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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Sonnabend, 31. Oktober 1925

15. Jahrgang

Einzrlnummr! 10 Pta Sonntags 15 Pf.

/TM* Hindernisse aber bot die Tatsache der durch

L/kk MrlinyrOÖL ü-nedenSverträg. in durchaus unzulängl

.<ar*4 Welse geregelten oder eigentlich offen gelafsi

Wenn vcr Balkanbrand gelöscht ist. Fragen der M i n d e1 b 111 e n. Nur in

lenen

Dresden, SO. Oktober.

UnglückSsall, dem der Oberbe- Wehrkreis 4, GeneraLleutnant

Sine traurige Heimk-dr

Berlin, 30. Oktober. (Eigener Drahtbericht.s

wir

Hebet einen fehlShabcr im

Genf, 30. Oktober.

Der Völkerbund hat die nach Mazedo­nien entsandte Kommission ersucht, Borschläge zu machen, wie die Wiederkehr derartiger Oirenzzwischenfälle vermieden werden kann. Die Räumung deS von de« griechischen Truppen be­setzten Gebiets war heut« früh acht Uhr, zum verlangten Zeitpunkt, pünktlich beendet. Ter Zwischenfall wird vom diplomatischen Standpunkt aus in Athen als erledigt betrachtet.

Fragen der Minderheiten. Rur in eng­ster Verbindung mit dieser Frage wird man die Bereinigung der Balkanfrage in Angriff neh­men können.

Jedenfalls aber wird man sich je eher je lie­ber entschließen müssen, diese- Problem trotz aller Gefahren, die eS in sich birgt, ganz aufzu­rollen, um etwa in ähnlicher Weise, wie dies in Locarno geschehen ist, eine Regelung zu er­möglichen. Von welcher Seite immer die Jni- tiative hierzu erfolgen möge, daS Werk selbst müsse ein gemeinsames sein und wäre wohl am besten unter der Aufsicht deS Völkerbundes in die Weg« zu leiten. Der Beilegung des grie­chisch-bulgarischen Konflikts müßten unmittel­bar di« diplomatischen Vorbereitungen zur Schaffung eines SicherheitSpakteS fol­gen, der der Pazifizierung des Bal­kans gelten würde. Geschieht dies nicht, dann werden die gegenwärtigen Bemühungen deS Völkerbundes nur sehr fragwürdige Bedeutung haben.

änderniffe aber bot die Tatsache der durch die riedcnSverträge in durchaus unzulänglicher

Auf dem Schießplatz gesoffen Tragischer Tod deS Generalleutnants Müller. (Privat-Telearamm.)

Wieder Ruhe am Balkan. Bulgarien geräumt. Der Zwischenfall erledigt. (Eigener Drabtvertcht)

Auch ein Kasseler Kommandeur verletzt.

Berlin, 30. Oktober.

Bei dem tragischen Scharfs cta'firn in Jüter­bog erlitt auch Oberstleutnant Ritter von Hör- arrs vom Stabe des GruppenkommnmdoS 2 in Kassel eine leichte Verletzung durch «trin- splitter, dir durch Maschinengewehrschüsse ver­ursacht worden find. Er wurde in das Stand- ortlazarett Jüterbog ringekirfert.

painiwe im Finanzsumpf.

Sein Famulus Bonnet. (Eigene Drahtmeldung.)

Paris, LO.Oktober.

e 255. Einzelnummer llt Pf. Sonnmtw 15 Pf

Müller, gestern auf dem Nebungsplatz Jüter- bofi zum Opfer fiel wird amtlich aemeldet: Bemr Scharfschießen überschoffen gestern nach­mittag seltwarts-rüSwärtS in Stellung befind- liche schwere Maschinengewehre die vorderen Linien. In vorderster Linie der angreifrndcn Infanterie befanden sich die NebungSleitung, mitten unter ihnen GeneralleuLnant Müller.

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4 vtg. Reklamen öle Selle 75 P««. Offertaebiihr 57«. <bei Sufenö«. der Cffetien SotOtLf RetbnuaaSbrträae finb innerhalb s Tacen ,« belebten. FSr die Rtckkla- teit aller öui<6 ->ernloreiber au'«e«ebe-len fi-'»eigen kowie für Antnahmevaien nb i'Ifibe kann nick' garantiert werben fior finWgen mli belonserem tcbrote- rjflem Seh t"t> Pro-em «luNcklea. Ttnderel Tcklnchtaokrabe ÄelckäiiS« stelle »Sl- liche ?'rabe ' eaen-l-er t>er Soo^rO abe >,r»>orecker >5, nb

Weiter, daß dicht bei General Müller sich auch ReichKwehrminister Dr. Geßler befand. Der Minister ließ nach dem UnglückSsall die Urbung sofort abbrechen und ordnete eine eingehende Untersuchung an. Die Leiche des Generals ist jedoch bereits freigegeben, da es sich tatsächlich bei der verhängnisvollen Maschinengewehrkugel um ein abirrendes Geschoß gehandelt hat. Ein sogenannter Querschläger kommt nicht in Frage.

Trotz alledem wird aber diese Pazifizierung unter allen Umständen durchgeführt werden müssen, weil sonst das unter so großen Mühen begonnene Werk der Befriedung Europas nie­mals zum Abschluß gelangen könnte. Auch wenn es nicht zum Ausbruch deS griechisch-bulgari­schen Konflikts gekommen wäre, hätte sich ja unter dem Einfluß der in Locarno geschaffenen Verträge irgend eine neue politische Umgrup­pierung auf dem Balkan vollzieben müssen, eine Anpassung an die eingeleitete Neuordnung der Dinge, ein Versuch, der Herstellung des Gleichgewicht? wenigstens einigermaßen näher zu kommen. Es bot ja übrigens, wie man weiß, auch schon srüber an solchen Versuchen nicht ge- feblt Balkanbundprojckte tauchten zu wieder­holten Malen auf, scheiterten aber immer wie-

Plötzlich brach Generalleutnant Müller, an der Seite getroffen, zusammen und verschied sofort. Ein S. M. G.-Geschofi hotte aus weiter Entfernung die Hauptschlagader durch- chlagen und den sofortigen Tod herbeiK-tührt. Ein Verschulden ist niemandem beizu-nessen, da aLe vorgeschriebenen Sicherheitsm-chaahmeu getroffen waren. Man vermutet, daß eine mit zu schwacher Pulverlvldung versehene Patrone den verhängnisvollen Kurzschuß abgab.

Man rücki V 'inkvs auf den Leib.

Paris, 30. Okto. ?r. (Eigener Drahtbericht.) Die sozialistische Kammerfraktion hat gestern besMossen, mit dem MinisterprSstdenten die Richtlinien der allgemeinen Politik und den Jn- halt der Regierungserklärung zu besprechen. Dieses Zusontmentrefsen soll noch vor dem Zu- samTmentritt deS sozialistischen RationailrateS erfolgen. Erst dann werde die Fraktbon in der Lage sein, ihre Haltung in Hin-Iit t auf die zu verfolgende Politik zu bestimmen.

*

Don assen Se len bestürmt.

Paris, 30. Oktober. (Eigener Drahtbericht.) Ter radikale Abg. Milan hat den Minister­präsidenten interpelliert wie >r die endgültige Regulierung der öffentlichen Schulden sicherzu­stellen gedenkt. In der Kammer wird LinkSabg. Bernard eine Interpellation über die Ka­binettsbildung einbringen, sowie über Pain- lcvös bisherige Politik. Auch Cachin (Komm.) hat eine Interpellation eingebracht.

der nicht bloß an den Gegensätzen der Interes­

sen der einzelnen Batt^nstaaten, sondern auch Berlin, so. cttober. (Eigener Trahtbe an jenen der Großmächte. Eines der größten Zu vorstehendem Unglückssall erfahren

Warum sie ablehnen.

Locarno »nie, der deutschnationalen Lupe.

(Privai-Telegramm.)

Berlin, 30. Oktober.

Die dcntschnationale Parteileitung hat ihre Haltung zu den Loearuoverträgen wie folgt er- 'sintert: Wir hab-.n uns trotz deS ersten Ein- spruchS an den weiteren Verhandlungen betei­ligt, um zu verhindern, daß Deutschland unter Bedingungen, die feine Lebensinter essen nickt wahren, in Völkerbund und Sicherheitspakt ver- firikt werde. Wir haben Richtlinien verlangt, von deren Innehaltung unsere schließliche An- nähme der Verträge abhängig fein sollte. Das Werk vonLocarno hat uns bitter enttäuscht. Der Widerruf der Sckuldlüge ist nicht zu voller Aus­wirkung gebracht. Ein Verzicht aus deutsches Land und Volk ist keineswegs ausgeschlossen. Die deutsche Handlungsfreiheit zwischen Ost und West ist gegen die Gefahren des «rtik. 16 nicht klar und bindend gesichert. Wahre Gleichberech­tigung «.Gegenseitigkeit auf demGcbiet dcSHeer- wrfenS ist nicht erreicht. Garantie- und TchiedS- verträge bringen Deutschland neue Fesseln. Bon unerläßlichen Vorleistungen vor Eintritt in ent- tcheidende Verhandlungen ist keine Rede mehr. Die sogenannten Rückwirkungen find nicht ge- 'ch«rt Die Abkürzung der Räumungsfristen ist nickt zur festen Bedingung gemacht. Da» Werk von Locarno wurde in unerwarteter Ueberstür- zung prrophiert. Darum haben wir unseren Einfluß als RcaicrnngSpartei geopfert, um volle Klarheit über den Ernst der Lage zu geben und einzutreten für die Freiheit des Vaterlandes.

ta« Mendt, ü uditi Wäd)u<ti!ti, trieb« nm. wvH«n'Uck <ia®muiaa«

D»i #bonn«uirii'6x>Ttie vetrae, ffli #rn Monai 2. Ml be> reler etatteöunf n8 wiui- in »er v elckanenelle adaebvll Dur« bl« Poll m-nailf» LUU Ml aii«fthllef>iid> ,-|u»«Uiinasaebübr. Berlaa uni- Siebal'lon Ecklack- ottkrah« 2H/SH. >ernlvreck«r »ltt uni »r>2. ftflr nnrerlanai elnorfanbte fleilräct kann »le Re- 'aftion ein« Beran»n-vrinno ober «leroätir in feinem i^alle übernehmen, llttlck- nhlnnfl »es deinabaelbeb ober Äntvriicke menen e wataer nickt orbnunnbmäfiiaer '# *e*n,> f' n«#oe<tfr|pn«,, *i nftt^rrffpivn tiranftnr' a. Ma-N 4lnmmer

London erwartet Vie Gssfle.

London, 30. Oktober. (Eigene Drahtmeldung.) Ter Londoner Stadtrat hat beschlossen, die Un­terzeichner des Vertrags von Locarno zu einem feierlichen Festessen am Abend des ersten De­zember nach der Guildhall einzuladen. Eham- berlain soll bei dieser Gelegenheit wichtige Po» -itisch- ErklSrunaen abgeben, wie über das Ver­hältnis von England zu Rußland und die Tür­kei Die deutsche Delegation wird vom König empfangen werden.

Ministerpräsident Painleve als Finanzmini­ster hat sich auch mit den Beziehung:-- zu den Banken und mit den Währungsfragen beschäf­tigt. Der Minister für das Budget, Geo^c Bonnet, wird die Finanzen und die verschiede­nen fammzielle« Regien leiten. Er wird sich insbesondere mit dem Bugdet beschäftigen, des­sen Vorbereitungen er sicher stellen und dessen Diskussion im Parlament er verfolgen wird.

Die kleinen Balkankläffer haben sich dem Ge- S des Völkerbundes gefügt und nach den :n Morgenmeldungen hat der letzte gilechi- sche Musketier heute morgen Bulgariens Boden verlassen. So sicher es auch sein mag, daß heute bereits der halbe Balkan in Hellen Flammen stünde, wenn es keinen Völkerbund gäbe, so darf man noch immer nicht die Tatsache un­terschätzen, daß alle Balkankonflikte also auch die kleinsten und scheinbar geringfügigsten Zwi­schenfälle die unberechenbarsten Ge­sa h r e n in sich bergen. Daran haben leider weder der Weltkrieg noch die nach seiner Liqui­dierung geschaffene Neuordnung der Dinge ir­gend etwas zu ändern vermocht. Man darf sich im Gegenteil in keiner Weise darüber täuschen, so äußert sich ein Wiener Blatt, daß die F r i e densverträge den Boden für eine endgül­tige Klärung der politischen Verhältnisse aus dem Balkan nur in einem sehr unzuläng­lichen Maße vorbereitet haben und daß ge­rade hier der Diplomatie der Nachkriegszeit und ihrer höchsten und vornehmsten Instanz, des Völkerbundes, ebenso wichtige wie schwierige Aufgaben harren Der jüngste Balkankonflikt beweist deutlich genug, daß der Kamps um die Herstellung des politischen Gleichge­wichts auf der Balkanhalbinsel in voller Schärfe fortöauert und daß es hoch an der Zeit ist, endlich einmal auch im Südosten Europas endgültige Ruhe zu schaffen. In diesem S'nne darf wohl schon heute von einer Kraft­probe des Völkerbundes gesprochen werden. Daß es ihm schließlich gelingen wird, dem Kleinkrieg in der mazedonischen Dreiländerecke erfolgreich zu begegnen und einen Ausgleich der bulgarisch- griechischen Differenzen herbeizuführen, daran zweifelt natürlich niemand, aber es muß mit allem Nachdruck betont werden, daß damit nur sehr wenig getan fein wird. Was dem Rückzug möglichst bald folgen muß, ist eine wirkliche Pazifizierung deS Balkans, ist die Schaffung solcher Zustände, die eine Si­cherung Europas vor weiteren Balkanüber­raschungen garantieren.

Es mag freilich nicht geleugnet werden, daß diese Ausgabe eine ungemein schwierige ist und daß sie der europäischen Diplomatie selbst dann noch gerade genug Kopfzerbrechen bereiten wird, wenn man, wie Ja dies in London und Locarno der Fall gewesen, von vornherein die Frage einer Revision der Friedens- Verträge ausschaltet. Denn noch immer ja heute mehr denn je hängt die jeweilige Gestaltung der Lage auf dem Balkan und die politische Orientierung der einzelnen Balkan- ftaaten in unmittelbarster Weise von den Vor­gängen auf dem großen politischen Welt­theater ab, noch immer ist der Balkan vor allemInteressensphäre* der Großmächte, noch immer spielen in den Beziehungen dieser Staa- ten zueinander, in ihren Freundschaften und Feindschaften die Freundschaften und Feind- schäften der Großmächte die entscheidende Rolle. In Wirklichkeit ist durch das Verschwinden der österreichisch-ungarischen Monarchie die Zahl der Großmächte, die an den Balkanvorgängen unmittelbar interessiert sind, durchaus nicht klei­ner geworden und daß Sowjetrußlands Aus­landspolitik auch auf dem Balkan den Metho- den und der Taftik der zaristischen Zeit freu geblieben ist, weiß man ja allgemein. Kurz: wir sind von dem Grundsatz,der Balkan den Bal- i kanvölkern*. heute gewiß noch ebensoweit ent­fernt wie vor dem Krieg, und dieser Umstand kann gewiß nicht dazu beitragen, die wirkliche ' Pazifizierung der Balkanhalbinsel zu beschleu­nigen.

Nur feine Angst.

®ne Beruhigungspille für Locarno.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 30 Oktober.

Laut Pressenotiz ist auf einstimmigen Beschluß des ReichSkabinetts den Regierungen in London, Paris, B Üssel und Rom eine Erklärung über­mittelt worden, dte die Versicherung enthält, daß daS ReichSkabinctt an feiner bisherigen Politi! festhalte und daß sich an feiner Stellung zu dem Vertrage von Locarno nichts geändert habe. Die Erkiöri. r.q H8,t felbstverfiündlich die Vorbehalte aufrecht, die sick auf die Erfüllung der bekannten deutschen Forderungen beziehen.

ßa-nlettf als Netter der Finanzen

Das Nelchskablnett verbürgt sich für den Locarno-Vertrag.

Pfarrer und Arbeiter.

GehaliS Bergetat vor dem Landtag.

Der Siaaauaiuister bleibt bart. Kirch« nnb Parteien.- Wie es an der Stabt anSiiebt.

Mitzftäud« im Bergbau.

Berlin, 30. Oktober.

Der preußische Landtag beschäftigte sich gestern mit der Ausbesserung der Psarrergehälter. Auf- bisserungrantrage sticv im Ausschuß abgelehni worden, doch erwartet der Ausschuß so bald als möglich ein definitives Pfarrerbesoldungsgesetz. Finanzminister Dr. Hoepker-Aschofs er­härt, daß ein Notstand nicht vorliege. Der Staat stelle Beträge in Höhe von 63 Millionen für die Kirchen zur Verfügung. An erster Stell- müß­ten die Einkünfte des Pfründen» vermögens und die Steuerkraft bir Kirchengemeinden herangezogen werden. Abg. Dr f. i n n e b o rn (Ztr.) setzt sich für die Gleichstellung der katyolischen Pfarrer mit den evangelifchen in der Besoldung ein. Abg. Al e u- «r-Hersorv (Vp.) tritt für eine provisorische ge­setzliche Regelung bis zum 1. April 1927 ein. Abg. König (Cvz.) und Abg. Sckwenck (Stamm.) lehnen die Anträge ab. Abg. Graue (Tem.i spricht sich gegen eine -Unterstützung der Kirchen durch Staats subsidien aus Beim Berge tat betont Abg. Dr. Pinkerneil iDp.): Für Lohnerhöhungen auf der ganzen Li­nie fei auch die Deutsche Volkspartei; höhere Löhne könnten aber nicht aus Schulden bezahlt werden, sondern nur aus Einkommen.

Handel smi nifter Schreiber erklärt daß der Still-gungsprozeß an der Ruhr so gut wie abgeschlossen sei. Zur Entlassung gekommen seien im ganzen sechzigtausend Arbeitnehmer. Man müsse damit rechnen, daß etwa 25000 Bergarbeiter des Ruhrbergbaues arbeitslos werden. Dte Belegschaft int Ruhrrevier betrage gcgeniDärtig etwa 400 000 und fei damit geringer als tn der Vorkriegszeit. Trotzdem seien immer noch in einem acw'sseu Umfahae Feierschichten notwendig gewesen. Die bisherigen Maßnah- vten zur Besserung der Lage hätten zu einem völligen Erfolg leiser nicht geführt. Wenn man der Kohlenwirtschaft helfen will, müsse man vor allem für den Abbau der öffentlichen Lasten sor­gen. Abg Hartmann (Dem.) spricht sich für b'c Verwirklichung des Gedankens einer europä­ischen Zollunion aus, wodurch eine Steigerung der Produktion rinheten würde. Eine Beruhi­gung der Arbeitnehmerfchclst werde erst bann cintreten, wenn endlich daS Arbeitszeitgefey vom Reick-stag verabschiedet ist. Abg. Jacobs (Soz.) bringt eine Reihe von Mißständen tut Bergbau zur Sprache und verlangt Auskunft,wie dcr Abbau im Staatsbergbau gedacht sei. Die kostspicligen Bcrginspektionen müßten abge­baut werden und eine Zentralisierung der kauf­männischen Verwaltung erfolgen. Abg. Mar» tin (Ttn) sieht die Schwierigkeiten vieler Zechen in der schlechten Cualität der Kohle. Zu­schußbetriebe könnten nickt mehr durchgehalten werden. Abg. Eifert (Ztr ) schilderte die trau- eigen Verhältnisse 6er deutschen Erzberabauge- biete. Viele Bergherren hätten die Stillegtina 'hrer Betriebe dadurch erreicht, daß sie absichtlich Lohnstteitigkeiten herbeisührten und die Arbei­ter dann auSsperrten.

3m Dawesloby inlh.

Trübe Aussichten nach einem Jahr.

Schwedens bekannter Finanzmann Prof. Cassel kommt über das erste Tawesjahr zu dem Schluß, daß die Aussichten für die künfti­gen Schadenersatzzahlungen nicht besond-rS günstig sind. Deutschland kann ja nicht bis in Ewigkeit neue Kredit« im Ausland aufneh- men, muß sich vielmehr daraus vorbereiten, in den nächsten Jahren bedeutenoe Teile der er­haltenen Kredite zurückzuzahlen. In Zukunft muß überhaupt das Gleichgewicht der Zah- lungSbilanz hergestellt werden. Das schließt in sich, daß Deutschlands Handelsbilanz, die letzt stark negativ ist, einen bedeutenden lieber« schuß ergeben muß. Natürlich kann man sich Beschränkungen des deutschen Importes durch

Riederpreffung der Lebenshaltung deS deutschen Volkes denken, aber auf diesem Wege würde man nicht weiter kommen. Da je­doch der Export in jedem Falle wesentlich ge­tigert werden müsse, könne eine starke Steige­rung der Einfuhr von Rohmaterialien in lei- nem Falle umgangen werden. Das Gleichge­wicht müsse in jedem Falle durch Steigerung des Exportes herbeigeführt werden. Letzterer mttb gegen das erste Dawesjahr ungefähr verdop­pelt werden. Selbst Optimisten müßten sich agen, daß, solange die Frage nicht aeklärt sei, wer diesen Riesenexport aufnehmen" soll, di«

Berlin, 30. Oktober. (Eigene Drahtmelduirg.) Heute findet die Ueberführpng ^es verunglück­ten Generals nach Dresden statt. Sein Name , wurde seiner Zeit im Zusammenhang mit der Reichswehraktion in Sachs'?, gegen die Kommu­nisten im Jahre 1923 viel genannt.

An Iteichswehrminister Sesiftr vorbei.