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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

«f.Le2*x 3<eueftt" Hadmdwn exidjetnen wüchenilick letöimai nachwuiaos "e?cn,l-0<£t- ?-?Er»s> kür öen Monai L 'JJiL bei freier SufteQunp ^e eattsftelle abseboH t.W>Mk. Dur» bie «oft monatlich 2JN) $if Äkl-Äl-ÄÄ äufteaunoSaebübr. «erlag und Redaktion Stblachtbokürake 28/30. 7^,?I?^Echer 0bt und fli>2. Mr unverlangt einsefanbte Beiträge kann die Re- nht.,no J.ns «>?iett2,ro^Tt<?,n? oder (SewanX in keinem kralle übernehmen. RS-k. de8Be,uasge>des oder Ansprüche wegen etwaiger nickt ordnunasmätzigex tfrerttna ,ft auSaescklMen. 1'ollkckeckkoni» Frankfurt a. Main Nummer 6S**1,

Hessische Abendzeitung

fln»et8enpretie;<Stnbetmt(d)e<Sefd)äfteanneigen öeiieJUWa. airSwarltge titeidjatt®. anteiaen .Beile 2t i via., ^amtlteuainetaen .Beile 20 «fa, »kleine Anzeigen das Wort 4 «fa_ Reklamen sie .Beile «tg. Cffengebähi 30 tilg. <bet .Sufeitaa. 6er Offerten 80'319.1 Rechnungsbeträge flnb innerhalb 5 Taten ut berabletr. Mr die Richtig' feit aller durch ikernivrecher aumeaebenen är jeiaen. ioroie für Autnabmedaten und viätze kann nick' garantier' werden stiir Anzeigen mit besonderem schwie­rigem Satz tno «ro-eni Aufschlag. Druckerei: Scklachtboistrafte28/Zo. Geschäfts- stelle Kölnische Strane 0. neaen'iber "er Svodrst'aüe ^erntnrecker Okil "Nb 05:

Sonntag, 29. Dezember 1925

297. Einzelnummer 10 Pf., Sonntags 15 Pf.

Einzelnummer 10 Pf Sonntags 15 Pf. 15* AübraaNg

Kein Locarno für den Osten.

öffnet.

F. R.

punkt, boj

tieberaH dasselbe Bild.

Die reitmöe IZee.

lung, nach moral t-

gen sollte, dem Völkerbundstrinmph einen neuen Vertrag mit der Türkei aufzusetzen: Der moralische Kredit in Gens selbst ist durch das letzte Urteil nicht bloß im Orient stark untergraben worden. Ein trüber Ausblick, der sich für unsere Abrüstungsverhandlungen cr-

Berlin, 19. Dezember.

Ein linksrgdi'ales Berliner Blatt glaubte mitteilen zu können, daß mit den Reichs- wehrkommandss Besprechungen über die Verhängung des Belagerungszustandes zur Anwendung drohender Teuerungs - und E r w e r b s l o s c n u n r u h e n abgehalten seien. Ein demokratisches Blatt bestätigt diese Er­wägungen im Reichsministerium des Innern und sagt, dieses habe sich mit den Landesregierungen dieserhalb in Ver­bindung gesetzt. Die preußische Regierung hat eine durchaus ablehnende Antwort er­teilt. Das Reichsministerium des Innern hat ^atzrus den .Plan satte n taffen. (Die Verant­wortung für die Nichtigkeit vorstehender Anga­ben, deren Nachprüfung von hier aus nicht mög­lich war, bleibt den Berliner Blättern in jeder Beziehung überlassen. Die Redaktion.)

3hir ein Steckschuß.

Preußen gegen den Belagerungszustand.

(Eigene Drabtrnelbung.»

____, ______ ung und ist nicht einmal imstande, den Frieden des eigenen Hauses zu wahren. Wie soll die Liebe in die

Frankreichs Industrie als Finanzsäule, (teigene Drahtme'.kung.)

tft. Am zweckmäßigsten ist es natürlich, wenn parlamentarische Minister, vorausgesetzt, daß sie noch ,ung genug sind und die nötige Eignung gaben, nach ihrem Rücktritt andere Posten i« Reichs, und Staatsdienst erhalten, so sind drei frühere Außenminister wieder im diplomatischen Dienst verwandt worden. Graf L".5d"ff-Rantzau ist Botschafter in Moskau, Dr. Koster vertritt das Deutsche Reich als Gesandter in Riga, Währetw Herr von Rosenberg jetzt Gesandter in Stockholm sst- Da auch Dr. Simons Präsident deS Reichsgerichts geworden ist, gibt es zur Zeit nur ffvei deutsche Außenminister aus der Zeit nach >em Umsturz, die nicht mehr als Beamte tätig 'nd, der Reichstagsabgeordnete Mülle r-Fran- ken und Dr. Rosen. In den diplomatischen

Dresden, 19. Dezember. (Gig. Drahtbericht.) In Dresden, Leipzig und Chemnitz haben kommu-nstische Demonstrationen stattge funden. In DreS-den drangen die Massen an die Tribünen des Stadtparlaments. Dir Tribü­nen mußten geräumt werden.

sei und jeder Senator wiffe es, daß der Gerichts Hof in feiner jetzigen Form vor vielen Jahren von einem amerikanischen Staats­mann vorgeschlagen worden fei. Von den Geg­nern des Weltgerichtshofes bekämpfte Senator B o r a h die Argumente Lenroots. Er erklärte, die Schöpfer des Weltgerichtshofes hätten den Gerichtshof zu einem Organ und zu einem gräßlichen Bestandteil des Völker­bundes auszubildeu gesucht, und wenn der Gerichtshof teilt Bestandteil des Völkerbundes sei, so sei dies deshalb der Fall, weil 'Seine Schöpfer mit ihren ^Bemühungen bisher in keiner Weise Erfolg gehabt hatten.

freudigen Wagemut eher angeschloffen hat als dem nörgelnden Beiseitestehen. Wenn man das Vertrauen breiter Volksmassen zum Staat und feinen verantwortlichen Vertretern, kaum daß eS in dem neuen Staatshaus sich einzurich­ten begann, nicht abermals dem Mutterboden entreißen und die Wirtschaftskrise sich nicht zur Katastrophe auswachsen lassen will, dann wird man so oder so und hoffentlich nicht erst nach Wochen zu einer provisorischen Lösung kommen müssen, die nun scheinbar nur noch in einer soge- nannen Minderheitsregierung oder einem Beamtenkabinett bestehen kann, die sich nicht parteimäßig sestlegen und mal mit Unterstützung von rechts, mal mit Links den Regierungskarren vorwärts schieben. Bis dann eines Tages der eiserne Zwang die heute noch Verblendeten zur schicksakverketteten Gemein­schaft zufammeitschweitzen Wird.

Einstweilen steht noch Bruder gegen Bru­der, Geist gegen Geist, Programm gegen Pro­gramm in trotziger Unversöhnlichkeit, die sich in krankhaften Hirnen, wie der aufgedeckte Stre- semannmordplan zeigt, bis zum Verhrc- cherwahnsinn steigert.. Mit Entsetzen sieht man hier die Giftblasen aus dem Sumps Politischer Verhetzung aufbrodeln, sieht ben langen Gei- sterzug erschlagener Präsidenten, Könige, Mini- ster und anderer politischer Opfer an sich vor- überpilgern: Ein Warnungssignal für alle po­litischen Hetzer und Fanatiker, die mit Verun­glimpfung, Verdächtigung, mit Ketzerei und aufwühlenden Parolen sich am Seelenfrieden ihres Volkes versündigen. Da ruft man nun immer nach Völkerverständig scher und materieller Abrüst

<§§ gärt in Schanghai.

Gegen die Intervention Japans.

(Eigener Drahtbericht.)

London, 19. Dezember.

Reuter meldet aus Schanghai, es werde er­wartet, daß die hartnäckige Streikpropaganda, die als Protest gegen die japanische Interven­tion in der Mandschurei betreiben wird, zu weiteren Unruhen unter der Arbeiter­schaft in Schanghai, insbesondere in den Baunuvvllfabriken führen werde. Die Stimmung sei verschärft worden durä? die geheime Hinrich­tung eines chinesischen Arbeiteragitators, der ein führendes Mitglied deS einslußreichen Allgemei­nen Arbeiterverbandes von Schanghai war.

Peking abgefchnttten.

Europa erhebt Einspruch.

(Eigener Drahtbericht.)

London, 19. Dezember

Reuter meldet aus Peking: Dem chinesischen Außenamt wurde folgendes Memorandum über­reicht: Das diploumtische Korps besteht auf der Aufrechterhaltung des freien Ber- kehrs durch die Eisenbahn in der Kampfzone sowie auf der Sicherung der Straße zwischen Peking und dem Meere, um den Auslän­dern zu ermöglichen, ihren friedlichen Beschäf­tigungen «achzugehen sowie die Gesandtschaften in die Lage zu versetzen, Kuriere und Post zu empfangen und zu senden. Dieser Verkehr ist bereits seit zehnTagenunterbrochen.

An Blianö zerscheM.

Tschitscherins Ostpakt und Polens Grenze.

(Eigener Informationsdienst.)

Berlin, 19. Dezember.

Wie wir erfahren ist der russische Volkskom- miffor Tschitscherin von dem Ergebnis sei­ner Besprechungen mit den alliierten Staats­männern nicht sonderlich befriedigt. In Kreisen der russischen Botschaft steht man auf dem Stand-

Es ist ein vollständiger Stillstand in den po­litischen Beratungen cingctreten und auch in der Staatspolitik mach, sich in der wichtigen Frage der Erweiterung der Rückwirkungen des Sicherheitspaktes das Fehlen einer vollaktions­fähigen Reichsregierung außerordentlich störend bemerkbar. Namentlich auf' französischer Seite macht sich das Bestreben bemerkbar, die Regelung der politischen Fragen hinauszuschieben. um vorher den deutsch-französischen Handels, vertrag unter Dach uns Fach zv bringen, von dessen Zustandekommen Frankreich mehr oder weniger feine Zugeständnisse in den polilischm Fragen abhängig machen will.

Das große Schweigen.

Berlin ohne Politik.

(Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 19. Dezember.

O infolge der «rgeHätten Lage und der noch völlig mangelhaften Auswirkungen des Loearnovertrages den Abschluß eines Ssther- l)eitspattes des Ostens noch nicht spruchreif fei. Tschitscherin hatte einen vollständig ausgearbei­teten Entwurf für einen solchen Ostpakt mit auf die Reise genommen und zioar sollten sich hieran insbesondere Deutschlaikd, Polen, Rußland und die Tschecho-Slowakei beteiligen. Wie wir von

gut unterrichteter Seite erfahren, hat B r i a n d den russischen Plänen schon deshalb scharf wi­dersprochen, weil der Entwurf Tschitschmins eine sofortige

Rmiregulierung der polnischen Grenzen vorsteht und zwar unter der G a r an i i e R u ß » lands. Es wäre also in diesem Falle damit St rechnen gewesen, daß ein wesentlicher Teil ote-s und Wesipreußens wieder an Deutsosisnd zarückMgeben würde. Ter französische Bußen-! Minister soll er.lärt hoben, daß Frankreich und mit ihm die Alliierten niemals zugeben würden, daß durch einen Sicherheitspakt des Ostens die Bestimmungen des Versailler Vertrages einseitig abgeändert würden. Tschitscherin beabsichtigt bei seinem derzeitigen Berliner Ausenthalt auch den Außenminister Dr. Stresemann zu besuchen.

Paris, 19. Dezember.

Zu der angekündigten Aktion der Industriel­len Nordfrankreichs mit dem Ziel, durch eigene Vorschläge die Finanzsanierung vorzubereiten, melden die Blätter, daß die Seidenfabri­kanten von Lyon die'Absicht haben, sich dem Vorgehen der Textilfabrikanten Nordsrankreichs anzuschließen. Es laufen vorläufig drei Vor­schläge nebeneinander her. 1. Bildung einer Amortisationskasse auf der Grundlage einer Zehn-Milliarden-Anleihe, garantiert durch den Wert des zu schaffenden Jndustriekon- sortiums. 2. Ausgabe von Obligatio­nen durch eine private Gesellschaft, garantiert durch den Wert der Fabriken der beteiligten Industrien, rückzahlbar durch die kurzfristigen Scheine der Anleihe für die nationale Verteidi­gung und durch Obligationen. 3. Notopfer zur Abtragung der schwebenden Schuld.

*

Senator <£a Kaur in ver UnanzkomMission

Paris, 19. Dezember. (Eigene Drahtmcldung.) Die durch die Ernennung des Senators Ve­renger zum Botschafter in Washington und Toumers freigewordenen Sitze in der Fi- nanzkommission des Senats sind mit Senator Caillaux und Senator Jean Philippe besetzt worden. Klotz erhielt nur 26 Stimmen.

Heiße Tage in Varis.

Luft, und Wirtschaftsdelegierte tagen.

(Eigene Drahtmelcung.)

Paris, 19. Dezember.

Die Sachverständigen Deutschlands und der Alliierten, die ein Programm entwerfen sollen, das der Botschafterkonferenz unterbreitet werden wird, um die Grundsätze für die Luftfahrt­abkommen sestzustellen, sind gestern nachmit- tag zufammengetreten. Die Delegierten für die Wirtschaften er Handlungen setzten gestern die Erörterung der Vorschläge fort Tic Besprechungen gehen heute weiter, um vor Weihnachten zu einem Kompromiß zu gelangen.

Rücktritt erfolgte in der Regel in einem Alter, das eine»eitere Verwendung im Staatsdienst ' unzweckmäßig erscheinen liefe. War das nicht 1 der Fall, so wurden preußische Minister manch- 1 mal noch Oberpräsidenten, wo sie sich bann finanziell genau so standen wie als aktive Staatsminister; diese bezogen vor dem Kriege fechsunddreißigtansend Mark Gehalt und vier- zehntauscnd Mark Repräsentationsgelder. Daß die Frage der Ministerpensionen in einem par­lamentarischen Staate, in dem die Minister nicht mehr die Spitze der Beamtenhierarchie bilden, sondern Vertrauensmänner der Mehr­heit des Parlaments sind und mit dieser wech­seln, unter ganz anderen Gesichtspunkten gesehen werden muß, ist klar. Run bestehen allerdings in Deutschland für gewesene Minister nicht die­selben Verdienstmöglichkeiten wie in romani- Kn Ländern, in England oder in Amerika, wo

!s ausaeschiedene Kabinettsmitglied in der Lage ist, sich im Wirtschaftsleben, als

DoöBrolöelMmifter

Rach der Rückkehr ins Privat- u. Beamtenleben.

Schieles Verzicht.' Minister ebne Eristem. Febrenbachs Pension. Sette Pöstchen in der In­dustrie. Auch Loch st-ht stch aut. - Wieder an der Staatskriove. Landsvers, Roske, Schewe- nutnn. Im Schob der Partei.

Durch die von dem Reichsminister a. D. Schiele borgenommene Uebertoeifung der ihm auf Grund des Reichsbeamtengesetzes zustehen­den Pension von zehntausend Mark jährlich an die Fürsorge stelle für Kriegsblinde hat die Diskussion über die Zweckmäßigkeit und Notwendigkeit von Ministerpensionen vorläufig ihr Ende gesunden und wird wohl erst wieder bei Diskussionen im Reichstag aufleben. Die erwähnte Frage war vor 1918 in Deutschland eine sehr einfache, denn fast alle Minister waren B e r n s s b c a m t e, für die der Ministerposten die höchste Stufe ihrer Laufbahn war. Ihr

Anwalt oder'als Journalist ausreichende Mittel für ein sorgenloses Leben zu verdienen. Noch komplizierter wird die Frage der Pensionsgewährung an deutsche Mi­nister in denjenigen Fällen, in denen diese, ans ihrem Berus herausgerissen und nach kurzer Zeit verabschiedet, zu alt sind, um sich eine neue Existenz aufzubauen. Ein Beispiel hierfür ist der Fall des Abg. Fehrenbach, der schon achtundsechzig Jahre war, als er im Juni 1920 seine gutgehende Anwaltspraxis in Frei­burg i. Br. aufgab, um an die Spitze des Reichskabinetts zu treten. Ihm war es nach seinem Rücktritt als Neunundseckzigjähriger nicht mehr möglich, sich eine neue Existenz zu schaffen. Der Reichsrat hat ihm daher mit Recht seine Anwaltszeit als Dienst - jähre angerechnet und ihn dadurch Pensi­on s f ä h i g gemacht. Nun sind auch die Mög­lichkeiten der einzelnen Parteien, den aus ihr hervorgegangenen znrücktreteuden Minister un­terzubringen, sehr verschieden. Hier haben die Parteien der Großindustrie und der Banken, d. h. die deutsche Volkspartei und die demokratische Partei, einen großen "V o r sprn n g vor ber Partei der Arbeitnehmer, ber S. P. D. So steht, um nur einige Beispiele anzuführen, ber ehe­malige volksparteilichc Reichsminister von Raumer jetzt an ber Spitze der Vereinigung der Deutschen Elektrizitätswerke, der frühere de- mokratifche Reichswirtschastsminister H a m m ist geschaftsführendes Präsidialmitglied des Dettt- chen Jndustrictages, während Eizellen; Schis- fer, der früher ebenfalls der demokratischen Partei angebörtc, Beirat ber Vereinigung Deut- chcr Privatbankiers und mehrfaches Aussichts- ratsmitglied ist. Eine glänzenbe Anwaltspraris hat ber Reichsminister a. D. Albert, der vor allem Prozesse in Amerika führt, und der frühere Reichsminister und mit der Kabinettsbildung gescheiterte Demokratenführer Koch, der zusam­men mit,seinem Fraftionskollegen Fischer

Rechtsberater großer Industrieller Gesellschaften

Welt kommen, wenn schon die eigenen Verwand­ten gegeneinander mit Haß, Neid, Verachtung geladen sind bis an den Hals? WerLocarno" nicht in sich selbst erlebt hat und nach außen verwirklicht, der hat seines Geistes nach keinen Hauch verspürt und sollte sich schämen, das Wort in den Mund zu nehmen.

Aber so ist es mit derverflüchtigten Rasse Mensch" bestellt: Einer verlangt vom andern das Wunder, das Opfer, die erlösende Tat und flieht selbst beiseite, wenn die Reihe an ihn kommt. So hat Deutschland das Kreuz der Entwaffnung auf sich genommen und liegt nun im Herzen Europas für seine streitsüchtigen Nachbarn als offene Svielzeugschachtel da. In Genf aber bricht man sich schon an den ersten Kriegsnüfsen die Zähne aus, und läßt sich von dem Allerwelts­kerl Benesch die ftagwürdigsten Paragraphen zusammenflicken, um unter dem dünnen Abrü­stungsmäntelchen die klirrende Eisenrüstung zu verbergen Und Deutschland wird schon in der Vorkonferenz energisch mit seinen Kon­trollberichten auftrumpfen müssen, wenn es sich Gehör verschaffen will. Die anderen Völker- bundftemdlinge: Amerika-Rußland ha­ben natürlich nicht das mindeste Interesse an dieser Kampagne, denn sie müssen jetzt mehr als je das Pulvsr trocken halten: Onkel Sam für den gelben Nebenbuhler in Ostasien , der sich soeben in M n k d e n festgesetzt bat, was einer glatten Annektion gleichkommt; Rußland aber würde bez einem kriegerischen Austrag des Mos- sulkonslikrs, ber trotz aller englisch-türkischen Dämpfer in bedenkliche Nähe gerückt ift. unwei­gerlich auf bie Seite der Türken aebräiigt wer­de» Hinter England aber stellt ber Völkerbund. . . . Hier liegen also Zündschnüre für Explosio­nen u. einen Weltbrand, gegen den ber Weltkrieg ein Kinderspiel gewesen wäre . .. Jedenialls ist bie Türkei, wie die heutigen MorgenmelduNoen besagen, für alle Fälle gerüstet. Und wenn es auch vielleicht bem Geschick Chamberlains bet sich zurzeit im blauen Süden erholt, gelin-

Verhüllte Fernen.

Menschlich - Allzumenschliches im Tagesgewirr.

Die Koalition ist tot, der Reichstag ist gleich bis tief ins neue Jahr in die Ferien gegangen und überläßt das von Fiebern des Elends und des Grauens geschüttelte Land einer Schatten­regierung, die naturgemäß die Zügel der Auto­rität und entschlossener Führung hinter sich im Sande schleifen lassen muß. So geht das deutsche Volk in die heilige Woche des Frie- densovangeliums, das nun schon zweitausend Jahre lang dieser finstern Erde als höchstes Vermächtnis verkündet wird, aber noch immer keinen Eingang in die verstockten Seelen gefun­den hat. Wir haben hier nicht über Parteien zu Gericht zu sitzen, zumal über die verhängnis­volle Sprengung eines VolksgemeinschaftSblocks nur ein einziges niederschmetterndes Urteil laut geworden ist. Wir verfechten hier nut die Sache unseres Volkes, das für Parteigeschäfte und Manöver kein Verständnis hat, das naS Brot und Arbeit und schöpferischer Tat ftati nach unfruchtbarer Kritik und weltfernen Uto­pien schreit und das sich noch immer bem opfer-

Mrb Amerika beiireien?

Für und gegen den Weltgcrichtshof.

(Durch Funkspruch)

Washington, 19. Dezember.

Im Senat hob gestern in der Debatte über den Beitritt bei vereinigten Staaten zum Welt gerichtshof Senator L e « r o o t hervor, Tatsache