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M. 89.

Erstes Blatt

Samstag, den 16. April ^o4

13. Jahrgang

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Mm*e*<*Wret*: in Gießen, absehilt monatlich 50 Pfg., WM HurrS gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen virrtel- jährlich Mk. 1.50.

AMfteftef«*: Oberheffifche Familiemteitung (ttglich) *»b die Gtteßeierr ®eife*blese* (wöchentlich).

M Blatt erscheint an «He« Werktagen nachmittag-.

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ZnsertionspreiS r Die einspaltige Petttzrile für ganz LHW bessen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. sonst ttH^ Reklamen die Petitzeile 3E resp. 40 Pfg.

Postzeitungsliste No. 3269.

Redaktion und Expedition: Gießen, Sel4<^Hwr« W. FerMsprech<«fchl«st Rr. 868.

Deuche Dachrichten

«iefinwr G«ssM«W

NuabyLWige Tageszeitung

(Hießener Weitung)

für Oberhefsen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung.

Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen her GroKH. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen.

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Vertragspolitik.

tP 0 l i t i s ch e Wochenschau.^

Lie gegenwärtigen Reichstagsverhandlungen über den

â^ÄT-ftat des Reichskanzlers haben die Fragen der großen Welt-

re j* ^L^?p«Mk an die Spitze der Tageserörterungen gestellt und haben 5 - rxcht den Unterschied in den Beziehungen der Völker des

Jahrhunderts und der vorhergehenden Zeit zum all- H^v^ g reinen Bewußtsein gebracht. Während unter Napoleon I. ' Konflikte ohne lange Präliminarverhandlungen

dd § Bowies iäu^erften Maßregel der Könige, zum Kriege, führten, ^^^llzif^ jetzt tatsächlich das Ziel der internationalen Diplomatie 30 £S\%:b Camus gerichtet, auf dem Wege friedlicher Vereinbarungen rMâcWausgleiche und eine Milderung der Gegensätze an- 6^2 Tpsl streben. Noch deutlick)er aber tritt die Tatsache in den p^” ?Vordergrund, daß die politische Bedeutung eines europäischen 30oEiMM nicht allein von seiner Stellung auf dem Festlande, auch von seiner Position auf der See abhängt. Ge- vcr einem Jahrhundert verlangte England in allem Cr:Wvl!t bie Anerkennung, daß die englische Flotte und die ^Ä6 Nation allein schiffahrtsberechtigt sein solle, eine

2 > F^rdcrung, die zu dem Zwist zwischen Frankreich und Eng-

uiw zu der Kontinentalsperre führte. Und als vor e'™i halben Jahrhundert die fchleswig-holsteinsche Frage amiing, brennend zu werden, hielt sich der englische Premier- „ nti inifteir ßorb Palmerston für befugt der deutschen Nation 3 cmie ermstliche Verwarnung zu teil werden zu lassen. Man niciüge sich ja niemals beifallen lassen, Schleswig-Holstein mil pr achtvollen Kieler Hafen in das Bundesgebiet einver- -m wollen, da England eine Schwächung seiner See- htod)(iift nie und nimmermehr dulden werde. Und heute? ©eilte jidiliesst England Verträge, in denen es willig die allci nH 0e Herrschaft über den Zugang vom Mittelmeer in ben MMiitifchen Ozean mât einer anderen Macht teilt. Die TWmiaten von diesseits und jenseits des Kanals treiben inet eine kluge Fürsorgepolitik für künftige Möglichkeiten, sich einander, damit nicht eine aufstrebende junge gemacht — Amerika —, das durch den Bau des Panama- Idcitfih nach zwei Welten greift und das in einem ungemein verschärften Geschwindschritt seine Flotte baut, von dem europäischen Nacbbarenzwist Vorteile erlangt. Es ist wenig WDühf^ England und Frankreich in ihren äußer-

; Sielen eine Kaltstellung Deutschlands und des Drei- ; bii^bcy anstreben. Viel mehr Wahrscheinlichkeit hat die antt anleiifamifche Tendenz für sich. Immerhin aber muß Deutsch- kâd bri Zeiten daran denken, daß es sich feine Position in büi^elt sichert, und hierzu ist vor allen Dingen das Fest- hsMk!i am den Kolonien notwendig.

> Nir wollen also keinen Mißmut und keinen Pesfinrismus ; somit Aufkommen lassen, daß wir für eine Preisgabe der eintreten. Unsere Besitzungen in der Südsee sind bciBioi rtfdhaftlid) und strategisch von gar nicht zu untere fl^W'n^ Bedeutung. Allmählich kommt auch die wirtschaft- A ; li che Ausbeutung dieser Gebietsteile immer mehr in Fluß,

s T- ^1 frugen Tagen hat hierüber der Reichskanzler eine

2.^t sWiessante Mitteilung gemacht. Es hat sich eine große £ W âlliengefellschaft für die wirtschaftliche Erschließung Sa-

= EE gebildet. Wie es heißt, sollen die Aussichten, rurs durch Erheiterung der Baumwollenkultur und durch Pflanzung tun §tf • Äho, sowie von Guttapercha von dem Weltmarkt un- ®si M-WAig zu machen, gar nicht gering sein. Wir glauben H; li ui i d aß die neue Besiedelungsmethode für Samoa die er-

- fMiiliche Frucht weniger erfreulicher Kolonisationsfehler ist. 2 Dukrlltische Lage in Südwestafrika hat allmählich das Ver- st'iiâi.s dafür geweckt, daß das seitherige System von Grund aic^ verfehlt ist. Bisher sollte die Kolonisation durch die KÄMrerziehung der Schwarzen bewirkt werden, und man mim el zu wenig darauf bedacht, systematisch weiße Ein- wârer anzusetzen und so der europäischen Rasse auch das es^PlDche Uebergewicht zu sichern. In Konsequenz des seit «^hcirgen Systems hat das Gouvermement Flächen von un- p^stS^G*^ Ausdehnung förmlich an Landgesellschaften Ver- 'S^,^^?sât und von ihnen die Meliorationen und die Kultur- ^ßZ^Z^erMlmg der schwarzen Bevölkerung erwartet. Ein ver^ ^§§^2^hc.Mft'voller Fehler! Denn diese Landgesellschaften haben -^^— ^ '-... ^—^^ ^-^ -

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# geleistet und hemmen förmlich durch ihre Spekulations- Of die Einwanderung der Weißen. Zum Glück ist eine 's. o,^l von Konzessionen verfallen. Diese und auch die ilMen sollten im Interesse einer wirklichen Kolonisation als möglich zurückgezogen werden. Wenn man das den Fehlern der vergangenen Zeit gelernt hat, dann ira Mn wenigstens die schweren und beklagenswerten Opfer #£ am Mtbarem deutschen Blut nicht vergeblich gebracht sein

^^§^0' Hfr bQnn werden wir vielleicht auch in die Lage kommen, *£?C#2 ^ im Zukunft bei kolonialen Fragen anders als seither mitzu-

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' Der englisch-französische Vertrag, von dessen Besprechung ^- vÄr cursgingen, hat die Verhältnisse auf dem Kontinent fass vloAsiiindig in den Hintergrund gestellt. Inzwischen aber ^ sibid auch hier auf dem Wege des Vertrags erfreuliche Fort- T Zur Sicherung des Weltfriedens gemacht worden. Wie Lmrkei hat sich mit der Reform der mazedonischen Gen- b^rmeEie einverstanden erklärt und die internationale Kom- A nMion ist bereits aus Konstantinopel nach dem Schauplatz " iihrer Länftigen Wirksamkeit abgereist. Auch zwischen Bul- ^ Mtien und der hohen Pforte ist ein schiedlich-friedlicher Ver- ^' tMasa:usaleick zustande aekommen. Da qleictueitig die In-

teressengègcnsässe zwischen Italien und Oesterreich ausge­glichen sind, so sind die Wetterwolken im Osten und Süden Europas nicht mehr so drohend als seither.

Recht bedrohlich sind allerdings die Zustände in Spanien, wo die Lage der Monarchie von Tag zu Tag gefährdeter er­scheint. Diese mißlichen innerem Verhältnisse, zu denen sich auch eine schwere Finanzkalamität gesellt, schwächen derart die Wirksamkeit der Diplomatie, daß die Regierung von Ma­drid fast widerstandslos das ungünstige marokkanische Ab­kommen hinnehmen muß.

Die einzige Gegend, wo die Vertragspolitik versagt hat, ist bislang Ostasien. Die Aktionen entwickeln sich sehr lang­sam. wenigstens auf dem Lande, während auf der See die Kriegsoperationen wieder stärker in Fluß gekommen zu fein scheinen. Hierbei wird Rußland beharrlich vom Unglück ver­folgt. In politischen Kreisen verlautet aber, daß der Krieg vielleicht doch ein schnelleres Ende finden könnte, als man seither hoffen durfte, denn England und Frankreich seien im Stillen schon auf dem Weg, um zwischen den beiden Kriegs­parteien zu vermitteln. Sollte bicv Ziel wirklich erreicht wer­den, dann wäre dies die überraschendste Seite der Vertrags- Politik .

Skrydkow ernannt worden, der bereits von Sebastopol nach Petersburg abgereist ist. Skrydlow gilt als ein äußerst tüch­tiger Seemann und furchtloser energischer Soldat.

Der Geldmangel in den russischen Staatskassen beginnt empfindlich zu werden. Die täglichen Ausgaben für Kriegs­zwecke sind so enorme, daß nur noch für vier Monate Mittel' imi Handen sein sollen. Der Zar hat am Hosbndget eine Million Streick"ngen vornehmen lassen. Die freiwerdende Million soll als freie Hilfsquelle der Staatsrentei überwiesen werden.

Neuer Kampf vor Port Arthur?

Wie aus Tschifu gemeldet wird, hat am 14. April ein neuer Kampf vor Port Arthur stattgefunden. Die Kanonade dauerte vom Morgengrauen mit Unterbrechungen bis zum späten Nachmittag. Die Forts beantworteten diesmal das Feuer der japanischen Panzer. Es verlautet, daß den Ja­panern abends die Ausschiffung von Truppen und Geschützen gelungen sei. Was an diesem Gerücht Wahres ist, muß ab- gelvartet werden.

Der Krieg in Ostasien.

Noch immer will sich nicht volle Klarheit über die letzten kriegerischen Vorgänge von Port Arthur einstellen, trotzdem nun endlich ein ausführlicher Bericht der Russischen Tele- graphen-Agentur darüber vorliegt. Aber an dem inter­essantesten Punkte weist auch diese Darstellung eine klaffende Blicke auf. Wie und wodurch die „Petropawlowsk" getroffen vurde, verschweigt er.

Der letzte Seekampf hat sich nach dieser Meldung, in deren Wahrheitsliebe nach dem oben Gesagten wohl berechtigte Zweifel gesetzt werden dürfen, folgendermaßen abgespielt:

Um 6 Uhr morgens fand ein Kampf zwischen sieben Torpedobooten und japanischen Schiffen statt, der bis 7 Uhr morgens dauerte. Die „Besstratschny" wurde von drei Torpedobooten umringt und ging unter, vorher war der Kreuzer „Bajan" zu ihrer Hilfe herausgekommen. Die feindlichen Torpedoboote zogen sich zurück auf die Vorhut ihres Geschwaders. Um 8 Uhr ungefähr verließen die Linienschiffe „Petropawlowsk", „Pobjeda", Pereswjet", der Kreuzer „Bajan", fünf Torpedoboote und der Minen­kreuzer „Gaidamak" die Reede und nahmen Kurs auf das feindliche Geschwader. Dieses zog sich auf das Gros zu­rück, das bald in einer Stärke von 16 großen Schiffen in Sicht kam. Darauf ging das russische Geschwader auf die Neede zurück und nahm Schlachtstellung ein. Um 9 Uhr 30 Minuten erfolgte die Explosion, wodurch die „Petro­pawlowsk" innerhalb 2 Minuten versank. Ueber die An- zahl der Geretteten schwanken die Angaben zwischen 50 und 90. Auch die „Pobjeda" wurde am Mittelteil beschädigt, worauf sie im inneren Bassin zu Anker ging. Das japa­nische Geschwader blieb bis 3 Uhr nachmittags in Sicht, dann teilte es sich in zwei Abteilungen und verschwand am Horizont. Es wehte während der ganzen Zeit eine starke Brise, die abends zu einem heftigen Sturm anwuchs.

Wodurch wurde die Explosion auf der „Petropawlowsk" herbeigeführt und was „beschädigte" die „Pobjeda" am Mittelteil? Das sind die Fragen, auf die uns die Russische Telegraphen-Agentur jede Antwort schuldig bleibt. Ehe nicht etwas anderes festgestellt wird, ist es deshalb wohl immer noch das Wahrscheinlichste, daß die geheimnisvolle Ursache gut gezielte japanische Torpedos gewesen sind. Von japa­nischer Seite wird allerdings behauptet, daß die japanischen Torpedoboote Minen gelegt hätten. Doch ist es kaum glaublich, daß dies Beginnen von den Russen nicht bemerkt worden wäre. Wenn sie es aber bemerkt hätten, würden sie unnwglich ihre kostbaren Panzerschiffe so leichtsinnig hinausgeschickt haben, ehe die gefährlichen Minen wieder herausgefischt waren.

Die Rettung des Großfürsten Kyrill.

Wie aus den Erzählungen des Großfürsten Kyrill zu ent­nehmen ist, stürzte er im Augenblick der Explosion auf die linke Seite der Kommandobrücke und ließ sich an den Händen auf Deck herab, wo er von einer Welle forgespült wurde. So­dann geriet er in das Wasser in beträchtliche Tiefe und kam durch eigene Anstrengungen auf das treibende Schutzdach eines Dampfkutters. Er hielt sich darauf etwa 10 Minuten lang und wurde dann von dem Torpedoboot „Befumny" aus­genommen. Der Adjutant des Großfürsten Kyrill, Oube, und der Diener des Großfürsten sind umgekommen. Groß- fürsp-Wladimir hat seinen Generaladjutanten Grafen Grabbe mit einem Arzt zu dem verwundeten Großfürsten Kyrill nach Liaotschang entsandt. Es wird versichert, daß die Wunde des Großfürsten besten Rückkehr nach Rußland erfordere.

Gebüchten zufolge ist bei dem Untergang der „Petropaw­lowsk" auch der bekannte Schlachtenmaler Wasilij Weresch­tschagin umgekommen.

Zum Nachfolger Makarows ist der Kommandant der Schwarzen Meerflotte Admiral

Die Politik.

D Französische Blätter lassen sich aus Berlin melden, zwischen den leitenden Stellen in Berlin, Paris und Rom finde ein lebhafter Depeschenwechsel statt, dessen Gegenstand eine etwaige Begegnung zwischen Kaiser Wilhelm und Prä­sident Loubet sei. Der Kaiser lasse sich täglich an Bord der „Hohenzollern" von Herrn v. Lucanus Bericht über den Stand der Verhandlungen erstatten. Diese letzte Nachricht soll offenbar den Eindruck erlvecken, als liege dem Kaiser be­sonders viel an der Begegnung mit Soubet. Das ist selbst­verständlich lediglich französische Einbildung.

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S In der bayerischen Kammer der Abgeordneten erklärte der Finanzminister gestern, die Regierung beabsichtige, dem nächsten Landtage eine weitere Ausgestaltung des bayerischen ^teuergcfetzes vorzuschlagen. Man stehe vor einer Neu- Veranlagung der direkten Steuern. Leider 'agte der Minister nichts über die Grundsätze für diese Neu­veranlagung.

A Eine recht unerquickliche Etikcttengeschichtc wird durch das lippische Regierungsblatt enthüllt? Dem Blatt wird „mit dem Ersuchen um Veröffentlichung" mitgeteilt, daß der Thronfolger in Lippe-Detmold, Erbgraf Leopold, an den Beisetzungsfeierlichkeiten in Karlsruhe für die Fürstin- Witwe Sophie von Lippe-Detmold nicht teilgenommen habe. Er habe sich für einige Tage nach Berlin und Pots­dam begeben. Erbgraf Leopold war tatsächlich nach Karls­ruhe gereift, um an den Trauerfeierlichkeiten teiluznehmen. Er beanspruchte, bei der Trauerfeier seinen Platz unter den .anwesenden F ü r st l i ch k e i t e n einzunehmen, während ihm, als den Abgeordneten des Grafregenten, nur ein Platz unter den A b g e 0 r d n e t e n von Fürstlichkeiten ange wresen war. Erbgraf Leopold hatte gleich nach seiner An­kunft in Karlsruhe eine ganz kurze Audienz beim Groß­herzog und reiste vor der Trauerfeier wieder ab. Bei der Feier blieb fein Platz und der feiner Begleitung leer. ' Man jüllte wirklich nicht glauben, daß foldje Etikettekinkerlitzchen ui zwanzigsten Jahrhundert noch möglich wären. . ,

=1= Eine Anzahl Offiziere sollen demnächst neu in die südwestafrikanische Schutztruppe eintreten: Zur Ausfül­lung ber Lücken, welche die Gefechte mit den Herero in das Offizierkorps der Schutztruppe gerissen haben, werden zwei Majore und sechs Leutnants zur Schutztruppe kommandiert werden. — Das Kolonialamt trug sich kürzlich mit der Ab­sicht, Handwerker, die geneigt wären, auf ein Paar Jahre nach Südwestafrika zu gehen, anzunehmen. Jetzt hat das Amt diesen Plan aufgegeben. Mit der angebotenen Ent­schädigung von 10 Mark täglich, wovon 2 Mark für die Ver­siegung in der Kolonie abgezogen und bei Verheirateten auch noch der Unterhalt der in der Heimat zurückbleibenden Fa­milie sichergestellt werden sollte, waren die Bewerber nicht zufrieden. Sie forderten 15 Mark, was vom Kolonialamt nicht bewilligt wurde. Es soll nun versucht werden, die er­forderlichen Handwerker aus den Reihen der an Ort und Stelle befindlichen Truppen zu entnehmen. — Der Tamy^r „Feldmarschall" mit Verstärkungen für Südwestafriia 400 Mann, 14 Offiziers, 3 Aerzte — ist in Swakopmund eingetroffen.

A Gegen den Gesetzentwurf betr. die Dienstaufstcht an den größeren Amtsgerichten mit über 15 Richtern nehmen außer den Richtern nun auch die Anwälte Stellung. So hat der Vorstand der Anwaltskammer des Oberlandesgerichts Köln eine Erklärung angenommen, in der es heißt: „Die Zu­stände an den rheinischen Amtsgerichten rechtfertigten die Übertragung der Tienstaufsicht über die Richter auf einen Amtsgerichtsdirektor nicht, sei aber auch die Unabhängigkeit der Richter und damit die Rechtspflege zu schädigen geeignet." Wie verlautet, werden von anderen Anwaltskammern ähn­liche Kundgebungen vorbereitet.

Italien*

+ Papst P iu s X. hat neuerdings auf der S^w (^chirocu