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Nr. 254.

Fünfzehnter Jahrgang.

Staffelet Neueste NschrWZn

2 Beilage.

Freitag, 30 Oktober 1925.

Aus der Heimat

(Srofotuer in AUenfiüor.

Drei Wohnhäuser u. vier Scheunen eingcäschert.

Am Mittwoch abend, 7% Uhr wurde die Wolfhager Feuerwehr alarmiert. Im be­nachbarten AltenstÄdt war Großseuer ausge- brochen. Sämtliche benachbarten Feuerwehren wurden zur Hilfeleistung gerufen. Trotz ange­strengter Tätigkeit der wackeren Wehrleute wuchs die Gewalt des Feuers immer mehr. Drei Wohnhäuser und vier Scheunen brannten nieder. Menschenleben kamen, wie man uns mitteilt, jedoch zum Glück nicht zu Schaden!

*

Ter Bericht eines Augenzsugen.

Zwischen 5 und 6 Uhr kam das Feuer aus. Den dämmerigen Abenohimmel überzog bald feurige Lohe. Weithin strnhlte der Flam-, menschein und alarmierte die Feuerwehren Leider war es nicht möglich, viel zu retten Zudem erschwerte Wassermangel die Löscharbeit

Der Brand war in dem Anwesen des Kauf­manns Schnellenpfeil ausgekommen. Man nimmt allgemein an, daß Kurzschluß am Motor die Ursache war. Die rotglühenden Flammen sprangen über die Scheune zu dem Hose des Bauern Döring über und von dort zu Gerhold ... die dazwischen liegenden Scheunen glichen riesigen Fackeln. Nur auf einem Wohnhaus noch der Dachstuhl erhalten. Sonst sind alle aus- und abgebrannt. Das Vieh konnte geret­tet werden, auch etwas Frucht, aber fast alles Stroh wurde vernichtet. Schnellenpfeil hatte gestern gedroschen, heute wollte er bei den Nackdarn anfangen. Die Brandstätte, die heute einen unsäglich traurigen Anblick bietet, liegt fast inmitten des Dorfes an der Straße nach Ippinghausen.

Mehrere der betroffenen Familien sind sehr umsangreich. Döring bat auch ein großes Dienstpersonal. Die Obdachlosen fanden zu- nächst bei den NaMarn Unterkunft Noch heute schwelt dichter Rauch aus den Trümmern.

Das Sa zmann-JudilSum.

Die 25-Jahr-Feier in Sp«ngenberg.

Am 15. Oktober blickte, wie bereits berichtet, die Firma G. W. Salzmann, Weberei und Spinnerei auf ein fünsundzwanzigtährigeS Be­stehen zurück. Die Größe und Bedeutung des Fabrikwesens im Dörnbachtale, in dem nahezu zweihundert Arbeiter und Arbeite rinn eit be­schäftigt werden, ist allein der mühevollen Arbeit, dem ratlosen Fleiße und der Umsicht des jetzt noch an der Spitze stehenden Gründer? Louis Salzmann zu verdanken. Schlichte, ein­fache und doch würdige Feiern waren er, mit denen daS Fabrikjubiläum begangen wurde Der Juniorchef Hans Salzmann überreichte dem Vater aus dem Geschäftszimmer in Ge­genwart sämtlicher Beamten, Angestellten, der auswärtigen Vertreter der Firma und Vertre­ter der Arbeiterschaft die schon erwähnte pracht­volle Iubiläumsmappe,- enthaltend die Ent­wicklung des Betriebes in Wort und Bild. Erster Prokurist Jahn sprach im Namen der Beamten die Glückwünsche aus und über- reichte eine Glüüwunschadreffe, ein graphisches Kunstblatt. Die Glückwünsche der Arbeiter­schaft überbrachte Weber Schenk. Aus Stadt urfb Land, von vielen Geschäftsfreunden des In- und Auslandes liefen zahlreiche Glück­wünsche ein. Auch Magistrat und Vertreter der Stadtverordnetenversammlung erschienen zu der Feier. Bürgermeister Schier überbrachte die Glückwünsche der Stadt und brachte zum Aus­druck, daß die Salzmannsche Fabrik eine Quell« der Wohlfahrt für die Stadt Svangenberg und der Umgebung sei. Sie beeinflusse das ganze Wirtschaftsleben der Stadt in wohltätigster Weife. Die Firma sei führend und tonangebend auf dem Gebiete der Industrie SPangenbergs. Mit dem Steden und Fallen des Betriebes sc; das Wohl und Wehe. daS Glück und Unglück Hunderter von Familien unlöslich verknüpft Wo es gegolten hab« ein soziale» Werk zu üben und zu fördern, sei LouiS Salzmann stets an erster Stelle zu finden. Vom Hause Salzmann sei von jeher ein reicher Segen aus- gegangen, erinnert sei nur an die beiden ver­storbenen Brüder Sälzmanns, de? Kommer­zienrates Heinrich Salzmann, d«s Stifters de? Liebenbachdenkmal und Karl Salzmann, des Stifters der Friedhofskavelle. Dann brachte er folgenden einstimmig gefaßten Beschluß der städtischen Körperschaften zur Kenntnis:

In Würdigung der Verdienste, die sich Herr L. Salzmann durch die Begründung und Ent­wicklung seiner Weberei und Spinnerei sowie in sonstiger Weise um seine Heimatstadt er- worben bat. wird der Bahnhofs-Zufabrtstraße von der Teichmüble an und dem vorderen Teile des Dörnbackweges, der zur Fabrik führt, al? einheitliche Straße die Bezeichnung

Louis Salzmann-Strotze" beigelegt.' Der Bürgermeister überreichte so­dann eine Ebrenurkunve der städtischen Körper­schaften. Jubilar 8. Salzmann dankt« mit be­wegten Worten für alle Glückwünsche, Aufmerk­samkeiten und Ehrungen und hi<°!t dann einen Rückblick auf die Vergangenheit und eine Um­schau aus die Gegenwart, hob hervor, daß cs ihm ein freudig erhebendes Gefühl sei, seine Tätigkeit durch schöne Erfolge gekrönt und von seinen Mitbürgern anerkannt zu sehen. Se'nen Beamten und der Arbeiterschaft dankt« er für die rührige Mithilfe an seinem Werke. -ul.

2steformatfonskundgedung in Waldeck.

Das Jahresfest h* *8 Evangelischen Bundes für Hesien und Waldeck findet am 8. und 9 No­vember in Corbach statt, in der alten Landes­hauptstadt von Waldech wozu viele Gäste nicht nur aus dem Waldecker Lande selbst, sondern vor allem auch aus Hesien erwartet werden. Die Bürgerschaft von Corbach hat viele Quartiere zur Verfügung gestellt. So ist für die Unter­bringung der Gäste des tm größten Rahmen stcittsindenden Provinzialsestes bestens gesorgt. In beiden herrlichen Kirchen St Kilian und St. Nikolai finden Festgottesdienste statt, außerdem

Bei gedämpflerTrommelKlang.

Die Beisetzung deS Generals Wikd von Hohenborn.

Durch bunte Herbstpracht s«^turrt der Wa- gen. Am Dörnberg gcht's vorbei, an Zieren- vcrg, an Rangen dann an Laar und dann Hohenborn...

Still liegt das Gut deS zur großen Armee abberusenen Generals der Infanterie und ehe­maligen KricgsministerS Adolf Wiltz von tohcnborn, einst im Infanterieregiment 83 in affet, der Heimat seiner Vater. Der Herbst zieht einen goldenen Rahmen um daS Gut mit dem idyllischen, etwas verwilderten Teich. Graue Gestalten bei grauen AutoS im Hofe, über dem der Ernst der Stunde lagert. Ein alter Hof ist's. Hohenborn ist etwa um die Mitte des 16. Jahrhunderts au$ dem Dorf Esebeck oder Esbicke entstanden, ein Werk des Sieberhäuser Zweigs der Matsburger Linie. Noch läßt sich erkennen, daß es mit Graben und Wall befestigt war. Als mit dem Tode der Rabe Heinrich von der Malsburg diese Linie erlosch, kam Hohenbarn 1751 durch Erbgang an den Regierungspräsidenten Geheimrat Otto Gcckriel von der Malsburg, der sehr viel für die Verbefferung des Gutes tat. Um daS Jahr 1850 kaufte es Kurfürst Friedrich Wilhelm I. für den Prinzen Karl von Hanau, der e» wie­derum 1864 an den damaligen Major im Gro- ßen Genrralstab von Wild verkaufte.

Und nun liegt der inzwischen General und Kriegsminister und bann Parteiführer gewor­dene Wild von Hohenborn in einem schlichten Sarg, den nichts alS eine Tannenzweigkettr schmückt in einer offenen Hall«, von Tannen umgeben. Kein Helm, kein Degen ziert den dunkelbraunen Schrein. Darüber aber schwebt daS Kruzifix...! *

Auto um Auto I)tippt bte Straße dahin Generale in blitzenden FriedenSuniformen mit blanken Helmen, zwischendurch die feldgrauen Uniformen der neuen Generalität. Erste PersSn- lichEeiten im schwarzen Mantel und hohen Zy­lindern finden sich ein: Neben dem Oberd'rUi- benten der Provinz, Exzellenz Dr. Schwander der Befehlshaber des GruppenkommanboS IT, General Reinbarbt, Landeshauptmann v. Geh­ren, Landwirtschastskammerpräsibent von Keu- dell, ReichSkommissar von Starck, bei Nachbar des Verstorbenen, Admiral von Boedicker, Sa- xitätSrat Dr. v. Wilb, LandeSrat Beck, ein« Fahnenaborbnung des Vereins ehemaliger 83er. die Kriegervereine bei Hohenborner Umgebung mit ihren Fahnen...

Auf dem Gutshof scharfes Kommando: An die Gewehre! Eine Evrenkompagnie deS Kasse­ler Jägerbataillons im Infanterieregiment 15 unter dem Befehl von Hauptmann Steffen tritt an die Gewehrpyramiden, ladet, sichert...

Ein Offizier mit dem Kissen auf dem die Orden des Verstorbenen liegen, obenan der Pour le merite mit Eichenlaub, die Witwe deS toten Generals und ihr jüngster Sohn, Pfarrer Sckafft aus Kassel...

Am Sarge im Grün, unter entlaubter alter Linde, beginnt die Trauerfeier vor dem letzten Wege des alten Soldaten...

Stumm halten die Trauernden gewaltige Kränze mit bunten Schleifen in den Händen. SeiUvärts steht die Ehrenkompagnie. Und die Kapelle, von Musikdirektor CellariuS geleite«, intoniert den Choral »WaS Gott tut, daS ist woblgetan...'

Der Geistliche spricht. Er spricht von dem Herbst, der ringsum von Sterben und Vergehen predigt, so schon, so bunt, als gelte es froher Feier. Und bann baS Prophetenwort:Es soll nichts bunkel bleiben über benen, die in Not sind...!' Von dem alten Soldaten spricht er und weckt Erinnerungen daran, wie es ,draußen" war, wo wir das Sterben lernten. Auch ihm kam der Tov so rasch wie er draußen so oft zu den Kameraden gekommen ist, bte ihr Leben in den Tod gaben, in der Hoffnung, daß es über ihrem Volk, über ihrem Vaierlande nicht dunkel bleiben werde. Draußen im Ar- ionnerlvald, oben in den Schluchten lenes Salbte, in diesem Abschnitt, in dem Wild von Hohenborn die Saften und die DerantWortuns der Führung hatte... dort wurde erkannt, wa? wahren ManneSwert anSmacht... die Hingabe deS eigenen LebenS im Dienste der Zukunft deS Völker! Und Liehe zu Heimat und Voll haLen ihn hinseleitet und ließen ihn sich ein- fetzen für den Wiederaufbau feines Volkes und .. int Dienste der Zukunft seines Volkes ver- brauchte er seine Kräfte...

Und wieder Musick:JefuS meine Zuversicht." tilann der Segen und oer Sarg wird auf den Kagen geschahen und der Trauerzug setzt sich in Bewegung. Die Ehrenkompanie in Tranerparade mit angezoaenem Gewehr... dumpf rasseln die Trommeln... und feierlich «tragen Ningsis durch die hohen Bäume bei YarkS: .Ich hott' einen Kameraden.. /

*

Loch hinaus geht's in ben Wald, wo auf buntem Berghang zwei einsame Gräber sind: Ein Sohn, eine Tochter deS Verstorbenen liegen unter den Hügeln. Daneben senkt man nun ben Vater ein. $te noch in Trümmern stolze MalS- burg schaut herüber...

Kränze über Kränze werben niedergelegt, unzählige Körbe mit köstlichen Rosen stehen bereit und nun tritt General von Staab» an baS offene Grab. Durch ihn grüßen bte Offiziere bei alten Armee ben toten Kamera- den. Der bekannte Heerführer rühmt bett to­ten als einen Offizier von ob elfter unb wahrhaft vornehmer Gesinnung, reichem Wissen und hösi- sten GeisteSgaben, den bas Vertrauen des ober- Sen Kriegsherrn in das Amt des Kriegsmint- erS in Deutschlands schwerster aber stolzer Zeit berief. Was er als solcher für die Erhal­tung und Förderung der Schlagfertigkeit der Armee geleistet hat, steht für immer im Buche der Geschichte. Dann arützt er ihn besonders im Kamen de» Generalobersten von Heeringen und «Ser Offizier« unb höheren Beamten, die dem ehemaligen preußischen Kriegsministerium an- gehört haben, letztmals alS den hervorragen­den Soldaten, ben charaltertreuen, echt deutschen Mann!

Die Offiziere deS Elisabeth-Regiments legen einen prachtvollen Kranz am Grab« ihres ehe­maligen Obersten nieder. Im Namen der San. deSverbandes der Deutschnationalen Bolkspar- tet grüßt Direktor Dietrich ben Vorsitzenden und Führer, der Treue bis in ben Tod gehalten hat. Der Verein der Offiziere deS Regiments von Wittich Rr. 8» entbietet feinem Vorsitzen- dm durch Eizellenz von Dehn-RothfelS letzten Gruß unb Lanbesgeschäftsführer Steuer über- »ringt einen Kranz der Berliner Parteileitung Der Fahneneib sei für ben jetzt Verstorbenen die unerschütterlich« Grundlage alles Stroben? und Denkens gewesen. Weitere Kränze legen die Arbeftsbeztrke Frankfurt und Wiesbaden der Partei nieder.

Und immer mehr häufen sich die Kranze, darunter die der Traditionkkom. agnie beS Inf.-RegtS. SS im jetzigen Jnf.-Reg. 15. bei einzelnen Veieine, so bei ehemaligen Mr durch Baurat Bode, der .Freunde zum deutschen Eck' in HäuSlingS .Neuer Post" u. a. Dann Gebe! und Segen des Geistlichen, die Musik spielt .Wie sie so sanft ruhen" und bte Vereinsfah- nen neigen sich über bte Gruft, in bie rote unb weiße Rosen niedersinketr...

Und bann toieber ehern«? Kommando unb eherne Salve... dreimal krackt die Ehrensalve über dar Grab, rollt durcks Tal, rauscht durck die Wälder an den Bergen entlang... wunder­barste Musik für einen toten Soldaten! Unb wieder intoniert bie Musik bas Lied: »Ich halt' einen Kameraden..."

Die Feier ist vorüber. Einsam wird'S um bie Mesen unb das Wasser am GutShof, baS Hühnervolk ist wieder allein und oben am. Bergbang schläft der Herr für immer... um bte Malsburg aber unb ben Dörnberg spielt ein wunberbaoeS Abendrot...! knckaik Beynemann

HokvhotoaravS Varl 9 Bert 6 Bat Me Trauertet« vonSohenbvrn tm Bilde leftsebalten.

ist eine evangelisch« Volksversammlung am Nachmittag beS 8. November in bei Kirche St. Nikolai vorgesehen Am S. November abends findet eine große festliche Veranstaltung in dem 2000 Personen fassenden neuen Saale deS Blau- kieinhauseS statt. Hierbei wird daS Festspiel .Luther in Oswenbeim" aufgeführt werden. An den Veranstaltungen dieses Festabends wird u. a auch ein auS ben Eorttacber Gesangver­einen gebildeter Sängerchor Mitwirken. Die Veranstaltung beS Evangelischen Bundes in Corbach soll eine mächtige Kundgebung für ben evangelischen Glauben werden.

Die Feier in Kassel.

Bei her ReformationSseier deS Evangelischen Bundes am Sonntag abend tm großen Saale deS Evangelischen VereinshauseS wird die Fest­rede Geh. Konsistorialrat Dr. Trepte halten. DaS Thema, daS sicher viele Protestanten fesseln wird, lautet: .Die nationalen und internattona­len Aufgaben der evangelischen Kirche'. Fei' ner werden künstlerisch vollendete Ltchtdilder

auS Luthers geben unb Wirken gezeigt, zu denen Prof. Dr. Jacob die Erläuterungen geben wirb. Die im Programm vorgesehenen Gesänge unb Deklamationen werben auSgesührt von dem Altstäbter Kirchenchoi unter Leitung beS Musikdirektors Fuchs unb von Harry Joeckel.

Hofgeismar, 29. Oktober. lDaS Ende einet Krastpost.) Der Betrieb auf bet Kraftpost Decker- hagen-KarlShafen wirb auf Verlangen beS Krei­ses Hofgeismar unb bet Stabt KarlShafen als GatanttetrSger mit Ablauf beS 30. Oktober we­gen beS ganz ungenügenben ReifeverkehrS auf biefer Strecke eingestellt.

Spangenberg, 29. Oktober. (NnglsickSfav eines Neunzigjährigen.) Der in wenigen Tagen neunzigjährige Schuhmachermeister IustuS Siebert erfreut sich noch ganz befonderer 3tpffiflfett. Täglich macht er noch Spaziergänge mit bet qualmenden Pfeife im Munde ohne Atembesthwerung ben Schloßberg oder ben hohen Bromsberg hinauf. Seiber traf ihn

gestern ein böses Mißgeschick. Von feinem Spaziergang heimkehrend, kam er in der Nahe der Stadt zu Fall unb erlitt einen Beinbruch. Er mußte in das Kretskraickenhaus zu Mel- fungcn gebracht werden. Dein tragisches Miß- gescmck erweckt allgemeine Teil» ahme.

* Volkmarsen, 29. Oktober. (Wagen mit Seife und Kaffee im Wasser.) DaS einem Seifenhänb- ler aus der Umgegend gehörige Fuhrwerk pas­sierte bie Brücke eines kleinen Flusses in ber Nähe eines Nachbarortes. Die Deichsel brach unb ber Wagen rollte mit seiner ganzen Ladung in ben Fluß. Seife, Seisenpulver, Soba und Kaffee bilbeten ein wirres Durcheinander. Die Waren sinb größtenteils verloren gegangen oder beschädigt worden.

* Reustadl, 29. Oktober. (Im goldenen Kranze.) Das Fest der goldenen Hochzeit be­gingen hier die Eheleute Karl Gustav Schmitt- dicl unb grau. geb. Faber.

* Wetter, 29. Oktober. (Der Zug nach Mar­burg.) Der eingelegte Zug fährt ab 2. Novem­ber d. I. werktags und zwar: 6,53 borm. ab Dkarburg, Werter an 7,18, Rückfahrt ab Wetter 7,23 unb Marburg an 7,47.

* Homberg, 29. Oktober. (Die besten Schützen.) Am Sonntag hielt unser rühriger Schützenverein sein mit PreiSfchießen verbundenes letztes Schießen ab. Es wurden neben einem von Herrn A. Bode gestifteten Ehrenpreis, eine Uhr, 14 Preise verteilt unb zwar an bie Herren Wrlh. Paulstich, 2. Preis Georg Körbel, 3. B. Rup­precht, 4. G. Bode, 5. W-ilh. Paulstich, 6. N. Prüfsrng, 7. G. Ande, 8. A. Bode, 9 W Körbel, 10. H. Körbel 11. M. Dickhaut, 12. A. Rcdder- meyer, 13. N. Noll, 14. E. Pfannkuchen. Den Ehrenpreis errang Herr Georg Körbel. Hiermit endete für dies Jahr bas regelmäßige Schießen des Vereins.

* Gersfeld, 29. Oktober. (Winterruhe ber Krastpost.) Der Betrick auf ber Kraftpostlini« Ger-feld-Flabungen wirb vom 1. November ab für bie Wintermonate voraussichtlich bis zum 1. April ein gestellt.

* Fulda, 29. Oktober. (Dom Starkstrom getötet.) Der Mechaniker Ludwig Zeier von Sier war auf dem Bahnhof Eiterfeld mit der uSsührung einer Lichtanlage beschäftigt. Zeter rutschte beim Erklettern eine« Mastes aus unb griff bann, um einen Halt zu suchen, nach bet 290 Volt peftmnnenten elektrischen Leitung. Er war sofort tot. Die Leiche wies nur eine (leine Brandwunde an bei rechten Hand auf.

Kleine Rundschau.

Da«verfl heile" Mauerblümchen.

Eine amerikanische Versicherungsgesellschast ist auf die gute Idee gekommen, Frauen gegen das Unverheiratetbleiben zu versichern. Di« Klientinnen werden von einer Kommission ein­gehend besichtigt unb kommen nach dem Ergeb­nis biefer Besichtigungen in eine ber bestehenben sechs Klassen Die erste Klasse bebeutet: Verhei­ratung höchst wahrscheinlich; die sechste: Verhei­ratung höchst unwahrscheinlich. Die Auszah­lung ber Versicherungssumme erfolgt nur, wenn die Versicherten bis zum 40. Jahre levig geblie­ben sind. Falls sie inzwischen aeheiratet haben, verfällt die Summ«. In ber ersten Klasse ist na» lurgemäß bie P-äm!« sehr niedrig, in der letzten sehr hoch. In ihren Prospekten vertritt die Ge­sellschaft den etwas sonderbaren Standpunkt, daß erfahrunqsaemäß die Heiratschancen selbst derer in Klasse sechs Versicherten, nach zurückge- legtem 40 Lebensjahr auf einmal rapide zu steigen anfangen.

Eu Blck in de Zukunft

Der berühmte englische AlmanachOld Moore" für 1926 ist soeben erschienen. Von dem, waS uns nach bem)eiben alles im nächsten Jahr« erwarten soll, sei hier nur eine kleine Probe m:t- geteilt: Im Januar ein furchtbares Eisenbahn­unglück unb entsetzliche Brände; im Februar ein Aufstand in Aegypten, während im Mai Gerüchte von einem drohenden Kriege in Europa nicht verstummen wollen. Der Juni verzeichnet einen kleinen Ausstand in Palästina. Im Juli scll eine fürchterlich« Hitze zahllose Tote fordern unb die Zeitungen sollen ihre Spalten stillen mit Berichten einer aus-ehenerregenden Vergift tnngSsache. Der August soll einen allgemeinen ArbeiterauSstand und eine Mückenplage brin­gen. In den übrigen Monaten des Jahres sol­len wir Schwierigkeiten zwischen England unb der Türkei, ein Erdbeben im Gebiete deS Mip-l- länbifdten Meeres, ein großes Grubenunglück unb zwei Revolutionen erleben. Abwarten!

Buv.kopk UNS (v^tzk

Mancher erinnert sich vielleicht noch, baß unter den mannigfachen Argumenten mit denen der Bubikopf bekämpft wurde, auch bie Be­hauptung vorgebracht würbe, daß die Frauen und Mädckwü. bie sich das Hm.r kurz schneiden lassen, Gefahr laufen, eine Glatze zu bekommen. Schon damals haben die Londoner Friseure, die offen­bar sehr gewiNonhafte Leute sind, einen bekann­ten Haar-Biologen damit beauftragt, das Ver­hältnis zwischen Haarschnitt und Glatzköpfigkeit in wissenschaftlich einwandfreier Weife klarzu­stellen Erst jetzt liegt daS Ergebnis ber Unter­suchung vor, die bie anaerufene Autorität daraufhin vorgenommen hat. Es ist weit ent­fernt davon den Gegnern des Bubikopfes Resst zu geben. Kein Mann bekommt eine Glatze vom Haarschneiden, und was für ben Mann gilt, gilt auf diesem Gebiet auch ohne weiteres für die Fran. Andererseits vermag niemand, sich etwa durch Vermeibung des Haarschnei­dens davor zu bewahren, früher ober später eine Glatze zu bekommen, wenn er nämlich eine er­erbte Anlage hierzu besitzt. Soweit es möglich ist, die in diesem Fall drohende Glatze toenia- ftens hinauSzuzögern, ist im Gegenteil tunlichst häufiger Haarschneiden eines der besten Mittel hierzu. Der Bubikopf ist daher geeignet, bie» ieniflen Mädcken unb Frauen, bie von mütter­licher Seite her bie Anlage zu krankhaft starkem Haarausfall geerbt haben, wenigstens davor zu behüten, daß si« in allzu jungen Jahren anfan« tren. kabl zu werden.

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