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ihrem Pausenweisen Schlaf erwachte, trafen ihre Augen stets in die seinen, die mit tiefer Zärtlichkeit auf sie gerichtet waren. Und ihr wilder Junge, der sich so gern im Freien tummelte, fass stundenlang neben ihrem Lager und las ihr mit seiner frischen Kinderstimme und brachte ihr Feldblumen, die er unter ihrer Leitung zu hübschen Sträußen zusammen- stellte; und nie litt sie Schmerzen, immer war ihr leicht und Wohl, nur freilich — schwächer wurde sie von einem Tag zum andern.

Nach einer eingehenden Unterredung mit dem sehr kenntnisreichen Arzt schloß Fritz Norden sich eine Zeitlang in sein Zimmer ein und schrieb wiederum mehrere Briefe, nach Hamburg, nach Berlin, nach London und Newyork; diese Briefe enthielten alle dieselbe Mitteilung, denselben Wunsch: seine Frau sei sterbend, und nur um ihretwillen habe es ihn in Deutschland festgehalten; jetzt sei seines Bleibens dort nicht länger, der Aufenthalt in seinem Vaterlande sei ihm verleidet, und er bäte seine ehemaligen Geschäftsfreunde, die ja genau wüßten, was er leisten könne, dringend, ihn je eher je lieber irgendwo im Ausland, gleichviel wo, zu Placieren; er würde ihnen für diesen Dienst aufrichtig dank­bar sein.

Die Antworten ließen nicht lange auf sich warten; es liefen zwei Anerbietungen ein, von denen aber nur eine wirklich wertvoll war. Das Berliner Bankhaus, bei dem Norden jahrelang tätig gewesen war, schrieb ihm, es sei durch plötzlichen Todesfall ein außerordentlich vorteilhafter Posten in einem englischen Handelshause auf Iokohama in Japan erledigt worden; er solle sich rasch entschließen, wenn er ihn haben wolle, man hätte zuerst an ihn gedacht, da man ihm die notwendige Umsicht und Energie für die immerhin schwierige und verantwortliche Stellung zutraue und überdies wisse, welch ein brillantes Englisch er spreche. Bewähre er sich dort gut, wie es nicht zu bezweifeln sei, so könne es sich leicht ereignen, daß er im Verlauf der Zeit Teilnehmer der dortigen Firma werde, und was das zu bedeuten habe, werde er aus beiliegenden Papieren, die ihm Aufschluß und Einsicht über die Bedeutung und Ausdehnung des Geschäftsbetriebs gewährten, leicht ersehen können.

Ungesäumt setzte Fritz Norden sich nieder und schrieb, er werde in kürzester Frist herüberkommen; dann beauftragte er einen zuverlässigen Mann mit dem Verkauf seines Mobi­liars und dem Ordnen verschiedener Angelegenheiten in Hamburg. Er wollte so rasch als möglich die Schiffe hinter sich verbrennen.

Helene fragte lächelnd, was denn ihr Liebster so lange getrieben, es sei ja ein unerhörter Fall, daß er sie so lange Zeit allein gelassen habe; Hellmut hätte sich zwar auf das liebenswürdigste bereit erklärt, ihr ben Papa zu ersetzen, aber das hieße doch auch von einem noch nicht zwölfjähri­gen Jungen etwas zu viel verlangen. Fritz faßte die schwachen Hände zärtlich in die seinen, führte sie an seine Lippen und bat um Verzeihung. Er hätte eine neue, sehr vorteilhafte Stellung in Aussicht und müßte die Verhand­lungen darum mit Eifer betreiben. Es sei sehr weit fort, vielleicht sei er gezwungen, vorauszugehen und sie mit Hell­mut nachfolgen zu lassen, wenn sie die zu einer so beschwer­lichen Reise erforderlichen Kräfte gesammelt habe. Seine Stimme bebte nicht bei diesen Worten, er lächelte ihr ganz hoffnungsfreudig zu, und die schöne, sterbende Frau gab dies Lächeln ebenso zurück.

Es war am fünfzehnten September, an einem goldig klaren Herbsttage, als Helene klagte, sie sähe nicht recht, es verschwimme ihr alles so eigentümlich vor den Augen, und ob es wohl möglich sei, daß sie Fieber bekäme, ihre Stirn sei ganz heiß und feucht. Fritz saß neben ihrem Bett und stützte sie in seinen Armen, der Arzt war einmal da gewesen, hatte ihr beruhigend zugeredet und versprochen, bald wieder- zukommen; an der Tür hatte er sich umgewendet und Fritz mit einem ernsten, bedeutungsvollen Blick angesehen.

Sie waren miteinander allein, die beiden, — der Vater hatte seinen Knaben fortgeschickt, — das Kind sollte es nicht sehen, wie seine Mutter starb! Ganz leise, liebkosende Worte fielen von den Lippen des Mannes, das goldene Lockenhaar lag an seiner Brust, wie damals, vor vierzehn Jahren, als der weiße Schmetterling ihm an das Herz geflattert war im sonnigen Lebens- und Liebesfrühling. Soviel Fritz auch zurückdachte und redlich sich selber prüfte, es wollte ihm keine trübe Stunde einfallen, die er seiner Geliebten je durch seine Schuld bereitet, kein Leid, das er ihr nicht nach besten Kräften erspart, keine Bitte, die er ihr aicht freudig bewilligt hatte. Hier sprach sein Herz ihn frei,

aber MtnFel und drohend hob die Schuld, die Sünde, die ei aus übergroßer Liebe zu seinem Weibe, seinem Kinde auf sich geladen, ihr Haupt, und wollte nichts davon wissen, daß der Zweck die Mittel heiligt und daß es kein Verbrechen sei, von bem Ueberfluß eines andern einen Teil zu nehmen, um der eigenen Not und der seiner liebsten Angehörigen vorzu- beugen. Und wie Skorpione geißelten das wunde Herz des Mannes die Worte, die sein ahnungsloses Weib gestern noch zu Hellmut gesprochen: „Laß es dein höchster Ehrgeiz sein, so zu denken, so zu werden tote dein Vater! Mag er in seiner reinen Herzensgüte, seinem bedeutenden Wissen, vor allem aber in seiner lautern, makellosen Ehrenhaftigkeit das leuchtendste Vorbild, das höchste Ideal sein, das du dir je erwählst!"

Und das Kind hatte mit feierlichem Ernst in den. schönen Augen zu der Mutter aufgeblickt und gesagt: „Das ist schon jetzt so, mein liebstes Mütterchen, und wird auch immer so bleiben! Weißt du, Vater, obgleich er ja ein Kaufmann ist, aber er kommt mir so vor wie die Ritter in meinen Bückern, die Ritter meine ich aus dem Mittelalter, weißt du wohl, die so stolz und edel waren und zehnmal eher den Tod erdulden, als einen leisen Hauch auf dem blanken Wappenschild ihrer Ehre leiden mochten!" Nun, es war ein schwärmerischer Kinderausspruch gewesen, aber schön mußte es sein, dies begeisterte Lob wirklich zu verdienen!

„Wie fühlst du dich, Liebling?" fragte Fritz ganz leise.

„Sehr wohl, liebster Mann, nur die Augen, — ich weiß gar nicht, was das sein kann, ich sehe dich nicht!"

Sie drängte sich näher an ihn und hob mit einem müh­samen, verschüchterten Lächeln die Augen zu ihm empor, — der goldene Sonnenstrahl in ihnen war erloschen.

Eine ungeheure Angst faßte den Mann, preßte ihm das Herz zusammen, seine Tränen fielen rasch und heiß auf ihr dichtes Haar; sie merkte es nicht, sie sah es nicht!

Plötzlich rüttelte es sie, wie ein kalter Schauer, sie fuhr hoch auf in seinen Armen, richtete sich fast allein empor und sah ihn ungläubig an, wie Kinder tun, wenn etwas Ent- setzliches, für sie Unfaßbares sich vollzieht.

„Fritz, — es ist, — das kann doch nicht, — wie ist das möglich?"

Und unter diesen leise gehauchten Worten brach sie hilf- los an seiner Brust zusammen und war tot.

Ein lang vorhergesehener Schmerz, ein großes Unglück, das man langsam hat herankomemn sehen, das trägt sich leichter, sagen die klugen Leute. Ja wohl! Mitten in seinem bren­nenden Schmerz versuchte Fritz Norden, sich das klar zu machen, sich zu sagen, wie lange es schon her sei, daß ihn die Aerzte auf dies unabwendbare Unglück vorbereitet hatten, es blieb aber bei einem ohnmächtigen Versuckl Kaum vierzehn Jahre hatte sein holdes Lebensglück gemährt! Und sie, so jung noch, so schön und glücklich, so lebensfreudig und mit der seltenen Gabe, andere zu beglücken, im höchsten Maß ausge­stattet, sie sollte er nun hinuntersenken in die kalte Gruft!

Sein Sohn kam ahnungslos heim, das arme Kind war ganz wehrlos gegenüber diesem ersten bittern Schmerz! Der Vater zog ihn in seine Arme, und sie weinten lange zusammen, dann sprach Fritz Norden zum erstenmal mit seinen' Sohn nicht wie mit einem Kinde, sondern wie mit einem Freunde.

(Fortsetzung folgt),

Naialy's Verlobung.

Novelle von Anna Treichel.

(Schluß.) (Nachdruck verboten.)

Was Nataly letzthin schon öfters erwogen, nämlich an ihre eigene Verlobung zu denken, nahm jetzt eine festere Form an, ja, war fast zum bestimmten Entschluß heran- gereift.

Sie brauchte ja nur zu wählen, — Nataly lächelte stolz. Aber wen? Lieben, wirklich lieben tat Nataly keinen, das kam also nicht in Betracht, darauf durfte sie auch nicht warten; sie würde niemand lieben, weil dieses Gefühl ein­fach in ihrem oberflächlichen, keiner tieferen Regung fähigen Herzen überhaupt nicht aufkeimen und existieren konnte! Gefallen tat ihr mancher, war aber aus diesem ober jenem Grunde kein geeigneter Gatte für sie. Sie dachte an der

und jenen ihrer Bewerber, welche sich um ihre Gunst be­mühten und denen nur ein klem wenig mehr Entgegen­kommen ihrerseits das entscheidende Wort auf die Lippen treiben würde.

Da blieben nun zwei zur engeren Wahl. Der Haupt­mann v. Pflammern, ein brünetter Adonis, eine elegante Salonfigur, 100 000 Mark Privatvermögen dazu, — und dann der Rittergutsbesitzer und Leutnant der Reserve von Ohnstädt, ein blonder Recke, natürlich auch reich! An beiden hatte sie im Grunde nichts auszusetzen, — Pflammern ge­wann durch sein witziges heiteres Wesen, Ohnstädts würdige Ruhe wirkte jedoch ebenso einnehmend.

Nataly überlegte her und hin, endlich hatte sie einen festen Entschluß gefaßt, sie wollte das Schicksal entscheiden lassen.

„Sonnabend ist der Ball bei Frau V. Stadel," sprach sie zu .sich selber, — „dort soll sich's entscheiden, das Schick­sal wird mir schon sicherlich einen Wink geben, und den will ich dann beachten!"

Sie stand auf, nickte im Vorbeigehen ihrem Bilde im Spiegel mit befriedigtem Lächeln zu und schrieb dann ein Billet an ihre Modistin, daß sie morgen um 4 Uhr nach­mittags erscheinen werde, um die neue Balltoilette anzu­proben.

Auf den von Frau Stadel gegebenen Festlichkeiten amü­sierte sich ein jeder, das stand nun einmal fest, — und kommen taten alle gern, auch das war eine alte Tatsache, ohne zwingenden Grund blieb niemand aus. Wenn man hereintrat in die licht- und wohlgeruchdurchfluteten Räume, das schillernde Gewoge von geschmückten Menschen, all' die frohen Gefickter sah, so umhüllte die Ballsaalluft sofort die Sinne mit ihrem bestrickenden Hauche, so fühlte man sich sofort heiter und animiert gestimmt. Man dachte nicht mehr daran, daß es auch Elend und Jammer auf der Welt gäbe, der zerfallenen Hütten mehr als glänzende Prunk­säle; dachte nicht daran, daß auch dieser schöne Ball nur wenige Stunden dauere, welche bald verflogen wären, und dann manches zerrissene Kleid, manches betrübte Herz im Gefolge hätte und die Tränen derer, welche vor den Leuten lächelten, um daheim im stillen Kämmerlein desto tiefer zu verzagen, — man lebte nur dem Augenblicke.

Nataly V. Schulfen war heute schöner und strahlender denn je und aus ihren Mienen sprach vollste Zufriedenheit mit sich selber, mit dem Feste und der eigenen Bedeutung auf demselben. In ihrem Herzen aber lebte die Spannung und Erwartung, — das Schicksal sollte heute ja entscheiden!

Sie hatte soeben mit Herrn V. Ohnstädt getanzt un­lehnte nun, sich eifrig fächelnd, etwas abseits in einem Sessel, wohin ihr Partner sie geführt. Er selber war neben ihr stehen geblieben, ihre Erscheinung mit warmem Blicke um­fassend, sein Antlitz nahm einen ernsten Ausdruck an, man sah es ihm an, daß er etwas auf dem Herzen hatte.

„Hu, was machen Sie denn plötzlich für ein ernstes Ge­sicht, Herr v. Ohnstädt, Sie denken wohl über die Quadratur des Zirkels nach!" lachte Nataly ihn an.

„Nicht doch, Fräulein V. Schulfen, — aber trotzdem ist's ein Zirkel, ein gar immberfamer, in welchem fick all' meine Gedanken einherbewegen, — ein echter Zauberkreis, — immer rund herum, immer um ein und denselben Gegen­stand" — seine Stimme bebte leise.

„Sie machen mich neugierig — was ist denn das für ein närrischer Kreis?"

„Wollen Sie es wirklich wissen, Fräulein Nataly?" Es klang eindringlich und betont.

„Freilich, Herr V. Ohnstädt, — ich entsage nicht so leicht dem, worauf ich mich einmal kaprizierte!" Lächelnd schaute sie ihn an. Im Stillen dachte sie: „Das Schicksal will mir Ohnstädt bescheren, er spricht zuerst von Liebe, — gut so, eigentlich ist er doch netter als Pflammern!"

Da begann Ohnstädt auch schon seine Erklärung: „Es ist der Zauberkreis der Liebe, in dem ich mich gefangen habe, der ohne Anfang, ohne Ende ist, in dem ich nun umherirre, ruhelos, sehnsuchtsvoll, — und aus dem mich nur die Hand, welche mich dorthin gebannt, erlösen kann —"

„Wie schön er spricht!" denkt Nataly, - „er scheint mich sehr zu lieben!"

„Diese Hand, welche es kann," spricht Ohnstädt weiter, „welche mir die liebste und schönste auf Erden ist, h^ zu besitzen mein höchstes Glück ausmacht, gehört

Er kann nicht weitersprechen, Schritte nahen, rauschend setzt die Musik ein, und Hauptmann v. Pflammern steht vor Nataly, sie zu einer Extratour zu holen.

„Sie entschuldigen," verbeugt er sich gegen Ohnstädt. Nataly erhebt sich sogleich und fliegt in des Hauptmanns Arm graziös durch den Saal.

Ohnstädt dreht sich mit gekrauster Stirn unmutig seinen , Schnurrbart, dann, um seine Erregtheit abzuleiten, schreitet ' er schnell davon und fordert eine andere Dame auf. Ueber deren Schulter hinweg suchen seine Augen Nataly, er achtet kaum auf den Takt, vergißt das glatte Parkett und sein r^uhreramt, — Nataly gelten seine Gedanken! Die Folge davon ist, daß er stolpert, dadurch verwirrt, Vollendes aus- gleitet und plötzlich der Länge nach auf dem Boden liegt, seme Dame mit sich reißend, — das nächste Paar, gerade in einer Galoppade begriffen, kann nicht rasch genug an­halten, stößt mit kräftigem Ruck an das lebende Hindernis und kommt ebenfalls unschön zu Fall! Der Tanz stockt, man ist den Gefallenen beim Aufstehen behülflich, man tuschelt, sieht sich schadenfroh und hämisch lächelnd an, die in Mitleidenschaft.gezogene Dame macht ein bitterböses Ge­sicht und faßt prüfend nach ihrer Frisur! Ohnstädt ent­schuldigt sich verlegen, — auf seinem Knie klafft ein Riß in dem schwarzen Beinkleid. Er flüchtet hinaus und ahnt nicht, daß Natalys Blicke ihm in Zorn und Empörung fol­gen, daß sie böse halb und doch halb erleichtert denkt: „Gott sei Dank, daß er vorhin nicht dazu kam, mir seine Liebe zu gestehen, wie entsetzlich wäre es gewesen, jetzt mit einem Manne verlobt zu sein, welcher sich auf diesem reizenden Feste in einer solch gräulichen Art und Weise blamiert un- lächerlich gemacht hat! Pflammern kam zur rechten Zeit, deutlich genug hat doch das Schicksal entschieden!"

Daß dieser Unfall vielleicht nicht geschehen wäre, wenn Ohnstädt sich ihr gegenüber ausgesprochen hätte, daß er im übrigen auch Pflammern ebenso gut passieren konnte und daß es von ihr selber doch mehr als oberflächlich und un- würdig war, eine derartige Aeußerlichkeit über ein ganzes Leben entscheiden zu lassen, — daran dachte das Weltkind nicht! —--------

Den Kotillon hat Nataly dem Hauptmann v. Pflam­mern zugesagt. In animierter Unterhaltung sitzen sie bei­sammen.

„Dies ist der schönste Kotillon, den ich in meinem Leben Getanzt habe, Herr Hauptmann!" sagt Nataly.

Pflammern sieht sehr geschmeichelt aus, ein feines Not fleigt in sein Gesicht, dann schaut er Nataly forschend an, wie er wohl ihre Worte aufzufassen habe. „Gnädiges Fräu­lein belieben zu scherzen!" antwortet er in anscheinender Un­gläubigkeit.

„Aber nein doch, Sie Ungläubiger, ich meine es im Ernst!"

„Ah!" macht er. Ein Weilchen schweigt er und spielt an seinen Handschuhen. „Gnädiges Fräulein machen mir Mut —"

„Mut? Bedarf es dessen denn noch bei einem so schnei­digen Offizier?"

Er lächelt, er weiß nun, woran er ist, ohne weitere Ver­legenheit fährt er weiter fort: „Also Attacke, — und er­hoffe Kapitulation und Sieg! Gnädiges Fräulein wissen längst, daß ich für gnädiges Fräulein schwärme — rettungs­los" — er legt die Hand auf/Die Herzstelle, — „darf ich fragen, ob gnädiges Fräulein mich auch als Partner zum reizendsten Kotillon fürs Leben haben möchten?"

Sie sinnt eine Weile nach und denkt: „Ohnstädt sprach doch viel, viel gemüt und liebevoller, — aber —"

Pflammern redet lächelnd weiter und ein seltsamer Zu­fall läßt ihn gerade die Worte wählen, welche Natalys Ge­danken ergänzen: „Soll himmlisch werden, kein solch lächer­liches Intermezzo, wie vorhin zum Beispiel dem Ohnstädt passierte, darin Vorkommen, — auf Ehre!"

Nataly strahlt ihm verheißend an. „Lieber Herr von Pflammern, — also ja, kurz und gern!"

„Famos!" jubelte er beglückt, „Dank, tausend Dank, —• das schönste Mädchen ist nun meine Braut!"

„Ja, nun bin ich Braut!" sagt sie triumphierend, aber ohne sonstige Empfindung.

Soll man nun lachen ober weinen, wenn man bedenkt, wodurch heutzlüage doch manchmal so eine Verlobung ent­schieden wird!?-------------