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Dienstag, deu ^9. März W04.
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LNW,«eM<«tsprei-: in Gießen, abgehslt monatlich 50 Pfg., M Hius gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mk. 1.50.
towMbettoee*: Oberhesfifche Familie«teitn«g (täglich) wnb die Gießemer GOlfe«bl«fe» (wöchentlich).
D»s Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittag».
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__________________13. Jahrgang
J«sertto«SpreiS: Die einspaltige Petitzeile für ganz OtW ' Hessen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. sonst 16 Wg» Reklamen die Vctitzeile 30 resp. 40 Pfg.
Postzeitungsliste No. 3269.
Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg « ^er«sprecha»schluß Nr. SSL.
Neueste Nachrichten
lOießexer KageVLatt)
MuußHLn^igs Tageszeitung
(Gießener Zeitung)
für Oberhefsen und die Kreise Marbrrrg und Wetzlar; Lokalameiger für Gießen und Umgebung,
Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen ber Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen.
Gießen, den 26. März 1904.
Bctr.: Die Ableistung des Huldigungs- und Verfassungseides.
^Mr? Das Grotzherzogl. Kreisamt Gießen
in 8ie Großh. Bürgermeistereien der Amèsge- ? eilht-bezirke Grünberg, Homberg, Hungen, Lsubach
und Nidda.
^fes^g^l Die Ableistung des Huldigungs- und Verfassungs-
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t eides der in Ihren Gemeinden neu aufgenommenen Orts-
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ZKZ 6ürgeirz sowie derjenigen Gcoßh. Hess. Untertanen, welche sich, o»hne Ortsbürger zu werden, verheiratet haben, soll, Me Lachstehend angegeben, stattfinden:
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in dem !2.
Amtsgerichtsbezirken Hungen, Laubach und Nidda gelegenen Gemeinden des Kreises Gießen mit Ausnahme der Gemeinde Ettingshausen
Mittwoch, den 6, April d. I., vormittags 91/4 Uhr,
Rathause zu Hungen
der Orts- und Staatsbürger aus den in den Amtsgerichtsbezirken Grünberg und Homberg gelegenen Gemeinden des Kreises Gießen, sowie der Gemeinde Ettingshausen
Samstag, den 9. April d. Js.
vormittags 9 Uhr, Rathause zu Grünberg.
Wir beauftragen Sie hierdurch, die betreffenden Personen zu den Terminen vorzuladen und, wie geschehen, "Liltec Angabe der Namen der Vorgeladenen, bis spätestens iM t. April v. Js. anzuzeigen, oder zu berichten, daß nkmamb vorzuladen war.
i n dem
Halten sich derartige Personen auswärts auf, so wllem Sie deren Aufenthaltsort angeben.
J. V.: Dr. Wagner.
Der Krieg in OItalien.
Die Japaner haben von neuem einen Versuch gemacht, den Mm ein fahrt von Port Arthur durch Brander zu sperren. Dies«er ist aber nach amtlichen russischen Meldungen wieder völlig mißglückt.
Nach der anschaulichen Schilderung, die der Komman- oant von Port Arthur Generalleutnant Schmirnow in seinem Keleigramm an den Zaren vom 27. März entwirft, spielte sich
der Branderaugriff x folgendermaßen ab: - * • •
Tu der Nacht, nachdem der Mond aufgegangen, entsandten die Japaner vier Brander in Begleitung einer Torpedobootsflotille. Gegen 2% Uhr wurde von den Wachtschiffen und Batterien die Annäherung der feindlichen Schiffe bemerkt, auf welche sie ein heftiges Feuer eröffneten. Vor den Brandern fuhren die Torpedoboote, umd in bedeutender Entfernung folgten größere Schiffe, welche auf die Festung zu feuern begannen, um dadurch büe Aktion ber Brander und Torpedoboote zu unterstützen. Jmfolge des starken Artilleriefeuers und des kühnen Vorgehens unserer Torpedoboote erreichten die Brander den Hafeneingang nicht. Zwei Brander gerieten am Goldenen Berge auf ein Riff; einer ging, von einem Torpedo eines unserer Torpedoboote getroffen, hinter den beiden ersten unter; der vierte stieß mit dem Bug an einen früher gesunkenen japanischen Dampfer bei Majatshny Gorod und ging ebenfalls unter.
Der Hafeneingang — so fährt Schmirnow fort — ist frei geblieben. Auf den gesunkenen Dampfern wurden jotchkiß-Schnellfeuergeschütze einzölligen Kalibers gefunden, aus denen auf unsere Torpedoboote gefeuert worden war. kan jedem der gesunkenen Schiffe war eine Schaluppe zur fletflung der -Besatzung ausgesetzt worden. Nur eine dieser khtlluppen scheint sich gerettet zu haben.
Gcgenvorftoß des russischen Geschwaders.
GegM 4 Uhr morgens zogen sich die feindlichen Torpedo- ooke zurück, und die Kanonade verstummte. Der Komman- eiericnbe Admiral Makarow begab sich sofort in einem Dampf- kutber auf die Reede, um die gesunkenen feindlichen Schiffe m Augenschein zu nehmen. Morgens 5 Uhr wurden in füo= Inner Richtung von Port Arthur feindliche Torpedoboote be- auf welche die Batterien zu feuern begannen. Gegen v lIhr erschien am Horizonte ein feindliches Geschwader. ; ^as russische Geschwader ging ihm entgegen. Die Batterien 1 eröffneten um 6/2 Uhr das Feuer. Die Kanonade der ^) lsfe und Batterien wurde jedoch bald eingestellt, da das ppOmsche Geschwader sich südostwärts zu entfernen begann, ?™aj einem Kampfe ausweichend. Gegen 10 Uhr verband das feindliche Geschwader am Horizont,
Die Hauptrolle bei ber Mwehr des japanischen Angrifft spielte
das rnssische Wackcktorpcdoboot „Ssilny".
Adnural ^iaiarom beschreibt das heldenmütige Verhalten des Kommandanten und seiner braven Mannschaften mit folgenden Worten:
Um einem Durchbruch der feindlichen Schiffe zu begegnen, trat der Kommandant des Wachttorpedobootes „Ssilny Leutnant Krinitzki dem Feinde entgegen und zerstörte durch einen Torpedo den Bug des vorderen japanischen Dampfers. Dieser wandte sich nun rechts; ihm folgten zwei andere Dampfer, sodaß alle drei mehr rechts vom Eingang auf Land gerieten. Der vierte Dampfer ging Jinfë und sank ebenfalls seitwärts des Fahrwassers. Das Torpedoboot „Ssilny" nahm nun den Kampf mit den sechs feindlichen Torpedobooten auf; dabei wurden der Ingenieur und sechs Manu getötet; der Kommandant und 12 Matrosen ucrmnndet. Infolge einer Beschädigung der Maschine trieb das Boot in der Nähe des Goldmen Berges auf Land, imr be aber dank der Energie der Besatzung wieder flott gelnacht und sonnte glücklich in den Hafen einlaufen. Der Kommandant hatte trotz seiner Armwunde seinen Posten keinen Augenblick verlassen.
Auf den Brandern befanden sich
Höllenmaschinen, deren Drähte von russischen Scharfschützen durchschnitten wurden. Die Leutnants Kedrow und Asariew und der Fähnrich Pufudskh gingen auf Befehl des Admirals Makarow an Bord eines der Dampfer, durchschnitten die elektrischen Lei- tungsdrahte und löschten das Feuer, welches dem Feinde den Hafeneingang hatte beleuchten sollen. Auf der Reede fand sich morgens ein schwimmendes Torpedo mit einer Höllen- majchine, die glücklicherweise beseitigt wurde. Bei einer Besichtigung stellte man fest, daß die Dampfer, die als Brander gedient hatten, nicht alt sind. Sie sind 2000 Tonnen groß unb mit kleinkalibriger Artillerie ausgerüstet. Einen Teil der Dampfer werden die Russen für Hafenzwecke verwenden.
® .e neralKuropatkin ist gestern im Hauptquartier Mulden eingetroffen. Er wurde auf dem Bahnhöfe von einer Ehrenwache mit Fahne und Musik enipfangen und fuhr vom Bahnhöfe zum Statthalter Alexejew.
Marquis Ito hat seine Mission in Korea beendet und ist von Söul wieder abgereist. Sein Besuch hatte den Erfolg, die Koreaner zu beruhigen und eine Ausdehnung des japanischen Einflusses auf die Verwaltung des Landes anzubatpien. Marquis Ito war beständig dafür eingetreten, daß die Armee nicht vermehrt werden sollte, und hatte zu einer allmählichen Durchführung, der Reformmaßregeln geraten. Seine Ratschläge sind zweifellos angenommen worden, da Korea die Entsendung Marquis Itos durch eine Gesandtschaft erwidern will, deren Mitglieder aber noch nicht bestimmt sind.
Die japanischen Streitkräfte in Nordkorea scheinen den Vormarsch jetzt wieder ausgenommen zu haben. Sie haben mehrfach Plänkeleien mit den russischen Vorposten gehabt. Statthalter Alexejew meldet darüber am 28 nach Petersburg:
General Mischtschenko sandte nach einem Telegramm des Statthalters Alexejew zwei Sotnien aus, um durch einen Erkundigungsritt festzustellen, welche Streitkräfte des Feindes den Fluß Tschingtschangan überschritten haben. Eine Sotnie bemerkte 1% Werft von Pattschöngan entfernt eine 30 Mann starke berittene feindliche Abteilung, die beim Herannahen der Sotnie Verstärkung erhielt und der sich auch Infanterie anschloß. Zwei Züge der Kosaken saßen ab und eröffneten auf 400 Schritte das Feuer gegen die feindliche Patrouille. Auf japanischer Seite fielen ein Offizier und ein Soldat; auch ein Pferd wurde getötet. Nachdem einige Salven abgegeben waren, erhielt unsere Patrouille die Mitteilung, daß die feindliche Infanterie vorrücke, und entfernte sich. Kundschafter fanden Pattschön vom Feinde besetzt. Auf dem rechten Ufer des Pattschöngan stehen zwei Komagnien und etwa drei Schwadronen Reiterei, deren Vorposten sich zwei Werft vom Flusse befinden. In der Stadt Andschu stehen 3000 Japaner. In Tschinampho treffen fortgesetzt Kriegsschiffe und Transportschiffe ein. Die dort gelandeten Truppen werden nach Phjöngjang und von dort weiter nach Unsan und Kangge in Marsch gesetzt.
Niutschwang im Kriegszustand. * *
Die Konsuln und Ausländer in Niutschwang wurden in Kenntnis gesetzt, daß Niutschwang sich jetzt im Knegszustand befinde, und daß sie ohne Ausnahme den Spezial-Ver- fügungen unterworfen seien; daß der Export von Kriegs- kontrebande einschließlich Bohnen, anderer Nahrungsmittel und Bohnenkuchen verboten sei, wenn nicht eine Summe de-
moniert werde, in gleicher Höhe wie der Wert der Ladung, als Garantie dafür, daß die Ladung nachher nicht von einem neutralen Hafen nach Japan oder Korea verschisst werde. Das hemmt in Wirklichkeit jeden Handel in Niutschwang; fünf Kämpfer, welche außerhalb des Hafens ankamen, und zahl- reiche andere, die fällig sind, können nicht laden.
Die Politik.
G» Zu der Sensationsmeldung der „Braunschw. Ldsztg.^ über das Verhältnis des Kaisers und dem Herzog von Cumberland hat sich jetzt einer der beiden Gewährsmänner geäußert, auf die sich das Blatt dreist berief: Der kommandierende General v. S t ü n tz n e r in Hannover hat erklärt, daß er es grundsätzlich ablehnen müsse, sich über politische Angelegenheiten, bei denen die Person des Kaisers in Frage komme, zu äußern, und daß er es deshalb auch ab- lehnen müsse, sich über die fragliche Angelegenheit irgendwie pro oder contra zu äußern, zumal es sich um M i t t e i l u n - gen aus einem Privatgespräch des Kaisers handeln würde, die immer nur durch grobe Indiskretion in die Presse gelangt sein könnten. Absolut unwâhr sei die Behauptung, daß der Kaiser seine Z u st i m m u n o ;ur Verbreitung seiner angeblichen Aeußerungen gegeben habe oder daß er (v. Stüntzner) selbst die Erlaubnis erteilt habe, sich auf ihn als Gewährsmann zu berufen.
G Wie aus guter Quelle verlautet, beabsichtigt die Reichs- regierung, die llcbergangssrist zwischen der Genehmigung der neuen Handelsverträge und ihrer Inkraftsetzung auf drei Monate zu bemessen. Der Deutsche Handelstag hat bekanntlich auf seiner eben abgehaltenen Hauptversammlung im Interesse von Handel und Industrie eine Uebergangs- frist von einem Jahre verlangt.
*
G Eine Versammlung von Vertretern deutscher Handels- fanunern, die in Berlin soeben tagte, hat nach längerer De- hatte eine Resolution angenommen, die der Frage der Herob- sthung der Eisenbahntarife im Interesse der heiinischen Gulererzengung gilt. Bekanntlich liegt dem preußischen Abgeordnctenhaklse ein Antrag Dr. Friedberg — Frhr. o. Zedlitz vor, der eine solche Tarifermäßigung fordert, Ja der Resolution wird verlangt, daß der Eisenbahntarif und die Wassersrachten in Verbindung mit einander gebracht werden sollen, um auf eine planmäßige Herabminderung der geiamten Beförderungskosten hinzuwirken. Als ein Mittel zur Erreichung dieses Zweckes wird gefordert, daß in den Bezirkseisenbahnräten eine verstärkte Vertretung der Binnenschiffahrt gesichert wird. Auch ein wer terer Anlcag^ daß auch bei den Beratungen der Stromschiff- fnhrtskornniifsiMen die Eisenbahnverwaltungen vertreten seien, wo es sich um Fälle einer gemeinschaftlichen Wirksamkeit der Binnenschiffahrt und der Eisenbahn handele, fand die Zustimmung der Versammlung.
*
.=— Die Bestrebungen zugunsten der Gründung eines „Allgemclnen deutschen Arbeitgeberverbandes", zu dessen Begründung der „Centralverband deutscher Industrieller" im Verein mit verschiedenen anderen Verbänden zusammengetreten war, scheinen gescheitert zu sein. Die Schuld daran wird dem erwähnten Centralverband beigemessen. Er hatte im Gegensatz zu den Beschlüssen der Allgemeinen Jn- dustriellenversammlung vom 17. Januar ds. Js. verlangt, daß ihm der Vorsitz und die Gesck)äftsführung des Arbeitgeberverbandes übertragen werden sollte. Damit sind die anderen Jndustriellenverbände nicht einverstanden, und sie wollen sich an dem von dem Centralverband geplanten Vorgehen nicht beteiligen.
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. ^ Der vom preußischen Finanzminister angekündigte Ge- wtzentwurf betr. die Anlegung der Sparkassenbeständc legt den Sparkassen nahe, daß sie bei der Anlegung ihrer Bestände den Gesichtspunkt der Liquidität im Auge behalten sollen. Als Mittel der Liquiderhaltung sei die A n l a g e v o n Kapitalien in Jnhaberpapieren anzusehen. Mese müsse mehr als bisher von den Sparkassen gehandhabt werden. Die Anlage der Sparkassengelder in solchen Papieren soll übrigens nur für die Zukunft verlangt werden; die bisher gemachten Anlagen sollen bestehen bleiben.
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l^ In B r o m b e r g hat sich ein aus Personen aller Stände zusammengesetzter Ausschuß gebildet zur Vorbereitung der Gründung eines deutschen Nationalschatzes für die Ostmark behufs Förderung des Deutschtums, speziell des Handwerks, der kleinen Gewerbetreibenden und des Kleingrundbesitzes. Der Nationalschatz soll durch freiwillige Beiträge und Sammlungen aufgebracht werden.
* Der Verein für Schulreform hat auf seiner soeben in Berlin abgehaltenen Hauptversammlung eine Resolution einstimmig angenommen, in der der Reichskanzler ersucht Mrd, dahin zu wirken, daß auch die Abiturienten der beut» /wen Oberrealschulen zu den ärztlichen V rü -
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