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Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 242. Einzelnummer IN Pf., Sonntags 15 Pf.

Freitag, 16. Oktober 1925

Einzelnummer 10 Pf., Sonntag? 15 Pf. 15. ZaHkgattg

Der Westpakt soeben abgeschlossen.

ien. Sie en einen

folg angegriffen werden kann, und zwar in Asien. Der außerordentliche Triumph, den die antienglische bolschewistische Politik jetzt in China feiert, ist ja Beweis genug dafür. Für den Angriff aus Moskau, für den man sich auf der englischen Seite zunächst die Form der Wirtschaftsblockade als geeignet denkt, ist es notwendig, die direkten und indirekten Anlieger Rußlands im Westen in eine Ein­heitsfront zu bringen und dazu wiederum er­scheint es als unumgänglich, daß Deutschland nicht abseits vom Völkerbunde steht.

Die englische Regierung weiß genau, wie kritisch die Lage der industriellen Staatsbetriebe in Rußland ist, und sie weiß, daß jetzt nicht mehr viel dazu gehören würde, von der indu­striellen Seite her die Sowjetmacht in eine böchst gefährliche Lage zu bringen. Bei dem Kampf um den Artikel 16 handelt es sich auch keineswegs nur um das immer wieder heran­gezogene Durchmarschrecht, sondern auch um die hiermit in enger Verbindung stehende Pflicht , der Völkerbundsmilglieder, gegen einen Staat, den die Acht des Völkerbundes trifft, mit ge­meinschaftlichem Wirrsckaftsbopkolt vorzugehen. Wenn dies die Sachlage ist und daß sie es ist, unterliegt keinem Zweifel so sieht man leicht, wie wenig die .Handelsvertrags- und Kre­ditpolitik, die jetzt Deutschland gegenüber den Bolschewisten einschlägt, in die englischen Pläne paßt.

England war eS, das der deutschen Regie­rung die Anregung gab, den Westpakt oorzu- schlagen. Zum Teil sollte dadurch eine deutsch- französische Entspannung herbeigeführt werden, war natürlich auch eine Erleichterung für Eng­land bedeutete. Zum Teil aber und dies Motiv war wohl das stärkere sollte aus die­sem Umweg Deutschland endlich in den Völker­bund gebracht werden. Der Schwerpunkt dabei lag, wie eingangs schon angedeutet, in dem be- dingun gslosen Eintritt, denn nur in dem Fall konnte der englische Plan gedeihen, Deutschland ohne weiteres mit in eine anti- russische Front zu bringen. Rußland aber eröff­nete eine Gegenoffensive. Es sah wohl, wie starke Gründe Deutschland hatte, den Paktge- danken weiter zu verfolgen, und als Preis da­für, daß es nicht den formellen Bruch mit uns vollzog, wenn wir nach Lovarno gingen, ver­langte es den Hundertmillionenkredit und den

Einsatz und Gewinn.

Der Kampf um Deutschland in Locarno.

Von Dr. Paul Rohrbach.

Es sei einmal abgesehen von den Tagesmel­dungen aus Locarno. Was dort vor sich geht, ist nicht nur der Kamps Deutschlands um ein oder zwei Schritte Raum für den Beginn der Wiederaufrichtung, sondern es ist in noch höhe­rem Maße der Kamps der anderen um Deutsch­land. Die beiden Paare von Gegenspielern, die sich gegenüberstehen, sind das eine Mal Deutschland und Frankreich, das andere Mal Rußland und England. Soweit England in dem Kampf um den Artikel 16 als der franzö­sische Sekundant erscheint, stebt gleichfalls Die gegen Rußland gerichtete englische Politik im Hintergrund, und dasselbe ist der Fall, wenn Frankreich und England eine Linie in der

Forderung verfolgen, daß Deutschland in den Völkerbund hinein soll. Vor einem Jahr stürzte in England die Regierung Romsay Macdonalds über dem Vorhaben, mit Sowjetrußland einen Handelsvertrag abzuschließen. Eben dasselbe, was den Bolschewisten in England mißglückte, ist ihnen jetzt in Deutschland gelung, haben den Handelsvertrag, und sie habe.........

Beschaffungskredit von hundert Millionen Mark von uns. Formell vermittelt eine Bank oder eine Gruppe von Danken den Kredit. Materiell gewährleistet ihn natürlich die deutsche Regierung.

Die Russen haben versprochen, da? Geld in Dollars in Newhork zurückzuzahlen, sobald sie die diesjährige Getreideernte realisiert haben. Er fragt sich, wozu sie das Geld brauchen, und zwar so eilig,. Die Antwort daraus gibt das Buch eines Holländers, in dem es heißt: Nach dem Urteil guter Kenner der Industrieverhält- niffe in der Sowjetunion muß in absehbarer Zeit ein Zeitpunkt eintreten, wo nur ein ge­waltiger Import ausländischer Maschinen und Reserveteile die Industrie wieder aus die Beine bringen tann.* Dieser Zeitpunkt, den der Ver­fasser bei seinem Besuch in Sowjetrußland (vor anderthalb Jahren) voraussah, ist jetzt eingetre­ten. Die Not war schon dringend, als man im vorigen Jahr den Kredit in England zu erhal­ten hoffte. Sie ist jetzt noch weiter gestiegen, und die deutsche Anleihe soll die Rettung brin­gen. Den prinzipiellen Zusammenhang der Dinge muß man sich so vorstellen, daß die Sow­jetregierung eine umfassende aufs Ganze ge­richtete Aktion Englands gegen den Bol­schewismus erwartet. England ist, wie wir im­mer betonen müssen, die einzige große Macht, die von den Bolschewisten mit Aussicht auf Er-

Unterzeichnung am morgigen Freitag.

Chamberlains Geburtstag als Gedenktag der Weltgeschichte.

L o e a r n o, 15. Oktober. (Eigener Sonderbericht.) Zn der heutigen achten Vollsitzung wurde der gesamte Text des Entwurfs eines Sicher, heitspaktes, sowie die Texte der Entwürfe von Schiedsverträgen zwischen Deutschland-Frankreich bezw. Deutschland-Belgien angenommen.

Loearno, 15. Oktober. (Eigener Sonderbericht). Wie die Schweizer Agentur meldet, gab Chamberlain der Hoffnung Ausdruck, daß der morgige Freitag, sein Geburtstag, die Unterzeichnung der Abkommen oringen wurde, die derVertrag von Loearno" genannt werden würden.

Locarno, 15. Oktober. Unser Sonderbericht­erstatter meldet: Die gestrige Vollsitzung gab zu neuen Einzelberatungen Anlaß. So .iahen ge­stern nachmittag der Reichskanzler und der Mi­nister Dr. S t r e s e m a n n den tschechischen Au­ßenminister B e n e s ch bei sich. Weiter konferier­ten Staatssekretär v. Schubert mit dem ita­lienischen Gesandten in Wien Boordenaro und der britische Außenminister Chamber­lain mit S e t a l o j a. Die Besprechungen der Juristen galten der Entwerfung der W e fi­sch i e d S v e r t r ä g e. In die Arbeiten an den Ostschiedsverträgen dürfte erst heute eingetreten werden. Die heutige Vollsitzung wird die SchiedSV er träge mit Frankreich und Belgien zu behandeln haben.

Das Fundament ist fertig.

Aber noch kein Abschluß für Ost- u. Wcstverträge (Eigener Sonderbericht.)

Locarno, 15. Oktober.

Unser Berichterstatter meldet: Die juristischen Arbeiten bedeuten im wesentlichen eine Fortüh- ruug der Londoner Arbeiten. Auch für die Schiedsverträge mit den Oststaaten gilt vor­aussichtlich, daß die allgemeinen Grundzü- g e, die jetzt ausgestellt worden sind, n i ch t m e h r umstritten sind. Obwohl gestern die Arbeit der Juristen zunächst nur den Westschiedsverträ- gen halt, die heute in der Vollsitzung behandelt werden sollen, ist dabei der tschechische Ver­treter zugezogen worden. Es ist nicht ausge­schlossen, daß auch bei den Ostschiedsverträgen die juristischen Ententeberater Mitwirken wer­den. Dabei ist festzustellen, daß die Frage der Garantie mit den an sich glatt verlaufenen Arbeiten an den Schiedsverträgcn, als einer po­litischen nichts zu tun hat. Tie Lösung dieser Frage ist ebensowenig wie der Eintritt Deutsch­lands in den Völkerbund noch nicht gefunden.

Kein Widerspruch in Berlin.

Kempners Informationen über Locarno.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 15. Oktober.

Einem Blatt zufolge ist in der gestrigen Si- Suttfl des Reichskabinetts im Anschluß an den Vortrag Dr. Kempners irgend ein formeller Beschluß nicht gefatz t worden. Die Zustim­mung der in Berlin weilenden Kabinettsmit­glieder zu den Darlegungen des Staatssekretärs habe sich nur aus dem Verlauf der Diskussion und ferner daraus ergeben, daß keiner der Mi­nister Einspruch erhoben habe. Dasselbe gel­te von der Berichterstattung beim Reichspräfi'

denten. Ein anderes Blatt, das ebenfalls her­vorhebt, daß die deutsche Delegation in Locarno auch weiterhin der Zustimmung dcr Übrigen Ka­binettsmitglieder sicher sei, teilt mit, datz die Stimmung durchaus dafür gewesen sei, mit al­lem Nachdruck für die D ur chs e tz u n g der deut­schen Forderungen in den sogenannten Re­benfragen voll und ganz einzutreten.

Der Vfahl im Fleisch.

Graf Sforza gegen den Polnischen Korridor.

(Eigener Sonderbericht.)

Rom, 15. Oktober.

In einem Artikel führt der ehemalige Außen­minister Gras Sforza aus: Der polnische Kor­ridor ist datz schrecklichste Geschenk, das jemals einem Staate gemacht worden ist. Außer Frankreich haben das auch alle anderen Regie- rungen eingesehen. Eine Großmacht wie Deutsch­land kann sich unmöglich auf die Dauer ihr Gebiet in zwei Teile schneiden lassen. Es handelt sich darum, Frankreich von einer solchen Unmöglichkeit zu überzeugen, damit ohne sofor­tige Gebietsabtretungen die schwersten dadurch hervorgerufenen Schäden abgestellt werden.

Er hat sich's überlegt.

Mussolini in Locarno. Schon weit gediehen? (Eigener Sonderbericht.)

Rom, 15. Oktober.

Ministerpräsident Mussolini ist gestern abend nach Locarno abgereist. Ein Berliner Blatt bemerkt da'U, bisher war betont worden, daß Mussolini sich erst dann nach Locarno bcgcbcn werde, wenn ihm ein positives Ergebnis oer Konferenz nicht mehr zweifelhaft' erscheine Seine Abreise in diesem Augenblick ist daher als Symptom für die Beurteilung des nunmehr erreichten Standes der Dinge von Bedeutung. Tic faschistischen Zeitungen behaupten, daß Mussolini in Lucarno die letzten noch bestehen­den Differenzen zwischen Deutschland und den Nstststaaten endgültig beseitigen werde.

Kanzler und BürgermeMer.

Eine Sympathiekundgebung in Minusio.

(Eigener Drahtbericht.)

Locarno, 15. Oktober.

Unser Sonderberichterstatter meldet: Der Bürgermeister der Gemeinde M t n u f i o, in der das Hotel Esplanada, der Sitz der deutschen Delegation sich befindet, hat gestern nachmittag mit zwei Begleitern dem Reichs­kanzler und dem Reichsaußenminister einen B e- such abgestattet. Dabei überreichten sie zwei prächtige Blumenarrangements und ein Schreiben, in dem hie Gemeinde Minusto ihrer Freude über de» deutschen Besuch Aus­druck gibt und für den weiteren Aufenthalt die besten Wünsche ausspricht. Der Reichskanzler entgegnete mit herzlichen Worten.

Handelsvertrag. Aus jeden Fall sind die Rus­sen derjenige Teil, der bisher am meisten ge­wonnen hat, und man kann eine Diplomatie, die in einer derart prekären Lage solche Erfolge zustande bringt, eigentlich nur bewundern!

Auch Städte wollen leben.

Ein Appell an den Finanzminister.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 15. Oktober.

Der Hauptansschuß des Reichsstädtebundes nahm zur Frage des preußischen Finanzaus­gleichs folg. Entschließung an: Infolge der Wirkungen des eucn Finanzausgleichs, der die

Reichssteuerüberweisungen an die preußischen Gemeinden für das zweite Halbjahr 1925 um dreiundzwanzig Millionen und für 1926 um et­wa fünfundsiebzig Millionen her- a b m i n d e r t, wird eine große Zahl dieser Städte nur dann ihre notwendigen kulturellen und sozialen Ausgaben sür die Zukunft erfüllen können, wenn die Ungerechtigkeiten des Reichs steuer - Verteilungsschlüs­sels in den Ländern dahin korrigiert werden, daß jede Stadt aus der Einkommen- und Kör­perschaftssteuer hundert Prozent der Friedenseinnahmen erhält und bei der neuen Umsatzfteucrverteilung für Fürsorge-wockc ein neuer Lastenausgleich zugunsten der über­lasteten Mittel- und Kleinstädte besteht.

Geverlngs Bilanz.

Eine Verteidigungsrede im Landtag.

Neue Vorwürfe von

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eusa «tra­be». Pcrteisar!

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(UUUUH, VWWUUUCIUUH, Ul :». Periosalvolitik »sw. m«ug »ächjtea Donnerstag.

Berlin, 15. Oktober.

Bei der Fortsetzung der Besprechung über den Haushalt des Innenministeriums begrün­dete zunächst Abg. Dr. Leidig den Mißtrau­ensantrag der Deutschen Volkspartei gegen Se- bering. Der Minister des Innern, so führte der Redner aus, hätte die große Ausgabe, alle die Konflikte, die seit der Staatsumwälzung bestehen, auszugleichen. Bei allen seinen Verdiensten aber habe Severing sich nicht über die Schranken feiner Partei erhoben. Er sei kein Koalitionsminister, sondern ein sozialdemokratischer Parteiminister. Abg. Mül­ler-Franken (Wirtsch. Berg.) führt aus, daß der heutige Staat es nicht verstanden habe, in weiten Kreisen des Volkes ein Heimats- kiesühl und eine Liebe zum Staat zu schaffen. Insbesondere der Mittelstand fühle sich be­droht. Wenn der Minister sich für das Volk verdient machen will, bann möge er die Roß­bach- und Stahlhelmleute und daS Reichsban­ner abschaffen. Ubg. Dr. Koerner (Völk.) er­klärt, die Personalpolitik Severiugs sei ein Fut­terkrippensystem. Seine Partei hat

gleichfalls einen Mitztrauensantrag eingebracht. Minister Severing wendet sich alsdann zunächst den Verhältnissen im Ein­bruchsgebiet des Westens zu. Die äußeren Fes­seln sind gefallen, jetzt könne die Arbeit wieder in größerem Ausmaß aufgenommen werden. Der Minister weist den Vorwurf energisch zu­rück, daß er zwecks Auflösung der Vaterländi­schen Verbände mit einem Vertreter Frankreichs eine vertrauliche Besprechung gehabt habe. In Hamburg seien Pläne der Vaterländischen Verbände gesunden worden mit Bemerkungen,' wie man im Falle eines außenpolitischen Kon­fliktes die Arbeiterschaft Hamburgs und Alto­nas durch Hunger zur Dien st pflicht zwingen könnte. Daß so viele Kreise heute mit dem Staat nicht zufrieden seien, das liege eben am verlorenen Krieg und den wirtschaft­lichen Schäden des letzten Jahrzehntes. Ter Minister weist auch wieder auf das preis- treiberische Wirken vieler Kartelle hin. Das Ministerium tue auch hier alles mögliche, um den gewerblichen Mittelstand zu schützen. Barmat habe auch schon im kaiserlichen Deutschland Geschäfte gemacht. In groß m Maße habe die Heeresleitung während des Krieges Einwanderer aus dem Osten hereinge- lassen und heute seien es einflußreiche land­wirtschaftliche Kreise, die sich dagegen wehrten, daß die Regierung die Einwanderungen weiter beschränkte. Ter Minister erklärt, er sei der Zuwanderung entgegengetreten, aber die Landwirtschaft sei für hemmung- loses Hereinlassen polnischer Arbeiter. Der Mi­nister bringt Beweise aus seiner Amtstätigkeit herbei dafür, daß er die schwarz-weiß- roten Farben zu achten bereit sei. Er wäre froh, wenn es keine militärischen Organisa­tionen,

keinen Stahlhelm und auch kein Reichsbanner gäbe. Severing erklärt, nicht gewillt zu sein, den Vaterländischen Verbänden irgend welche Vorzüge vor dem Reichsbanner oder den Kom­munisten zuteil werden zu lassen. Zu dem heik- len Gebiet der P e r s o n a l p o l i t i k führt Se- bering aus, daß in den Jahren 19201923 nie- manb auf dem Posten des Innenministers an­ders hätte handeln können, als es geschehen ist. Es mußten schnelle Entschlüsse gefaßt werden und tue Auswahl der Beamten war beschränkt. Levering gibt zu, daß es sich nicht immer und überall um Ide. lbeamte gehandelt habe. Er beiaht. entschiedener Sozialdemokrat geblieben zu fein, aber den Vorwurf, ein parteiischer Mi- "rster zu sein, müsse er energisch zurückweifen.

Nach Ausführungen des Abg. Mörike (Komm.) wird die Weiterberatung auf Donner s- tag 12 Uhr vertagt. Die Abstimmung übet die Mlßtrauensonträge wird erst Donners­tag nächster Woche stattfinden.

*

roeffe und Sarmat vor dem Landtag.

Berlin, 15. Oktober. Der Aeltestenrat be­schloß, den Hocslebericht am 19. Oktober, den Bericht über den Barmat-Ausschuß am 1L November aus die Tagesordnung zu setzen. Vom 15. bis 18. November soll eine Pause eintreten.