Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
£‘e ^euefttn diadjrittiien erichernen wdchenUrch itthemai nadtmiuaa»
D" äbonnemenisereia beträgt fflr bett Monat L— Mk. bei '»«ter duftcUunp WettÄftMeae abgedoli 1^1)Mk. Dur»die Pof, monatlich 2.1*1 Mk <l,’*i$lteftUi6 äaftellungSaebiwr. Berlaa und Redaktion Schlack,i>offtrafte 28z3fi .Ü61 und »5L ftür unverlangt einaeiandte tietträfle kann die Sie«
3V “Lr' '.'."/^^rantwortuna oder Gewähr in keinem Solle übernehmen. Rück- >ahtnna des RezugsaeldeS oder Ansprache wesen etwaiger nicht ordnunnSmätziaer '»teterttni, ,h auSaefckloffen. Poftfckeckkonto Srenffurt a. Main Nnmmer W'
Hesfische Abendzeitung
Aa,eigeuvretie^Siadet«ischeSeschäit»an4eigenVeueAi0ig. auswärtige Geichüflz. anzeiaen Seile Zn Pfg.. .fatuuieuauietacu Seile ZN yta_ »lerne Anzeige,, oas Aon 4 vig- Reklamen die Seile 7d Big. Offertgebühr S» ötg. «bei Suienda. der Oiierien 8n*tg.i Rechnungsbeträge fini innerhalb 5 Taten tu bezahlen. S8t die Richtig, feit aller durch Sernivrecher auiaegedenen At telaen. sowie kSr Auknahmedate» und Plätze kann nich garantier werden Siir Antigen mit besonderem schwie. rigem Das ibn Pro eni kinfschlag. Druckerei: Schlachthotttrafte Zg/S». iSeschätiS- itelle" Vdtniiche Strafte ^eaenüber "er Sttohrrtrafte SerifpreAer 051 und #5*..
Dienstag, 15. Dezember 1925
Einzelnummer 10 Pf.. Sonntags 15 Pf. 15. Jahrgang
Nummer 292. Einzelnummer 10 Ps. Sonntags 15 Pf.
Oltinifter a. D. Koch als Reichskanzlei'?
Der Demokrat Koch nimmt den Kabinettsauftrag an.
ge- sind
über, nachdem die Friedensvermittlungen scheitert seien. Drei weitere Betaillonr zur Bestärkung nach Syrien abgegangen.
2lch'zig vrozeni für ven Weilgerichtsbof
Newyork, 14. Dezember. (Funkdienst.) Eine Rundfrage, ob Amerika dem Weltgerichtshos heitreren soll oder nicht, ergab, daß achtzig Prozent der Blätter für den Eintritt ein- ttaten und zwölf dagegen, während sich acht Prozent einer Erklärung enthieltet.
iwei leichte Kreuzer aufgelegt werden, ebenso sechs Flußkanonenboote. Besondere Sorgfalt soll der Frage der taktischen Zusammenarbeit großer Einheiten gewidmet werden, um die Leistungsfähigkeit bei amerikanischen Flotte zu steigern.
des Schrifttums waren anwesend.
Außenminister Siresemann erklärte einleitend, der Schwebezustand, in dem sich jetzt die gc- schästsführende Regierung befindet, entbinde ihn von der Verpflichtung, über Politik zu reden. Auch die Politiker in Locarno hüllten sich in den Schleier der Geheimnisse und übten sich in der Veröffentlichung von Kommuniques, so daß sie es darin zur Meisterschaft brachten (Heiterkeit). Die Prefle sei so zu einer inS Persönliche gehenden Berichterstattung genötigt worden, die den
Oberst House seinen aanzen deutsche Delegation unter
aus eigener Kraft und eigenem Geiste für sich und alle darzubieten vermag. (Beifall.) Wer dann im Geiste seines Volkes lebt und ihn zum höchsten Ausdruck bringt, der vermag auch der Welt das Größte zu geben. Ein Goethe und ein Dante gehören der ganzen Weilt, gerade weil sie ganz den Geist ihrer Völ- ker verkörperten. Wer einen übernationalen Kulturaustausch verhindern will, der schaltet sich selbst aus der großen Kulturgemeinschaft der Völker aus. Jetzt, wo überall in der Politik das Streben zur Verständigung sich zeigt, ist es eine Anomalie zur politischen Lage, wenn der Bovkott der deutschen Wissenschaft irgendwo noch aufrechterhalten wird. Der Minister schloß unter lebhaftem Beifall mit dem Wunsche, daß die Kulturgemeinschaft der Völker sich bald über alle Hindernisse durchsetzen möge.
S'ne TRWarße in einem Safir.
Ter Reparationsagent ist mit uns zufrieden.,, Berlin, 14 Dezember.
Der Generalagent für Revorationezahlun. gen, Parker Gilbert, erklärt in seinem Bericht
Die Wahrheit siegt.
Warum wir die Kolonien zurückfordern.
Von Dr. Paul Rohrbach.
Seit Herrn Wilson und seit dem Vertrag von Versai-es sollen wir in einer Welt leben,
Wie Amerika „abrüstet".
Millionen für die Kriegsflotte. Große Manöver.
(Eigene Drayttneldung.)
Washington, 14. Dezember.
Aus dem amerikanischen Marinebericht geht hervor, daß der Mannschaftsbestand von 86000 auf etwa 82 000 mit etwa fünftausend Offizieren
Berlin, 14. Dezember. (Privat-Telegramm.) Der Herr Reichspräsident empfing heute vormittag de» Reichsminister a. D. A bg. Dr. Koch (Sem.) zu einer Besprechung über die Regierungsbildung. Er richtete hierbei an Herr« Dr. Koch das Ersuchen, auf der Grundlage der Großen Koalition die Regierungsbildung z« übernehmen. Reichsminister a. D. Dr. Koch erklärte sich zur Annahme dieses Auftrags bereit.
akut geworden ist, geht aus amtlichen Aeuße- rungen deutlich hervor. Sollte aber jemand meinen, wir hätten kein Geld mehr, um Kolonialpolitik zu treiben, so kann er sich dies gesagt sein lassen: Franzosen und Engländer haben in unseren früheren Kolonien die ©teuer* fchrailbe so angezogen, daß wir im Falle einer Rückgabe die Eingeborenen st euer ermäßigen und dennoch aas den eigenen Einnahmen der Kolonien die Kosten der Verwaltung bestreiten könnten!
Kehrenbach wmkt ab.
Die Tragikomödie der Regierungsbildung. (Eigene Drobtmoidu-ia.i
Berlin, 14. Dezember.
Der Reichspräsident richtete in einer längeren
Unterredung mit dem Reichskanzler a. D. Feh- r e n b a ch an diesen die Frage, ob er die Führung der Berhandlungen über die Regierungsbildung aus der Grundlage der Großen Koalition übernehmen wolle. Der Abg Fehren- bach lehnte ab, da das Zentrum nicht die Führung bei der Regierungsbildung übernehmen ober gar aus den Kanzlerposten Ansprüche erheben wolle. — Einem demokratischen Blatt zufolge hofft der Reichsvrälldent, daß es gelingen werde, die Gegensätze zwischen Sozial- demokratte und Dolksvartei, namentlich durch den Einfluß Dr. Stresemanns auszugleichen und so ein Kabinett auf der Grundlage der großen Koalitton zu berufen. Man vertritt den Standpunkt, daß- wenn bis heute kei- nerlei Lösung in Bezug auf die Betreuung einer Persönlichkeit erfolgt fei, die Parteien von sich aus enttvrechende Schritte zur Beilegung der Kabinettskrise unternehmen müßten.
Glimmende Funken.
Türkische Erregung über Mossul.
(Eigene Drahtmeldung.)
London, 14. Dezember.
Rach Meldungen aus Konstantinopel kritisieren die türkischen Blätter scharf Englands Haltung zur Moffulfrage in Genf. Die Türkei würde sich genötigt sehen, Mossul nicht durch die Vermittelung des Völkerbundes, sondern mit Bajonetten zu nehmen. Ein anderes Blatt hofft, daß der Völkerbund eine Entscheidung über die Mossulfrage noch drei Mo- nateaufschiebt und daß in der Zeit dirctte Verhandlungen zwischen den interessierten Mächten geführt würden. Was die Forderung einer „sichern Grenze für den Frof" anlangt, fo handelt es sich hier, sagt das Blatt, um Vor- kriegsauSdrücke Nicht der Besitz eines Gebirgs kommes, sondern gutes Einvernehmen verbürgt in Wahrheit Sicherheit unter den Völkern.
(Sie feeren nie wieder.
Ein Bataillon von den Drusen aufgerieben.
(Eigene Drahtmeldung >
Paris, 14. Dezember.
Ein Londoner Berichterstatter bestätigt, daß ein französisches Bataillon östlich von Damaskus vernichten worden sei. Hunderte
Der Ruf an die Demokraten
Koch vor den Parteien. Mit oder ohne Geßler?
(Eigener Informationsdienst.)
Berlin, 14. Dezember.
Wie wir erfahren, wird Reichsminister a. D. Dr. Koch noch im Laufe deS heutigen Tages feine Bemühungen zur Bildung des Kabinetts aufnehmen, um das Zustandekommen einer Regierung der großen Koalition zu erreichen. Für heute nachmittag ist eine Sitzung der Demokraten angefetzt worden, in der Reichsminister a. D. Koch über seine Besprechungen beim Reichspräsidenten Bericht erstatten wird. In dieser Sitzung werden entscheidende Beschlüsse gefaßt werden. — Im Rahmen der Regierungsbildung haben sich die Parteien auch mit der evtl, in Frage kommenden Ministerliste beschäftigt. Bei dieser Gelegenheit hat es sich herausgestellt, daß nach den Demokraten nun auä) die Sozialdemokraten es ablehnen, in ein Kabinett einzutreten, in dem Reichswehrminister Dr. Geßler vertreten fein wird. Die Sozialdemokratie sieht aber, wie wir von gut unterrichteter Seite erfahren, mehr aus das Programm als auf die Männer. Deshalb wird fieinderPerfonenfragekeineBe- dingungen stellen. Auch heute ist man in führenden sozialdemokratischen Kreisen der Meinung, daß die große Koalition infolge der inner- politischen Gegensätze nicht zustande kommt.
vermindert wurde. Der Bericht weist darauf hin, die Brauchbarkeit fast aller Schiffe könnte durch -in-u o-st-noufwand von vierzig Millionen Dollar verbessert werden. Am Bau befindliche , Schifte sollen als Flugzeugmutterschiffe umge- baut werden. Mehrere U-Boote solle« spätestens im Februar 1926 fertiggeftellt werden. Anfang 1926 sollen wiederum zwei Unterseeboote und
Politiker zum Feuilletonisten machte. Von diesem Beispiel ausgehend suchte der Minister zu zeigen, wie eng Politik und Kulturfragen im Zusammenhang stehen. Die auswärtige Kulturpolitik finde ihre höchste Form in der gemeinsamen internationalen Verwaltung der Kulturgüter. Das setzt Entsagung voraus bei denen, die im Besitz der Macht und zugleich im Besitz der höchsten Kulturgüter zu fein glauben. Hinsichtlich der alten Kulturen erstreben wir nur einen freien Wettbewerb, nicht den Kampf. Das deutsche Kulturgut dehnt sich weit aus über di« Grenzen des Reiches. Dreißig Millionen. _ Menschen deutschen Blutes leben heute außerhalb dieser Grenzen, neun Millionen sind vom Kern des Reiches abgetrennt und in den Zustand der Minderheit gedrängt. Hier setzt unsere große Aufgabe ein. Ueberall in Europa steht das Deutschtum in schwerem Kampf um die Erhaltung feiner Kultur, ein Kampf, der keineswegs aussichtslos ist. Wer die verschiedenen Tagungen des Auslandsdeutsch- tums mitgemacht hat, der hat erfahren, daß das Zusammenhangsgefühl heute weit größer ist, als es jemals in den Zeiten des Glückes war. Man kann vielleicht, so fuhr der Minister mit deutlicher Anspielung auf die jüngsten Vorgänge in B o z e n fort, Denkmäler zerstören oder fortbewegen, die Kunde geben vom Geiste eines Ortes und seiner Bevölkerung, aber der
Geist eines solchen Volkes ist unzerstörbar, auch wenn man versucht, feine äußeren Bekenntnisse zum Schweigen zu bringen. (Lebhafter Beifall.) Die deutsche Kultur muß wissen, daß sie eine Heimat hat, daß allen staatlichen Grenzen zum Trotz der große Gedanke einer deutschen Kulturgemeinschaft besteht. (Beifall.) Der Boykott der deutschen Wissenschaft während und nach der Kriegszeit ist ein tief b e- schämendes Kapitel in der Geistesgeschichte der Welt. Wer heute noch glaubt, daran festhalten zu müssen, befindet sich in der Gefahr, ich bei dem allenthalben einsetzenden Abbau der Kriegsfolgen zu verspäten. Es ist ein Anakronismus, wenn wissenschaftliche Organisationen noch glauben, am Ausschluß deutscher Gelehrten festhalten zu können. Die Zeit läuft eiliger, als in mancher Studierstube geglaubt wird. Möge man schnell damit aufhören, nicht reshalb, weil ihr Fortbestand die deutsche Wis- enschaft gefährdet, die deutsche Wissenschaft hat das Schlimmste überwunden. Sie ist zum Geben nicht weniger befähigt alS früher. Zwänge man uns in eine geistige Isolierung hinein, es gäbe wohl kein Volk, das sie eher ertragen könnte, als das deutsche auf Grund des« en, was es
eine Handhabe geboten war. um unter veränderten Verböltnissen eine Ueberprüsung vorzunehmen. Allerdings glaubte niemand bei den Mandatsmächten, daß die .Verhältnisse" in absehbarer Zeit sich so ändern würden. Die zweite, noch entscheidendere Schwäche liegt in der Begründung, mit der die deutschen Einwände zurückgewiesen wurden Ahr zweiter Absatz ist, wie gesagt, in sich verkehrt, oder zynisch; der erste bageoen enthält nachweisbar das Gegenteil der Wahrheit, und der Nachweis ist au? Dokumenten der ganzen Welt so leicht und eindrucksvoll zu ftihren daß von dem Vorwurf Deittschland habe auf dem Gebiet der kolonialen Zivilisation versagt, schlechterdings nichts übrig bleibt
1920 schreibt ein Italiener: .Wenn der gesunde Menschenverstand zu seinem Recht kommen soll ist die Wiedererrichtung des Deutschen Kolonialbesitzes unvermeidlich/' Ein führender französischer Abgeordneter äußerte sich kürzlich: „Die Reichsreaieruna muß ihren Industrien ein genügendes Absatzgebiet verschaffen. Das ist nur durch Viederaewinnuna der Kolonien möglich • Und das Reaiermwsblatt für Südafrika urteilt foaar: .Heute müssen wir anerkennen, daß gewisse deutsche (Mimten jetzt schlechter verwaltet und entwickelt werden als früher. Da also bewiesen ist daß Deittschland seine Kolonien nicht schlecht verwaltet bat. fallen an* die Gründ? wea. aus denen Deutschland der Kolonien beraubt wurde; also hat Deutschland
Neun ZehMkl für Flehen.
Ein Socarnomanifeft in .. . Newyork.
(Durch Fum'spruch )
Newyork, 14. Dezember
Fn der St. John-Kathedrale fand gestern hier eine stark besuchte Veranstaltung zur Feier der Locarno-Berträge statt, dir zur Verhinderung des Krieges einberufen war. Zahlreiche Botschafter und Gesandte waren erschienen. Der deutsche Botschafter, Freiherr von Maltzahn, hatte sich vertreten lassen. Präsident Eoolidge begrüßte in einem Schreiben alle Veranstaltungen, die dem Zwecke einer Förderung der internattonalen Verständigung dienen sollen. In einer Ansvrache erklärte M a n n i n g, daß es der kleinen Gruppe der Unversöhnlichen nicht gestattet werden dürfe, die Teilnahme der Bereinigten Staaten am Weltgerichtshof zu verhindern. Der Präsident der Columbia-Universität, Butler, erklärte: Die Part-ien hatten den Auftrag, den Beitritt Amerikas zum internationalen Gerichtshof zu fördern und diese Politik wird von n e u n Zehnteln des amerikanischen Volkes gebilligt.
in der Politik nur noch gemäß den Grundsätzen der Moral gemacht werden darf. Einer seiner berühmten vierzehn Punfte lautet: .Freie, weitherzige und unbedingt unparteiische Schlichtung aller kolonialen Ansprüche unter strenger Beobachtung des Grundsatzes, daß bei bet Entscheidung in solchen Sorweränitäts- fragen die Interessen der betroffenen Bevölkerung gleiches Gewicht haben müssen, tote die Ser Regierungen." In einem Gutachten hat dann der amerikanische Oberst House erwähnt, die -berechtigten AusprüA* Deutsch- lands seien Zugang zu den ttopischen Rohstoff- flebieten, Handelsabsatz und Auswanderungs- voden. Damit sind in der Tat die deutschen Ansprüche richtig wiedergegeben. Der Fried ns- schluß raubte Deutschland trotz Wilson und trotz seinen aanzen Kolonialbesitz. Die
Graf Brockdorft- Rantzan machte in ihrer Antwort auf die am 7. Mai in Versailles überreichten Friedensbe diagungen in Bezug auf die Kolonien geltend, daß die einfache Fortnahme dem fünften Punkte Wilsons widerspräche. Daraus erfolgte im Ultimatum der Entente vom 16. Juni die Antwort: .Deutschlands Versagen (!) auf dem Gebiete der kolonialen Zivilisation ist zu deutlich zutage getreten, all daß die Alliierten und affozierten Machte ihre Hand zu einem Versuche bieten und die Verantwortung dafür übernehmen könnten, vierzehn Millionen Eingeborene von neuem einem Schicksale zu überlassen, von dem sie durch den Krieg befreit wor- den find. Außerdem haben die Miierten und Assoziierten Mächte es für notwendig erachtet, ihre eigene Sicherheit und den Frieden der Welt gegen einen militärischen Imperialismus zu sichern der herauf ausging, sich Stützpunkte zu schaffen, um gegenüber den anderen Mächten eine Politik der Einmischung und Einschüchterung zu verfolgend
Natürlich hat niemand auf der feindlichen Seite in Versailles im Ernst die Vorstellung gehabt, daß ein Deuftchland, dem die Bedingungen eines .Friedens' gleich dem Versailler Diktat auferlegt waren, sich seiner Kolonien zu einer Politik der Einmischung und Einschüchterung" würde bedienen können. Der Passus ist daher zynisch; man wußte sehr wohl, daß die Deutschen ihn nur als Hohn empfinden l konnten, und das sollten sie. Trotzdem enthiel- i ten sowohl das Vertragsinstrument von Ber- । sailles als auch das Ultimatum vom 16. Ium i je eine Schwäche, und diese Schwächen hatten : ihren Ursprung in der Heuchelei, die den i ganzen sogenannten Friedensschluß beherrschte. ' Wilson bestand, damit wenigstens ein letzter i schwacher Schatten der .unbedingt unpartei- 1 ischen" Schlichtung der Kolonialfragen übrig- i bliebe, auf der M a nda 1ss >rmel für die i Aneignung der deutschen Kolonien durch Eng- i land, Frankreich, Belgien und Japan. Wenn sie auch nur als eine bedeutungslose Verhüllung der gewöhnlichen Annexion gemeint und dazu bestimmt war. bald in Vergessenheit zu geraten, so war sie insofern doch von Bedeutung, als mit ihr die staatsrechtliche Einverleibung der Kolonien formell verneint und
einen Anspruch auf em Mandat.- Die mo- von Syrier gingen täglich zu den Aufständischen ralische Position derer, die Deutschland d:e ' " ------
Rückgabe der Kolonien verweigern wollen, ist also sehr ungünstig Daß die Kolonialfrgge im Zusammenhang mit dem Vertrag von Locarno
Gin Anians zur großen Koalition. PÄÄÄ™-
1 Ei» empfang der Reicks regierung feilens der
Berliner Preße im Reichstage gab Anßenmini- fter Dr. Strefemann Gelegenbeit ,» beachtenswerten AnsfSbrnngen. Am ReaiernngS- tifch faßen der Reichskanzler Dr. Lntber, die Rtiniftrr Dr. Strefemann nnd Dr. Geßler. Biele Größen der Kunst, der Politik und