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Kasseler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
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Freitag, 25. Dezember 1925
Akummer 301. Einzelnummer 10 Pf» Sonntags IS Pf.
Einzelnummer 10 Ps^ TonntagS IS Pf 15. Iahrgttltg
WM
Artnr Brausewetter.
verlas die
luftliste für M
Die fleißigen Franzosen
WewnachtSsrrude im Sefünems
sich wieder hebt über deutschem Land, da» uni sreiundsiebzig sächsische Strafyefangene einschl allen Brot und Leben gibt, der gebt nngesegnet i'sliiischc Gefangene in Freiheit gesetzt worden.
300 Mann, darunter 1800 Franzosen: vermißt werden zwanzig Offiziere und zwölf hundert Mann, darunter 225 Franzosen.
Immer deutlicher kann man spüren wie öie ^uuc»s«"ge, der nie aufhörende Kampf um die vitalsten Lebensinteressen den Sinn und die
werden der Verbundenheit aller Menschenantlitz tragen, aufs tiefste inne. Noch immer wirft stch die Menschheit wie die Hirten auf dem Felde vor der Verheißung der E r l o» serbotschaft aufs Knie. Und in jäher Erkenntnis streckt der Bruder dem Bruder, der Freund dem Freund, der Gatte dem Gatten, die Liebe der Liebe die Hand zum ewigen Bund entgegen und Herzen, die sich lange verschlossen, senken ihre Wurzeln in reuevoller Versöhnung noch unlöslicher ineinander ...
In Marokko verblutet.
Ein Totenbericht in der Kammer.
(eigene Drahtmeldung.)
Paris, 24. Dezember.
TreSden, 24 Dezember. lPrivattelearamm ) tsiuS Anlaß des WeihnacktSfetzes sind Hundert-
Paris, 24. Dezember.
Aus Beirut wird gemeldet: Nach Meldungen aus offiziöser Quelle ist mit den Drusen ein Waffenstillstand unterzeichnet worden. Einer nach Sueida entsandten Kommission fei cs gelungen, Sultan Attrasch von der Nutzlosigkeit des weiteren Kampfes gegen die Franzosen zu überzeugen. Oberkommiffar de Jouvencl habe alle politischen Gefangene» »nd die Vertreter der syrischen Volkspactei srcigclasscn.
Wcilmatchsglocken in Syrien. — Das Werk des neuen Oberkommissars. — Blutopfer für Marokko. — Stürme und Ueberschwemmunge» in aller Welt.
vom Abendmahlstisch der Liebe in die dunkle Weihnachtsnacht hinaus. F. R.
Zwar wollen die Kerzen am deutschen Tannenbaum Heuer fast düstrer flackern als in manchen Kriegs- und Nachkriegstahren. Aus den weißen Familientischen sind die Gaben nur spärlich verstreut, wenn Knecht Rupprecht sie nicht gar völlig vergessen hat. Von den vielen dunklen Fenstern und Herzen zu schweigen, wo Armut und Leid statt Liebe und Gluck zu Haus ... Fürwahr, eine böse Fee hat den deutschen Michel diesmal mit Teuerung und Regierungskrise, nut toten Maschinen, brotlosen Entlassenen, blindem Parteihader, mit Fememorden und anderen Scheußlichkeiten überschüttet. Vergeblich harrt der Deutsche an den Grenzen des Reichs und in der weiten Welt des Friedens- und Liebes- engels, wo eine fremde Soldateska schon sieben Jahre lang die deutschen Paradiese brandschatzt oder deutscher Geist geknechtet und geknebelt wird. Im heiligen Damaskus, im Fernen Osten aber und in den Rifwüsten krachen die Schüsse noch immer und die Toten häufen sich. 5>ier ist für das Heilandsevangelium noch keine Stätte ... Oder sollte auch auf den Trümmern von Damaskus, wie ein soeben eintreffender Funkspruch besagt, das Wunder der Christrose mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandes
Nun sind auch die brausenden Sturmorgel- choräle der Sonnwendnacht fast erstorben, die schneeigen Linnen der Weihnachtsheinzelmännchen sind über Nacht über die tote schwarze Erde ausgespannt und wie gedämpftes Harsenspiel weht nur noch die Kunde vom Christnacht - Wunder um Giebel und Fenster, um Wipfel und Berge, durch menschenleere Gassen und Alleen. Einmal im Jahre sind nun wieder Lärm und Getöse des Alltags, der Welt- und Menschenbühne verstummt. Und wenn heute die ersten Sterne im bleichen Licht der Mondsichel aufblinken und wie vor fast zweitausend Jahren den Gottsuchern der ganzen Erde zur Krippe von Bethlehem voranleuchten, wenn die ersten Tannenkerzen hinter den Gardinen aufzucken, von abermillionen Lippen in Kirchen, Hütten und Palästen die märchensützen, inbrünstigen Weihnachtsmelodien aufschweben, wenn selbst in e-loschenen Greisenaugen ein Widerschein jenes Traumglücks sich spiegelt, das die Kindheit zum Paradiese und die Welt zum Mysterium der Liebe macht, dann schmilzt auch der Eispanzer um liebeleerste verstockteste Herzen. Dann hat auch der Einsamste und Verzagteste, der Spötter und der Gläubige, Weise und To- " ren, Verbrecher und Heilige, König und Knecht
Auch Rhein und Mosel schwellen an.
Mainz, 24. Dezember. (Privattelegramm.) Der Rhein ist gestern infolge des Tauwetters >.m mehr als einen Meter gestiegen. Der Pegel- kland in Mannheim betrug gestern Abend 3,42 gegenüber 2,25 am Mittag. Auch die Mosel, ift feit gestern um über 2 Meter gestiegen.
griehensgeliut und WinlerMme.
Ein Waffenstillstanv tn Syrien abgeschlossen? / Aufruhr der Elemente. I
Die Flüsse steigen.
Ueberschwemmungsgefahren in Spanien.
(Durch Funkspruch.)
Madrid, 24. Dezember.
Der Sturm dauert an. Ueberschwemmungeu werden besonders aus Andalusien gemeldet. Die Flüsse schwellen an und man fürchtet allgemeine Ueberschwemnmng. In Sevilla wurden mehrere Stadtviertel unter Wasser gesetzt und von ihren Bewohnern verlassen.
Noch elne Wafferlatastropde.
London, 24. Dezember. (Eigener Drahtbericht.) Aus Tokio Wird gemeldet, daß die Insel Panz durch Flutwellen heimgesucht werde und daß dort alle Häuser zerstört worden feien. Es werde gefürchtet, das auch die Karolineninseln gelitten haben.
tagen rur Notqemeinschaft zusammenschließen sollten. Wer jetzt nickt mit Hirn und Hand mit Weisheit und Stärke mit irdischen und geistigen Gütern seinen darbenden Brüdern bei- springt, als Nächster dem Nächsten vorwärts hilft, wo er nur immer kann, damit die Sonne
g Heiliae Nackt.
" Weihnachtsvisionen im Jahr der Not.
aufoeblüht sein? . ,
Dafür ist sie aber dem deutschenGernnt umso tiefer eingepflauzt und mehr wie ein schöner Traum, dem eines Tages ein jähes Erwachen folgt. Denn an dieser allmächtigen Willens- und Schaffenskraft, dem Glauben an den Sieg der Gerechtigkeit, an der Bereitschaft zur Solidarität aller, die guten Willens sind, auf daß( die Erde ein menschenwürdiges Wohnhaus wer- de An dieser hürnenen Siegfriedhaut werden auch "letzten Endes die Pfeile abprallen, die trotz Locarno und Freundschastsbvmnen noch immer auf uns niederprasseln. Eins aber ist vor allem im Glanz und Dust der grünen Tannen not: Die Erleuchtung unserer Staatsmänner, Politiker und Parteipäpste, die jetzt friedlich und fidel bei Mutters Kuchenblechen und Bratenschüsseln der vermaledeiten PolMk vergessen, daß es mit der Regierungsbarlekmade ein Ende haben muß, wenn das Volk stch mckt verdrossen vorn Staatswohl und feinen Lenkern abwenden, die Krisenmacher sich selbst uber- lassen und dem ersten besten Umstürzler zulausen soll, der die Unschlüssigen einfach tum Teufel wqt Vielleicht bringt die selige Weihnachts- keaende auch im starren Parteigötzen Saiten zum Klinaen. die bisher schliefen. , .
Wie wir un8 denn ja alle wieder im ubertr- disch-n Glanz deS LiebeSarals über Patte,en, Stände, Religionen hinweg als Mensch zu Mensch finden «nd in diesen dunklen Wtmer-
Wie es in Berlin stürmte.
Kleine und große Straßenunfälle.
(Privar-Tel-aramm.)
Berlin, 24. Dezember.
Bei dem gestern in Berlin wütenden heftigen Sturm wurde ein Oberpostfekretär von einem heruntergerisseneu Reklameschild am Kopf getroffen und trug schwere Schnittwunden davon. In Tegel bei Berlin durchschlug ein umgelegter Schornstein das Dach eines Kaufes und gefährdete sie darunter liegenden Wohnungen. In Spandau verletzte ein her- wsallender Dachstein eine Arbeiterin schwer.
Slurwszenen an der Marokkoküfie.
Paris, 24. Dezember. (Eigene Drahtrnel- dung.) Havas berichte aus Casablanca, daß längs der marokkanischen Küste der Seeverkehr durck Stürme unterbrochen sei. Im Raren von Casablanca habe sich ein Schiff losgerissen
«ein Telephonveriehr mit England.
London, 24. Dezember. (Eigene Drahtmel- dung.) Infolge stürmischen Wetters mit Schneeball ist Die Telepbonverbindung zwischen London und Paris völlig unterbrochen. Der Dienst nach Holland mußte ei'ngcschränft yc. den. 148 Fernsprechleitungen sind unterbrochen
kam. Aber zwischen diesen beiden Gegenpolen regte sich, manchmal nur in unhörbaren und doch deutlich kühlbaren Schwingungen, etwas anderes: Wie die Sterne über Bethlehem in der Weibnachtsnackt, so brannten über der Nacht toter Werkgerecktigkeft die Sterne der harrenden und bungernden Sehnsucht. So war es in Israel. Und so ist es heut noch.
Wer unsere beuttge Seit beob ebtet. dem muß stch Eins aufbränaen: Eine gewisse, insbesondere von der Jugend zur Schau getragene Ablehnung geistigen Lebens und Strebens. Was einer früheren Jugend, damals, als wir nock groß und stark waren,, das Schönste erschien: das Lesen eines guten Buckes, der Besuck eines ffassiscken Schauspiels, daraus legt die b-utiae nicht mehr den gleichen Wert. Daß damit eine lorere etbische Auffassung, eine neue u bequemte Lebenslosvng auch bei der w iblicken Jun-md »erlaubt ist, was Vergnügen mackt!" Hand in
Im Verlaufe der Diskussion über das Hee- resbudget, die auf Veranlassung des Abg. Va i l- lant-Couturier (Komm.) geführt wurde, verlas die Regierung in der Kammer die Ver- «eiDTemer unO .....luftliste für Marokko: sie besagt: Getötet
sie alle haben heimgefunden zu den Menschen, wurden 140 Offiziere, 2500 Mauri, batunter eben der Verbundenheit aller, dce Franzosen; verwundet wurden 2e=2 Offiziere,
In dem gestern erwähnten Hochverratspro- Immer deutlicher kann man spüren wie zetz gegen den kommunistischen Parteisekretär ]&je Tagessorge, der nie aufhörende Kamps um Ernst Wollweber aus Kassel, der sich wegen IQ-K bitalficn Lebensinteressen den Sinn und die Beihilfe zum Hochverrat und Vergehens gegen Zehnsucht nach dem Großen und Schönen in den das Republikschutzgesetz zu verantworten hatte.I&tntergrunb drängt. Da tut es not, wie nie zuwurde gestern in später Nachtstuüde vom Staa-L ^r, daß wir in aller Starre und allem Dunkel gerichtshof MS Urteil gefallt. Der Angeklagti ein «eft rciein> das über alles Enge und Ge- ttmrbc zu drei Jostren ^fanan, 8 unö brci£)un l bunbcne hinaus das Herz zu neuen Weiten und (^6^20(0 oentttetltlrin Iah I Ziernenflügen freudig macht. Das will Weih- sechs Monate und die s^ld^e werden -us nachten. Christus setzte der Menschheit ein neues bte Untersuchungshaft angerechnet. .Herz ein, denn er entfachte in ihm anstatt der
sinnlichen Freude des antiken Menschen den Sinn und dos Seetangen für höhere Werte, über-
, sinnlichere Welten.
Sie tagen sogar über Weihnachten. Das ist das Eigenartige des Weihnachts-
(Eigene Drahtmeldung.) sterns, daß er nicht nur leuchtet, sondern auch
Haris 94 De,eucher wandert. Und das ist die entscheidende Kill- « - »- «fcJrLt ZJnSSwr «tfro«e an den Menschen unserer Tage: Ob es
Brtand hat bte Absicht, j®ie röentlw. ^uch für ihn einen Stern noch gibt, der ihm aus ParlamenEfes^ am^. ^ezencher zu L Dunkel und der Schwere unserer Tage hin- rgRurfM be< au§ Weg und Ziel für höhere Lebensgüter, un-
noch etn ^ndgetzwolftel n« ^wunr 1920 be_ Lctöäunß(ficrc ^cTte und Welten weist. Tas ä o n ba8 diese Frage verneint, bleibt in der
* Über Mls^»o Finsternis gebannt, mag es noch so viel Reich-
aewäbl? tum und Macht in sich vereinen. Mit einem carnoabkommen tn der^amm.r gewählt I Christentum äußerer Werkaer chtiakeit, einem to-
ton: »Herr, Herr!"-Sagen ist es nicht getan. Aeu- Lttolien tür Rückgabe der Koivn.cn. ßerftches Dogma auf der einen, skeptisches Ver- Rom, 24. Dezember. (Eigene Drahtmeldung neinen auf der anderen Seite, das sind stets in Ein Blatt führt aus: Dadurch, daß man Deutsch-«nationalen Niedergänaen der Völker die beiden land Kolonien für seinen Bevölkerungsükwr Gegenpole des religiösen Lebens gewesen. Wir schuß gewähren wolle, würde der Friede besser es an dem alten Israel, damals, als Chri- gewahtt werden als durch bte Locarnoab- gus als der Retter und Ersüller auf die Welt mmhtngen. Italien wurde demgegenüber ket-' nett Widerspruch erheben, es dürfe nur nicht bei der Verteilung übergangen werden.
Tiefe, undurchdringliche Nacht. Da leuchtet cm Stern auf. Es ist etwas Wunderbares um diesen Stern. Sein Glanz ist von unfatz- «;n h-d- D»nLV KVI'uS't
dl«« M« R-qn«, u°« »ü? Z L-n»«>. W-nd.n v°, d-n
—, - . Weisen des Morgenlandes, weist ihnen Weg und
em Spiel der Winoe. Ziel. Nun hat kein Geringerer als der berühmte (atitrmftbähcn in Italien Astrologe Keppler den Nachweis geführt, daß Schwere Sturmschaden tn galten. L£rabe um öie ber Geburt Christ: eine sehr (Eigene Drahtmeldung.) merkwürdige Verbindung dreier Gestirne mit
Rom, 24. Dezember, einem Stern von der Leuchtkraft eines Firsterncs oniHH- inth Oheritnlien werden intilJ erster Größe eingetreten sei. Diese ganz seltsame AL«--»"'--»-»-«!- °« Ästronom »«.
hinan-,«n-b-n. |in •-«'£ ÄJÄ L
_ ,, . , Verfall, ein ethisches Irren und Verirren. Tiefe,
Weiynamt bei yindenomg. unergrimdliche Nackt — da ging der Morgen- Der Reichspräsident unter feinem Personal. ^^einah?Iw?ELn«e'sind seitdem ver-
(Privat-Telegramm.) gangen. Weihnachten ist da. Wir feiern das Ge-
Berlin, 24. Dezember, burtstagsfest Christi und der christlichen Kirche.
Reichspräsident von Hindenburg veranstaltete »Siehe, ick verkündige Euch große Freude, die gestern im Reichspräsidentenhaufe für das Per- allem Volke widerfahren wird, klingt der Grug sonal seines Büros und seines Hauses cinehw ^gel, em Wi derhall Ler H-Ulgen Nacht, Weihnachtsfeier. Der Reichspräsiden! begrüßte >'ber die weite Erde Und dock, von der die Festteilnehmer mit herzlichen Worten.! Freude ist wenig W Jpuren G8.it , 1 Staatssekretär Meißner dankte namens aller überall. Zn den nationalen gesellen sich d' Angehörigen des Büros und des Hauses dem wirtschaftlichen Note, die tn diesem ^ahre ganz Reichspräsidenten für seine freundlichen Worte! besonders bart itnb brobenb auftreten, einer Kri- mit der Versicherung, baß jeder von ihnen es Enttzegendranqenl Darunter lrtdet da F^st
als eine besondere Ehre betrachte, unter dem des beieligten Gebens^ ^er J
Reicksvrällventen arbeiten m dürfen. I schwarzer die Nacht, UM so Heller die Llckter, die
Reichspräsidenten arbeiten zu vursen. r Himmel anzuudet. Und unter ihnen das
— . , — . , Eine weihnachtliche Lickt, alle anderen über-
Kasiel in Leipzig. strahlend: Der Stern des Lebens, der den Wei-
3 Jahre Gefängnis für Parteis^tSr^ollweber ^°us d^Morgenlande leuchtete, ihnen Weg (Privat-Telegramm.) Das ew'ge Licht geht da hinein,
Leipzig, 24. Dezember. Gibt der Welt einen neuen Schein.