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Kasseler Neueste Nachrichten

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Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

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Dienstag, 5. Januar 1926

Einzelnummer 10 Pf.. Sonntags 15Pf. 16. Jahrgang

Nummer 3. Einzelnummer 10Pf., Sonntags 15Pf.

Griechenland unter Militärdiktatur.

Wenn die Parteien versagen. Hollands Provinzen überflutet

Die Hochwaflerkatastropbe, die nach den letz-l nahm, Mt seit Sonntag nachmittag langsai Meldungen sur alle Länder überwunden Das Elend am Riederrhein, besonders im ub«

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Die grSßle Ueberschivemmuyq seit Menschengedenken. Auch Frankreich und England hart bett »ff en.

zu sichern und seine Regierung aus längere Zeit­dauer hinaus aktionsfähig zu erhalten. Die po­litische Situation sei auch insofern nicht allzu bedenklich, als die schwierigsten politischen Streitfragen zum größten Teil bereits ausge- tragen worden sind und man aus jeden Fall die Aufrollung neuer innerpolitischer Konflikte ver­meiden könne.

erscheint, hat in dem stromreichen, flachgelege­nen Holland Verheerungen angerichtet, wie sie das gesegnete kleine Ländchen seit dielen Ge- schkeKern nicht erlebt hat. Unsere Nachrichten­stellen melden über die Ueberschwemmungen:

Rach einer Agenturmeldung aus Konstan­tinopel wird die türkische Regierung die V o r -

Sine unterdrückte Dolkswahl.

Athen, 4. Januar. (Funkspruch.) Die Zei­tungen werden heute früh eine amtliche Be- kanntmachung veröffentlichen, in der es etwa beißt: Infolge der Haltung der Parteiführer, die trotz der Warnungen der Regierung den Senatswahlen eine politische Färbung geben wollen, vertagt die Regierung die Senatswah­len auf unbestimutte Zeit in der Ueberzengung, daß diese Wahlen nur dazu beitragen würden,

Barde die Straßen Athens, wobei sie begeisterte Hochrufe auf Pangalos ausbrachte.

Bengale» al» Diktator.

Ein zweiter Staatsstreich in Griechenland.

(Durch Funkfpruch.j

Athen, 4. Januar.

Bis über öle Dächer.

Amsterdam, 4. Januar. (Eigener Drahtbe­richt.) Wie aus Beugen berichtet wird, stehen im Ueberschwemmungsgebiet von O e f f e i 1 die Häuser an vielen Plätzen bis über die Dä­cher im Wafler. Militärische Abteilungen mit Kähnen, Motorb--oten u. Pontons sollen ent­sandt werden. Dammbrüche werden aus Lox- meer und aus Beugen gemeldet. Die höchst ge­legene Eise »bahn st ation ist einge- stürzt und im Maaswasser verschwun­den. Bei der Station H a s p ist ein Eisenbahn­zug infolge Einsturzes deS Damms entgleist.

Der Stftein füllt stündlich.

Köln. 4. Januar. (Privattelegramm.) Der Rhein und Nebenflüsse solle« stündlich 3 Ztm.

schwemmten Kreise Kleve, ist außerordentlich. Sme grosse Gefahr bildet der Weftsturm, der das Wafler mit furchtbarer Wucht gegen die Dämme treibt. In Erlekum bei Nimwegen ist ein Dammbruch erfolgt. Dadurch ist der Kreis Kleve auch von Holland her stark bedroht. Das Wafler steht bereits am großen Grenz- und Wehrdamm bei Wyler und spült dort über. Der bis jetzt an­gerichtete Schaden ist unübersehbar. (Siehe auch Depeschen zweite Seite.)

direkte Verhandlungen auf der Grundlage wirt- kchaftlicher Abkommen zu regeln, ableh- ~ Die Zollsätze für Waren aus Län­dern, die noch keinen Handelsvertrag mit der Türkei haben, find vom 3. Januar ab auf die fünffachen Sätze erhöht worden.

lieber den Damm hinweg.

Kreis Kleve vom Wafler schwer bedroht.

(Durch Funispruch.)

Kleve, 4. Januar.

DaS Hochwasser im hiesigen Kreise, daS am Sonnabend seinen katastrophalen Umfang an-

Auf einem zu Ehren des Ministerpräsidenten Pangalos veranstalteten Bankett betonte der Kommandant der Garde in einem Trinkspruch, es sei der Wunsch der Armee, daß die Regierung eden Widerstand breche. In seiner Erwiderung hob Ministerpräsident Pangalos hervor, der Revolution von 1922 sei es nicht gelungen, in den politischen Sitten des Landes eine Gesun­dung herbeizuführen. So bin ich denn ent­schlossen, fuhr Pangalos fort, von morgen an ede Verantwortung für die Lage zu überneh­men, wobei ich mich auf das Vertrauen der be­waffneten Kräfte verlasse, um das Vaterland zu retten. Die Worte des Ministtrprästdenten rie­fen lebhaften Beifall hervor. Pangalos schloß: Ich stelle ein neues Programm auf, das ich nur auf die bewaffneten Streitkräfte grün- bet."- --------------

Wenn es Welter regnet.

Maubeuge ohne Licht. Vertriebene und Opfer (Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 4. Januar.

Das leichte Zurückgehen des Hochwassers der französischen Flüsse wird nicht als beständig angesehen, da wieder stärkere Regensälle einge­setzt haben. Maubeuge war gestern teilweise ohne Licht und ohne Trinkwasser. Am schlimm­sten steht es in Caen; hier ist für die Vertrie­benen eine öffentlich« Speisung eingerichtet worden. Weiter melden die Blätter Ueber­schwemmungen in England, wo Themse, Severn, Wye, Avon und andere Flüsse Über die Ufer ge­treten find. Einige Personen finv ertrunken. Hunderte von Familien mußten flüchten.

in den nächsten Wochen ihr Hauptinteresse dar­aus richten werden. Der Stand der Regierungs­bildung ist fast derselbe wie er vor unge­fähr vier Wochen war. Nichts hat sich ge ändert, keine Einigung unter den Parteien t bisher erfolgt. Von Linkskreisen des Zentrums wird zwar versucht, nochmals durch Verhandeln mit maßgebenden Persönlichkeiten der Sozial­demokratie die Lösung durch die große Koali­tion zu ermöglichen. Ob diese selbstverständlich vertraulichen Besprechungen irgendwelche neuen Tatsachen geschaffen haben, ist nicht bekannt. Es ist jedoch nicht anzunehmen, daß die Sozialde­mokraten im Laufe der Weihnachtsserien sich zu einer anderen Einsicht durchgerungen haben. Wenn auch vielleicht führende Persönlichkeiten der Sozialdemokratie im Reichstag nicht ganz abgeneigt wären, jetzt etwas miwere Selten anzuschlagen und die Forderungen der Partei, die den bürgerlichen Fraktionen der großen Koaliton die Mitarbeit versagten, wesentlich zurückzuschraichen, so werden sie letzten Endes dock nicht gegen die Mehrheit ihrer Parteige­nossen aufkommen können. Die Bemühungen, die große Koalition dennoch herrustellen, durf­ten daher nicht nur kein Ergebnis haben, son­dern nur dazu dienen, di« Regierungsbildung noch weiter zu verschleppen und den ganzen behördlichen Reichsapparat in seinem letzt so wichtigen Handeln weiter lahm legen.

Scheu vor der Verantwortung ist ti ja letz­ten Endes, die die lange Dauer der Krise be­dingte. Wer schließlich gibt es ja auch verant­wortungsbewußte Politiker in jeder Partei, die sich die ernsthaften Folgen einer weiteren Krise oder womöglich eine Auflösung des Reichstages vor Augen halten, und die die Verantwortung hierfiir auf sich zu nehmen, nicht bereit sind. Von volksparteilicher Seite wird jetzt die Be­trauung Dr. Luthers mit größtem Eifer betrie­ben, was beweisen dürfte, daß die Deutsche Volkspartei den angestrengten Bemühungen des Zentrums zur Wiederaufrollung der Großen Koalition im Reiche sehr fleptisch gegenüber- isteht, und daß die Rechtsparteien sich der zuver­sichtlichen Hoffnung hingeben, mit Hilfe eines neuen Kabinetts Luther eine allmähliche Rück­kehr der Deutschnationalen zur positiven Mit­arbeit an der Reichsregierung anbahnen zu kön. nen. Fest steht jedoch, daß vorläufig eine Be­teiligung der Deutschnationalen an der Reichs­regierung nicht in Betracht gezogen werden kann, da das neue Kabinett den Eintritt Deutsch lands in den Völkerbund auf Grund der Ent- fchließungen des Reichstages zu bewerkstelligen haben wird, während die Deutschnationalen als ausgesprochene Gegner des Eintrittes unter solchen Umständen gezwungen sein werden, außerhalb der Regierung zu bleiben.

Von einigen Seiten ist von der Möglichkeit gesprochen worden, daß es bei einer Wiederbe- irauung Dr. Luthers zu einem Konflikt mit dem Parlament kommen müsse. Da nämlich ein neues Kabinett Luther nicht über eine aus­reichende Mehrheit verfügen würde und der Reichstag von sich aus nickt imstande fei, die Regierungskrise zu lösen, würde der Reicks- Präsident der Notwendigkeit ausgesetzt werden, auf Grund des Artikels 48 der Reichsverfaffuna dem neuen Ministerium besondere Voll­machten zu verleihen, und das Parlament auf bestimmte Zeit auszufckalten. Derartige Befürchtungen werden neuerdings namentlick im Lager der Linksparteien ausgesprochen, die es für notwendig halten, die maßgebenden In- stanzen schon jetzt vor derartigen Mafenabmer warnen zu müssen. Ein demokratisches Blatt sprach sogar von einem beabsichtigtentrockenen Staatsstreich", in dem es behauptete, daß te \ zeitweilige Ausfchaliung des Reichstages von gewissen volittschen Kreisen planmäßig ange- ' strebt werde.

Inwieweit die Gefahr einer Ausfchaltnn« des Parlaments wirflich akut werden könnte, iff vorläufig noch nicht zu übersehen. In dense- : nigen Kreisen, die sich für die Betrauung Dr , Luthers einsetzen, hält man die Besorgnisse der > Linken für außerordentlich übertrieben, indem , man darauf hinweist, da stDr. Luther ein viel , zu kluger und geschickter Taktiker sei, um in eine so unhaltbare Situation bineinzugeratcn. Mit 1 größerer Wahrscheinlichkeit wurde man anneb- 1 men, daß es ihm gelingen werde, sich eilte 1

(Eigener Berliner Informationsdienst.)

Die Tage der Feste und damit die Ruhe Im Getriebe unseres parlamentarischen Lebens sind vorüber. Der Auswärtige Ausschuß ist bereits zum Sonnabend einberufen worden. Am Diens­tag den 12. Januar beginnen der Landtag uni auch der Reichstag mit ihren Sitzungen. Wenn auch auf der Tagesordnung der Parlamente zu­nächst noch nichts von der wichtigsten Frage der Regierungsbildung zu lesen ist, so ist es vock selÄtverständlich, daß unsere Parlamentarier

Man wiiten Knegsiust

Berlin, 4. Januar. (Privattelegrammst Wie wir erfahren, find eine Anzahl Etnberufungs- besehle an in Berlin und im übrigen Deutsch- lanb befindliche türkische Offiziere ausgegeben worden. Etwa 20 Türken haben Berlin verlassen

Auf glattem Varkett.

Allerlei Bilder aus den Berliner Salons. Berlin als Exil der Diplomaten. Ei« teures 2,16 der Staatssekretäre.

Hamel, MaltzanSchubert: Drei kleine Krösusse. Treffpunkt der Diplomat»« bei Lord d'Abernon.

3nm Tee be» Botschafters.

In der großen, vor 1914 eng zusammenhän­genden internationalen Welt der Diplomatie unterschied man früher zwei Arten von Haupt­städten, in die man verschickt wurde: die Metro­polen London, Paris, Berlin, Petersburg, Wien und die Heineren Hauptstädte Madrid, Washington, Bern, Brüssel, Haag, Bukarest, Peking, Tokio, die skandinavischen und südame­rikanischen Kapitalen. In den erstgenannten Städten war kein sehr enger Zusammenhang im diplomatischen Korps, dessen Angehörige in der großen einheimischen Geselligkeit und mancher­lei großstädtischen Vergnügen viel Ablenkung fanden. In der zweiten Kategorie von Städten aber war man mehr aussich angewiesen und verkehrte viel untereinander. Daß die au# ländischen Diplomaten Berlin trotz fe1' Millionenzahl nicht mehr zu den Metro^, x rechnen, darf nicht Wunder nehmen. Der der Hofgesellschaft und des Hofes ist ein gesellschaftliches Leben, tote es oiv blikanische Hauptstädte zum Seift*' on Hni* und Warschau in großem Umfc erst im Entstehen. Kein fremder ... heute gern nach BerLn. Dazu weniger, sich in einer ungeheuer schwner Drahtbe- Austände, ziemlich utivukchsa)tUTtiÜj bewegen muß und für das teure Leben in der Reickshauptstadt wenig hat. Es gibt keinen in Berlin akkreditierten Diplomaten, der hierüber nicht klagt und behauptet, Berlin sei Re

teuerste Großstadt der ganzen Welt.

Ertrunkenes Land.

Drei Provinzen in Holland unter Wasser.

(Eigene Drahtmeldung.)

Amsterdam, 4. Januar.

Nach den letzten Berichten übertrifft das Hochwasser in Holland die Ueberfchwemmung des Jahres 1880 bei weitem. Die ganze West­seite der Provinz Limburg sowie ein großer Teil der Provinzen Gelderland u. Nord- b r a b a n t find vom Hochwasser der Maaß und des Waal überschwemmt. Die Maß hat in der Nacht zum Sonntag bei Maastricht einen um zwölf Zentimeter höheren Stand als 1880 ge­habt. Inzwischen ist hier allerdings ein be­trächtliches Fallen des Wassers eingetreten. Durch verschiedene Deichbrüche wurde

das ganze Land zwischen Maaß und Waal zu einem einzigen großen See.

Allein auf der kurzen Strecke zwischen MoerS und Roermont find zehn Dörfer unter Wasser. Tausende von Menschen sind gezwungen, ans Böden und Dächern der Häuser zu kampieren. Die Militärbehörden haben alle Urlauber zu­rückberufen zur Hilfe-im Hochwaffergebiet.

die politischen Leidenschaften aufzureizen und tue Ruhe deS Volkes zu stören.

Eine ungMSliche Vrinzeffin

Prinz Karol als BürgerSein Abschiedsbrief.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 4. Januar.

Wie ein Blatt aus Bukarest meldet, hat der aus Venedig zurückgekehrte Minister ein neues Schreiben des Prinzen Karol mitgebracht, in dem Karol darum bittet, den Namen Sc a r l a t Monastireanu annehmen zu dürfen. Wie verlautet, hat Prinz Karol Briefe an seine Fa­milienangehörigen gerichtet. Seiner Frau teilt bei Prinz mit, daß er die Ehegemeinschaft aus­gebe und ihr volle Freiheit gebe, die Schei­dungsklage einzureichen. Als man die Prinzessin zu trösten suchte, soll diese in beut» scher Sprache erwidert haben:Lieber wäre ich gestorben. Glauben Sie mir, ich bin an allem unschuldig." (S. auch 2. S. u. Beilage.)

DerfchloffeneTore inAngora

Baldwin abgewiesen. Fünffache Zölle.

(Eigener Drabtbericht.)

London, 4. Januar.

Häuser, die dem diplomatischen Korps Gelegen- heft geben, die notwendigen Beziehungen mit den prominentesten deutschen Persönlichkeiten anzuknüpfen, sind vor allem die des Reichs- Präsidenten, des Reichskanzlers, des ' Reichsaußenministers und des jeweiligen I Staatssekretärs des Auswärtigen Amts. Der erste Staatssekretär des Auswärtigen Amts nach dem Umsturz war Herr von Haniel. der der bekannten rheinischen Großindustriellen-

familie entstammt und in seiner hübschen Villa ! in der Tiergartenstraße ein großes Haus machte. Als er dann 1921 Vertreter der Reichs- regientng in München wurde, ersetzte ihn

Freiherr von Maltzan, dessen Gemahlin der ' bekannten Magdeburger Jndustriellenfamilie

Gruson entstammt. Auch Baron Maltzan gab viel Geselligkeit, und die jeden Donnerstag stattfindenden Nachmittagsempfänge seiner Gattin waren ein beliebter Treff­punkt der jungen Diplomaten und ihrer Da­men mit der Berliner Gesellschaft. Als Nach­folger des Herrn von Maltzan, der im Früh- jahr als deutscher Botschafter nach Washington gegangen ist, amtiert jetzt Herr von Schu­bert, als Enkel desKönig Stumm" ebenfalls in guter Sage. Er macht mit feiner Gattin, einer Tochter des bekannten verstorbenen Ma­lers Grafen Ferdinand Harrach ebenfalls ein großes Haus. Führer des diplomatischen Korps, der die (Sefamtintereffen der in Berlin ansässi- pen Diplomaten vertritt, ist nach altem inter­nationalen Gewohnheitsrecht der Vertreter des Papstes. Doyen des diplomattfchen Korps in Berlin ist daher rar Zeit der päpst- liche Nuntius Pacelli, dem der Vati- kan fckon vor mehreren Jahren eine wunder- schone Villa in der Rauchstraße gekauft und ein­gerichtet hat. Er wohnte indessen bis vor kur- W München, so daß er als Doyen von Lord d'Abernon vertreten wurde, der seit bem Juli 1920 englischer Botschafter in der Reichshauptstadt ist. Trotz feiner siebenund- rawg Jahre eine wundervolle aufrechte Er- cketnung, bildet der Lord und feine elegante, (ehr gut aussehende Gattin den

Mittelpuntt deS gefellfchastlichen Lebens im Berliner diplomatischen Korps. Beide empfangen häufig in dem fchönen Botsckafts- valais Wilhelmstraße 70, das sich der in der Krisis 1873 arm gewordene bekannte Eisen- babnkömg Dr. Strouszberg Ende der sechziger Jahre erbauen liefe. Wie Lady d'Abernon so -st auch die itakienische Botschafterin Gräfin Bos dar i eine große Time alten Stils. Sie empfangt jeder Nachmittag zwischen 4 und 5 in ben schonen Räumen des Botsckafterpalaiz. Nickt toett davon am Wilbelmsplatz, in dem Palais, das ftüher dem Geheimen Kommer­zienrat Schwabach gehörte, ist der Sitz der amerikanischen Botschaft, die im Som­mer einen netten Ebes bekommen hat, Jakob

Sh ur ma n, der 1899 feinen philoso- Aschen Lehrstuhl aufgab und in den divlomati- tchen Dienst trat. Unterstützt von ihren beiden liebenswürdigen Töchtern empfängt Mrs.