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Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Dienstag. 1. Dezember 1925

glnmmer 280. Einzelnummer INPf Sonntags 15 Pf.

Einzelnummer lv Pf Sonntags 15 Pf. 15.

Briand reißt das Steuer herum.

BriandsZaubertmnk.

Mil dem Famulus Loucheur zur Seite.

Volle acht Tage hat man diesmal in Paris gebraucht, um eine neue Regierung zu bilden. Auch Frantreich hat damit wir in Deuisch- kand kennen ja derartige Vorgänge nur zu gut etwas erlebt, was man in Anlehnung an einen bekannten Filmtitel als die Krise im Kreise zu bezeichnen pflegt. Briand galt gleich nach dem Sturz Painlcves als der kommende Mann, aber seine Mission scheiterte zunächst, ebenso wie es nach verschiedenen anderen An­läusen auch H e r r i o t nicht gelang, ein Kabi­nett zustande zu bringen. Erst nachdem so man­cherlei Wege gegangen waren, die sich als Irr- Wege erwiesen, konnte Briand seine Ausgabe lösen. Man hatte sich verschiedentlich bemüht, das L i n k s k a r t e l l. das ja schon lange starke Sprünge und Nisie zeigte, und das nur im Sommer notdürftig gekittet worden war, zu stärken und auszubauen. Wäre es lediglich nach den Willensbekundungen der Parteien des Kar­tells gegangen, so hätte dieser Versuch glücken müssen, denn auch diesmal betonte man wie­der allgemein, daß man das Kartell aufrecht zu erhalten wünsche. Aber auch diesmal waren die Parteien des Kartells nicht ohne weiteres ge­willt, die praktischen Konsequenzen aus der platonischen Bekundung zu ziehen. Fast schien es, als ob alle Schwierigkeiten überwunden wer­den könnten, da nämlich wider Erwarten die sozialistische Kammerfraktion die Bereitschaft zu erkennen gab, in eine bürgerliche Regierung einzutreten. Sehr bald zeigte sich aber, daß diejenigen, die in diesem Beschluß nur ein taktisches Manöver sehen wollten, recht be­hielten, denn tatsächlich wurde von den Sozia- listen der Beschluß wieder u mg e st o ß e n. Die Dinge liegen hier insofern ähnlich wie in Deutschland, als auch in Frankreich die Sozia­listen nicht die Verantwortung für die Regie­rung mit übernehmen wollen. Ist in Deutsch­land dafür vor allem die Wirtschastsnot maß­gebend, so wollen in Frankreich die Sozialisten nicht sür das verantwortlich gemacht werden, was in Marokko und Syrien geschieht und sie wollen ebenso wenig die Verantwortung sür ein Sanierungsprogramm über­nehmen, das sie nicht geschaffen haben.

Nachdem so auch Herriot an der unnachgiebi­gen Haltung der Sozialisten gescheiten war, blieb sür Briand gar keine andere Möglichkeit, als die Bildung eines Kabinetts, das sich im wesentlichen auf die Linke ohne die Sozialisten stützt, dessen Mehrheit aber doch eine kleine Er­weiterung zur Mitte erfahren hat. Die französische Presse bezeichnete denn auch das neue Ministerium alsein Kabinett der Kon­zentration mit ausgesprochener Orientierung nach links". Briand selbst gab gegenüber dem Deputierten Malvy die folgende Auskunft:Die Regierung wird entschieden nach links ort- entiert sein. Das Finanzprogramm bleibt in den Grundsätzen so wie es war, wird aber nach den Erfahrungen, die sich während der letzten Debatte ergeben haben, in einigen Punk­ten abgeändert." Damit ist daS Programm deS neuen Kabinett- bereits in groß-n Zügen um­rissen. Damit ist zugleich aber auch auf die ent­scheidende Frage hinyewiesen. Auch für daS neue Kabinett bleibt die Finanzflage ohne Zweifel das wichtigste Problem. Auch dieS Ka­binett Briand wird sich nur am Ruder halten können, wenn eS ein wirkliches Sanie­rungsprogramm durchzusetzen vermag. Die Konzentration wird vor allem eines Fi- nanzersolges bedürfen," so schreibt ein Blatt und fährt auf die Schwierigkeiten hinweisend fort,aber dieses Aufgabe wird nicht leicht fein, da auch die Gemäßigten, nicht nur die Soziali­sten der Inflation feindlich sind und ihr eige­nes Finanzprogramm haben." Der Mann, der diese Ausgabe jetzt lösen soll, ist Loucheur, der bereits einmal unter Briand Minister war und damals bekanntlich daS sogenannte Wies­badener Abkomm en mit Rathenau abschloß Loucheur bringt einen fertigen Sa- nierungsplan mit, dem man allerdings in den Kreisen deS Senats mit einiger Ängstlichkeit be­trachtet. Um nun auch diese Schwierigkeiten zu überwinden, soll dem neuen Finanzminister ein Ausschuß auS beiden Kammern zur Seite gestellt werden, der dann gemeinsam mit dem Finanzminister den besten Sanierungsplan fest­zustellen haben wird Die Ausgabe, vor die der neue Mann sich gestellt steht, ist ungeheuer schwer. Gleich in den Beginn feiner Tätigkeit fällt der kritische Tag deS 8. Dezember, «n dem DonS in sehr großem Umfange fällig wer­den. Die Lebensdauer des neuen Kabinett? wird jedenfalls genau wie die seiner Vorgänger von den Erfolgen deS Finanzministers Ab­hängen.

Sowohl in Parlamentskreisen alS auch In der Presse wird dem Kabinett Briand gegenüber eine abwartende Haltung an den Tag gelegt. Man will offenbar die neue Regierung zunächst nach ihrem Programm und bann nach ihren Handlungen beurteilen, doch ist die Aufnahme alles in allem nicht ungünstig. Vor allem flößt auch die Persönlichkeit BriandS Vertrauen rin, sodaß die Inflationsgefahr gebannt scheint. Die unbestreitbar vorhandene Linksorientierung des neuen Kabinetts hat viele Kreise mißgestimmt. In sozialistischen Kreisen macht man die gün­stige Stellungnahme nur von dem Finanzpro­gramm abhängig, das Loucheur vorlegen wird. Nach der allgemeinen Ansicht dürfte die Regie- rung bei der ersten Abstimmung, d. h. also nach Vorlegung der Regierungserklärung, ein Stim­menverhältnis von 300320 gegen 100120 bei 80 Stimmenrhaltttngen erzielen.

Me es Briand macht.

Wenn Frankreich genesen soll. (Eigene Drahtmeloung.)

Paris, 30. November.

Rach Havas würde die Regierungserklärung des neuen Kabinetts eine Politik der Aktion verkünden. Weiter wird betont werden, das Finanzproblem fordert sofortige Lösung. Was die Angelegenheit des Schatzamtes betrifft, so werden nur Biatznahi.en befürwortet» die jede Inflation ansschlietzen. Der Finanzminister wird die sofortige Verabschiedung des Budgets fordern, das in Einnahmen und Ausgaben völ­lig ausgeglichen fein mutz. Er wird außerdem vom Parlament verlangen, datz ein Finanzsanie- rungsprogramm angenommen werde, über das der neue Finanzrat feine Ansicht kundzugeben habe. Die internationale« Schnldenverhandlun- qen werden unverzüglich wieder mtfgenonnnen tverden. Hinsichtlich der äntzeren Politik wird die Regierung die Politik der internattonalen Entspannung fortsctzen. In Marokko wird sich Frankreich bemühen, sobald wie möglich den Trieben aus der Grundlage der internationalen Verträge wiederherzustellen, jedoch soll den Rif- leuten Verwaltungsautonomie zugestanden wer­den. Auch in Syrien wird Frankreich an der Wiederherstellung der Ordnung arbeiten» im übrigen aber sein Mandat weiter ausüben. Was die innere Politik anbelangt, so wird daS neue Ministerium sich für die Wiederherstellung der Arrondiffementswahlen aussprechen, die Ver­minderung der Militärlaste« und weitgehende soziale Reformen betreiben. (S. a. Dep. 2. S.)

QberschlesiensWaWonntaF.

Wie fick die KommunallandtagSfitze verteilen. (Privat-Telegramm.)

Beuthen, 30. Rovembe.

ES erhielten: Zentrum 195 854, Schwarz-Weiß- Not 84 030 Sozialdemokraten 34155, Polen 29 228, Kommunisten 33 712, Demokraten 9245, Kleinbauern 4484, Wirlfchaftspartei 9535. Mandatsverteiluiig: 7 Sitze für Zen­trum, 12 Schwarz-Weiß-Rot, 6 Demokraten, 4 Kommunisten, 1 Demokrat. Die Wirtschaftspar­tei infolge der Derrecknunasart ohne Mandat. (Siehe auch Kasten 2. Seite.)

Das Wadlvaromrtkr In HohenzoNeni.

Hechingen, 30 November (Privattelegramm.) Die Beteiligun gan den KommunallandtagS- wahlen in Hohenzollern betrug nur 33,04 Pro- -ent. Von den 24 Sitzen entfallen auf das Zentrum 16 Sitze (18), Demokraten 3 (3), Bür- eerpartei 1 (2), Sozialdemokraten 1 (2), und Bauernbund 3 (0)

Gin freieres Sifaß.

Die Rechtsrepublikaner beugen vor. (Privat-Teleoromm 1

Paris, 30 November.

Auf dem Straßburger Delegiertrntag der rechtsstehenden republikanischen Parteien wurde eine Revolution angenommen, die die Annahme eines förderaken Programms forderte und für Elsaß selbst unter Ausschluß des übri­gen Frankreichs eine regionale Verwal­tung sowie die Schaffung eines besonderen Rates verlangt, etwa wie der Landtag.

Langsam vorwärts.

Die Regierung hat jetzt freie Hand. (Eigener DrohtberiLt.)

Berlin, 80. November

rem Parieiblatt Strs""anna eufol-ie f"' sich die deutsche Regierung verpflichtet, die Mini­sterpräsidenten der Länder nock einmal vor dem entscheidenden Schritt in der Frage des Eintritts

in den BSNerbund zu hören. Im übrigen habe sie durch die Annahme der Locarnoverträge freie Hand erhalten, nach eigenem Ermessen zu han­deln. Die neu eingesetzte deutsche Kommission im besetzten Gebier werde demnächst die Be­sprechungen m.r dem Oberkomu-tssar Tirard aufnehmen und zwar u.a. auch über die nächste Ordonnanz und über den Amnestieertaß. Die Zusagen über die Truppenräumung wer­den bestimmt eingeyalten werden.

Köln ade!

Das erste Häuflein rückt heute ab.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 30. November.

Reuter meldet aus Köln, die Räumung der Kölner Zone beginnt am heutigen Montag, einen Tag früher als ursprünglich vorgesehen. Einem' Sonderberichterstatter zufolge werden heute ein Offizier und hundert Mann Köln verlassen. Am folgenden Tage wird wieder eine kleine Abtei­lung abfahren. Am 3. Dezember wird ein Bataillon nach Königsstein abgehen. Die Rhein­slotille wird ihre Operationen am L Dezember einftellen. Die Besatzungen werden am 6. De­zember ihre Heimreise antreten.

*

H.ttSrndurg ars erster in stöln.

Berlin, 30. November. (Privattelegramm.) Laut Pressenotiz Hai die Dtadlverwallung von izonn die Mitteilung erhalten, daß der Reichs­präsident nach Räumung der ersten Zone der ^taot Bonn einen Be,uch abfioiun wird.

Wmn ökk Zyklon tobt.

Der Flugpark von Marokko in Trümmern. (Eigener Drahtberickt.»

Paris, 30. November.

Aus Rabat wird gemeldet, datz ein Zyklon gestern nachmittag über Fez nieberging und int Flugzeuglager fünf Apparate zerstört sowie die Halle umgerissen habe. Dabei sind zehn Bomben-Apparate beschädigt worden. Im Lager der Fremdenlegion seien fünf, nach einer Meldung sogar zwölf Baracken einge­rissen worden, wobei drei Legionäre getötet und verwundet worden seien. Im ganzen solle» 67 Flugzeuge zerstört sein. Alle Telephonverbindungen seien unterbrochen. Nach einer anderen Meldung sollen achtzehn Flugzeuge völlig zerstört und im ganzen sechs Flugzeughallen eingeritten worden fein. Der Schaden soll 475 Mill. Fr. betragen.

*

KSlte und Angriff Sine gefährliche Lage.

London, 30. November. Aus Marokko wird berichtet: Die Kälte ist sehr groß. Beinahe über­all, jmb die Wege zu den französisch:» Linien unpassierbar und große Schwierigkeiten bistehen in der Versorgung der Lager und Vorposten. Die Risleute beabsichtigen offenbar sie Of­fensive auf der ganzen Front wieorr auszu­nehmen. Verschiedene Posten sind bereits an­gegriffen worden.

Es fließt wieder Blut.

Politische Heißsporne in Bulgarien.

Mafland, 30. November

lieber neue Bluttaten in Bulgarien wird ge­meldet: Das Gefährt eines Präfetten rourbz unterwegs von einer bewaffneten Bande um­zingelt und dieser sowie sein Gehilfe ge­tötet, während der Polizeitommiffar und der Kutscher schwere Verletzungen erlitten. Es soll sich um einen Racheakt der Anhänger Stambu- linöris handeln. Gleichzeitig find in dem Dorfe Doawizza von Unbelannten drei Politiker ge­tütet worden. Nach Südslavien gekommene bui- garische Flüchtlinge berichten, in ganz Bulga­rien seien in den letzten Tagen blutige Kämpfe zwischen den Agrariern und den Regier«ngstrnp- Pen vorgekommen. Auch in der bulgarischen Hauptstadt fließe neuerdings viel Blut.

Wird Japan einmarschieren?

Kritische Lage in der Mandschurei.

Tokio, 30. November.

Der Kriegsminister ist der Ansicht» datz die japanischen Truppen in der Mandschurei zum Schutz der japanischen Staatsangehörigen ver­stärkt werden müssen. Es bestätigt sich, datz die in der Mandschurei ansässigen Japaner Freiwilligen Kompagnien gebildet haben. Sie haben jedoch Anweisung erhalten, Prikte Neutralität zu beobachten.

Ein geknechtetes Volk.

Zwischen Syrien und dem Libanon.

Bon

Dr. Artasihes, Abeghian.

Programm.

Die geographische Lage Syriens al eines Durchgangslandes bedingte von jeher seine Schiüsalsgeschichte: Im Lause der Iahr- hunderte war es der Zankapfel der Großmächte in ihrem Kampfe um die Machtstellung im vor­deren Asien Bei Kriegsschlutz war es von den britischen Truppen besetzt. Aus dieses Land- gebiet erhoben jedoch die Franzosen ihre historischen Reckte". Die Engländer weigerten sich lange es zu räumen: sie verständigten sich letzten Endes mit ihren Rivalen nur unter der Bedingung, daß Transjorbanien und Palästina ihnen, den Engländern gehören; baß weiter Frankreick auch auf seine Rechte in Nordmesopotamien verzichten sollte Tas ge­schah auck iu ber Tat und der französische Ge­neral G o u r a n b war bald baraus, Ende 1919, der Herr und der Beherscher Syriens. Die Engländer Haven sich seitdem dennoch nicht mit der entstandenen Sachlage versöhnen können, auch an den letzten syrischen Ereignissen sind sie zweifelsohne nickt unbeteiligt. Gemäß der Pölkerbundssatzungen gehört Syrien zu den Mandats st aalen. Aber bekanntlich Wür­ben weder bie Bevölkerung Syriens, noch bie eines anderen Mandatgebietes nach ihren Wün­schen gefragt. Noch mehr: unter dem neuen Namen eines Mandatstaates behandeln die im- pirialistiscken Mächte diese Länder tote ihre übrigen Kolonien. Daher stammt auch die ewige llnztisriebenyeit dergeschützten" Völker gegen ihre Mandatare Ter gegenwärtige Auf­stand der Syrer ist nichts anderes als eine Ab­spiegelung ihrer Stimmung. Das Mißtrauen der Syrer ist untso mehr berechttgt» als sie eines ber js

fortgeschrittensten Völker des Orients find, also reif genug, um sich selbst regieren zu können, und weil sie nicht nur politisch unterdrückt, wirt­schaftlich gehemmt, sondern auch weil ihr natio­naler Organismus künstlich zerspaltet wird, haben bie Franzosen das eigentliche Syrien in einigeStaaten" geteilt, unb somit bie bestehenden inneren Gegensätze noch mehr verschärft und weitere neue verursacht. Jeder dieser Staaten bat feine eigene Verwaltung und feinParlament"; alle zusammen aber haben in Aleppo einen Bundesrat unb eine Zentral- rrgierung In ber Tat ist überall bas Wort des französischen Oberkommisfars unb ber Gouverneure maßgebend. Die Stellung Libanons unter den syrischen Staaten '.st eine besondere. Sie beruht auf seiner Vergangenheit unb seinen inneren Ver­hältnissen. Die Bevölkerung Libanons besteht nämlich hauptsächlich aus maronitischen Christen, während hie übrigen syrischen Staaten mo­hammedanisch sind Die Bewohner Haurans, die Drusen, haben ihre eigene Religion. Der Libanon ist kulturell unb wirtschaftlich ber ent» w'ckelste unter beit syrischen Staaten. 1920 wurden seine Grenzen erweitert und damit entstand brr heutige Staat

Grvtz-Libanon mit dem Zentrum Beirut,

einer der bekanntesten Hafen- und Sulturftäbte ,Än östlichen Mittelmeer. Aber «auch in Groß- Libanon befindet sich die Macht tatsächlich in der Hand des Oberkommissars. Nickt einmal hier, wo die Bevölkerung doch franzosenfreund­lich genannt werden kann, ist es den Franzosen gefungen, die vollen Sympathien zu gewinnen. Ethnographisch betrachtet finb bie heutigen Syrer ein Mlschvolk Die alten Syrer sind fast gänzlich a r a b i i e r t und haben auch die arabische Sprache angenommen. Vertreten sind u a: Griechen, Armenier, Kurben, Perser, Juden, Türken, Tsckeikessen. Die Bevölkerung Syriens wirb jedoch nicht nurck nationale und sprachliche, sondern fast ausschließlich durch re­ligiöse Merkmale gekennzeichnet. Es gibt in Syrien keine Nationalitäten sondern nur Glaubensgemeinschaften. Auch bie Wahlen finden nach diesem Merkmal statt. Im nbrioen virwerfen bie Drusen die meisten mohammed­anischen Gebräuche und Sttten Sie sind ein unruhiges und räuberisches Volk. Ihre jetzige Heimat, b.'8 Haurangebiet, befindet sich jenseits des Iordanslnsses, südlich von Damas- 'ns und arontt an Transfordanien. ES heißt auch Dschebel-Drus d. h das Drusenaebirye. Der Name der Drusen wird oft mit dem Ramc! der M a r o n i t e n, der Stammbevölkernng des