Den, wenn das Zeugnis eines approbierten Arztes dies für zulässig erklärt.
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£ Nicht erst im nächsten Jahr, sondern schon jetzt, und zwar noch in diesem Frühling, wird voraussichtlich die zweijährige Militärdienstzeit gesetzlich festgelegt werden. Nach den Mitteilungen des preußischen Kriegsministers v. Einem in der Budgetkommission des Reichstags sollte über die gesetzliche Einführung des bisherigen Provisoriums mit der zweijährigen Dienstzeit erst im nächsten Jahre, bei der Beratung des neuen Quinquennats, b:? Entscheidung fallen. Die Streichung der neugeforderten Unteroffizierstellen durch die Kommission hat der Regierung den Gedanken nahegelegt, bei der zweiten Lesung die Frage der gesetzlichen Einführung der zweijährigen Dienstzeit aufzurollen. Selbstverständlich will sie diese Festlegung von einer Reihe Konzessionen abhängig machen, deren erste die Vermehrung der Unteroffizierstellen und die Besserstellung des Ausbildungspersonals sein soll. Weitere Gegenforderungen der Regierung für die Gewährung der zweijährigen Dienstzeit richten sich dann auf die Erhöhung der Friedenspräsenzstärke, die in Form eines Quinquennats vom Reichstage zu genehmigen wäre. Indessen soll das Quinquennat erst mit dem 1. April 1905 beginnen. Wie stark die von der Regierung verlangte Erhöhung der Friedens- Präsensstärke ist, darüber ist einstweilen nichts bekannt.
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's Vom Hereroaufstand liegen einstweilen Nachrichten über neue Kämpfe nicht vor. Dagegen treffen täglich neue Mitteilungen über die Opfer der früheren Ueberfälle und Kämpfe ein. So ist der bei Omaruru schwer verwundete Lerrtnant Freiherr v. Wöllwarth-Lauterburg gestern seinen Wunden erlegen. Nach einer Braunschweiger Meldung traf bei dem dortigen Kaufmann Külbel, der kürzlich einen in bester Stimmung verfaßten Brief seines Sohnes zugleich mit der Nachricht von dessen Ermordung durch Hereros erhielt, jetzt die Nachricht von der Ermordung des Chefs eines zweiten Sohnes ein. Der bekümmerte Vater fürchtet, daß auch dieser Sohn ein Opfer des Aufstandes geworden ist. Ein ähnliches Herzeleid scheint dem Kolonialwarenhändler Ganshorn in Ludwigshafen beschieden zu sein. Sein Sohn August, der im Dienst der Kolonialgesellschaft für Südwestafrika stand, ist als Leiche gefunden worden. Ein jüngerer Sohn, der bisher in Swakopmund in Stellung war, scheint bei Omaruru gefallen zu sein. — Erfreulicherweise gewinnt demgegenüber die Annahme an Wahrscheinlichkeit, daß diejenigen Deutschen, die sich bei Ausbruch des Aufstandes nördlich von Waterberg befanden, nicht getötet tourben, sondern nach Otavi zu geflüchtet sind und sich dort aufhalten. Eine sichere Nachricht hierüber zu erhalten, scheint vorderhand unmöglich, da die Hereros zweifellos alle Boten abianaen würden.
KuFdUnd,
cf Die Verlegenheiten der russischen Regierung in Ostasien scheinen gewisse Kreise benutzen zu wollen, um ^die russischen Polen aufzuhetzen. In einigen Bezirken des Weichselgebietes reden unbekannte Agitatoren den Bauern zu, daß man jetzt gegen die Russen losziehen müsse. Woher diese Agitation kommt, ist noch nicht festgestellt. Es ist allerdings nicht zu befürchten, daß diese Agitation, die auch die Polnische Presse energisch bekämpft, eine größere Ausdehnung nehmen werde, aber es könnte doch vorkom- raen, daß hier und da die Bauern sich zu Ausschreitungen verleiten ließen. Da sich die Polen mit der Idee der Wiederherstellung eines polnischen Reiches tragen, so ist es nicht unmöglich, daß einige Hitzköpfe mit dem Gedanken kokettieren, aus dem ostasiatischen Kriege für ihre besonderen Zwecke Nutzen zu ziehen. Herauskommen wird dabei natürlich nichts.
‘CürkeL
□ Offenbar durch die Vorgänge in Ostasien ermutigt, beginnt der Kranke Mann am Goldenen Horn unvermutet wider den Stachel zu todten: Die Pforte operiert mit allerhand Mittelchen, die eine Verschleppung der mazedonischen Reformen zur Folge haben soll. So hat sie neuerdings einen besonderen türkischen Kommandanten für die mazedonische Gendarmerie bestellt, obwohl doch nach den russisch-österreichischen Reformvorschlägen der italienische General de Giorgis die Gendarmerie befehligen sollte. Selbstverständlich wollen die Mächte von dieser faulen Finte nichts wissen, und das Ergebnis ist, daß wieder einmal zeitraubende Verhandlungen im Gange sind, während deren die Reformaktion selbstverständlich auf dem toten Aste sitzen bleibt. Da ist es denn kein Wunder, daß den reformfeindlichen Albanesen der Kamm schwillt: Im Nordwest des Vilajets Uesküb macht pie albanesische Bewegung entschiedene Fortschritte. Während sie sich anfänglich gegen die Viehsteuer richtete, entwickelt sie sich jetzt zu einer Opposition gegen die Reformen. Schensi Pascha hat alle verfügbaren Truppen in die unruhigen Bezirke entsandt. Er glaubt, daß, wenn energisch vorgegangen werde, Hoffnung vorhanden sei, die Bewegung einzu- Dämmen. . . Das heißt in klarem Deutsch: Die Ausdehnung der Bewegung ist sicher. Das Frühjahr wird uns Zustände ruf dem Balkan bringen, die alles weit hinter sich lassen, was disher dort sich ereignet hat.
Hfrfaa.
* Gegen die Einfuhr chinesischer Kulis nach Südafrika haben eine Anzahl ehemaliger Burenführer, an der Spitze Botha und Delarey, eine Protestkundgebung veröffentlicht und sie telegraphisch dem britischen Kolonialminister über- mittelt. Leider wird dieser Protest kaum irgend welchen Erfolg haben. Die britischen Minenbesitzer und alle diejenigen, die Minenaktien besitzen, fordern die Einführung der Kulis als Vorbedingung einer besseren Rentabilität der Minen. Und wo die Rücksicht auf den Geldbeutel bei den Engländern in Frage kommt, da schweigen alle anderen Rücksichten.
Huftralien.
C Ueber das soziale Leben und die soziale Bewegung in Australien kommen nur selten Nachrichten nach Europa. Man wähnt das goldene Land, in welchem der ewige Friede unter den verschiedenen Volksschichten herrscht. Und doch scheinen sie „drüben" an den gleichen Uebeln zu leiden, die gleichen Kämpfe auszufechten wie wir. So meldet ein Telegramm aus Sydney, daß eine Versammlung dortiger Arbeitgeber aller Stände gestern eine gemeinsame Bekämpfung der Sozialdemokratie beschlossen habe. Dieser Beschluß zeigt, daß auch in Australien die Sozialdemokratie im Wachsen begriffen ist.
Reer und flotte. ' - '
Von angeblichen neuen Uniformänderungen, die nahe be- oorstehen sollen, weiß ein Berliner Blatt zu berichten. In Petersburg sei der deutsche Oberst v. Schenk, Kommandeur des Alexanderregiments, eingetroffen, um im Auftrage des Kaisers Wilhelm Muster der russischen Offiziersäbel mit Lederscheide, sowie Uniformstücke zu erbitten, da man sich in Deutschland mit der Absicht trägt, die stählernen Scheiden durch solche aus Leder nach russischem Muster zu ersetzen. Die Nachricht klingt wenig glaublich.
Hus den Parlamenten.
* Das neue Heim des preußischen Landtages hat nach amtlichen Mitteilungen einen Gesamtkostenaufwand von 13 054 000 Mark verursacht. Auf das Abgeordnetenhaus entfallen 5V3 Millionen, auf das Herrenhaus und die beiden Präsidialgebäude 4,2 Millionen. Die innere Einrichtung des Abgeordnetenhauses hat 850 000, die des Herrenhauses und der beiden Präsidentenwohnhäuser 973 000 Mark erfordert, der Verbindungsoder Ministerbau 363 000, das Kessel- und Maschinenhaus 402 000 und die Nebenanlagen verschiedener Art 814 000 Mark.
* Der Zentrumsabgeordnete Gröber vollendete am Donnerstag sein 50. Lebensjahr. Die Zentrumsfraktionen des Reichstags und Landtags veranstalteten aus diesem Anlaß im Restaurant des Reichstags eine Feier. Abg. Gröber erklärte in seinem Toast auf die Jungmannschaft des Zentrums, daß er zum erstenmal nach dem Septennatskampf von 1887 in den Reichstag gekommen sei, nachdem er unter der Devise Septennat aus voller Kraft gekämpft. Aber als er nach Berlin gekommen, habe er gelernt, daß die Politik die Kun st des Erreichbaren sei.
* Ein Veteranenessen findet Ijente im Festsaal des preußischen Abgeordnetenhauses statt. Unter den gegenwärtigen Mitgliedern des Hauses gibt es 81 Kriegsteilnehmer, von denen etwa die Hälfte zugesagt haben. Cs wird beabsichtigt, die Beziehungen unter den Kriegsteil- nebmern des Abgeordnetenhauses auch weiter zu pflegen.
Hus dem Gericbtsfaal.
8 Ein Einjahrig-Freiwilliger wegen Verschwendung etrt- nuinbigt Wie das Berliner Amtsgericht I bekannt gibt, ist der am 5. Juni 1882 geborene Wilhelm Franz Karl Meßner aus Berlin, bisher Einjährig-Freiwilliger im 1. Pommerschen Ulanenregiment Nr. 4 in Thorn, durch Beschluß vom 11. d. M. wegen Verschwendung entmündigt worden. Der junge Herr mutz es arg getrieben haben!!
§ Die Altenberger Spielbankaffaire wird nunmehr Mitte März d. Js vor der Strafkammer in Aachen ein gerichtliches Nachspiel erfahren. Die Mitglieder des Vorstandes der Spielbank werden sich zu verantworten haben, weil sie ohne Ermächtigung einen Spielklub von mehr als 20 Mitgliedern gebildet haben. Die Anklage stützt sich auf einen Paragraphen des code pénal. Ob die Angeklagten, die sich zum größten Teil inzwischen nach dem Auslande begeben haben, im Hermine persönlich erscheinen werden, dürfte sehr fraglich sein. ....
jVab und fern.
d Erdbeben in Sachsen. In den letzten Nächten sind in Nittelsachsen neue heftige Erdbeben erfolgt. In Brand bei Freiberg kamen fünf starke Erdstöße vor, gleichzeitig herrschte ün starkes Gewitter mit Hagelschlag.
□ Unwetter und Neberschwemmnngen. Im Bregenzer Wald ist ein bedutender Felssturz niedergegangen. Zwischen >en Bahnhöfen Langeneck und Oberlangeneck ist die Bahn .'Zrstört. Der Verkehr wird durch Umsteigen und durch Ueber- üagen des Gepäcks aufrechterhalten. Auch an anderen Orten Tirols sind Moorbrüche und Lawinenstürze niedergegangen. Wenn das Tauwetter und der Regen andauern, ist an man- hen Orten das Schlimmste zu befürchten.
Durch reißendes Anschwellen des Sarflusses sind in Spanien mehrere Ortschaften völlig unter Wasser gesetzt worden. Am meisten hat Padron gelitten. Aus der ganzen Umgegend ist Gendarmerie zur Hilfe herbeigeeilt. Es heißt, )aß eine Anzahl von Personen umgekommen seien.
A Der Fall Rosada, der im Oktober und November ganz Italien in Aufregung versetzte, hat durch die Entlassung des Advokaten Rosada aus der Untersuchungshaft jetzt seine vorläufige Erledigung gefunden. Rosada war verdächtig, seine Mutter, die seit Mai spurlos verschwunden war, in einer Grotte der römischen Campagna ermordet zu haben. Der Verdacht wurde fast Gewißheit, als No- sada floh und wochenlang von der Polizei vergebens gesucht wurde, bis er sich in Florenz stellte. Seine Freilassung erfolgte wegen mangelnder Indizien. Aber vom Verbleib seiner Mutter weiß man immer noch nichts.
cf Auf der Flucht vor der Liebe. Erzherzog Ferdinand Karl von Oesterreich, der in letzter Zeit wegen seines Prager Liebesromans viel genannt wurde, ist in Begleitung des Hauptmanns Fraß vom 3. Regiment der Tiroler Kaiserjäger zu einem mehrtägigen Besuche bei seinem Schwager, dem Herzog Albrecht von Württemberg, in Stuttgart eingetroffen. Von dort gedenkt der Erzherzog, dem bekanntlich vom Kaiser Franz Josef ein sechsmonatiger Urlaub bewilligt wurde, nach Spanien weiterzureisen. Ob es ihm gelingen wird, sich durch diese Flucht die Liebe aus dem Herzen zu reißen?
0 Vater, Mutter und Sohn gemeinsam in den Tod gegangen. Bei Oberschönweide wurde eine ganze Berliner ^Familie, Vater, Mutter und Sohn, Vehlow mit Namen, aus ^der Spree gezogen. Die Unglücklichen, die an Schwermut litten, haben gemeinsam den Tod gesucht. Sie hatten sich mit Stricken zusammengebunden. Der Sohn war erst 24 Jahre alt.
+ Ein verhängnisvoller Scherz brachte in eine Arbeiterfamilie zu Blickershausen bei Hann. Münden tiefe Trauer. Der Hausvater hielt mit den scherzhaft drohenden Worten: „Soll ich dich mal in den Wurstkessel werfen?" seine Nichte, das dreijährige Töchterchen des Schuhmachers A., während des Wurstniachens über den dampfenden Wurstkessel. In demselben Augenblick entglitt das Kind seinen Armen und fiel vor den Augen der entsetzten Mutter (einer Schwester des Arbeiters) in die kochende Brühe. Das Kind konnte zwar noch lebend herausgezogen werden, war aber gänz- liw D erbrütn »md ^tcrh nrA kurrer &prt............
Lokaler.
15. Februar 1904.
** Dec Großh erzog hat den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Ulrichstein Bertold Rausch zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Lich mit Wirkung vom 29. Februar 1904 ernannt.
^ (Privattelegramm.) Bei der heute erfolgten Ziehung dec Großh. Hess.-Thür. Landeslotterie wurden gezogen die Prämie von
75 OOO Mk auf Nr. 4449, welche zuletzt mit 300 Mark gezogen wurde, der Gewinn von
25 000 Mark auf Nr. 117 9,
10 000 „ „ „ 2818,
5000 „ „ „ 34 201,
3000 „ „ „ 66 988 und je
1000 „ „ „ 1905, 60 285, 68 628, 73 868 u.
88 962. (Ohne Gewähr.)
* * Dei Handelskammer zu Gießen hält am Mittwoch den 17. d. Mts., nachm. 3V2 Uhr, eine Sitzung, in welcher u. A. beraten wird über; Gesetzentwurf betr. Gememdeumlagen; Kaufmannsgerichte; Vertretung der Binnenschiffahrt in den Bezirkseisenbahnräten; Erhebung der von Angestellten geleisteten Kautionen zu den bevorrechtigten Forderungen; Ersatzpflicht der Eisenbahnverwaltung bei Bruch von Tonröhren.
* * Zu dem neuen Gesetzentwurf über die Gemeindeumlagen wird schon in allernächster Zeit ein hessischer Städtetag Stellung nehmen.
§ Nach Kiautschou. Im Herbst 1904 wird eine größere Anzahl tropendienstfähiger Dreijährigfreiwilliger für die Besatzung von Kiautschou zur Einstellung gelangen. Ausreise: Frühjahr 1905, Heimreise: Frühjahr 1907. Bauhandwerker (Maurer, Zimmerleute, Dachdecker, Tischler, Glaser, Töpfer, Maler, Klempner 2c.) und andere Handwerker (Schuhmacher, Schneider 2c.) werden bei dec Einstellung bevorzugt.
* Die ktnematographischen Vorführungen der Ortsgruppe Gießen des deutschen Flottenvereins haben einen recht erfreulichen Zuspruch gehabt; auch das breite Publikum nahm regen Anteil daran. Wir sind darum der Ueberzeugung, daß wenn wieder ähnliche neue Veranstaltungen von dem Zentralvorstand ausgehen, auch unsere Ortsgruppe ihren Mitgliedern und der Bürgerschaft solche ohne Risiko bieten wird.
* * Das gestern stattgehabte karnevalistische Konzert des Turnvereins hat auch dieses Jahr wieder einmal seinen Mitgliedern einige fröhliche und köstliche Stunden bereitet. Das Auftreten seitens erster Humoristen, die Turnkunst an Reck, Pferd, Doppeltrapez und römischen Ringen, die Akrobatik der beiden luftigen Chinesen und deS Zahnkürstlers, sowie des Salto-Mortaloklowns Schmidt und das Südländische Ständchen von Signor Berini hat auch diesmal gezeigt, daß die mitwirkenden Mitglieder ihr bestes zur Verherrlichung des schönen Abends beigetragen haben. — Wie aus der Annonce ersichtlich, findet für Dienstag Abend eine karnevalistische Damen- und Herrensitzung mit anschließendem Tanz in der Turnhalle statt und dürste das vorgesehene Programm nicht allein einen genußreichen Abend versprechen, sondern seine Erwartungen noch übertreffen.
Die „Heiterkeit" zu Gießen hatte gestern im Case Leib ihren diesjährigen Maskenball. Wenn wir den Verlauf desselben kurz charakterrsieren sollen, so paßt wohl der Vereinsname „Heiterkeit" amj besten oder wollen wir sagen der Verein hat seinem Namen voll und ganz Rechnung getragen. Wirklich prachtvolle Maskenkostüme waren zu sehen und bis zur frühen Morgenstunde blieb man in bester Laune beisammen.
V Die „alte P 0 st" in der Walltorstraße wird dem Vernehmen nach von Anfang März ab ein Herr W. Schneider aus Wetzlar übernehmen.
* ** Der Redakteur des in Mainz erscheinenden „Israelit", Oskar Lehmann, hatte in seinem Blatte ein Inserat in hebräischer Sprache ausgenommen, das in Hessen unerlaubte Lose anpries. Auf Grund des § 234 der Polizeiverordnung und § 20 des Preßgesetzes erhielt ec den höchst zulässigen Strafbefehl von 85 Mk. Dagegen erhob er Einspruch. Die Geldstrafe wurde auf 45 Mark ermäßigt.
+ Der Lustmörder Florian Stefanelli aus Bozen, der bei Kaiserslautern ein 9 jähriges Mädchen Namens Michel so mißbrauchte, daß das Kind an den Folgen starb, wurde in Mainz festgenommen.
* Ueber die hohe Mark imTaunus referierte am letzten Donnerstag Herr LandgerichtSrat Schäfer im Oberhessischen Geschichtsverein. Die hohe Mark am Ostabhang des Taunus war mit ihren über 24 000 Morgen und 2 9 Dörfern noch im Anfang deS vorigenJahrhandert ein selbstständiges Rechtsgebilde mit eigener Verwaltung und eigener Rechtspflege. Der Schirmherr oder „Wattbote" (der Besitzer des Homburger Schlosses) berief alljährlich das Märkerding, auf dem jeder Märker Stimmrecht hatte. Erst im Jahre 1813 erfolgte die Teilung der Mark: sie fiel an Frankfurt, Hessen und Nassau. Eine neue Teilung wurde im Jahre 1820 vorgenommen nach dem Untergang des GroßherzogtumS Frankfurt.
— Klein-Linden, 13. Febr. Eine Anzahl hiesiger Bürger beabsichtigt demnächst einen Verein zu gründen, der sich die Aufgabe stellt, die lokalen Verhältnisse zu beraten und etwaige notwendige Verbesserungen anzuregen. Demnächst soll eine Versammlung einberufen werden, in welcher die Gründungsvorbereitungen getroffen werden.
Lich. In das Genosftnschaftsregistec wurde eingetragen: das Statut der Landwictschaftlichen Bezugsund Absatzgenossenschaft, eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht" mit dem Sitze zu: Bettenhausen. Gegenstand des Unternehmens ist gemeinschaftlicher Einkauf von Vecbcauchsstoffen und Gegenständen des landwirtschaftlichen Betriebes, sowie gemeinschaftlicher Verkauf landwirtschaftlicher Eczeugniffe. Der