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Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

15. Jahrgang

Sonntag, 15. November 1925

Nummer 268

Einzelnummer 10 <Bf„ Sonntags 15 Pf.

Einzelnummer 10 '.BL Sonntags 15 Pf.

Die Zrotze polilil in Kassels Mauern

tirr des Rtsgenerals t>ori

Die hamn ja ka ÄAHnung „Na, und die Munition,

vom Brennzünder/

„Na, und die Munition, die wächst doch nicht aus dem Boden? Und die Geschütze fielen doch auch nicht vom Himmel?" .So an die dreißig Geschütze hatte der Sabb ja gehabt. Die hatte er

Rach dem Essen ist ein Empfang für das gesamte diplomatische Korps geplant.

Am Montag to:ro über KV! beschlossen.

Berlin, 14. November. (Privattelrgramm.) lieber die Räumung Kölns wird am Montag in der Botschasterkonferenz entschieden werden. Mit der Festsetzung des 1. Dezember als Termin für die Räumung Kölns sei bestimmt zu rechnen. Die Rückfragen der Botschafterlon- fcrenz bewegen stch in volitischen Besprechungen mit dem deutschen Botschafter in Paris und ei­ner Demarche in Berlin.

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ES hrm sich auf.

Was uns im Zeitendunkel nottut.

Allmählich jchelnl nun doch aus der furcht­baren seelischen Spannung, die um der innen* und außenpolitischen Locarnokrise willen sich im deutschen Volke ausgespeichert hatte, ein ftunfr der Zuversicht zu steigen und den Dunstkreis novemberlicher Skepsis spalten zu wollen Zwar war der süße Liebesbecher, den Meister Chamberlain beim Bürgermeisterbailket: dem deutschen Botschafter kredenzte, nicht viel mehr als der übliche schale nun schon so oft ge­nossene FriedenStrank. Und dem nüchternen Hamburger Patrizier wird der bittre Nachge­schmack der unerfüllten .Rückwirkungen" noch lange auf der Zunge gelegen haben. Abrr der Versöhnungsschluck sollte doch zugleich ein welt­geschichtliches Symbol für den Geist sein, der im Pakt von Locarno die Waffen endgültig begra­ben will, die sieben Jahre nach dem .Fried nts- schluß" noch immer über Europa blitzten. .Unb

Ein glücklicher Griff.

PainlevtS Finanzmehrheit gesichert.

(Eigener Drodtbericht.)

Paris, 14. Rov:mber.

bereits die erster irfs an, nur um

Der Fall Wirth in Kassel.

Ein BerföhnungSschritt von feiten Marx'.

(E'gener Informationsdienst.»

Berlin, 14. November.

Auf dem Zentrumsparteitag wird auch der „Fall Wirth" erörtert, der bekanntlich aus der Partei nach der Annahme der Zollge­setze auStrat, da seine vorgeschlagenen Acnde- rungen innerhalb feiner Fraktion keine genügen­de Beachtung gefunden hätten. Es soll sich nun zeigen, ob der d e m o k r a ti s ch e Flügel in­nerhalb der Zentrumspartei ein genügendes Gegengewicht gegen die Gruppe Stegerwald- Fehrenbach darzuftellen in der Lage ist. Aus den letzten Tagungen ist eine für die Haltung des Reichskanzlers grundfätzlich günstige Stimmung zum Ausdruck gekommen. Dr. Wirth selbst äußert sich dahin, daß er in Kassel seine Angelegenheit in öffentlicher Aussprache durch- kechten wolle. Man erwartet, daß die ZentumS- fraktion alles daran setzen werde, stch mit T Wirth zn verständigen. Auf der anderen Seite aber werde sie es ablehnen, so äußerte sich ein Vertrauter Marx', ihre eigene Stellungnah­me zu verleugnen und der Opposition Wirths zum Siege zu verhelfen. „Ausgleich, aber k ine Unterwerfung!" sei die Devise, mit der die Ver­treter der ZentrumZfraktion zum Kasseler Par­teitag gehen werden. Der Ausgleich mit Dr. Wirth soll stch etwa auf der Linie vollzieh n, daß sich die gesamte Reichstagsfraktion in Zukunft weigern wird, mit den D e n t f ch n a t i o - nalen gemeinsam in der Reichsregierung zu arbeitc». Das Zentrum will zurück zur Mitte, und es scheint seine ganze Kraft darauf konzentrieren zn wollen, daß die Regierung Lu­ther nach der Erledigung der Loearno-Verträge durch die große Poalition ersetzt wird.

Das Kasseler varteiprogramm.

Berlin, 14. November. (Privattelegramm.) Heute beginnt in Kassel der Zentrumspartei, tag mit Beratungen des Vorstandes unter Reichskanzler a. D. Wilhelm Marx u. der Windt- horstbünde. Am Sonntag werden im Ausschuß die verschiedenen Kommissionen für den Parteitag gewählt. ES handelt sich dabei um die Finanzlage deS Zentrums, die Erweiterung. Aufklärung usw. Am Montag spricht Marx über „Das Wesen und die Aufgaben der deutschen Zentrumspartei." Den Bericht erstattet Reichs- lanzler a. D. F e h r e n b a ch. Außerdem soll noch die Neuwahl deS Vorstandes erfolgen.

DerLanbesvater in derLoge.

Frankfurt» historischer Opernabend.

(Privat-Telegromm.)

Frankfurt a. M., 14. November.

Eine künstlerisch vollendete Darstellung von „Figaros Hochzeit" bildete einen würdigen Ab­schluß des Frankfurter PräsidentenbefucheS. Als der Reichspräsident in keiner Loge erschien, be­reitete ihm das Publikum eine stürmische Huldigung. J-- der Pause wurden dem Reichspräsidenten eine Reihe Frankfurter Per­sönlichkeiten vorgetzellt. Bom Ballon deS Opern- hauseS sprach der Reichspräsident der Menge keinen Dank für die Aufnahme atiS, die et in Frankfurt gefunden habe. Unter den Slänaen des Deutschlandliedes erfolgte alsdann die Ab­fahrt nach dem Bahnhof. (Siehe auch 2. Seite.)

Auch polen oW Kabinett.

Grabski mit allen Ministern zurückgetreten.

(Durch Fm>kspr,'ch.t

Warschau, 14. November.

Ministerpräsident Grabski ist mit der Begründung zurückgetreteu, daß die Bank P o l s k i sich nicht fügen wolle und eine eigene Politik eingeschsagen habe. Ferner be­stehe im Sjem eine sehr starke Lppcsitiongegen die Regierung, die mehr einen persönlichen als einen parteipolitischen Charakter trage. Das polnische G e s a m t k a b i n r t t hat daraus seine Demission eingcrcicht, die vom Staatpräsidcnten noch in den gestrigen Abendstunden bestätigt wurde. Innenminister Raczkiewicz wurde mit der Fortführung der Geschäfte deS Mi­nisterpräsidenten betraut. Noch ist eine Entschei­dung über Vie Neubildung des Kabinetts nicht gefallen. Tie Konferenz beim Staatspräsidettten dauerte noch Mitternacht noch an.

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Die Manelti Renetten Rackrtchten eriche inen wöchentlich techsmai natbmiiiaa» D«i Ädonnemenisorets betragt für »en illonat 2.— Mt. bet freier »Suftellunn ns t-aus. in der WeftbäitdfieUe abgeholt 1^0 Uff. Durch die Pott monatlich 2.00 Mk ausichliebllch .SufieUttiigsaebübr Verlag und Dlebaftlon Schlachtboiftraftea2n/8lt >ernivrecher um und 052. ftür »unerlanni eingefandie Beiträge kann die Ute- 'afttoti eine Berantworinntt oder «leroähr tn feinem tsalle übernehmen. iHütf» abiiinn des Betugsaeldes ober Anioriiche wegen etwaiger nicht ordnungsmätziger VMerttnn -ft anaarfthloiien. itoflfitierffonto ftranffnr- a. Ma>n Nummer r>3xi

bare Sicherheiten gekrönt zu werden.

Wenn nun auch die verspätete Räumung Kölns nicht auf ba8 Konto Locarno zu fetzen und die maßlose Kränkung sobald nicht aus dem Bewußtsein der lebenden Generation zu tilgen ist: Kein Voll der Erde kann nach end­losen Martyrium den Tag inniger herbeisenrn, an dem endlich Kölns Riesenalocken die Frei­heit einläuten, die fremde Söldnersckaren und ihre schmachvolle Despotie auf ein erträgliches Maß herabgedrückt und die Jagd aus die Ver­sailler Freibeuter beginnen soll, die doch zu früh ihren Raub in Sicherheit loahnten. M i t dem Pakt können wir rechtmäßig die Revision unhaltbarer Zustände, Abrüstung usw. dura>- drücken. Ohne Pakt werden wir das Freiwild Europa- bleiben. M i t dem Pakt werden wir die Schicksalsgemeinschast im Innern aufrickten, darüber hinaus für die weiße Rasse anstreben können, indem wir daS Beispiel friedlicher Ge­sinnung dokumentieren. Ohne Pakt wird der Kampf aller gegen alle drinnen und draußen raubtierbaste Formen annehmen. Mit oder ohne Pakt aber darf nur ein einziger Wille das ganze Volk zu Stahl und Erz utsammenscbwci- ßen: Nickt eher rasten und ruhn, alS bis der letzte Eindringling vom Hof gesagt ist, bis Deutschland wieder den Deutschen gehört und deutsche Tatkraft, deutsche Geistesart in Wirt­schaft, Kunst und Wissenschaft sich zum Segen der Erde auswirken können. Diesen Elauoen an Deutschlands Wiedergeburt, das Gefühl der Schicksalsverbundenheit, den Ruf zur Samm­lung und Einigkeit hat der Reichspräsident in dem Gewissen Süddeutscklands wieder wachge­rüttelt. Nickt fruchtlose Opposition, nicht Bru- derboß noch Völkerzwist xu stiften, ist unser Le­henskinn, sondern im Zusammenschluß aller Polksolieder stark und reif werden, um auch ohne blanke Waffe, die man unS zerbrach, tm Wettbewerb der Völker moralische, kulturelle Menschliche Eroberungen ,u erfechten, die oft viel dauerasler und... rentabler sind alS die

Berlin dal Ihn wieder.

Berlin. 14. November. (Eigener Drahtbe­richt.) Der Herr Reichspräsiident ist heute vor mittag 8 Uhr wieder in Berlin eingetrosfen.

den sechsten Artikel, der eine Besteuerung der sranzöstsckten Staatspapiere vorsieht, kam eS zu einer größeren Debatte. Die Soziotisten beschlos­sen, in der Kammer ihre Gegenprojckte wieder hervorzuholen. Da auch Loucheur sich dahin ge­äußert hat, dürste es zu erregten Kammer- dcbatten kommen. Trotzdem ist aber damit zu rechnen, daß eine starke Mehrheit für die Re­gierungsvorlage zustande kommen wird.

rt6on immer. Die andern haben wir erobert, teilweise auch von Tanger her hereinge- schmuggelt. Stück für Stück, Teil um Teil, und dann haben wir fte in Sckcschauen im Ar­tilleriedepot zusammenaestellt. Alles dem Gene-- ral Bach feine Kreation. Die BedienungS- leut haben wir teils ans Gefangenen gebildet, teils sind sie von felbft nefomm-n. Ich bitt Sie: Der Legionär bat's so schlecht und hat's lo fchlecht. Als Legionär muß er kämpfen und sterben, als Gefangener von uns lebt er wie a Ferkel, aber als freier Riffi gilt er doch wenig­stens toaS. Was glauben Tie. wieviel lieber» (Sitter zu uns kommen? Mir fan halt a ge­mütliche Armee. Der Legionär bat ja doch kein Vaterland Er ist eben ein Landskneack Und das war fchon im Dreißigsähricen Krieg so d ß das Volk zum Wallensteiner lies, weil's a ge mütliche Armee war. Was unsere Geschütz!nit sind, die sprechen alle deutsch Ein jeder weiß balt auch, wofür er's tut. Wenn wir ei­nen rechten Frieden bekommen, sind die Legio­näre frei. Dann können sie neben, tonhin sir

durchs Tckwert erfirittenen.

Selbst in deutschnatiom len Kreisen ist man zum Teil setzt schon der Ansicht, daß man die Dinge nicht auf die Spitze treiben soll und die Alckonservativen haben sich rückhaltlos zur Lo­carnopolitik der Reichsregieruna bekannt. Run. am 23. November wird der Reichstag das Locarnoschicksal besiegeln, wobei immer unter der Annahme der Rückwirkungen großen Stils — eine einfache Zweidrittel.Mehrheit Wohl zustande kommen dürste, auch wenn di' Sachverständigen sie für den Pakt nicht einmal für erforderlich halten sollten. Der heute ein» geleitete Parteitag des Zentrums wird tn den Mauern der Fuldametropole entscheidende B« schlüsse fassen und auch 4 em deutschnationalen Parteitag sieht man mit Svannug entgegen.

Batdw'ns safte am 2 Dezember

London, 14. November. (Pcivait-legrcnnm.) N"ch einer Blätlermeldung ist ein zweites offi- zielles Bankett für den 2. Dezember zu Ehren der Soearnoer Unterzeichner geplant, bei dem Baldwin, unterstützt von allen Mitglir- dem seines Kabinetts, der Gastgeber fei« wird

armer gewährte. Hier enthüllen sich auch die tieferen Ursacken deS Rifdramas. daS nack den ersten Erfolgen für Add d Krim eine fo ernste Wendung nahm.

Der General Levy: Ein fchlanker, junger Mensch vom TypuS des jüdischen Aristokraten. Dunkles, gewelltes Haar, glatt rasiert, manilürte Hände, aber verschlissene, speckige Uniform wie die andern. Oesterreichischer Dialekt, bisweilen mit einem bezaubernden Anflug von Liebens­würdigkeit. Ein Zufall kam mir zu Hilfe. Es stellte sich heraus, daß ich einen Wiener Ma - (e r kannte, der mit General Levy, als dieser noch Titularsähnrich bei den österreichischen 35crn war. zusammen im Felde stand. Und schneller, als ich gehofft hatte, waren wir auf oem Wege der Verständigung. Der General ließ sich von meinen neutralen Absichten überzeu­gen und erzählte mir alsbald mit biederer Of­fenherzigkeit von feinen eigenen persönlichen sorgen. Aus irgend einem Grunde hatte er sich die Rückkehr nach Oe st erreich ver­scherzt. „Schauen's! Wann mer siegen tun, werden mer a Freistaat. Dann geh i als Rif­gesandter nach Wien, und dann könnens mi gern hamn." Und ich hörte, daß der G e n e r a l B a ch. der Führer der Risartillerie, auf ähnlich gespanntem Fuße mit den deutschen Behörden stünde und daß Abd el Krim beim Barte des Propheten geschworen habe, ihn zu seinem Ge­sandten in Berlin zu machen, sobald daS Ziel erreicht sei:

DaS Rif ein freier Staat.

„Morgen ist der Sahb drüben in Scheschau- e n. Dann reiten mer hinüber und dann kön­nen Sie selber sehen, was für ein feiner Kerl unser Otter is."---In der N«h-t lag daS

FelsdorfSiddi-el-Figuig unter schwe­rem Artilleriefeuer. Ich lag mit General Levy in einer geschützten Behausung. „Da haben Sie'sl Das ist alles Verräterei. Kein Mensch hat sich um das Dorf gekümmert die ganzen Tage. Seit gestern abend liege ich hier mit meinen zwei Kompagnien und meinen zwei Gewehrwagerln. Und schon hat's gehaut. Alles Verrat. Hier is ma nct sicher vor feinem ei jenen Bruder." „Aber sagen Sie nur, Herr Levy, wo fängt die Rifarmee eigentlich an und wo hört sie auf? Wer ist ein Rissi von Abd el Krim und wer ist ein Verräter?" „Ja, wenn wir das wüßten! Hier is a jeder fein eigener Herr. Mir hamn ka Disziplin net. Es gibt bei uns auch keine Dienstgewalt oder gar Strafen. Man muß die Leute bereden. Was man sieht, das hat man. Sobald man den Rücken wendet, kämpfen sie nur für sich und ihre eigene Dfchemaab (Gemeinde). Und dann wird verhandelt und gesch"chert mit dem Franzos, und eh man sich versieht, ist der Stamm gleichgültig, wenn nit gar franzasen- freundlich. An eigentlichen Haß hamns eh net. Hier is a jeder wos, der a Göld bot. . ." „Aber wie halten Sie denn Ihre Artillerie im Zug? Dazu gebärt doch ein gewisses Maß von Diszi­plin." .Ja, die

Eeschützleut fan alle Europäer.

Wenn die Riffi fchießen, bann krepiert's net

in diese Friedenshand hat der deuNAhe Kanzler erneut vor aller Welt kräftig e siige- schlagcn und der Friedensoption das Wovo ge­redet. Ja, er hat darüber hinaus zurpos111 - v e n Schaffung neuer Kulturwerte, zur schöpfe­rischen Entfaltung der deutschen Volkskraft auf« gerufen und als erstes Gebot die allgemeine Weltabrüstung als Ergänzung der deut­schen Entwaffnung dem Menschheitsgewissen eingeschärst. Und tatsächlich scheint das blinde Vertrauen auf die ehrenwörtlich am Loga Maggiore verheißenen Zusagen für das Rhein- lSntz doch nicht ganj auf Sand geb,ui unb schon in den nächsten Tagen durch unantast-

Ein gemütlicher Krieg

Im Quartier des Rifgenerals Levy.

Viertes Kapitel meiner Reiseberichte.

Bon

Friedrich Kodi-Wawra.

<Sr dankt für den Vossen.

Warschau, 14. November. (Funktelegramm.) Der Staatspräsident bot gestern dem Sjemmar- schall Rataj die Bildung des neuen Kabinetts an, der jedoch den Austrag ableb/te. Nach die­sem ersten sehlg'schlagenen Versuch wird der Präsident der Republik die Parteien anhören.

Muffottni ttrrö g-mieden.

Boykott der Arbeiterpartei.

(Etgene Dradtme'.dung.)

London, 14 November.

Laut Pressenotiz wollen die britischen Ar- beitersührer Mussolini boykottieren, wenn er nächsten Monat nach London komme. Die Abge­ordneten würden an keiner Veranstaltung zu seinen Ehren teilnehmen. Dieser Bovkott werde jedoch die getroffenen Vorbereitungen nicht be­rühren. Der frühere Admiralitätslord Amon erklärte, es müsse ein öffentlicher Protest acgen die Englandreife Mussolinis erfolgen angesicksts seiner freiheitsseindlichen Haltung.

Der (Slaube hilft.

Churchills rosige Zukunft.

(Eigene Trabtmeloung.)

Edingburgh, 14. November.

Churchill vertraute in einer Rede darauf, daß, wenn feine Unterbrechung durch industrielle Kämpfe oder sonst eine verhängnisvolle Kata- strophe eintrete, Großbritannien mit dem neuen Jahr ein Wiederaufleben und eine merk­liche Besserung der Geschäftstätigkeit erleben werde. Der Locarnopakt sei ein Verficherungs- Plan für vier große Nationen.

Washington ist gnädig.

Ein milderes Angebot in Paris.

(Eigener Drahtbericht)

Paris, 14. November.

Laut Pressenotiz hat der amerikanische Bot­schafter In Paris dem Ministerpräsidenten Painlevk günstigere Bedingungen für die Schuldenregelt ng übermittelt. Auf dieser neuen Grundlage wird gegenwärtig verhandelt. DaS Blatt kündigt an, daß Painleve sobald wie möglich nach London reifen werde, um die Verhandlungen über die Schuldensrage auch mit England wieder aufzunehmen.

Gin strenger Herr.

Rur noch faschistische Gewerkschaften.

(Eigener Drahtbericht.)

Rom, 14. November.

Ueber neue Gesetzentwürfe wird bekannt: Die Vertretung der Arbeiterintereflen werde aus­schließlich den saschistischcn und nationalen Ge­werkschaften zustehen. Gewerkschaften mit in­ternationalen Bindungen dürften nicht bestehen, ebensowenig wie staatliche Ge"--risihaftcn. Die Vereine der Staatsbeamten hätten ganz be­stimmte Verpflichtungen. Infolgedessen wäre der Streik in sämtlichen Staatsbetrieben aus das schärfste verboten. Unter Staatsbetnebc feien auch Privatbetriebe von öffentlichem In­teresse zu verstehen. Im Streitfall würde das Arbeitsgericht fofort den Streik schlichten.