit unter alle« umständen festzuhaiten.

London unter Wasser.

Die Themse bringt nach dem Siegen ein (Privat-Telegtamm.)

Berlin, 8. Januar.

Die feit gestern früh auf London und das Themsetal niedergegangenen starken Regenfäüe haben eine Ueberflutung der Londoner City durch das Hochwasser der Themf e verursacht.

Der fiebernde Dallan.

CH« griechisch, türkischer Grenzkouslikt.

(Eigener Trabtberitht.)

London, 8- Januar.

Ein Blatt meldet aus Athen: ES verlautet von gut unterrichteter Seite, daß sich zwischen griechischen und türkischen Delegierten le bet mit der Festlegung der griechisch.türki­sche« Grenz« betraute« internationalen Kommission wegen der Insel Schlau Ab» M-inungSv-rschiedenheiien ergeben hättem Der griechische Generalstaü habe eine Denkschrift für de« Gerichtshof Haag ausgearbeitet.

Aus der Zauberinsel.

t-iterftbioflene Reichtümer. Em Europa-Torarm.

Madagaskar, die vierrgrötzte Insel der Erde, di« mit ihre» Küsteninseln weit über ein« halbe Million Quadratkilometer von der Fläche des Stille» Ozcans bedeckt, ist s«t dem Jahre 1896 ftMjüsische Kolonie, «Seit damals fuhrt daS e-.ncetotene Köm Mw mit ein Schattendasein, dem: -er wahre Herr des Landes ist der fran­zösische Gouverneur. Echo« kKHer jedoch gab eS sehr mächtige ausländische Einflüsse aus der Insel. Unter den ersten Einwohner« Mten ;war von Anfang au die Franzosen daS stärk sie Kontingent, was jedoch die Holländer und Engländer nicht hinderte, auch ihrerseits festen Fuß auf der Insel zu fassen. Kem Wun­der, denn Madagaskar ist überaus reich an Na- mrschä^n aller Art- Es besitzt ergiebige Vor­kommen von Kupfer, Mangan und Blei, ferner Schwefel. Graphit. Braunkohlen und Marmor.

Auch Gold «ab Salz

ist auf der Insel vorhanden. Hinz« kommen werrvolle HAzer, insbesondere Eben- und Pali­sanderholz, die wichtige Ausfuhrartikel darftel- len. Dasselbe gilt von gewissen landwirtschaft­lichen Erzeugnissen wie Mai- und ReiS, sowie Kautschuk, Rmdshäuten. Harz und Wachs. So stark die europäischen Einflüsse aber auch schon seit Jahrhunderten waren und sind, so hat sich das Volksleben auf Madagaskar, von Ausnah­men abgesehen, in einer geradezu erstaunlichen Weise trotzdem seine ursprüngliche Eigenart zu erhalten gewußt. Europa vermochte sich nur äußerlich der seltsamen Insel zu bemächtigen. Innerlich ist sie io gut tote unberührt geblieben. Der engbifche Forschungsreisende Chase S. LSborn stellt auf Grund jchrelangen Ansent- Hafts auf der Insel M. daß der durch eine überaus rege und namentlich von England ge­nährte WiffionStätiakeit betoirtte Uebenritt zum Christentum vieler Madagassen, tote die Einge­borenen sich selbst nennen, «ich« das mindeste dafür beweist, daß sie ihren alten Ueberfteferun- gen den Rücken g-.kehrt haben. Diese Ueberkie» fernnaen wurzeln im krassesten Aberglauben eines primitiven Naturvolkes »nd sind heute noch so lebendig wie j«. Der mächtigste Mann Madagaskars ist daher der Zauberer, der, gestützt auf seine angeblichen Beziehungen zu den unsichtbar thronenden Gottheiten, buchfläv» lich alles tun kann, was er will. Dem Einfluß der Zauberer ist eS auch zuzuschreiben, daß die

furchtbare Ditte be« KindeSmordeS

auf Madagaskar in höchster Blüte stehl. Wen« eine Frau einem Kind da» Leben geschenkt hat, so wird ztmächst der Zauberet darüber befragt, ob der Tag der Geburt als Glucks» ober Un­glückstag zu betrachten sei. Wehe der Mutter, die «8 wagt, zärtliche Gefühle fiir ein Kind zu äußern, ehe eS fesigestellt ist, daß eS an einem Glückstag geboren wurde, und dreimal wehe der Unglücklichen, die. dem Machkspruch des Zaube­rers trotzend, ein «t einem Unglückstoa gebore­nes Sind behält, statt es dem Opfert» auszu- tiefent. Ihr Leben zählt nur noch nach Stun­den. und ein analvoller Tod ist ihr a«wiß. Nur wenn sie bereit ist, daS Wohlwollen de- Zaube­rers durck wertvolle Geschenke zu erkanfen. kann EM und das Kind retten. Das Sind erhält diesem Fall einen niedrige« Samen, der an­geblich imstande ist, eS vor den bösen Geistern zu verbergen. Solche Namen sind .Niemand". .Misthaufen". .Schwein", .Jauche' usto. Keine Reise, selbst die fleinste nicht, darf unternommen werden, ohne datz der Zauberer vorher befragt worden ist. Fällt eine Reis« schlecht aus. obzwar der Zauberer zu ihr geraten hat, so ist er trotz­dem nicht in Gefahr, sein Renommee zu verlie­ren. Hat et doch schlauerweise dem Reisenden eine Unmengt von VerhaftungSmaßregek« auf den Weg gegeben, die alle zu befolgen, von vornherein für jeden Sterbliche« uumSglid ist. Natürlich macht der Reifende irgendeinen Feh­ler und der Zauberer ist nicht nur gedeckt, son­dern gewinnt sogar noch stärkeres Ansehen. Ris­kant ist e« für de« Zauberer lediglich, wenn et jemanden ein

Amulett zum Schutz gegen Mörder

vertäust bat und dieser Schutz sich als wirkungs­los erweist. Aber solch« Amulette werden nur & selten verkauft. Ei« besonders begehrte«

*tt bäl! der Zauberer zum Schutz vor ben Folgen des Ehebruchs feil. ES bewirft an­geblich, daß der betrogene Gatte oder die be­trogene Frau mit Blindheit und Taubheit gegen» ftber dem treiben des ehebrecherischen Paar«» geschlagen wird. ES a'dl allerdings auch einen G^ienzaubef. der leben Ehebruch vereitelt. In­dem et [einem Besitzer mannsiche« ober »etWU chrn Geschlecht» nicht nur eine besonder« An« liebungSkraft auf den anderen Eheteil verleiht, fenbern ihn auch so scharsäugig und hellhörig