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Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

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Nummer 216 Einzelnummer 10 Ps, Sonntags 15 Pf. Mittwoch, 21. Oktober 1925 Einzelnummer 10 Pf.. Sonntags 15 Pf. 15. Jahrgang

Die Keiielet äieueften Rachrichien etltbetnen wöchentlich «ech-mal nachmittag». Der Abonnementspreib beträgi kür »en Monat L Mk. bet freier S«fteHttng tn8 feus, in der toefdtäfibftelle obgebelt 120 Mk. Durch die Poft monatlich 2.00 Mr ausfchlieülich SutteUunpIgebübr. Berlaa und Redaktion Schlachidoffkrahe 28/80. ffernfvrecher um und «52. ftut unverlanai etnaefandie fHeitiäse kann hie Re­daktion eine Veravttvoriuna obet Gewäbr in keinem l>alle übernehmen. Rück» teblnna »es Bezugsaelde» ober Anfvriiche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger fi-lerrtn" -ft an#peftblofien.t'Dflfdierffont» ftrenffur* a. Main Rümmer «38n

Rußland nähett sich Frankreich.

Gegenstand hatten. Es ist beabsichtigt, die Köl­ner Zone vom Tage der Gültigkeit deS Westpaktes an zu räumen. Der Räumung Bor- auszugchen hat ein entsprechender Beschluß der Botschasterkonserenz.

wird. Der Vertrag von Locarno war der Bor» besonders die Räumung der Kölner Zone zum läufer noch weitergehender Verbindungen, ~ die zwischen Europa und der Welt möglich find.

Der Rettungsring.

Unsere Rechte aus dem Locarnovertrag.

Eine diplomatische Korrespondenz läßt sich über die Bedeutung des Vertrages von Locarno wie folgt aus: Der Rheinpatt zerfällt in elf Ar­tikel, die sich wieder in zwei Gruppen gliedern in eine die drei ersten Artikel umfassende Grup­pe, enthaltend die grundlegenden Verpflichtun­gen. Die zweite Gruppe von Artikeln regelt das Verfahren bei Streitfällen und die Garantiever­pflichtungen, die außer den drei unmittelbar an der Grenze beteiligten Mächten auch noch Eng­land und Italien obliegen. Diese Garantie tritt automatisch im Ernstfall in Funktion, und zwar als individuelle Verpflichtung. Die vier SchiedSabkommen unterscheiden sich von­einander nur wenig. Das wesentliche an diesen Verträgen ist die Annahme des deutschen Sy­stem-, daß für Rechtsstreitigkeiten ein Spruch- verfahren, für Jnteresienkonflikte ein Ver» gleichsverfahren vorsieht. Das Schluß- stück der Dokumente, die AuSführungSno» e zum Artikel 16 enthebt Deutschland neben der rechtlichen Verpflichtung zur Teilnah. nu an einer VölkerbundSexekutton, wo eS sich aus Gründen seiner militärischen Schwäche oder seiner geographischen Lage auSschließen will, auch der moralischen Verantwortung für einen solchen Entschluß, der unter Umstanden auS den gedachten Rücksichten auf die deutschen Sonderverhältnisse auch dang nötig erscheinen kann, wenn Deutschland übereinstimmend mit anderen Mächten im Völkerbund sich an der Feststellung eines Angriffes beteiligt hat.

Zum deutschen Standpunkt sind zu den Ab­machungen folgende Feststellungen zu machen: Für die vorliegenden Verträge ist es gelungen, in allen wesentlichen Teilen überall den Stand­punkt der deutschen Regierung durchzusetzen. Das Garantiesystem, wie eS nach den französischen und polnischen Auffassungen auf die OstschiedSverträge hätte ausge» dehnt werden sollen, ist für diese ausgeschal­tet worden. Die Schiedsverträge sind entfpre- chend der deutschen Auffassung nicht .restlos". Die ursprünglich geforderten territorialen Ga­rantien, tue der Westpakt auch gewährt, sind im Artikel 1 genau umschrieben und begrenzt. Zu­dem ist in Artikel 8 die Möglichkeit geboten, den Vertrag nach gehöriger Frist und unter Zustim­mung einer Zweidrittelmehrheit deS Völkei- bundsrateS wieder zu beenden. Der Ar­tikel 20 der Schiedsverträge wird auch für an­wendbar bezeichnet, wenn ein Streitfall nicht nur den Vertragsgegner allein, sondern etwa eine Mehrheit von Mächten betrifft. Der Ver­sailler Vertrag wird in wohl allen seinen Bestim­mungen unter Schiedsrecht gestellt und wenn auch die eine ober andere in diesem Ver­trag als .Alliierte und Assoziierte" auftretcnde Machte in Locarno an diesem Vertrag nicht be­teiligt waren, so wird sie sich doch jedenfalls ei­nem Spruch des Haager Schiedsge­richts unterordnen, der zwei andere schiedsvertragsmäßig gewählte Mächte in der gleichen Sache betrifft.

Die sogenannten .Rückwirkungen" ergeben sich teilweise aus dem Vertrag selbst. Aus­wirkungen des grundsätzlich veränderten Verhältnisses zwischen Deutschland und seinen Vertragsgegnern, die aus naheliegenden Kom­petenz- und psychologischen Gründen von der Ini­tiative der Gegenseite ausgehen sollen, sind in aller Kürze zu erwarten. Ausdrücklich tst dabei von deutscher Seite die Frag« der ersten Rheinlandzone ausgenommen wor­den. deren Bereinigung als selbstverständlich nicht als Rückwirkung des Paktabschlusses zu gelten bat und nächster Tage durch wechselseitige Erklärungen erfolgen dürfte. ES würde d:e ideelle Bedeutung deS Vertrages verkleinern, wenn die al8 freiwillig gedachten Leistun­gen der Gegenseite, über deren Anwenoung sich bei den Verhandlungen kein wie immer gearte­ter Widerspruch ergeben hat, als von Teuiich- land verlangte und ausgehandelte Kon­zessionen betrachtet würden. Daß es ernst wird mit ihrer Erfüllung in der kürzest technisch mög­lichen Zeit, ergibt sich daraus, daß der englische Außenminister Chamberlain über dies« Fragen in Paris verhandelt hat und daß der Oberkommiffar und Oberkommandierende im Rheinland nach Paris gebeten worden sind.

Locarno ai« Vorläufer

London, 20. Oktober. (Eigene Drahtmel- bung.) Churchill sagte in einer Red« über den Vertrag von Locarno u. a., wir find der Ansicht, daß die Lage in der ganzen Welt sich bessern

TschMcheikn geht nach Jaris?

Briand aus eigenen Wegen (Eigener Deadtbertcbt -

* Paris, 20. Oktober.

Eine Nachrichtenagentur verbreitet die Mel­dung: Wir glauben zu wissen, datz'T schitsche- rin Briand den Wunsch ausgedrückt hat, mit ihm zu verhandeln. ES sei also möglich, daß et demnächst nach Paris komme. Es wird berichtet, daß Krassin heute nach längerem Auf, enthalt in Moskau nach Paris zurückkehre.

*

Mchirauen in Moskau.

Berlin, 20. Oktober '^Nrirm"elegramm ' Nachrichten aus Moskau lassen erkennen, daß das Abkommen von Locarno als entscheidender Sieg der englischen Diplomatie betrachtet wird. Die 3ftt>eftia erklärt, daß eines der Ergebnisse von Locarno die Isolierung Polens sei, Nach der Prawda wird der deutsche Paktab­schluß und Deutschlands Eintritt in den Völ­kerbund die Beziehungen schwierig gestalten.

Der gMckUche Skeaer.

Wenn Chamberlain heute heimkehrt ...

(Eigener -^rahtbertchi.i

Rotterdam, 20. Oktober.

AuS London wird gemeldet, daß Lloyd Ge­orge den Vertrag von Locarno als einen Schritt auf dem Friedenswege vorwärts genannt habe. Chamberlain hat nunmehr auch ein Glück­wunschtelegramm des Königs erhalten. Man rechnet damit, daß ihm bei seiner heutigen Rückkehr nach London ein großer Emp­fang seitens der Behörden zuteil werden wird.

*

<£ßamt>erlan verantwortet fl-ft heute

Rotterdam, 20. Oktober. (Privattelegramm.l Aus London wird gemeldet: Heute Nachmittags wird Chamberlain dem Kabinettsrat seinen Be­richt erstatten. Am Abend werden Chamberlain und Baldwin vom König empfangen. Der Chef der englischen Kontrollkommission in Berlin ist nach London berufen worden.

Alte Kameraden in Varls.

Chamberlains Nachlese. Der neue Geist.

(Eigene Drahtmelduna.f

Paris, 20. Oktober.

Chamberlain erklärte bei einem Presseemp­fang: Europa liegt in zwei Lager geteilt. Der Geist der Völker war immer noch der Geist aus der Kriegszeit. Ich habe mit gesagt, daß, wenn dieser Zustand noch einige Jahre anbauern wür­de, das notwendigerweise zu einer Kata­strophe führen müsse. Nun haben wir ein Mittel des Ausgleichs gefunden. Wir haben auf einer herzlichen, sehr festen Entente zwischen Frankreich und Deutschland den Frie­den aufbauen können, weil wir auf dem Fuße der Gleichheit verhandelten. Niemand über­nahm durch die Verträge unerträgliche Opfer. Niemand versuchte, den anderen zu betrügen. Es ist notwendig, daß die Abkommen von Lo­carno durch die Völker ratifiziert werben- Sein Aufenthalt in Paris wolle vor der Welt bestätigen, daß die

Grundlage die Entente corbiale bleibe, die vertrauensvoll zwischen Paris und London gewährleistet sei. Das Abrüstungspro» blem habe der Völkerbund in die Hand genom­men. Grundsätzlich sei man übereingekommen, daß eine Abrüstungskonferenz früher zusam­mentreten werbe, als bies ohne bic Konferenz von Locarno möglich gewesen wäre.

Wenn der Pakt in Kraft tritt

Der RäumungStermin Chamberlains Werk.

(Privat-Telegtamm)

Berlin, 20. Oktober.

AuS Paris wirb gemeldet: Außenminister Briand wirb vor bet französischen Kammer be­deutsame Erklärungen abgeben. Man geht in der Annahme kaum fehl, daß die Besprechungen, die Briand mit Chamberlain hatte, die A b» änberung der Rheinlandbefatzung

Kein Widrrfprutv In Ram

Zürich, 20. Oktober. (Privattelegramm.') Bus Rom wirb gedrahtet: Mussolini hat gleich nach feiner Rückkehr eine Sitzung deS Ministerrats anbernumt. der das Ergebnis 6er Locarnocr Konferenz im allgemeinen gebilligt hat.

Wie das Volk urteilt.

. Spreu und Weizen im Locatnovetttag (Privat-Telegramm.»

Berlin, 20. Oktober.

Die Rechtspresse erkennt an, daß manches in Locarno erreicht worden fei. Manche« fei jedoch ! zweifelhaft und sogar unbefriedigend. ES bleibe abzuwarten, ob und inwieweit die Gegenseite sich bereit gezeigt habe, den deut­schen Forderungen hinsichtlich der Rückwir­kungen des Vertrages von Locarno nachzu­kommen. Ein Blatt unterstreicht, daß die Schiedsverlräge nach dem deutschen Sq» st em entworfen wurden. Unbefriedigend gelöst sei die Frage des Kündigungsrechtes und auch die Erklärungen hinsichtlich des Ar­tikel 16 könnten nicht genügen. Die schwer­sten Bedenken äußert ein Blatt hinsichtlich der Regelung- des Artikels 16, der sranzSsi scheu Ostgarantie, die indirekt in den Ver tragSkomplex hineingeschmuggelt werben könnte und des französischen Einmarschrechtes. Im Gegensatz dazu bezeichnet ein Rechtsblatt die Frage des Artikels 16 als ausreichend bereinigt. Der Verzicht auf deutsches Land sei beseitigt, denn der territoriale Status quo im Westen dürfe zwar nicht durch militärische Maßnahmen abgeönitert werden, jedoch seien diplomati­sche Mittel der Idee nach nicht anSgeschlos fett. Auch StrefemannS Organ weist daraus hin, baß eine

Aenderung des Versailler Vertrages auf friedlichem Wege

nicht ausgeschlossen fei. Das Zentrumsblatt be­tont: Locarno hat den Beweis erbracht, daß Deutschland wieder a'8 Weltmacht gewertet Wirb. Ein bemokratisches Blatt unterstreicht vor Mlem die englische Garantie des Rheinpaktes. Der Rheinpakt sei die magna charta des künftigen Gemeinschaftslebens der Völker Europas. Der Vorwärts betont: Es wird der Gedanke des dauernden Friedens durch Locarno in einem Maße verwirklicht, der alle Wünsche einzelner Vertragsmächte für die Zu­kunft weit in den Hintergrund treten lasse.

Auf London vertröstet.

Chamberlain, Köln und Locarno in Paris. (Eigener Drabkvericht >

Paris, 20. Oktober.

Briand erklärte gestern abend Pressevertre­tern über die Unterredung zwischen PainlevL, Chamberlain und Briand: Was die Umgrup­pierung der Truppen im Rheinlande betrifft, so wird es Hauptaufgabe der Londoner Konfe­renz fein, sich hiermit zu beschäftigen. Wir ha­ben Painleve über Locarno verständigt. Frank­reich hat in Locarno keines feiner Rechte aufge­geben. Wir können die Ergebnisse als wahr­hafte Förderung des Weltfriedens bezeichnen. Chamberlin reich heute vormittag um zehn Uhr nach London weiter.

Machte ebenso!

Abrüstung nach Deutschlands Vorbild.

(Privat-Telegramm.)

London, 20. Oktober.

Die Entwaffnung Deutschlands bietet, wie ein Blatt sich auSbrüdt, der gegenwärtigen Ge­neration eine Gelegenheit zur Abrüstung, die sobald nicht wiederkehren werde. Sie könne nicht an dauern, wenn andere Staaten unbe­grenzt weiter rüsten. Wenn aber die übrigen das freiwillig täten, was man Deutschland aus- gezwungen habe, so könne die Entwaffnung ein dauernder Zustand werben. Wenn jetzt ein Vor­schlag aus dem Weißen Hause kommen sollte, so dürste er nicht mit einer kalten Dusche in Paris empfangen werben. Es sei noch nicht klar, ob die Entwaffnung durch den Völkerbund, ober unter Mitwirkung Amerikas erreicht werbe.

Auf nach Kamerun.

Wie wir unfere zweite Heimat wieberfanben.

Von

Hermann Dcgenharbt-Witzenhauseu.

Da »ach Abschluß d« Locar»o-Ko»fere»z bi« Uebergäbe vou UolouialutaiWaleu durch ben Völkerbund au Deutschland aknt geworden ift, werden die folgenden TagebuHblätter starkes Interesle erwecke», die die RÜckkebr deutscher Ansiedler nach Kamern» n»6 die Ldl-dcrieheus- ireude der schwarze» Deutscheusreuade schUberu.

Schon im Jahre 1914 übernahm die engli­sche Regierung bie Verwaltung bei Plantagen, die bis bahin alljährlich ungeheuer vergrößert worben waren unb auch erheblichen Nutzen ab- warfen. Doch siehe, in 1924, nach zehnjähriger Ar­beit, Entschlossen sich bie Engländer, alle deutschen Plcmtagenbettiebe durch öffentliche Auk­tion in London meistbietend zu versteigern unb . . . auch deutsche Staatsangehörige als Käufer zuzulaffen. Ende November 1924. Bei der Auktion in London Wurden deutscher­seits saft alle größeren Plantagen im Norden Kameruns zurückgekauft. Der deutsche Trieb zur Kolonisation, nicht unterzukriegender Hanseatengeist und Hilfe von mancher Seite hal­len dies ermöglicht. Grausamer Witz der Welt­geschichte sah es mit an. wie alte deutsche Kul- lurpioniere ihr Eigentum, ihr Lebenswerk, bie Arbeit vieler langer Jahre

zurückkauftm, um cs zu besitzen.

llnb boch wicber Freude ohne Ende, das Land wieder sein eigen nennen zu dürfen. 10. Februar 1925. Ein schmuckes Schiss, mit den stolzen Far­ben der Woermann-Linie, die .Wahehe", verläßt, den Hamburger Hasen. Auf der Kommando­brücke Jversen, der brave, alte Kapitän, der ein Menschenalter fast unsere Kolonisten hinaus zum schwarzen -Erbteil brachte. Wie strahlen sei­ne Augen, baß er es noch erleben bars, aufs neue beutsche Kolonialarbeit in Kamerun zu se­hen. Längst toieber befährt er mit feinem Schiff bie westafrikanischen Gestabe, aber heute ist ein Tag von befonberer Bebcutung. Unten im Schiss Männer, alte unb junge, bie mit echtem beut» schon Geist hinausziehcn, um toieber Zeügnis abzulegen von deutschem Fleiß und deutscher Tüchtigkeit. Auch deutsche Frauen schien nicht, di« ihren Gefährten in dasalte Neuland" fol­gen, denn auch sie wollen nicht zurückstehen, jetzt, wo es gilt, alte Kräfte einzusetzen. Freue dich Deutschland, dieser Söhne und Töchter. Wie jugendfrisch hat der greife Papa Weiler, der schon vor fünsunddreißig Jahren denselben Weg gefahren und draußen in Kamerun so viel ge­schaffen hat, trotz seines Alters es sich nicht nehmen lassen, den Nachwuchs selbst hinaus zu bringen. Und mit ihm so mancher alte Kameru­ner; auch den Namen Woermann sieht man zweimal unter Den Kolonisscn. Eine Frage schwebt unausgesprochen aus aller Lippen: Wie mag bie Zukunft werben, wie mögen sich bie Engländer zu uns stellen, was werben bie Ein­geborenen sagen? 11. März 1925. Bei TaacS- grauen nähert sich unser Schiss, bieWahehe" ber Kameruner Küste. Scbwarz, von Wolken bedan­gen, ist ber Himmel unb währenb ein

Tornabo mit Donner unb Blitz

über das Meer dahinbraust, sinken bie Schatten der Nacht, Viktoria mit ben vorgelagerten Inseln kommt in Sicht, ber Himmel hellt sich auf, ber Kamerunberg mit seinem klotzigen Massiv taucht aus Nebelschleiern hervor unb als bieWahehe" vor Anker geht, steigt bie Sonne glückverheißend aus dem Urwald empor. Bis zum Gipfel glänzt golden der Berg im Morgcusonnenstrahl und grüßt Deutschlands Kinder, bie seinen Bo­den wieder bearbeiten werden. Flinke Barkas­sen und Boote kamen heran. Englische Beamte, der Einwanderungskommissar, Sanitätspolizei usto. gehen an Bord. Doch nun kommen auch SRegeran Bord. Ein Victoria-Mann in der Uniform eines englischen Zollbeamten, klettert am Fallreep empor, stellt sich hin unb ruft:

Herzlich willkommen, ihr deutsche Herren", in klarem, guten Deutsch. Unb nun kommen mehr, ein Hin unb Her. ein Fragen unb Ant­worten all' bet braven Schwarzen. LanbungS- brücke unb bet näckiste Weg voll von Schwatzen. Guten Tag, guten Tag, willkommen", tust's von allen Seiten,Herr, ich macht bei bir arbeiten, nimm mich als Koch, als Boy," usw. Freude auf allen Gesichtern. . . Die einzelnen Deutschen streben ihren uorläuftpen Wohnungen zu und werden vou allen Seiten wieder unb immer toieber begrüßt; wohin man sah, fröhliche Neger ge sichtet. Alles kam unb fragte um Arbeit. Deutfch geschriebenen Lebenslauf, beutsche Zeugnisse ihrer früheren deutschen Her­ren. bie sie sorgsam aehütet hatten, in ber Hand, drängten und schoben sich auf Schritt unb Tritt bie Eingeborenen heran.O wie freuen wir unS,