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Kasseler Neueste NackMtm

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Sonntag, 18. Oktober 1925

Europas Zukunft in neuem Licht

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Wir»

würden, so werde doch der Kampf weitergehen, denn Severing verkörpere den Niedergang des Preußftchen Slaaies.

Denn auch da« Kind In der Krippe von Lo­carno wird uns die Erlösung nicht bringen kön­nen, solange der Moloch von Versailles mit Kriepsschuldlüge, EntwafsnungS- und Dawes- fesieln vor den Loren der deutschen Heimat baust, solange man sich nicht zu der Erkenntnis durchgerungen hat. daß di, vorgespiegelte Gleichberechtigung nicht bloS gesellschaft- sicher und moralischer, sondern vor allem p o- litt scher Natur sein muß, wie sie dem am höchst kultivierten Sechzig, und mit Oesterreichs Staaten Hundert-Millionenvolk Europas an­steht und solange vor allem nicht von den Her­zen der eigenen Volksgenosien die heilige Flam- me der Schicksalsverbirndenheit, der helfenden, verzeihenden, schöpferischen Bruderliebe über alle gemeinsamen LebenSnöte hinweg Besitz er­griffen hat. Wie töricht, sich um äußerer Sym­bole eines neuen Lebensgefühls, um des äuße­ren Schaugepränges unverdrossener Jugend willen, so oder so. zu verdächtigen, zu vcrun- glimpsen oder gar ... die Schädel einzufchlagen. Ter Ton macht die Musik und der Kern die Nuß. Jeder menschliche Enthusiasmus ist letz­ten Endes göttlichen Ursprungs und tränt sein Gesetz in sich selbst, wie die Sonnen und Pla­neten ihr Licht und ihre Finsternis in sich tra-

GlWands Beifall

Locarno als Unterpfand der Zukunft.

(Eigener Dravlverichl.»

London, 17. Oktober.

DaS Ergebnis der Konferenz von Locarno wird von der Presse allgemein begrüßt. Locarno könne ein neue» Kapitel der Weltgeschichte eröffnen. In einem Blatt heißt es: Gewisse Seiten des neuen Pakte« können zweifellos als Gewinn angesehen werden und dafür verdient ChamerblainS gewiß GeburtStagSglück- wünsche. DaS Blatt erinnert an die Ent­täuschung des Abschlusses der Entente Cordiale 1903 und schließt: Sollte der Argwohn, das Eng­lands Ziel in Locarno die Isolierung der Sowjetunion gewesen fei, ungerechtfertigt fern, so wird der Pakten großer Gewinn sein.

Briand hat es e refemann versprochen

Halb Inb-l, halb Trauer.

Der erste Eindruck in Pari». (Privat-Telegramm.)

Pari«, 17. Oktober.

Zum Abschluß der Konferenz schreibt Sena- wr Robert de Juvenel: Alle erkennen in den abgeschlossenen Verträgen den Schutz für ihre bänder. ES wird sich als» infolgedessen nicht um einen Waffenstillstand, sondern um den all­gemeinen, endlich geschaffenen Frieden handeln.

Die große Attacke.

Minister Severing wehrt sich seiner Haut. ' Der Sturm oon rechts. Rechtkrrtisung des Miuitzers aus dir schwer«» Borwürse. e«oe« finss PolcuvoUrik. - Ein Ordnungsruf. - Die f<6k<6t beiabltc Schupo. Hirtsiesrr »ad BöUiiÄe.

Das neue Gesicht.

Als der Vertrag von Locarno unterzeichnet war.

Tatsächlich ist nun Chamberlains 62. Geburts­tag mit der Unterzeichnung desVertrags von Locarno" ein Merkstein der Weltgeschichte ge- worden. Wenn auch der Westpakt bereits in seinen Grundzügen s-ststand, so war in letzter Stunde doch durch Polens anmaßende Garantie- forderungen und Brtands verdächtiges Auswei­chen vor Zugeständnissen in der Rheinlandfrage so viel Zündstoff angehäuft worden, daß der durchschlagende Konferenzersolg abermals ernst­lich gefährdet schien. Aber Luther-Stresemanns Zähigkeit haben nun scheinbar selbst den vielge­wandten, hartgesodenen Briand nachgiebig ge­stimmt, sodaß ei, wie heute morgen verlautet, tatsächlich die Räumung Kölns unter ge­wissen Entwaffnungsklauseln und eine beträcht­liche Verminderung der Besatzungstruppen zu- blliigte. Auch soll Deutschlands Gleichbe- rechtigung im Flugverkehr, die Freiheit der Rheinschifsahrt und ein Parlament für das Saargebiet grundsätzlich gewährleistet sein.

Wie wir hören, beurteilt man das Ergebnis der Konferenz in Berliner Regierungskreisen durchaus günstig, zumal es der deutschen Dele­gation gelungen ist. einen wesentlichen Teil der deutschen Forderungen durchzusetzen. Im ersten Augenblick wird man allerdings den vorüber- <

Briand aw Prophet.

Ein neues Europa durch Locarno.

(Eigener Sonderbericht.)

Locarno, 17. Oktober.

Briand hielt in der Schlußsitzung folgende Rede: Ich vergesse nicht, daß das deutsche Me­morandum vom 9. Februar dcr Ausgangspunkt unsrer Arbeiten und dieser Tat war, der ich metne Anerkennung zolle. Ich habe soeben die Verträge und Abmachungen paraph.ert, die in Locarno vorbereitet sind. Damit ist mein Mandat zu Ende. Wenn wir jetzt jeder in sein Land zurückgckrhren würden, indem wir es dem glücklichen Zufall überließen, die Ver­sprechungen. die der Vertrag enthält, zu realisie- een, hätten wir nur eine leere Geste gemacht. Wenn diese Geste nicht den Anlang einer Epoche des Vertrauens und der Zusammenarbeit be­zeichnet, wird sie nicht die großen Folgen zeiti­gen, die wir von ihr erwarten. Von Locarno muß ein neues Europa anheben.

Vor öer RMlmuna z Mnö?

Chambrrlain bei Painlevt. Die Umgruppierung.

(Eigene Drahtmeldung.»

Paris, 17 Oktober.

HavaS bestätigt, daß C h a m b e r l a i n sich in Paris wahrscheinlich mit dem Ministerprästden- ten P a i n l e v t treffen werde. Obwohl mau in Locarno für Köln noch keine Verpflichtungen elngegangcn sei, lptbe sich das Kriegsministerium schon mit der künftigen Umgruppierung der Nhcintruppcn beschäftigt, die eventuell, falls Ji englisch^ .Truppe» ihre Zone verlassen, »je- sen abgetreten werden können. Chamberlain soll den Standpunkt der französischen Negierung in dieser Hinsicht erforscl»en, um später eine Ver­ständigung zwischen den Gcneralstübrn Herstellen zu können. Laut Pressenotiz soll an der Un- terredung Marschall Foch und fein General­stabschef oder dessen Vertreter tcilnehmen.

und Toleranz gegenüber den! Ein anderer Artikel lautet: Stehen wir wirklich Violen einer Menschenseele tst dte vor dem Beginn jenes wahren Friedens den da? Staatsbürgers, solange man uns mit Ueberzeugung ankündigt, die bei

das Volksganze dabei keinen Schaden nimmt, den deutschen Delegierten aufrichtig scheint? Wir blt eltoä6tte^ Bolksverlre- wünschen, daß die Fortsetzung der Ereignisse die ter und Obrigkeit zu wachen. Denn nur au8ien'-**v " - - -- - - - -

den Spannungen der Gegenpole, dem Anprall, den Reibungen der Geister und Ideen springen die göttlichen Funken auf, die vor einem ganzen Zeitalter als Wegweiser und Sterne aus dem Morgenland Voranschweben. F. R.

Lorbeer um die Stirnen.

Banderveldes Dank an die BLter dcS Vertrags. (Privat-Telegramm.)

Locarno, 17. Oktober.

Vandervelde gab zum Schluß die Erklärung ab: Jeder unter uns ist glücklich und stolz an dem soeben vollzogenen Ereignis teilgenommen zu haben. Man kann nicht iiachdrültitch genug dcr klarfehcnden Loyalität eines Chamberlain, den nachdrücklichen Friedenswillen eines Briand. der juristischen Wissenschaft eines Scialoja und - ich möchte hier noch ganz besonderes Gewicht darauf legen dem entschlossenen Mut Aner­kennung zollen, mit dem die Herren Luther und Stresemann die wahren und dauern­den Interessen Deutschlands gegenüber denje- mgen threr Landsleute, die mehr auf die Ver­gangenheit al« auf die Zukunft sehen, ui »er- ffiblaen gewußt haben. Unser Antrieb war die Sehnsucht der Völker nach gegenseitiger An uaherung und nach Frieden. Ich bin hier der einzige, der den Vertrag von Versailles unter- zeichnet hat Von morgen ab, sagte Bander- oelde. wird Zutrauen und moralische Entwaff­nung eintreteu. Herr Strescmann hatte, indem er diese Datsche festste«»«-.nS von seinen Hoffnungen gesprochen. Ich biete auch meiner« eit§ das Pfand guten Willens dar.

Einzelnummer 10 Ps.. Sonntag» 15 Pf. 15. Jahrgang

wiederum dir Aussagen der Vorredner und de» Abg. Klimas (Pole). Der Minister lehnt bie kleinlichen Unterdrückungsmaßnahmen gegen di- Polen, ab Diese erzeugten nur polnische R p r e s s a l i e n und seien in jeder Hinsicht____

tungsloS _9t ad) dem Ausspruch veS Abg. Heil, m a n n (Soz.), daß der Abgeordnete Schlange- LchonIngen bewiesen habe, daß eine Schlange auch ein Schwein sein kann, wird der Redn-r zur Ordnung gerufen. (Die Deutschnationalen verlassen den Saal und kehren erst nach der Rede zurück). Ein Regierunasvertre- t e r nimmt auf eine Anfrage den Standpunkt em, daß körperliche Nacktheit im Film nur geeignet ist, entsittlichend zu wirken, wenn die Absicht, die Lüsternheit tu erregen, gegeben let. Abg. B e r k (Dtnl.): Es gebe im Staate keine andere Beamtenschaft, die so mangel- b a f t bezahlt werde und so wichtige Dienste zu leisten habe wie der Schupo, und der Mi­nister wolle die Wünsche der Beamten bewußt nicht befriedigen. Minister Hrrtsiefer er- klärt, daß die Behauptung, er sei in Wien in total betrunkenem Zustande gesehen worden, eine ehrlose Lüge und Verleumdung sei. Darauf gibt der Abg. G i e - leler bekannt, daß der Vorfall noch den Be- seler bekannt, daß der Vorfall laut Polizei- bericht sich wie geschildert zugetragen habe.

Im preußischen Landtag führte beim Haus­halt dcs Innenministers Abg. G ie seler (Völk.) aus, daß die Ursachen des Konfliktes zwischen Regierung und den rechten Parteien das internationale Großkapital sei. Abg. Schlange-Schöningen (Dtn.) erllärt, niait Severing habe Preußen im Jahre 1923 vor dem Abgrund bewahrt, sondern Helfserich und Sreckt »eien es gewesen, die den wirtschaftlichen Zu-

Minister Severing erklärt, daß er die deutsch- völkiscknn Behauptungen, u. a. er, Severing, habe zweitausend Kommunisten In die Polizei eingestellt, keiner Antwort würdigen werde. Auch die sranzosensreundlichen Verdächtigungen lehnt Severing ab. Mit der Mittelstandspolitik der rechten Parteien sei die Wirtfchastspartei ebenzo unzufrieden wie mit der des Ministers. Tie vaterländischen Verbände hätten nie etwas getan zur Sanierung und Festigung des Vaterlandes Seine Stellung gegen die militärischen Organisationen habe der Siinifter ü£n !<*« $n Uevereinstimmung mit allen Behörden eingenommen Nicht der Gene- r al Sreckt, sondern die deutsche P o l i z e i vcb-1 1923 bie Ordnung wiederhergestellt . Nach kurzen Ausführungen des Abg. Prelle CS. Vg.) weist Abg Beuermann (Vollsp.) darauf hin, daß bet Minister mehr als bisher seine Anfmerksamkeit der Ostmark und in», besondere den Wohnungsverhältnissen in Schle- sien zuwenden müsse.

Minister Severing berichtigt

Eoolidges Riän? reifen.

Abrüstungskonferenz in Sicht.

(Eigener Drabibericht.i

Paris, 17. Oktober.

Rach einer Meldung aus Washington nimmt man in offiziellen Kreisen an, der Ab- lchluß in Locarno werde die Verwirklichung einer Abrüstungskonferenz beschleunigen. Es könnte wohl auch der Haag oder ein anderer, ben europäischen Rationen genehmer Ort für eine derartige Konferenz in Frage kommen. .

SWtitttmet' 244. Einzelnummer Iss Pf. Sonntags 15 Pf.

gehenden Eindruck haben, als feien in den po­litischen Nebensragen, Artikel 16 der Völker- bundssatzungen und über die Rückwirkun- gen des Paktes auf die Rheinlandbesatzuug nut sehr geringe Konzessionen gemacht worden. Die Berliner Regierungsstellen weisen dagegen mit besonderem Nachdruck aus die ge­stern abeno herausgegebene ofsiziellr Mitteil'-no hin, aus der hervorgeht, daß über diese beiden Fragen noch weitere Beratungen erfol­gen werden Diese Verhandlungen werden schon in aller Kürze eingeleitet, sodaß begründete Hoffnung vorhanden ist. bis zur endgültigen Unterzeichnung des Vertrages eine befriedi­gende Lösung zu finden. Durch die so un­erwartet eingettvssene Nachricht von dem Ende der Konferenz ist zweifellos in politischen Stei­fen eine Verwirrung eingetreten, die die deutsche Delegation nach ihrem Eintreffen in Berlin erst wieder einigermaßen beseitigen muß, um eine günstigere Stimmung in der ber­liner Oessentlichkeit anzubahnen.

Außer den erhofften starkenRückwirkun­gen* auf das Rheinlandschicksal wird der Ver­trag nun auch in vielen anderen Neben- und Hauptfragen die Züge in Europas Gesicht verän­dern^ Und wenn der große Faschistenhäuptling mit leinen kleineren Amtsbrüdern Ben eich und Strzynski (Vandervelde hat eine Be­gegnung mit dem Cäsaren ängstlich vermieden) Über die Tagesfragen hinaus die Umrisse des neuen Mitteleuropa entwarf, werden ihre Blicke auch scheu und besorgt die lawinenartige An­schlußbewegung im zerstückelten Oesterreich ge- streift haben, die eben erst wieder im Äaftonal- rat gegen den deutschfeindlichen Außenminister M a t a j a angelaufen ist. Zwar hat die Regier- rung die hageldicht über dessen Haupt nieder« Prasselnden Hiebe z. T. ausgefangen. Aber der reißende Anschlußstrom wird auch diesen En- tentefeffen bald überspült haben. Sein Sturz ist nur noch eint Frage der Zeit. Und dann wird ein Aufatmen durch alle echten deutschen Seelen gehen, deren Glaube an das kommende Großdeutschland als hellster Stern über der Lei» denSnacht nationaler Erniedrigung und Ohn­macht brannte.

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!£, 1 ' * iroriiryung orr <$rcigni|ic Die Worte und die Eindrücke von gestern bestätigt. Die Abkommen können eine neue Hera der Entspannung bringen, deren Folgen ge­waltig fein würden. Aber es ist nötig, daß die Pakte in dem Geiste, in dem sie ausgearbeitet wurden, auch gehalten und angewendet wer­den.Eclair" schreibt: Um unS die Unterstützung Großbritanniens zu bewahren, hat man unserem Lande durch zwei Ministerien zwei Se­rien von Opfern aufcrlegt. Man hätte sich sa- gen müssen, daß der zweiseitige CHarak- ...... uir vvll ,viriimaiulmCn «»,

^ ^«?ma* <^en Instrumentes, das manz sammenbruch abgewcndei hätten. An die Siele WrhrhKttofntC' 6UnS faktisch dieser intimen von Staatsbeamten seien Parteibeamte, an die mi/rVnnfnnf" Die Zweiseitigkeit stelle von Befähigten Unfähige getreten. Aber mit Englaiid stE «ns auf den Fuß der Gl e i ch- wenn auch die Mißtrauensanträge abgelehnt bett mit Deutschland. Dadurch wird nicht der *

Versailler Vertrag verstärkt.

Die Herren Luther und Strcfemann haben mir iefaflt, mit welchen HLsfnungen sie das Werk betrat ifeten, dos hier n»llzogerr ^.:i,rde und i'V haue timett mit 63'lsSbigrr Lotzalitlft erwidert. Zwischen unseren beiden Sänken bestehen noch schmerzliche Punkte. Der hier unterzeich­nete Pakt muß ein Balsam auf diese Wunden fein. Aber auch ich darf mich so wenig wie Herr etrefemann in gewissen Gegenden seines Landes desinteressieren. Den Vertretern Frankreichs wird es am Herzen liegen, sobald wie möglich dafür zu sorgen, daß zu unserem Teil die Be­dingungen erfüllt werden, die zwischen unseren Ländern eine Politik weitgehender Entspannung und, wie ich hoffe, auch eine vertrauensvolle Zusammenarbeit ermöglichen werden. Dann können wir. wenn erst die noch zu regelnden Fragen geregelt sind, gemeinsam auf allen Gebieten arbeiten, um je neS, unser Ideal, eines neuen Europa zu ver­wirklichen, da« seiner Zivilisation und Vornehm­heit treu bleibt. Ich hoffe, daß un'ere beiden Länder bald die Wohltaten dieser Politik merk-n werden, und daß wir ?.ld die glücklichen Wir­kungen des Schriftstückes verzeichnen können, daß wir soeben paraphiert haben.

Locarno, 17. Oktober. 2aut Pressenotiz war bte gestrige Unterhaltung zwischen Dr. ©treje« mann und Briand den sogenannten Rück» wirkungen der Konferenz gewidmet. Ein vollkommenes Einvernehmen wurde auch über diese Fragen erzielt. ES wird ver- siche«, daß schon in den nächsten Wochen Vor- kehrungen in den Rheinlanden getroffen wer­den, die zeigen werden, daß es sich um wirkliche Verpflichtungen handelt. Andererseits müssen die Staatsmänner ihre Entschlässe in vollem Umfang vor ihren Parlamenten verantwonen.

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Die Deutschen reifen beute ab.

Locarno, 17. Oktober. (Privat-Telegramm.) Noch einer Meldung unseres Sonderberichterstat- ters wird die deutsche Delegation am Sonnabend nachmittag mit Sonderzug Locarno verlassen.

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Bedenkliche Geschäfte.

Streiflichter auS dem Zitzewitz-Prozeß.

Berlin, 17. Oktober.

Im Kreditprozeß sagte der Zeuge Joffe meist auf liddisch aus, daß er, nachdem Etzdorf uttb Konsorten ihn vergebens um ein Darlehen von etwa achtbunderttausend Mark angegangen hatten, an Carlowitz eine Perlenkette von zweitausend fünfhundert Mark verkaufte, die für oessen .Freundin' angeschast wurde. Carlowitz hat dafür noch heute tausend Mark zu zahlen. Von der L. P. A. ist nach Aussage des Zeugen die Bank für wertbeständige Anla­gen mit rund siebenundsechziglausend Mark be­lastet worden. Ein Gegenposten fehlte. Ter Zeuge hatte daS Gefühl, als ob diese Bu- ckung nicht ganz zu Recht bestände und teilte das auch LüderS mit. Daraufhin sanden zwischen den Direttoren der beiden Banken Verhandlun- gen statt und es ward- auch ein Brief geschrie­ben, der jedoch unter Verschluß gehalten und später zerrissen wurde Hieraus ergibt sich der Verdacht, daß diese Buchung absichtlich falsch vorgenommen worden ist, um ben Ver- lüft bet Schappach zu verdecken. Dieser Ver­dacht wurde auch durch die Vernehmung des Di­rektors Dr. Golzen so ziemlich bestätigt. Ltadtrat Schmidt-Stettin bekundete, Lüders