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dem Banditen RaisuN gestellten Bedingungen erfüllt werden sollen. damit die Freilassung der von Naisuli fortgeschleppten Weißen beschleunigt werde. Zu diesen Forderungen Rai- sulis gehörte auch die Absetzung des diesem verhaßten Gou­verneurs von Tanger. Er mußte gehen, und ein Naisuli genehmer Gouverneur wurde an seiner Statt eingesetzt. Ob die Amerikaner aber abziehen werden, wenn alle ihre Forde- rungen erfüllt sind? Das scheint mindestens fraglich.

*$< Nun haben auch die Briten ihren südafrikanischen Eingcborencnailfstand. In Pretoria ist jetzt eine De­pesche eingelaufen, wonach im Bezirk Zoutpansberg unzweifelhaft Weiße von Eingeborenen ermordet worden r sind. Da die Buren drohten, die Gegend zu verlassen, wenn ' ihnen nicht hinreichender Schutz gewährleistet würde, wurde eine Abteilung der südafrikanischen Polizeitruppe an die : Grenze entsandt. Gerreral Beyers ist nach Norden abgereist, um zur Bewaffnung der Buren an der Grenze 500 Feuer­waffen zu verteilen. Wahrscheinlich ist dieser Aufstand nur das Vorspiel zu der schon mehrfach prophezeiten allgemeinen Negererhebung in Südafrika.

gianC,

vor bleibt die „grüne Insel" das Schmer zenskind Britanniens. In Irland will cs noch immer nicht Frieden werden. Die Versöhnungsvcrsilche des britischen Königspaares haben nicht viel gefruchtet. Nachrichten mel­den bedenkliche Unruhen in Irland, die während der letzter Lage,besonders in der Grafschaft Cork, stattgefunden haben Die irische Liga nracht allen ihren Einfluß geltend, um du Pächter abzuhalten, auf die Bedingungen der Laudlords be dem Verkauf ihres Landes einzugehen. Viele der Pächter weigern sich, ihre Pacht zu zahlen, und die Landlords haben s ^ließlich die Hilfe der Gerichte in Anspruch genommen unk beginnen die Pächter zu pfänden und sie zu verjagen. In vielen Häusern mußten die Türen erbrochen, und sogar die Wände eingerissen werden. So scheint die irische Land­bill, die das Parlament nach langer Weigerung endlich ange nommen hat, das Gegenteil davon zu bewirken, was sie be­zweckte: Sie sollte den Uebergang des Grund und Bodens an die Pächter erleichtern. Anscheinend aber erschwert sü ihn nur, weil sie den Lords allzu großen Spielraum bei der Preisfestsetzung läßt.

HuFtraKen»

=4= Daß die Briten die Eingeborenen in ihren Kolonien nicht gerade mit Glacehandschuhen anfassen, ist eine alte Ge­schichte. Mitunter aber übertreiben sie das Maß des Not­wendigen in der an sich ja gerechtfertigten Strenge gegen die Eingeborenen ohne sonderliche Veranlassung in einer Weise, die alle human Denkenden zum Protest herausfordert. So kommen je^t' wieder aus Australien Meldungen, wonach es zu einem schweren Zusammenstoß zwischen Weißen und Schwarzen in Neuguinea gekommen ist, als ein englischer Dampfer von den Eingeborenen die Auslieferung mehrerer Schwarzer verlangte, die seiner Zeit an der Ermordung des Missionars Chalinkr beteiligt waren. Die Eingeborenen baten um Gnade, sie teilten mit, daß sie deshalb bereit'

strengstens bestraft seien und die Mörder nicht mehr untc> ihnen weilten. Als sich 5 0 Eingeborene zum Regi mehrere Hunder . folgten, eröffnete dir

unbewaffneten Feuer, daß

wieder erreichte.

rungsvertreter begaben

Schwarze Schiffsbesatzung borenen ein

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i und Booten die

derartiges

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Einge- nicht Dic

australische Bundesregierung hat über diese Massen­schlächterei eingehende Untersuchungen angeordnet. Dabei wird nun freilich nicht viel heraus springen. Der Kapitän

des englischen Dampfers wird sich schon herauszureden

Ibissen.

nor und tksdlscbaft.

*** Das Kaiserpaar begab sich gestern von Wild­park nach dem Stift Heiligengrabe zur Kapellenweihe. Auf dem Wege vom Bahnhof bis zum Stift bildeten über 1000 Kriegervereinsmitglieder der Ostprignitz Spalier. Die Aeb- tissin empfing dort die Majestäten und geleitete sie nach der Blutkapelle. Die Einweihung der Kapelle nahm Stiftprobst Generalsuperintendent Faber vor. Anwesend waren außer­dem noch der Kultusminister, der Minister des Innern und der Regierungspräsident. Nach der Weihe fand ein Früh­stück im Kapitelsaal statt. Die Abfahrt der hohen Herr­schaften nach Potsdam erfolgte kurz nach 1 Uhr.

I^eer und flotte.

Der Aktionsradius der Unterseeboote ist nach einem so- rben in Amerika ausaefübrten Versuch weit höher, als man

Der Wildhirt.

Eine oberhessische Dorfgeschichte von J. Becker. (Fortsetzung) (Nachdruck verboten.)

Allein dieser war auch schlau. Er ließ das Wildern wieder gut sein und den irmen Forstlaufer sich abmühen, bis er „auf keinem Bein mehr stehen konnte." Denn das Herumliegen Nächte lang und ganze Wochen hin­durch in ben Wäldern draußen mußte ja schließlich auch die kräftige Natur Wagner's angreifen.

Begegneten sich Beide, dann grinste Tiophel höhnisch lächelnd, was den Forstlaufer fast „um den Verstand brachte", Denn er sah darin, daß jener das Bewußtsein seiner Täterschaft absichtlich offenbarte, um ihn zu ärgern, weil ec ihm eben nichts anhaben konnte.

Der Krug geht jedoch so lange zum Brunnen, bis er einmal beicht So ging es auch dem Tiophel. Er dachte sich eines Tages, daß er dem Forstlaufer Wagner wieder einmal einen Streich spielen und sich einen guten Braten verschaffen könne. Zu dem Zwecke hatte er sein Augenmerk dort hinten auf den abgelegenen Breiten Grund gerichtet. Da traten Hirsche aus. Er hatte also in jener Gegend die beste Gelegenheit, aus dem Anstand etwas zu schießen.

Da er nun in der alten Lehmkaute sein Gewehr und sonstige Gegenstände versteckt hielt, so hatte er sie in der letzten Zeit fast jeden Tag besucht. Das war aber dem Forstlaufer Wagner, dec ihn mehrmals aus der Kaute hatte hecauskommcn sehen, aufgefallen. Daher nahm sich dieser vor, statt auf die Wildhütte lieber auf die Lehmkaute zu achten und zu spionicen, was in ihr vorging. Es ahnte chm, daß der Wildhirt in der Kaute irgenb etwas verborgen hielt.

Eines Nachts also aina Tiophel wieder in die

m-r^t annahm. Wie aus Newyork gemerdet wird, Tonnte Unterseeboot „Fulton" 12 ©tauben 23 Minuten unter Wasser weilen. Damit wäre die Möglichkeit gegeben, daß ein Unterseeboot 300 Seemeilen unter Wasser zurückleg.. Der strategische Wert der Unterseeboote erhöht sich durch diese Leistung bedeutend.,

Dem deutschen Kontreadmiral Grafen von Vaudissin wurde vom König von Spanien las G.oßkrcuz des Ordens für Verdienst zur See verliehen.

Deutscher Reichstag. -^

! (94. Sitzung.) CB Berlin, 9. Juni.

Einstimmig wurde heute das Gesetz betreffend die Be­kämpfung der Reblaus in dritter Lesung angenom- men, einstimmig, aber erst nach mehrstündigem Redekampfe, der besonderes Interesse nicht bot. Danach wurde die zweite Beratung des Gesetzentwurfs betreffend die K a u f m a n n s- geeichte fortgesetzt. Dabei gab es scharfe Erörterungen über die Gestaltung des Wahlrechts. Die Kommission hat sich für das obligatorische ProPortionalwahlspstent und für die untere Altersgrenze von einundzwanzig Jahren entschie­den, den Frauen aber nur das aktive Wahlrecht zugesprochen. Die Sozialdemokraten und Freisinnigen beantragten nun, ihnen auch das passive zu geben. Dagegen trat alsbald mit großer Entschiedenheit der Staatssekretär des Innern auf, Graf Posadowsky erklärte, daß für die Regierung nicht nur das hier beantragte passive, sondern auch das von der Kommission beschlossene aktive Wahlrecht der Frauen unan­nehmbar sei, ebenso wie die Herabsetzung der Altersgrenze von 25 auf 21 Jahre. Die Wirkung dieser Worte war, daß der Zentrumsabgeordnete Trimborn erklärte, daß er mit seinen Freunden, obwohl sie die Kommissionsbeschlüsse nach wie vor für das Bessere hielten, in den vom Staatssekretär bemängelten fünften diese fallen lassen und für die Regie­rungsvorlage stimmen würden, um nicht daS ganze Gesetz scheitern zu lassen. Der sozialdemokratische Abg. L i - Pinsky hingegen trat warm für den Antrag seiner Partei ein, und der freisinnige Abg. Dr. Müller-Meiningen bat dringend, das Haus möge sich durch die Worte des Staatssekretärs nicht beeinflussen lassen. Bei solcher Taktik werde man nie etwas von der Regierung erreichen.

Nab und -fern

"F „Elias II." in Berlin. Der amerikanische „Prophel Elias", John Alexander Dowie, hat seinen angekündigten Einzug in Berlin gehalten. Die alttestamentarische Einfach- Heit liegt dem modernen Elias nicht mehr. Er bewohnt im Bristolhotel Räume, die den Tag 160 Mark kosten. Er reist mit einem Gefolge von 13 Personen, darunter fünf Dienern, und fährt nur auf Gummirädern. Das tut aber seinem An­sehen unter seinen Anhängern keinen Abbruch, im Gegenteil. Aus der ersten Versammlung, die er hielt und die fast nur von Gläubigen besucht war, war am interessantesten seine „wissenschaftliche" Theorie über die Entstehung des Krebs." leidens. Die Krankheit komme durch den Satan in die Welt, durch Alkohol, Tabak, Schweinefleisch und Austern. Der Genuß von Schweinefleisch erzeuge Skrofeln, Krebs, Trichi- nosis, Cholera, Tuberkulose und Tod. Das Schwein sei gif­tiger als die Klapperschlange. In Amerika sei es der beste Vertilger von Schlangen, werde dick und fett dabei, werde in Chicago geschlachtet, und feine Schinken wanderten nach Deutschland. Wer von den Anwesenden jetzt noch Schweine­fleisch esse, dem sei Gott gnädig. Die Juden seien darum vom Krebs verschont, weil sie das unreine Schwein verdamm­ten. Der Krebs sei eine furchtbare Krankheit, der die Aerzte nichts anhaben sonnten. Er aber sei in San Francisco zur selben Zeit, als Kaiser Friedrich erkrankt sei, zu einer siebzig­jährigen Frau gerufen worden, die am Kehlkopfkrebs ge­litten, er habe ihr die Hände aufgelegt und über ihr gebetet, lind am 12. Januar 1904 habe dieselbe Frau ihn in San Francisco begrüßt. In Zürich, wo Dowie vor seiner Reise nach Berlin weilte, soll er ziemlich große Erfolge mit dem Seelenfang gehabt haben. In Berlin scheinen seine Chancen aber nur gering zu sein.

A Ueber die Entlarvung des Lustmörders Duwe durch einen Polizeihund werden uns noch folgende interessante Ein­zelheiten gemeldet: Der Verdacht, den grausigen Mord an der 11jährigen Helene Bebenroth auf dem Vorwerk Hagen­hof bei Königslutter verübt zu haben, lenkte sich von vorn­herein auf den Futterknecht Duwe. Um kein Mittel zur Ueberführung des Täters unversucht an lassen, begaben sich mehrere Herren vom Gericht, per Gerichtschemiker, sowie der Polizeiinspektor Bussenius mit dein Schäferhund „Harras" abends nach Königslutter. Um die elfte Stunde versteckten sich die Herren, außerdem Duwe "^ noch ein anderer Bewob-

Lehmkaute, um sein Gewehr zu holen. Es war um die Zeit der mitternächtigen Dämmerung, kurz nach Sommers-Anfang, also wo es nie völlig dunkel wird, sondern wo selbst um Mitternacht am Nordhimmel ein Heller Schimmer glänzt, dec den völligen Eintritt dec Dunkelheit verhindert. Ec grinste höhnisch, als er lautlos dahin schlich, denn er freute sich- schon im Stillen darüber, wie sich Wagner ärgern würde, wenn er das Fehlen emes Hirsches bemerkte.

Am Rande des Getreidefeldes, das sich vom Lichten Holze bis zur Gegend dec Wüstung hinzog, in der frü Lehm kaute lag, stand Wagner. Er sah durch dic Dämmecung bie Gestalt des Wildhirten daherkonnnen. Darum trat ec in das Aehrenfeld zurück. Nur etwa dreißig Schritte ging Tiophel an dem Forstlaufer vor­über nach der Kaute hinauf, ohne etwas von dem Auf­passer zu bemerken. Er verschwand in der Kaute, aber nicht lange. Bald erschien ec wieder und nahm seine Rtckstung nach dem Breiten Grund.

„Jetzt weiß ich, was ec Dor hat," murmelte Wag­ner „Heut Nacht krieg' ich Dich, Bürschchen!"

Er schlug ebenfalls seinen Weg ein nach dem Breiten Grund, wo er sich an einem passenden Ort versteckte.

Das Granen des Tages begann. Im Walde wurden vereinzelte Töne lebendig.

Da krachte ein Schuß.

„Jetzt", flüsterte Wagner, vor Aufregung zitternd, indem er innerhalb des Waldes der Richtung des Schalles nachging. Vorsichtig und möglichst geräuschlos schlüpfte ec, von Baum zu Baum springend, durch das Dickicht dahin.

Da sah er in dec Entfernung, zwischen den Bäumen hindurch, sich etwas bewegen. Jetzt galt es Vorsicht.

ner von Königslutter, auf Den sich Der Beröacht gelenkt hatte zusammen acht Personen, auf dem Grundstücke der Witwe Bebenroth. Nun wurde „Harras", der zuvor an den Tatort geführt worden war, wo sich noch Blutspuren usw. befanden, auf die Suche geschickt. Er beschnüffelte erst einen Herrn der Staatsanwaltschaft, der sich in dem Raume, wo der Mord ver­übt worden war, aufgehalten hatte, wandte sich aber bald wie­der von ihm ab und suchte weiter. Plötzlich sprang er mit kühnem Satze auf einen anderen, der laut „Au!" schrie. Aus ■ die Frage: „Wer schreit hier?" — denn in der Dunkelheit ’ war niemand zu erkennen — erfolgte die Antwort: „Ich!" und auf die weitere Frage: „Wer ist der Ich?" die Antwort: i „Duwe!" Nun wurde der gleiche Versuch noch zweimal wie- derholt, und zwar änderten die dabei Beteiligten jetzt ihre - Verstecke. Ohne langes Suchen sprang beide Male „Harras" auf Duwe los, ritz ihm das Beinkleid entzwei und biß ihn in Wade und Fuß. Duwe gestand dann, wie bereits gemeb I bot seine Tat. Etz soll auch die vor längerer Zeit auf dem Grundstücke der Heil- und Pflegeanstalt in Königslutter aus- j gebrochenen Schadenfeuer angelegt haben.

A Blitzzüge Berlm-Koln tn fitnf ^runoen weroen von oet : preußischen Eisenbahnverwaltung geplant. Bisher beträgt die Fahrzeit zwischen den beiden Städten 11 Stunden.

□ Streikmiruhen führten in den Reisniederungen der Lombardei zu Zusammenstößen zwischen Arbeitern und M- ' Gtär. Bei einem dieser Plüsche wurden 6 Arbeiterinnen j durch Bajonettstiche verletzt.

cf1 Explosionskatastrophe. Wie aus Palermo gemeldet ! wird, ist die pyrotechnische Anstalt in Montelepo in die Lust j geflogen; der Besitzer der Anstalt, dessen Sohn und ein An- !

"stellter mürben getötet, zahlreiche Personen mehr oder niinber schwer verletzt

T Nanbanfall. Auf den 20jährigen Volontär Manuel H Pero aus Berlin wurde in Hamburg auf dem Hausflur einet : Fabrik ein Raubanfall verübt und ihm 1200 Mark abge­nommen, die er eben erhoben hatte. Der Räuber feuerte einen Revolver auf den jungen Mann ab und verletzte ihn ni^ unbedenklich an der Schulter.

A Ein Polizist von Einbrechern ermordet. In der rhein- heffischen Ortschaft Lorsch tourbc der Pa lizeidiener Schneller ! ermordet aufgefunden. Die Täter sind lvahrscheinlich einige । schon lange gesuchte Einbirecher, die >vr Beamte überrascht hat. Bei der Erfüllung seiner Pflicht hat er Dann einen - gewaltsamer« Tod gefunden.

-fr Selbstmord eines des Raubmordes Beschuldigten. Ein h tragischer Vorfall ereignete sich im Untersuchungsgefängnis / zu Darmstadt. Dort erhängte sich der der Ermordung und j ° mbung des Auszüglers Wältz schwer verdächtige Ar- bei^r Rothermel. Vor Ausführung der Tat hat der Ange- p klagte auf den Fußboden seiner Arrestzelle mit Kreide letzte Bestimmungen über die Erziehung seiner vier Kinder nieder- p geschrieben und noch einmal seine Unschuld versichert.

Hus dem tiericbtssaal.

§ Eine sensationelle Enthüllung im Pommernbankprozeß machte der als Zeuge vernommene Geheimrat Budde. Er sagte aus, daß der Angeklagte Schultz, um Titel und Ehren zu erwerben, den Hofmarschall der Kaiserin Freiherrn von . Mir back) über seinen und der Bank Reichtum getäuscht und ■ bewogen habe, 500 000 Mark von ihm zu wohltätigen x Zwecken anzunehmen. Geheimrat Bridde, der die sanierte Bank leitet, erklärt weiter, daß er mit dem Landwirtschafts­minister v. Podbielski im vorigen Jahre Rücksprache genom- ruen habe, ob vielleicht eine Rückerstattung der Summen er­reichbar wäre. Er hörte aber, daß sie verausgabt seien, und es bestehe auch juristisch ein Rückforderungsrecht nicht.

§ Ein gefährlicher Liebhaber. In Darmstadt stand der 24jährige Fabrikarbeiter Ludwig Laut wegen Mordversuches und Körperverletzung vor dem Schwurgericht. Laut wohnte seiner Zeit bei dem Laternenwärter Mink, mit dessen Tochter er ein Verhältnis unterhielt. Es kam zwischen den Verlobten zu Zloistigkeiten, die Mink brach ihre Beziehungen zu Laut ab und dieser mutzte die Wohnung verlassen. In der Nacht zum 21. März stieg er durch ein Fenster in das Zimmer seiner Geliebten und brachte ihr mit einem Messer mehrere Stiche bei. Auch den Vater, der zu Hilfe eilte, verwundete er schwer. Die Verletzten sind inzwischen beide wieder hergestellt. Laut, der gestand, daß er das Mädchen habe töten wollen, wurde vom Schwurgericht zu einer Zuchthausstrafe von vier Jahren acht Monaten verurteilt.

§ Todesurteil. Vor dem St. Pöltener Schwurgericht hatte sich der 2öjährige Knecht Josef Wieder aus Schranzenbach wc^en Mordes au verantworten. Er batte feine Geliebte

Das Herz des Focstlaufers klopfte höcbac. Ec mußte an sich halten, um feine Kaltblütigkeit wieder zu ge­winnen.

Immer hinter den Bäumen Deckung suchend schlich ec näher, bis ec endlich hinter einer mächtigen Buche, deren dicker Stamm ihn vollständig verbarg, Aufstellung nahm, da er von hier Alles überseben konnte, was sich da am Rande des Waldes, vielleicht nur achtzig bis hundert Schritte von ihm entfernt, abspielte.

Ec^ sah den Wildhirten eifrig damit beschäftigt, einen Hirsch aufzubrechen und zu zerwirken. Dann und wann schaule er sich bei dieser Arbeit um, ob nichts Verdächtiges wahrzunehmen sei, wonach ec sich mit erneutem Eifer wieder an seine Arbeit machte. Die Büchse des Wildhirten stand, etwa zwanzig Schritte von ihm entfernt, an einen Baum gelehnt.

... "®ie ibpct)fc muß ich haben," dachte Wagner, „dann fft er vollständig in meiner Gewalt."

Ec verließ sein Versteck und näherte sich vorsichtig und grälischlos dem Orte, wo die Waffe lehnte. Der Wildhirt, sich sicher wähnend und durch seine Arbeit vollständig in Anspruch genommen, merkte nicht, was hinter ihm im Walde vorging. Plötzlich aber war eS ihm doch, als schleiche Jemand durch die Buchen. Er wandte sich um. Da stand Wagner neben dem Baume und hatte seine, des Wildhirten, Büchse in der Hand. Mit einer raschen Bewegung hatte er sich diese umge­hängt und dann nahm er seine eigene Waffe schußbereit zur Hand.

Diesmal grinste der Wildhirt nicht höhnisch.

„Hab' ich Dich endlich, Bursche?" rief Wagner triumphierend. „Ich möchte Dich freundlichst bitten, das Messer fortzuwerfen, sonst schieß ich Dir den Arm entzwei. Eins, zwei--" .

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