NkmSHLnzige Tageszeitung
(chietzerrer Uagevkâtt)
(Gießener Wertung)
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Karfreitagsstimmung.
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Heldentod eines japanischen in folgenden Worten:
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u Abbildungen«; ke. Shag. Rollen-, Kin* Utensilien etc. u. Siey ; sterOualitalstetsa^ iANN. Cigarren.
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1 1902. Diplom 1902 â , Jamburg 20. ,O
i 44M»e««tSpreiS: in Gießen, adgeholt monatlich 50 Pfg., ^4 H«uS gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertel- jährttch Mk. 1.56.
t^HH^eflee«: Obertzesstsche Fsmlttenzeitnng (täglich) mrd die Stetzener GOtfe«bl«fr»(wöchenllich).
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nn 7nBlfw ^^oder jährt sich der Tag, da einst auf der Schädelstätte Dulderhaupt des Welterlösers am Kreuze erblassend sich nieigte-. Ueberall in der Christenheit, bei den Protestant^, ätnen der Karfreitag als höchster Feiertag gilt, wie bei den Mho liken, die ihn nicht außergewöhnlich feiern, gilt der Ge- dass auch sie 7 Wtmstag des Todes des Heilandes als ein Tag stiller wir 'biet ^^tz JI ^ütailung und ernster Einkehr. Wir Deutsche zumal, die cht erhahcIhnei)Vor T 'm ^^^ Tagen der Ostern zugleich das Fest der Auf- efern- n ^W kstctlung der Natur festlich begehen, fühlen uns in dieser Zeit
■ bewährten TM 100,1 besonders eigenen Gefühlen ergriffen.
r!<e ^--. pnplwr Werden und Vergehen, Vergehen und Werden, dies ewige lohnenden V Hnm'dgesetz des Weltalls ist es, das uns in dieser Zeit des lv vnâ I- GW-ingsmrsangs, an der Grenzscheide zwischen winter- "^niemand erkennt woIEr6111 Tode und lenzlichem Erwachen der Welt, vornehmlich sitv x^ geistige Auge tritt. Und wenn uns diese in der sicherairral^ MM waltenden vernichtenden und belebenden Kräfte recht Iles Nähere efe Un(l; ^I Bewusstsein tomiTlPU. fn p-nfffpsif in 11 na bio rorsifo @nr. eher umsonst' «^
Min Bewußtsein kommen, so entsteht in uns die rechte Kar- UUOp Mitagsstimmung, die Stimmung, die unser ganzes Dasein eichen Standes, versa- MÜlMggebend beherrschen sollte.
! „ Wrwahr, Karfreitagsstimmung ist die rechte Stimmung 'M die Gestaltung unseres Lebens. Nicht stumm ver- MN'de Resignation ist es, die der Gedächtnistag von Gol- ' QotI)c in uns auslöst, wenn wir gesund empfinden. Es ist - die ernste männliche Stimmung, die in der Ergebung in den " imalüinderlichen Ratschluß der Vorsehung und zugleich im Derti.auen auf die Vorsehung sich ausspricht. In die Klagen uni ben Martertod des Weltenerlösers klingt am Karfreitag |™tlF)inIich schon der Jubelklang der Osterglocken hinein: Tie Zuversicht der Wiedergeburt alles dessen, was unver- iWgl'ich ist an der Schöpfung Gottes, mildert die Trauer Her die Vergänglichkeit des Irdischen in ihr. Diese Er- •gebur g in den Willen der Gottheit, die unserem Leben imi» Tun nach ihrem Ermessen Schranken setzt, und dieses Wberfichtliche Vertrauen auf die Gnade der Gottheit, das MssM die beiden Pole sein, um die sich die Achse unserer 88vrstr38Sk Mtäinschauung dreht. Und zu solcher Weltbetrachtung gibt ässig! i K arfreitag mit seiner ernsten Bedeutung uns besonderen leOekonom.fintöcdStä: | c _
7t im \\w M ^rfreitagSftim^ als Lebensstimmung für unser ^E. für die einzelnen unter uns! Das muß die Losung meiner Specter W â - derer sein, die es ehrlich mit ihrem Vaterlande meinen. einM^ M ipt als legte der Todfeind aller kraftvollen Betätigung ? ^nüder, markloser Pessimismus, seine lähmende Hand â das Volk der Deutschen. Diesen Feind gilt es zu be= Kmpifen. Unser Volk muß wieder lernen, das Vorüber- gelMde und das Ewige zu erkennen; es darf nicht tatlos thiom über die Vergänglichkeit alles Irdischen, es soll den Osterglauben an die siegende, auch den Tod über- öinbenbe Kraft der Idee sich wahren, ihn wiedergewinnen, verloren ging. Lasset die Toten ihre Toten begraben!
Wir Lebenden, die wir in fügsamer Ergebung in den Willen der Vorsehung festhalten den Osterglauben an den leben- MN Kern in unserem Volke, wir wollen wirken an unserem Aeile, daß unser Volk erstehe aus den Banden des Jn- Werimlismus zu der Erfüllung der Mission, die ihm von der Vorsehung unter den Völkern beschieden ist
;xp/os/onssicherl lersparnis. egen Nachnahme.
isch,
Neuere Wachrichlen
für Oberheffen und die Kreise MaröMg und Wetzlar; Lokalanzerger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachnngen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen.
Der Derero-Huf stand.
^er neue Truppentransport für Deutsch- Sülowe st-Afrika befindet sich bereits auf hoher See: gestern nachmittag ging der Dampfer „Markgraf" mit ^M Pferden und 130 Mann, heute nacht der Dampfer , h i r e r i r o 3" mit 700 Pferden und 170 Mann Verstär- lMgen von Hamburg nach der Kolonie ab. ,-
’ Zur nochmaligen
I Inspizierung der Trnvven
traf gestern vormittag der preußische Kriegsminister Wcnem in Hamburg ein. Zur Verabschiedung waren Mber Einschiffung der Truppen noch erschienen vom Ham- 6 urger Senat der Bürgermeister Dr. Moenckeberg und der &ic tor Dr. v. Melle; außerdem der Kommarweur des ^Armeekorps Generalleutnant v. Bock und Polach und wie andere Offiziere.
Aus dem Aufstandsgebiet liegen einstweilen Meldungen Äer neue Vorgänge nicht vor. Zur Erläuterung der jüngsten Angaben des Majors V. Glasenapp über die letzten
Bewegungen der Hereros
W noch einige Mitteilungen über die in der Meldung Masenapps ermähnten Ortschaften Okatumba und Okatjongeama gemacht, wohin die Hereros aus Owi- ero sich zurückgezogen haben. Okatumba liegt etwa W Klm. südlich von Owikokorero am oberen Swakop, an sich, wie bereits unter dem 25. ds. telegraphiert wurde, Were Massen von Herero sammeln. Okatjongeama liegt westlich von Owikokorero. Nach Okatjongeama und ;}N Okatumba führen alte „Treckpfade", und Okatjongeama W toi eber mit Okatumba durch einen Treckpfad nach dem SiidLn verbunden. Aller Voraussicht nach wird der zunächst mach Okatjongeama abgezogene Hererotrripp von dort auf Sem nach Süden führenden Treckpfade die Vereinigung mit Sin oam Swakop stehenden 65 er er oâ suchen.
Donnerstag, den 31. März 1904
Gic kener
An amtlicher Stelle sieht man aus dem Umstand, daß Major V. Glasenapp jetzt Owikokorero anscheinend ohne Schwertstreich besetzt hat, daß der beim Anmarsch auf Owikokorero erlittene schwere Verlust durch ungenügende Vorsicht herbeigeführt, nicht aber als ein wirklicher militärisä)er Erfolg der Herero anzusehen ist. Es ist angesichts dieser zweifelsohne zutreffenden Auffassung doppelt interessant, zu hören, was schon 1893, beim Kampf gegen die Witboois, ein kriegs- und landeskundiger Eingeborener einem deutschen Offizier über die
notwendige Taktik in Südafrika
riet. In Doves Buch: „Kriegs- und Friedensbilder aus ber ersten deutschen Kolonie" wird darüber mitgeteilt:
„Herr Leutnant," sagte der Eingeborene, „Sie haben gute Soldaten, und diese leisten mehr als die englischen Truppen am Kap. Dies Land ist aber nicht Deutschland, dies ist ein Schelmenland, und hier kann man nicht genug Vorsicht anwenden. Ich sehe, daß die Gewehre dort zusammengestellt sind, und das ist nicht richtig. In einem Schelmenlandc wie diesem muß man s e l bst im Frieden sein Gewehr stets bei der Hand haben, im Orlog (Krieg) aber soll der Soldat, der im Lager sitzt und in der einen Hand seinen Becher Kaffee hält, in der anderen das geladene Gewehr halten. Und wenn er schlafen geht, so soll er sich nicht niederlegen, ohne sein Gewehr neben sich zu haben. In diesem Lande der schlauen Feinde und der Ueberfälle sollten Sie und alle die Herren, die von Europa herüberkommen, sich doch auch ein wenig nach unseren Erfahrungen richten."
Seitdem sind die Gewehrpyramiden bei der Schutztruppe verschwunden, und jeder Soldat trägt seitdem die Waffe stets bei sich. Wie außerordentlich geboten aber die äußerste Vorsicht ist, zeigt der beklagenswerte Vorfall von Owikokorero.
Der Krieg in Ostasien.
Der Vormarsch der Japaner in Nordkorea wird jetzt lebhafter. Nach Meldungen der russischen Telegraphenagentur aus Mukden haben 10 000 Japaner den Tschintschonganfluß überschritten und gegen 5000 Mann sind aus Tschöngdschu nach Norden ausgerückt.
Bei dem letzteren Ort, der auf der Mitte zwischen Andschu und Widschu liegt, hat wirklich ein
blutiges Gefecht stattgefunden, über das bereits der folgende offizielle Bericht des Generals Kuropatkin an den Zaren vorliegt, datiert vom 29. März:
Ich habe die Ehre, Euere Majestät alleruntertänigst von nachfolgender Meldimg des Generals Mischtschenko vom gestrigen Tage 10 Uhr abends zu benachrichtigen: Nachdem ich erfahren hatte, daß sich vier feindliche Schwadronen 5 Werft jenseits Tschöngdschu befänden, marschierten wir am 27. d. M. auf Kasson zu und trafen am 28. d. M. 10% Uhr früh in Tschöngdschu ein. Sobald unsere Vorposten sich der Stadt näherten, eröffneten die Feinde unter dem Schutze der Mauern das Feuer. Zwei Schwadronen saßen sofort ab und besetzten eine an die Stadt anstoßende Höhe, von wo aus sie in einer Entfernung von 600 Schritt den Kampf aufnahmen. In der Stadt befanden sich in einem Hinterhalt etwa eine Kompagnie Infanterie und eine Schwadron Kavallerie. Unsere, noch um 3 Koinpagnien verstärkten Mannschaften eröffneten einKreuz- feuer auf die Japaner. Trotz dieses Umstandes und der von uns eingenommenen Stellung leisteten die Japaner tapferen Widerstand und stellten erst nach halbstündigem Kampfe das Feuer ein, um sich in die Häuser zurückzu- ziehen. An zwei Stellen wurde die Fahne des Roten Kreuzes gehißt. Bald darauf rückten auf der Straße von Kasan zwei Schwadronen Japaner in voller Karriere heran, denen es gelang, in die Stadt hineinzukommen, eine dritte zog sich unter den Salven unserer Leute in Unordnung zurück. Man sah Menschen und Pferde stürzen. Während einer Stunde feuerten unsere Truppen noch auf die in der Stadt befindlichen Japaner und verhinderten sie, die Häuser zu verlassen, um aufs neue auf uns zu feuern.
General Mischtschenko mußte sich dann vor anrückenden Verstärkungen zurückziehen, was in voller Ordnung geschah. Nach seiner Angabe gab es folgende
Verluste an Toten und Verwundeten auf russischer Seite. Es wurden drei Offiziere schwer verwundet und einer leichter verwundet. Von den Kosaken sind drei gefallen und 12 verwundet, darunter 5 schwer. Der eine der verwundeten Offiziere, Kapitän Stepanow, ist nach einem späteren Bericht Kuropatkins seinen Wunden erlegen. Nach Erzählungen von Einwohnern der Stadt Tschöngdschu, die Kuropatkin übermittelt, haben die Japaner über 100 Tote aebabt unb 100 Verwundete wurden bureb 500 koreanische
__________________13. Jahrgang.
I«sertio»spreiS: Die einspaltige Petitzeile für ganz Hessen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. s-nft Reklamen die Petit-elle 30 resp. 40 Pfg.
Postzeitungsliste No. 3269.
Redaktion und Expedition: Gießen, S e l ter Sw vH M Fernsprechanschlnst Nr. 363.
Träger nach Andschu gebracht; auch an Pferden hatten Die Japaner große Verluste. Dem widerspricht der amtliche japanische Bericht. Dieser meldet nur ganz kurz die Besetzung der Stadt, nachdem die Russen aus ihren Stellungen geworfen waren. Von Verlusten japanischerseits meldet er nur den Tod eines Offiziers und vier Gemeinen. Verwundet seien zwei Offiziere und zehn Gemeine.
Der Sperrungsversuch von Port Arthur
wurde im japanischen Landtage auf Grund des Berichtes, den Admiral Togo eingeschickt hat, einer Besprechung durch den Admiral Jamamoto unterzogen. Togo räumt in dem Bericht ein, daß es nicht gelungen ist, die Hafeneinfahrt zu sperren. Zwischen den versenkten Dampfern „Vahiko" und dem „Aoncyama" sei eine Lücke geblieben. seine Verluste und den
verwundet. Die übrigen wurden gerettet und von den ' Schiffen ausgenommen. Der Offizier Sugino wurde, als er die Sprengkörper in Brand setzen wollte, durch einen feindlichen Torpedoschuß getötet. Kapitän Hirosa vermißte ihn beim Ausschiffen der Mannschaft und kehrte dreimal in das Schiff zurück, um ihn zu suchen, mufete aber schließlich davon abstehen, da das Schiff ihm unter den Füßen fortsank. Als er auf Deck erschien, traf ihn eine Granate am Kopfe und zerschmetterte ihn vollständig.
Admiral Jamamoto betonte, daß es sehr schwierig sei, Port Arthur zu sperren und daß der Plan noch weit von der Durchführung entfernt sei. Seit der Ankunft des Vizeadmirals Makaroff sei offenbar der kriegerische Geist in Port Arthur wieder aufgelebt. Er hoffe, daß die Russen den Hafen verlassen und die japanische Flotte angreifen werden.
Aus Söul kommen Nachrichten, die befürchten lassen, daß der Fremdenhaß in Korea zu gefährlichem Ausbruch kommt. Ueberall, wo die japanischen Bajonette nicht hinreichen, herrscht Anarchie. Die Hauptstraße zwischen Söul und Pingjang wimmelt von Räubern. Die russenfreundlichen Tonghaks haben allen Ausländern und den Christen den Tod geschworen. Auch werden ernstliche Besorgnisse darüber laut, ob für den Fall, daß die japanischen Truppen Niederlagen erleiden, das vorzügliche japanische Offizierkorps imstande sein wird, die vielen zweifelhaften Elemente, die als Kulis mit dem Armeetroß nach Korea kommen, im Zaume halten zu können. Solche Kulis haben z. B. in Söul den im koreanischen Zollamt angestellten Deutschen Henschel überfallen und mit Knüppeln lebensgefährlich verletzt.
Am koreanischen Hof haben die Japaner die Russenfreunde gänzlich aus dem Felde geschlagen. Der koreanische Prinz Pak sandte wegen der strengen Beaufsichtigung der Japaner im Küstengebiet und in der Mandschurei einige Koreaner nach Tschifu als Spione und Kundschafter ab. Die Aufsicht über die Koreaner wurde daher verschärft.
Die Politik.
0 Wie erinnerlich, hat sich in Bromberg ein aus Personen aller Stände zusammengesetztes Komitee gebildet zur Vorbereitung der Gründung eines deutschen Nationalschatzes für die Ostmark behufs Förderung des Deutschtums, speziell des Handwerks, der Kleingewerbetreibenden und des Kleingrundbesitzes. In konservativen Kreisen Posens ist man mit dieser Gründung nicht einverstanden. Der Kanrpf gegen das Polentum müsse, so wird eingewendet, von der Stadt Posen aus geleitet werden, wo die polnische Propaganda ihren Sitz habe. In Posen sei schon längst der Anfang auf diesem Gebiete gemacht, und lediglich aus taktischen Griinden sei Zurückhaltung geübt worden. Anfang Mai wird in Posen eine Besprechung deutscher Männer aller Stände und - Berufe aus den Provinzen Posen und Westpreußen, wie aus^ Oberschlesien stattfinden, in der unter Teilnahme der großen nationalen Vereinigungen über die Bildung be3 deutschen Wehrschatzes Beschluß gefaßt werden soll, -
A Zur Statistik der Auswanderung wird jetzt bekannt, daß im vorigen Jahre 36 310 Deutsche über See ausgewan- dert sind. Von diesen haben 27 614 ihren Weg über deutsche Häfen genommen. Zu diesen 27 614 kommen 268 227 Fremde, so daß die Gefaintzahl der über deutsche Häfen beförderten Auswanderer im Jahre 1903 295 841 betrug. Das Hauptziel der Auswanderung waren die Vereinigten Staaten von Amerika. - - - - •
^ Die preußische Regierung plant eine Reform des Tax- Wesens für städtische (Grundstücke. In Städten unter 30 000 Seelen sollen in der Regel „Tarämter" eingerichtet werden. In größeren Städten sollen vereidigte Taxatoren das Tax- geschäft übernehmen; sie sollen Kaution stellen unb der- gleichen mehr. Einstweilen handelt es sich um bloße Vorschläge der Regierung, die gegenwärtig den Provinzialbehör- ben zur Begutachtung vorliegen.