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Mein Sohn, mache Geschäfte mit Leuten, die anzeigen, denn diese sind intelligent, Du wirst nie dabei verlieren.

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Lokalts.

2. April 1904.

** Der Großherzog hat dem Generalleutnant Frei­herrn von Gall, Kommandeur der Großh. Hessischen (25.) Division, das Großkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.

** Der Großherzog hat dem Oberförster der Ober- försterei König, Wilhelm Hoffmann, dem Oberförster der Oberförsterei Kranichstein, Walther Freiherrn van der Hoop zu Darmstadt und dem Oberförster der Obersörsterei Hoch- Weisjel, Karl Schlotterer zu Butzbach den Charakter als „Forstmeister" erteilt.

** Durch Entschließung Großh. Ministeriums des Innern sind die Lehramtsakzessisten Wilhem Angelberger in Daimstadt, Wilhelm Becker in Offenbach, Otto Diehl in Michelstadt, Karl Herbert in WormS, Otto Kammer in Alsfeld, Wilhelm Kolb in Nidda, Karl Schmidt in Mainz, Kaspar Schmidt in Worms und Dr. Johann Schwarz in Dieburg zu Lehramtsassessoren ernannt worden.

** Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuer­wehren wurde verliehen dem Mitgliede der freiwilligen Mrwehr zu Offenbach, städtischen Branddirektor und Kreis- skuevWehrinspektor Johann Josef Karl Müller.

* Seitens der Großh. Ministerien des Innern und der Finunzen wurde mit Allerhöchster Ermächtigung Sr. Königl. Hoh.eit des Großherzogs ein noch (mitzuteilender) Gesetz­entwurf, die Forstverwaltung des Groß- Heczogtums Hessen betreffend, nebst allgemeiner und besonderer Begründung den Ständen des Großherzogtums, und zwar zunächst der Zweiten Kammer, zur verfassungs­mäßigen Beratung und Beschlußfassung übersandt.

** Herr Regierungsassessor Herberg über­nahm heute die Leitung M Polizeiamtes Gießen.

** Der Regierungsassessor Graf Karl zu SolmS- Laubach wurde mit der kommissarischen Verwaltung des Lavdratèamts Schlüchtern betraut.

T Das Bahnprojekt Gießen- Bran dobern- dorf soll gemeinsam mit dem Solmsbachtalprojekt, welches von Wktzlar aus erstrebt wird, an maßgebender Stelle befürwortet werden. Bei erfolgender Ablehnung, so schreibt der „F. Gen -Anz.", ist beabsichtigt, von Gießen aus nur das Kleebachtal-Prsjekt — Gießen-Brandoberndorf — zu verfolgen.

** Der 2. Kursus für Fleischbeschauer wurde am 31. v. M. mit einer Prüfung durch KreiStierarzt Schmidt geschlossen. Von den 88 Teilnehmern waren 18 auS dem Kreise Gießen, 36 aus dem Kreise Friedberg, 3 auS Schotten, 6 Lauterbach, 10 Alsfeld, 15 Büdingen.

X Hermann Moter f. Der Notiz in der letzten Nummer unseres Blattes über das Ableben des früheren Großh. Kreisarztes in Beerfelden Dr. Hermann Moter sei noch ber chtigend hinzugefügt, daß Moter während seine Studienzeit in Gießen nicht der Teutonia, sondern derram / 3. August 1840 gegründeten Rhenania angehörte. Erst nach deren Auflösung im Juli 1843 hielt er sich zu den Teutonen, kneipte mit denselben und war auch als Paukarzt für sie tätig. Zur Anerkennung seines stets betätigten großen Interesses und Anhänglichkeit wurde ihm dann am 22. No- Nkwber 1846 vom C. G. der Teutonia das Corpsband dediziert.

** An der Handelshochschule zu Köln ist eine Do-

*"0^ ^mtur für Post und Telegraphie errichtet und ^^limvern sie v üiifi dieselbe der Poftrat bei der dortigen Kaiserlichen Ober- '^L^tigen % Postdirektion P. Joh. Bruns berufen worden. Bruns

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villd über Post und Telegraphie l-sen, mit besonderer Be- lillSsichtigung der Beziehungen des Kaufmanns zur Post und

nt)e[fcn %%^: Telegraphie: Postzwang und Garantie, die Post- und Tele- sEN ^^> graphenordnung mit Hinweis auf den technischen Betrieb, den ^ do ftbankwesen, Weltpost, Ueberseeische Verbindungen, Taxwesen. *♦ Gießener Stadttheater. Bezüglich des

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Po«lizeibefehls, der unlängst iv Sachen des „Gießener Fest- jaails" erlassen wurde, .erfahren wir, daß die vom Vorstand des Theatervereins mit den zuständigen Stellen gepflogenen Besprechungen zu einem Resultat geführt haben, das eine befriedigende Lösung des Konflikts erhoffen läßt.

* Der Gemischte Chor des Ev. A.-V. veranstaltete am 2. Feiertag Abend im Saale des Gastwirts Sauer einen Familienabend. Außer den von dem Chor vorgetragenen Liedern wurden einige Zither- und Mandolinenvorträge, sowie humoristische Vorträge zu Gehör gebracht, die von den Anwesenden mit großem Beifall ausgenommen wurden.

X In der Nacht vom 29. auf 30. vor. Mts. ist in Gießen an 5 verschiedenen Stellen eingebrochen worden. Den Einbrechern fielen aber nur an zwei Plätzen Beträge in einer Gesamthöhe von 30 Mark in die Hände. Nach der Art der Ausführung der Dieb­stähle und der beim Erbrechen der Behältnisse benützten Werkzeuge besteht kein Zweifel, daß die Täter dieselben waren, welche in der Nacht vom 26. auf 27. November vor. Js. eine Anzahl Einbrüche in hiesiger Stadt be­gingen, nachdem sie in der Nacht vorher in Kassel mehrere gleiche Einbrüche verübt hatten. Es hatten die Ermittlungen der hiesigen Kriminalpolizei ergeben, daß 2 Unbekannte, anscheinens Italiener, in Betracht kommen, welche ein Fahrrad mit sich führten und wird es jetzt gelingen, die Diebe dingfest zu machen. Dieses Fahrrad, daß aus einem zu Bolchen bei Metz be­gangenen Einbruch herrührt, fand sich im Felde an der Marburgerstraße demoliert vor. Die Diebe hatten es als hinderndes Balast demoliert und liegen gelassen. Von der Grenzpolizei zu Noveant-Eorny wurde nun am 31. v. Mts. ein Mensch verhaftet, welcher angab, er sei bei Gießen überfallen und seines Fahrrads be­raubt worden. Diese, sowie seine weiteren Angaben bezüglich des Ueberfalls erwiesen sich als falsch und be­steht kein Zweifel, daß dies einer dec Einbrecher ist.

* ** Der Vorstand der neuen Mittetstands- v er einigun g (Zentrale Hannover) hat sein erstes Rund­schreiben erlassen. Die Mittelstandsvereinignng die sich satzungsgemäß die Aufgabe gestellt hat überall im Reiche Ortsvereinigung ins Leben zu rufen und diese zu einem Verbände zusammenzuschließen, hat in diesen Tagen den Chefredakteur Ehler Reimers als Generalsekretär angestellt.

— J n Rheinhessen haben 18 Orte, mit zusammen 16000 Einwohner, des Selz-Wiesbachgebiet die Erbauung einer gemeinsamen Wasserversorgung mit Zentralpumpwerk beschlossen. Der Bau und Betrieb der Anlage soll auf genossenschaftlichem Wege erfolgen. Aus dem Kreis Bingen kommen die Gemeinden Nieder-Hilbers­heim, Bubenheim, Engelstadt und Jugenheim, aus dem Kreis MainzStadecken, aus dem KreisOppenheimPartenheim,Nieder- Saulbeim, Vendersheim, Ober-Saukheim, Gau-Bickelheim, Gau-Weinheim, Sulzheim, Wörrstadt, Schimsheim, Eichloch, Armsheim, EnSheim und Spiesheim in Frage. — Die Kosten für die Vorarbeiten nnd die Projektausarbeitung trägt die Staatskasse. Man hofft die Arbeiten so zu fördern, daß noch im Laufe dieses Jahres mit dem Bau begonnen werden kann. Das ist ein sehr verständiges Unternehmen, man kann nur wünschen, wo die Wasserversorgung auch keiue gute ist, daß auf gleichem Wege vorgegangen wird.

* Sinnigerpatriotischer Gruß. Ein Veteran und Vorstandsmitglied des Alsfelder Kriegervereins erhielt ein Kistchen, welches Efeu uud Tannenzweige enthielt. Die­selben waren von einem Alsfelder beim Besuche der Schlacht­orte um Metz am Hessend enkmal bei Gravelotte grflückt und als stummer Gruß von geweihter Stätte gesandt worden. Dem Wunsche des Absenders entsprechend, wurde das Bouquet am Kriegerdenkmal auf dem Alsfelder Friedhofe niedergelegt.

K Kleists Grab am Wannsee, das nun bald 100 Jahre die Gebeine des vaterländischen Dichters birgt, dem­nächst aber auch der fortschreitenden Baulust des Berliner Westen- Platz machen müßte, bleibt der Nachwelt erhalten. Prinz Friedrich Leopold, der Besitzer des Geländes, auf welchem die Gebeine ruhen, hat die Grabstätte Kleists „der deutschen Nation zum Geschenk" gemacht. Hoffentlich wird es nun möglich fein, ihr auch eine Umgebung zu erhalten, die ihr entspricht.

§ Muß ein Geschäftsmann Nachnahme- Sendungen annehmen? Ein Kaufmann hatte bei einem Reisenden einen größeren Posten Ware (Delikatessen) bestellt. Zu seinem Erstaunen erhielt er die Waren unter Nachnahme zugesandt, weshalb er die Annahme verweigerte. Die Firma bestand jedoch auf Annahme der Ware und er­hob Klage. Diese wurde vom Gericht kostenfällig abgewiesen, indem das Urteil unter anderem ausführte, daß kein Besteller von Waren verpflichtet werden könne, diese anzunehmen, wenn sie unter Nachnahme zugesandt werden, weil jedem Empfänger das gesetzliche Recht zustehe, die Waare zu prüfen.

§ Lollar, 4. April. Der Gern hardt' sche Zither- und Mandolinenchor von Gießen beabsichtigt an einem der nächsten Sonntage im Saale des Gasthauses „Zur Linde, ein Konzert zu veranstalten. Da wir überzeugt sind, daß der Verein bemüht ist, seinen guten Ruf in Ehren zu halten, nehmen wir an, daß das Konzert sich eines sehr guten Besucher erfreuen wird.

— Lang-GöuS. Die hiesigen Bahnhofsumbauten schreiten rüstig voran. Zwei Ueberholungsgleise für Schnell­züge und eine neue Rampe sind bereits fertig. Eine neue Kreis st raße wird vom Dorf nach der Haltestelle Kirch- GönS erbaut, die später nach Gambach weitergebaut werden soll.

+ Ettingshausen, 31. März. Im 83. Lebensjahre ist kürzlich der frühere Ortsgerichtsmann Gastwirt Johannes A l b a ch verstorben. Es war ihm vergönnt, im Februar vorigen Jahres mit seiner Frau, die vor ihm kürzlich ge­storben ist, die goldene Hochzeit zu feiern.

△ Hausen. Der benachbarte Weiler Oes blickt in diesen Tagen aus das 50jährige Bestehen als selbständige Gemeinde zurück. Durch Entschließung vom 8. April 1854 erhob Großherzog Ludwig III. die OeS zu einer eigenen Gemeinde mit der Bestimmung, das solche zu ein er Bürger­meisterei mit Hausen zu vereinigen, jedoch für Oes ein besonderer Gemeinderat zu bilden sei. Als solcher fungiert dermalen deren einziger Ortsbürger Heilmann. Sowohl

in Bezug auf Seelenzahl wie auf territoriale Größe dürste OeS zur Zeit der kleinste selbständige Ort des Hessenlandes sein.

+ Lauterbach. Gelegentlich der diesjährigen Herbst- manöver werden die hessischen Infanterie-Regimenter in hiesiger Gegend ihr Regiments- und Brigadeexerzieren abhalten.

^ Lauterbach. Am Mittwoch wurde der älteste hiesiger Einwohner Georg Greb zur letzten Ruhe bestattet. Der Heimgegangene erreichte das 94. Lebensjahr.

+ Eudorf. Am 24. Februar wurde hier ein Krieger­verein gegründet; Der junge Verein zählt jetzt 34 Mitglieder.

+ Birklar. Für den am 22. Februar verstorbenen Bürgermeister Joh. Müller 5er wurde einstimmig Konrad Krausch 2er., der seitherige Beigeordnete zum Bürgermeister gewählt.

□ Nieder-Gemünden. Am letzten Mittwoch fand hier ein Rencontre zwischen durchziehenden Z geunern und hiesigen Einwohnern statt. Das „Alss. Kreisblatt" schreibt: die Bande hatte eine wertvolle Ente des Gastwirts Södler als gute Beute mitgehen heißen, und trug eines der Weiber die Ente unter dem Gewand verborgen. Herr Södler wurde von dem Diebstahl durch Kinder verständigt und machte sich zur Verfolgung der Räuber auf, um womöglich die Ente lebendig wieder zu erlangen, da es sich um ein vielfach prämiiertes Tier handelte. Bei der Zcegelhütte holte er die Gesellschaft ein und forderte die Herausgabe der Beute. Eine Durchsuchung der Wagen war ohne Erfolg; dagegen wurde Herr Södler aus das oben erwähnte Weib aufmerk­sam, bei dem denn auch richtig die Ente zum Vorschein kam. Herr Södler versuchte dem Weib die Ente abzunehmen, er­hielt aber währenddessen einen Schlag mit einem Kessel auf den Kopf, von welchem er eine bedeutende Wunde davontrug. Vier andere Kerle umringten den Angegriffenen, und so be­schränkte er sich darauf, dem Frauenzimmer die Ente abzu­nehmen, was ihm auch gelang. Inzwischen waren einige Männer Herrn Södler zu Hilfe geeilt, welche das Weib nach Burg-Gemünden transportierten, wo der Bürgermeister ein Protokoll über das Vorkommnis ausuahm. Natürlich leugnete sie den Raub, indem sie behauptete, sie habe die Ente Lhon jemand erworben. Die Homberger Gendarmerie wurde von dem Vorfall in Kenntnis gesetzt.

Butzbach. Der Verkehr aus der Butzbach-Licher Bahn ist sowohl was Personen- wie Güterverkehr anbe­langt, ein sehr lebhafter, sodaß die Bahn nicht nur rentieren wird. Bei der vorzunehmenden Fahrplanänderung wird auch der Einlegung von besonderen Arbeiterzügen gedacht werden. Der Güterverkehr für Butzbach wird bis auf weiteres noch von der Staatsbahn-Güterabferrigung mit­versehen.

+ Berstadt, 4. April. Der Zustand des vor Kurzem in unserem Gemeindesteinbruch verunglückten und nach dem Krankenhause in Hungen verbrachten Maurermeisters Schneider hat sich wesentlich gebessert. — Auch der Maschinen­meister Cauß, der sich kürzlich aus der Grube Friedrich mehrere Brandwunden an Gesicht und Händen zuzog, ist so weit wieder hergestellt.

-X Frankfurt a. M. Bei Arbeiten, die an einem alten Hause in der Paradiesgaffe in Sachsenhausen vorge­nommen wurden, fand man unter den Dachsparren versteckt einen Lederbeutel mit 50 verschiedenen wertvollen Silber­münzen aus dem Beginn des 18. Säkulums.

Aus Rheinhessen. Unter Mitwirkung des Land­wirtschaftlichen Vereins für die Provinz Rheinhessen gibt es zurzeit in der Provinz zur Hebung der Geflügel­stat i o n e n, davon kommen 40 auf rebhuhnfarbene Ita­liener, 15 auf Emdener Gänse und 12 aus Peking-Enten. Der Landwirtschaftliche Verein hat auf vielseitiges Verlangen von Geflügelzüchtern, in das Zuchtprogramm auch indische Laufenten nnd schwarze Minorkahühner aufzunehmen, dem­selben entsprochen.

X Leipzig, 5. April. Dr. Siedel hat in Barmen bei der dortigen Mlssionsdirektion angefragt, ob die Missionare in Südwestafrika noch am Leben sind. Die Direktion antwortete, daß ihnen bekannt sei, die Herero hätten a bsicht- lich ihre Missionare und deren Gut verschont.

Für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein.

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