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Hessische Abendzeitung

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Nummer 2. Einzelnummer 10 Pf- Sonntags 15 Pf.

Sonntag, 3. Januar 1926

Einzelnummer 10 Pf, Sonntags 15 Pf.

16. Jahrgang

1926... ein Zchr des Völkerfrieöens.

Alles fließt.

Die Politik am Wendepunkt einer neuen Zeit. Don Staatssekretär z. D. Frh. v. Rheinbaben.

Die Flut läuft langsam ab.

Stillstand oder Rückgang überall / Rur die Maaß macht eine Ausnahme.

Heute an der Jahreswende möchte ich noch einmal mein politisches Horoskop stellen. Ein starker und mächtiger Drang hat alle Länder er­griffen, um vor allem endlich die materiel­len Grundlagen des Lebens der Völker in sich und miteinander wieder normal zu gestalten. Alles das, was langsam und stetig aus hartem und schmalem Wege zu diesem Ziele führen könnte, also z. B. Mehrarbeit, weniger Ausge- ben, Sparen, Abrüsten usw. geht dabei für viele viel zu langsam. Anstatt dessen werden wir mit weitausgrcisenden Zukunstsplänen von Verei­nigten Staaten Europas, europäischer Zoll­union, Paneuropa, Völkerverbrüderung im Gro­ßen und ähnlichem beglückt, ja neuerdings fast überschüttet, und manche lasten sich leider da­durch schon vom Erkennen des für unS We­sentlichen und Notwendigen abhallen!

Was ist denn richtig unter all dieser Gedan­kenfülle? Das Kernstück größerer Solidarität der europäischen Völker untereinander und eines besseren und glücklicheren Zusammenlebens auf unserem alten Kontinent ist nach wie vor heute ebenso wie zu den Zeiten unserer Väter und Großväter das deutsch-sranzösische Verhältnis. Nichts von all den heute so breit in der Oessentlichkeit diskutierten Zu­kunstsplänen hinsichtlich Europas wird sich rea­lisieren lasten, wenn nicht zwischen Deutschland und Frankreich eine grundsätzlich andere Einstel- lung erfolgt. Daß wir Deutsche als allererste Voraussetzung dafür die schleunige Befreiung des gesamten deutschen Bodens ^or fremder Besatzung fordern, ist oft genug ausgesprochen worden und bedeutet nur eine Selbstverständ­lichkeit. Je eher etwa im Laufe der nächsten Zeit und möglichst schon in diesem Jahre 1926 die Herstellung besserer d.utsch-sranzösischer Bezie­hungen gelänge, de stocher würden sich mit al­lergrößter Wahrscheinlichkeit recht wohltätige Ausstrahlungen auch in anderen Ländern Euro­pas sehr bald zeigen und vielleicht brauchten wir dann überhaupt keine reichlich komplizierten und künstlichen Konstruktionen von Paneuropa oder etwas ähnlichem mehr und könnten es ge­trost der Entwicklung selbst überlasten, inwieweit sie uns zu internationalen über den einzelnen Staat und daS eigene Volk hinauSreichenden Gebilden führt.

Aber auch den Weg nach dem Osten gilt eS sreizubalten in dem Bewußtsein, daß die wirt­schaftliche und politische Entwicklung, welche die Welt während des Krieges und nach dem Kriege genommen hat, in der Richtung nach Westeuropa und auch über den Atlantischen Ozean hinüber dem deutschen Streben nach Absatzmärkten sehr bald Grenzen setzt und daß in umgekehrter Rich­tung über die weiten Gebiete Polens und Ruß­lands hinüber ein ganzer Kontinent andere bes­sere und weitere Möglichkeiten für deutsche künf­tige Betätigung in sich birgt, die wir heute nur in ihren ersten Anfängen überhaupt zu erkennen vermögen Hier und auf diesem Gebiet liegt der Wesenskern unserer künftigen Poli­tik nach Osten. Leicht wird auch dieser Weg uns gewiß nicht gemacht werden. Zwar verschließt sich Polen in fanatischem Haß der deutschen Wirtschaft, aus den rustischen Verträgen sind unS noch keine greifbaren Früchte erwachsen und Asien treibt einem ungewissen Schicksal zu Nur uns steht schon heute als Tatsache fest: Tie neue Entwicklung ist im Fluß und keine Ge­walt dieser W.lk vermag sie mehr aufzuhalten Und welches sind ihre äußeren Symptome? In den an deutsch-polnischen Dingen am meisten interessiert-n Landesteilen Polens, d. h. im Kor- ribor und in polnisch Oderschlesien spricht man unendlich viel mehr davon, daß diese Deutsch­land zu Unrecht geraubten Gebiete früher ober später wieder zu Deutschland zurückkehren wer­den, als leider sogar in Deutschland selbst! In Rußland weist der Zeiger der Zeit immer deut­licher auf eine stärkere Betätigung des Kapita­lismus hin. Und in Asien schließlich hat der Prozeß der Selbstbestimmung, d. h. der Abwehr der farbigen Völker gegen fremde Be­vormundung so stark eingesetzt, daß der in neuen Formen und mit neuen Mitteln geführte histori­sche Kampf des britischen und des russischen Weltreiches um die Vorherrschaft bei akti­ver Teilnodme Japans und Amerikas in der .zweit n Kamvflinie' ganz sicherlich das Alte umstürzen und eine neue Epoche herbeisühren we-dcn wird

IIe 8 fließt! Die alten Begriffe eines auf Ausbalancierung der militärischen Streit­kräfte zu Lande und zu 98a ff er basierten europäi­schen Bündnissyst-ms bestehen nicht mehr Der Völkerbund ist bisher und kann auf abseh­bare Zeit nichts anderes mehr fein, als ein di-

Magdeburg, 2. Januar.

Amtlich wird mitgeteilt: Das Hochwasser im Harzqebiet geht weiter zurück. Bon den durch Hochwasser gesperrten Strecken find bis auf wer. teres fahrbar geworden die Strecken: Wegeleben, Ouedlinburg-Thale und Bad Suderode, Drei- annenhohne-Eichsfelder Talmühle, Blankenburg- Rübeland und Blankenburg-Tale Nord. Durch Umleitung der Züge über die wiederherge- ftellte Strecke Quedlinburg-Frose wird die Ver­spätung dieser Zuge auf eine Stunde gekürzt.

Wasser ringsum.

Verheerungen und Röte am Niederrhein.

(Durch Funkfpruchs

Krefeld, L Januar.

Der Hochwasserschaden am Rhein ist un­übersehbar. Ueberall bieten sich Bilder der Verheerung. Furchtbar ist die Lage der Bewoh- ner der n i e d e r r h e i n i s ch e n Niede­rung, die teilweise noch ohne Hilfe ist. Es war unmöglich, das Vieh in Sicherheit zu brin­gen. Viele einsam gelegene Höfe sind voll- kommen von der Außenwelt abgeschnrt- ten. Bei Rheinsberg, Kleve Hortungen, MörS und an anderen Stellen haben sich kilometer- breite Seen an den Ufern gebildet.

Kähne in den Straßen.

Die Hochwassergefahr am Main vorüber.

(Telegraphische Meldung.)

Frankfurt a. M, 2. Januar. Das Hochwasser des Maines ist nickt weiter gestiegen. Bei H a nau erreichte es einen Stand von 5.72 Meter.

plomatischer Kampfplatz der europäischen Groß­mächte ohne Rußland, auf dem diejenigen Pro­bleme ausgetragen bezw. abgelagert werden, die sich nicht direkt zwischen beteiligten Staaten reg-ln lassen. Inwieweit der Hinzutritt Deutsch­lands daran etwas ändern wird, kann erst die Zukunft lehren und wird in hohem Maße von bet Klugheit, Zähigkeit und Energ'e abhän- gen, mit der Deutschland dort seine Sache füh­ren und vertreten wird. So ist insgesamt genau soeine neue Zeit" heraufgekommen, wie eS der alte Bismarck einst fühlte und aussprach, alS er kurz vor feinem Tode tm Hamburger Hafen den Wald von Masten der im Schutz und Schirm des starken deutschen Reiches emporgeblühten deutschen Reedereien erblickte. Aber wir wollen in das neue Jahr über all unsere Mühen und Sorgen des Tages hinweg die Zuversicht mitnehmen, baß ber Versailler Frieben uns zwar Jahre lang nieberhalten und schließlich uns so­gar unseren deutschen Staat und seine Wirtschaft in ihrer Existenz selbst bedrohen konnte daß jedoch der Zwang der Dinge draußen und dazu die zerstörende Lebenskraft unseres Volkes schließlich doch eine neue Entwicklung herbei ge­führt haben, in der die Aussichten Deutschlands sich wiederum einen geachteten und gleichberech­tigten Platz unter ben Völkern der Welt zu er­ringen, durchaus nicht hoffnungslos sind. Sie werden um so größer fein und um so schneller wachsen, ,e eher und je mehr wir uns zu einer im Inneren gesunden Nation zurückfinden!

Das Iayr des Heils.

Locarnogebete im Elysee. lEigener Drahtvertchk.)

Paris, 2. Januar.

Bei dem NeujahrSempfang deS diploma- tischen Korps im Elysee sagte der RuntiuS Kar- dinal Ceretti in einer Ansprache u. a.: Ein Er­eignis, das die Geschichte zu ihren schönsten Kapiteln zählen darf, hat stch vor wenigen Wochen vollzogen, das als erste Verwirk- lichung unterer Hoffnungen bezeichnet wird. Zweifellos muß das wichtige Werk von Lo­carno noch seine Früchte tragen, aber der Keim ist endlich gelegt worden, und mit freudigem Gefühl kann das alte Europa den WunsH Friede auf Erden dcn Menschen, die guten Wil lens sind, aussprechen. Der Präsident der Re urblit Tnumrrf.nc erwiderte: DaS vollbrachte Werk müsse endlich die Durchführung feneS wirklichen Friedens gestatten, der nicht nur da« Ende der KriegSgreuel durch die Entscheidung der Waffen bedeute, fonbern auch eine Entspan­nung bet Geister, die eine Annäherung der

In Frankfurt übertrifft das Hochwasser den Höchststand von 1924 um zehn Zentimeter. Der Verkehr in den überschwemmten Straßen wird durch Bootsdienst versehen. Gestern nachmittag 4 Uhr ist das Steigen bcS Hochwassers des Maines zum Stillstand gekommen.

Wo das Wasser noch steigt.

Kritische Stunden in Lüttich-Namur.

(Eigene D»ahtmeldung.)

Paris, 2. Januar

Rach Nachrichten au8 Brüssel ist das Hoch­wasser der Maas start im Steigen begriffen. In Lüttich und Umgebung ist die Lage besonders kritisch geworden. Die im Wasser gelegenen Stadtviertel sind zum Teil vom Verkehr abge- schnitten. Der clektrisckje Strom ist unter- orocken. Auch Namur ist oljne Gas und Elek­trizität. Die Schelde führt ebenfalls Hochwas­ser. Aus dem Kohlenbezirk Borinage werden gleichfalls Ueberschwemmungrtt gemeldet.

MoNricht ruft um Hilfe.

Marinetruppen als Retter.

(Durch Fmikfpruch.k

Amsterdam, 2. Januar.

Die Stabt O «stricht wurde am Don­nerstag abci.l. ??ver Außenwelt fast vollkom­men abgcschnitte? Der Bürgermeister ersuchte das Kriegsmini st erium telegraphisch um Entsendung militärischer Hilfe, sodaß Ma­rinetruppen mit Pioniermaterial abge­schickt wurden. Rach dem Durchbruch deS MaSdeiches bei Nieder-Affel ist ein Gebiet von 1012 000 Hektar vom Wasser bedeckt.

Völker und eine enge Zusammenarbeit der Re­gierungen in sich schließt. Den Staatsmännern, liegt eS ob, dafür zu sorgen, daß dieser Frieden die erwarteten Früchte zeitigt.

¥

ÄUG Dawes als Optimist

Washington, 2. Januar. (Funktelegramm.) In einer Neujahrskundgebung erklärt Vizeprä­sident DaweS: Beim Eintritt in bas Jahr 1926 sehen wir überall um unS Beweise bes Strebens nach politischem und wirtschaftlichem Frieden. DaS ist ein wohltuendes Anzeichen.

*

Neujahr am italienischen Hof.

Rom, 2. Januar. (Privattelegramm.) Beim gestrigen Neuiahrsempfang wurde Mussolini zum ersten Male vor ben Annunziaten empfangen. Hieraus folgten bie Abordnungen bes Senats, der Kammer und der Stadt Rom.

*

Was Kvnig Georg hofft.

London, 2. Januar. (Privattelegramm.) Kö­nig Georg gibt in seiner Reujahrsbotschast ber Hoffnung Ausbruck, baß baS Jahr 1926 ber Be­ginn einer neuen Aera beS Friedens unb deS Glücks unter ben Nationen bet Welt sein möge.

¥

<S rata tonten beim TschechenprastSenien.

Lana, 2. Januar. (Eigene Drahtmelduna.) Gestern brachte der französische Gesandte im Auftrag des Prager diplomatischen Korps dem Präsidenten die Reujahrswünsche der auslän­dischen Staaten znm Ausdruck. Die Minister, Abgeordnetn usw. schlossen sich dem Korps an.

Sine tolle Silvesternacht.

Messer- und Radauhelden der Grckßstadt.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 2. Januar.

In der Silvesternacht wurden in den Stra­ßen 455 polizeiliche Feststellungen vorgenom­men. Siebenunddreitzig Personen werden dem Untersuchungsrichter zugeführt werben. Bei Schlägereien wurden etwa 350 Perso­nen verletzt. Auch zwei Todesopfer haben die Schlägereien gefordert. In einet Gastwirtschaft wurde ein Arbeiter durch einen Messerstich in die Halsschlagader getötet, wäh­rend fein Bruder schwer verletzt wurde. Ein Schlächtergeselle starb an einem Messerstich in bie Lunge. Außerdem find noch elf Selbst­mordversuche zu verzeichnen.

GMckzumNeuenJahr

Große Gratulationscour beim Reichspräsidenten.

Das Ausland als Gratulant. Locarno als Motto. Hiader-burao Novell an das Weltge- willcu. Gehler über das Gebot der Stunde. Noch ei» Ausruf zur Bottsacmeiufchaft. Glück­wünsche der Würdenträger.

Berlin, 1. Januar.

Reichspräsident von Hindenbutg empfing am Neujahtstage die Chefs bet fremden diplo­matischen Vertretungen. Die Glückwünsche deS diplomatischen Korps brachte ber Apostolische Nuntius Monsignore Pacelli als Doyen zum Ausbruck. Er sagte u. Große historische Ereignisse haben den Völkern die tröstliche Hoff­nung auf eine neue engere europäische Gemein­schaft geschenkt. Das diplomattsche Korps spricht bie innigsten Wünsche aus, daß dies Werk wirk­lich den ftuchtbaren Keim zu Glück und Frie­den in sich trage. Möge es für bie Völker ein umso machtvolleres Werkzeug zum Gebeihen und zum Fortschritt werben, je größere Opfer sie zum allgemeinen Besten auf sich genommen ha­ben. Dem beutschen Volke, bas unter Ihrer weisen Führung in bewunbetungswütbiget Weise an seiner friedlichen Wiebetaus­richtung fortarbeitet, bringt das biplomati- sche Korps die wärmsten Wünsche bar. Der

Reichsptäfidettt erwiderte u. a.:

Mit Ihnen, Herr NuntiuS, hoffe ich zu Gott, daß aus diesem, im ehrlichen Willen zur Ver­ständigung gelegten Keime bald der volle und wahre Frieden yervorfprießen möge. Tief durch­drungen von der in ben Herzen bei Menschen lebenden Wahrheit, daß nur Gerechtigkeit. Sitllichkeit uuu Freiheit die Grund­steine find, aus denen sich daS Zusammenleben der Völker aufbauen und entwickeln kann, wirb das deutsche Volk mit aller Straft unverzagt weiter arbeiten an der friedlichen Wiederauf­richtung und Festigung seines eigenen nationa­len Lebens, wie auch an ber Förberung unb Sicherung des Friedens, der allein der Wirt­schaft und der Kultur der Welt Fortschritt und Aufstieg bringen kann. Möge das neue Jahr unsere gemeinsamen Wünsche nach einer fort­schreitenden Annäherung unb Verständigung der Völker lebendige Wirklichkeit werden lassen. Hierauf wechselte der Reichspräsident mit den Botschaftern, Gesandten unb Geschäftsträgern Neujahrswünsche. Bei bem Empfang war u. a. Reichsminister Dr. Stresemann zugegen. Im Anschluß hieran empfing ber Reichspräsi- bent bie Reichsminlster unb Staats­sekretäre. Für den abwesenben Reichs­kanzler sprach

Reichswehrminister Dr. Geßler

bie Glückwünsche der Reichsregierung aus. Er sagte u. a.: Zwar wkll es scheinen, als ob bie neue Weltpolitik ben Weg srieblicken Wieder- ausstiegs ebnen Helsen wird, auch hat bie in- nerpolitische Befriedung unseres Va­terlandes, nicht zuletzt dank der auf Verständi­gung unb Ausgleich ber Gegensätze hinzielen- ben unb bie Achtung von Verfassung, Recht unb Gesetz gewährleistenden Führung der Geschäfte durch Sie, Herr Reichspräsident, weitere Fort­schritte gemacht, aber es gilt jetzt, bie gefähr­liche Krise, die unser gesamtes wirtschaft­liches Leben erfaßt bat, zu beheben. Vor unS steht bie gewaltige Zahl von 1057 031 Er­werbslosen am 15. Dezember, ungerechnet bie mitbetroffeuen Familien, mit aller Not und Verzweiflung, bie sich in einer solchen Zahl aus­spricht. Wir müssen unS klar vor Augen hal­ten, mit welchen Mitteln vor allem ber wirt­schaftlichen BebrängniS abzuhelfen ist.

Arbeit und Sparfamkeit

werben eS unS ermöglichen, die Grunblagen wieber zu festigen, bie ber verlorene Krieg er­schüttert hat. Der Reichspräsident erwiderte u.a.: Ich wünsche unb hoffe, daß unsere Volksgenos­sen im Bewußtsein ber SchicksalSgemein- schaft, bie alle Deutschen unlöslich umfaßt, unb im vorwärtsstrebenben zähen Willen, bet uns immer wieder in bie Höhe gebracht hat, die­ser Notwendigkeit sich beugt. Daß diese Gebote leben werden, das wird aber nur möglich sein, wenn jeder Berufsstand und jeder Teil unseres Volkes mehr als bisher ben Bedürfnissen unb Notwendigkeiten ber anderen Stände unb Teile Rechnung trägt und nickt nur den eigenen In­teressen, sondern bem ßebenfen deS über bem Einzelnen stehenden Staats- ganzen, der alle Glieder gl-ichmäßig um­fassenden BolkSgemeinichaft dient Daß dieser Geist ber Gemeinschaft im neuen Jahre daS deutsche Volk führen und ihm nach so vie­len Jahren deS Leides leichtere und gesegnetere Zeiten wahren Friedens im Innern und nach