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Kasseler Abendzeitung

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hessische Abendzeitung

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i. «er vneTten r die Äichtiy.

Nummer 289. Einzelnummer 10 SSL LonnkagS 15 Pf.

Freitag, 11. Dezember 1925

Einzelnummer 10 SeintagS 15 Pf. 15. ZaHkgaUg

Wird Luther die Krise lösen?

hinzugezogen zu werden. Die Frage der Eie

Der große Dolchstoßprozeß hat mit der Ve. nennung deutscher Vertreter wird in dem Anqen- urteilnng des sozialdemokratischen R-dakteurc blick aktuell werden, wo das Eintrittsgesuch Gruber wegen Beleidigung zu 3000 Mari Deutschlands in den Völkerbund ergehen wird. Geldstrafe und mit der Beurteilung des Ge- ____

Drbri erprosramm gegen die Inflation

V e B fätr.) Wendel sich gi des Abg. v. d. Osten, daß

Völkischen den vergeblichen Versuch gemacht,

Münchener Finale

Ein letztes Wort zum Dolchstoßprozeß.

»enzollern an die Nation handeln könnte. Die Meinung des besetzten Gebietes über 8o- ' "> gehe dahin, daß die Annahme selbst-

'erstSndlich war. Beim Etat des Innern

werden. Alle Organisationen für die Dermal iung Marokkos, die den Charakter des Scheri «tS tragen werde, sollen verwirklicht werden.

»en fei. Meichze

Handlung dadurch eingeschränkt, d

Ern teures Vergnügen.

Starke Fahrpreiserhöhungen iw Frankreich.

(Eigene Drabtmeldung.)

Paris, 10. Dezember.

Der Verwaltungsvat der Etseubahuew hat geM.ck au »er vorgesehenen Erhöhung der Eifen-

Rortei gegen Barte?.

Hohenzollern, Locarno usw. im Landtag.

Berlin, 10. Dezember.

Das eiserne Muß.

Spanien weiter unter Diktatur. Marokko.

Ckrzgnski gibt nach.

Ein Finanzprogramm der Sozialdemokraten.

(Durch Funkspruch )

Warschau, 10. Dezember.

Franks und werde für das Budgetjahr 1926 auf etwa 915 Millionen geschätzt. Der Berwaltungs. rat schlug daher eine Erhöhung der Eisenbahn- tarise um 190 Prozent vor, das bedeute im Hin­blick auf die Vorkriegstarife eine Erhöhung um 20 Prozent für die erste Wagenflaffe, um dreißig Prozent für die zweite und um vierzig für die dritte Wagenklaffe. Auch der Tarif der Poft. Pakete soll etwas erhöht werden.

schen Parteien den Wunsch ausgesprochen, zu den Beratungen über die Ernennung der deut­schen Vertreter im Völkerbundsrat

Wo man im Seide wühlt.

Amerika erhöht die Ausgaben.

(Tur<f> Kuukspruch.k

Washington, 10. Dezember.

Der Budgetvoranschlag für 1926 sieht Ausga­ben im Betrage von 3 896208000 Dollar vor. Ter größere Teil der Mehrausgaben kommt dem P o st w e s e n und den ehemaligen Kriegsteil­nehmern zugute. Die Ausgaben für Armee und Marine entsprechen mit 335 642 000 u. 322 869 000 Dollar ungefähr den diesjährigen Ausgaben, je dock' sind kür das F l iw, w e s e n diesmal etwas größere Summen vcrAseben. Die Ausgaben für Has ScknffahrtSamt, das in bekanntlich die von hm betriebenen Linien verkauft hat, weisen ein n scharfen Rückgang auf. Di- Znw-ndung-n für »en Küstenwachdienst weisen eine Zunah- me von 3 653 000 Dollar auf. um einer schärferen Durchführung der Antialkohohlgesetze zu dienen.

Wirb Luther heute betraut?

Noch keine Löfung der Regierungswirren. «Stgener Drabtbernln.,

Berlin, 10. Dezember.

Die gestrige gemeinsame Parteiaussprache zur Regierungsbildung hat eine Entscheidung nicht gebracht. Abg. Marx stellte besonders den Wunsch des Reichspräsidenten zur Bildung der großen Koalition in den Vordergrund. Der -Ver­irrter der Deutschen Volksparte erklärte: Aus ein sozialdemokratisches Wirtschaftsprogramm könne man sich nicht einlassen. Scheitere das Koalitions-Kompromiß an der Sozialdemokratie, sann werde voraussichtlich die Deutsche Volks- Partei die Initiative ergreifen, um ihrerseits eine Einigung mit den Demokraten und dem Zentrum herbcizuführen. Im allgem-inen einigte man sich dahin, die Beschlüffe der Fraktionen abwartcn

Das Reichsfinanzministerium hat bereits alle verfügbaren Mittel der Wirtschaft in kurzfristi- igen Krediten überwiesen. Vor der Illusion einer schnellen Besserung muß gewarnt werden.

Man kann von uns lernen.

Deutsche in der Abrüstungskommission.

(Eigener Snfrrmutton<hteuiL>

Berlin, io. Dezember.

Wie wir erfahren, hat die deutsche Negierung aus Genf eine Einladung erhalten, sich in der Vorbereitungskommission für die Abrüstungs­konferenz durch Sachverständige vertreten zu lasten. Es haben bereits die ersten Besprechun­gen stattgefunden. Die Reichsregicrung hat bis­her zu der Einladung noch keine Stellung ge­nommen, dürfte ihr je"och Folge leisten. Jeden­falls aber dürsten die deutschen Vertreter wohl mit Recht akS besonders sachverständig in Abrüstungsfragen gelten, denn Deutschland hat als einziger unter allen Staaten die Ab­rüstung bisher in vollem Maße durchgeführt.

richtshofes ob dir deutsche Front während des Weltkrieges durch die revolutionäre Propaganda im Innern geschwächt worden ist einen gewissen Abschluß erfahren. Hierbei hat das Gericht die Auffassung ausgesprochen, daß in der spateren Kriegszeit die Anti-Kriegspropaganda tatsäch­lich zu einer Schwächung der deutschen Wehr­macht geführt habe. Der Geist der Truppen in der Etappe, der Geist des aus der Heimat kom­menden für die Front bestimmten Ersatzes sei durch eine solche Agitation erheblich geschädig: worden. Ws Verantwortliche für diesen Scha­den werde die damalige unabhängige Pattei und die noch werter links gerichteten Gruppen genannt. Dre Mehrheitssozialoemokratie selbst, als deren Versechter der angeklagte Redakteur gegen die Veröffentlichungen des Professors 6 0 6man n aufgetreten war, wird durch das Gerichtsurteil allerdings in keiner Weife belastet, und Professor Eoßmann hat sogar vor Schluß der Verhandlung die Erklärung abge­geben, daß sich seine Veröffentlichrmgen nicht gegen die Mehrheitssoziakdemokratte gerichtet hätten. Kurz zusammengefaßt, hält das Urteil des Münchener Gettchts die Richtigkeit der Be- bauptung, wonach die deutsche Front durch revo- lutionäre Propaganda geschwächt worden sei, als tz istottsche T atsache fest, die durch die Aussagen der Sachverständigen erwsxfen wo!-

Schwere Schilden durch die rruagskrife.

Berlin, 10. Dezember. (Eigener Informa- ttonSdienst.) Wie wir erfahren, sind die Rück­wirkungsverhandlungen usw. infolge der Regie­rungskrise vollständig zum Sttllstand gekommen. Von diplomatischer Seite wird darauf hingewie- sen, daß infolge der Unterbrechung und der Un­möglichkeit augenblicklicher Verhandlungen außenpolitisch große Nachteile eintreten müssen.

(Eigener Drabtbericht.)

Madrid. 10. Dezember.

In einer Mitteilung in der Presse erklärt die Regterung, sie sei entschloffen, die notwendige Dittatttr für die politische Sanierung Spnnien- anszuüben, die als eine Notwendigkeit für fftmt liche Länder anerkannt worden sei, in venen die Freiheitsidee zu Unordnung und Unter­drückung der Autorität geführt habe. Bezüglich des Marokkoproblems sollte die Entente mit Frankreich aufrechterhalten und befestigt werden. Der Aufstand müffe unterdrückt werden. Vom mrlitärischen Siandp'lnkt aus könne die Marok­kofrage berests im kommenden Frühjahr gelöst

Paris, 10. Dezember. (Privattelegramm.) Der Allgemeine Arbeiterverband wandte sich in einer Entschließung gegen jede Inflation, da da­durch nur die Kaufkraft der Arbeiterklasse her- abgedrückt werde. Es wird die Schaffung einer nationalen Stelle für die Preisbildung zum wenigsten für die lebensnotwendigen Ge­genstände gefordert, ebenso die Organisation des Lebensmittelhandels durch die Gemeinden, fer­ner die Ausdehnung der Staatsmonopole auf die Versicherungen, die Zuckerraffinetten usw.

_ . ------------ - ---------- Prof. (So6=

mann in seinen Veröffentlichungen teilweise durch ungerechtfettigte Verallgemeinerungen ein unklares Bild über die Vorgänge gezeichnet habe.

Die Presse betont im Allgemeinen, daß keine juristische Instanz in der Lage ist, die wirkliche Wahrheit zu ergründen, sondern daß nur die Geschichte dereinst das Urteil über die Ge­schehnisse und über die Verantwortlichen sprechen kann. In den rechtsgettchteten Kreisen wieder­holt man allerdings mit allem Nachdruck die seit jeher vertretene Aufastung, daß die deutsche Front durch die revolutionäre Agitation der

zu wollen. Die Blätter verlangen nunmehr, daß der Reichspräsident heute eine Persönlichkeit, und zwar aller Voraussicht nach Dr Luther, mit der Regierungsbildung beauftragt, um durch Verhandlungen mit den Vertretern der Fraktwnen die Lage zu klären. Auch der demo- kraiische Vorsikenve Dr Koch hat dem Rrichs- präsident-n gegenüber die Notwendigkeit der Le traun»« einer Persönlichkeit, die die interfraltio~ ,

ließen Verhandlungen fruchtbringend weit-iW ' "hniarlfe Stellung genommen. Das laufende ren könnte, betont. Ein anderes Blatt betont Defizit betrage etwastebenhundert Millionen die Entschloffenheit des Zentrums und der Dc- motraten, sich an keiner Kombination zu beteiligen und in keine Regierung einzutreten, die sich nicht auf eine Mehrheit im Reichstag stützen kann. Ein Minderheitskabinett der Mitt» hält daher das Blatt für ausgefchloffen.

Bei der dritten Beratung des Etats erfläite gestern im Landtag Abg. Haas (Soz.), vaß die Deutfchnationalen die Schuld daran trügen, daß man den Etat erst so spät verabschieden könne, da sie unablässig bemüht gewesen seien, die Re­gierung in Preußen zu stürzen. Die Zahl der beantragten G e schä st S a u fsi cht en und ® ? n.Lu 1 fe trotz der Rechtsregierung un­heimlich gestiegen. Die Zahl der Hauplunter- stutzungsempfänger betrug am 1 Dezember schon über sechshunderttausend. Die Not der Landwirtschaft erkläre sich aus der gesunke­nen Kaufkraft der Bevölkerung. In dieser elenden Wirtschaftslage wolle man den Ho­henzollern ein ungeheures Riesenge - schenk machen und ihnen 200 bis 250 Millio­nen geben. Abg. tt. b. C ft e n (Dtn.) wendet sich gegen die Ausführungen des Vorredners über die Abfindung der ehemaligen Fürsten. Die Deutfchnationalen seien aus der Regierung ausgetreten, weil die vorher zugestande­nen Bedingungen für Loearno nicht erfüllt wor- den seien. Die Landwirtschaft sei mit Schulden überlastet. Was von den Alliierten nach Lo­carno geschehen sei, sehe weder nach Abrüstung-- noch nach Versöhunngspolittk aus Abg. Dr. y e S^Str.) wendet sich gegen die Bemerkungen * ' **7 5 es sich bei der Hohen-

D» im Kabinett Skrzynski aliSgebrochen Finanzkrife kann als durch ein Kompromiß W iclegt betrachtet werden. Die sozialdemolrttl- .chen Forderungen betreffend vorsichtige Brr Minderung der Personalausgaben, Kampf mit ber Teuerung, Beschränkung ber Ausfuhr von Felbfrückten, Exekution ber Steuern unb Herab- carno Uung der Mililärausgaben sind nach bewegten »c: st - ...... w ----- wwm ulul vco vV[ie7B

Ministerdebatten lenht verändert angenommen hatte daS Zentrum über die ungeheuerliche Hetze worden. Der Finauzminister, dessen Stellung des evangelischen Bundes gegen die oeittschen durch den Konflikt als ziemlich erschüttett gilt, Katholiken Klage führen müssen. Beim Kul- ein entsprechend tusetat hätten die Deutschnationalen uud die umgebildetes Finanzprogramm vorlegen. 'Völkischen den vergeblichen Versuch gemacht.

Serne TlbrMtungszie e

London, 10. Dezember. (Privatwlegiamm) vorb Eecil erflärte einem Genfer Pressevertre­ter, von einer neuen Abrüstungskonfe­renz sei man noch weit entfernt. Gegenwärtig müffe man die Grundlage prüfen auf 6er eine solche Konferenz abgehalten werden könne. Die MeinungSverfchiedenheiten zwischen Frank­reich unb England seien jetzt fast beigelegt.

Arbklt und Brot.

Erwerbslose unb Lanbwirtschaft im Reichstag.

Si» eerträbtei Kommunisten.antrag. Gral Ka- nitz über bie Ursachen ber Wirtschaftsnot. Lei­den des Landwirts. Getreide ... n. Browreife.

Berlin, 10. Dezember.

Im gestrigen Reichstag würbe ber Gesetzent- Wurf über bie Aenberuiig ber Lohnsteuer bem Steuerausschuß überwiesen. Abg. Raebel (Komm.) verlangt eine beschleunigte Erledigung der Anträge aus Erhöhung der Erwerbs­losenunter st ützung und aus Unterstützung der Kurzarbeiter und beantragt, den Aus­schußbeschluß schon heute zu besprechen. Abg. 'Aufkäufer (Soz.) verweist darauf, daß über die Frage der Kurzarbeiterunterstützung dem Ausschuß morgen Bericht erstattet wird. Prä­sident L ö b e stellt fest, daß ein Ausschußbericht noch gar nicht vorliegt. Der kommunistische An­trag wird abgelehnt. Bei der Beratung deS Ministerhaushalls für Ernährung und Land- Wirtschast betont Abg. Schmidt- Köpenick (Soz.), bie Anträge bei Rechten aus Staats- h i l s e widersprächen bcm sonst von dieser Seite propagierten System der freien Wirtschaft. Von den landwirtschaftlichen Arbeitgebern werde im­mer stärker der Jmpott ausländischer Ar­beiter gefördert. Reichsernährungsminifter Graf Kanitz: Es steht fest, daß die Land- Wirtschaft in den letzten beiden Jahren ohne wesentlichen Gewinn gearbeitet hat, daß sie gro­ße ftrebite aufnehmen mußte unb baß sie sich in schwerer Notlage befinbet. Die gegenwär­tige Agrarkrise ist aber nur ein Teilgebiet bet allgemeinen Absatzkrife ber Wirtschaft, bie sich nicht nur auf Deutschland beschränkt. Die Zinsbelastung der Landwittschast ist heute tot« lentlith größer als in der Vorkriegszeit. Für die Rückzahlung der Kredite sind Erleich­terungen erzielt worden, die aber noch nicht ansretchen. Es muß erstrebt werden, die land­wirtschaftlichen Verpflichtungen, die bis zum Frühjahr nicht in Realkredtt überfühtt werden können, bis nach der Ernte zu prolon­gieren. Die Reichsbank ist bereit, Erleichte­rungen zu gewähren. Die Not der Landwirt- schäft wird dadurch verschärft, daß der Getrei- depreiS unter dem WellmarktpreiS liegt, während die Produktionskosten eher den Durchschnitt des Auslandes übersteigen. Rein theoretisch zahlenmäßig hat die Landwirtschaft in der letzten Ernte die Aufgabe gelöst, den deutschen Getreidebedars in Deutschland zu decken. Die jetzige Spanne zwischen

Getreide- und Brotpreis ist zu groß.

England leuemet.

Die Pariser Spione noch nicht überführt.

(Eigene Dradtmelvung.)

Paris, 10. Dezember.

Die englische Botschaft in Pari« läßt zu der Inhaftnahme britischer Staatsangehöriger, die eine englische Radiogesellschast in Paris vertre­ten und der Spionage beschuldigt werden, mitteilen, daß keine englische Regie­rungsstelle mit dem fraglichen Hause in Verbindung stehe. Ein Blatt berichtet weiter: Die gestrige Untersuchung der Koffer der M a r the Marcuil hätte nichts von Bedeutung ergeben. Auch unter den Gepäckstücken der Eng­länder ist nichts Verdächtiges gefunden worden. Nichts berechtige zu dem Schluß, daß die Ange­schuldigten mit einer Nachrichtenstelle ihres Landes in Verbindung geblieben seien. Man erwarte daher, daß die Angeschuldigten bei ihrem nächsten Verhör einen Antrag auf vor­läufige Freilassung stellen werden.

ndatalen Linken ihrer Schlagkraft beraubt wor­den sei. Demgegenüber bekämpfen die Sozial­demokraten unb bie Demokraten bie These vom Dolchstoß überhaupt und versichern in ihren Bressekommentaren, daß der Prozeß eigent- lich das Gegenteil von dem erwiesen habe, was die Anhänger der DolcWoß-Thesc behauptet hatten: der Kriegszukammenbruch sei licht eine Folge der revolutionären Agiiation, ondern umgekeh«, die revolutionäre Agitation ei bie Folge bei unhaltbaren Zustände gewe- en, bie sich aus einem bis zur äußersten Er» chopfi'ng bei VolkArast getriebenen Vernich­tungskrieg ergeben hätten. Auf biefe Weise teirb also ber Streit ber Parteien weiter» gehen, ohne baß man vorläufig irgendwelche Aussicht hätte, zu einer wirklichen Beruhigung «Trüber zu kommen. Die Sozialdemokratie ihrerseits ist nach wie vor entschlossen, alle gegen sie gerichteten Vorwürfe zurückzuweisen, und sic veruit sich auf die Erklärung des Professors Eoßmann, der zugestehen mußte, baß er mit sei­nen Beschuldigungen gegen die revolutionöre Agitatton nicht die Soriatbemofratie speziell ge­meint habe. Von kommunistischer Seite wird erklärt, daß die revolutionäre Weltanichau"nr die rücksichtslose Bekämpfung des imperialisti­schen Krieges in sich schließe und daß daher dem Gegenrevolutionär die höchste Pflicht gegeben sei die arbeitenden Massen gegen die KriegS- koftttk mobil zu machen. Sie bekämpfen zugleich die Mehrbeitssoztaldemokratie wegen ber Be­willigung ber KriegSkredite unb wegen ber Um Süssung, bie sie während des Krieges der kriegführenden Regierung zuteil weiden ließen

Jeder Teil nimmt also für sich daS Recht in Anspruch, und es muß wirklich einer höheren Instanz, ber Geschichte selbst, überlassen bleichen, aus den Wirrnissen ber Parieiansichten die Wirkliche Wahrheit zu finden. Das Mün­chenei Gericht hat sich bemüht, den Tatsachen auk den Grund zu gehen, und es hat habet Sach- Verftänbige au« allen Lagern ishött. Insofern ist bas Gerichtsurteil keinesweas wertlos, son. dein rS h«t viel dazu beigetragen, verschiebene politische Erscheinungen ber letzten Jahre vom historischen Stanbvunkt aus zu beleuchten Merdings ist der Abstand, den die heutige Ge­genwart von den damaligen Geschehnissen trennt, noch nicht groß aenug. um ein klares und unparteiliches Urteil zu ermöglichen, da­bei wirklichen Bedeutung dieser »veltgeschicht lichen Angelegenheit Rechnung trägt.

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OhK*i öle Barle en wollen miTeben

Berlin, 10. Dezember. (Eigener Informa­tionsdienst.) Wie wir höre.,, haben die politt»