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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Hesfische Abendzeitung

Dienstag, 29. Dezember 1925

Einzelnummer 10 Pf.. Sonntags 15 Pf 15. Jahrgang

Kummer 302. Einzelnummer 10 Pf, Sonntags 15 Pf.

Heute Kriegsrat in Angora.

AmWebftuhIderZeit.

Alltagsgewirr in aller Welt.

Drei Tage schwieg die Welt und Feiertags stille nistete in dem riesigen seinnervigen Getrie­be, das den Weltapparat in Bewegung hält. Doch der eine ganze Menschheit in seinen Bann wiegende Weihnachtsfriede ist aus. Werktag ist wieder. Es knattern von neuem die Telegra­phenapparate, in dem erdumspannenden Draht summt und brummt es von neuen Ereignissen, durch die Lüfte funkt der Osten dem Westen, der Süden dem Norden, von all dem, was uns in all den köstlichen Tagen der Ruhe so unendlich tief begraben erschien. Und auf dem Schreib­tisch häuft sich von neuem ein stattliches Paket von Telegrammen und Nachrichten, das viel zu künden weiß, nur nicht von dem, was wie ein schlichtes Märchen die letzten drei Tage auszu­füllen schien. Wir sichten. Und aus dem Berg der Dokumente klingt wieder das altbekannte Weltenlied, das altbekannte Weltenleid. Von neuem Blutvergießen spricht es, von Schlachten, Kanonendonner, Siegen und Niederlagen, von dräuenden Wetterwolken, von Säbelgeraflel, Bedrohungen und schönen Phrasen, von diplo­matischen Erwägungen, von Arbeitslosigkeit, Elend, Hunger und Armut kurz, es singt das alte garstige Lied wieder, das wir Politik nen­nen. Keine Note ist milder gestimmt, keine Weise freundlicher, keine Besänftigung in dem hasti­gen, peitschenden, alles aufwühlenden Rhyth­mus. Weihnachtsfriede? Weihnachtsmysterium? Gab es das wirklich einmal? Die Welt vergißt schnell

Wir hören: In China gab es wilde Kämpfe. General Tschangtsolin, den wir endgültig niedergeworscn glaubten, hat sich wieder aufge- rafst und seinem Gegner Kuosunglin eine ent- scheidende Niederlage beigebracht Dieser Sieg Tschangtsolins kam höchst überraschend, zumal seine Truppen desorganisiert waren und bar jeder Disziplin. Aber anscheinend war die Un­ordnung im Heerlager Kuos noch größer und die Vorsicht des chinesischen Generals geringer als angebracht erschien. Wie weit japanische Hilse bei diesem neuen Erfolg Tschangtsolins mitge­wirkt hat, bleibt abzuwarten. Dem Erfolg Tschangtsolins wäre eine entscheidende Wen­dung für die ganze Kriegslage in China Vorbe­halten gewesen, wenn nicht zu gleicher Zeit eS seinem hartnäckigsten Gegner Feng gelungen wäre, nach zweitägigen ungewöhnlich hartnäcki­gen Kämpfen Tientsin einzunehmen. Aus den vorliegenden Nachrichten geht hervor, daß bei dem Einzug der Truppen Fengs in die Stadt der Fremdcnniederlasiungen einschließlich der deutschen scharf gegen den Durchzug von Marodeuren gesperrt waren. Der Schutz der Ausländer scheint überhaupt gut organisiert zu sein.

Dann hören wir weiter: Am heutigen Montag hält in Angora der General st ab der türki­schen Armee eine geheime Sitzung ab, über de­ren Inhalt strengstes Stillschweigen bewahrt Scd. Es ist selbstverständlich anzunehmen, daß der Generalstab mit der türkischen Haltung besaßt, die jetzt nach der Völkerbundsentschei­dung in dem Mossulkonflikt zu befolgen wäre. Nichts deutet in den türkischen Prefsestim- men auf ein Nachgeben der Regierung hin, im Gegenteil wird immer wieder behauptet, daß die türkische Regierung nach wie vor gesinnt sei, ihre Ansprüche in der Mossulfrage ungeschmä­lert aufrecht zu erhalten und den Spruch des Völkerbundrates als für sie nicht verpflichtend zu betrachten. Andererseits weiß auch die Tür­kei wohl, daß heute angesichts der inneren Wir­ren im Lande ein Krieg gegen England un­gleich schwieriger zu führen ist, als wenn schon der innere Aufbau durchgeführt wäre. Wenn auch die Türkei schließlich im Moflulkonflikt uachgeben sollte, so ist damit noch nicht gesagt, daß sie nickt in einem späteren Zeitraum dieses ganze Problem wieder ausrollen könnte. Diese Hoffnung wird der Türkei «inen solchen Ent­schluß leichter machen.

Nach der großen Weihnachtsstille drängt die Regierungskrise zu einer schnellen Lösung, uns selbst wenn man berücksichtigt, daß die entschei­denden Verhandlungen erst nach Neujahr wieder angesetzt werden können, wird es notwendig fein, schon jetzt die Parteien durch angestrengte Bemühungen zu Vorverhandlungen ;u- sammenzubrinaen. Wie wir hören, gedenkt der Reichspräsident erst am 5. I a u u a r wieder an die Parteien heranzutreten, da man erst bis da­hin mit einer Klärung der Gegensätze rechnen kann. Allerdings dürfte der Neichspräsident bei dem Neujahrsemvfang des Reichstags- prändenten und der Parteiführer einiae unver­bindliche Anfragen an die maßgebenden Per­sönlichkeiten richten. Zwischen der Sozialdemo­

kratie und dem Zentrum hat bereits vor den Feiertagen eine Fühlungnahme stattgefunden, die angeblich zu einer Annäherung zwi­schen den beiden Parteien geführt haben soll. Aber trotzdem hält man es für wahrscheinlicher, daß zunächst erst einmal ein Kabinett der Mitte gebildet wird, das nach Ablauf mehre­rer .Probemonate", in deren Verlauf He Mög­lichkeiten eines Zusammenarbeitens zwischen den Parteien der Mitte und der Sozialdemokra­tie überprüft werden sollen, durch eine Regierung der großen Koalition abgelöst werden könnte.

Anfang Januar wird die Reichsregierung ihre Teilnahme an der A b r ü ft u n g s k'o n s e - r e n, zusagen. Ebenso werden nach Neujahr die Verhandlungen wegen der Luftfahrt sortgeführt werden, die vor dem Weibnacktsfest unterbrochen worden sind. Wie wir hören, hat die Reichsregieriing den Bericht der d e u 1 s ch e n Sachverständigen entgegengenommen, aus dem hervorgeht, daß man mit weiteren lebhaften Auseinandersetzungen mit Frankreich zu rechnen haben wird. Auch die deutsch-französtschen Wirtschaftsverhandlungen müfle« zu Beginn des Jahres mit einem definitiven Ergebnis beudet iverben. Es ist anzunehmen, daß es zu diesem Zeitpunkt zur U n t e r z e i ch -- n u n g des provisorischen Handelsvertrages zwischen Deutschland und Frankreich kommen wird.. In der Innen- und Außenpolitik drängt also alles zu prsitiven Entscheidungen, die für die politische Entwicklung des kommenden Jah­res von w-sevtlicher Bedeutung sein werden.

Heute RricgSrat unter Mustapha Kemal.

(Durch Funkspruck/

London, 28. Dezember.

Ein Pressevertreter in Angora telegraphiert: Die Lage sei ernst. Am 28. Dezember werde der Oberste KriegSrat unter dem Vorsitz Mu- stapha Kemals zusammentreten, wobei alle Armeeführer anwesend sein werden. Die Re­gierung werde vielleicht zum Krieg ge­zwungen werden, um ihr Prestige wiederzu­gewinnen und eine Revolution im Innern zu verh'-'-rrn. Eine Anleihe und wirtschaftliche sZugeständnisse würden nicht genügen. England sollte bereitwilliges Entgegenkommen zei­gen, um das Ansehen der Regierung zu wahren.

M

England trägt die Verantwortung.

London, 28. Dezember. (Eigene Drabtmel- dung.) Der türkische Außenminister erklärte einem Preffevertreter: Die Türkei könne auf die Souveränität über Mofful nicht verzichten. Sie erwarte neue englische Vorschläge.

*

WaffenWfe der Mohammedaner.

London, 28. Dezember. (Durch Funkfpruch.) Eine Jnderkonferenz in Campora nahm eine Entschließung an, die den Völkerbundsprnck über Mosiul als im Widerspruch mit dem In­halt des Vertrages von Lausanne stehend be­zeichnet. Wenn die Türken zum Kriege getrie­ben werden, würden ihnen die indischen Mohammedaner mit allen Kräften beistehen.

Ein ruffiWr Bissen.

Rur ein Grenzzwischenfall in Afghanistan, lEigene Drahtmeldung.»

London, 28. Dezember.

Rach einer Meldung aus Allahabad haben russischeTruppen in erwarteter Weise den afghanischen Posten von Sarkad in Badachschan int nordöstlichen Teile Afghanistans ange­griffen und besetzt. Ter afghanische Befehlshaber ist gefallen. Die Russen haben jetzt die durch die beiden Arme des Oxus- flusscs gebildete Insel zum größten Teil besetzt.

ES taut und regnet

Hochwassergefahr an Rhein Und Mosel. (Eigener Drahtbertcht)

Koblenz, 28. Dezember.

Rach einem leichten Sinken ist am gestrigen Sonntag infolge der Schneeschmelze der Oberrhein wieder um einen Meter gestiegen. Ta zudem neue Regenfälle niedergingen, ist mit weiterem Ansteigen zu rechnen. Auch der Wasserstand der M o s e l, der in den Weihnachts­feiertagen auf drei Mrt-r zurückgegangen war, ist u m e i n e n M e t e r g e st i e g e n. Ta die Nie­derschläge unvermindert stark andauern und bei hcr warmen Temperatur der in der Eifel und

in den Vogesen liegende Schnee schnell schmel­zen wird, ist die Hochwassergefahr unvermeidlich.

Abrüstung für die anderen.

Warum Amerika nach Genf geht.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 28. Dezember.

Gin Blatt meldet aus Washington, Coolidge beabsichtige beim Kostenantrag für die nach Genf zu entsendende amerikanische Delegation darauf hinzuweisen, daß diese die amerikanische Völker- bundpolitik klar stellen und darlegen würde, da Amerika die Frage der Rüstungen zu Lande all ein ausgesprochen europäisches Problem betrach­tet, daß also keine Verminderung der amerikanischen Landstreitkräfte er­wogen werden wird. Auch so sei der Entschluß, nach Genf zu gehen, als ein erhebliches Zuge­ständnis an den Völkerbund zu betrachten.

Gkisahrers Ende.

Lawinenstürze zur Weihnachtszeit.

(Privat-Telegramm.)

München, 28. Dezember.

Die alpine Landesstelle Bayern teilt mit: Beim Aufstieg zur Zugspitze ist am Sonn­abend am Schneeferner eine aus neun Ski­fahrern bestehende Partie durch eine L a - wine verschüttet worden. Drei Mün­chener find tot, die übrigen sind zum Teil in orl-etztem Zustand geoorgen. Eine Ret- tungserpedition ist unterwegs. Zwei weitere Lawinenunfälle ereigneten sich im Gebiet der Alpspitze. Während sich die ein# Partie aus der Lawine herausarbeiten konnte, wurde von der anderen Gruppe ein Angestellter aus Mün­chen verschüttet. Tie Leichen wurden am Sonn­tag nachmittag gefunden. Die Lawinengefahr im Gebirge besteht unvermindert fort.

WiedaSKtriegsglüSschwantt Tschangtsolin als Sieger. Feng in Tientsin.

(Durch Funkspruch )

Peking, 28. Dezember.

Rach englischen und fapanischen Nachrichten trug Tschangtsolin einen überraschenden voll - ständigen Sieg über Kuosunglin davon. Kuo- simglin so hingerichtet und sein Körper zur Schaustellung nach Mulden gebracht worden. Rach ungewöhnlich hartnäckigen Kämpfen ist die Einnahme Tientsins durch die Truppen Fengs erfolgt. Die Fremdenniederlaffungen waren scharf gegen den Durchzug von Maro­deuren gesperrt. Die Bahnstrecke Tientsin-Pe­king wurde sofort in Betrieb gesetzt. Jetzt ist Fengs Stellung in Tientsin von Schantunq aus bedroht, wo sich Lis Truppenteile mit denen Tschangtsungtschengs vereinigt lyabcn. Alles in allem kann man von einer Verstärkung des Sowjeteinfluffes sprechen.

*

Sie strecken vir Waffen. Japan rück! ab?

London, 28. Dezember. Ein Blatt meldet aus Tokio: Tie Streitkräfte Kuongsunglins üblich von Mukden, an der Grenze von China und der Mandschurei, haben kapituliert. Damit ist die Mandschurei von Aufständischen gesäubert. Rach weiteren Meldungen hat das apanifche Kriegsministerium die Absicht, daS apanische Kontingent aus Mukden noch vor Ende des Jahres zurückzuziehen.

Eine blutige Ernte.

Auf den Schlachtfeldern von Tientsin.

(Durch Funkspruch.)

London, 28. Dezember.

Ein Pekinger Pressevertreter meldet, bei der Einnahme Tientsins hätten Fengyuhsiangs Trup­pen viertausend Gefangene gemacht. Die Verluste beider Parteien würden auf zwanzigtausend ge­schätzt. Infolge der strengen Kälte und der un­genügenden Sauitätsmaßnahmen fei ein unge­wöhnlich hoher Prozentsatz der Verwundeten ge­storben. Ungefähr vierzigtausend Mann von Lit- schinglins Streitkräften mit der gesamten Artil­lerie hätten sich in guter Ordnung in Richtung schantung fluchtartig zurückgezogen.

v

Selbe Eindringlinge m Marseille

_ P^ris, 28. Dezember. (Eigener Drabtbericht.i In Marseille sind 133 chinesische Kaufleute eingetroffen, deren Pässe eigentlich für Holland und Belgien ausgestellt waren. Ter Bestim­mungsort war jedoch wegradiert und dafür als Bestimmungsort Frankreich gesetzt worden.

Elsaß den eifäflern.

Los von denBefreiern".

Von

Senatepräsidenten a. D. R. Schmöller-Kaseel.

Unwiderlegbare Seuaea. Katzenjammer nach dem Siegesrausch, Ein Volk ohne Parlament. Herriots fablet Bescheid. Was Regern Recht t# ...

lieber die Elsaß-Lothringer haben sich nam­hafte Franzosen oft in dem Sinne geäußert: Sie Elsässer sind deutsch nach Sprache und Le­bensart." Die Elsaß-Lothringer selbst haben sich bei der Volkszählung des Jahres 1910 zu 87,2 Prozent zur deutschen und nur zu 10,9 Prozent zur französischen Muttersprache bekannt. Heute vertreibt in Straßburg eine Zeitung ihren deut­schen Textsdie Neuesten Nachrichten) in neunzig­tausend Exemplaren, ihren französischen Tert in nur zehntausend Exemplaren. Also die Elsaß- Lothringer sind deutsch und in der erdrücken­den Mehrheit deutsch geblieben bis auf den heutigen Tag. Und das Land Elsaß-Lothringen? Es ist von Frankreich getrennt durch einen Wall von Bergen und mit Deutschland verbunden durch den gemeinsamen Flußlauf. Daraus folgt: Die Elsaß-Lothringer sind auch wirtschaft­lich auf Deutschland angewiesen. Und schon vor dem Kriege haben die Elsaß-Lothringer laut und überallhin dringend den Ruf ertönen lassen;

Wir wollen nicht befreit fein.

Wir wollen keinen Krieg. Was wir wollen, ist die Annäherung Frankreichs und Deutschlands auf der Grundlage der heutigen Grenzen. Und 1913 hat der bekannte Publizist Gustav H-rr^ in seinem BuchElsaß-Lothringen" geschrieben: Wir brauchen nickt elsaß-lothringischer zu et», als die Elsaß-Lothringer." ' Diese Stimming hat auch während des Krieges angedauert. Itn 12 Juni 1917 bat Präsident Dr. Ricklin en Elsaß-Lothringischen Landtag mit den Woie» geschlossen:Wir erstreben nichts anderes, ls oas Pflegen und Fördern unserer kulturell:, wirtschaftlichen und staatsrechtlichen Zukunft t« ter vollster Aufrechterhaltung unserer berecht. ten Eigenart und in keiner unlösbaren Zuge! rigkcit zum Deutschen Reich," und diese Wo: sindauf allen Bänken des vollbesetzten Haus mit lautem Beifall ausgenommen." Dann e folgte nach mehr als vierjährigem Ringen gege eine zwan,zigfache Ucbermacht der Zusammei bruch Deutschlands, und die Elsaß-Lothringe ehen sich von Deutschland aufgegeben. Si aalen sich: das Wiederfranzösischwerden ist un er unentrinnbares Los. Es bringt uns jedock einen Vorteil. Er stellt uns auf die Seite bei Sieger. So entstand künstlich das Zujubeln zu den Franzosen als Befreier. Aber diese Stim­mung war nur von kurzer Dauer. Schon 1919 chlicßt ein Bericht, der wieder über Unzuläng­lichkeiten der französischen Verwaltung klagt mit bett Worten:So

wächst die Unzufriedenheit

mit jedem Tage. Man stellt Vergleiche an mit der Vergangenheit, die für uns recht mvor- teilhast ausfallen." Sckflimmeres mußte folgen. Tie Sorge um die Erhaltung der Eigenart, des Sonderlebens ist den Elsatz-Lothringern beim Zusammenbruch Deutschlands von neuem gekom­men, damals aber durch Versprechungen der maßgebendsten Personen, von Männern wie Pvineare, Elemenceau, Herriot, betäubt. Indes, diesesmal war bte Sorge begründet, und zwar in vollstem Umfange. Den Elsaß-Lothringern ehlt heute ihr Landtag. IhreBefreier" haben ihnen selbst den zunächst noch gewährten trauri­gen Ersatz, denconfeil confultatif" mit dem Sitz in Straßburg wieder genommen. Die El­saß-Lothringer haben sich aber in ihrer Der- zweiflung doch einmal an dieDeputcs" in Pa­ris gewandt. Sie haben ihnen am 2. 12. 1924 Vortragen lassen:Jedes Volk hat ein Recht auf etne Sprache. Selbst aus nationalen Gründen darf eine Sprache nicht auggerottet werden." -Die große Mehrzahl der Elsaß-Lothringer versteht fein Französisch Deshalb muß die beut» we Sprache auch in den Gerichtsverhandlungen wieder zugelassen iverben." Die Antwort ist ibnen von bem Ministerpräsidenten Herriot erteilt Sie lautet:Die Einheitlichkeit des Staatswesens ist Frankreichs Leitidee und Frank- rcichs Stärke."Die Provinzen sind nicht zum Mutterlanb zurückgekehrt, um der deutschen et>ra*e eine Entwicklung zu sickern." Die neu- e te Maßnahme der französischen Regierung verbietet die Erteilung von Religions­unterricht in deutscher Sprache. Zu ihr bemerh derEvangelisch-Lutherische Friedens- bote ;Was den Negern in den Kolonien recht ist, muß uns in Elsaß billig fein. Wo deutsch ge- vrcdigt wird, muß deutscher Religonsunterricht erteilt werden" Llnb das BlattTie Heimat" chreibt: Seit secks Jahren ist bas elsässische Volk von Enttäuschung zu Enttäuschung gewan-