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Nr. 52.

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(Oießeuer Gagevratt)

MnaöyLuMe Hageszettung

(Gießener Zeitung)

für OSerheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalauzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Grvßh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen.

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""—1904, Ulustrirtes steht auf Ten gratis ^ »«HKh,^

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und beliebten Fa- ’robe:

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rch Jungen rtretungen, Hausier-Artikel ätigkeit wertloser Abfälle )tographie 1 aller Art Oldenburg.

^Uablrecbtsf ragen.

CB. Fast in allen Bundesstaaten ist augenblicklich die Frage der Wahlrechtsreform das aktuellste Thema. In Süddeutsch- land bildet sie sogar seit Jahr und Tag die Wahlparole, ob­wohl dort mit Ausnahme von Württemberg alle Staaten ein ziemlich freies System haben. In Bayern gilt zwar noch der - Zensus, in Württemberg aber hat man das allgemeine und gleiche Wahlrecht, wie bei den Neichstagswahlen, aber die Zweite Kammer ist kein reines Volksparlament, da Ver­treter des ritterbürtigen Adels und der Geistlichkeit, ohne aus der Volkswahl hervorzugehen, Sitz und Stimme im Par- lamente haben. Seit etwa 10 Jahren sind dort Parlament und Regierung um eine Aenderung bemüht, aber es kann keine "Einigung zustande kommen, weil die sogenannten Pri­vilegierten, d. h. die Vertreter der beiden obengenannten Stände, gegen jede Reform stimmen und weil auch die Erste Stäübefammcr jede Rechtserweiterung für das Volk ab­lehnt. In Baden, wo augenblicklich ebenso wie in Bayern die Frage der llmmiüeimng des Wahlsystems aus dem in­direkten in das direkte Verfahren akut ist, herrscht das all­gemeine und gleiche Wahlrecht, aber in indirekter Forni, vcber wahlmündige badische Staatsbürger kann wählen — aber es werden erst Wahlmänner genüihlt, aus deren Wahl dann der Abgeordnete hervorgeht. Hier hat die Regierung bei der Vorlage eines Rcformvorschlags den schwierigsten Standpunkt, weil alle Parteien, mit Ausnahme der national- liberalen, lediglich die Beseitigung der Wahlmännerwahlen und Einführung des Reichstagswahlrechts auch für die Land­tag swah len fordern. Aehnlich liegen die Verhältnisse auch in Bayern. In Preußen hat die Regierung noch die günstigste Situation, da sie eine starke Mehrheit gegen eine derartige Veränderung des Wahlmstems an ihrer Seite hat. Soviel ober zeigt sich m^ b^ Wn h lrech ^verh an dlungen aller Bun­desstaaten, daß die Regierung niemals, einzäne bürgerliche Parteien aber nur mit Vorbehalten und Sicherungen gegen ein H eberwiegen des einheitlich organisierten und durch ihre Oppositionsstellung gegenüber den oberen Volksschichten un­differenzierten Arbeiterelements für die allgemeine und gleiche Wahl eintreten wollen. Aus dieser Sachlage ergibt sich mit Deutlichkeit die Aussichtslosigkeit jeder auf die Ein­führung des allgemeinen und gleichen Wahlrechts gerichteten Agitation.

Dagegen herrscht in kleineren Staaten viel Vorliebe für ein System, den sogenannten Proporz, oder die Verhältnis­wahl, ein etwas kompliziertes, aber immerhin gerechtes System. Dieses Verfahren besteht darin, daß ein jeder nach . seinem Geschmack, bezw. nach seiner Parteistellung die Ge-

___scilntzahl der in einem einheitlichen Wahlgebiet zu wählenden Opff Abgeordneten wählt. Die Mandate werden dann nach dem H Verhältnis der abgegebenen Stimmen unter die einzelnen

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Parteien verteilt. Dadurch korinnen auch die Minderheiten 311 ihrem andererseits aber eignet sich dieses System nur für ein kleineres Wahlgebiet, bezw. für kleinere Länder, ^n größeren Staaten aber, wo der Proporz schwer durch-

Aiipp in Ehrbar wäre, interessieren sich die Parteien, die einem radi- taten Programm widerstreben, mehr für das Pluralsystem noljmarftft^ 41

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' das darin besteht, daß für alle wahlberechtigten Bürger min­destens eine Stimme zur Verfügung steht. Me Zahl der Stimmen aber erhöht sich nach dem Vermögen, bezw. nach dem Bildungsgrad des Wählers.

Es liegt uns, da unser Aufsatz nur referierende Zwecke verfolgt, selbstverständlich fern, für irgend ein System Stim- F mung zu machen. Aber wer die Zeichen der Zeit beobachtet, tuirb nicht verkennen dürfen, daß tatsächlich die Wahrschâ- lichkeit für die Einführung des Proporzes in den kleineren und des Pluralsystems in den größeren Bundesstaaten spricht.

I Es wird noch manche Kämpfe kosten, bis diese Frage gelöst ! ist, aber die Zeit wird unsere Prophezeiung bestätigen, des sind wir sicher. • . ;

Der Krieg in Ostasien.

Auch heute weiß ein Telegramm aus englischer Quelle über einen neuen Angriff der Japaner auf Port Arthur zu berichten, bei dem die russische Flotte schwer mitgenommen 1 ivurde.

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Das neueste Seegefecht, das am 29. Februar stattgefunden haben soll, vollzog sich nach der Darstellung des „Daily Telegraph" in folgender ' Weise.

Früh morgens erschienen 15 japanische Kriegsschiffe vor Port Arthur und eröffneten ein heftiges Feuer. Die Kreuzer „Novik", „Askold" und „Bajan" liefen mit vier Torpedobooten aus dem Hafen aus, um die Japaner an­zugreifen, wurden aber gezwungen, sich zurückzuziehen, und zwar der Kreuzer „Askold" in sinkendem Zustande, „Novik" schwer beschädigt; ein Torpedoboot sank. Auch der „Ret- wisan" hat wieder Beschädigungen erlitten. Nachdem das Feuer zwei Stunden gedauert hatte, zog sich die japanische Flotte in voller Ordnung zurück.

Es ist natürlich leicht möglich, daß es zu einem neuen pouprqcfe&t gekommen ist, das wohl, ähnlich verlaufen sein

Mittwoch, den 2. März 1804.

W***mnMttet8 : inGießen, abß^elt monattich 50 Pfg., WO H,uS gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertel- jAhrlich Mk. 1.60.

W-M-bettO-eW: Oberhefstsche KEMeRzeit««g (täglich) und die Gtrßemer SOtfe«blase« (wöchentlich).

Das Blatt erscheint an alle« Werktagen nachmittags.

J«sertio«SpreiS t Die einspaltige Petitzeile für ganz ObM Hessen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. sonst Ib â. Reklamen dir Petttzeile 30 resp. 40 Pfg.

Postzeitungsliste No. 3269.

Redaktion und Expedition: Gießen, SelterSweg 88 Fer«sprecha«schl«ß Nr. 363.

könnte. Doch wäre es ein großer XLercytfmn, wenn Die Rusten dazu nur ihre Kreuzer verwandt hätten, wenn es sich nicht etwa um ein zufälliges Engagement bei einer Rekognos- zierungsfahrt gehandelt hat. Dann wäre der Vorgang der, daß die von der japanischen Flotte verfolgten russischen Auf­klärungskreuzer sich unter dem Schutz der Kanonen der Forts und des an der Hafeneinfahrt wrack liegenden Panzers „Retwisan" zurückgezogen hätten. Es kann sich aber auch bei der Meldung um eine bloße Aufwärmung des schon bekannten letzten Gefechts handeln. Die englischen Kriegskorrespon­denten halten es für ihre verdammte Pflicht und Schuldig­keit, jeden Tag ihren Gefechtsbericht einsenden zu können.

Auch der Zusatz des obigen Telegramms: Russische Ar­tillerie ist nach der Taubenbai abgegangen, ist wohl nur eine nochmalige Auffrischung der bereits vor einigen Tagen gebrachten Meldung von Landungsversuchen der Japaner in dieser Bai in der Nähe von Wladiwostok. Die ganze An­gelegenheit ist bisher noch in Dunkel gehüllt.

Die Operationen in Korea sollen nach einer russischen Meldung ziemlich stillstehen. Nach Besetzung von Jchiojan befestigen die Japaner die Stadt. Eine Abteilung Russen steht in der Umgegend von Jchiojan. Die Koreaner melden ungern den Russen Bewegungen der Ja­paner. Die wärmere Witterung erschwert den nordwärts ziehenden Truppen den Marsch auf den aufgeweichten Wegen. Das und die Tatsache, daß Tschinampo in 14 Tagen eisfrei und einer Landung offen sieben wird, erklärt wohl die Stockung der Landungsoperationen. Zwischen Pönjang und Sunan liegt ein Strich verhältnismäßig flachen Landes. Die diesen Landstrich siidlich abgrenzenden Höhen gewähren eine wert­volle strategische Steilung, die zum Teil bereits von den Ja­panern besetzt ist. Vormissichtlich werden die nachrückenden Landtruppen sich in diese Stellung einschieben und einschanzen, so daß die geplante vorgeschobene Basis in Tschinampo eine Deckung erhält. Man glaubt, daß die Ausführung der Hauptpläne bis zur Erzielung eines Ergebnisses der Opera­tionen gegen Port Arthur in der Schwebe bleiben werde.

Russische Befürchtungen.

In Petersburger diplomatischen Kreisen nimmt die Be­unruhigung wegen der Haltung Englands sowie Amerikas zu. Die Befürchtung des Ausbruchs eines allgemeinen Krieges wächst. Russische Blätter sprechen den Wunsch aus, Frankreich und Deutschland sollten bestimmt erklären, daß sie keinen Anschlag auf die Integrität Rußlands zulassen. Damit entfalle jeder Anlaß für eine Mobilisierung Englands und Amerikas. Demgegenüber muß betont werden, daß Deutschland vorderhand nicht den geringsten Grund hat, aus seiner strengen Neutralität herauszutreten. Mit Frankreich steht es in dieser Beziehung anders, doch scheut man sich auch dort vor den unabsehbaren Konsequenzen. Deshalb gehen die französischen Politiker der Koreafrage schlau aus dem Wege unb behaupten, daß das Bündnis Koreas mit Japan als ein erzwungenes keinen rechtlichen Wept habe. Korea sei in Wirklichkeit immer noch neutrale Macht. Ein russisches Kommunique pflichtet dem notgedrungen bei, doch meint es, daß die Verletzung der Neutralität Koreas durch die Japaner Rußland berechtige, Anordnungen der koreanischen Regie­rung, welche den russischen Interessen widersprechen, un­beachtet zu lassen. Juridisch existiere noch die Unabhängig­keit Koreas. Auch in einer anderen Hinsicht legt sich Ruß­land große Reserve auf. Wie es scheint, wird die amerika­nische Regierung ihre Genehmigung zur Legung eines Ka­bels zwischen Japan, der Insel Guam und den Philippinen erteilen. Das Unternehmen wird als ein reines Handels­unternehmen angesehen, welches die amerikanische Neutra­lität nicht verletze. Rußland hat keinen Einspruch dagegen erhoben, daß die Regierung die Legung des Kübels ge- nebmiat

Die Politik.

O Gelegentlich des Abschlusses des neuen deutschntalir- nischen Handelsvertrages sand ein Austausch herzlicher Telegramme zwischen Kaiser Wilhelm und ^önig Viktor Emanuel sowie zwischen dem Grafen Bülow und Minister Tittoni statt.

dlt Ueber die schon erwähnten Unruhen in Kamerun liegt jetzt eine amtliche Meldung vor. Gouverneur v. Puttkamer telegraphiert aus Kamerun unter dem 29. Februar folgen­des: „Die Kolonne des Leutnants Nitschmann ist auf der Zcllstation Nfsanakang ohne Gefecht eingetroffen, von wo die Aufständischen nach Zerstörung der Niederlassung ge­flohen sind. Hauptmann L a n g h e l d sichert mit einer halben Kompagnie die Bali-Straße und das Gebiet von Keaka Oberst Müller wird an der Spitze einer stärkeren Expedition am 6. März den Marsch auf Nfsanakang antreten. Im Süden des Croß-Flusses ist alles ruhig.". Weiter wird mitgeteilt: Außer den bereits erwähnten drei Beamten der Gesellschaft Nordwest-Kamerun, Schoof, Küster und Schmidt, ist noch ein Vierter, Compère, von den Croßnegern erschlagen worden. Außerdem sind eine ganze Anzahl Faktoreien der Gesellschaft zerstört worden. Die Ursache des Aufstandes soll angeblich sein, daß Graf Pückler gegen den ausdrücklichen Wunsch der Nordwest-Kamerun-Gesellschaft. gegen du. Neger

13. Jahrgang.

Dorgegangen war, um pe für einen yetmyiuyiyeii ^ieogayi zu bestrafen.

G Der ostpreußische Provinziallandtag hat beschlossen, die Regierung dringend zu bitten, seinen schon früher geäußerten Wunsch wegen "des Ausbaus deS masurischen Kanals mit einem Triebwerkskanal möglichst bald zu verwirklichen. Der masurische Kanal ist bekanntlich in den wasserwirtschaftlichen Vorlagen, die dem preußischen Landtag demnächst zugehen nerben, nicht enthalten. Große Aussicht auf Berücksichtigung hat der Beschluß des ostpreußischen Landtags nicht.

frankrdcb.

0 Ministerpräsident Combes will die von seinen Gegnern behauptete Erschütterung des Pariser Kabinetts nicht wahr haben. In einer Unterredung mit einem Journalisten er­klärte er diesem: „Man sagt mir, daß unsere Gegner Wetten halten, wir würden als Minister die Iden des März nicht er­leben. Wetten Sie getrost für unser Bleiben! Wir wollen und dürfen jetzt nicht fallen." „Droht denn," fragte der, In­terviewer, „Frankreich eine ernste Kriegsgefahr?" „Keiues- wegs! Das Land hat nichts zu befürchten, und b e r e i t sind wir für alle Fälle." Einen Sturz des Kabinetts jetzt herbel- zuführen, sei den Gegnern des Ministeriums unmöglich! Abwarten!

piiederlande*

=1= Die holländische Regierung hat jetzt ihren neuen Zoll­tarif veröffentlicht. Er läßt Rohstoffe der Industrie und des Ackerbaues zollfrei, legt auf Halbfabrikate einen mäßigen Zoll und auf fertige Fabrikate einen Wertzoll von 6 bis 12 Prozent. Bei Zollkriegen sollen die Zölle erhöht werden können. Beibehalten wird die zollfreie Einfuhr von Ge­treide, land- unb gartenwirtschaftlichen Produkten, ein­schließlich Mehl, Wein in Fässern und Kaffee, des letzteren, um eine Verlegung des Kaffeemarktes nach Antwerpen zu verhindern. Erhöht werden u. a. Zölle auf Parfümerien, fertige Kleidungsstücke, Wein in Flaschen; herabgesetzt wer­den "die Zölle auf Papier, Stiche imb Photographien und Tabak in Rollen. Selbstverständlich wird dieser Zolltarif auf dem Wege des Abschlusses von Handelsverträgen noch erhebliche Veränderungen erfahren.

Balkan-Staaten*

>$< König Peter von Serbien hat den Anfang mit der Säuberung seines Hofes von den Königsmördern gemacht. Das Belgrader Amtsblatt veröffentlicht die Enthebung des Oberleutnants Borislaw G r u i t s ch von seinem Posten als Ordonnanzoffizier des Königs; Gruitsch wird zur Disposition des Kriegsministers gestellt. Gruitsch ist ein Sohn des gegen­wärtigen serbischen Ministerpräsidenten. — Uebrigens soll König Peter sich mit napoleonischen Kriegsgedanken tragen. Bei der serbischen Zentenarfeier hielt König Peter eine Tisch­rede, in der er den Ernst der Palkanlage betonte. Obgleich Serbien keine Eroberungspolitik treibe, könne es nicht zu­geben, daß seine Rechte bedroht werden; die Offiziere möchten sich daher auf große Tage vorbereiten. Was mag sich König Peter wohl unter den „großen Tagen" vorstellen?

England.

1" Einer der hervorragendsten und einflußreichsten Führer der liberalen Partei Englands, Sir William Harcourt, der mehrmals Minister war, hat mit Rücksicht auf seine 78 Jahre seine unwiderrufliche Absicht kundgegeben, sich vom politischen Leben Zurückzuziehen. ___-_______

Amerika.

S3 Wenn in einem südamerikanischen Staate nicht gerade eine Revolution herrscht, so erfreut er sich mindestens der gewöhnlichen Vorbereitungen dazu, nämlich großer Streiks. Das gilt augenblicklich von Argeutinien und Chile. In Ar­gentinien herrscht ein allgemeiner Eisenbahner streik; die Eisenbahngesellschaften haben die Forderungen ihrer in den Ausstand getretenen Angestellten abgewiesen, und die Versuche der Regierung, den Streit zu schlichten, sind ge­scheitert. Zu allem Ueberfluß droht der Streik größere Greife zu ziehen: Die Maschinisten drohen, sich dem Ausstande anzuschließen. Der Handel ist gelähmt. Da wird wohl die übliche Revolution nicht lange auf sich warten lassen. Noch größer scheint die Gefahr einer Revolution in Chile. Dort streiken 5000 Grubenarbeiter, und schwere Unruhen werden befürchtet. Ein Teil der bewaffneten Macht ist bereits mobilisiert worden.

fjof und Gesellschaft*

*** Der Kaiser traf gestern vormittags 10 Uhr mit­tels Sonderzuges von Kiel aus in Wilhelmshaven ein, um dort die Vereidigung der Truppen vorzunehmen. Zum Empfange waren anwesend der Generalinspekteur der Marine V Koester der Admiral Bendemann, der Vizeadmiral Med- riefen und der Kapitän z. S. Guelich. Nach kurzer Be­grüßung fuhr der Kaiser nach dem im Hafen liegenden Linienschiff „Kaiser Wilhelm II." und besichtigte später den neuen Panzerkreuzer „Friedrich Karl". Um 11 Uhr 45 Min. begab sich der Kaiser nach dem Exerzierhaus, wo um 12 Uhr die Vereidigung der Rekruten erfolgte. Nach einer Ansprache des Geistlichen verlas Oberleutnant zur See v. Bremer die Eidesformel. Nach der Vereidigung hielt der Kaiser eine Ansprache, in welcher er die Rekruten zur treuesten Pflicht-