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Kassckr NeUste Nachrichtm

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

Nummer 272

Sonnabend, 21. November 1925

Einzelnummer tO Ps Sonntags 15 Pf.

15. Iabraang

Einzelnummer 10 $L Sonntag« 15 Pf.

Gras SkrWNöki als letzte Zuflucht

Heute wieder Steichstog.

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kämpft und unsichtbar geptünbi Aber sehen Sie. nur in der Ver

Rewyort, 20. November.

I» einer Handelskammerrede führte Goolibi

müsse, dann würden dir Böller, die bereits 1914

zunq anberaumt, um vor allem zu der Frage der Neubildung der Regierung Stellung zu neh­men. Die Deutschnationalen beschlossen heute, bei der Abstimmung über den Locarnovertrag von den Mitgliedern die Ablehnung zu fordern.

sinanzcn in Europa ermöglichten wir durch unsere Mithilfe. Oesterreich gewährten wir einen Teil des erforderlichen Kredit. Ohne un­sere Beteiligung an der Goldanleihe für Deutschland wäre der ReparationS-

machung von Presse- und Versammlungsver­boten zur Begründung angeführt hatten.

Berlin, 20. November. (Eigener Informa­tionsdienst.) Heute mittag 1 Uhr wird der Reichstag erstmals nach den Ferien wieder zu-

Brrlin, 20. November.

Laut Pressenotiz ist für die Stellung eines tändigen Vertreters Deutschlands beim Völker-

Vnris stark verschnupft.

Bon Chamberlain um die Früchte gebracht. (Eigene Dradtmetdung.»

Pari«, 20. November.

plan kläglich gescheitert. Unser Ga- rantiekredit half Großbritannien bei der Rückkehr zur Goldwährung. Was wir für Frankreich, Italien und andere Länder getan haben, sind Aeutzerungen der gleichen Hilfsbe­reitschaft. Diese Bemühungen, ob anerkannt oder nicht, bedeuten hervorragende Dienste für die Welt. Jedenfalls fordern wir die Zurück­führung der Völker der Erde aus die Bahnen der Werte schaffenden Betätigung.

Der Dollar als Wunderkraul Was Coolidge an Europa tat (Durch ,dn>«ksvr«ch,

Der dritte Korb kn Warschau

Ein veamtenlablnett als Notlösung.

(Durch Fu-ikspruckU

Warschau, 20. November.

Da sämtliche Versuche, rin parlamentarisches auf einer breiten Grundlage ruhendes Kabinett zu bilde», gescheitert find, wurde die Rot- l ö f u n g eines außerparlamentarischen B e - amtenkabinettS ins Auge gefaßt Außen- «iuijrer Skrczynski wollte sich diesem gäbe unterziehen hat aber später den Austrag zur Bildung die,eS Kabinetts zurückgcgeben.

Sin Feldzug im Libanon

London, 20. November. (Eigener Drahtbe- richt.) Wie aus Beirut gemeldet wird, haben die Franzosen pvei große Umsaffungsboweaun- gen vorgenommen, die den Libanon von den Aufständischen freimachen kosten. Dreitausend Drusen sollen eingeschlossen sein. General D u - Port will den Aufstand im Pibanon in zwei Wochen niederwerfen. Eine andere Meldung besagt: Die Rebellion habe sich zu einem natio- len Ausstand mit dem Ziel entwickelt, die Fran­zosen zum Verlassen des Landes zu zwingen.

verlegt worden wären, so daß dadurch die An. fammlung in den eigentlichen Besatzungszonen außerordentlich ernste Formen angenommen ha. ben würde. Die deutsche Polizei erreicht jetzt die vollständige Unabhängigkeit von den Besatzungsbehörden, die erforderlich ist, um die Aufrechterhaltung der öffenttichen Ordnung durch deutsche Organe zu garantieren, und die in Zukunft aus jeden Fall ein Einschreiten der Besatzungstruppen bei irgend welche» ernsten Borkommmssen vollkommen ausschalten wird.

Auch in Bezug auf die Polizeisrage hat die Regierung nicht restlos kapituliert Nach der Konferenz von Locarno waren nur noch die fünf Restpunkte inbezug auf die Polizeifrage, den Oberbefehl im Heere, die Ausbildung mit bestimmten Waffen, die Armierung der Festung Königsberg und die Frage der Verbände und Organisationen übrig. DaS erzielte Einver- ständnis trägt im Wesentlichen dem deutschen Standpunkt Rechnung. Gerade infolge der Kon- serenz von Locarno konnten größere Zuge­ständnisse von den Alliierten erreicht wer« den, als es in den direkten Verhandlungen mit der Militärkontrollkommission möglich war. Auch in der Frage des Oberbefehls im Heere habe» sich die alliierten Regierungen dem duetschen Standpunkt angepaßt DaS Wehrgesetz von 1921 bleibt unverändert Für die Be- Handlung der Verbände ist nur eine neue Aus» führungSverordnung zu bestehenden Reichsgesetzen erforderlich die auf Grund deS Friedensvertrages erlassen sind. Auch in der Befreiung der F l a g g e n f r a g e von de» bis­herigen Hemmnien ist dem deutschen National- bewubtsttn Recknuna getragen.

Ei» Sonderberichterstatter meldet aus Beirut: Ma» könne dar.it rechnen, daß die militärische Lage bald wieder hergestellt werde. Recht un­gewiß bleibe dagegen die politische Lage. In Syrien befänden sich etwa 500 000 Christen und zwei Millionen Muselmanen. Man dürfe sich nicht nur um die Christen kümmenr, sondern das syrische Mandat erstrecke sich viel mehr aui die Muselmanen. Rur fn werd- n*r»n d'- Rnb- unter den Eingeboren wieder Herstellen können.

traaeS auf die besetzten Gebiete ist eine starke Erleichterung eingetieten, eine Erleichterung, die weit mehr bedeutet alS lediglich formale Abänderungen an dem Den der Versailler Ber­

ten. Anstelle der rücksichtslosen alliierten Kriegsgericht« treten nunmehr wieder di« deutschtn Gerichte, die nach den Grund, fitzen der völligenUnabhängigkeit wieder Recht gu sprsche» haben.

Die Herabsetzung der Zahl der Besat­zung Strmppen bedeutet die Freigabe zahl- reicher Wohnungen *ünb Quartiere, die während der letzten Zett beschlagnahmt worden sind und durch die den deutschen Gemeindeverwaltungen und der Bevölkerung schwer« Ungelegenheiten entstanden waren Die sogenannte Unsicht- barmachung der Besatzung, die bereits auf der Londoner Konferenz zugestanden worden war, ließ sich bei der bisherigen Stärke der Be- fatzungstruppen überhaupt nicht durchführen, sondern es bestand im Gegenteil die große Ge. fahr, daß die auS dem Ruhrgebiet zurückgezoge­nen Truppen aus dar altbesetzte Gebiet

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SlrzynsN zum dritten Mal betraut

Warschau, 20. November. (Durch Funk­spruch.) Nach SkrzynSkiS Ablehnung eines Be- amtenkabinettS verhandelten di« Parteien noch einmal mit ihm über die Möglichkeit eines par­lamentarischen KoalitionskabinettS. Um Wi Uhr morgens war über alle strittigen Fragen eine Einigung erzielt DaS KriegSministenum soll durch «inen Neutralen am Streite Marschall Pilsudski - General Sikorski nicht beteiligten General besetzt werde». Der Staatspräsident bat daraus nochmals SkrzynSki mit der Kaln- nettSbildung alS Ministerpräsident beauftragt

timfonft vergossenes Blut,

ei« Chinesenschlacht nach dem Friedensschluß.

trapSbestimmungen Man kann sagen, daß diese Bestimmungen jetzt eine sehr milde Auslegung . .. __,___,___,______ .......

erfahren. Es darf nicht vergessen werden, daß scher Anlagen, GemeindrauSgaben ufw V-S bisherige Besatzungssystem die denkbarjverwrndet werden, fo verdiene» sie leine

tner wieder erhoben worden sind. Erst jetzt wird

liu-«« ?-! In «-»»---XI ?-.l7k.»«tt>.

Umfange wieder hergestellt wird. Durch die Aufhebung der zahlreichen Ordonnanzen der Besatzungsbehörde wird erst für die deutsche Bevölkerung diejenige Rechtssicherheit und Rechrsklarheit geschaffen, die für die Frei­heit und Unabhängigkeit des Staatsbürgers in ver Reichs^erfaffung festgelegt ist. Die Wieder- Herstellung der deutschen Justizhoheit be­deutet auf jeden Fall einen der bedeutendsten Fortschritte, die hinsichtlich der Erleichterung des Besatzungs-RegimeS erzielt werden tonn«

Zur gestrigen UnterhauSrrde Chamberlains stellt ein Blatt die Frage, ob die Durchführung ver Locarnoverträge die Beseitigung oder die Umgestaltung der Botschafter» konserenz unv des MilitärkomiteeS von Versailles sowie die vorzeitige Räumung der 2. und 3. Zone nach sich ziehen werde. In der englischen Presse sei darin eint Gleich- Mäßigkeit mit der Auftastung der deutschen Preste scstzustellen. Diesen tendenziösen Versio- nen von London und Berlin müsse amtlich ein Ende bereitet werden. Ganz unbefriedigt ist ein anderes Blatt das schreibt: Sollten die eng­lischen Staatsmänner fortfahren, zu wiederho­len, daß es weder Sieger noch Besiegte gebe, dann würden sie davon schließlich die Welt überzeugen, die jetzt schon daran zweifle, ob der Sieg der Alliierten etwas anderes als eine ... _ . Riete gewesen sei. Durch diese Formulierung

In einer Handelskammerrede führte Coolidae Chamberlains werde Deutschlands Pre- auS: Durch unsere Anleihen erhöhen wir vte.st i g e n o ch e r h ö h t, unv wenn man noch ein- j«onf umtättfltf it deS Auslandes, .aas mal zwischen England und Deutschland wählen ,unserem eigenen Handel offenbar zustatten müsse, dann würden die Völker die bereits 1914 itourmt Wenn sie jedoch in unproduktiver Weise, gezögert hätten, sich künftig fragen: Ist es klug, n* rur Ausrechterhaliuntz großer Militär!- an die Seite dieser dritten Insel zu treten

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schwersten Härten gegen die deutsche Be-IFörderung. Den Wiederaufbau der Staats- völkerung enthielt, und daß alle früheren Ver» t« anmun ---i-

suche, einen normalen Zustand der Verwaltung und deS öffentlichen Lebens im besetzten Ge­biete herbeizuführen, immer wieder daran ge­scheitert waren, daß die Besatzungsbehörden mit der angeblichen Unsicherheit der Truppen argu­mentierten, bk sie bei jeder Gelegenheit in den zahlreichen Ordonnanzen und unter Geltend-

(Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 20. November.

HavaS berichtet a»S Pettng: Gestern »nd vor­gestern fanden südlich von Paontingfu große Kampfe statt. AIS sich die Truppen Tschanqtso- lins gemäß dem kürzlich getroffenen Friedens- Abkommen zurückzogen, wurden sie durch die nationalen Streitkräfte angerissen. Diese zweite Armee erlitt schwere Verluste, konnte aber schließlich Paontingfu besetzen. Die Truvver plünderten in der Stadt. Die Feindseligkeiten wurden eingestellt, sobald die beiden Heere von dem Abkommen zwischen Tschangtfolin und Feng erfuhren. Di- Truppen TfchangtsolinS zogen ich aus die sepgelegten Linien zurück.

"1 u,m. deren Minister und Bewohner ein so mittclmä-

rjverwrndet werden, so verdiene« st- keine tzigeS Vertrauen zu sich selbst haben?

Das neue Rheinland-Regime ist allerdings das Ergebnis eines Kompromisses zwi« (chen der deutschen Regierung und den Be- atzungsmächten. Wenn beispielsweise nach wie vor daS Rheinlandabkommen die Grund­lage d«S Regimes bleibt, so bedeutet dies die Aufrechterhaltung der Bestimmungen des Versailler Vertrages, deren Abände­rung die alliierten Regierungen von vornherein a b g e l e h n j hatten. Ledialich in der p r a 1 - tischen Auswirkung deS Versailler Ver­

bund der frühere Staatsfekretär v. Kühl- man« In Aussicht genommen ES sei jedoch wahrscheinlich, daß der jeweilige deutsche Außenminister sich die Teilnahme an den Ratstagungen selbst Vorbehalten werde, wenn er auch vielleicht nicht immer teilnehmen könne.

Auch der Heide ist Mensch

Wenn in Syrien Ruhe herrschen soll.

(Eigene Drahtmeldnng.)

Paris, 20. November.

Wer ist der AuserwShfte?

v. Kühlmann oder 6irtfeman« im Völkerbund.

(Privat-Telegramm.)

Eine Stimme fehlt.

Mecklenburg Mein gegen Locarno?

(Eigener Drahtberlcht.)

Berlin, 20. November.

Zu der gestrigen Konferenz der Staats- uni Ministerpräsidenten bemerken die Blätter, daß in dem amtlichen Kommunique« die Formel von der einmütigen Zustimmung fehlt. Es soll sich um die Stimme eines Ministerpräsidenten han­del», der seine Zustimmung zu der Außenpolitik der Reichsregierung nicht gegeben habe. Ein Blatt deutet dabei den Rarnen des mecklen­burgischen Ministerpräsidenten an. Einem Rechtsblatt zufolge wurde nur die Außenpolitik »erhandelt, während die innenpolitischen Fra­gen, f» die Umorganisierung der Polizei für eine Konferenz der Innenminister znrückgestelll worden sei. (Siehe auch zweite Seite.)

wenn sie gutes Schußfeld haben. Und unsere Leute lauern auf so was. Denn was sie erbeu­ten, gehört Alles ihnen. Das bat der Dahb allen Kriegern zugestanden. Äissen's, ohne daS würden die Leut sich ja »et auf die Sauer legen." .So wird also unsichtbar ge­kämpft und unsichtbar geplündert.' .Ja, ja. Aber sehen Sie, nur in der Verteidiguua kann man so kämpfen, wie wir es tun. Der Ängrei- ferjnug ja vorgehen. Der kann sich Hali nicht unjufitbar mache». Darin liegt unsere unbe­zwingbare Stärke, daß wir verteidigen und die anderen die Angreifer sind. Hier ist die Geographie die oberste Instanz. Auch die Flug­zeuge nützen dem Franzmann gar nichts. Sie können bei Tag überall Herumfliegen. Sie wer­den niemanden sehen, höchstens abgefksirzte lieber und zertrümmerte Avvarate' Kur; eor Lchesck'auen verbreiterte sich der Weg. Wir ahen Häuser und vor ihnen die ersten Lebe- we,en. Frauen mit kleinen Kindern Bor einem niederen weißen Hau- an der Zkraße Hand eine ganze Schlanaenlinic von europäisctz gekleideten Sosdaten. Alle Farbentöne von feldgrau waren vertreten. Das helle Stahlblau ver französische» sinientru'pen, das Olivgrün der Tirailleurs, dos Sepiagrau der Spanier, die mausgrauen Kittel des Tercio. die grün­lichen Mäntel der Chauffeurs d'Asrique Ti-ft Leute, etwa zweikundert an der Zahl, waren »i-

Gefangenen der letzten Tage.

aus allen Adschnitr-n zusammengebr-ch? £n-r im Stabsquartier der .Westärmee» vv" ihnen die Wahl gestellt, di »ich, -'chewr zu »es-- en war. Gefangener bleiben, Erdarbciien machen oder zum Sahh übertreten. .Schauen

Nur ein Atemzug.

DaS Rheinland nach dem L Dezember (Eigener Jnfl rmanonsvieujt.>

Berlin, 20. November.

DieErleichterungen" im Rheinland sind nunmehr für den L Dezember angekündigt. Das Reichsministerium der besetzten Gebiete vertritt die Auffassung, daß das neue System «inen moduS vivendi im Rheinland schaffen wird, der bet einer wirklich liberalen Handha­bung des neuen Abkommens durchaus den deut­schen Forderungen entsprechen würde, die seit der Durchführung deS Dawes-Abkommens im-

5m Sperrfeuer.

Mit dem Risgeneral durchs Kampfgebiet.

(5. Artikel unseres Mitarbeiters Dr. Friedrich K o ch - W a w r a.z

Rach einer nnrnbiae« Rachi im Mlenauariiet des Riigcnerals wirb nufer Mitarbeiter oon diesem mitier durch die «nsschtSarrn Echarf- ickiitzeuuefter der RifUnieu zum ldamalisesi Hanotauartier Add ei slrtma geleitet und er» 6äZl dabei wertvolle Ausschlüsse über Berteidi- guugssystem und KatuoMmMnug im Ris.

Wir lagen auf Strohmatten, rauchten, plau­derten, tranken Kaffee mit zwei Mädchen, die auf den Namen Mene und Tenor hörten. Ab und zu kamen Unterführer, obskure Gestalten, die Meldungen brachten und Anweisungen be­kamen, aus Teuffch, Arabisch, Spanisch, Franzö­sisch .. An Schlaf war nicht zu denke». Die bun­ten Eindrücke dieses Tages, das Drum und Dran eines .Kriegsschauplatzes" ließen mtät nicht zur Ruhr kommen. Auch sonst war es auf den Strohmatten sehr lebhaft. Als der Tag vämmerie, verstummte der ferne Gefechtslär-n. General Lev» machte umständlich Toilette, wusch sich von Kopf bis zu Fuß, hielt die Mädchen mit Eimern .auf dem lausenden", rasierte sich und mich, manikürte, putzte, holte echtes Oool hervor und begann den neuen Tag mit einem Schluck echten Steinhägers. Einem finfter auß» sehenden Mann gab er die letzten Anweisungen. Dann wurden die beiden Maulesel gebracht. Wir ritten hinüber

nach Schcschauen Zum Sahb--

Wir folgten den ausgefahrenen Spuren eines schmalen Weges. Doch wir sahen keinen Men» 'chen, kein Tier, nichts... Verlassen und tot lagen die graue» Karstberge in der grellen Moigensonne.

.Sagen Sie, General, hier ist doch in der Nacht geschossen worden. Warum sieht man nichts? Wo sind ihre Rist?"

»Die sehen Sie nicht. Wir haben hier an« dere Kampfmethoden als droben in Europa. Wir kennen keine Schwarmlinie und noch viel weniger eine geschlossene Ordnung. Es ist leichter zehn Chinesen zu preußischen Grenadie­ren auszubilden als drei Risi nebeneinanver- oehen zu lassen. Unsere Kampfstellung ist die sperrlinte. Das sind sogenannte Nester, befestigte, unsichtbare Unterschlupfe in den Ber­gen. I» jedem Nest sitzen acht bis zehn Mann mit ihren Weibern. Zwei Nester können ein ffanzeS Tal unter Kreuzfeuer holte». Es kommt eben darauf an, wie man die Nester plaziert. Da werden feindliche Truppen Mann für Mann abgeschossen, und sie wissen nicht einmal, wo das Feuer tzerkommt. Unsere Bewegungen mache» wir nachts. Das ist unsere Methode. Wir sind unbesiegbar. Meistens gehen die Franzosen im Morgengrauen vor, in offenen Schwarm­linien. Dann Verhalten sich die erste» Nester ganz ruhig, und die Feinde werhen abgescknit« te», bekommen Feuer von allen Seiten Viele ergeben sich dann. Auf diese Weise kommen wir zu Gewehren" Drei Stunden waren wir schon unterwegs. Noch keine Mensckenseele hatte u«. eren Weg gekreuzt. Dafür hörten wir ferne Gewehrschüsse aus allen Himmelsrichtungen. .Ja, unsere Rifi können schießen! Zwei Nester

vernichte» eine ganze Kompagnie,