Sm st Donkbast^cit.
Verbrecher (welcher soeben h!n- b-nchtet werden soll): „Bitte, Herr Schm f- nchter, machen Sie es bloß gut, ich will Ihnen Zeitlebens dankbar feint"
Kellner: „Was wollen Sie essen, Mister Darnley ^"
Ventriloquist: „Einen Moment, ich konferiere hierüber noch mit meinem Bauch."
Auch ein Wcnschenfnund.
>,Du, Hannes, hast Du denn auch schon ein Mal aus purer Herzensgute etwas für Deine Mitmenschen getan s"
„Gewiß, Herr Pfarrer! Wissen Sie, in der Gallerte darf man nicht rauchen Wenn nun Herren ihre Zigarren dort weglegen, so zieh ich bon Zeit zu Zeit dran, daß sie nicht ausgehn."
I» der Artistci,Kneipe.
Berechtigt
_________________ 13. IalircjMg.
rtlonSpreiö - Die einspaltige Petitzeile für ganz Ob« I, die Kreife Wetzlar und Marburg 10 Pfg. sonst 16 W«, Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg.
Postzeitungsliste No. 3269.
ktion und Expedition: Gießen, SeltcrSweg 88 siferasprechauschluß Nr. 363.
idjteii
»ießener Bettung)
ür Gießen und Umgebimg
r Behörden von Oberhessen.
Bäuerin (zu ihrer Kuh): „Scheck, Scheck, sei nur nit gar zu bescheiden, gibst täglich sechs Liter Milch UN wachst so a simples G'sicht, als gäbst nur zwei! Glei' schaust protziger drein!"
Er verbeugte sich, als ob er wirklich fest entschlossen sei, zu gehen. Fräulein Ilse aber nahm ihren ganzen Mut zusammen und sagte: „Sie haben mir einen großen Dienst erwiesen, Herr Herbold, und haben sich meiner so freundlich angenommen, daß — daß--"
„Daß Sie mir beinahe meinen gestrigen Geschäftsbesuch verzeihen könnten?"
»Ach, sprechen Sie nicht davon!" sagte sie flehentlich. „Weshalb müssen Sie mich daran erinnern, daß Sie etwas so Häßliches tun konnten."
„Aber, was, um des Himmels willen, habe ich denn so Schreckliches getan? Daß ich hierher kam, um eine Partie Häute zu kaufen, die Ihr Herr Vater uns angeboten hatte —"
»Was sagen Sie da? — Weshalb wären Sie gekommen? Um eine Partie Häute zu kaufen? Und die wollten Sie besichtigen — nicht mich?"
Das letztere war ihr ganz gegen ihren Willen herausgefahren; aber nun, da es einmal ausgesprochen war, ließ es sich nicht mehr zurucknehmen. Und in der Verwirrung über das ungeschickte Wort war Fräulein Ilse reizender denn je zuvor. Herbold aber gab ihr Gelegenheit, aufs neue den feinen Takt zu bewundern, mit welchem er der Aufklärung des drolligen Irrtums alles für ihr mädchenhaftes Empfinden Beschämende zu nehmen wußte. Als sie ihn mit glühenden Wangen bat, ihr wegen des unfreundlichen Benehmens nicht länger zu zürnen, küßte er ihr statt aller Antwort die Hand, so lange und so warm, daß sie hinsichtlich seiner Verzeihung in der Tat vollkommen beruhigt sein konnte. Georg Herbold kehrte nicht, wie beabsichtigt, auf anderem Wege in die Stadt zurück, sondern an Fräulein Ilses Seite in dem von ihm requirierten Wagen. Und der Blick, mit dem sie sich in die Augen sahen, als endlich der Moment der Trennung gekommen war, ließ vermuten, daß bis zu Herrn Neuburgers Rückkehr nicht nur das Geschäft mit den Häuten, sondern auch noch jener andere Abschluß perfekt geworden sein würde, den Fräulein Ilse um jeden Preis hatte verhindern wollen.
Begrüßen mit acer auaj um teiner Dorausßajmaien lueaitm Wirkung willen. Durch die Nachprüfung der erlassenen Haft- befehle gewinnt die Justizbehörde einen besseren Ueberblicl über die Praxis der Untersuchungsrichter als seither und diese selbst werden in Zweifelsfällen Bedenken tragen, eine Verhaftung zu verfügen, die unter Umständen zu einer Er- satzpslicht des Staates und einer Kontrolle über ihre persönlichen Qualifikationen führen kann.
JVacb Südweftafrika!
Der neue Truppentransport für Südwestafrika ist unter- tregs. Unter dem 30. Januar wird aus Hamburg gemeldet:
Die zur Abfahrt mit dem Dampfer „Adolph Wörmann" bestimmten Truppen für Deutsch-Südwestafrika sind heute früh
6% Uhr hier eingetragen und am Bahnhöfe auf Kosten des Senats bewirtet worden. Von dort wurden die Truppen nach dem Peterskai gebracht, wo die Einschiffung an Bord des Dampfers erfolgte. Gegen 10% Uhr erschien der Kommandierende General des 9. Armeekorps Generalleutnant p. Bock und Polach an Bord des Dampfers zum Abschied von dm Truppen. Gegen 12 Uhr verließ der Dampfer „Adolph Wörmann" unter lebhaften Kundgebungen der ausreisenden Mannschaften und der am Kai versammelten Menge den
Hafen.
Die Chancen der militänschcn Operationen laßen sich an nachstehendem Situationsbilde ermessen: Wind- hut ist gegen Norden abgeschnitten, Okahancha von allen Zeiten und ebenso Otjimbingwe. Bis Kambib sind die Teutschen Herren der Bahn,, aber Regengüsse und die Dadurch hervorgerufenen lleberschwemnxungen haben im ^al des Khanflusses die StreM zerstört. Der Kommandant de^ „Habicht" hofft bis Anfang Februar die Lime wiederher- stkllen zu können, eventuell will er aber auch zu Fuß vorrücken. Vielleicht wäre es angebracht, da nach des Oberleutnants v. Kilow letzten Meldungen Okahmidfa noch einige Zeit gewatet werden kann, zu warten, bis der am 8. Februar in âakopmund eintreffende Verstärkung-- tronS-port angelangf ist. Windhuk ist nach sachverständigem Urteil für die Aufständischen als uneinnehmbar zu betrachten und mit 230 Gewehren genügend verteidigt, trotzdem das Fehlen der Geschütze — vor dem „groot roer" haben Jie Eingeborenen Heillose Angst — natürlich schmerzlich em-
Innige Neigung.
,,Sie verlangen die Hand meiner Tochter, welche meinen Sie denn — ich habe ja drei."
„Nun, wenn jede dasselbe mitbekommt, so ist es mir ganz gleich."
kommen pflegt: der nächste Tag, die nächste Stunde kann anders und ernster lautende Meldungen, ja kann selbst die Kriegserklärung bringen.
Was drängt Japan zum Kriege?
Man war und ist der Ansicht, Japan könne gar nicht Krieg gegen Rußland führen, weil es kein Geld habe. Dieser Ansicht tritt soeben der Militärschriftsteller Major V. Bruchhausen entgegen. Manchmal sei gerade die Ebbe in der Kriegskasse der Grund für eine schleunige Kriegserklärung. So schlug Serbien im Jahre 1885 trotz völligen Geldmangels gegen Bulgarien los, weil es ihm an dem nötigen Kleingeld zur Aufrechterhaltung der kostspieligen Kriegsbereitschaft fehlte. Also gerade dieser Ebbe wegen. In eine ähnliche Zwangslage könnte Japan geraten sein. Wie viele Millionen hat es nicht schon der Kriegsmöglichkeit geopfert! Seit Monaten sind die Urlauber zu den Fahnen eingezogen, die Arsenale sind in fieberhafter Tätigkeit. Zwei neue Kreuzer wurden gegen Barzahlung im Auslande gekauft; von dort bezog man auch große Getreide und Kohlenvor- räte. Der Handel stockt. Der Wohlstand und das Gedeihen des Landes leiden unter dem lähmenden Kriegsdruck. So sieht sich Japan — ganz abgesehen von seinen starken koreanischen Interessen — in die Lage eines Kaufmannes versetzt, der sich in einer Unternehmung derart festgelegt hat. daß ihr Aufgeben seinen finanziellen Ruin bedeutet. Er muß sie durchbiegen, wenn sein Tun auch einem Va-banquc- Spiel gleicht. In bezug auf Japan kann obendrein von einem solchen Spiele gar nicht die Rede sein. Das Land ijat gute Erfolgs chancen für sich: ein gerüstetes, in seinem militärischen Werte nicht zu unterschätzendes Landheer und eine schlagfertige, einheitlich zusammengesetzte, moderne Flotte. Gerade jetzt hasardiert Japan am wenigsten, wenn es in den früher oder später anscheinend linverineid- lichen Krieg mit Rußland tritt. Seine Machtmittel werden nach menschlicher Voraussicht im Laufe der kommenden Jahre nicht in dein Maße wachsen wie die Rußlands tm fernen Osten. So ist es dem vielfach überschätzten aber in letzter Zeit auch viel verlästerten — Jnselvolke nicht zu verdenken, wenn es losschlägt.
Die Politik
Ä Den Dank des Kaisers an sein Volk für die Kstnd- gebungen zu Kaiiersneburtstaa bringt folgender Erlaß an
iskanzler, der im Reichsanzeiger veröffentlicht wird, er hebt hervor, daß alle Stände, Alt und Jung, gehaben, ihm ihre Freude über seine glückliche Ge- aszusprechen. Er fei durch diese Aeußerungen treuer ne und liebevoller Anhänglichkeit hoch beglückt and spreche allen Gratulanten seinen wärmsten Dank Mion™ Gatt der Herr mir Leben und Gesundheit - so schließt er — werde ich nicht aushören, meine i den Dienst des Vaterlandes zu stellen und auf das eben des deutschen Volkes in allen seinen Schichten ufen von Herzen bedacht zu fein."
n einer endgiltigen Aussöhnung des Hauses Cnm- mit dem deutschen Kaiserhause weiß ein Münchener melden. Die Aussöhnungsbestrebungen seien soweit v daß die bevorstehende Hochzeit des Großherzogs klenburg-Schwerin mit der Prinzessin Alexandra für ‘ Begegnung Kaiser Wilhelms mit dem Herzog Ernst die Gelegenheit abgeben werde. Der erfolgreiche er zwischen den beiden so lange sich entfremdet ge= deutschen Fürstenhäusern war kein anderer als der ■'nig Christian von Dänemark. Der alte König l, von dem man weiß, daß er einer der aufrichtigsten erer des Kaisers ist, soll überfroh sein, daß es ihm in dieser schwierigen Frage mit Erfolg zu ver- irch Kabinettsorder haben die Gewerbe-Jnspektions- en den Titel „Gcwerbercfcrendare", die Gewerbe- onsassistenten den Titel „Gcwerbeasiesiorcn" er-
is Anlaß des Thronwechsels in Anhalt steht eine .- bevor, welche dem Vernehmen nach einen Straf- r die Strafen bis zu drei Jahren enthält.
W Zwist zwischen der deutschen Aerzteschaft und den kosten wird, wie vorauszusehen war, durch die Be- des Leipziger Krankenkassentages nur noch heftiger werden. Schon jetzt sieht man die Wirkung der idlichen Leipziger Resolution in dem zielbewußten Anschluß zwischen den bisher getrennt marschieren- tlichen Jnteressentengruppen, wie er allerorten zu- tt. Selbst in Berlin, wo der Boden für die Ab- 'er Kassenvorstände bisher noch am günstigsten war, mf den Appell an ihre Kollegialität hin sämtliche czte die bereits auf 5 Jahre eingegangenen Ver- lgen den Kassen gegenüber rückgängig gemacht. Eine ge zufriedenstellende Lösung der Frage ist im Inter- Kranken recht bald herbeizusehnen, um so mehr, ch Ankündigungen des Grafen Posadowsky die .Versicherung immer weiter ausgedehnt zu werden st. Der Staatssekretär erkannte die Berechtigung nstboten und der ländlichen Arbeiter, an den Wohltaten der Versicherung teilzunchmen, im Prinzip vollkommen an. Wenn sich aber schon jetzt bei den städtischen Kassen diese Mißhelligkeiten herausstellen, wie soll es erst auf dem Lande werden, bei den erschwerten Verkehrsverhältnissen, die höhere Aufwendungen unabweislich nötig machen?!
A Nimmt der Volkswohlstand in Deutschland ab oder zu? Diese Frage ist so alt wie die Forderung nach sozialen Ge- setzesmaßnahmen. Eingehende Berechnungen berufener Stellen haben ergeben, daß der Wohlstand des deutschen Volkes im Wachsen begriffen sei. Folgende Zahlen mögen die vorstehende Behauptung illustrieren: 1902 waren in den Städten einkommensteuerfrei, weil das Einkommen den Betrag von 900 Mk. nicht überschreitet, 50,80 %, 1903 nur 48,78 %, auf dem Lande 1902 67,04 %, 1903 nur 66,85 %, also insgesamt 1902 59,66 %>, 1903 nur 58,92 %. Gegenwärtig haben also bereits über zwei Fünftel der Bevölkerung ein Einkommen von 900 Mk. Dabei ist zu berücksichtigen, daß zu dem Reste von 58,92 %, dessen Einkommen über 900 Mk. nicht hinausgeht, ohne Zweifel noch eine große Anzahl Mit Personen gehört, die durchaus nicht den unbemittelten Schichten zuzurechnen sind, so z. B. Sübne und Töchter wohlhabender Bauern, die in fremder Haus- und Landwirtschaft ein eigenes, aber 900 Mk. nicht überschreitendes Arbeitseinkommen erwerben, oder Kinder rentier Leute, die ein eigenes, der Verfügung des Familienoberhauptes nicht unterliegendes Zinseinkommen von nicht mehr als 900 Mk. besitzen. Es sei noch hervorgehoben, daß der Teil der Bevölkerung mit über 3000 Mk. Einkommen ebenfalls im Wachsen ist; so waren in der Gesamtbevölkerung 1903 4,36 % gegen 4,34 %, in den Städten 7,37 % gegen 7,39 %, auf dem Lande 2,01 % gegen 1,99 % im Vorjahre.
Italien.
* 2er Führer der jüdisch-zionistischen Bewegung, Dr. Theodor Herzl aus Wim, weilt gegenwärtig in Rom, wo er nicht bloß vom König, sondern auch vom Papst em- pfangen wurde. Papst Pius zeigte lebhaftes Interesse für die Bestrebungen des Zionistenführers.
Russland.
□ Die Rilssifizieriing Finlands würd mit allen erdenk- lichen Gewaltmaßrcgeln konsequent durchgeführt. Der russische Gouverneur General Bobrikoff läßt sich keine Gelegenheit entgehen, den Finländern nachdrücklich und in beleidigendster Form zu zeigen, daß es mit jedem Restchen^der alten Selhftverwaltunâ ein für allemal vorbei ist. Jetzt