Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
Äntetactwreife: Etndeimtlche lSelchittlsau,eigen äetleHU lits. auswärtige <3cf»äftg- anzeiae» Zeile 2U Psg.. ^amluenawieigen Zeile 2U Via, ikletne Äu,eigen das Wort 4 vtg. Reklamen die Zeile 7S Ptg. Offertgebübr Sil vsg. (bei Zulendq. der Onerten 8iiPia.i Rechnunasbeträae finö innerhalb s Tagen ,u beiablen. Sür die Richtig, feit aller durch ^ernlvrecher autaegebenen Anzeigen, fomie für Äufnabmedaten und Platze kann nich- narantter' werden Siir Anzeigen mit besonderem schmierigem Satz lüft Pro-.eni Äufschlaa. Druckerei: ®»la»tbofftrahe 2H/3H. lSeschätis» ktelle Söl-ilche Stratze 5.«eaenuber her Svobrüratze f^ernforecher Wl nud 95?.
300. Einzelnummer 10 Pf, Sonntags 15 Pf.
Donnerstag, 24. Dezember 1925 Einzelnumme^o Pf., Sonntags 15 Pf. 15. Jahrgang
Ein Gegenpol für Locarno.
Rußlands ReutraMätsvertrag mit der Türkei abgeschlossen.
ES ist alles zu teuer.
Wie es mit dem Preisabbau steht.
Die tiefgehende Krisis in unserer Wirtschaft, die in ihren beiden Symptomen, der Kapital- und Absatzkrisis, sowohl unsere Landwirijchast als auch unsere Industrie zu erschüttern droht und sich nach unten hin in einer erschreckenden Arbeitslosigkeit auswirkt, bildet den Gegenstand ernstester Sorge aller politscken und wirtschaftlichen Führer. Was den Schlüssel zur Lösung des Problems angeht, so dürste die große Mehrzahl darin übereinstimmen, daß nur über den Prei sabstieg der Weg führt zur Steigerung des Absatzes und über die dadurch ermöglichte Hebung der Produktion zur liebet» Windung der sozialen Nöte. Nach der Steuergesetzgebung hatte sich die Regierung mit aller Energie der Preisabbauaktion oder bester gesagt der Wiederherstellung eines vernünftigen Preis- gteichgewichts zugewandt. Das Terrain war außerordentlich schwierig und mußte zunächst sorgfältig sondiert werden. Der erste mit großem Nachdruck durchgeführte Stoß hatte zunächst den Erfolg, daß die wieder aufs neue ins Rollen gekommene allgemeine Teuerung vorläufig abgestoppt wurde. Weiterhin wurde, teils durch gütliche Verhandlungen, teils durch Ver- waltungs- b Kontrollmaßnah: n erreicht, saß die Verbraucherpreise auf einer Reihe von Gebieten, besond rs bei Lebensmitteln, lan srm ober nit * unerheblich zurückc-inaen.
Wichtig jedoch ist die Feststellung daß die Preise innerhalb des Verteilungsapparates noch immer nicht soweit zurück- geschraubt werden konnten, wie dies ‘m Interesse der gesamten Volkswirtschaft, in erster Linie der Verbraucher unbedingt notwendig erscheint. Auf dem Gebiete der Lebensmittel ist vor allem die sogenannte Handelsspanne zwischen Erzeuger- und Verbraucherpreisen be’. einzelnen Erzeugnissen, wie z. B. bei Fleisch- und Wurstwaren noch viel zu hoch. Selbst die Fleischer-Verbands-Zeitung gibt zu, daß eine wirksame Verbilligung der Kleinhandelspreise nur dort festgestellt werden konnte, wo auch eine Senkung d Erzeugerpreise stattgesunden b.itie. Dieses immerhin interessante Zugestänbn-s bestätigt also von neuem Die Tatsache, daß die erzielten Preissenkungen auf dem Gebiet-- der Lebensmittel in der Hauptsache auf Kosten der Erzeugerpreise erfolgt sind, roäfpvnb Handel und Gewerbe ihrerseits mit großer Zähigkeit an der bisherigen Verdienstspanne festhalten. Gerade auf dem Gebiete der Lebensmittel fit die Erzeugerpreise durchweg als normal anzusprechen, — ja bei einzelnen wichtigen Produkten wie z 9. b/ Roggen und Kartoffeln liegen die Erzeugerpreise unter '•-n Var- kriegspreisen. Dagegen ist die Uebersetzung uer Handelsspanne heute eine ziemlich allgemein anerkannte Tatsache, der man beim teueren Verlauf der Preisabbauaktion ein »rsondr- res Auoe, ' > »wenden muß. Die zahl nma» ßige Uebersetzung des -aanbrl ist mehr ein äuß '» res Svmptom. kein-sfalls aber die letzte Ursache für die Verteuerung der Waren. Der Handel selbst gibt im allgemeinen zu, daß die Brutto- a u s s ch l 3 g e gegenüber dem Frieden z. T. nicht unwesentlich erhöht sind. Andererseits stellt er sich auf den Standpunkt, daß der Reinverdie.ist durchaus angemessen und die Erhöhungen Der Bruttoverdienstspanne lediglich auf di- erhöhtm Unkosten nach der Kriegszeit zurückzuführen sei. Sobald es sich jedoch um die reinliche Schetdung zwiscb-n Ren.verbiet' und Unkosten hand-lt, zeigt sich deutlich, daß diese Behauptung keineswegs allgemeine Geltung besitzt. Sie mag wohl zutreffen für alle jene Geschäfte, die auf der Grenze ober jenseits der Grenze der Rent.ibili«ät liegen, aber unter den heutigen Verhältnissen können derartige Betriebe keineswegs den Maßstab für die Preisfestsetzung ganzer Industrien ober Gewerbe bilben. Es ist der größte Fehler unserer <**riefle und Innungen, diese Tatsache bisher überf'ben zu haben, ein Fehler, der für sie selbst einmal verhängnisvoll werden kann. Auch die Abwehraktion der Kartelle und Innungen kann nicht darüber Hinwegtäuschen, daß diese Mittel wirtschaftlicher Organisation — und ihre Bedeutung in dieser Hinsicht soll fei» neswegs verkannt werden — mit ihrer derzeitigen Preispolitik auf unsere gesamte Volkswirtschaft einen teilweise verheerenden Einfluß ausüben.
Von dem Gedanken ausgehend, daß die gegenwärtige in unserer Wirtschaft nicht überwunden werden kann, und eine Wi-b—an- kurbelung unserer Wirtschaft nicht möglich erscheint ohne die Wiederhecstellu.ig des normalen
Gleichgewichts in der Preisfrage, hat das Kabinett Luther in der letzten Sitzung vor seinem Rücktritt einen Gesetzentwurf zur Förderung des Preisabbaus gebilligt und den gesetzgebenden Körperschaften zugehen lassen. Dieser Gesetzentwurf soll auf Grund der gemachten Erfahrungen die bisher unzulänglichen gesetzlichen und verwaltungsmäßigen Handhaben ergänzen, um die Preisgestaltung in Der Wirtschaft weiterhin im Sinne einer für die Gesamtheit notwendigen und gesunden Entwicklung zu beeinflussen. Trotz aller behördlichen Maßnahmen aber wird nach wie vor die verständnisvolle Mitwirkung aller Erwerbsstände, vor allem des kaufenden Publikums, ein ausschlaggebendes Moment bei der Preissenkungsaktion bilben. Dr Gerhard Lichter.
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Gm yeM'tetes Geheimnis.
Schutz- unb Trutzbündnis Rußland-Türkei.
(Durch Funksprnch.f
Angora, 23. Dezember.
Halbamtlich wirb der Wortlaut des zwischen Nutzland unb der Türkei am 17. D e z e m b e r in Paris unterzeichneten Vertrages verössentlicht, der die Neutralität beiher Parteien garantiert im Falle einer gegen eine bet beiden Parteien gedichteten militärischen Bew,„ung. Die beiden Parteien verpflichten sick. gegenseitig kein politisches ober wirtschaftliches Bündnis abzuschließen oder sich irgend einer gegen die milim- tische unb maritime Sicherheit bet anderen Partei gerichteten feindlichen Handlung an= zuschließen. Beiden Parteien ist vollständige F r e i h e i t in ihren Beziehungen - u D r i 11 e n gelassen, wobei jedoch die Bestimmungen des vorliegenden Vertrages ru beachten sind.
Orient oesen Europa.
Eine Antwort auf Mofful und Loearno. (Eigeite Drahtmeldung.)
London, 23. Dezember.
Reuter meldet auS Konstantinopel, die Ansicht des Reqierungsorgans über die Unterzeichnung des russisch-türkischen Nentralitätsvertra- ges fei, daß die Bedeutung dieses Abkommens unmittelbar nach der Entscheidung des Völkerbundsrates im Mossulstreit nicht der Aufmerksamkeit entgehen könne, daß es aber trotzdem nicht als eine Drohung gegen irgend jemand beabsichtigt sei, sondern als ein» Antwort auf den Locarnopakt angesehen werden könne.
Noch nicht gelöscht.
Wenn zwei dasselbe über Syrien sagen . «« (Eigener Drahtbertcht.)
Paris, 23. Dezember.
Havas berichtet aus Beirut: Der aufständische Teil der Bevölkerung von Damaskus kehrt allmählich wieder in die Stadt zurück. Es scheine, daß sich in der Gegend von Homs wieder einige Banden aufhalten. — Sehr nie* anders lautet folgende Meldung aus London: Die Stadt Homs ist von den Aufständischen vollständig eingeschlossen. Eine französische Abteilung von hun- bert Mann und zwei Offizieren sei in einem Hinterhalt niebergemacht worben. Die ganze Bevölkerung Homs fei in vollem Aufruhr.
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eine „Rückwirkung" de« Vertrags.
Paris, 23. Dezember. (Eigene Drahtmel- Dung.) Ter Außenminister Briand empfing gestern Den türkischen Außenminister Tewfik Ruchil Bey zu einer Aussprache.
Geld auf der Straße.
Tschitscherins Offerte an deutsche Unternehmer (Eigene Drahtmeldung.)
Berlin, 23. Dezember
Der russische Volkskommissar Tschitscherin äußerte sich gegenüber einem Pressevertreter über die deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen wie folgt: TaS in Der Natur der Dinge lie- gende Verhältnis Deutschlands und der Sowjetunion, die wirtschaftlich auseinander angewiesen sind, muß jetzt mit voller Macht zu Tage kommen De: gesamte wirtschaftliche Organismus der Sowjetunion strebt unaufhaltsam znm technischen Fortschritt. Tschitscherin glaubt, daß durch die Schaffung einer eigenen russischen Industrie der deutschen M a s ch i n e n i n - duftrie keine Gefahr drohe, denn jedes
iDorf, auch das entlegenste, suche sich die aller- neuesten technischen Mittel anzueignen. Der 'Absatzmarkt, der sich für Deutschland in der s Sowjetunion immer mehr öffnen wird, die Beschäftigungsmöglichkeiten für deutsches, techni-
, sches Wissen und Können und
für deutsches Unternehmertum
sind gr c n z c n l o s. Es ist töricht, zu glauben, daß Die Verwandlung der Sowjetunion in einen Industriestaat die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Deutschland vermindern wird. Unser Territorium ist so groß, die dort verborgenen Naturschätze sind so unzählbar, daß die Entwicklung der Industrieproduktion in bet Sowjetunion eine neue Beschäftigungsmöglichkeit für die deutsche Produktion eröffnen wird. Roch Tschitscherins Meinung kann der hundert Millionen-Kredit wegen seiner Kurzfristigkeit nicht ausgenutzt werden. Ans brr anderen Seite bedeutet für Rußland der Kredit alles. Als ein her wichtigsten Aufgaben erscheint ihm die Frage der Organisation be« Krebitwe- sens, die glücklich gelöst werde« könne.
Deutsche als Muß-Italiener.
Bozen soll Hauptstadt werden.
(Durch Funkspruch )
Rom, 23. Dezember.
Zurzeit wird Der faschistische V> -ch gc.- t»rfif< Bozen zur Hauptstadt Tiner ^tovi z ui mach:«, die 250 000 Einwohner Hatzen mürbe, Darunter ibuUOi) Deutsche Elie einzige .roß- deutsche Zeitung solle erscheinen und dazu be stimmt sein, die Deutschen itaPe-vr^ z« machen
Dentfln a?faffen.
Feng s Einmarsch. — Rücktritt des Präsidenten.
(Eigene Drahtmelbung.)
London, 23. Dezember.
Aus Peking wird gemeldet, die Truppen Feng-Knhsiangs seien von Süden her in Tientsin eingedrungen, nachdem sie die Eisenbahn «ach Nanking abgeschnitten hatten. Auch die Eisen bahn zwischen Peking unb Tientsin fei aufgc- rifTett. Nach den letzten Berichten ist auch die Eisenbahn «ach Hankau abgeschnitten ro-Jroen. Der Rücktritt des Präsidenten werbe infolge des Sieges des Generals Feng-Yuhflangs erwartet.
Chamberlain spendet.
Frühere Milbernngs- und Räumungstermine?
(Eigener Dradtbericht.)
London, 23. Dezember.
Wie ein Blatt meldet, hat Chamberlain gestern dem deutschen Botschafter Sthamer die Zusicherung gegeben, daß England die Milderungen im Besetzungs - Regime am 15. I a - nuar eintreten lassen wirb. Es würbe in ber Unterredung ferner von Chamberlain die Be- enbigung der Räumung ber L Zone bis zum 20. Januar in Aussicht gestellt.
Es ra$t der Sturm
Schwere Schäden unb Opfer In Frankreich (Eigener Drobtbericht.)
Paris, 23- Dezember.
Der in ganz Frankreich durch die letzten Unwetter angerichtete Sachschaben ist schwer. Die meisten Telephon- unb Teleqrophenverbinbungen sind vollständig gestört. Gestern abend hat in Paris der Sturm eine im Abbau befindliche Halle der KunstgewerbeauS- Peilung eingedrückt und eine Antenne der Funkstation des Eifelturmes weggcriffen. An der Scin-mündung sank ein Boot im Sturm. Neun Personen ertranken. Auch an anderen Orten sind Menschen verunglückt.
Ein schroffes „Nein"!
Briand weist Abb el KrirnS Gesandten ab.
(Eigene Drahtt»eloung.)
Paris, 23. November.
Ministerpräsident Brian- erklärte gestern ibrnd nach Beendigung des Ministerrates auf dir Frage, ob et den Abgesandten Abd el Krims, Cnn »i »gs, empfangen werde: „Rein, denn diese Fragen gellen nicht allein Frankreich, sondern auch in gleicher Weise Spanien an."
Ein erwnchendesDolk
Der junge Emir von Afghanistan.
Das btobtnbe ungewisse Schicksal des ia asgba- «ische Gesaageaschast gefallene» deutschen Ge- Ictzricn Siratil-Saner. das die ganz« ii> vilisicrlc Welt erregt bei gibt unserem Mitarbeiter Gelegeubeit, das gewaltige Riesenwerk des junge» Landesberra in diese« Lande siasterster Willkiirberrschast vor aus aufiurichte«.
Afghanistan steht heute in ber ersten Reihe reuet Völker bes Orients, die sich bemühen, btc europäische Kultur aus ihrem einheimischen Woben nutzbar zu machen. Zugleich bezweckte» sie, sich von der europäischen Vormundschaft zu befreien und sich auf eigene Füße zu stellen. An oer Spitze des Revolutionierungsprozesses des gesamten afghanischen Lebens steht kein anderer als der Alleinherrscher bes Lanbes selbst, der junge Emir Amanullah Khan. Afganistan, neben Persien unb Beluschistan eines ber Sän- ber bes Hochlanbes von Iran, ist größer als Deutschlanb, hat aber im ganzen Mir sechs Millionen Einwohner. Wie der ganze Iran, stellt auch Afghanistan ein
rauhes unb wilbeS Hochlanb
bar. Der Winter ist bort sehr kalt unb der Sommer sehr heiß. Infolge seines kontinentalen Klimas ist die Pflanzenwelt bes Lanbes eine recht atme, nur kümmerliche. Seine Berge sinb walblos. Afghanistan ist feboch ein an. Natur« schätzen reich gesegnetes Lanb. Dort sinb Kupfer, Blei, Zink, Eisen, Kohle, Petroleum, Golb, Silber unb aitbere Bobenschätze vorhanden. Alle diese Naturreichtümer müssen jedoch erst erschlossen werden. Die heutigen Afghanen sind stark mit den Völkern mongolischer Rasse vermischt. Sie haben hohen, schlanken Wuchs, einen starken Knochenbau, längliches Gesicht, energische Züge und gebogene Nase. Sie sind in verschiedene Stämme geteilt unb beschäftigen sich hauptsächlich mit Viehzucht, aber auch mit Ackerbau. Viele sinb Nomaden. Auch die Blutrache ist bekannt. Sic si-tz gastireunblich, ritterlich unb ein kriegerisches Reitervolk. Die Stellung berafghanischenF'rauist eine freiere als bei vielen mohammebanischen Völkern bes Orients. Wenn sie verwitwet, untersteht sie gänzlich ihrem Schwager; biefer hat auch bas Vorrecht, sie zu heiraten. Die Nationaltracht der Afghanen ist ein langes
Hemd, weite Hosen, Schaffellmantel, bunte Mütze, lederne Stiefel. Von den anderen Völkerschaften Afghanistans sind vor allem zu nennen die T a b s ch i k s. Sie sinb alle seßhaft und beschäftigen sich mit Handel und Gewerbe, teilweise auch mit Ackerbau. Die Tadscknks bilden btn Hauptbestand der Stadtbevölkerung. Sehr viel von ihnen sinb Beamte, Aerzte, Juristen u. a. Die Volksbilbung ist bei ihnen verhältnismäßig mehr verbreitet. Weiter sinb noch zu nennen: Die Usbeken, Hasaren, Kisalbaschen, wie auch Hinbus, Kafsern, Juben u. a. Stämme. AIS ber Vater bes jetzigen Herrschers den Versuch machte, sich und sein Land von den Engländern frei zu machen, fiel er einem politischen Morde zum Opfer. Was aber seinem Vorgänger nicht gelungen war, vermochte Amanullah-Khan doch zu vollbringen; bei den Engländern sowohl als auch bei den Russen und bei and ren Völkern hat er die Anerkennung der vollen Unabhängigkeit seines Landes durchgesetzt. Aber noch bedeutender sind die inneren Reformen, bei denen der junge Emir oft gegen die rückständige öffentliche Meinung seines Lanbes auftreten muß. Er hat ben ersten Versuch gemacht, ben afghanischen Staat nach europäischem Mu st er umzubilben. Afghanistan bat heute eine Volksvertretung und eine verfassungsmäßige Regierung, deren Vorsitzender ber Emir selbst ist. Weiter tritt Amanullah- Koan als Bahnbrecher Der wirtschaftlichen itnb kulturellen Erneuerung seines Lanbes auf. Er hat viele europäische Fachleute, Zngeni ure, Techniker. Aerzte, herunter auch Deutsche, nach Afghanistan berufen unb ihnen die Aufgabe geft-Ht, bas Lanb zu europäisieren unb bas afghanische Leben zu modernisieren. Es werden jetzt dort Fabriken gebaut, der Handel wirb entwickelt, Banken eröffnet, neue Wege unb Straß:n angelegt, zahlreiche Brücken unb öffentliche Bauten hergestellt, Bewässerungsanlagen geschaffen; es werben weiter Projekte uSaearbeitei zwecks Erschließung unb Ausbeutung ber Naturschätze bes Lanbes. Kurz, bie europäische Technik unb bie europäischen Techniker stehen im Dienste bet afghanischen Er» neucrung, bie auch ber Emir persönlich leitet Es werben jetzt auch zahlreiche Volksschulen eröff-